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Keinen Cent!

12. November 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Keinen Cent! (photocase.de © unseen)Meine Liebste und ich sitzen gemeinsam mit einem befreundeten Pärchen in der Camarillo-Bar an der Schlachte und trinken Cocktails.
Es ist schon unsere dritte Runde, die der Kellner da gerade auftischt…

“Was hast du denn da?”
“Einen Mai Tai, Süße.”

“Ich habe einen Caipi.”
“Das sehen wir.”

“Aber damit stimmt was nicht.”
“So? Und was? Sieht doch gut aus?”

“Die Limetten, guck mal hier!”
“Ja, das sind Limetten. Richtig.”

“Aber die sind ja gar nicht zerstampft!”
“Naja, also die hätten schon etwas mehr…”

“Der hat die gar nicht zermatscht!”
“Schmeckt der Caipi denn nicht?”

“Doch, aber so ist das nicht richtig!”
“Und jetzt? Willst du ihn zurückgehen lassen?”

“Nee, aber ich hätte gerne so einen Stampfer.”
“Einen Stampfer?? Du willst selbst…”

“Ja, wink mal den Kellner ran, wenn du ihn siehst.”
“Schatz! Du kannst doch jetzt hier nicht selbst…”

“Warum denn nicht??”
“Lass dir doch einfach einen neuen bringen?”

“Nee, das mache ich nicht.”
“Und wieso nicht??”

“Weil der Typ dann denkt, ich sei unzufrieden.”
“Ähm… Aber das bist du doch auch??”

“Ja, aber das darf der nicht merken.”
“Und wieso nicht?? Ich meine…”

“Weil der dann da vielleicht was reintut.”
“Reintut?? In deinen Caipirinha??”

“Wie soll ich wissen, ob der da nicht reinspuckt??”
“Schatz!”

[Die beiden Freunde, mit denen wir am Tisch sitzen, staunen nicht schlecht und folgen mit offenen Mündern unserer Diskussion...]

“Oder der tut da eine Limette rein, die auf dem Boden lag!”
“Warum sollte er denn!”

“Weil er sich rächen will, wenn ich den zurückgebe!”
“So ein Quatsch! Es geht doch nur um ein paar Limetten!”

“NICHT gequetschte! Eben gerade NICHT gequetschte Limetten!”
“Jaja, das weiß ich! Also dann sag dem Kellner das selber.”

“Das mit den Limetten?”
“Nee, dass du befürchtest, er könne reinspucken.”

“Bin ich verrückt!?”
“Dann bestell dir einen Stampfer, das möchte ich sehen.”

[Unsere beiden Begleiter haben sich offenbar ein Bild von der Situation gemacht und unternehmen einen zaghaften Versuch, einen Einwand zu äußern; doch bevor ein vollständiges Wort fallen kann, setzt die Liebste schon zum nächsten Akt an...]

“Und du gibst dem gleich kein Trinkgeld!”
“Wer? Ich??”

“Keinen Cent! Der kümmert sich auch gar nicht um uns!”
“Und wenn er dir einen Stampfer bringt, dann auch nicht?”

“Ich setze mich doch hier nicht mit einem Stampfer hin!”
“Moment, aber eben wolltest du doch…”

“Den Stampfer, den kann er sich hinten…”
“Schatz!”

“Ist doch wahr! Ich bestelle einen Caipi und soll selber?? Nee!”
“Ähm…”

“Ich bezahle jetzt.”
“Du?? Jetzt?? Aber wir sind doch noch gar nicht…”

“Keinen Cent!”
“Liebste, nun beruhige dich doch m…”

“Hallo! Hier!”

[Die Liebste winkt mit ausgestrecktem Arm den Kellner an unseren Tisch, während sie dabei Daumen und Zeigefinger aneinander reibt. Das versteht der junge Mann auch sofort und macht sich zunächst auf den Weg zur Kasse.
Jetzt ergreifen unsere Freunde nochmals die Gelegenheit und schlagen vor, man könne ja die Limetten auch mit dem Strohhalm zerdrücken; was die Liebste mit einem "Klar kann man!" quittiert und dabei schon mal ihr Portmonee aus der Handtasche zieht.]

“So, jetzt kommt er!”
“Schatz, willst du ihm wirklich kein Trinkgeld…”

“Nö! Wofür? Dafür, dass der sich an mir rächen will?”
“Aber…”

“Lass mich das machen!”

[Der Kellner kommt freundlich und lächelnd mit dem Kassenzettel in der Hand auf uns zu und fragt "Zusammen? Getrennt?" Die Liebste greift sich den Zettel und ruft noch vor dem versiegen seiner letzten Silbe "Zusammen!".
Sie bezahlt, der Kellner wünscht uns noch einen schönen Abend und die Liebste lächelt von einem Ohr bis zum anderen.]

“So, fertig! Super, worauf stoßen wir jetzt an?”
“Ähm… Liebste, wieso hast du jetzt plötzlich so gute Laune??”

“So wollte ich das haben! Gut, dass ich bezahlt habe!”
“Nur, weil du ihm kein Trinkgeld gegeben hast?”

“Nee.”
“Sondern?”

“Er hat mir 20 Cent zu viel rausgegeben! Das hat er nun davon!”

Kopfschüttel…

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Möchtest du Brot dazu?

4. Oktober 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Möchtest du Brot dazu? (photocase.de © sadtreeelia)Meine Liebste und ich sind ins Bremer Cafe del Sol gefahren, um eine Kleinigkeit zu essen. Wobei die Liebste eher ein halbes Schwein auf Toast verdrücken könnte, denn sie hat seit mehr als zwei Stunden Hunger.
Und das ist immer eine gefährliche Sache…

“Was nimmst du denn?”
“Hm… Die gebackenen Kartoffeln sind hier immer gut, Süße…”

“Nee! Was nehme ich denn jetzt??”
“Du hast doch Hunger, bestell dir ein Schnitzel oder so.”

“Hm… hm… hm…”
“Und?”

“Ich habe so einen Hunger!”
“Ja, ich weiß. Und? Was nimmst du jetzt?”

“Hm… hm… hm…”
“Also ich nehme ein Sandwich.”

“Und ich?? Wo ich doch so einen Hunger…”
“ICH WEISS, du hast Hunger, ja!”

“Wo bleibt denn die Bedienung??”
“Die brauchen wir jetzt noch nicht.”

“Hm… hm… hm…”
“Liebste, hier gibt es doch so viele leckere Sachen…”

“Chili vielleicht? Das Chili del Sol?”
“Eine gute Wahl. Ist auch ein ziemlich großer Pott.”

“Soll ich das nehmen?”
“Ja.”

“Warum kommt hier denn keiner??”
“Mann, ist das wieder anstrengend…”

“Was! Wer! Ich??”
“Da kommt schon gleich jemand, hab doch mal Geduld!”

“Aber ich habe doch so…”
“SAG ES NICHT!”

[Einige Sekunden später kommt eine flotte junge Dame an unseren Tisch gesprungen und fragt freundlich, was wir denn gerne hätten.
Die Bestellung ist schnell aufgegeben und ich bin froh, dass wir einen Schritt weiter sind.]

“Die hat Du zu mir gesagt, hast du das gehört?”
“Was meinst du jetzt, bitte?”

“Sie hat gefragt: möchtest DU Brot dazu!”
“Und? War das verkehrt?”

“Nö, aber das ist doch gut, oder?”
“Verstehe ich jetzt nicht…”

“Naja, die ist doch mal gerade 18 Jahre alt?”
“Wenn überhaupt…”

“Die würde mich ja nicht duzen, wenn sie mich für alt hielte!”
“Ach so meinst du das…”

“Ich sehe noch ziemlich jung aus, oder?”
“Ja, bezaubernd. Du siehst deutlich jünger aus.”

“Gut, was?”
“Ja Schatz. Wahnsinn…”

[Die junge Frau kehrt mit unseren Getränken an unseren Tisch zurück und stellt der Liebsten eine Apfelschorle vor die Nase, und zwar mit den Worten: "Hier, DEINE Apfelschorle". Die Liebste strahlt von einem Ohr bis zum anderen.]

“Siehst du, die hat wieder Du gesagt! Die ist echt nett!”
“Mich hat sie auch geduzt.”

“So? Warum dich denn?”
“Was soll denn das heißen??”

“Naja, du siehst ja nun wirklich nicht aus wie zwanzig!”
“Also das ist ja wohl echt eine Frechheit!”

“Du willst doch wohl nicht behaupten, es sei so??”
“Nein, aber – SO – alt bin ich nun auch nicht!”

“Naja, dich hat sie ja auch geduzt.”
“Oh Wahnsinn! Eine 18-jährige duzt mich! Mir wird ganz heiß…”

“Aber ich bin dir doch nicht zu alt, oder?”
“Du? Doch.”

“Ehrlich??”
“Eigentlich wollte ich dich ab jetzt Siezen.”

“Sei lieber froh, dass du mich hast! Opa!”
“Ich werde es mir merken, Kleines.”

“Zur Strafe lasse ich dich nicht von meinem Chili probieren!”
“Oh nein! Tu mir das nicht an!”

[...]

[Während meine Liebste und ich weiter herumplänkeln, kehrt die duzende 18-jährige an unseren Tisch zurück. In der Hand hat sie - das fällt sofort auf - nur einen einzigen Teller; und zwar den mit meinem Sandwich drauf. Kurze Zeit später steht es vor mir und meine Liebste geht leer aus: die Kellnerin hat das Chili vergessen und verspricht, es schnell nachzuliefern.
Für eine spontane Fotografie des entgleisten Gesichtsausdruckes der Liebsten in diesem Moment hätte ich übrigens ein Vermögen ausgegeben...]

“Die hat mich vergessen!”
“Ja, das hat sie.”

“Wo ich doch so einen Hunger habe!”
“Tja, du siehst ja, an wen sie offensichtlich gedacht hat.”

“An dich etwa??”
“Ja, an mich. Deswegen hat sie mich ja auch geduzt.”

“Und was ist mit mir?”
“Dich hat sie vergessen.”

“Aber mich hat sie doch auch geduzt!”
“Weil du jung aussiehst. Aber mich mag sie eben mehr. Verstehste?”

“Das stimmt ja wohl gar nicht!”
“Habe ich ein Sandwich?”

“Ja.”
“Also.”

“Die blöde Kuh!”
“Wieso? Eben war sie doch noch so nett?”

“Die vergisst mein Chili und dann das!”
“Dann was?”

“Und dann duzt die dich auch noch! Schlange!”

Kopfschüttel…

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Das passiert halt manchmal

13. September 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Das passiert halt manchmal (photocase.de © skylar80)Meine Liebste sitzt im Wohnzimmer vor dem Fernseher, als ich heute etwas spät nach Hause komme.
Auf den ersten Blick erkenne ich: hier ist heute etwas anders, als sonst! Doch ich schätze, es wird angenehm werden.

“Hallo Schatz, da bist du ja!”
“Hallo Süße! Alles klar bei dir?”

“Ja! Schau mal, was ich dir hier mitgebracht habe.”
“Habe ich schon gesehen, sieht sehr lecker aus.”

“Du magst doch weiße Schokolade, oder?”
“Natürlich! Womit habe ich denn das verdient?”

“Ich dachte, ich bringe dir einfach einmal eine Tafel mit.”
“Nur so?”

“Nur so!”
“Tja, ähm… Danke!”

“Wieso! Was hast du denn gedacht?”
“Ja nichts, ich wollte nur mal nachfragen.”

“Ich habe die gesehen und an dich gedacht.”
“Du denkst an mich, wenn du Schokolade siehst??”

“Ja, ich weiß auch nicht. Möchtest du ein Stück?”
“Nein, jetzt nicht, später.”

“Ah… Die liegt hier nämlich schon den ganzen Abend.”
“Ich muss erst einmal was Richtiges essen, dann aber.”

“Hm…”
“Ist doch in Ordnung, oder?”

“Klar…”
“Liebste? Möchtest – DU – vielleicht ein Stück?”

“JAJAJA!”
“Dann nimm dir eins.”

“Aber es ist doch deine Schokolade?”
“Ja, aber du kannst dir ruhig was davon nehmen.”

“Und du bist nicht böse?”
“Warum sollte ich?”

“Danke!! Hab dich lieb!”

[Meine Liebste greift sich wie ein Adler die Tafel weiße Schokolade und während ich das Wohnzimmer verlasse, höre ich im Rausgehen das Knistern der Verpackung. Ich kann mir gut vorstellen, wie die Liebste hat leiden müssen, während sie stundenlang diese leckere Schokolade angestarrt hat... Eine Viertelstunde später komme ich zurück.]

“Die ist total lecker, hier, probier mal!”
“Nein Süße, noch nicht, danke.”

“Ich habe schon ein bisschen genascht.”
“Das sehe ich…”

“Naja, ich wollte eigentlich nur ein Stück abbrechen, aber…”
“…da ist plötzlich eine ganze Ecke abgebrochen.”

“Ja, das passiert halt manchmal, verstehste?”
“Verstehe, ä
hm… Möchtest du noch ein Stück?”

“Nein.”
“Doch. Möchtest du.”

“Naja, vielleicht…”
“Dann nimm dir. Bin gleich wieder da.”

[Ich hatte den ganzen Tag irgendwie nicht die Möglichkeit, was Anständiges zu essen. Also mache ich mir erst einmal ein Brot in der Küche und kehre kurze Zeit später mit einem Teller zurück.]

“Schatz! Du musst mir die wegnehmen!”
“Was! Die Schokolade?”

“Ja, nimm die weg!”
“Ähm… Ist ja nicht mehr viel übrig?”

“Dass die da auch nur 100 Gramm rein tun, ist doch fast nichts!”
“Naja, jetzt sind es ja nur noch… 10 Gramm vielleicht?”

“Es sind mindestens noch 20 Gramm!”
“Du hast sie aufgegessen!”

“Habe ich nicht! Da, da ist noch ein Stück!”
“Ach komm! Das hast du doch nur aus Höflichkeit übrig gelassen!”

“Nein, ich habe mich nur ein bisschen verschätzt.”
“Wie kann man sich denn bei einer Schokolade verschätzen??”

“Ich wollte nur die Hälfte, aber die ist so schräg abgebrochen.”
“Na und? Schokolade kann man auch in dreieckiger Form essen.”

“Aber ich wollte dir doch ein richtiges Stück lassen.”
“Hä??”

“Ich habe so lange kleine Stücke abgebrochen, bis…”
“Bis?”

“Bis das dann wieder rechteckig war.”
“Schatz! Du hast die Schokolade aufgefuttert!”

“Na gut, schön, es tut mir ja auch leid, aber…”
“Was denn aber??”

“Aber die war sooo lecker!”
“Dann kann ich ja jetzt das letzte Stück essen, oder?”

“Willst du nicht erst einmal dein Brot essen?”
“Eigentlich schon. Aber ich traue dir nicht!”

“Unterstellst du mir etwa, ich würde das letzte Stück auch…?
“Ja genau! Ich lasse diese Schokolade jetzt nicht mehr aus den Augen!”

“Das würde ich doch NIE machen!”
“Dann ist es ja gut.”

“Du Schatz?”
“Ja?”

“Willst du nicht noch was zu trinken aus der Küche holen?”

Kopfschüttel…

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Mediterrane Urlaubsstimmung

13. Juli 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Mediterrane Urlaubsstimmung (photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste und ich sitzen bei McDonalds.
Ja. Ich weiß. Aber trotzdem sitzen wir da mit einem Tablett voller Leckereien.
Wir haben unser schlechtes Gewissen einfach beiseite geschoben und die aktuellen Spar-Menüs aus der Aktion “Jetzt iss Urlaub” rauf und runter bestellt.

“Die Pommes hier sind einfach immer super!”
“Ja Süße. Das stimmt.”

“Was hast du da alles auf deinem Burger drauf?”
“Ähm… Oliven, Kräuter und diese Bruschetta-Soße.”

“Oliven?? Bäh!”
“Du musst sie ja auch nicht essen…”

“Ich habe Shrimps.”
“Ich weiß.”

“Woher??”
“Ich war dabei, als du bestellt hast, Schatz…”

“Schmeckt irgendwie nach… Knoblauch!”
“Ist ja bei dir auch Knoblauchsoße drauf. Wusstest du das nicht?”

“Nein! Wo steht das!”
“Es handelt sich um Zitronen-Knoblauch-Soße. Das ist ja der Kick.”

“Aber dann stinke ich ja gleich!”
“Richtig.”

“Warum hast du nicht auch so einen Burger genommen??”
“Warum sollte ich? Ich wollte den Siziliana.”

“Ja weil das so ja doof ist jetzt.”
“Was? Was ist jetzt doof?”

“Wenn ich Knoblauch esse und du nicht!”
“So schlimm wird es schon nicht werden.”

“Nee, du musst gleich bei mir mal abbeißen.”
“Wie bitte??

“Ja, damit du auch Knoblauch hast.”
“Ich will aber nicht!”

“Doch, sonst sagst du heute Abend wieder, dass ich stinke.”
“DAS habe ich noch nie gesagt!”

“Aber gedacht.”
“Blödsinn! Iss jetzt deinen Knoblauch-Burger.”

“Siehst du, du fängst ja jetzt schon an!”
“War nur ein Spaß, das stört mich wirklich nicht. Iss!”

“Beiß du ab.”
“Nein!”

“Aber beschwer dich dann auch nicht!”
“Habe ich was gesagt??”

“Willst du nicht doch?”
“Himmel, nein!”

“Was?”
“Wie was?”

“Nein, du willst nicht abbeißen oder Nein, du willst nicht stinken?”
“Beides.”

“Also doch!”
“Hör auf jetzt und iss deinen mediterranen Shrimps-Burger!”

“Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich einen TS genommen.”
“Schatz. Schmeckt es dir denn wenigstens?”

“Schon… Der ist nicht schlecht.”
“Dann iss weiter.”

“Darf ich deinen denn auch mal probieren?”
“Du darfst, hier.”

[Ich halte der Liebsten meinen sizilianischen Burger vor die Nase und vorsichtig beißt sie eine Ecke davon ab. Natürlich genau die Ecke, in der sich die Tomate befindet, auf die ich mich selbst genussvoll seit der Öffnung der Pappschachtel gefreut habe. Egal, so ist das Leben.]

“So, jetzt habe ich bei dir, und jetzt du bei mir.”
“Was? Abbeißen?”

“Ja.”
“Nein!”

“Aber ich will, dass du meinen auch probierst!”
“Ich möchte aber nicht!”

“Nur einen kleinen Bissen! Hier, mit Soße…”
“Schatz, du nervst mich!”

“Wenn du mich lieb hast, dann…”
“Nee, nee, nee!”

“Na gut, dann eben nicht.”
“Dass das mit dir immer so schwierig sein muss!”

“Bin ich so schlimm?”
“Naja… Es geht.”

“Es geht?”
“Mach nicht so ein Schmollgesicht, das zieht auch nicht!”

“Was soll ich denn machen?”
“Iss einfach deinen Burger.”

“Mehr muss ich nicht machen?”
“Das würde fürs Erste völlig ausreichen.”

“Und dann bist du zufrieden?”
“Ja.”

-

“Du kriegst da rechts schon graue Haare.”
“Na toll! Und du stinkst nach Knoblauch!”

“Na und! Bei mir ist das morgen ja wieder vorbei!”

Kopfschüttel…

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Rosinenschnecke

31. Mai 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Rosinenschnecke (photocase.de © skobakemann)Meine Liebste und ich wollen ins Kino, um Halle Berry und Bruce Willis bei der “Verführung einer Fremden” zu beobachten.
20.15 Uhr geht´s los und wir sind schon echt spät dran. Eine halbe Stunde vor Filmbeginn muss man die Karten abgeholt haben, sonst verfällt die Reservierung…

“Bin gleich fertig!”
“Das hast du vor 10 Minuten auch schon gesagt, Süße…”

“Nur noch eben Schuhe anziehen und dann können wir!”
“Hoffentlich… Ich bin bereits ETWAS ungeduldig…”

“So, wir können los, ich bin gut, oder?”
“Ja, sehr gut, GANZ TOLL hast du das gemacht. Komm jetzt.”

“Wo ist mein Portmonee?”
“Weiß ich nicht, ist auch egal, brauchst du heute nicht.”

“Ich kann doch nicht ohne Portmonee los!”
“Wieso nicht?”

“Das habe ich immer dabei.”
“Gutes Argument, wirklich… Ich habe Geld dabei, komm schon.”

“Wo habe ich das denn hingelegt?”
“Kannst du das nicht nachher suchen? Nach dem Film?”

“Nein, ich muss es ja mitnehmen. Hast du das vielleicht?”
“Wieso ich denn jetzt??”

“Das sähe dir wieder ähnlich!”
“Ich habe dein Portmonee nicht!”

“So? Wirklich?”
“Ich habe aber eine schöne Internetreservierung. Noch 15 Minuten!”

“Ah, ich weiß, ich habe es in der Küche liegen lassen!”

[Meine Liebste huscht auf ihren schwarzen Stöckelschuhen über das Flurparkett in die Küche. Auf ihrem Weg dorthin schaue ich ihr skeptisch hinterher; sie lässt ihre Sachen eigentlich nie in der Küche liegen. Ich tippe: da ist es nicht...]

“Hier ist es nicht!”

[Das tut mir natürlich leid. Und vor allem, da sich unsere Abreise nun noch weiter verzögern wird. Dennoch steht mir ein leichtes Lächeln auf dem Gesicht: habe ich ja schon vorher gewusst, aber mich fragt ja keiner!]

“Schatz, wo ist mein Portmonee?”
“Ich weiß es nicht, wo hattest du es denn zuletzt?”

“In meiner Handtasche und beim Bäcker hatte ich es noch.”
“Ja und dann?”

“Dann habe ich die Rosinenschnecke bezahlt und…”
“Rosinenschnecke? Habe ich gar nicht gesehen?”

“Ich habe sie ja auch gleich aufgegessen.”
“Und mir hast du keine mitgebracht??”

“Wollte ich ja, aber es war die letzte.”
“Schatz, das war jetzt nicht sehr überzeugend…!”

“Ich hatte plötzlich so einen Hunger auf Rosinenschnecke… ”
“Na schön, und dann bist du vom Bäcker gleich hierher?”

“Nein, ich…”
“Was? Der Bäcker ist genau unten vor der Tür?”

“Ich… Ich habe mich wieder ins Auto gesetzt.”
“Wie bitte??”

“Naja, weil ich doch die Rosinenschnecke essen wollte.”
“Und da kommst du nicht hoch in unsere Wohnung, sondern setzt dich lieber ins Auto??”

“Ich wollte dir hier nichts vorkauen…”
“Du wolltest nicht teilen, wolltest du wohl sagen!”

“Zugegeben, das war wohl etwas dumm, entschuldige…”
“Nicht zu fassen, auf was für Ideen du manchmal kommst!”

“Es tut mir leid, das nächste Mal…”
“Dann liegt dein Portmonee sicher im Auto, können wir dann jetzt?”

“Naja, also…”
“Schatz! Ich habe gute Plätze reserviert und wir sind eh schon zu spät!”

“Nein, ich meine… Das Portmonee kann nicht im Auto liegen…”
“WIESO?? Warum nicht?”

“Nach dem Aussteigen bin ich noch zum Kiosk.”
“Und??”

“Na da hatte ich es ja noch!”
“Und was hast du da gekauft?”

“Ähm…”
“Noch eine Rosinenschnecke vielleicht??”

“Nein, aber einen… Na gut, zwei Kinderriegel.”
“WAS??”

“Ich hatte plötzlich so einen Heißhunger auf was Süßes, da…”
“Und da läufst du bis zum Kiosk??”

“Noch mal zum Bäcker zu gehen, war mir zu peinlich…”
“Aber…”

“Wie sieht denn das aus, die denken ja, ich sei total verfressen.”
“DAS BIST DU JA ANSCHEINEND AUCH!”

“Du hast gestern eine ganze Tüte Flips alleine gefuttert!”
“ICH wollte dir aber wenigstens was davon abgeben!”

“Du hast aber nur aus Höflichkeit gefragt!”
“Ich hätte auch gerne einen Kinderriegel gehabt!”

“Ich darf mir ja wohl mal was alleine kaufen, oder??”
“Schon, aber das machst du doch sonst nicht!”

“Ich wollte ja eigentlich auch weniger essen, und deswegen…”
“Was ist jetzt mit deinem Portmonee?”

“Ach ja… Also, es liegt nicht im Kiosk.”
“Wieso? Warst du vielleicht anschließend noch im Schlaraffenland??”

“Nein, nein; danach bin ich hierhin gekommen.”
“Ja und?? Schatz, du machst mich wahnsinnig!”

“Es muss hier irgendwo sein…”
“WAS HAST DU DENN DAMIT -HIER- GEMACHT!?”

“Ich habe 20 Euro rein getan.”
“Hä? Das verstehe ich jetzt nicht?”

“Ich hatte kein Geld mehr, aber du schon.”
“Wieso ich??”

“Du hattest noch so viel und da habe ich…”
“Du hast dir 20 Euro von mir genommen??”

“Ja… Aber ich wollte dich doch nur überraschen.”
“Bei dir piepts wohl! Womit denn überraschen??”

“Ich wollte dich im Kino auf ein Eis einladen…”

Kopfschüttel…

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Ein letztes klitzekleines Aber

29. April 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Ein letztes klitzekleines Aber (photocase.de © rockabella)Meine Liebste und ich sitzen am Abend in einer kleinen Bremer Pizzeria, um es uns ein wenig gut gehen zu lassen. Die Karte gibt allerlei italienische Leckereien her, die allerdings ausschließlich von Indern in der Küche zubereitet werden.
Naja, das aber nur am Rande.

“Was nimmst du denn?”
“Ich weiß noch nicht, Süße.”

“Auch nicht so ungefähr?”
“Naja… Pizza vielleicht… Oder die Gemüselasagne.”

“Hm…”
“Hört sich alles sehr lecker an; und du?”

“Tja, ich… Und du?”
“Gut, also ich nehme die Maccaroni mit scharfer Paprikasoße.”

“Wo steht das denn??”
“Da unten, schau, da.”

“Oh, ja das hätte ich auch gern! Das klingt gut!”
“OK, nehmen wir also zweimal Maccaroni.”

“Nein, nur einmal.”
“Nur einmal? Wie jetzt?”

“Das ist ja blöd.”
“Was? Wer ist blöd?”

“Wenn wir beide das Gleiche nehmen.”
“Aber du wolltest doch auch Maccaroni, oder?”

“Ja, aber nicht, wenn du die nimmst.”
“Und warum??”

“Weil das langweilig ist, darum.”
“Willst du nun Maccaroni oder nicht?”

“Nimmst du die denn auf jeden Fall?”
“Ähm… Ja?”

“Dann nehme ich… Also ich nehme… Hm…”

[Langsam zieht das Leben an uns vorüber, während meine Liebste die Karte rauf und runter studiert. In der Zwischenzeit schleppen die Kellner gefühlte 600 Teller mit leckeren Sachen an uns vorbei und platzieren diese auf den Nachbartischen, wo Menschen sich über ihr Essen freuen.]

“Moment, gleich habe ich was…”
“Du? Schatz?”

“Jaja, ich weiß, du hast Hunger.”
“Schatz, ich habe noch nie in einer Pizzeria 3 Kilo abgenommen.”

“Ja, nun warte!”
“Also ich befürchte, dass es schon wieder eine neue Karte gibt, bis du auf der da was gefunden hast…”

“Jetzt drängel mich nicht!”
“Möchtest du nicht vielleicht doch die Maccaroni?”

“Nein.”
“Und wenn ich was anderes nehme? Dann vielleicht?”

“Was würdest du denn stattdessen nehmen?”
“Die grünen Bandnudeln mit Lachs.”

“Wo gibt es die denn??”
“Sag mal…! Da, nein, eine Seite vorher…”

“Das klingt auch sehr gut!”
“Ja, also schön, ich nehme die Lachsnudeln, du die Maccaroni.”

“Das würdest du für mich machen?”
“Ja. Darf ich jetzt bestellen?”

“Nein, warte!”
“Welcher Tag ist eigentlich heute…”

“Gut, also dann nehme ich die Nudeln mit Lachs. Zufrieden?”
“Sicher?”

“Ja.”
“Na schön, dann bestelle ich jetzt…”

“Obwohl ich ja Lachs neulich erst hatte…”
” – Du Schatz?”

“Ja?”
“Der Laden hier ist nicht so dolle.”

“Warum?”
“Weil ich gleich einen Nervenzusammenbruch kriege, ohne den jemals bestellt zu haben!!”

“Haha. Sehr witzig, wirklich…”
“So: ich bestelle jetzt FÜR DICH Maccaroni, für mich Lachs.”

“Aber…”
“Kein ABER!”

“Darf ich noch ein letztes klitzekleines Aber?”
“Nein.”

“Bitte, bitte! Es ist auch nur ein ganz harmloses!”
“Und das wäre?”

“ABER ich muss gleich unbedingt deinen Lachs probieren, ja?”

Kopfschüttel…

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Amerikaner, Muffin, Amerikaner, Muffin, ... (photocase.de © Chocolat)Meine Liebste und ich haben heute wieder etwas ganz besonderes gemeinsam: Wochenende!
Ein freier Nachmittag ermöglicht mir des weiteren heute das seltene Erlebnis, ein paar Stunden vor meiner Liebsten zuhause zu sein.

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße, weißt du, was jetzt los ist?”

“Wieso, was ist denn??”
“Es ist WOCHENENDE!”

“Ja, endlich, endlich Wochenende, super.”
“Was hast du da in der Hand?”

“Ich habe uns was mitgebracht!”
“So? Was denn? Was zum essen?”

“Ja, ich war beim Bäcker. Einen Amerikaner und einen Muffin.”
“Super!”

“Du kannst wählen, ob du den Muffin oder den Amerikaner willst.”
“Hm… Ach, ist eigentlich egal.”

“Egal ist Otto von hinten.”
“Oder 88.”

“Möchtest du den Muffin haben?”
“Möchtest du den Amerikaner?”

“Erst musst DU sagen, was du haben willst.”
“Schatz, es ist mir egal, ich mag beides.”

“Ich aber auch!”
“Ist das ein Schokoladenmuffin?”

“Ja, willst du den?”
“Nein.”

“Also den Amerikaner?”
“Du kannst den auch essen, wenn du möchtest.”

“Schatz!”
“Was denn?”

“Sag jetzt, was du haben willst!”
“Aber ich weiß es doch nicht. Entscheide du.”

“Nein du!”
“Na schön, dann nimm du den Amerikaner.”

“Und du den Muffin?”
“Ja, der bleibt dann ja auch nur noch übrig.”

“Ich hätte gedacht, dass du den Amerikaner willst.”
“Jetzt nehme ich eben den Muffin.”

“Du kannst auch den Amerikaner haben, Schatz?”
“Nein, lass.”

“Du kriegst den Amerikaner. Ich esse den Muffin.”
“Auch gut.”

“Also doch!”
“Was?”

“Du wolltest doch den Amerikaner!”
“Nein, nein, ich wollte den Muffin.”

“Und warum sagst du das dann nicht?”
“Müssen wir das jetzt so ausführlich…”

“Immer muss ich entscheiden!”
“Ähm…”

“Und wenn ich dann entscheide, dann passt es dir nicht!”
“Das stimmt doch gar nicht!”

“Amerikaner, Muffin, Amerikaner, Muffin, …”
“Kriege ich jetzt den Muffin?”

“Nein!”
“Und warum nicht?”

“Du wolltest doch den Amerikaner!”
“Also Moment: noch einmal von vorn, ja…?

“Was von vorn?”
“Frag mich noch mal. Also wie eben am Anfang, ja?”

“Möchtest du den Schokomuffin oder den Amerikaner?”
“Schatz, das ist aber lieb, ich möchte den Muffin essen.”

“MANN!”
“Was ist jetzt wieder?”

“Du verblödelst mich doch!”
“Wieso?? Was ist jetzt wieder falsch?”

“Noch mal: möchtest du den Muffin oder den Amerikaner!”
“Ähm, aber…”

“MUFFIN ODER AMERIKANER!”
“Ich… Ich möchte gerne den… Amerikaner?”

“Gut, kriegst du eben den Amerikaner.”
“Danke, Schatz…”

“Ich mag Amerikaner ja eigentlich lieber, aber…”
“WAS??”

“Iss nur, ich verzichte und futtere den Muffin.”
“Ja, das, also…”

“Dafür habe ich jetzt aber was gut bei dir!”

Kopfschüttel…

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Alles, was du willst

8. April 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Alles, was du willstMeine Liebste und ich nehmen Platz in einem Café um die Ecke. Die Liebste möchte sich gerne eine Eisschokolade genehmigen, während ich mich schon sehr auf den Käsekuchen freue. Neben den Leckereien bietet das Café Ambiente auch eine Sonnenterasse mit Blick auf die Weser; genau das richtige für die erste Frühlingssonne.

“Endlich kann man wieder draußen sitzen!”
“Ja Süße, wenn Sonne da ist, ist es schon richtig warm.”

“Gut, dass wir hier draußen einen Platz gekriegt haben.”
“Tja, man muss ab und zu eben auch mal Glück haben.”

“Herrlich!”
“Wunderbar!”

[Meine Liebste möchte eine Eisschokolade; was ja an sich nichts Besonderes ist. Aber sie wäre eben nicht DIE Liebste, wenn es so einfach wäre...]

“Da sollen zwei Kugeln Eis drin sein, steht hier.”
“Ja und? Ist das nicht normal?”

“Doch, aber ich möchte nur eine.”
“Dann sag das doch gleich der Kellnerin.”

“Nein, ich meine das anders.”
“Was denn?”

“Ich möchte EINE in der Schokolade, und EINE im Becher extra.”
“Ähm… Na schön, und wo ist das Problem?”

“Ob die das wohl machen? Zum gleichen Preis?”
“Warum denn nicht? Frag doch einfach.”

“Ob das wohl schon mal jemand bestellt hat?”
“Ich denke, eher weniger…”

“Was nimmst du denn?”
“Käsekuchen.”

“Sonst nichts?”
“Nein, sonst nichts. Einen Kaffee noch.”

“Du nimmst immer Käsekuchen.”
“Na und?”

“Nimm doch mal was anderes. Hier, Tiramisu zum Beispiel.”
“Nein, ich möchte Käsekuchen.”

“Wie langweilig.”
“Du musst ihn ja auch nicht essen.”

“Bestellst du gleich?”
“Ich? Nein. Deine Sonder-Eisschokolade musst du schon selber bestellen.”

“Die halten mich doch für doof, wenn ich das frage!”
“Ach! Und mich nicht, oder was??”

“Du kannst das viel besser erklären.”
“Schatz, es dreht sich nur um eine Kugel Eis. Das schaffst du auch allein.”

“Damals hättest du das für mich gemacht.”
“Wann damals?”

“Als wir uns kennengelernt haben.”
“Ich mache doch jetzt auch noch alles für dich!”

“Dann bestell du für mich.”
“Nein.”

“Warum denn nicht??”
“Weil ich keine Lust habe.”

“Siehst du, du traust dich auch nicht!”
“Das hat damit gar nichts zu tun.”

“Bitte…”
“Nein.”

“Bitte, bitte, bitte!”
“Nein!”

“Warum stellst du dich denn jetzt so an??”
“Weil du gesagt hast, mein Käsekuchen sei langweilig. Also ich.”

“Ich finde Käsekuchen toll. So wie dich.”
“Pff, netter Versuch!”

“Also eine Kugel Schoko im Glas, und eine Vanille im Becher.”
“Schön, das kannst du der Tante ja gleich sagen.”

“Nein du.”
“Nein du.”

“NEIN DU!”
“NEIN DU!”

“Du darfst dir dann auch was wünschen.”
“Was denn?”

“Alles.”
“Alles?”

“Ja. Du kannst mit mir machen, was du willst.”
“Nur, weil ich dir deine Eisschokolade bestelle??”

“Ja genau.”
“Davon träumen bestimmt viele Männer…”

“Wovon?”
“Einfach eine Eisschokolade bestellen und schon gibt´s Nacktputzen.”

“Schatz! Ich dachte eher an was anderes!”
“Ich nicht.”

“Typisch Mann…”
“Nein, nein, nein: das ist typisch Frau.”

“Wieso! Frauen putzen bestimmt nicht freiwillig nackt!”
“Mag schon sein, aber sie setzen Sex ein, um ihre Ziele zu erreichen.”

“Wer hat denn damit angefangen! Ich doch wohl nicht!”
“Willst du nun eine Eisschokolade oder nicht?”

“Ja, will ich.”
“Dann bestelle ich dir eine, mit einer Kugel extra.”

“Jetzt plötzlich?”
“Aber das wolltest du doch, oder nicht?”

“Aber ich will nicht nackt putzen.”
“Warum denn nicht?”

“Schatz!”
“Nur ein bisschen.”

“Nein!”
“Na gut, dann nicht.”

“Bestellst du denn jetzt trotzdem?”
“Ja. Ausnahmsweise.”

“Sehr nett, und wie komme ich zu der Ehre?”
“Weil mir der Gedanke an dich als Eva mit Staubwedel schon reicht.”

“Du bist unmöglich!”
“Da hinten kommt die Kellnerin, also Schoko und Vanille?”

“Nein lass, ich nehme das Tiramisu.”

Kopfschüttel…

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Dicke Backen

22. März 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Dicke Backen (photocase.de © sonn_i)Meine Liebste und ich machen einen kleinen Spaziergang auf dem Osterdeich entlang der Weser.
Es tut gut, ein paar Schritte an frischer Luft zu gehen und ein wenig auszuspannen. Man kann sich bewegen, in der Gegend rumschauen und sich unterhalten. Herrlich!

“Ich mag Städte, die einen Fluss haben. Das hat was irgendwie.”
“Ja Süße, und zu Bremen gehört die Weser einfach mit dazu.”

“Möchtest du ein Kaugummi?”
“Och, ja, gib mal eins. Danke.”

[Meine Liebste kramt einen Augenblick lang in ihrer Handtasche und zieht schließlich eine blaue Packung Airwaves heraus. Ich bekomme ein Kaugummi und meine Liebste steckt sich auch eins in den Mund.]

“Das sind meine letzten, ich muss mir neue besorgen.”
“Mann, die sind aber stark! Hui! Brennt ja richtig!”

“Die sind gut, was?”
“Jaaa, haaa, jaaaaaaa, schschschschööön!”

[Während ich mir überlege, ob Geschmacksnerven auch wieder nachwachsen, nachdem man sie mit Höllenkaugummi verbrannt hat, schlendern wir kauend ein ganzes Stück weiter. Zwischendurch schaut mich meine Liebste immer mal wieder an.]

“Komisch.”
“Was ist komisch, Schatz?”

“Ach nichts.”
“Was wolltest du denn sagen?”

“Nichts, vergiss es.”
“Wieso, woran hast du denn gedacht?”

“Ist total egal, das spielt keine Rolle.”
“Und warum schaust du mich so komisch an?”

“Darf ich meinen Freund nicht mal anschauen?”
“Nein.”

“Ja wen denn sonst??”
“Auf jedenfall nicht so.”

“Wieso? Wie habe ich denn geguckt?”
“Als hätte ich was im Gesicht kleben.”

“Hast du nicht, aber…”
“Was aber??”

“Vergiss es.”
“Schatz!”

“Kann ich denn nicht einmal was für mich behalten?”
“Also ist doch irgendwas!”

“Aber nichts wichtiges.”
“Ich will es aber jetzt trotzdem wissen!”

“Na schön, aber reg dich nicht auf!”
“Nein, werde ich nicht, also was??”

“Du kaust komisch Kaugummi.”
“Ähm…”

“Ja! Du kaust so komisch. So Oink Oink hin und her.”
“Was bitte? Ich??”

“Ja, weil man deutlich sieht, dass du Kaugummi kaust.”
“Schatz, ich kaue ganz normal!”

“Nein, schau: bei mir sieht man das kaum.”
“Was?”

“Na dass ich ein Kaugummi drin habe.”
“Wohl sieht man das!”

“Nein, du kannst das nicht beurteilen, weil du es ja weißt.”
“Na schön. Also soll ich jetzt weniger kauen, oder wie?”

“Ich war die einzige auf meiner Schule.”
“Einzige für was?”

“Ich konnte immer Kaugummi kauen im Unterricht.”
“Hä?”

“Ja, weil das nie jemand gesehen hat, der Lehrer und so.”
“Das ist toll Schatz! Deine Jugend muss schön gewesen sein.”

“Findest du das denn nicht praktisch?”
“Ich finde, dass das eine reichlich überflüssige Begabung ist.”

“Hast du schon mal ein Ferkel einen Apfel kauen sehen?”
“Du meinst also, ich würde kauen wie ein…”

“Du hast gesagt, dass du dich nicht aufregst!”
“Na entschuldige, ich kaue ein Kaugummi und du…”

“Ich finde das nur komisch!”
“Und ich finde, dass du wie immer total übertreibst.”

“Gestern Abend hast du drei Brote gegessen.”
“Na und? Was hat das damit zu tun??”

“Ich habe in der gleichen Zeit nur eins geschafft.”
“Naja, ich hatte eben Hunger, na und?”

“Du hast dann immer so dicke Backen.”
“Schatz! DU HAST GLEICH DICKE BACKEN!”

“Willst du mich etwa hauen?”
“Vielleicht ein bisschen.”

“Ein bisschen?? Nur, weil ich dir die Wahrheit sage?”
“Das ist keine Wahrheit, sondern ein Blödsinn.”

“Du wolltest es doch unbedingt wissen?”
“Ja schon, aber konnte ich ahnen, dass es wieder so was ist??”

“Ich sagte nur, dass du komisch kaust und dicke Backen hast.”
“Danke Schatz.”

“Du solltest froh sein.”
“Worüber jetzt?”

“Das ich dir so etwas wenigstens sage.”
“Ich bin dir sehr dankbar, wirklich.”

“Kein Wunder.”
“Kein Wunder was?”

“Dass deine Kollegen nicht mit dir essen gehen wollen.”
“WAS?? Wie kommst du denn darauf? Das stimmt doch gar nicht!”

“Kann ich verstehen, wenn du da auch so kaust.”
“Die gehen immer nur Döner essen, und ich will da nicht immer mit!”

“Genau deswegen gehen sie wahrscheinlich immer Döner essen.”
“Aha. Miss Oberschlau weiß wieder mal alles. Sehr schön.”

“Du wolltest es wissen.”
“Ja, schon gut. Ich bin ausreichend bedient.”

“Möchtest du noch etwas wissen?”
“Nein, danke. Reicht.”

“Nicht vielleicht noch eine Kleinigkeit?”
“Nein.”

“Och bitte.”
“Nein! Kannst du nicht mal zwei Meter vor gehen, oder so??”

“Nur noch eine Sache! Nur noch eine!”
“Das glaubt mir wieder keiner… Also was. Was ist denn noch.”

“Deine Hose ist auf.”
“WAS??”

“Reingelegt!”

Kopfschüttel…

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Ich meine es doch nur gut!

18. März 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Ich meine es doch nur gut! (photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste und ich stehen in der Küche. Während ich einen skeptischen Blick auf unseren kleinen Balkon werfe und überlege, ob man den nicht mal wieder gründlich säubern müsste, steht meine Liebste vor der geöffneten Kühlschranktür.

“Wir haben keinen Multivitamin-Saft mehr.”
“Ja. der ist alle, Süße.”

“Bringst du welchen mit bitte?”
“Mitbringen? Wieso mitbringen?”

“Du bist dran.”
“Womit??”

“Na mit Einkaufen.”
“Seit wann planen wir denn das so? Ist das jetzt neu?”

“Dann kannst du eigentlich auch gleich noch Salat mitbringen.”
“Ich will jetzt nicht einkaufen gehen!”

“Und wenn du schon dabei bist: bring noch Schinken mit, ja?”
“Schatz! Ich WILL jetzt nicht einkaufen gehen!”

“Was willst du denn stattdessen tun?”
“Ähm… Wie jetzt stattdessen?”

“Naja, was hast du denn jetzt vor?”
“Ja nichts, ich meine, also ich…”

“Soll ich dir einen Zettel schreiben?”
“Nein, die paar Sachen kann ich mir auch so merken, danke.”

“Also fährst du doch?”
“Nein, nein, nein, aber merken könnte ich es mir!”

“Und Montag?”
“Was ist denn jetzt am Montag??”

“Naja, kannst du es dir auch bis Montag merken?”
“Wieso??”

“Ja wenn du heute nicht gehst, dann doch Montag, oder?”
“Das weiß ich jetzt doch noch nicht!?”

“Aber irgendwann musst du doch eh wieder einkaufen.”
“Ja schon, aber…”

“Ich schreibe es dir lieber auf.”
“Sag mal, bin ich doof, oder was??”

“Ich meine es doch nur gut! Chips sind auch alle.”
“Saft, Salat, Schinken, Chips.”
“Saft, Salat, Schinken, Chips.”
“Saft, Salat, Schinken UND Chips.”

“Soll ich einkaufen gehen?”
“Ich dachte, ich soll?”

“Du willst ja nicht.”
“Ich will JETZT nicht.”

“Wann denn? Gleich?”
“Herrgott, dann gehe ich eben jetzt!”

“Ich kann aber auch gehen.”
“Schön, aber eben hast du doch gesagt, dass…”

“Ich wollte dir doch nur einen Zettel schreiben!”
“Ja, und ich brauche aber keinen!”

“Warum regst du dich denn so auf?”
“ICH REGE MICH ÜBERHAUPT NICHT AUF!!”

“Ich fahre jetzt.”
“Wohin? Zum Einkaufen?”

“Was dachtest du denn??”
“Und was mache ich?”

“Wieso du? Du wolltest doch nicht!”
“Lass uns doch einfach zusammen fahren, wie wäre das?”

“Für die paar Sachen? Ach, die habe ich ruckzuck geholt.”
“Schatz, mein Blutdruck, bitte…”

“Gut, dann fahr du eben.”
“Chips, Salat, Schinken, und… Was war das noch?”

“Siehst du, du kannst es dir gar nicht merken!”
“Aber nur, weil du mich so durcheinander bringst!”

“Ich schreibe dir einen Zettel…”
“Also schön, was soll´s, das Leben ist kurz, schreib mir einen Zettel.”

“…und Saft. So. Hier.”
“Ist das alles?”

“Ich denke schon?”
“Ganz sicher?”

“Naja, vielleicht findest du ja noch was schönes.”
“Zum Beispiel?”

“Irgendwas für morgen Abend zum essen, oder so.”
“Na gut, also ich schaue mal.”

“Ruf mich dann an, ja?”
“Was? Wann?”

“Na, wenn dir was eingefallen ist.”
“Wie jetzt?? Wenn ich im Laden stehe??”

“Natürlich, oder weißt du es etwa jetzt schon?”
“Nein, ich weiß es jetzt noch nicht.”

“Ja dann kannst du doch eben anrufen?”
“Ich dachte, es steht alles auf dem Zettel?”

“Doch nur die Sachen, dir mir jetzt aufgefallen sind.”
“Ach und ich soll dann wie Hein Blöd im Laden stehen und hier anrufen??”

“Du wolltest doch aber unbedingt einkaufen fahren!”
“Wollte ich gar nicht!”

“Ich habe dir doch aber extra einen Zettel schreiben müssen!”
“Es darf nicht wahr sein, ich kann nicht mehr…”

“Dass Männer immer Kleinigkeiten diskutieren müssen!”
“Nee, iss klar… Sonst noch was?”

“Ja, noch eine Kleinigkeit.”
“Und die wäre?”

“Bleib nicht so lange weg.”
“Und warum das nun wieder?”

“Wir wollten uns doch heute mal einen ruhigen Tag machen!”

Kopfschüttel…

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Keinen Cent!

12. November 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Keinen Cent! (photocase.de © unseen)Meine Liebste und ich sitzen gemeinsam mit einem befreundeten Pärchen in der Camarillo-Bar an der Schlachte und trinken Cocktails.
Es ist schon unsere dritte Runde, die der Kellner da gerade auftischt…

“Was hast du denn da?”
“Einen Mai Tai, Süße.”

“Ich habe einen Caipi.”
“Das sehen wir.”

“Aber damit stimmt was nicht.”
“So? Und was? Sieht doch gut aus?”

“Die Limetten, guck mal hier!”
“Ja, das sind Limetten. Richtig.”

“Aber die sind ja gar nicht zerstampft!”
“Naja, also die hätten schon etwas mehr…”

“Der hat die gar nicht zermatscht!”
“Schmeckt der Caipi denn nicht?”

“Doch, aber so ist das nicht richtig!”
“Und jetzt? Willst du ihn zurückgehen lassen?”

“Nee, aber ich hätte gerne so einen Stampfer.”
“Einen Stampfer?? Du willst selbst…”

“Ja, wink mal den Kellner ran, wenn du ihn siehst.”
“Schatz! Du kannst doch jetzt hier nicht selbst…”

“Warum denn nicht??”
“Lass dir doch einfach einen neuen bringen?”

“Nee, das mache ich nicht.”
“Und wieso nicht??”

“Weil der Typ dann denkt, ich sei unzufrieden.”
“Ähm… Aber das bist du doch auch??”

“Ja, aber das darf der nicht merken.”
“Und wieso nicht?? Ich meine…”

“Weil der dann da vielleicht was reintut.”
“Reintut?? In deinen Caipirinha??”

“Wie soll ich wissen, ob der da nicht reinspuckt??”
“Schatz!”

[Die beiden Freunde, mit denen wir am Tisch sitzen, staunen nicht schlecht und folgen mit offenen Mündern unserer Diskussion...]

“Oder der tut da eine Limette rein, die auf dem Boden lag!”
“Warum sollte er denn!”

“Weil er sich rächen will, wenn ich den zurückgebe!”
“So ein Quatsch! Es geht doch nur um ein paar Limetten!”

“NICHT gequetschte! Eben gerade NICHT gequetschte Limetten!”
“Jaja, das weiß ich! Also dann sag dem Kellner das selber.”

“Das mit den Limetten?”
“Nee, dass du befürchtest, er könne reinspucken.”

“Bin ich verrückt!?”
“Dann bestell dir einen Stampfer, das möchte ich sehen.”

[Unsere beiden Begleiter haben sich offenbar ein Bild von der Situation gemacht und unternehmen einen zaghaften Versuch, einen Einwand zu äußern; doch bevor ein vollständiges Wort fallen kann, setzt die Liebste schon zum nächsten Akt an...]

“Und du gibst dem gleich kein Trinkgeld!”
“Wer? Ich??”

“Keinen Cent! Der kümmert sich auch gar nicht um uns!”
“Und wenn er dir einen Stampfer bringt, dann auch nicht?”

“Ich setze mich doch hier nicht mit einem Stampfer hin!”
“Moment, aber eben wolltest du doch…”

“Den Stampfer, den kann er sich hinten…”
“Schatz!”

“Ist doch wahr! Ich bestelle einen Caipi und soll selber?? Nee!”
“Ähm…”

“Ich bezahle jetzt.”
“Du?? Jetzt?? Aber wir sind doch noch gar nicht…”

“Keinen Cent!”
“Liebste, nun beruhige dich doch m…”

“Hallo! Hier!”

[Die Liebste winkt mit ausgestrecktem Arm den Kellner an unseren Tisch, während sie dabei Daumen und Zeigefinger aneinander reibt. Das versteht der junge Mann auch sofort und macht sich zunächst auf den Weg zur Kasse.
Jetzt ergreifen unsere Freunde nochmals die Gelegenheit und schlagen vor, man könne ja die Limetten auch mit dem Strohhalm zerdrücken; was die Liebste mit einem "Klar kann man!" quittiert und dabei schon mal ihr Portmonee aus der Handtasche zieht.]

“So, jetzt kommt er!”
“Schatz, willst du ihm wirklich kein Trinkgeld…”

“Nö! Wofür? Dafür, dass der sich an mir rächen will?”
“Aber…”

“Lass mich das machen!”

[Der Kellner kommt freundlich und lächelnd mit dem Kassenzettel in der Hand auf uns zu und fragt "Zusammen? Getrennt?" Die Liebste greift sich den Zettel und ruft noch vor dem versiegen seiner letzten Silbe "Zusammen!".
Sie bezahlt, der Kellner wünscht uns noch einen schönen Abend und die Liebste lächelt von einem Ohr bis zum anderen.]

“So, fertig! Super, worauf stoßen wir jetzt an?”
“Ähm… Liebste, wieso hast du jetzt plötzlich so gute Laune??”

“So wollte ich das haben! Gut, dass ich bezahlt habe!”
“Nur, weil du ihm kein Trinkgeld gegeben hast?”

“Nee.”
“Sondern?”

“Er hat mir 20 Cent zu viel rausgegeben! Das hat er nun davon!”

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Möchtest du Brot dazu?

4. Oktober 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Möchtest du Brot dazu? (photocase.de © sadtreeelia)Meine Liebste und ich sind ins Bremer Cafe del Sol gefahren, um eine Kleinigkeit zu essen. Wobei die Liebste eher ein halbes Schwein auf Toast verdrücken könnte, denn sie hat seit mehr als zwei Stunden Hunger.
Und das ist immer eine gefährliche Sache…

“Was nimmst du denn?”
“Hm… Die gebackenen Kartoffeln sind hier immer gut, Süße…”

“Nee! Was nehme ich denn jetzt??”
“Du hast doch Hunger, bestell dir ein Schnitzel oder so.”

“Hm… hm… hm…”
“Und?”

“Ich habe so einen Hunger!”
“Ja, ich weiß. Und? Was nimmst du jetzt?”

“Hm… hm… hm…”
“Also ich nehme ein Sandwich.”

“Und ich?? Wo ich doch so einen Hunger…”
“ICH WEISS, du hast Hunger, ja!”

“Wo bleibt denn die Bedienung??”
“Die brauchen wir jetzt noch nicht.”

“Hm… hm… hm…”
“Liebste, hier gibt es doch so viele leckere Sachen…”

“Chili vielleicht? Das Chili del Sol?”
“Eine gute Wahl. Ist auch ein ziemlich großer Pott.”

“Soll ich das nehmen?”
“Ja.”

“Warum kommt hier denn keiner??”
“Mann, ist das wieder anstrengend…”

“Was! Wer! Ich??”
“Da kommt schon gleich jemand, hab doch mal Geduld!”

“Aber ich habe doch so…”
“SAG ES NICHT!”

[Einige Sekunden später kommt eine flotte junge Dame an unseren Tisch gesprungen und fragt freundlich, was wir denn gerne hätten.
Die Bestellung ist schnell aufgegeben und ich bin froh, dass wir einen Schritt weiter sind.]

“Die hat Du zu mir gesagt, hast du das gehört?”
“Was meinst du jetzt, bitte?”

“Sie hat gefragt: möchtest DU Brot dazu!”
“Und? War das verkehrt?”

“Nö, aber das ist doch gut, oder?”
“Verstehe ich jetzt nicht…”

“Naja, die ist doch mal gerade 18 Jahre alt?”
“Wenn überhaupt…”

“Die würde mich ja nicht duzen, wenn sie mich für alt hielte!”
“Ach so meinst du das…”

“Ich sehe noch ziemlich jung aus, oder?”
“Ja, bezaubernd. Du siehst deutlich jünger aus.”

“Gut, was?”
“Ja Schatz. Wahnsinn…”

[Die junge Frau kehrt mit unseren Getränken an unseren Tisch zurück und stellt der Liebsten eine Apfelschorle vor die Nase, und zwar mit den Worten: "Hier, DEINE Apfelschorle". Die Liebste strahlt von einem Ohr bis zum anderen.]

“Siehst du, die hat wieder Du gesagt! Die ist echt nett!”
“Mich hat sie auch geduzt.”

“So? Warum dich denn?”
“Was soll denn das heißen??”

“Naja, du siehst ja nun wirklich nicht aus wie zwanzig!”
“Also das ist ja wohl echt eine Frechheit!”

“Du willst doch wohl nicht behaupten, es sei so??”
“Nein, aber – SO – alt bin ich nun auch nicht!”

“Naja, dich hat sie ja auch geduzt.”
“Oh Wahnsinn! Eine 18-jährige duzt mich! Mir wird ganz heiß…”

“Aber ich bin dir doch nicht zu alt, oder?”
“Du? Doch.”

“Ehrlich??”
“Eigentlich wollte ich dich ab jetzt Siezen.”

“Sei lieber froh, dass du mich hast! Opa!”
“Ich werde es mir merken, Kleines.”

“Zur Strafe lasse ich dich nicht von meinem Chili probieren!”
“Oh nein! Tu mir das nicht an!”

[...]

[Während meine Liebste und ich weiter herumplänkeln, kehrt die duzende 18-jährige an unseren Tisch zurück. In der Hand hat sie - das fällt sofort auf - nur einen einzigen Teller; und zwar den mit meinem Sandwich drauf. Kurze Zeit später steht es vor mir und meine Liebste geht leer aus: die Kellnerin hat das Chili vergessen und verspricht, es schnell nachzuliefern.
Für eine spontane Fotografie des entgleisten Gesichtsausdruckes der Liebsten in diesem Moment hätte ich übrigens ein Vermögen ausgegeben...]

“Die hat mich vergessen!”
“Ja, das hat sie.”

“Wo ich doch so einen Hunger habe!”
“Tja, du siehst ja, an wen sie offensichtlich gedacht hat.”

“An dich etwa??”
“Ja, an mich. Deswegen hat sie mich ja auch geduzt.”

“Und was ist mit mir?”
“Dich hat sie vergessen.”

“Aber mich hat sie doch auch geduzt!”
“Weil du jung aussiehst. Aber mich mag sie eben mehr. Verstehste?”

“Das stimmt ja wohl gar nicht!”
“Habe ich ein Sandwich?”

“Ja.”
“Also.”

“Die blöde Kuh!”
“Wieso? Eben war sie doch noch so nett?”

“Die vergisst mein Chili und dann das!”
“Dann was?”

“Und dann duzt die dich auch noch! Schlange!”

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Das passiert halt manchmal

13. September 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Das passiert halt manchmal (photocase.de © skylar80)Meine Liebste sitzt im Wohnzimmer vor dem Fernseher, als ich heute etwas spät nach Hause komme.
Auf den ersten Blick erkenne ich: hier ist heute etwas anders, als sonst! Doch ich schätze, es wird angenehm werden.

“Hallo Schatz, da bist du ja!”
“Hallo Süße! Alles klar bei dir?”

“Ja! Schau mal, was ich dir hier mitgebracht habe.”
“Habe ich schon gesehen, sieht sehr lecker aus.”

“Du magst doch weiße Schokolade, oder?”
“Natürlich! Womit habe ich denn das verdient?”

“Ich dachte, ich bringe dir einfach einmal eine Tafel mit.”
“Nur so?”

“Nur so!”
“Tja, ähm… Danke!”

“Wieso! Was hast du denn gedacht?”
“Ja nichts, ich wollte nur mal nachfragen.”

“Ich habe die gesehen und an dich gedacht.”
“Du denkst an mich, wenn du Schokolade siehst??”

“Ja, ich weiß auch nicht. Möchtest du ein Stück?”
“Nein, jetzt nicht, später.”

“Ah… Die liegt hier nämlich schon den ganzen Abend.”
“Ich muss erst einmal was Richtiges essen, dann aber.”

“Hm…”
“Ist doch in Ordnung, oder?”

“Klar…”
“Liebste? Möchtest – DU – vielleicht ein Stück?”

“JAJAJA!”
“Dann nimm dir eins.”

“Aber es ist doch deine Schokolade?”
“Ja, aber du kannst dir ruhig was davon nehmen.”

“Und du bist nicht böse?”
“Warum sollte ich?”

“Danke!! Hab dich lieb!”

[Meine Liebste greift sich wie ein Adler die Tafel weiße Schokolade und während ich das Wohnzimmer verlasse, höre ich im Rausgehen das Knistern der Verpackung. Ich kann mir gut vorstellen, wie die Liebste hat leiden müssen, während sie stundenlang diese leckere Schokolade angestarrt hat... Eine Viertelstunde später komme ich zurück.]

“Die ist total lecker, hier, probier mal!”
“Nein Süße, noch nicht, danke.”

“Ich habe schon ein bisschen genascht.”
“Das sehe ich…”

“Naja, ich wollte eigentlich nur ein Stück abbrechen, aber…”
“…da ist plötzlich eine ganze Ecke abgebrochen.”

“Ja, das passiert halt manchmal, verstehste?”
“Verstehe, ä
hm… Möchtest du noch ein Stück?”

“Nein.”
“Doch. Möchtest du.”

“Naja, vielleicht…”
“Dann nimm dir. Bin gleich wieder da.”

[Ich hatte den ganzen Tag irgendwie nicht die Möglichkeit, was Anständiges zu essen. Also mache ich mir erst einmal ein Brot in der Küche und kehre kurze Zeit später mit einem Teller zurück.]

“Schatz! Du musst mir die wegnehmen!”
“Was! Die Schokolade?”

“Ja, nimm die weg!”
“Ähm… Ist ja nicht mehr viel übrig?”

“Dass die da auch nur 100 Gramm rein tun, ist doch fast nichts!”
“Naja, jetzt sind es ja nur noch… 10 Gramm vielleicht?”

“Es sind mindestens noch 20 Gramm!”
“Du hast sie aufgegessen!”

“Habe ich nicht! Da, da ist noch ein Stück!”
“Ach komm! Das hast du doch nur aus Höflichkeit übrig gelassen!”

“Nein, ich habe mich nur ein bisschen verschätzt.”
“Wie kann man sich denn bei einer Schokolade verschätzen??”

“Ich wollte nur die Hälfte, aber die ist so schräg abgebrochen.”
“Na und? Schokolade kann man auch in dreieckiger Form essen.”

“Aber ich wollte dir doch ein richtiges Stück lassen.”
“Hä??”

“Ich habe so lange kleine Stücke abgebrochen, bis…”
“Bis?”

“Bis das dann wieder rechteckig war.”
“Schatz! Du hast die Schokolade aufgefuttert!”

“Na gut, schön, es tut mir ja auch leid, aber…”
“Was denn aber??”

“Aber die war sooo lecker!”
“Dann kann ich ja jetzt das letzte Stück essen, oder?”

“Willst du nicht erst einmal dein Brot essen?”
“Eigentlich schon. Aber ich traue dir nicht!”

“Unterstellst du mir etwa, ich würde das letzte Stück auch…?
“Ja genau! Ich lasse diese Schokolade jetzt nicht mehr aus den Augen!”

“Das würde ich doch NIE machen!”
“Dann ist es ja gut.”

“Du Schatz?”
“Ja?”

“Willst du nicht noch was zu trinken aus der Küche holen?”

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Mediterrane Urlaubsstimmung

13. Juli 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Mediterrane Urlaubsstimmung (photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste und ich sitzen bei McDonalds.
Ja. Ich weiß. Aber trotzdem sitzen wir da mit einem Tablett voller Leckereien.
Wir haben unser schlechtes Gewissen einfach beiseite geschoben und die aktuellen Spar-Menüs aus der Aktion “Jetzt iss Urlaub” rauf und runter bestellt.

“Die Pommes hier sind einfach immer super!”
“Ja Süße. Das stimmt.”

“Was hast du da alles auf deinem Burger drauf?”
“Ähm… Oliven, Kräuter und diese Bruschetta-Soße.”

“Oliven?? Bäh!”
“Du musst sie ja auch nicht essen…”

“Ich habe Shrimps.”
“Ich weiß.”

“Woher??”
“Ich war dabei, als du bestellt hast, Schatz…”

“Schmeckt irgendwie nach… Knoblauch!”
“Ist ja bei dir auch Knoblauchsoße drauf. Wusstest du das nicht?”

“Nein! Wo steht das!”
“Es handelt sich um Zitronen-Knoblauch-Soße. Das ist ja der Kick.”

“Aber dann stinke ich ja gleich!”
“Richtig.”

“Warum hast du nicht auch so einen Burger genommen??”
“Warum sollte ich? Ich wollte den Siziliana.”

“Ja weil das so ja doof ist jetzt.”
“Was? Was ist jetzt doof?”

“Wenn ich Knoblauch esse und du nicht!”
“So schlimm wird es schon nicht werden.”

“Nee, du musst gleich bei mir mal abbeißen.”
“Wie bitte??

“Ja, damit du auch Knoblauch hast.”
“Ich will aber nicht!”

“Doch, sonst sagst du heute Abend wieder, dass ich stinke.”
“DAS habe ich noch nie gesagt!”

“Aber gedacht.”
“Blödsinn! Iss jetzt deinen Knoblauch-Burger.”

“Siehst du, du fängst ja jetzt schon an!”
“War nur ein Spaß, das stört mich wirklich nicht. Iss!”

“Beiß du ab.”
“Nein!”

“Aber beschwer dich dann auch nicht!”
“Habe ich was gesagt??”

“Willst du nicht doch?”
“Himmel, nein!”

“Was?”
“Wie was?”

“Nein, du willst nicht abbeißen oder Nein, du willst nicht stinken?”
“Beides.”

“Also doch!”
“Hör auf jetzt und iss deinen mediterranen Shrimps-Burger!”

“Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich einen TS genommen.”
“Schatz. Schmeckt es dir denn wenigstens?”

“Schon… Der ist nicht schlecht.”
“Dann iss weiter.”

“Darf ich deinen denn auch mal probieren?”
“Du darfst, hier.”

[Ich halte der Liebsten meinen sizilianischen Burger vor die Nase und vorsichtig beißt sie eine Ecke davon ab. Natürlich genau die Ecke, in der sich die Tomate befindet, auf die ich mich selbst genussvoll seit der Öffnung der Pappschachtel gefreut habe. Egal, so ist das Leben.]

“So, jetzt habe ich bei dir, und jetzt du bei mir.”
“Was? Abbeißen?”

“Ja.”
“Nein!”

“Aber ich will, dass du meinen auch probierst!”
“Ich möchte aber nicht!”

“Nur einen kleinen Bissen! Hier, mit Soße…”
“Schatz, du nervst mich!”

“Wenn du mich lieb hast, dann…”
“Nee, nee, nee!”

“Na gut, dann eben nicht.”
“Dass das mit dir immer so schwierig sein muss!”

“Bin ich so schlimm?”
“Naja… Es geht.”

“Es geht?”
“Mach nicht so ein Schmollgesicht, das zieht auch nicht!”

“Was soll ich denn machen?”
“Iss einfach deinen Burger.”

“Mehr muss ich nicht machen?”
“Das würde fürs Erste völlig ausreichen.”

“Und dann bist du zufrieden?”
“Ja.”

-

“Du kriegst da rechts schon graue Haare.”
“Na toll! Und du stinkst nach Knoblauch!”

“Na und! Bei mir ist das morgen ja wieder vorbei!”

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Rosinenschnecke

31. Mai 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Rosinenschnecke (photocase.de © skobakemann)Meine Liebste und ich wollen ins Kino, um Halle Berry und Bruce Willis bei der “Verführung einer Fremden” zu beobachten.
20.15 Uhr geht´s los und wir sind schon echt spät dran. Eine halbe Stunde vor Filmbeginn muss man die Karten abgeholt haben, sonst verfällt die Reservierung…

“Bin gleich fertig!”
“Das hast du vor 10 Minuten auch schon gesagt, Süße…”

“Nur noch eben Schuhe anziehen und dann können wir!”
“Hoffentlich… Ich bin bereits ETWAS ungeduldig…”

“So, wir können los, ich bin gut, oder?”
“Ja, sehr gut, GANZ TOLL hast du das gemacht. Komm jetzt.”

“Wo ist mein Portmonee?”
“Weiß ich nicht, ist auch egal, brauchst du heute nicht.”

“Ich kann doch nicht ohne Portmonee los!”
“Wieso nicht?”

“Das habe ich immer dabei.”
“Gutes Argument, wirklich… Ich habe Geld dabei, komm schon.”

“Wo habe ich das denn hingelegt?”
“Kannst du das nicht nachher suchen? Nach dem Film?”

“Nein, ich muss es ja mitnehmen. Hast du das vielleicht?”
“Wieso ich denn jetzt??”

“Das sähe dir wieder ähnlich!”
“Ich habe dein Portmonee nicht!”

“So? Wirklich?”
“Ich habe aber eine schöne Internetreservierung. Noch 15 Minuten!”

“Ah, ich weiß, ich habe es in der Küche liegen lassen!”

[Meine Liebste huscht auf ihren schwarzen Stöckelschuhen über das Flurparkett in die Küche. Auf ihrem Weg dorthin schaue ich ihr skeptisch hinterher; sie lässt ihre Sachen eigentlich nie in der Küche liegen. Ich tippe: da ist es nicht...]

“Hier ist es nicht!”

[Das tut mir natürlich leid. Und vor allem, da sich unsere Abreise nun noch weiter verzögern wird. Dennoch steht mir ein leichtes Lächeln auf dem Gesicht: habe ich ja schon vorher gewusst, aber mich fragt ja keiner!]

“Schatz, wo ist mein Portmonee?”
“Ich weiß es nicht, wo hattest du es denn zuletzt?”

“In meiner Handtasche und beim Bäcker hatte ich es noch.”
“Ja und dann?”

“Dann habe ich die Rosinenschnecke bezahlt und…”
“Rosinenschnecke? Habe ich gar nicht gesehen?”

“Ich habe sie ja auch gleich aufgegessen.”
“Und mir hast du keine mitgebracht??”

“Wollte ich ja, aber es war die letzte.”
“Schatz, das war jetzt nicht sehr überzeugend…!”

“Ich hatte plötzlich so einen Hunger auf Rosinenschnecke… ”
“Na schön, und dann bist du vom Bäcker gleich hierher?”

“Nein, ich…”
“Was? Der Bäcker ist genau unten vor der Tür?”

“Ich… Ich habe mich wieder ins Auto gesetzt.”
“Wie bitte??”

“Naja, weil ich doch die Rosinenschnecke essen wollte.”
“Und da kommst du nicht hoch in unsere Wohnung, sondern setzt dich lieber ins Auto??”

“Ich wollte dir hier nichts vorkauen…”
“Du wolltest nicht teilen, wolltest du wohl sagen!”

“Zugegeben, das war wohl etwas dumm, entschuldige…”
“Nicht zu fassen, auf was für Ideen du manchmal kommst!”

“Es tut mir leid, das nächste Mal…”
“Dann liegt dein Portmonee sicher im Auto, können wir dann jetzt?”

“Naja, also…”
“Schatz! Ich habe gute Plätze reserviert und wir sind eh schon zu spät!”

“Nein, ich meine… Das Portmonee kann nicht im Auto liegen…”
“WIESO?? Warum nicht?”

“Nach dem Aussteigen bin ich noch zum Kiosk.”
“Und??”

“Na da hatte ich es ja noch!”
“Und was hast du da gekauft?”

“Ähm…”
“Noch eine Rosinenschnecke vielleicht??”

“Nein, aber einen… Na gut, zwei Kinderriegel.”
“WAS??”

“Ich hatte plötzlich so einen Heißhunger auf was Süßes, da…”
“Und da läufst du bis zum Kiosk??”

“Noch mal zum Bäcker zu gehen, war mir zu peinlich…”
“Aber…”

“Wie sieht denn das aus, die denken ja, ich sei total verfressen.”
“DAS BIST DU JA ANSCHEINEND AUCH!”

“Du hast gestern eine ganze Tüte Flips alleine gefuttert!”
“ICH wollte dir aber wenigstens was davon abgeben!”

“Du hast aber nur aus Höflichkeit gefragt!”
“Ich hätte auch gerne einen Kinderriegel gehabt!”

“Ich darf mir ja wohl mal was alleine kaufen, oder??”
“Schon, aber das machst du doch sonst nicht!”

“Ich wollte ja eigentlich auch weniger essen, und deswegen…”
“Was ist jetzt mit deinem Portmonee?”

“Ach ja… Also, es liegt nicht im Kiosk.”
“Wieso? Warst du vielleicht anschließend noch im Schlaraffenland??”

“Nein, nein; danach bin ich hierhin gekommen.”
“Ja und?? Schatz, du machst mich wahnsinnig!”

“Es muss hier irgendwo sein…”
“WAS HAST DU DENN DAMIT -HIER- GEMACHT!?”

“Ich habe 20 Euro rein getan.”
“Hä? Das verstehe ich jetzt nicht?”

“Ich hatte kein Geld mehr, aber du schon.”
“Wieso ich??”

“Du hattest noch so viel und da habe ich…”
“Du hast dir 20 Euro von mir genommen??”

“Ja… Aber ich wollte dich doch nur überraschen.”
“Bei dir piepts wohl! Womit denn überraschen??”

“Ich wollte dich im Kino auf ein Eis einladen…”

Kopfschüttel…

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Ein letztes klitzekleines Aber

29. April 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Ein letztes klitzekleines Aber (photocase.de © rockabella)Meine Liebste und ich sitzen am Abend in einer kleinen Bremer Pizzeria, um es uns ein wenig gut gehen zu lassen. Die Karte gibt allerlei italienische Leckereien her, die allerdings ausschließlich von Indern in der Küche zubereitet werden.
Naja, das aber nur am Rande.

“Was nimmst du denn?”
“Ich weiß noch nicht, Süße.”

“Auch nicht so ungefähr?”
“Naja… Pizza vielleicht… Oder die Gemüselasagne.”

“Hm…”
“Hört sich alles sehr lecker an; und du?”

“Tja, ich… Und du?”
“Gut, also ich nehme die Maccaroni mit scharfer Paprikasoße.”

“Wo steht das denn??”
“Da unten, schau, da.”

“Oh, ja das hätte ich auch gern! Das klingt gut!”
“OK, nehmen wir also zweimal Maccaroni.”

“Nein, nur einmal.”
“Nur einmal? Wie jetzt?”

“Das ist ja blöd.”
“Was? Wer ist blöd?”

“Wenn wir beide das Gleiche nehmen.”
“Aber du wolltest doch auch Maccaroni, oder?”

“Ja, aber nicht, wenn du die nimmst.”
“Und warum??”

“Weil das langweilig ist, darum.”
“Willst du nun Maccaroni oder nicht?”

“Nimmst du die denn auf jeden Fall?”
“Ähm… Ja?”

“Dann nehme ich… Also ich nehme… Hm…”

[Langsam zieht das Leben an uns vorüber, während meine Liebste die Karte rauf und runter studiert. In der Zwischenzeit schleppen die Kellner gefühlte 600 Teller mit leckeren Sachen an uns vorbei und platzieren diese auf den Nachbartischen, wo Menschen sich über ihr Essen freuen.]

“Moment, gleich habe ich was…”
“Du? Schatz?”

“Jaja, ich weiß, du hast Hunger.”
“Schatz, ich habe noch nie in einer Pizzeria 3 Kilo abgenommen.”

“Ja, nun warte!”
“Also ich befürchte, dass es schon wieder eine neue Karte gibt, bis du auf der da was gefunden hast…”

“Jetzt drängel mich nicht!”
“Möchtest du nicht vielleicht doch die Maccaroni?”

“Nein.”
“Und wenn ich was anderes nehme? Dann vielleicht?”

“Was würdest du denn stattdessen nehmen?”
“Die grünen Bandnudeln mit Lachs.”

“Wo gibt es die denn??”
“Sag mal…! Da, nein, eine Seite vorher…”

“Das klingt auch sehr gut!”
“Ja, also schön, ich nehme die Lachsnudeln, du die Maccaroni.”

“Das würdest du für mich machen?”
“Ja. Darf ich jetzt bestellen?”

“Nein, warte!”
“Welcher Tag ist eigentlich heute…”

“Gut, also dann nehme ich die Nudeln mit Lachs. Zufrieden?”
“Sicher?”

“Ja.”
“Na schön, dann bestelle ich jetzt…”

“Obwohl ich ja Lachs neulich erst hatte…”
” – Du Schatz?”

“Ja?”
“Der Laden hier ist nicht so dolle.”

“Warum?”
“Weil ich gleich einen Nervenzusammenbruch kriege, ohne den jemals bestellt zu haben!!”

“Haha. Sehr witzig, wirklich…”
“So: ich bestelle jetzt FÜR DICH Maccaroni, für mich Lachs.”

“Aber…”
“Kein ABER!”

“Darf ich noch ein letztes klitzekleines Aber?”
“Nein.”

“Bitte, bitte! Es ist auch nur ein ganz harmloses!”
“Und das wäre?”

“ABER ich muss gleich unbedingt deinen Lachs probieren, ja?”

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Amerikaner, Muffin, Amerikaner, Muffin, ... (photocase.de © Chocolat)Meine Liebste und ich haben heute wieder etwas ganz besonderes gemeinsam: Wochenende!
Ein freier Nachmittag ermöglicht mir des weiteren heute das seltene Erlebnis, ein paar Stunden vor meiner Liebsten zuhause zu sein.

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße, weißt du, was jetzt los ist?”

“Wieso, was ist denn??”
“Es ist WOCHENENDE!”

“Ja, endlich, endlich Wochenende, super.”
“Was hast du da in der Hand?”

“Ich habe uns was mitgebracht!”
“So? Was denn? Was zum essen?”

“Ja, ich war beim Bäcker. Einen Amerikaner und einen Muffin.”
“Super!”

“Du kannst wählen, ob du den Muffin oder den Amerikaner willst.”
“Hm… Ach, ist eigentlich egal.”

“Egal ist Otto von hinten.”
“Oder 88.”

“Möchtest du den Muffin haben?”
“Möchtest du den Amerikaner?”

“Erst musst DU sagen, was du haben willst.”
“Schatz, es ist mir egal, ich mag beides.”

“Ich aber auch!”
“Ist das ein Schokoladenmuffin?”

“Ja, willst du den?”
“Nein.”

“Also den Amerikaner?”
“Du kannst den auch essen, wenn du möchtest.”

“Schatz!”
“Was denn?”

“Sag jetzt, was du haben willst!”
“Aber ich weiß es doch nicht. Entscheide du.”

“Nein du!”
“Na schön, dann nimm du den Amerikaner.”

“Und du den Muffin?”
“Ja, der bleibt dann ja auch nur noch übrig.”

“Ich hätte gedacht, dass du den Amerikaner willst.”
“Jetzt nehme ich eben den Muffin.”

“Du kannst auch den Amerikaner haben, Schatz?”
“Nein, lass.”

“Du kriegst den Amerikaner. Ich esse den Muffin.”
“Auch gut.”

“Also doch!”
“Was?”

“Du wolltest doch den Amerikaner!”
“Nein, nein, ich wollte den Muffin.”

“Und warum sagst du das dann nicht?”
“Müssen wir das jetzt so ausführlich…”

“Immer muss ich entscheiden!”
“Ähm…”

“Und wenn ich dann entscheide, dann passt es dir nicht!”
“Das stimmt doch gar nicht!”

“Amerikaner, Muffin, Amerikaner, Muffin, …”
“Kriege ich jetzt den Muffin?”

“Nein!”
“Und warum nicht?”

“Du wolltest doch den Amerikaner!”
“Also Moment: noch einmal von vorn, ja…?

“Was von vorn?”
“Frag mich noch mal. Also wie eben am Anfang, ja?”

“Möchtest du den Schokomuffin oder den Amerikaner?”
“Schatz, das ist aber lieb, ich möchte den Muffin essen.”

“MANN!”
“Was ist jetzt wieder?”

“Du verblödelst mich doch!”
“Wieso?? Was ist jetzt wieder falsch?”

“Noch mal: möchtest du den Muffin oder den Amerikaner!”
“Ähm, aber…”

“MUFFIN ODER AMERIKANER!”
“Ich… Ich möchte gerne den… Amerikaner?”

“Gut, kriegst du eben den Amerikaner.”
“Danke, Schatz…”

“Ich mag Amerikaner ja eigentlich lieber, aber…”
“WAS??”

“Iss nur, ich verzichte und futtere den Muffin.”
“Ja, das, also…”

“Dafür habe ich jetzt aber was gut bei dir!”

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Alles, was du willst

8. April 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Alles, was du willstMeine Liebste und ich nehmen Platz in einem Café um die Ecke. Die Liebste möchte sich gerne eine Eisschokolade genehmigen, während ich mich schon sehr auf den Käsekuchen freue. Neben den Leckereien bietet das Café Ambiente auch eine Sonnenterasse mit Blick auf die Weser; genau das richtige für die erste Frühlingssonne.

“Endlich kann man wieder draußen sitzen!”
“Ja Süße, wenn Sonne da ist, ist es schon richtig warm.”

“Gut, dass wir hier draußen einen Platz gekriegt haben.”
“Tja, man muss ab und zu eben auch mal Glück haben.”

“Herrlich!”
“Wunderbar!”

[Meine Liebste möchte eine Eisschokolade; was ja an sich nichts Besonderes ist. Aber sie wäre eben nicht DIE Liebste, wenn es so einfach wäre...]

“Da sollen zwei Kugeln Eis drin sein, steht hier.”
“Ja und? Ist das nicht normal?”

“Doch, aber ich möchte nur eine.”
“Dann sag das doch gleich der Kellnerin.”

“Nein, ich meine das anders.”
“Was denn?”

“Ich möchte EINE in der Schokolade, und EINE im Becher extra.”
“Ähm… Na schön, und wo ist das Problem?”

“Ob die das wohl machen? Zum gleichen Preis?”
“Warum denn nicht? Frag doch einfach.”

“Ob das wohl schon mal jemand bestellt hat?”
“Ich denke, eher weniger…”

“Was nimmst du denn?”
“Käsekuchen.”

“Sonst nichts?”
“Nein, sonst nichts. Einen Kaffee noch.”

“Du nimmst immer Käsekuchen.”
“Na und?”

“Nimm doch mal was anderes. Hier, Tiramisu zum Beispiel.”
“Nein, ich möchte Käsekuchen.”

“Wie langweilig.”
“Du musst ihn ja auch nicht essen.”

“Bestellst du gleich?”
“Ich? Nein. Deine Sonder-Eisschokolade musst du schon selber bestellen.”

“Die halten mich doch für doof, wenn ich das frage!”
“Ach! Und mich nicht, oder was??”

“Du kannst das viel besser erklären.”
“Schatz, es dreht sich nur um eine Kugel Eis. Das schaffst du auch allein.”

“Damals hättest du das für mich gemacht.”
“Wann damals?”

“Als wir uns kennengelernt haben.”
“Ich mache doch jetzt auch noch alles für dich!”

“Dann bestell du für mich.”
“Nein.”

“Warum denn nicht??”
“Weil ich keine Lust habe.”

“Siehst du, du traust dich auch nicht!”
“Das hat damit gar nichts zu tun.”

“Bitte…”
“Nein.”

“Bitte, bitte, bitte!”
“Nein!”

“Warum stellst du dich denn jetzt so an??”
“Weil du gesagt hast, mein Käsekuchen sei langweilig. Also ich.”

“Ich finde Käsekuchen toll. So wie dich.”
“Pff, netter Versuch!”

“Also eine Kugel Schoko im Glas, und eine Vanille im Becher.”
“Schön, das kannst du der Tante ja gleich sagen.”

“Nein du.”
“Nein du.”

“NEIN DU!”
“NEIN DU!”

“Du darfst dir dann auch was wünschen.”
“Was denn?”

“Alles.”
“Alles?”

“Ja. Du kannst mit mir machen, was du willst.”
“Nur, weil ich dir deine Eisschokolade bestelle??”

“Ja genau.”
“Davon träumen bestimmt viele Männer…”

“Wovon?”
“Einfach eine Eisschokolade bestellen und schon gibt´s Nacktputzen.”

“Schatz! Ich dachte eher an was anderes!”
“Ich nicht.”

“Typisch Mann…”
“Nein, nein, nein: das ist typisch Frau.”

“Wieso! Frauen putzen bestimmt nicht freiwillig nackt!”
“Mag schon sein, aber sie setzen Sex ein, um ihre Ziele zu erreichen.”

“Wer hat denn damit angefangen! Ich doch wohl nicht!”
“Willst du nun eine Eisschokolade oder nicht?”

“Ja, will ich.”
“Dann bestelle ich dir eine, mit einer Kugel extra.”

“Jetzt plötzlich?”
“Aber das wolltest du doch, oder nicht?”

“Aber ich will nicht nackt putzen.”
“Warum denn nicht?”

“Schatz!”
“Nur ein bisschen.”

“Nein!”
“Na gut, dann nicht.”

“Bestellst du denn jetzt trotzdem?”
“Ja. Ausnahmsweise.”

“Sehr nett, und wie komme ich zu der Ehre?”
“Weil mir der Gedanke an dich als Eva mit Staubwedel schon reicht.”

“Du bist unmöglich!”
“Da hinten kommt die Kellnerin, also Schoko und Vanille?”

“Nein lass, ich nehme das Tiramisu.”

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Dicke Backen

22. März 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Dicke Backen (photocase.de © sonn_i)Meine Liebste und ich machen einen kleinen Spaziergang auf dem Osterdeich entlang der Weser.
Es tut gut, ein paar Schritte an frischer Luft zu gehen und ein wenig auszuspannen. Man kann sich bewegen, in der Gegend rumschauen und sich unterhalten. Herrlich!

“Ich mag Städte, die einen Fluss haben. Das hat was irgendwie.”
“Ja Süße, und zu Bremen gehört die Weser einfach mit dazu.”

“Möchtest du ein Kaugummi?”
“Och, ja, gib mal eins. Danke.”

[Meine Liebste kramt einen Augenblick lang in ihrer Handtasche und zieht schließlich eine blaue Packung Airwaves heraus. Ich bekomme ein Kaugummi und meine Liebste steckt sich auch eins in den Mund.]

“Das sind meine letzten, ich muss mir neue besorgen.”
“Mann, die sind aber stark! Hui! Brennt ja richtig!”

“Die sind gut, was?”
“Jaaa, haaa, jaaaaaaa, schschschschööön!”

[Während ich mir überlege, ob Geschmacksnerven auch wieder nachwachsen, nachdem man sie mit Höllenkaugummi verbrannt hat, schlendern wir kauend ein ganzes Stück weiter. Zwischendurch schaut mich meine Liebste immer mal wieder an.]

“Komisch.”
“Was ist komisch, Schatz?”

“Ach nichts.”
“Was wolltest du denn sagen?”

“Nichts, vergiss es.”
“Wieso, woran hast du denn gedacht?”

“Ist total egal, das spielt keine Rolle.”
“Und warum schaust du mich so komisch an?”

“Darf ich meinen Freund nicht mal anschauen?”
“Nein.”

“Ja wen denn sonst??”
“Auf jedenfall nicht so.”

“Wieso? Wie habe ich denn geguckt?”
“Als hätte ich was im Gesicht kleben.”

“Hast du nicht, aber…”
“Was aber??”

“Vergiss es.”
“Schatz!”

“Kann ich denn nicht einmal was für mich behalten?”
“Also ist doch irgendwas!”

“Aber nichts wichtiges.”
“Ich will es aber jetzt trotzdem wissen!”

“Na schön, aber reg dich nicht auf!”
“Nein, werde ich nicht, also was??”

“Du kaust komisch Kaugummi.”
“Ähm…”

“Ja! Du kaust so komisch. So Oink Oink hin und her.”
“Was bitte? Ich??”

“Ja, weil man deutlich sieht, dass du Kaugummi kaust.”
“Schatz, ich kaue ganz normal!”

“Nein, schau: bei mir sieht man das kaum.”
“Was?”

“Na dass ich ein Kaugummi drin habe.”
“Wohl sieht man das!”

“Nein, du kannst das nicht beurteilen, weil du es ja weißt.”
“Na schön. Also soll ich jetzt weniger kauen, oder wie?”

“Ich war die einzige auf meiner Schule.”
“Einzige für was?”

“Ich konnte immer Kaugummi kauen im Unterricht.”
“Hä?”

“Ja, weil das nie jemand gesehen hat, der Lehrer und so.”
“Das ist toll Schatz! Deine Jugend muss schön gewesen sein.”

“Findest du das denn nicht praktisch?”
“Ich finde, dass das eine reichlich überflüssige Begabung ist.”

“Hast du schon mal ein Ferkel einen Apfel kauen sehen?”
“Du meinst also, ich würde kauen wie ein…”

“Du hast gesagt, dass du dich nicht aufregst!”
“Na entschuldige, ich kaue ein Kaugummi und du…”

“Ich finde das nur komisch!”
“Und ich finde, dass du wie immer total übertreibst.”

“Gestern Abend hast du drei Brote gegessen.”
“Na und? Was hat das damit zu tun??”

“Ich habe in der gleichen Zeit nur eins geschafft.”
“Naja, ich hatte eben Hunger, na und?”

“Du hast dann immer so dicke Backen.”
“Schatz! DU HAST GLEICH DICKE BACKEN!”

“Willst du mich etwa hauen?”
“Vielleicht ein bisschen.”

“Ein bisschen?? Nur, weil ich dir die Wahrheit sage?”
“Das ist keine Wahrheit, sondern ein Blödsinn.”

“Du wolltest es doch unbedingt wissen?”
“Ja schon, aber konnte ich ahnen, dass es wieder so was ist??”

“Ich sagte nur, dass du komisch kaust und dicke Backen hast.”
“Danke Schatz.”

“Du solltest froh sein.”
“Worüber jetzt?”

“Das ich dir so etwas wenigstens sage.”
“Ich bin dir sehr dankbar, wirklich.”

“Kein Wunder.”
“Kein Wunder was?”

“Dass deine Kollegen nicht mit dir essen gehen wollen.”
“WAS?? Wie kommst du denn darauf? Das stimmt doch gar nicht!”

“Kann ich verstehen, wenn du da auch so kaust.”
“Die gehen immer nur Döner essen, und ich will da nicht immer mit!”

“Genau deswegen gehen sie wahrscheinlich immer Döner essen.”
“Aha. Miss Oberschlau weiß wieder mal alles. Sehr schön.”

“Du wolltest es wissen.”
“Ja, schon gut. Ich bin ausreichend bedient.”

“Möchtest du noch etwas wissen?”
“Nein, danke. Reicht.”

“Nicht vielleicht noch eine Kleinigkeit?”
“Nein.”

“Och bitte.”
“Nein! Kannst du nicht mal zwei Meter vor gehen, oder so??”

“Nur noch eine Sache! Nur noch eine!”
“Das glaubt mir wieder keiner… Also was. Was ist denn noch.”

“Deine Hose ist auf.”
“WAS??”

“Reingelegt!”

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Ich meine es doch nur gut!

18. März 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Ich meine es doch nur gut! (photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste und ich stehen in der Küche. Während ich einen skeptischen Blick auf unseren kleinen Balkon werfe und überlege, ob man den nicht mal wieder gründlich säubern müsste, steht meine Liebste vor der geöffneten Kühlschranktür.

“Wir haben keinen Multivitamin-Saft mehr.”
“Ja. der ist alle, Süße.”

“Bringst du welchen mit bitte?”
“Mitbringen? Wieso mitbringen?”

“Du bist dran.”
“Womit??”

“Na mit Einkaufen.”
“Seit wann planen wir denn das so? Ist das jetzt neu?”

“Dann kannst du eigentlich auch gleich noch Salat mitbringen.”
“Ich will jetzt nicht einkaufen gehen!”

“Und wenn du schon dabei bist: bring noch Schinken mit, ja?”
“Schatz! Ich WILL jetzt nicht einkaufen gehen!”

“Was willst du denn stattdessen tun?”
“Ähm… Wie jetzt stattdessen?”

“Naja, was hast du denn jetzt vor?”
“Ja nichts, ich meine, also ich…”

“Soll ich dir einen Zettel schreiben?”
“Nein, die paar Sachen kann ich mir auch so merken, danke.”

“Also fährst du doch?”
“Nein, nein, nein, aber merken könnte ich es mir!”

“Und Montag?”
“Was ist denn jetzt am Montag??”

“Naja, kannst du es dir auch bis Montag merken?”
“Wieso??”

“Ja wenn du heute nicht gehst, dann doch Montag, oder?”
“Das weiß ich jetzt doch noch nicht!?”

“Aber irgendwann musst du doch eh wieder einkaufen.”
“Ja schon, aber…”

“Ich schreibe es dir lieber auf.”
“Sag mal, bin ich doof, oder was??”

“Ich meine es doch nur gut! Chips sind auch alle.”
“Saft, Salat, Schinken, Chips.”
“Saft, Salat, Schinken, Chips.”
“Saft, Salat, Schinken UND Chips.”

“Soll ich einkaufen gehen?”
“Ich dachte, ich soll?”

“Du willst ja nicht.”
“Ich will JETZT nicht.”

“Wann denn? Gleich?”
“Herrgott, dann gehe ich eben jetzt!”

“Ich kann aber auch gehen.”
“Schön, aber eben hast du doch gesagt, dass…”

“Ich wollte dir doch nur einen Zettel schreiben!”
“Ja, und ich brauche aber keinen!”

“Warum regst du dich denn so auf?”
“ICH REGE MICH ÜBERHAUPT NICHT AUF!!”

“Ich fahre jetzt.”
“Wohin? Zum Einkaufen?”

“Was dachtest du denn??”
“Und was mache ich?”

“Wieso du? Du wolltest doch nicht!”
“Lass uns doch einfach zusammen fahren, wie wäre das?”

“Für die paar Sachen? Ach, die habe ich ruckzuck geholt.”
“Schatz, mein Blutdruck, bitte…”

“Gut, dann fahr du eben.”
“Chips, Salat, Schinken, und… Was war das noch?”

“Siehst du, du kannst es dir gar nicht merken!”
“Aber nur, weil du mich so durcheinander bringst!”

“Ich schreibe dir einen Zettel…”
“Also schön, was soll´s, das Leben ist kurz, schreib mir einen Zettel.”

“…und Saft. So. Hier.”
“Ist das alles?”

“Ich denke schon?”
“Ganz sicher?”

“Naja, vielleicht findest du ja noch was schönes.”
“Zum Beispiel?”

“Irgendwas für morgen Abend zum essen, oder so.”
“Na gut, also ich schaue mal.”

“Ruf mich dann an, ja?”
“Was? Wann?”

“Na, wenn dir was eingefallen ist.”
“Wie jetzt?? Wenn ich im Laden stehe??”

“Natürlich, oder weißt du es etwa jetzt schon?”
“Nein, ich weiß es jetzt noch nicht.”

“Ja dann kannst du doch eben anrufen?”
“Ich dachte, es steht alles auf dem Zettel?”

“Doch nur die Sachen, dir mir jetzt aufgefallen sind.”
“Ach und ich soll dann wie Hein Blöd im Laden stehen und hier anrufen??”

“Du wolltest doch aber unbedingt einkaufen fahren!”
“Wollte ich gar nicht!”

“Ich habe dir doch aber extra einen Zettel schreiben müssen!”
“Es darf nicht wahr sein, ich kann nicht mehr…”

“Dass Männer immer Kleinigkeiten diskutieren müssen!”
“Nee, iss klar… Sonst noch was?”

“Ja, noch eine Kleinigkeit.”
“Und die wäre?”

“Bleib nicht so lange weg.”
“Und warum das nun wieder?”

“Wir wollten uns doch heute mal einen ruhigen Tag machen!”

Kopfschüttel…

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