Deine Kollegen werden Augen machen!

Meine Liebste kommt am Abend zu mir in die Küche, während ich mir dort gerade für den nächsten Tag ein paar Brote schmiere.
Ich werde den ganzen Tag unterwegs sein und für solche Fälle nehme ich mir gern ein paar Schnitten mit. Nur noch einpacken, fertig!

„Was machst du da, Schatz?“
„Ich habe mir ein paar Brote gemacht, Süße.“

„Und warum wühlst du da jetzt in der Schublade rum??“
„Ich suche die Butterbrotstüten, die sind doch hier, oder?“

„Nein, nein, nein!“
„Wo sind sie denn?“

„Nein, ich meine, die darfst du nicht nehmen!“
„Und wieso nicht??“

„Weil ich doch extra neues Butterbrotpapier gekauft habe.“
„Neues?? Wieso, ist das alte kaputt, oder was?“

„Nein, aber ich habe jetzt was viieel besseres.“
„Und zwar?“

„Hier!“

[Die Liebste schubst mich zur Seite und schließt zunächst erst einmal in auffälliger Weise die Schublade, die ich geöffnet hatte.
Dabei vergewissert sie sich mit prüfendenm Blick noch kurz, ob ich das auch wirklich richtig gesehen habe, geht hinüber zu einer anderen Schublade und zieht diese mit einem gemurmelten „Tadaa!“ auf.]

„DAS HIER ist das Richtige.“
„Ähm…“

„Ist das nicht toll?? So etwas gab es früher gar nicht!“
„Liebste, da sind ja babyblaue Wölkchen drauf…“

„Ist das nicht super??“
„Und das sind ja gar keine Tüten, sondern Einwickelpapier?“

„Ja, und die Innenseite ist beschichtet, siehst du?“
„Das sehe ich, ja…“

„Das ist gut, wenn man Tomatenbrot hat, oder so.“
„Ich mag aber kein Tomatenbrot…“

„Ja, aber du könntest jetzt welches essen, wenn du wolltest!“
„Schatz, also das ist ja alles ganz gut und schön, aber…“

„Deine Kollegen werden Augen machen, wenn die das sehen!“
„Ähm, das kann ich mir jetzt schon gut vorstellen, ja…“

„Die haben ihre stinknormalen Tüten und du: Tadaa!“
„Aha, ähm, sag mal, gab es denn nur blaue Wölkchen als Motiv?“

„Wieso, was stimmt denn damit nicht?“
„Naja, gab es nicht auch was, sagen wir mal, etwas…“

„Sorry, aber es gab kein Papier mit nackten Weibern drauf!“
„Schade…“

„Pff! Nie freust du dich über was, was ich mache!“
„Ja, doch, ich finde neue Ideen immer gut, aber…“

„Dann nimm doch deine doofen alten langweiligen Tüten!“

[Die Liebste schließt demonstrativ die von ihr eben geöffnete Schublade und macht die andere wieder auf, in der sich meine klassischen Tüten befinden. Dann tritt sie einen Schritt zur Seite und stellt sich mit verschränkten Armen daneben.]

„Bitte sehr!“
„Schatz, so meinte ich das doch gar nicht, ich wollte doch nur…“

„Du nimmst die Tüten, ich mein schönes Papier. Kein Problem!“
„Na schön…“

[Etwas zögernd und unsicher krame ich in der Schublade herum und finde schließlich meine liebgewonnenen Butterbrotstüten, allerdings sind nur noch zwei vorhanden und eine davon ist eingerissen…]

„Was ist? Stimmt was nicht?“
„Ähm… Hier ist nur noch eine Tüte und ich habe drei Brote, und…“

„Passen da wohl nicht alle rein, was?“
„Ähm, wahrscheinlich nicht, das ist ja blöd jetzt…“

„Möchtest du vielleicht doch etwas von meinem Papier haben?“
„Also… Hatten wir nicht auch noch so eine Dose?“

„Die ist im Kabuff oben im Regal, musst du mal nachsehen.“

[Mist… Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die ganze Sache doch noch kippen könnte; aber jetzt kann ich unmöglich auf ihr Wölkchen-Papier zurückgreifen, sonst darf ich mir das ab jetzt jahrelang anhören und kann nie wieder etwas anderes kaufen…
Also gehe ich in unseren Wirtschaftsraum nebenan und brauche eine halbe Ewigkeit, um die tausend dort gelagerten Sachen zu durchsuchen. Ohne Erfolg, ohne Butterbrotsdose.]

„Und? Hast du sie?“
„Ähm, nein, die ist da nicht…“

„Macht nichts, ich habe bereits eine Lösung für dich erarbeitet.“
„So? Tatsächlich? Und die wäre?“

[Während ich diese Frage stelle, fällt mir auf, dass auf dem Teller mit den Broten nur noch ein paar Krümel liegen…
Und dass sich im Mundwinkel der Liebsten ebenfalls solche Krümel befinden… Sie wird doch wohl nicht, sie hat doch nicht wirklich…]

„Ich helfe doch immer gern, wenn ich kann!“

Kopfschüttel…

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Es fehlt etwas…

Als ich am Abend nach Hause komme, riecht es nach lecker Essen in der Wohnung; die Liebste scheint etwas gekocht zu haben!
Das ist gut, denn ich habe einen Mordshunger und wenn da jetzt noch ein hübsch gedeckter Tisch im Esszimmer ist…
Großartig!

„Hallo Schatz!“
„Hallo Süße, boah, hier riecht das aber lecker!“

„Ich wollte was kochen…“
„Wieso wollte??“

„Hat nicht geklappt.“
„Aber es riecht doch hier nach Essen??“

„Ja, aber das ist nichts geworden.“
„Ähm, heißt das, es gibt nichts??“

„Du kannst was haben, aber schmecken wird das nicht!“
„Was hast du denn gekocht?“

„Lasagne.“
„Ist doch super!?“

„Nein.“
„Warum?? Was ist denn damit? Verbrannt??“

„Nein, es fehlt leider was.“
„Aha, und was?“

„Die Lasagneplatten.“
„Aha… Naja, das ist, ähm…“

„Daher habe ich Makkaroni genommen.“
„Ist doch aber auch gut!?“

„Ja, aber ich hatte auch kein Hackfleisch.“
„Ach so?“

„Daher habe ich das Fleisch durch Scampis ersetzt.“
„Makkaroni mit Scampis?? Lecker!“

„Aber ich wollte doch unbedingt Lasagne mit Tomatensoße!“
„Ich habe noch nie Scampis mit Tomatensoße gegessen, aber…“

„…Tomatensoße hatten wir noch in der Miracoli-Packung.“
„Ähm… Von den Spaghetti das Zeug??“

„Ja.“
„Und??“

„Ich hatte dann das Gefühl, dass das komisch schmeckt.“
„Nunja, also das kann ich mir vorstellen…“

„Vielleicht hätte ich die Paprika nicht mit rein machen sollen…“
„Paprika??“

„Die musste mal langsam weg.“
„Aha…“

„Verstehst du jetzt, was ich meine?“
„Also ich darf mal zusammenfassen, ja?“

„Wenn du meinst…“
„Du hast Makkaroni mit Scampis und Spaghetti-Soße mit Paprika…“

„Ja, und dann überbacken. Macht man ja so mit Lasagne.“
„Ähm, immerhin hattest du demnach Käse?“

„Nee, nicht so richtig.“
„Nicht so richtig?? Aber womit hast du denn dann…“

„Mit dem Käse-Dip von den Tortilla-Chips.“
„Liebste, also, ähm…“

„Ja genau, und so schmeckt das jetzt auch!“
„Naja, ich meine, kreativ kochen ist ja nicht schlecht, aber…“

„Das kann ja auch gar nicht schmecken.“
„Naja, also einen Versuch würde ich vielleicht wagen…“

„Das bringt nichts, das schmeckt überhaupt nicht nach Lasagne.“
„Also mit Scampis, Paprika und Käse-Dip kann das ja auch nicht…“

„Deswegen doch nicht!“
„Weswegen denn??“

„Ich hab die Bechamel-Soße vergessen!“

Kopfschüttel…

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Das Übliche

Meine Liebste und ich sitzen in einem kleinen italienischen Restaurant in Bremen und studieren die Speisekarte.
Während ich mich vor einer gefühlten Stunde bereits für ein Pizza entschieden habe, rätselt die Liebste immer noch vor sich hin…

„Ich weiß echt nicht, was ich nehmen soll…“
„Süße, wir werden verhungern, wenn du so weiter machst!“

„Jetzt drängel mich nicht, wir haben doch Zeit, oder?“
„Aber der Kellner war schon dreimal da und…“

„Was nimmst du nochmal??“
„Pizza, immer noch…“

„Ach ja. Nee, Pizza will ich nicht.“
„Dann nimm Nudeln mit Lachs, das magst du doch?“

„Ich kann doch nicht schon wieder Nudeln nehmen!?“
„Warum nicht??“

„Weil ich das immer nehme.“
„Eben!“

„Heute möchte ich aber mal was anderes!“
„Und was??“

„Ich weiß nicht, hört sich alles lecker an…“
„Also wenn der Kellner wieder kommt, bestelle ich!“

„Für mich auch?“
„Wohl kaum!“

„Ich glaube, ich hätte Lust auf eine Curry-Suppe.“
„Was?“

„Curry-Suppe. Da ist Curry drin.“
„Oh, tatsächlich?? Vielen Dank, das wusste ich gar nicht!!“

„Aber hier gibt es ja leider keine Curry-Suppe…“
„Das ist ja auch ein italienisches Restaurant, kein indisches!“

„Ich weiß, aber das fängt beides mit ´i´ an! Lustig, oder??“
„Ich werde gleich wahnsinnig fängt auch mit ´i´ an!!“

„Wo du Recht hast, hast du Recht.“
„Liebste, SUCH – DIR – JETZT – WAS – AUS! BITTE!“

„Hmm…“
„Wie wäre es denn mit Spaghetti Aglio?“

„Mit Knoblauch??“
„Knoblauch, ja…“

„Naja, das könnte ich nehmen!“
„Prima, gut; also bestelle ich das für dich, OK?“

„Und für dich auch.“
„Nee. Ich will Pizza. Habe ich ja erst 10-mal erwähnt…“

„Aber alleine esse ich kein Knoblauch!“
„Was??“

„Nur, wenn du auch Knoblauch isst!“
„Schatz, du kannst gerne Knoblauch essen, kein Problem!“

„Aber dann kann ich dich ja nicht mehr küssen!?“
„Ich kann mir ja dabei die Nase zuhalten.“

„Du bist so doof!“
„Nimmst du jetzt die Spaghetti Aglio oder nicht??“

„Nein!“
„Himmel!“

[Der Kellner kehrt mit gezücktem Schreibblock zurück an unseren Tisch und ich sehe seinem Gesicht an, dass er nicht noch einmal kommen wird, wenn wir jetzt nicht bestellen… Ich werfe der Liebsten einen prüfenden Blick zu und stelle fest: da tut sich was…]

„Psst! Schatz! Ich weiß jetzt!“
„OK, und was?“

„Ich nehme das Übliche.“
„Das Übliche??“

„Ja.“
„Was ist denn das Übliche, bitte??“

„Du weißt nicht, was das Übliche ist??“
„Nudeln mit Lachs vielleicht??“

„Genau!“
„OK, das ist Nummer… 37, Tagliatelle al Salmone.“

[Ich bin erleichtert; aber nicht nur ich, auch dem Kellner scheint ein Stein vom Herzen gefallen zu sein. Wahrscheinlich hatte er insgeheim schon überlegt, was er sagt, sofern wir wieder nichts bestellt hätten…
Aber es scheint wohl alles noch einmal gut gegangen zu sein!]

„Hallo? Bestellst du jetzt??“
„Ähm, ja. Also für die Dame die 37 und für mich die 22.“

[Der Kellner bedankt sich, zuckt dann aber mit den Schultern und sagt: „Mi scusi, Signore, aber Lachs ist leider aus, mi dispiace, es tut mir sehr leid…“]

„Kein Lachs für mich??“
„Warum muss mir das immer passieren, das glaubt wieder keiner…“

„Das ist ja blöd, wo ich mich doch gerade entschieden hatte…“
„Liebste, vielleicht doch die Spaghetti mit Knoblauch?“

„Nee.“
„Sondern?“

„Ich möchte eine Curry-Suppe mit Kräuter-Baguette.“
„Schatz, ich breche echt gleich zusammen…“

[Der Kellner nickt und sagt: „Zuppa di Curry, Grazie, Signora; con il pane.“ Dann verschwindet er um die Ecke…]

„Siehst du!“
„Aber… Es gibt doch hier gar keine Curry-Suppe??“

„Offensichtlich doch.“
„Aber…“

„Das nächste Mal übernehme ich die Bestellung.“
„Ähm…“

„…dann dauert das nicht so lange, wie bei dir!“

Kopfschüttel…

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Schmeckt´s?

Meine Liebste und ich sitzen am Esstisch im Wohnzimmer und beginnen, das Abendessen zu verspeisen, das die Liebste soeben gezaubert hat.
Putengeschnetzeltes mit Soße, Pilzen und Kartoffeln: das hat sie wirklich sehr lecker hingekriegt!

„Na? Schmeckt´s dir denn?“
„Sehr gut, Süße, sehr lecker!“

„Naja…“
„Naja?? Hey, das ist super!“

„Ich weiß nicht, also ich finde das nicht so dolle…“
„Tatsächlich? Also mir schmeckt´s.“

„Du kannst es ruhig sagen, wenn es dir nicht schmeckt!“
„Aber es schmeckt mir doch!?“

„Das glaube ich nicht.“
„Liebste, das ist SEHR lecker. Hast du gut gemacht.“

„Du hast ja auch nur ganz wenig genommen.“
„Wir haben doch auch gerade erst angefangen??“

„Normalerweise machst du dir den Teller immer voll!“
„Erstens stimmt das gar nicht und zweitens…“

„…zweitens finde ich das doof, dass du es nicht sagst!“
„Was sagen??“

„Dass es dir nicht schmeckt!“
„Es schmeckt mir aber! Entschuldigung, dass es mir schmeckt!!“

„Ehrlich?“
„Ja…“

„Holst du dir denn noch was?“
„Ja, ich hole mir noch was. Gleich zumindest.“

[Eine Viertelstunde später habe ich den dritten Teller leer geputzt.
Ich weiß gar nicht, was die Liebste hat, ich könnte mich da REINLEGEN!
Jetzt reicht es aber auch, ich zerdrücke das letzte Stück Kartoffel in der Soße und dann ist Schluss…]

„Du hast ja alles aufgegessen!?“
„Ja… Jetzt bin ich auch echt voll…“

„Und das, obwohl es dir nicht geschmeckt hat!“
„Schatz! Hör jetzt auf, ICH war wirklich sehr zufrieden!“

„Das sagst du ja bloß, damit ich nicht beleidigt bin.“
„Nein, ich sage es, weil es sehr lecker war, DARUM!“

„Also mein Fall war das echt nicht.“
„Das tut mir natürlich leid, aber mir hat es geschmeckt.“

„Das kann ich gar nicht glauben!“
„Hallo?? Ich habe alles aufgegessen, was willst du denn noch??“

„Das ist ja klar, dass du alles aufgegessen hast.“
„So?? Was soll das denn jetzt heißen??“

„Das hast du nur gemacht, um davon abzulenken, dass es dir nicht geschmeckt hat!“

Kopfschüttel…

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