Wenn du mein Exfreund sein möchtest

Meine Liebste und ich haben am Sonntagnachmittag ein wenig Zeit und wir überlegen, ob wir gemeinsam ein Eis essen gehen wollen.
Eigentlich sind solche Ideen immer schnell und einfach diskutiert und beschlossen, aber heute anscheinend nicht…

„Ich weiß nicht, Schatz…“
„Was weißt du nicht, Süße?“

„Ob wir jetzt ein Eis essen gehen sollten…“
„Wieso denn nicht??“

„Weil ich noch auf einen Anruf warte.“

„Na und? Nimm dein Handy doch mit?“

„Nein, darum geht es ja nicht.“
„Sondern??“

„Wenn der Anruf kommt, dann brauche ich Ruhe.“
„Wieso? Wessen Anruf erwartest du denn??“

„Steffi wollte noch anrufen.“
„Steffi? Ist das die, die…“

„…die sich von ihrem Freund getrennt hat, ja.“
„Aha. Und wieso musst du jetzt auf ihren Anruf warten??“

„Weil ich ihr gesagt habe, dass sie mich anrufen soll.“
„Wann soll sie denn anrufen? Jetzt??“

„Nein, sie soll mich anrufen, wenn es ihr schlecht geht.“

„Aha. Und?“

„Was und?“

„Geht es ihr schlecht??“

„Woher soll ich das wissen??“

„Aber…“

„…sie hat ja noch nicht angerufen!?“
„Das heißt, du weißt also nicht, ob sie überhaupt anruft??“

„Nee, weiß ich nicht.“
„Ähm…“

„Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass sie anruft.“
„Und deswegen können wir jetzt kein Eis essen gehen??“

„Doch, aber es könnte sein, dass sie anruft.“
„Aha, schön, also gehen wir jetzt doch zur Eisdiele?“

„Naja, das fände Steffi bestimmt nicht lustig…“
„WAS fände Steffi nicht lustig!?“

„Wenn es ihr schlecht geht und wir schön Eis essen dabei.“
„Das musst du ihr dann ja nicht auf die Nase binden, oder??“

„Ich kann aber nicht lügen, wenn sie fragt, was ich mache!“
„Wir werden ja wohl noch ein Eis essen gehen dürfen!?“

„Natürlich, aber dann ist sie bestimmt deprimiert.“
„Aber war es nicht so, dass SIE ihren Freund gefeuert hat??“

„Ja, richtig. Zu Recht übrigens.“
„Pff! Natürlich, was sonst…“

„Ja, das stimmt auch! Du hast ja gar keine Ahnung!“
„Bisher warst du bei allen Trennungen immer auf der Frauenseite!“

„Kein Wunder, wenn Männer auch alle so doof sind??“

„Ja klar, ALLE Männer sind Idioten!“

„Genau, und der Ex von Steffi ganz besonders!“

„Du hast dir also auch seine Version der Geschichte angehört?“

„Brauche ich nicht, Steffi hat mir alles erzählt.“
„Genau DAS meine ich, du kennst ja bloß ihre Seite!“

„Ich bin ja auch IHRE Freundin!“

„Es ist sowieso zwecklos, das mit dir zu diskutieren…“

„Oh, Entschuldigung der Herr, dass ich mich um Steffi kümmere!“
„Du sollst mit mir ein Eis essen gehen, das ist deine Aufgabe!“

„Das ist meine Aufgabe??“
„Genau, weil ich noch nicht dein Exfreund bin, deswegen!“

„Das können wir ja gerne ändern!“
„Was soll das denn jetzt heißen??“

„Wenn du unbedingt willst, darfst du auch mein Exfreund sein!“
„Hallo?? Ob ich vielleicht mit dir ein Eis essen gehen will??“

„Ja, und andere Menschen sind dir dabei völlig egal!“
„Ich will nur ein Eis essen, nicht eine Revolution starten!“

„Können wir diesen Schwachsinn jetzt bitte beenden, ja?“

„Von mir aus gerne!“

„-„

„-„

„Ich habe eine Lösung.“
„Eine Lösung wofür?“

„Für Steffis Anruf.“
„Aha, und die wäre?“

„Ich rufe sie einfach jetzt selber an.“
„Gute Idee!“

„Dann können wir anschließend Eis essen gehen.“

„Sehr gut, warum nicht gleich so??“

„Weil du ein Blödmann bist, deswegen!“

„Sehr gerne, sehr gerne…“

[Die Liebste schnappt sich unser Telefon und verschwindet im Arbeitszimmer. Obwohl ich ihren Plan durchaus logisch und verständlich finde, habe ich dabei allerdings vergessen, dass Telefonate zwischen Frauen schon normalerweise ewig dauern und im Falle von Männergeschichten als an unendlich grenzend bezeichnet werden können… Nach 1,5 Stunden geht endlich die Tür wieder auf…]

„So Schatz, wir sind fertig.“

„Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?“

„Wieso? Doch, wir sind fertig mit telefonieren?“
„Liebste, es sind fast zwei Stunden verstrichen!!“

„Jetzt übertreib mal nicht.“
„Es ist jetzt fünf Uhr und es hat sich zwischenzeitlich bewölkt!“

„Soll das heißen, du willst nicht mehr Eis essen gehen?“

„Das soll das heißen, richtig!“

„Das trifft sich gut.“

„Wie bitte??“

„Das wird Steffi sehr freuen.“
„Wieso, was hat Steffi denn damit zu tun??“

„Weil ich mich mit Steffi zum Eis essen verabredet habe!“

Kopfschüttel…

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Nüsse

Während ich im Wohnzimmer auf dem Sofa sitze und mich angesichts der Hitze möglichst wenig bewege, kommt plötzlich die Liebste hereingerannt und verbreitet – ohne etwas zu sagen – sofort irgendwie Hektik.
Ihr fragender Blick lässt mich ahnen: jetzt kommt wieder was auf mich zu…

„Du, Schatz?“
„Ja, Süße?“

„Ich wollte was knabbern.“
„OK, dann lass uns ins Schlafzimmer rüber gehen.“

„Nein, ich wollte Nüsse!“
„Sage ich ja.“

„NEIN, ich wollte ERDNÜSSE essen!“
„Im Bett??“

„Quatsch! Ich will jetzt nicht ins Bett, ich wollte…“
„Schon gut, schon gut, ich habe es ja verstanden.“

„Wie kannst du bei dieser Hitze bloß ans Bett denken!?“
„Ich habe weniger an das Bett gedacht, sondern eher…“

„Danke, ich wollte das nicht vertiefen, du Lüstling!“
„Gut, bleibe ich eben hier sitzen, kein Problem.“

„Ich will doch aber was knabbern!?“
„Dann knabber doch was.“

„Wir haben ja nichts!“
„Wonach hast du eben noch gefragt?“

„Nach Erdnüssen! Hast du das schon wieder vergessen??“

„Ich war mit meinen Gedanken irgendwie woanders, tut mir leid…“

„Ich will Erdnüsse!“
„Tja, wir haben aber wohl keine.“

„Dabei ist doch nur alle 4 Jahre Fußball-Weltmeisterschaft.“
„Hä? Na und?? Was hat das denn damit zu tun??“

„Naja, da hat man doch wohl was zu knabbern im Haus, oder??“
„Ähm, schon, aber…“

„Bestimmt haben alle Leute Erdnüsse zuhause, nur wir nicht!“
„Und, ähm… Das liegt jetzt an der WM, oder was??“

„Natürlich!“
„Aha…“

„Zu irgendwas muss Fußball doch gut sein!“

Kopfschüttel…

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Überwiegend…

Ich sitze beleidigt auf unserem Sofa, als die Liebste wieder ins Wohnzimmer kommt.
Diese Frau macht mich noch wahnsinnig!
Ich meine, ich weiß ja, dass ich trotz aller charmanten und verrückten Gemeinsamkeiten der Frauen ein ganz besonderes Exemplar erwischt habe; aber manchmal, da könnte ich…

„Du Schatz, bist du immer noch beleidigt?“
„Ja, absolut. Das bin ich, LIEBSTE!“

„Immer noch wegen dem Leberwurstbrot?“
„Ja, richtig. Wegen dem NICHT-Leberwurstbrot, um genau zu sein.“

„Du wolltest ein Leberwurstbrot und ich habe dir eins gemacht!?“

„JA! Aber OHNE Leberwurst, nur mit Butter drauf!“

„Wir hatten eben keine mehr, kann ich doch nicht ändern!?“

„Aber wieso sagst du dann, du machst mir eins??“

„Aber es ist doch überwiegend ein Leberwurstbrot gewesen!?“
„Ja, aber ohne Leberwurst!“

„Aber mit Brot und Butter, das sind zwei Drittel, immerhin…“
„Gott, ich gebs auf… Lass mich einfach sterben, ja?“

„Aber ich…“
„Manchmal fühle ich mich, als wäre ich schon 80 Jahre alt…“

„Tatsächlich? Und sag mal, bist du auch deprimiert?“
„Ja. Absolut.“

„Und hast du auch Schweißausbrüche?“
„Ja.“

„Und kannst du schlecht schlafen?“
„Ja.“

„Und ist dir oft schwindelig?“

„Das kann man wohl sagen…“

„Kannst du dich schlecht konzentrieren?“
„Ja.“

„Und hast du auch Haarausfall?“
„Sag mal, was soll denn die ganze Fragerei?!“

„Jetzt sag doch mal, hast du auch Haarausfall?“
„Zumindest werden sie grau, das weißt DU ja wohl am besten!!“

„Aha, alles klar. Dann weiß ich jetzt Bescheid.“
„Oh, das ist schön, dass du das endlich mal einsiehst!“

„Einsehen?? Was soll ich denn einsehen?“
„Ich dachte, du wüsstest jetzt Bescheid und hättest es kapiert??“

„Weiß ich ja auch.“
„Aha, und würdest du es für mich bitte einmal laut aussprechen??“

„Gerne! Wenn du unbedingt möchtest?“
„Ich möchte! So, ich höre? Aber GANZ LANGSAM BITTE!“

„Du kommst in die Wechseljahre, was sonst??“

Kopfschüttel…

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Was haben wir denn?

Meine Liebste und ich sitzen am Abend nach einem anstrengenden Arbeitstag erst einmal im Wohnzimmer auf dem Sofa und entspannen ein bisschen.
Ein leicht flaues Gefühl in der Magengegend signalisiert mir: ich habe Hunger; und vermutlich wird es der Liebsten nicht anders gehen.

„Schatz, ich glaube, ich stehe hier heute nicht mehr auf…“
„Brauchst du ja auch nicht, Süße.“

„Gott, was bin ich froh, dass dieser Stresstag vorbei ist…“
„Und? Hast du Hunger, möchtest du was essen?“

„Oh ja, gute Idee, Schatz!“
„Was möchtest du denn?“

„Was haben wir denn?“
„Keine Ahnung, was möchtest du denn?“

„Was haben wir denn?“
„Ähm, weiß ich nicht so genau.“

„Hm.“
„Worauf hast du denn Appetit?“

„Weiß nicht, und du?“
„Nee, nee, nee, ich habe zuerst gefragt.“

„Was hast du zuerst gefragt!“
„Ich habe dich gefragt, was – DU – möchtest!“

„Und ich habe gefragt, was wir denn haben!“
„Man beantwortet eine Frage aber nicht mit einer Gegenfrage.“

„Sind wir hier im Deutsch-Unterricht, oder was??“
„Wo auch immer wir sind, WAS möchtest du essen!“

„Was haben wir denn??“
„Was willst du denn??“

„Aber was haben wir denn noch??“
„Also ICH habe gleich einen Nervenzusammenbruch, soviel ist sicher!!“

„Aber es ist doch viel leichter, zu schauen, was wir noch haben?“
„Na schön, bitte, dann geh nachschauen.“

„Ich??“
„Du willst wissen, was wir noch haben, also schau nach.“

„Du hast vorhin gesagt, dass ich sitzen bleiben kann!?“
„Da wusste ich auch noch nicht, dass das so schwierig wird!“

„Und wenn ich mir was wünsche, was wir gar nicht haben??“
„Das, was wir gewöhnlich so essen, werden wir wohl auch da haben.“

„Ach so, also essen wir heute was Typisches?“
„Das wäre von Vorteil, also worauf hast du Hunger?“

„Was haben wir denn?“
„LIEBSTE! Ich werde noch wahnsinnig!!“

„Warum??“
„Wieso fragst du denn jetzt schon wieder WAS HABEN WIR DENN??“

„Weil das meiner Meinung nach die wichtigste Frage ist??“
„Die wichtigste Frage ist, wann ich in die Klapse eingeliefert werde!“

„Aber Schatz, das geht doch alles viel einfacher.“
„Aha.“

„Bist du so lieb und schaust nach, was noch im Kühlschrank ist?“
„Wieso soll ich denn jetzt gehen??“

„Weil du deiner Liebsten damit einen großen Gefallen tust.“
„Wie groß?“

„Sehr groß. Supergroß! Am größten.“
„Na schön, dann gehe ich mal nachschauen…“

[Ich erhebe mich schwerfällig vom Sofa und schlappe in die Küche.
Als ich die Kühlschranktür öffne und in den Innenraum starre, komme ich mir ein bisschen so vor, wie bei dem Gedächtnisspiel „Ich packe meinen Koffer“. Mal sehen, ob ich mir alles merken kann…]

„Da bist du ja schon wieder, das ging aber fix!“
„Ja… Also, soll ich aufzählen, was wir alles noch haben?“

„Ja, erzähl.“
„Also Tomaten, Brot, Käse, Wurst – so das Übliche, Heringssalat, Nudeln von gestern, Broccoli, Paprika, Pizzateig, Mozzarella, Gurken, Marmelade, Forellenfilets, naja und den üblichen Kleinkram und…“

„OK, danke, ich weiß jetzt, was ich haben möchte.“
„Echt? Was denn?“

„Ich habe Hunger auf Pfannkuchen mit kleinen Apfelstückchen.“
„Ähm… Sagte ich gerade was von Pfannkuchen??“

„Nee, aber die möchte ich haben.“
„Wir haben aber keine Eier und auch keine Äpfel!?“

„Ach so? Haben wir nicht?“
„Nein, HABEN WIR NICHT!“

„Siehste, deswegen wollte ich zuerst wissen, was wir haben!“
„Aber jetzt weißt du es doch!?“

„Ja.“
„Wieso wünschst du dir denn dann Pfannkuchen??“

„Du hast vor 5 Minuten gesagt, ich soll mir was wünschen!?“
„Aber du wolltest doch zuerst wissen, was wir noch haben??“

„Das weiß ich ja jetzt auch!“
„Und??“

„Was und?“
„Warum wünschst du dir dann nicht etwas, was wir noch haben??“

„Haben wir Blumenkohl?“
„Nein, haben wir NICHT!“

„Schade…“
„Liebste, sagst du mir jetzt BITTE, was du haben willst!?“

„Irgendwie bist du so gereizt??“
„Ich stehe kurz vor einem Herzinfarkt, könnte daran liegen…“

„Weißt du was, wir machen das ganz anders, wird dir gefallen!“
„So? Und was machen wir anders?“

„Wir bestellen jetzt einfach bei irgendeinem Pizzaservice was.“
„Aha…“

„Ausnahmsweise, eigentlich haben wir ja genug im Kühlschrank.“
„Also gut, von mir aus, was solls…“

„Ist das jetzt eine gute Idee von mir oder nicht?“
„Ganz toll, Liebste… Egal, wir machen das jetzt einfach.“

„Prima!“
„Ich rufe an; was willst du denn?“

„Was haben die denn??“

Kopfschüttel…

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