Das kann ich dir zuhause auch machen (photocase.de © Juttaschnecke)Meine Liebste und ich schlendern leicht erschöpft nach einem anstrengenden (und erfolglosen) Einkaufsbummel durch die Bremer Innenstadt und dabei stellen wir gemeinsam fest, dass unsere Mägen knurren.
Es wird daher Zeit, dass wir etwas Essbares finden… Nur was?

“Worauf hast du denn Appetit, Schatz?”
“Hm… Wollen wir im Delano einen Salat essen, Süße?”

“Nee, Salat hatten wir ja gestern schon.”
“Was denn dann?”

“Irgendwas, was nicht dick macht.”
“Dann bestell dir doch eine Currywurst mit Pommes?”

“Ach, und das macht nicht dick, oder was??”
“Wir lassen einfach die Mayonnaise weg…”

“Sehr witzig Schatz, wirklich sehr witzig!!”
“War einen Versuch wert…”

“Nein, jetzt mal im Ernst, was essen wir denn jetzt?”
“Wir könnten ja zu Captain Sushi gehen? In der Böttchergasse?”

“Sushi?? Das ist doch das mit Fisch, oder?”
“Ähm, ja, das ist mit Fisch… Warst du denn noch nie Sushi essen??”

“Nö. Aber alle reden immer davon. Und du ja auch dauernd.”
“Dann lass uns doch mal Sushi essen gehen. Das ist auch sehr fettarm.”

“Au ja, lass uns das mal ausprobieren!”
“Ich bin mir sicher, du wirst Sushi lieben, so wie ich!”

[Meine Liebste und ich gehen zielstrebig in Richtung Böttchergasse.
Captain Sushi ist eine kleine typische Sushi-Bar, wo man um ein kreisrundes Förderband herum sitzt und die verschiedenen Spezialitäten auf kleinen Tellern an einem vorbeifahren.
Was gefällt, nimmt man sich einfach runter.
Wir nehmen Platz und die Liebste macht ein skeptisches Gesicht...]

“Und wie geht das jetzt hier?”
“Pack erst mal die Stäbchen aus.”

“Ach, hier muss man mit Stäbchen essen??”
“Natürlich! Das ist ein japanisches Restaurant hier.”

“Ich kann aber nicht mit Stäbchen essen!”
“Du hast auch noch nie mit Stäbchen gegessen??”

“Doch, aber das ist so anstrengend und dauert so lange…”
“Quatsch!”

“Ich habe Hunger!”
“Dann nimm dir da einen Teller runter, ist ja genug da!”

“Ich hätte gern was ohne Reis.”
“Wie bitte??”

“Die Sachen da sind ja alle mit Reis!”
“So gehört sich das ja auch! Wir sind in einer Sushi-Bar!”

“Oh, da kommt ein Teller ohne Reis!”
“Das nennt man Sashimi…”

“Und was ist das??”
“Das sieht nach Lachsfilet aus, herrlich…”

“Roher Lachs?”
“Ja. Sashimi ist die besondere Kunst, den…”

“Nee! Rohen Fisch will ich nicht!”
“Du kannst es doch aber wenigstens mal probieren?? Sushi ist nun mal…”

“Was kostet das denn eigentlich, dieses Samischi?”
“6 Euro. Und es heißt Sashimi…”

“Was jetzt!? Die kleinen Stücke da, 6 Euro?? Pff!!”
“Willst du den Lachs nun probieren oder nicht!”

“Nee, ich nehme das da.”
“Schatz, das ist eine Miso-Suppe…”

“Ist da auch Fisch drin??”
“Nein, nur Fischsud, Soja, Tofu, Meeresalgen, Pilze.”

“Was?? Und das kann man essen??”
“Schatz! Wenn es dir hier nicht gefällt, dann sag es einfach!”

“Doch, doch! Ich finde das sehr lustig mit dem Förderband hier!”
“Ja… Ganz toll, Schatz…”

“Und was isst du da gerade??”
“Das ist Maki, Reis mit Gurke drin. Und das da ist Wasabi.”

“Reis mit Gurke?? Das kann ich dir zuhause auch machen.”
“Kannst du nicht und jetzt probier endlich irgendetwas!”

“Verstehe ich gar nicht.”
“Was verstehst du nicht?”

“Warum du mit Stefan dauernd Sushi essen gehst.”
“Weil wir Sushi mögen, deshalb. Und man kann sich dabei unterhalten.”

“Reis mit Gurke, und dafür zahlt ihr dann immer ein Vermögen!”
“Das lass doch einfach mal unsere Sorge sein.”

“Aber in einem Punkt hast du nun wirklich recht.”
“So?? Und womit bitte?”

“Sushi macht wirklich schlank.”
“Und wie kommst du jetzt zu diesem Entschluss?”

“Man kriegt davon ja nichts runter!”
“Schatz! Sollten wir vielleicht besser wieder gehen?!”

“Ich glaube, Sushi ist nichts für mich…”
“DAS glaube ich allerdings auch!”

“Ich weiß auch schon, wo wir als nächstes hingehen.”
“Aha. Und wohin?”

“In die Lloyd-Passage zu Keuneke.”
“Keuneke? Kenne ich gar nicht. Was ist das für ein Laden?”

“Da gibt es Bremens beste Currywurst mit Pommes!”

Kopfschüttel…

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Vanille, Schoko und Joghurt

8. Mai 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Vanille, Schoko und Joghurt (photocase.de © AllzweckJack)Meine Liebste und ich stehen zufällig vor unserer nahegelegenen Eisdiele Simonetti und wollen das schöne Wetter nutzen, um ein leckeres Eis zu schlecken.
Das wäre dann immerhin das erste Mal dieses Jahr und ist damit auch etwas ganz Besonderes.

“Schatz, ich lade dich ein, was möchtest du denn?”
“Super, danke Süße! Hm… Ich glaube, ich nehme Malaga.”

“Ist das das mit den Rosinen?”
“Ja.”

“Bäh!”
“Du musst es ja auch nicht essen!”

“Ich nehme Schokolade und Vanille.”
“Sehr ausgefallen…”

“Und was nimmst du noch?”
“Wieso noch? Ich nehme Malaga.”

“Nicht zwei Kugeln??”
“Naja gut, nehme ich zweimal Malaga.”

“Man nimmt doch nicht zweimal das Gleiche?”
“Und wieso nicht?”

“Dann ist das Eis ja gar nicht bunt?”
“Das ist mir eigentlich ziemlich egal…”

“Nimm doch noch Erdbeere oder Pistazien oder Joghurt, ja?”
“Ich will aber doch einfach nur zwei Kugeln Malaga, geht das nicht??”

“Aber da kann ich dann ja gar nicht probieren?”
“Von meinem Eis??”

“Ich wollte doch mal Kirsche-Joghurt probieren.”
“Dann kauf dir Kirsche-Joghurt!”

“Nee, das ist mir dann zu viel.”
“Ach! Und deshalb soll ich jetzt was nehmen, was ich gar nicht will??”

“Schmeckt dir denn Joghurt nicht?”
“Doch, auch.”

“Dann nimm doch drei Kugeln, zweimal Malaga, einmal Joghurt.”
“Und Joghurt ist dann eigentlich für dich, oder was??”

“Ich will ja nur mal lecken.”
“Dann nimm doch selber drei Kugeln!”

“Nein, ich wollte eigentlich noch Schokosoße haben.”
“Und??”

“Da passt doch Joghurt dann gar nicht zu!”
“Aber zu Malaga passt das doch auch nicht!?”

“Jetzt stell dich nicht so an!”
“Wer stellt sich denn hier an?? Du doch!”

“Du kannst doch wohl mal drei Kugeln Eis essen!”
“Ja, das kann ich, möchte ich aber nicht!”

“Ich bezahle das doch auch!”
“Trotzdem, das hat damit gar nichts zu tun.”

“Ich will aber Schoko, Vanille, Soße und Kirsche-Joghurt!”
“Bitte sehr! Kein Problem! Nimm!”

“Das schmeckt aber nicht zusammen!”
“Und wieso muss ich das dann jetzt ausbaden??”

“Weil du mich lieb hast.”
“Nichts da!”

“Du hast mich nicht lieb??”
“Doch, aber das zieht hier nicht!”

“Und wenn ich dich zu dem Eis einlade?”
“Dann schon aus Prinzip nicht! Ich lasse mich doch nicht kaufen!”

“Gut, dann nehme ich Schokolade, Vanille und Schokosoße.”
“Kein Joghurt?”

“Nee.”
“Und ich muss auch kein Joghurt nehmen?”

“Nein.”
“Aha. Und wo ist der Haken??”

“Na du bezahlst, hast du dir doch gewünscht!”

Kopfschüttel…

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Die müssen eh mal langsam weg

11. April 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Die müssen eh mal langsam weg (photocase.de © talentlos)Meine Liebste sitzt an ihrem Schreibtisch, als ich abends nach Hause komme. Mir fällt sofort auf, dass sich ihre Wangenknochen auffällig bewegen, als würde sie auf irgendetwas herumkauen. Aber was?

“Hallo Schatz! Wie war dein Tag?”
“Gut, Süße, gut. Was kaust du denn da?”

“Ich? Nichts.”
“Aber du hast doch gerade was gegessen, habe ich doch gesehen!”

“Na also schön, ein Snickers.”
“Ein Snickers??”

“Ja.”
“Ich liebe Snickers!”

“Ich auch.”
“Kriege ich auch eins?”

“Ähm… Nein.”
“Und warum nicht?”

“Snickers macht dick.”
“Aber…”

“Deshalb kriegst du keins.”
“Aber du hast doch auch eins gegessen!”

“Na und?”
“Ich will auch eins!”

“Du kannst dir ja aus der Küche einen Reiskeks holen.”
“Schatz! Einen Reiskeks??”

“Die müssen eh mal langsam weg.”
“Das ist ja wieder mal sehr nett, wirklich!”

“Gern geschehen.”
“Und dich macht ein Snickers nicht dick, oder wie?”

“Doch, aber nicht dieses.”
“Ach so! Das war wohl ein Snickers-Light, oder was!?”

“Nein. Schokolade. Und überaus lecker.”
“Und wieso macht dich ein Snickers nicht dick?”

“Frauen brauchen ab und zu Schokolade.”
“Ach, blöd von mir, das wusste ich nicht…”

“Wohingegen die Schokolade, die du futterst, dick macht.”
“Schön. Und was ist jetzt das Besondere an deiner Schokolade??”

“Die brauchen Frauen ab und zu, zumindest, wenn sie so einen Schlunz wie dich an der Backe haben!”

Kopfschüttel…

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Du musst mich aufheitern!

20. März 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Du musst mich aufheitern! (photocase.de © Yvonnes_photos)Meine Liebste ruft mich am späten Nachmittag im Büro an; das tut sie nur sehr selten, weil sie weiß, dass mich das gewöhnlich stört.
Ich sehe ihre Nummer im Display und hebe den Hörer ab.

“Schatz? Bist du es?”
“Ja Süße, wer soll denn hier sonst sein?”

“Hast du meine Nummer auf dem Telefon gesehen?”
“Habe ich.”

“Und was machst du gerade?”
“Ich habe auf deinen Anruf gewartet.”

“Ehrlich??”
“Das war ein Witz, Liebste…”

“Mir ist aber im Augenblick nicht nach Witzen zumute!”
“So? Was ist denn?”

“Ich brauche jetzt deine Unterstützung.”
“Aha… Ist was passiert?”

“Ja, mein Chef hat mich angemeckert heute.”
“Dich? Der spinnt wohl!”

“Und ich bin bei einem Kunden rausgeflogen.”
“Tatsächlich??”

“Und mir ist meine Tasche in den Dreck gefallen.”
“Wohl nicht dein Tag heute, was?”

“Du musst mich aufmuntern, das ist ein blöder Tag!”
“Gab es denn auch was Schönes, heute?”

“Nein!”
“Ah… Also das Gute ist doch, dass der Arbeitstag gleich rum ist.”

“Ich mache heute sowieso nichts mehr!”
“Dann leg dich doch ein bisschen aufs Sofa?”

“Nee.”
“Dann bringe ich dir nachher eine Tüte deiner Lieblingschips mit.”

“Nee.”
“Vielleicht einen hübschen Blumenstrauß zum Aufmuntern?”

“Nee.”
“Nicht, aha… Soll ich dich heute Abend ein bisschen massieren?”

“Nee.”
“Sollen wir vielleicht ins Kino gehen, wie wäre das?”

“Nee.”
“Oder auf der Osterwiese Zuckerwatte kaufen?”

“Nee.”
“Du machst es mir aber auch wirklich nicht leicht, Schatz!”

“Ich habe eben schlechte Laune.”
“Das merke ich…”

“Du musst mich aufheitern!”
“Aber wie denn! Soll ich dir einen Blondinenwitz erzählen?”

“Nee.”
“Wollen wir mal nach Urlaubszielen schauen heute?”

“Ach nee.”
“Also jetzt fällt mir aber langsam nichts mehr ein!”

“Das, was ich eigentlich will, hast du noch nicht gesagt!”
“Ähm…”

“Ich will doch gar keine Blumen oder Kino oder so!”
“Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich lieb habe?”

“Nee, das meine ich nicht.”
“Habe ich dir heute schon gesagt, dass du wunderhübsch bist?”

“Nee, das ist es auch nicht. Und das stimmt auch nicht.”
“…dass ich mich ganz doll auf dich freue?”

“Nee!”
“Schatz! WAS WILLST DU DENN NUN BITTE!”

“Ich brauche was Außergewöhnliches, etwas, was immer hilft.”
“Was weiß ich! Aspirin vielleicht??”

“Nee! Aber eine große Tüte von McDonalds voller Schweinereien!”

Kopfschüttel…

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Wunderkräfte aus Asien

3. Februar 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Wunderkräfte aus Asien (photocase.de © max2002eg)Meine Liebste und ich sitzen am Samstag in der Küche und frühstücken ein paar Kleinigkeiten.
Im Wesentlichen handelt es sich dabei allerdings lediglich um einen großen Latte Macchiato für mich und eine übergroße Tasse Tee für meine Liebste…

“Kennst du den Tee, den ich hier habe?”
“Nein, Süße. Wie du weißt, trinke ich keinen Tee.”

“Willst du mal probieren?”
“Nein, das passt nun wirklich nicht zu Kaffee, danke.”

“Du solltest aber, hier, riech doch mal!”
“Nee! Aber… Kann das sein, dass der anders riecht, als sonst?”

“Den habe ich neu, Manana-Tee mit Ginkgo und Zitronengras.”
“Wie bitte?? Was ist da drin??”

“Zitronengras.”
“Und was war das andere?”

“Ginkgo.”
“Was ist denn Ginkgo??”

“Das ist ein Baum mit Wunderkräften aus Asien.”
“Aha. Jetzt, wo du es sagst…”

“Das ist mein Lieblingstee. Der ist so frisch!”
“Aber du trinkst doch sonst immer Roibusch Vanille??”

“Aber nur, weil es Ginkgo-Zitrone nur ganz selten mal gibt.”
“Sowas Dummes aber auch! Kann ich gar nicht verstehen…”

“Da gibt es aber jetzt noch ein Problem.”
“Wirken die Zauberkräfte des Ginkgo nicht, oder was?”

“Doch. Aber wir haben nur Zwölf.”
“Zwölf? Zwölf Zauber?”

“Zwölf Packungen.”
“Was! Von den Tee??”

“Ja.”
“Du hast ZWÖLF Packungen davon gekauft??”

[Ich stehe verdutzt von meinem Stuhl auf und öffne den Küchenschrank, in dem unsere Tee- und Kaffeeutensilien aufbewahrt werden. Sämtliche freien Plätze auf den Regalen sind mit gelb-blauen Teeschachteln von Meßmer vollgestellt: Manana-Tee Gingko-Zitronengras, soweit das Auge reicht... Ich spüre, dass mein Körper beginnt, zusätzliches Testosteron auszuschütten...]

“Mehr gab es da leider nicht. Und der ist doch so selten!”
“Schatz! Sag mal, bist du verrückt geworden??”

“Ich hätte mindestens 23 gebraucht.”
“Ja… Ich auch.”

“Teeschachteln?”
“Nee, Beruhigungstabletten!”

“Ich habe das genau ausgerechnet, 23.”
“Ah… Würdest du mir bitte erklären, wie…”

“In einer Schachtel sind 20 Beutel.”
“20…”

“Und der Tee hält eineinhalb Jahre, steht da.”
“Na und?”

“Jeden Tag eine Tasse Tee, macht also 23 Packungen.”
“Schatz, ich glaube jetzt nicht, dass du…”

“Wieso denn??”
“SCHAU DIR MAL AN, WIE DER SCHRANK JETZT AUSSIEHT!”

“Ich kann den Tee ja auch woanders hin räumen…”
“Und außerdem stimmt deine Rechnung ja wohl nicht.”

“Wieso!”
“Eineinhalb Jahre sind ca. 550 Tage, macht, ähm… 27-28 Packungen.”

“Das weiß ich selbst! Die Urlaubstage habe ich schon abgezogen.”
“Ach so! Und demnach hast du also… 80 Tage Urlaub, oder was??”

“Nee. Natürlich nicht!”
“Sondern??”

“Die restlichen Packungen sind doch für dich!”

Kopfschüttel…

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Ich freue mich ja auch…

20. Januar 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Ich freue mich ja auch... (photocase.de © free your mind)Meine Liebste schläft am heutigen Sonntag aus, währenddessen ich als Überraschung ein riesiges Frühstück vorbereitet habe. Es ist alles da: Croissants, Kiwis, Actimel, Saft, Tee, Käse, Schinken, Krabben, Rührei… Alles, was die Liebste gerne isst! Und schon geht´s los…

“Was ist das denn??”
“Überraschung, Süße!”

“Danke Schatz… Das sieht aber toll aus…”
“Na, das hört sich aber nicht gerade begeistert an??”

“Doch, doch, ich freue mich, aber…”
“Aber?”

“Wer soll denn das alles essen??”
“Das ist alles für dich, mein Schatz.”

“Alles? Für mich?”
“Alles.”

“Jetzt?”
“Wann denn sonst?? Setz dich.”

“Was ist denn das da?”
“Das ist Mozzarella auf getrockneten Tomaten.”

“Zum Frühstück??”
“Hör auf zu meckern und setz dich hin!”

“Ich würde gerne mal wieder im Bett frühstücken…”
“Schön, aber heute eben nicht. Hier, dein Tee.”

[Meine Liebste setzt sich leicht schräg auf ihren Stuhl und blickt von einem Ende des Frühstückstisches zum anderen.
Dabei ist ihr Gesichtsausdruck nicht gerade das, was man als enthusiastisch beschreiben könnte...]

“So viele Sachen…”
“Was guckst du denn so komisch jetzt!? Stimmt was nicht?”

“Doch, aber ich weiß gar nicht, was ich nehmen soll…”
“Soll ich dir ein Weltmeisterbrötchen aufschneiden?”

“Nee…”
“Ein Croissant?”

“Nee.”
“Und warum nicht? Du magst doch Croissants?”

“Croissants esse ich immer nur zum Schluss mit Nutella.”
“Nutella haben wir nicht mehr.”

“Kein Nutella??”
“Nein! Entschuldige! Marmelade haben wir aber, hier…”

“Ich nehme eine Scheibe Brot, glaube ich.”
“Brot?? Ich bin extra zum Bäcker heute Morgen und…”

“Ich möchte aber jetzt ein Brot mit Butter und Salz drauf.”
“Aber… Na schön, wenn du das möchtest, warum nicht…”

[Meine Liebste nimmt sich eine Scheibe Brot, teilt diese in zwei Hälften und schmiert einen Miniklecks Butter drauf. Im Anschluss an die Verzierung mit drei Salzkörnern mümmelt sie daran herum, während ich mir bereits ein leckeres Roggenbrötchen mit Höhlenkäse schmecken lasse.]

“Du hast viel zu viel aufgemacht, das kriegen wir ja nie alle.”
“Du könntest dich zur Abwechslung ruhig mal freuen!”

“Ich freue mich ja auch…”
“Aber?”

“Aber ich habe irgendwie gar keinen Hunger.”
“Soll das heißen, dass du schon satt bist?”

“Ich glaube ja…”
“Aber du hast doch noch gar nichts gegessen!”

“Wohl!”
“Ein Brot! Pff! Los hier, probier mal den Schinken.”

“Nee, der hat zu viel Fett da am Rand.”
“Aber den kaufen wir doch immer??”

“Aber wenn ich den kaufe, dann achte ich immer auf den Rand.”
“Dann mach ihn doch ab??”

“Ich habe jetzt aber keinen Appetit auf Schinken.”
“Sondern?”

“Ein Croissant könnte ich vielleicht noch essen…”
“Bitte! Hier!”

“Ohne Nutella??”
“Schatz! Tut mir leid, das ist nun einmal alle!”

“Dann kann ich auch kein Croissant essen.”
“Da mache ich mir so viel Mühe und du isst ein halbes Brot!”

“Das ist ja auch lieb, aber ich kann morgens nicht so viel essen.”
“Aha. Na toll. Und was mache ich jetzt mit dem ganzen Zeug??”

“Weiß ich auch nicht…”
“Liebste! Warum willst du nichts essen!”

“Wenn ich doch satt bin?”
“Da will ich dir eine Freude machen und du…”

“Das ist ja auch gar nicht böse gemeint!”
“Dann eben nicht, dann räume ich jetzt alles wieder ab…”

“Soll ich dir helfen?”
“Nein, lass…”

“Du Schatz?”
“Was ist…”

“Haben wir noch Negerküsse?”

Kopfschüttel…

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Political Correctness

28. Dezember 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Political Correctness (photocase.de © cdk)Meine Liebste und ich genießen die freien Tage zwischen Weihnachten und Neujahr.
Und wir haben tatsächlich nichts zu tun!
Herrlich, einfach nur den ganzen Tag machen, was einem gerade einfällt!

“Du Schatz?”
“Was ist los, Süße?”

“Ich könnte jetzt gut einen Negerkuss essen.”
“Negerkuss sagt man nicht mehr.”

“Sondern?”
“Ja, also… Dickmanns nennt die Schaumküsse, glaube ich…”

“Aber bei Negerkuss weiß doch jeder, was gemeint ist?”
“Ja, aber man sagt es eben nicht mehr.”

“Wegen dem Neger?”
“Richtig.”

“Das ist dann Political Correctness, richtig?”
“Ähm… Woher weißt du denn was von Political Correctness??”

“Das habe ich neulich gelesen.”
“So? Und worum ging es da?”

“Um Frauen. Weil immer nur von Männern geredet wird.”
“Was? Verstehe ich jetzt nicht?”

“Naja, man soll nicht mehr Mann sondern Frau sagen.”
“Bei was?”

“Wenn man Mann sagt.”
“HÄ?? Könntest du mal ein Beispiel nennen?”

“Anstatt Mannomann sagt man jetzt Frauofrau.”
“So ein Quatsch! Das kann man ja wohl so nicht…”

“…das kann frau ja wohl so nicht. Wenn schon.”
“Welche Frau??”

“Frau sagt frau anstatt man.”
“Anstatt was?”

“Das ist doch wohl ganz einfach.”
“Also ich sage: man darf das, und du…”

“…und ich sage, frau darf das. Genau.”
“Und was soll das??”

“Das ist wegen der Gleichberechtigung.”
“Aber man kann doch nicht immer…”

“…FRAU kann doch nicht immer, heißt es.”
“Na schön, also frau kann doch nicht immer…”

“Na also, klappt doch!”
“Aber wenn ich es sage, darf ich doch wohl man sagen??”

“Das ist dann aber politisch nicht korrekt.”
“Das ist mir doch total egal!”

“Soll das heißen, dass du gegen Gleichberechtigung bist??”
“Nee, aber da könnte ja jeder irgendwas…”

“…jede, es heißt JEDE. Du machst es schon wieder!”
“Oh, Entschuldigung!”

“Ich finde das gut, dass da mal drüber nachgedacht wird.”
“Und ich finde, dass das absoluter Schwachsinn ist!”

“Nur weil wir Frauen die Welt erobern, das passt euch nicht!”
“Ach! Und das tut ihr, indem ihr Worte umbenennt??”

“Man, äh, frau muss auch auf Details achten.”
“Na wenn euch sonst nichts einfällt… Von mir aus…”

“Wie waren wir da jetzt eigentlich drauf gekommen?”
“Tja, das frage ich mich auch oft…”

“Ach ja, wegen der Political Correctness.”
“Nee, du wolltest einen Negerkuss, damit hat das angefangen.”

“Schatz!”
“Was denn??”

“Es heißt nicht Negerkuss!”
“Ach ja…”

“Es heißt ab jetzt Negerinnenkuss!”

Kopfschüttel…

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Viel ist das nicht…

19. November 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Viel ist das nicht... (photocase.de © hannesther)Meine Liebste und ich sitzen am Sonntagmorgen gemütlich am gedeckten Frühstückstisch. Es ist alles da: frischer Kaffee, warme Brötchen, lecker Nutella, gesundes Actimel… Und mein begehrter Heringssalat in roter Soße, die extra große 400 Gramm-Schale.

“Möchtest du den Heringssalat haben?”
“Ja Süße, gib mir den doch mal bitte rüber.”

“Wir haben auch Krabbensalat, hier.”
“Nee, ich nehme Hering. Freue ich mich schon drauf.”

“Roten Heringssalat esse ich auch gern.”
“Ich könnte mich da reinlegen…”

“Nur blöd, dass da immer so wenig Fisch drin ist.”
“So? Wieso?”

“Naja, viel ist das nicht!”
“Für mich wird es reichen.”

“Die könnten da ruhig mal etwas mehr Hering reintun.”
“Ähm ja… Also wenn ich mir diese Schale so anschaue…”

“Sag ich doch, da ist kaum was drin!”
“Komisch… Hier ist GAR KEIN Fisch mehr drin…”

“Gar keiner?”
“Sag mal, hast du den ganzen Fisch schon aufgegessen??”

“Ich?? Nein! Ich hatte gestern nur ein bisschen.”
“Ach komm! Du hast die ganzen Fischstücke da rausgepickt!”

“Naja, vielleicht eins. Oder zwei.”
“Nee! Das nennt man ALLE!”

“Das ist so eine große Packung, und da dachte ich…”
“Ja, und jetzt sind nur noch Rote Bete und Soße drin!”

“Oh…”
“Oh ist gut! Und was mache ich jetzt?”

“Nimm doch den Krabbensalat, da ist noch was drin…”
“Auch Krabben??”

“Wahrscheinlich…”

Kopfschüttel…

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Keinen Cent!

12. November 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Keinen Cent! (photocase.de © unseen)Meine Liebste und ich sitzen gemeinsam mit einem befreundeten Pärchen in der Camarillo-Bar an der Schlachte und trinken Cocktails.
Es ist schon unsere dritte Runde, die der Kellner da gerade auftischt…

“Was hast du denn da?”
“Einen Mai Tai, Süße.”

“Ich habe einen Caipi.”
“Das sehen wir.”

“Aber damit stimmt was nicht.”
“So? Und was? Sieht doch gut aus?”

“Die Limetten, guck mal hier!”
“Ja, das sind Limetten. Richtig.”

“Aber die sind ja gar nicht zerstampft!”
“Naja, also die hätten schon etwas mehr…”

“Der hat die gar nicht zermatscht!”
“Schmeckt der Caipi denn nicht?”

“Doch, aber so ist das nicht richtig!”
“Und jetzt? Willst du ihn zurückgehen lassen?”

“Nee, aber ich hätte gerne so einen Stampfer.”
“Einen Stampfer?? Du willst selbst…”

“Ja, wink mal den Kellner ran, wenn du ihn siehst.”
“Schatz! Du kannst doch jetzt hier nicht selbst…”

“Warum denn nicht??”
“Lass dir doch einfach einen neuen bringen?”

“Nee, das mache ich nicht.”
“Und wieso nicht??”

“Weil der Typ dann denkt, ich sei unzufrieden.”
“Ähm… Aber das bist du doch auch??”

“Ja, aber das darf der nicht merken.”
“Und wieso nicht?? Ich meine…”

“Weil der dann da vielleicht was reintut.”
“Reintut?? In deinen Caipirinha??”

“Wie soll ich wissen, ob der da nicht reinspuckt??”
“Schatz!”

[Die beiden Freunde, mit denen wir am Tisch sitzen, staunen nicht schlecht und folgen mit offenen Mündern unserer Diskussion...]

“Oder der tut da eine Limette rein, die auf dem Boden lag!”
“Warum sollte er denn!”

“Weil er sich rächen will, wenn ich den zurückgebe!”
“So ein Quatsch! Es geht doch nur um ein paar Limetten!”

“NICHT gequetschte! Eben gerade NICHT gequetschte Limetten!”
“Jaja, das weiß ich! Also dann sag dem Kellner das selber.”

“Das mit den Limetten?”
“Nee, dass du befürchtest, er könne reinspucken.”

“Bin ich verrückt!?”
“Dann bestell dir einen Stampfer, das möchte ich sehen.”

[Unsere beiden Begleiter haben sich offenbar ein Bild von der Situation gemacht und unternehmen einen zaghaften Versuch, einen Einwand zu äußern; doch bevor ein vollständiges Wort fallen kann, setzt die Liebste schon zum nächsten Akt an...]

“Und du gibst dem gleich kein Trinkgeld!”
“Wer? Ich??”

“Keinen Cent! Der kümmert sich auch gar nicht um uns!”
“Und wenn er dir einen Stampfer bringt, dann auch nicht?”

“Ich setze mich doch hier nicht mit einem Stampfer hin!”
“Moment, aber eben wolltest du doch…”

“Den Stampfer, den kann er sich hinten…”
“Schatz!”

“Ist doch wahr! Ich bestelle einen Caipi und soll selber?? Nee!”
“Ähm…”

“Ich bezahle jetzt.”
“Du?? Jetzt?? Aber wir sind doch noch gar nicht…”

“Keinen Cent!”
“Liebste, nun beruhige dich doch m…”

“Hallo! Hier!”

[Die Liebste winkt mit ausgestrecktem Arm den Kellner an unseren Tisch, während sie dabei Daumen und Zeigefinger aneinander reibt. Das versteht der junge Mann auch sofort und macht sich zunächst auf den Weg zur Kasse.
Jetzt ergreifen unsere Freunde nochmals die Gelegenheit und schlagen vor, man könne ja die Limetten auch mit dem Strohhalm zerdrücken; was die Liebste mit einem "Klar kann man!" quittiert und dabei schon mal ihr Portmonee aus der Handtasche zieht.]

“So, jetzt kommt er!”
“Schatz, willst du ihm wirklich kein Trinkgeld…”

“Nö! Wofür? Dafür, dass der sich an mir rächen will?”
“Aber…”

“Lass mich das machen!”

[Der Kellner kommt freundlich und lächelnd mit dem Kassenzettel in der Hand auf uns zu und fragt "Zusammen? Getrennt?" Die Liebste greift sich den Zettel und ruft noch vor dem versiegen seiner letzten Silbe "Zusammen!".
Sie bezahlt, der Kellner wünscht uns noch einen schönen Abend und die Liebste lächelt von einem Ohr bis zum anderen.]

“So, fertig! Super, worauf stoßen wir jetzt an?”
“Ähm… Liebste, wieso hast du jetzt plötzlich so gute Laune??”

“So wollte ich das haben! Gut, dass ich bezahlt habe!”
“Nur, weil du ihm kein Trinkgeld gegeben hast?”

“Nee.”
“Sondern?”

“Er hat mir 20 Cent zu viel rausgegeben! Das hat er nun davon!”

Kopfschüttel…

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Möchtest du Brot dazu?

4. Oktober 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Möchtest du Brot dazu? (photocase.de © sadtreeelia)Meine Liebste und ich sind ins Bremer Cafe del Sol gefahren, um eine Kleinigkeit zu essen. Wobei die Liebste eher ein halbes Schwein auf Toast verdrücken könnte, denn sie hat seit mehr als zwei Stunden Hunger.
Und das ist immer eine gefährliche Sache…

“Was nimmst du denn?”
“Hm… Die gebackenen Kartoffeln sind hier immer gut, Süße…”

“Nee! Was nehme ich denn jetzt??”
“Du hast doch Hunger, bestell dir ein Schnitzel oder so.”

“Hm… hm… hm…”
“Und?”

“Ich habe so einen Hunger!”
“Ja, ich weiß. Und? Was nimmst du jetzt?”

“Hm… hm… hm…”
“Also ich nehme ein Sandwich.”

“Und ich?? Wo ich doch so einen Hunger…”
“ICH WEISS, du hast Hunger, ja!”

“Wo bleibt denn die Bedienung??”
“Die brauchen wir jetzt noch nicht.”

“Hm… hm… hm…”
“Liebste, hier gibt es doch so viele leckere Sachen…”

“Chili vielleicht? Das Chili del Sol?”
“Eine gute Wahl. Ist auch ein ziemlich großer Pott.”

“Soll ich das nehmen?”
“Ja.”

“Warum kommt hier denn keiner??”
“Mann, ist das wieder anstrengend…”

“Was! Wer! Ich??”
“Da kommt schon gleich jemand, hab doch mal Geduld!”

“Aber ich habe doch so…”
“SAG ES NICHT!”

[Einige Sekunden später kommt eine flotte junge Dame an unseren Tisch gesprungen und fragt freundlich, was wir denn gerne hätten.
Die Bestellung ist schnell aufgegeben und ich bin froh, dass wir einen Schritt weiter sind.]

“Die hat Du zu mir gesagt, hast du das gehört?”
“Was meinst du jetzt, bitte?”

“Sie hat gefragt: möchtest DU Brot dazu!”
“Und? War das verkehrt?”

“Nö, aber das ist doch gut, oder?”
“Verstehe ich jetzt nicht…”

“Naja, die ist doch mal gerade 18 Jahre alt?”
“Wenn überhaupt…”

“Die würde mich ja nicht duzen, wenn sie mich für alt hielte!”
“Ach so meinst du das…”

“Ich sehe noch ziemlich jung aus, oder?”
“Ja, bezaubernd. Du siehst deutlich jünger aus.”

“Gut, was?”
“Ja Schatz. Wahnsinn…”

[Die junge Frau kehrt mit unseren Getränken an unseren Tisch zurück und stellt der Liebsten eine Apfelschorle vor die Nase, und zwar mit den Worten: "Hier, DEINE Apfelschorle". Die Liebste strahlt von einem Ohr bis zum anderen.]

“Siehst du, die hat wieder Du gesagt! Die ist echt nett!”
“Mich hat sie auch geduzt.”

“So? Warum dich denn?”
“Was soll denn das heißen??”

“Naja, du siehst ja nun wirklich nicht aus wie zwanzig!”
“Also das ist ja wohl echt eine Frechheit!”

“Du willst doch wohl nicht behaupten, es sei so??”
“Nein, aber – SO – alt bin ich nun auch nicht!”

“Naja, dich hat sie ja auch geduzt.”
“Oh Wahnsinn! Eine 18-jährige duzt mich! Mir wird ganz heiß…”

“Aber ich bin dir doch nicht zu alt, oder?”
“Du? Doch.”

“Ehrlich??”
“Eigentlich wollte ich dich ab jetzt Siezen.”

“Sei lieber froh, dass du mich hast! Opa!”
“Ich werde es mir merken, Kleines.”

“Zur Strafe lasse ich dich nicht von meinem Chili probieren!”
“Oh nein! Tu mir das nicht an!”

[...]

[Während meine Liebste und ich weiter herumplänkeln, kehrt die duzende 18-jährige an unseren Tisch zurück. In der Hand hat sie - das fällt sofort auf - nur einen einzigen Teller; und zwar den mit meinem Sandwich drauf. Kurze Zeit später steht es vor mir und meine Liebste geht leer aus: die Kellnerin hat das Chili vergessen und verspricht, es schnell nachzuliefern.
Für eine spontane Fotografie des entgleisten Gesichtsausdruckes der Liebsten in diesem Moment hätte ich übrigens ein Vermögen ausgegeben...]

“Die hat mich vergessen!”
“Ja, das hat sie.”

“Wo ich doch so einen Hunger habe!”
“Tja, du siehst ja, an wen sie offensichtlich gedacht hat.”

“An dich etwa??”
“Ja, an mich. Deswegen hat sie mich ja auch geduzt.”

“Und was ist mit mir?”
“Dich hat sie vergessen.”

“Aber mich hat sie doch auch geduzt!”
“Weil du jung aussiehst. Aber mich mag sie eben mehr. Verstehste?”

“Das stimmt ja wohl gar nicht!”
“Habe ich ein Sandwich?”

“Ja.”
“Also.”

“Die blöde Kuh!”
“Wieso? Eben war sie doch noch so nett?”

“Die vergisst mein Chili und dann das!”
“Dann was?”

“Und dann duzt die dich auch noch! Schlange!”

Kopfschüttel…

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Das kann ich dir zuhause auch machen (photocase.de © Juttaschnecke)Meine Liebste und ich schlendern leicht erschöpft nach einem anstrengenden (und erfolglosen) Einkaufsbummel durch die Bremer Innenstadt und dabei stellen wir gemeinsam fest, dass unsere Mägen knurren.
Es wird daher Zeit, dass wir etwas Essbares finden… Nur was?

“Worauf hast du denn Appetit, Schatz?”
“Hm… Wollen wir im Delano einen Salat essen, Süße?”

“Nee, Salat hatten wir ja gestern schon.”
“Was denn dann?”

“Irgendwas, was nicht dick macht.”
“Dann bestell dir doch eine Currywurst mit Pommes?”

“Ach, und das macht nicht dick, oder was??”
“Wir lassen einfach die Mayonnaise weg…”

“Sehr witzig Schatz, wirklich sehr witzig!!”
“War einen Versuch wert…”

“Nein, jetzt mal im Ernst, was essen wir denn jetzt?”
“Wir könnten ja zu Captain Sushi gehen? In der Böttchergasse?”

“Sushi?? Das ist doch das mit Fisch, oder?”
“Ähm, ja, das ist mit Fisch… Warst du denn noch nie Sushi essen??”

“Nö. Aber alle reden immer davon. Und du ja auch dauernd.”
“Dann lass uns doch mal Sushi essen gehen. Das ist auch sehr fettarm.”

“Au ja, lass uns das mal ausprobieren!”
“Ich bin mir sicher, du wirst Sushi lieben, so wie ich!”

[Meine Liebste und ich gehen zielstrebig in Richtung Böttchergasse.
Captain Sushi ist eine kleine typische Sushi-Bar, wo man um ein kreisrundes Förderband herum sitzt und die verschiedenen Spezialitäten auf kleinen Tellern an einem vorbeifahren.
Was gefällt, nimmt man sich einfach runter.
Wir nehmen Platz und die Liebste macht ein skeptisches Gesicht...]

“Und wie geht das jetzt hier?”
“Pack erst mal die Stäbchen aus.”

“Ach, hier muss man mit Stäbchen essen??”
“Natürlich! Das ist ein japanisches Restaurant hier.”

“Ich kann aber nicht mit Stäbchen essen!”
“Du hast auch noch nie mit Stäbchen gegessen??”

“Doch, aber das ist so anstrengend und dauert so lange…”
“Quatsch!”

“Ich habe Hunger!”
“Dann nimm dir da einen Teller runter, ist ja genug da!”

“Ich hätte gern was ohne Reis.”
“Wie bitte??”

“Die Sachen da sind ja alle mit Reis!”
“So gehört sich das ja auch! Wir sind in einer Sushi-Bar!”

“Oh, da kommt ein Teller ohne Reis!”
“Das nennt man Sashimi…”

“Und was ist das??”
“Das sieht nach Lachsfilet aus, herrlich…”

“Roher Lachs?”
“Ja. Sashimi ist die besondere Kunst, den…”

“Nee! Rohen Fisch will ich nicht!”
“Du kannst es doch aber wenigstens mal probieren?? Sushi ist nun mal…”

“Was kostet das denn eigentlich, dieses Samischi?”
“6 Euro. Und es heißt Sashimi…”

“Was jetzt!? Die kleinen Stücke da, 6 Euro?? Pff!!”
“Willst du den Lachs nun probieren oder nicht!”

“Nee, ich nehme das da.”
“Schatz, das ist eine Miso-Suppe…”

“Ist da auch Fisch drin??”
“Nein, nur Fischsud, Soja, Tofu, Meeresalgen, Pilze.”

“Was?? Und das kann man essen??”
“Schatz! Wenn es dir hier nicht gefällt, dann sag es einfach!”

“Doch, doch! Ich finde das sehr lustig mit dem Förderband hier!”
“Ja… Ganz toll, Schatz…”

“Und was isst du da gerade??”
“Das ist Maki, Reis mit Gurke drin. Und das da ist Wasabi.”

“Reis mit Gurke?? Das kann ich dir zuhause auch machen.”
“Kannst du nicht und jetzt probier endlich irgendetwas!”

“Verstehe ich gar nicht.”
“Was verstehst du nicht?”

“Warum du mit Stefan dauernd Sushi essen gehst.”
“Weil wir Sushi mögen, deshalb. Und man kann sich dabei unterhalten.”

“Reis mit Gurke, und dafür zahlt ihr dann immer ein Vermögen!”
“Das lass doch einfach mal unsere Sorge sein.”

“Aber in einem Punkt hast du nun wirklich recht.”
“So?? Und womit bitte?”

“Sushi macht wirklich schlank.”
“Und wie kommst du jetzt zu diesem Entschluss?”

“Man kriegt davon ja nichts runter!”
“Schatz! Sollten wir vielleicht besser wieder gehen?!”

“Ich glaube, Sushi ist nichts für mich…”
“DAS glaube ich allerdings auch!”

“Ich weiß auch schon, wo wir als nächstes hingehen.”
“Aha. Und wohin?”

“In die Lloyd-Passage zu Keuneke.”
“Keuneke? Kenne ich gar nicht. Was ist das für ein Laden?”

“Da gibt es Bremens beste Currywurst mit Pommes!”

Kopfschüttel…

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Vanille, Schoko und Joghurt

8. Mai 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Vanille, Schoko und Joghurt (photocase.de © AllzweckJack)Meine Liebste und ich stehen zufällig vor unserer nahegelegenen Eisdiele Simonetti und wollen das schöne Wetter nutzen, um ein leckeres Eis zu schlecken.
Das wäre dann immerhin das erste Mal dieses Jahr und ist damit auch etwas ganz Besonderes.

“Schatz, ich lade dich ein, was möchtest du denn?”
“Super, danke Süße! Hm… Ich glaube, ich nehme Malaga.”

“Ist das das mit den Rosinen?”
“Ja.”

“Bäh!”
“Du musst es ja auch nicht essen!”

“Ich nehme Schokolade und Vanille.”
“Sehr ausgefallen…”

“Und was nimmst du noch?”
“Wieso noch? Ich nehme Malaga.”

“Nicht zwei Kugeln??”
“Naja gut, nehme ich zweimal Malaga.”

“Man nimmt doch nicht zweimal das Gleiche?”
“Und wieso nicht?”

“Dann ist das Eis ja gar nicht bunt?”
“Das ist mir eigentlich ziemlich egal…”

“Nimm doch noch Erdbeere oder Pistazien oder Joghurt, ja?”
“Ich will aber doch einfach nur zwei Kugeln Malaga, geht das nicht??”

“Aber da kann ich dann ja gar nicht probieren?”
“Von meinem Eis??”

“Ich wollte doch mal Kirsche-Joghurt probieren.”
“Dann kauf dir Kirsche-Joghurt!”

“Nee, das ist mir dann zu viel.”
“Ach! Und deshalb soll ich jetzt was nehmen, was ich gar nicht will??”

“Schmeckt dir denn Joghurt nicht?”
“Doch, auch.”

“Dann nimm doch drei Kugeln, zweimal Malaga, einmal Joghurt.”
“Und Joghurt ist dann eigentlich für dich, oder was??”

“Ich will ja nur mal lecken.”
“Dann nimm doch selber drei Kugeln!”

“Nein, ich wollte eigentlich noch Schokosoße haben.”
“Und??”

“Da passt doch Joghurt dann gar nicht zu!”
“Aber zu Malaga passt das doch auch nicht!?”

“Jetzt stell dich nicht so an!”
“Wer stellt sich denn hier an?? Du doch!”

“Du kannst doch wohl mal drei Kugeln Eis essen!”
“Ja, das kann ich, möchte ich aber nicht!”

“Ich bezahle das doch auch!”
“Trotzdem, das hat damit gar nichts zu tun.”

“Ich will aber Schoko, Vanille, Soße und Kirsche-Joghurt!”
“Bitte sehr! Kein Problem! Nimm!”

“Das schmeckt aber nicht zusammen!”
“Und wieso muss ich das dann jetzt ausbaden??”

“Weil du mich lieb hast.”
“Nichts da!”

“Du hast mich nicht lieb??”
“Doch, aber das zieht hier nicht!”

“Und wenn ich dich zu dem Eis einlade?”
“Dann schon aus Prinzip nicht! Ich lasse mich doch nicht kaufen!”

“Gut, dann nehme ich Schokolade, Vanille und Schokosoße.”
“Kein Joghurt?”

“Nee.”
“Und ich muss auch kein Joghurt nehmen?”

“Nein.”
“Aha. Und wo ist der Haken??”

“Na du bezahlst, hast du dir doch gewünscht!”

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Die müssen eh mal langsam weg

11. April 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Die müssen eh mal langsam weg (photocase.de © talentlos)Meine Liebste sitzt an ihrem Schreibtisch, als ich abends nach Hause komme. Mir fällt sofort auf, dass sich ihre Wangenknochen auffällig bewegen, als würde sie auf irgendetwas herumkauen. Aber was?

“Hallo Schatz! Wie war dein Tag?”
“Gut, Süße, gut. Was kaust du denn da?”

“Ich? Nichts.”
“Aber du hast doch gerade was gegessen, habe ich doch gesehen!”

“Na also schön, ein Snickers.”
“Ein Snickers??”

“Ja.”
“Ich liebe Snickers!”

“Ich auch.”
“Kriege ich auch eins?”

“Ähm… Nein.”
“Und warum nicht?”

“Snickers macht dick.”
“Aber…”

“Deshalb kriegst du keins.”
“Aber du hast doch auch eins gegessen!”

“Na und?”
“Ich will auch eins!”

“Du kannst dir ja aus der Küche einen Reiskeks holen.”
“Schatz! Einen Reiskeks??”

“Die müssen eh mal langsam weg.”
“Das ist ja wieder mal sehr nett, wirklich!”

“Gern geschehen.”
“Und dich macht ein Snickers nicht dick, oder wie?”

“Doch, aber nicht dieses.”
“Ach so! Das war wohl ein Snickers-Light, oder was!?”

“Nein. Schokolade. Und überaus lecker.”
“Und wieso macht dich ein Snickers nicht dick?”

“Frauen brauchen ab und zu Schokolade.”
“Ach, blöd von mir, das wusste ich nicht…”

“Wohingegen die Schokolade, die du futterst, dick macht.”
“Schön. Und was ist jetzt das Besondere an deiner Schokolade??”

“Die brauchen Frauen ab und zu, zumindest, wenn sie so einen Schlunz wie dich an der Backe haben!”

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Du musst mich aufheitern!

20. März 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Du musst mich aufheitern! (photocase.de © Yvonnes_photos)Meine Liebste ruft mich am späten Nachmittag im Büro an; das tut sie nur sehr selten, weil sie weiß, dass mich das gewöhnlich stört.
Ich sehe ihre Nummer im Display und hebe den Hörer ab.

“Schatz? Bist du es?”
“Ja Süße, wer soll denn hier sonst sein?”

“Hast du meine Nummer auf dem Telefon gesehen?”
“Habe ich.”

“Und was machst du gerade?”
“Ich habe auf deinen Anruf gewartet.”

“Ehrlich??”
“Das war ein Witz, Liebste…”

“Mir ist aber im Augenblick nicht nach Witzen zumute!”
“So? Was ist denn?”

“Ich brauche jetzt deine Unterstützung.”
“Aha… Ist was passiert?”

“Ja, mein Chef hat mich angemeckert heute.”
“Dich? Der spinnt wohl!”

“Und ich bin bei einem Kunden rausgeflogen.”
“Tatsächlich??”

“Und mir ist meine Tasche in den Dreck gefallen.”
“Wohl nicht dein Tag heute, was?”

“Du musst mich aufmuntern, das ist ein blöder Tag!”
“Gab es denn auch was Schönes, heute?”

“Nein!”
“Ah… Also das Gute ist doch, dass der Arbeitstag gleich rum ist.”

“Ich mache heute sowieso nichts mehr!”
“Dann leg dich doch ein bisschen aufs Sofa?”

“Nee.”
“Dann bringe ich dir nachher eine Tüte deiner Lieblingschips mit.”

“Nee.”
“Vielleicht einen hübschen Blumenstrauß zum Aufmuntern?”

“Nee.”
“Nicht, aha… Soll ich dich heute Abend ein bisschen massieren?”

“Nee.”
“Sollen wir vielleicht ins Kino gehen, wie wäre das?”

“Nee.”
“Oder auf der Osterwiese Zuckerwatte kaufen?”

“Nee.”
“Du machst es mir aber auch wirklich nicht leicht, Schatz!”

“Ich habe eben schlechte Laune.”
“Das merke ich…”

“Du musst mich aufheitern!”
“Aber wie denn! Soll ich dir einen Blondinenwitz erzählen?”

“Nee.”
“Wollen wir mal nach Urlaubszielen schauen heute?”

“Ach nee.”
“Also jetzt fällt mir aber langsam nichts mehr ein!”

“Das, was ich eigentlich will, hast du noch nicht gesagt!”
“Ähm…”

“Ich will doch gar keine Blumen oder Kino oder so!”
“Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich lieb habe?”

“Nee, das meine ich nicht.”
“Habe ich dir heute schon gesagt, dass du wunderhübsch bist?”

“Nee, das ist es auch nicht. Und das stimmt auch nicht.”
“…dass ich mich ganz doll auf dich freue?”

“Nee!”
“Schatz! WAS WILLST DU DENN NUN BITTE!”

“Ich brauche was Außergewöhnliches, etwas, was immer hilft.”
“Was weiß ich! Aspirin vielleicht??”

“Nee! Aber eine große Tüte von McDonalds voller Schweinereien!”

Kopfschüttel…

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Wunderkräfte aus Asien

3. Februar 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Wunderkräfte aus Asien (photocase.de © max2002eg)Meine Liebste und ich sitzen am Samstag in der Küche und frühstücken ein paar Kleinigkeiten.
Im Wesentlichen handelt es sich dabei allerdings lediglich um einen großen Latte Macchiato für mich und eine übergroße Tasse Tee für meine Liebste…

“Kennst du den Tee, den ich hier habe?”
“Nein, Süße. Wie du weißt, trinke ich keinen Tee.”

“Willst du mal probieren?”
“Nein, das passt nun wirklich nicht zu Kaffee, danke.”

“Du solltest aber, hier, riech doch mal!”
“Nee! Aber… Kann das sein, dass der anders riecht, als sonst?”

“Den habe ich neu, Manana-Tee mit Ginkgo und Zitronengras.”
“Wie bitte?? Was ist da drin??”

“Zitronengras.”
“Und was war das andere?”

“Ginkgo.”
“Was ist denn Ginkgo??”

“Das ist ein Baum mit Wunderkräften aus Asien.”
“Aha. Jetzt, wo du es sagst…”

“Das ist mein Lieblingstee. Der ist so frisch!”
“Aber du trinkst doch sonst immer Roibusch Vanille??”

“Aber nur, weil es Ginkgo-Zitrone nur ganz selten mal gibt.”
“Sowas Dummes aber auch! Kann ich gar nicht verstehen…”

“Da gibt es aber jetzt noch ein Problem.”
“Wirken die Zauberkräfte des Ginkgo nicht, oder was?”

“Doch. Aber wir haben nur Zwölf.”
“Zwölf? Zwölf Zauber?”

“Zwölf Packungen.”
“Was! Von den Tee??”

“Ja.”
“Du hast ZWÖLF Packungen davon gekauft??”

[Ich stehe verdutzt von meinem Stuhl auf und öffne den Küchenschrank, in dem unsere Tee- und Kaffeeutensilien aufbewahrt werden. Sämtliche freien Plätze auf den Regalen sind mit gelb-blauen Teeschachteln von Meßmer vollgestellt: Manana-Tee Gingko-Zitronengras, soweit das Auge reicht... Ich spüre, dass mein Körper beginnt, zusätzliches Testosteron auszuschütten...]

“Mehr gab es da leider nicht. Und der ist doch so selten!”
“Schatz! Sag mal, bist du verrückt geworden??”

“Ich hätte mindestens 23 gebraucht.”
“Ja… Ich auch.”

“Teeschachteln?”
“Nee, Beruhigungstabletten!”

“Ich habe das genau ausgerechnet, 23.”
“Ah… Würdest du mir bitte erklären, wie…”

“In einer Schachtel sind 20 Beutel.”
“20…”

“Und der Tee hält eineinhalb Jahre, steht da.”
“Na und?”

“Jeden Tag eine Tasse Tee, macht also 23 Packungen.”
“Schatz, ich glaube jetzt nicht, dass du…”

“Wieso denn??”
“SCHAU DIR MAL AN, WIE DER SCHRANK JETZT AUSSIEHT!”

“Ich kann den Tee ja auch woanders hin räumen…”
“Und außerdem stimmt deine Rechnung ja wohl nicht.”

“Wieso!”
“Eineinhalb Jahre sind ca. 550 Tage, macht, ähm… 27-28 Packungen.”

“Das weiß ich selbst! Die Urlaubstage habe ich schon abgezogen.”
“Ach so! Und demnach hast du also… 80 Tage Urlaub, oder was??”

“Nee. Natürlich nicht!”
“Sondern??”

“Die restlichen Packungen sind doch für dich!”

Kopfschüttel…

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Ich freue mich ja auch…

20. Januar 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Ich freue mich ja auch... (photocase.de © free your mind)Meine Liebste schläft am heutigen Sonntag aus, währenddessen ich als Überraschung ein riesiges Frühstück vorbereitet habe. Es ist alles da: Croissants, Kiwis, Actimel, Saft, Tee, Käse, Schinken, Krabben, Rührei… Alles, was die Liebste gerne isst! Und schon geht´s los…

“Was ist das denn??”
“Überraschung, Süße!”

“Danke Schatz… Das sieht aber toll aus…”
“Na, das hört sich aber nicht gerade begeistert an??”

“Doch, doch, ich freue mich, aber…”
“Aber?”

“Wer soll denn das alles essen??”
“Das ist alles für dich, mein Schatz.”

“Alles? Für mich?”
“Alles.”

“Jetzt?”
“Wann denn sonst?? Setz dich.”

“Was ist denn das da?”
“Das ist Mozzarella auf getrockneten Tomaten.”

“Zum Frühstück??”
“Hör auf zu meckern und setz dich hin!”

“Ich würde gerne mal wieder im Bett frühstücken…”
“Schön, aber heute eben nicht. Hier, dein Tee.”

[Meine Liebste setzt sich leicht schräg auf ihren Stuhl und blickt von einem Ende des Frühstückstisches zum anderen.
Dabei ist ihr Gesichtsausdruck nicht gerade das, was man als enthusiastisch beschreiben könnte...]

“So viele Sachen…”
“Was guckst du denn so komisch jetzt!? Stimmt was nicht?”

“Doch, aber ich weiß gar nicht, was ich nehmen soll…”
“Soll ich dir ein Weltmeisterbrötchen aufschneiden?”

“Nee…”
“Ein Croissant?”

“Nee.”
“Und warum nicht? Du magst doch Croissants?”

“Croissants esse ich immer nur zum Schluss mit Nutella.”
“Nutella haben wir nicht mehr.”

“Kein Nutella??”
“Nein! Entschuldige! Marmelade haben wir aber, hier…”

“Ich nehme eine Scheibe Brot, glaube ich.”
“Brot?? Ich bin extra zum Bäcker heute Morgen und…”

“Ich möchte aber jetzt ein Brot mit Butter und Salz drauf.”
“Aber… Na schön, wenn du das möchtest, warum nicht…”

[Meine Liebste nimmt sich eine Scheibe Brot, teilt diese in zwei Hälften und schmiert einen Miniklecks Butter drauf. Im Anschluss an die Verzierung mit drei Salzkörnern mümmelt sie daran herum, während ich mir bereits ein leckeres Roggenbrötchen mit Höhlenkäse schmecken lasse.]

“Du hast viel zu viel aufgemacht, das kriegen wir ja nie alle.”
“Du könntest dich zur Abwechslung ruhig mal freuen!”

“Ich freue mich ja auch…”
“Aber?”

“Aber ich habe irgendwie gar keinen Hunger.”
“Soll das heißen, dass du schon satt bist?”

“Ich glaube ja…”
“Aber du hast doch noch gar nichts gegessen!”

“Wohl!”
“Ein Brot! Pff! Los hier, probier mal den Schinken.”

“Nee, der hat zu viel Fett da am Rand.”
“Aber den kaufen wir doch immer??”

“Aber wenn ich den kaufe, dann achte ich immer auf den Rand.”
“Dann mach ihn doch ab??”

“Ich habe jetzt aber keinen Appetit auf Schinken.”
“Sondern?”

“Ein Croissant könnte ich vielleicht noch essen…”
“Bitte! Hier!”

“Ohne Nutella??”
“Schatz! Tut mir leid, das ist nun einmal alle!”

“Dann kann ich auch kein Croissant essen.”
“Da mache ich mir so viel Mühe und du isst ein halbes Brot!”

“Das ist ja auch lieb, aber ich kann morgens nicht so viel essen.”
“Aha. Na toll. Und was mache ich jetzt mit dem ganzen Zeug??”

“Weiß ich auch nicht…”
“Liebste! Warum willst du nichts essen!”

“Wenn ich doch satt bin?”
“Da will ich dir eine Freude machen und du…”

“Das ist ja auch gar nicht böse gemeint!”
“Dann eben nicht, dann räume ich jetzt alles wieder ab…”

“Soll ich dir helfen?”
“Nein, lass…”

“Du Schatz?”
“Was ist…”

“Haben wir noch Negerküsse?”

Kopfschüttel…

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Political Correctness

28. Dezember 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Political Correctness (photocase.de © cdk)Meine Liebste und ich genießen die freien Tage zwischen Weihnachten und Neujahr.
Und wir haben tatsächlich nichts zu tun!
Herrlich, einfach nur den ganzen Tag machen, was einem gerade einfällt!

“Du Schatz?”
“Was ist los, Süße?”

“Ich könnte jetzt gut einen Negerkuss essen.”
“Negerkuss sagt man nicht mehr.”

“Sondern?”
“Ja, also… Dickmanns nennt die Schaumküsse, glaube ich…”

“Aber bei Negerkuss weiß doch jeder, was gemeint ist?”
“Ja, aber man sagt es eben nicht mehr.”

“Wegen dem Neger?”
“Richtig.”

“Das ist dann Political Correctness, richtig?”
“Ähm… Woher weißt du denn was von Political Correctness??”

“Das habe ich neulich gelesen.”
“So? Und worum ging es da?”

“Um Frauen. Weil immer nur von Männern geredet wird.”
“Was? Verstehe ich jetzt nicht?”

“Naja, man soll nicht mehr Mann sondern Frau sagen.”
“Bei was?”

“Wenn man Mann sagt.”
“HÄ?? Könntest du mal ein Beispiel nennen?”

“Anstatt Mannomann sagt man jetzt Frauofrau.”
“So ein Quatsch! Das kann man ja wohl so nicht…”

“…das kann frau ja wohl so nicht. Wenn schon.”
“Welche Frau??”

“Frau sagt frau anstatt man.”
“Anstatt was?”

“Das ist doch wohl ganz einfach.”
“Also ich sage: man darf das, und du…”

“…und ich sage, frau darf das. Genau.”
“Und was soll das??”

“Das ist wegen der Gleichberechtigung.”
“Aber man kann doch nicht immer…”

“…FRAU kann doch nicht immer, heißt es.”
“Na schön, also frau kann doch nicht immer…”

“Na also, klappt doch!”
“Aber wenn ich es sage, darf ich doch wohl man sagen??”

“Das ist dann aber politisch nicht korrekt.”
“Das ist mir doch total egal!”

“Soll das heißen, dass du gegen Gleichberechtigung bist??”
“Nee, aber da könnte ja jeder irgendwas…”

“…jede, es heißt JEDE. Du machst es schon wieder!”
“Oh, Entschuldigung!”

“Ich finde das gut, dass da mal drüber nachgedacht wird.”
“Und ich finde, dass das absoluter Schwachsinn ist!”

“Nur weil wir Frauen die Welt erobern, das passt euch nicht!”
“Ach! Und das tut ihr, indem ihr Worte umbenennt??”

“Man, äh, frau muss auch auf Details achten.”
“Na wenn euch sonst nichts einfällt… Von mir aus…”

“Wie waren wir da jetzt eigentlich drauf gekommen?”
“Tja, das frage ich mich auch oft…”

“Ach ja, wegen der Political Correctness.”
“Nee, du wolltest einen Negerkuss, damit hat das angefangen.”

“Schatz!”
“Was denn??”

“Es heißt nicht Negerkuss!”
“Ach ja…”

“Es heißt ab jetzt Negerinnenkuss!”

Kopfschüttel…

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Viel ist das nicht…

19. November 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Viel ist das nicht... (photocase.de © hannesther)Meine Liebste und ich sitzen am Sonntagmorgen gemütlich am gedeckten Frühstückstisch. Es ist alles da: frischer Kaffee, warme Brötchen, lecker Nutella, gesundes Actimel… Und mein begehrter Heringssalat in roter Soße, die extra große 400 Gramm-Schale.

“Möchtest du den Heringssalat haben?”
“Ja Süße, gib mir den doch mal bitte rüber.”

“Wir haben auch Krabbensalat, hier.”
“Nee, ich nehme Hering. Freue ich mich schon drauf.”

“Roten Heringssalat esse ich auch gern.”
“Ich könnte mich da reinlegen…”

“Nur blöd, dass da immer so wenig Fisch drin ist.”
“So? Wieso?”

“Naja, viel ist das nicht!”
“Für mich wird es reichen.”

“Die könnten da ruhig mal etwas mehr Hering reintun.”
“Ähm ja… Also wenn ich mir diese Schale so anschaue…”

“Sag ich doch, da ist kaum was drin!”
“Komisch… Hier ist GAR KEIN Fisch mehr drin…”

“Gar keiner?”
“Sag mal, hast du den ganzen Fisch schon aufgegessen??”

“Ich?? Nein! Ich hatte gestern nur ein bisschen.”
“Ach komm! Du hast die ganzen Fischstücke da rausgepickt!”

“Naja, vielleicht eins. Oder zwei.”
“Nee! Das nennt man ALLE!”

“Das ist so eine große Packung, und da dachte ich…”
“Ja, und jetzt sind nur noch Rote Bete und Soße drin!”

“Oh…”
“Oh ist gut! Und was mache ich jetzt?”

“Nimm doch den Krabbensalat, da ist noch was drin…”
“Auch Krabben??”

“Wahrscheinlich…”

Kopfschüttel…

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Keinen Cent!

12. November 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Keinen Cent! (photocase.de © unseen)Meine Liebste und ich sitzen gemeinsam mit einem befreundeten Pärchen in der Camarillo-Bar an der Schlachte und trinken Cocktails.
Es ist schon unsere dritte Runde, die der Kellner da gerade auftischt…

“Was hast du denn da?”
“Einen Mai Tai, Süße.”

“Ich habe einen Caipi.”
“Das sehen wir.”

“Aber damit stimmt was nicht.”
“So? Und was? Sieht doch gut aus?”

“Die Limetten, guck mal hier!”
“Ja, das sind Limetten. Richtig.”

“Aber die sind ja gar nicht zerstampft!”
“Naja, also die hätten schon etwas mehr…”

“Der hat die gar nicht zermatscht!”
“Schmeckt der Caipi denn nicht?”

“Doch, aber so ist das nicht richtig!”
“Und jetzt? Willst du ihn zurückgehen lassen?”

“Nee, aber ich hätte gerne so einen Stampfer.”
“Einen Stampfer?? Du willst selbst…”

“Ja, wink mal den Kellner ran, wenn du ihn siehst.”
“Schatz! Du kannst doch jetzt hier nicht selbst…”

“Warum denn nicht??”
“Lass dir doch einfach einen neuen bringen?”

“Nee, das mache ich nicht.”
“Und wieso nicht??”

“Weil der Typ dann denkt, ich sei unzufrieden.”
“Ähm… Aber das bist du doch auch??”

“Ja, aber das darf der nicht merken.”
“Und wieso nicht?? Ich meine…”

“Weil der dann da vielleicht was reintut.”
“Reintut?? In deinen Caipirinha??”

“Wie soll ich wissen, ob der da nicht reinspuckt??”
“Schatz!”

[Die beiden Freunde, mit denen wir am Tisch sitzen, staunen nicht schlecht und folgen mit offenen Mündern unserer Diskussion...]

“Oder der tut da eine Limette rein, die auf dem Boden lag!”
“Warum sollte er denn!”

“Weil er sich rächen will, wenn ich den zurückgebe!”
“So ein Quatsch! Es geht doch nur um ein paar Limetten!”

“NICHT gequetschte! Eben gerade NICHT gequetschte Limetten!”
“Jaja, das weiß ich! Also dann sag dem Kellner das selber.”

“Das mit den Limetten?”
“Nee, dass du befürchtest, er könne reinspucken.”

“Bin ich verrückt!?”
“Dann bestell dir einen Stampfer, das möchte ich sehen.”

[Unsere beiden Begleiter haben sich offenbar ein Bild von der Situation gemacht und unternehmen einen zaghaften Versuch, einen Einwand zu äußern; doch bevor ein vollständiges Wort fallen kann, setzt die Liebste schon zum nächsten Akt an...]

“Und du gibst dem gleich kein Trinkgeld!”
“Wer? Ich??”

“Keinen Cent! Der kümmert sich auch gar nicht um uns!”
“Und wenn er dir einen Stampfer bringt, dann auch nicht?”

“Ich setze mich doch hier nicht mit einem Stampfer hin!”
“Moment, aber eben wolltest du doch…”

“Den Stampfer, den kann er sich hinten…”
“Schatz!”

“Ist doch wahr! Ich bestelle einen Caipi und soll selber?? Nee!”
“Ähm…”

“Ich bezahle jetzt.”
“Du?? Jetzt?? Aber wir sind doch noch gar nicht…”

“Keinen Cent!”
“Liebste, nun beruhige dich doch m…”

“Hallo! Hier!”

[Die Liebste winkt mit ausgestrecktem Arm den Kellner an unseren Tisch, während sie dabei Daumen und Zeigefinger aneinander reibt. Das versteht der junge Mann auch sofort und macht sich zunächst auf den Weg zur Kasse.
Jetzt ergreifen unsere Freunde nochmals die Gelegenheit und schlagen vor, man könne ja die Limetten auch mit dem Strohhalm zerdrücken; was die Liebste mit einem "Klar kann man!" quittiert und dabei schon mal ihr Portmonee aus der Handtasche zieht.]

“So, jetzt kommt er!”
“Schatz, willst du ihm wirklich kein Trinkgeld…”

“Nö! Wofür? Dafür, dass der sich an mir rächen will?”
“Aber…”

“Lass mich das machen!”

[Der Kellner kommt freundlich und lächelnd mit dem Kassenzettel in der Hand auf uns zu und fragt "Zusammen? Getrennt?" Die Liebste greift sich den Zettel und ruft noch vor dem versiegen seiner letzten Silbe "Zusammen!".
Sie bezahlt, der Kellner wünscht uns noch einen schönen Abend und die Liebste lächelt von einem Ohr bis zum anderen.]

“So, fertig! Super, worauf stoßen wir jetzt an?”
“Ähm… Liebste, wieso hast du jetzt plötzlich so gute Laune??”

“So wollte ich das haben! Gut, dass ich bezahlt habe!”
“Nur, weil du ihm kein Trinkgeld gegeben hast?”

“Nee.”
“Sondern?”

“Er hat mir 20 Cent zu viel rausgegeben! Das hat er nun davon!”

Kopfschüttel…

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Möchtest du Brot dazu?

4. Oktober 2007, aus der Schublade Essen und Trinken

Möchtest du Brot dazu? (photocase.de © sadtreeelia)Meine Liebste und ich sind ins Bremer Cafe del Sol gefahren, um eine Kleinigkeit zu essen. Wobei die Liebste eher ein halbes Schwein auf Toast verdrücken könnte, denn sie hat seit mehr als zwei Stunden Hunger.
Und das ist immer eine gefährliche Sache…

“Was nimmst du denn?”
“Hm… Die gebackenen Kartoffeln sind hier immer gut, Süße…”

“Nee! Was nehme ich denn jetzt??”
“Du hast doch Hunger, bestell dir ein Schnitzel oder so.”

“Hm… hm… hm…”
“Und?”

“Ich habe so einen Hunger!”
“Ja, ich weiß. Und? Was nimmst du jetzt?”

“Hm… hm… hm…”
“Also ich nehme ein Sandwich.”

“Und ich?? Wo ich doch so einen Hunger…”
“ICH WEISS, du hast Hunger, ja!”

“Wo bleibt denn die Bedienung??”
“Die brauchen wir jetzt noch nicht.”

“Hm… hm… hm…”
“Liebste, hier gibt es doch so viele leckere Sachen…”

“Chili vielleicht? Das Chili del Sol?”
“Eine gute Wahl. Ist auch ein ziemlich großer Pott.”

“Soll ich das nehmen?”
“Ja.”

“Warum kommt hier denn keiner??”
“Mann, ist das wieder anstrengend…”

“Was! Wer! Ich??”
“Da kommt schon gleich jemand, hab doch mal Geduld!”

“Aber ich habe doch so…”
“SAG ES NICHT!”

[Einige Sekunden später kommt eine flotte junge Dame an unseren Tisch gesprungen und fragt freundlich, was wir denn gerne hätten.
Die Bestellung ist schnell aufgegeben und ich bin froh, dass wir einen Schritt weiter sind.]

“Die hat Du zu mir gesagt, hast du das gehört?”
“Was meinst du jetzt, bitte?”

“Sie hat gefragt: möchtest DU Brot dazu!”
“Und? War das verkehrt?”

“Nö, aber das ist doch gut, oder?”
“Verstehe ich jetzt nicht…”

“Naja, die ist doch mal gerade 18 Jahre alt?”
“Wenn überhaupt…”

“Die würde mich ja nicht duzen, wenn sie mich für alt hielte!”
“Ach so meinst du das…”

“Ich sehe noch ziemlich jung aus, oder?”
“Ja, bezaubernd. Du siehst deutlich jünger aus.”

“Gut, was?”
“Ja Schatz. Wahnsinn…”

[Die junge Frau kehrt mit unseren Getränken an unseren Tisch zurück und stellt der Liebsten eine Apfelschorle vor die Nase, und zwar mit den Worten: "Hier, DEINE Apfelschorle". Die Liebste strahlt von einem Ohr bis zum anderen.]

“Siehst du, die hat wieder Du gesagt! Die ist echt nett!”
“Mich hat sie auch geduzt.”

“So? Warum dich denn?”
“Was soll denn das heißen??”

“Naja, du siehst ja nun wirklich nicht aus wie zwanzig!”
“Also das ist ja wohl echt eine Frechheit!”

“Du willst doch wohl nicht behaupten, es sei so??”
“Nein, aber – SO – alt bin ich nun auch nicht!”

“Naja, dich hat sie ja auch geduzt.”
“Oh Wahnsinn! Eine 18-jährige duzt mich! Mir wird ganz heiß…”

“Aber ich bin dir doch nicht zu alt, oder?”
“Du? Doch.”

“Ehrlich??”
“Eigentlich wollte ich dich ab jetzt Siezen.”

“Sei lieber froh, dass du mich hast! Opa!”
“Ich werde es mir merken, Kleines.”

“Zur Strafe lasse ich dich nicht von meinem Chili probieren!”
“Oh nein! Tu mir das nicht an!”

[...]

[Während meine Liebste und ich weiter herumplänkeln, kehrt die duzende 18-jährige an unseren Tisch zurück. In der Hand hat sie - das fällt sofort auf - nur einen einzigen Teller; und zwar den mit meinem Sandwich drauf. Kurze Zeit später steht es vor mir und meine Liebste geht leer aus: die Kellnerin hat das Chili vergessen und verspricht, es schnell nachzuliefern.
Für eine spontane Fotografie des entgleisten Gesichtsausdruckes der Liebsten in diesem Moment hätte ich übrigens ein Vermögen ausgegeben...]

“Die hat mich vergessen!”
“Ja, das hat sie.”

“Wo ich doch so einen Hunger habe!”
“Tja, du siehst ja, an wen sie offensichtlich gedacht hat.”

“An dich etwa??”
“Ja, an mich. Deswegen hat sie mich ja auch geduzt.”

“Und was ist mit mir?”
“Dich hat sie vergessen.”

“Aber mich hat sie doch auch geduzt!”
“Weil du jung aussiehst. Aber mich mag sie eben mehr. Verstehste?”

“Das stimmt ja wohl gar nicht!”
“Habe ich ein Sandwich?”

“Ja.”
“Also.”

“Die blöde Kuh!”
“Wieso? Eben war sie doch noch so nett?”

“Die vergisst mein Chili und dann das!”
“Dann was?”

“Und dann duzt die dich auch noch! Schlange!”

Kopfschüttel…

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