Al dente

Neulich habe ich mal wieder gekocht, und obwohl ich nicht Paul Bocuse bin, muss ich sagen, dass es ziemlich lecker war. Es gab einen Hackbraten mit Ei gefüllt, sehr würzig und lecker, dazu Nudeln, Soße und Salat. Ich habe allerdings nicht damit gerechnet, dass meine Liebste davon ausgeht, ich sei vielleicht doch Paul Bocuse. Zumindest ihrer Kritik nach gehe ich davon aus, dass sie mich dafür hält. Sie hatte gerade von den Nudeln probiert, da fing sie an:

„Du, Schatz, die sind aber nicht al dente.“
„Was?“

„Die Nudeln. Die sind nicht al dente.“
„Die schmecken doch?“

„Ja, aber sie sind nicht al dente.“
„Al dente, al dente… so ein Brimborium. Sie sind durch und sie sind gut. Basta.“

„Sie sind einen Tick zu durch, finde ich.“
„Nein, sie sind optimal. Schmecken sie dir etwa nicht?“

„Doch, auch Nudeln, die nicht al dente sind, kann man essen.“
„Na also.“

„Aber ganz perfekt sind sie halt nicht.“
„Schmecken sie jetzt oder nicht?“

„Ja, aber…“
„Was aber? Al dente, al dente! Das heißt irgendwas mit Zahn, mein Gott, das ist so ein plattes Kochstudiogesülze, das sich wichtig anhört und nichts aussagt. Gar nichts!“

„Ist ja gut, Schatz, reg dich ab. Das Essen ist ja auch lecker.“
„Ja ja, bis auf die Nudeln…“

„Nein, die sind auch lecker. Etwas weich, aber lecker.“
„Schmecken dir weiche Nudeln?“

„Wieso?“
„Nur so…“

„Na ja, man kann sie essen…“
„Also bist du zumindest nicht begeistert.“

„Das grade nicht, aber das habe ich ja schon erklärt…“
„Dann erklär du mir doch mal, wofür al dente steht!“

„Na ja, das ist halt genau der richtige Biss, verstehst du?“
„Es soll aber Leute geben, die die Nudeln härter oder weicher mögen.“

„Das ist doch nur so ein Richtwert.“
„Und für was ist der dann gut?“

„Na, dass man sich danach richtet!“
„Es kann aber auch schmecken, wenn man sich nicht danach richtet, oder?“

„Ja schon… Ich meine, wenn wir mal alt sind, sind die Nudeln so weich sogar optimal. Aber ich will jetzt nicht weiter drauf rumreiten. Wir sind ja noch nicht so alt.“
„Das stimmt. Aber wenn’s bei jedem Gericht mit Nudeln solche Diskussionen gibt, dauert’s mit dem Altern nicht mehr lange…“

„Ist schon gut. Dann bestellen wir morgen was beim Chinesen… Glasnudeln zum Beispiel. Aber al dente!“

Kopfschüttel…

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Zufrieden??

Meine Liebste und ich sitzen an unserem Esstisch: heute habe ich mal für die Liebste gekocht!
OK, ich könnte mit meinem Gericht nicht beim Promi-Dinner punkten, aber trotzdem sind meine Nudeln a la Chef durchaus als „interessant“ zu bezeichnen…

„Das hast du toll gemacht, Schatz!“
„Danke, Liebste. Aber du solltest erst mal probieren.“

„Also riechen tut es schon mal super!“
„Naja, also… Ja. Riechen tut es ganz gut.“

„Wenn es auch so schmeckt, dann ist alles supi!“
„Dann guten Appetit.“

„Dir auch, Schatz!“

[Meine Liebste und ich beladen uns unsere Teller und probieren.
Es gibt eine Nudelpfanne mit Paprika, Peperoni, Hackbällchen und ein bisschen Tomatensoße; alles selbst gemacht.
Nach dem ersten Bissen bin ich selbst ganz zufrieden, aber irgendwie: schmeckt das ganze doch ein wenig nach Nichts… Mist, dabei habe ich doch immer wieder zwischendurch probiert!? Da fehlt was…
Mal sehen, was die Liebste gleich sagt.]

„Sehr lecker, sehr lecker!“

„Naja, ich weiß nicht…“

„Wieso, was ist denn?“
„Irgendwie schmeckt das langweilig, oder?“

„Nee, ich find´s super!“

„Aha, tatsächlich??“

„Ja, das hast du fein gemacht.“
„Hm… Also Salz fehlt doch aber auf jeden Fall, oder?“

„Nein, ich mag das so.“
„Echt? Und es ist kaum Soße drin…“

„Du kannst so toll kochen, solltest du viel öfter machen.“
„Quatsch, ich kann nur die normalen Sachen.“

„Hallo?? Also die Hackbällchen hier die sind, die sind…“
„…Scheiße?“

„Auf keinen Fall! Die sind spitze!“
„Sag mal, du würdest es doch sagen, wenn es dir nicht schmeckt?“

„Natürlich, wieso?“
„Keine Ahnung, ich meine, du bist doch sonst so wählerisch…“

„Was willst du denn jetzt von mir hören??“
„Naja, wie es dir schmeckt?“

„Es schmeckt mir, zufrieden??“
„Findest du nicht, dass da was fehlt??“

„Nein.“
„Da ist doch viel zu wenig Salz dran!“

„Genug Salz.“

„Und Tomatensoße ist auch viel zu wenig!?“

„Blödsinn, iss jetzt deine, deine, na, deine…“
„…das ist eine Nudelpfanne, Liebste…“

„Nudelpfanne, genau, iss jetzt deine Nudelpfanne.“
„Hm… Ich hätte wetten können, dass dir das nicht schmeckt…“

„Schön, und kannst du jetzt mal die Klappe halten??“
„Jaja, schon gut…“

„Kochst du nächstes Wochenende auch?“

„Tja… Warum nicht? Das hier war nicht so schwierig…“

„Ach, weißt du, ich koche dann einfach wieder, kein Problem.“

„Was willst du damit denn jetzt sagen, bitte??“

„Nichts, wieso??“

„Es schmeckt dir also doch nicht!“

„Habe ich doch gar nicht gesagt!?“
„Warum sagst du mir denn nicht, wenn es nicht schmeckt!?“

„Es schmeckt doch! Das hast du super hingekriegt!“
„Hm…“

„Wenn es nicht schmecken würde, das wäre echt schlecht.“
„Wieso wäre das schlecht?“

„Weil du dann den ganzen Tag schlechte Laune hättest.“
„Nur weil in der Küche mal was daneben geht??“

„Nein, wenn ich zu dir sagen würde, dass es nicht schmeckt.“
„Ähm…“

„Aber es schmeckt ja. Zum Glück.“
„Liebste, irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass…“

„…dass ich dir nicht die Wahrheit sage??“

„Genau!“

„Schatz, glaub mir: mit dem Essen ist alles in Ordnung.“
„Na schön, was soll´s, vielleicht mache ich mich nur verrückt…“

„Ich bin total beeindruckt von dieser, ähm, Nudelpfanne.“
„Schön, ich hole mir jetzt trotzdem noch Salz aus der Küche.“

„Da muss doch aber gar kein Salz mehr dran, das ist perfekt!“
„Schön, wenn es dir schmeckt, aber ich möchte noch Sa…“

„…du, wenn du jetzt in die Küche gehst:“

„Ja, was?“

„…kannst du dann den Ketchup mitbringen, bitte?“

Kopfschüttel…

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Vielleicht (XXL-Version)

Meine Liebste und ich sitzen am Abend zusammen im Wohnzimmer, wo wir es uns gemütlich gemacht haben und schauen ein bisschen Fernsehen.
Während die Liebste mit der Fernbedienung auf der Jagd nach einer interessanten Sendung ist (was trotz 30 Sendern mal wieder schwierig ist), beschließe ich, mir noch etwas zum Trinken zu holen.

„Hier läuft heute mal wieder nur Mist!“
„Ja, Süße… Aber du findest schon was.“

„Überall nur Werbung!“

„Ich hole mir was zum Trinken, möchtest du auch was?“

„-„
„Liebste?“

„-„

„Soll ich dir auch was mitbringen?“

„Hm…“
„Ähm, hast du mich verstanden??“

„Ja, ich denke gerade nach, Moment.“
„Du denkst nach??“

„Ja.“
„Aha… Und, ähm… Wie lange dauert das?“

„Ich müsste gleich fertig sein.“

„Schön.“

„-„
„-“

„-„

„Liebste?? Hallo??“

„-„
„Soll ich dir was zum Trinken mitbringen?“

„Vielleicht.“
„Ähm… Vielleicht??“

„Vielleicht.“
„Aber was soll ich denn mit dieser Antwort jetzt??“

„Wieso, du hast mich doch gefragt??“

„Schon, aber ich habe eher ein Ja oder Nein erwartet??“

„Wolltest du denn eine ehrliche Antwort?“
„Naja, was heißt ehrlich, also Ja oder Nein eben!“

„Und wenn ich Ja gesagt hätte?“
„Dann hätte ich dir etwas zum Trinken mitgebracht!“

„Und was?“

„Ähm, das wäre dann wohl meine zweite Frage geworden.“

„Siehste!“
„Also möchtest du jetzt was trinken oder nicht!?“

„Vielleicht.“
„Himmel! Warum sagst du denn schon wieder vielleicht??“

„Na weil es so ist, ich möchte vielleicht was!“

„Und wovon hängt das ab, bitte??“

„Das hängt davon ab, was du mir mitbringst!“
„Was SOLL ich dir denn mitbringen??“

„Haben wir Fanta?“

„Fanta?? Wir haben NIE Fanta!“

„Irgendwie habe ich jetzt Durst auf Fanta…“

„Wir haben aber keine, wie du sicher weißt!“

„Schade…“

„Also was willst du nun!“

„Naja, also so richtig am Verdursten bin ich nicht…“
„Also du möchtest nichts, heißt das?“

„Doch.“
„Aha, also möchtest du doch was?“

„Doch, vielleicht.“
„Weißt du was, das wird mir jetzt echt zu doof hier!“

„Wieso??“
„Ich gehe mir jetzt was holen und fertig!“

„Und mir bringst du nichts mit??“
„Nein, du äußerst dich ja nicht!“

„Aber ich habe doch nicht Nein gesagt??“
„Du hast aber auch nicht Ja gesagt!“

„Was holst du dir denn eigentlich zum Trinken?“
„Ich wollte mir ein Glas Cola holen.“

„Cola Light?“
„Cola Light. MÖCHTEST DU – VIELLEICHT – AUCH EIN GLAS!?“

„Hm…“
„Weißt du was, hol dir einfach später selber was!“

[GRRR! Frauen können einem manchmal so auf die Nerven gehen!
Ich meine, Hallo?? Wir reden doch hier nicht davon, eine Moschee zu bauen, einen Bahnhof abzureißen oder die Welt vor dem Untergang zu retten?? Es geht um ein simples Glas Cola, Wasser, Milch, Wein oder was weiß ich! Aber nein, da kann und muss natürlich auch wieder eine kleine Staatsaffäre draus gemacht werden!
DIESES MAL lasse ich mich aber nicht drauf ein! Ich hole mir jetzt einfach was zum Trinken, setze mich wieder hin und ignoriere konsequent alles, was die Liebste dann noch dazu sagen wird. Schließlich habe ich sie ja mehrfach gefragt, oder??
Ich hole mir also ein großes Glas Cola aus der Küche, setze mich schließlich wieder im Wohnzimmer neben die Liebste und stelle das Glas vor mir auf dem Tisch ab.]

„Du hast mir ja jetzt tatsächlich nichts mitgebracht??“
„Richtig.“

„Du bist böse!“
„Du wolltest ja nichts, und außerdem höre ich dir gar nicht zu.“

„Ich habe NICHT gesagt, dass ich NICHTS möchte!“
„Dumdidel dum, didel dum, bla bla bla, hmm mmh hmmm…“

„Spreche ich jetzt wieder außerirdisch, oder was??“
„Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals anders gewesen wäre.“

„Du Blödmann!“
„DAS allerdings kann ich ausnahmsweise übersetzen…“

„Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort!“
„Ich habe keine Sünde begangen.“

„Doch!“
„Nein, habe ich nicht. Ich hatte dich ja gefragt.“

„Das meine ich ja auch gar nicht!“
„Sondern?“

„Du hast keinen Untersetzer unter dein Glas gelegt!“
„Oh…“

„Die liegen da hinten auf dem Esstisch, wo sie immer liegen!“
„Das habe ich nur vergessen, weil du…“

„…also daran bin ich nun wirklich nicht schuld!“
„Schön, ich gebe zu, das war mein Fehler. Ich hole einen.“

[Untersetzer sind ja auch so ein Frauending…
Aber da wir uns irgendwann mal darauf geeinigt haben, dass wir auf dem Glastisch vor dem Sofa Untersetzer benutzen (obwohl die Diskussion darüber auch eher einseitig war), muss ich also nun noch einmal aufstehen und einen holen.
Aber: DANN ist auch endlich Schluss mit der Diskutiererei!]

„So ist´s brav, Schatz.“
„Ähm… Liebste, was soll denn das??“

„Was soll was!?“
„Mein Glas ist ja leer??“

„Oh, tatsächlich!“
„Du hast meine Cola ausgetrunken!“

„Ich??“
„Wer denn sonst, der Heilige Geist vielleicht??“

„Gut möglich!“
„Sehr witzig!“

„Ich sagte doch, kleine Sünden bestraft der lie…“
„…DU HOLST JETZT EINE NEUE COLA FÜR MICH!!“

„Ich?? Pff! Warum sollte ich??“
„Weil du sie hinter meinem Rücken ausgetrunken hast!“

„Das kannst du nicht beweisen!“
„Ha! Du hast ja den Rest noch am Kinn hängen!!“

„Quatsch! Das ist noch von heute Mittag.“
„Ich habe dich mehrfach gefragt, ob du was trinken willst!“

„Ich habe dir ja auch mehrfach geantwortet!“
„Gott, wo habe ich bloß meine Valiumtabletten…“

„…dann bring mir bitte auch eine mit.“
„Valium?? Wieso du denn, ICH breche doch hier gleich zusammen!?“

„Ich habe es mit dir auch nicht leicht, das glaube mal!“
„Ruhig, Bernd, ruhig, atmen, atmen, atmen…“

„Jetzt tu mal nicht so, als sei eine Cola der Weltuntergang.“
„Liebste, ich hole mir jetzt ein neues Glas Cola…“

„Schön!“
„Und ich frage jetzt noch ein letztes Mal:“

„Ja?“
„MÖCHTEST DU AUCH EIN GLAS TRINKEN!?“

„Nein, ich bin jetzt nicht mehr durstig.“
„Kein Wunder…“

„…aber ich hätte jetzt vielleicht Hunger, du auch?“

Kopfschüttel…

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Gemüsedipp

(Quelle: Stripgenerator.com)

Alternative (die mir als Comic besser gefällt):
http://www.kopfschuettel.de/2008/06/30/samstags-ist-echt-mist/

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