Grillabend

Zum Grillen gehören bei mir eigentlich schon immer saftige Steaks, Würstchen und Bauchfleisch. Und Grillfackeln. Und Spieße. Und und und… Meine Liebste war allerdings der Meinung, dass wir für den Grillabend mit Freunden vielleicht etwas weniger Fleisch nehmen sollten:

„Hast du jetzt alles eingekauft, Schatz?“
„Ja. Hier in der Tüte ist alles drin.“

„Mal sehen… Steaks… Würste… noch mehr Steaks. Willst du denn nichts außer Steaks und Würsten grillen?“
„Doch. Da ist ja noch Bauchfleisch drin. Und ein paar Spieße hab ich auch genommen.“

„Ich dachte, wir grillen auch ein bisschen Gemüse?“
„Ist doch auf den Spießen drauf.“

„Na diese paar Paprika- und Zwiebelschnipsel kannst du doch nicht Gemüse nennen!“
„Also Fleisch nenne ich sie auch nicht!“

„Ich dachte eher an Auberginen und Zucchini. Die kann man lecker würzen und dann grillen. Und Kartoffeln auch.“
„Ich weiß ja nicht… Als Beilage haben wir doch Salat. Und außerdem reicht es doch, wenn es Brötchen zum Steak und zur Wurst gibt. Mehr braucht’s gar nicht.“

„Na du bist ja ein einseitiger Griller! Neulich habe ich erst bei so einer Kochshow gesehen, dass man zum Beispiel auch Fisch wunderbar grillen kann.“
„Ich weiß nicht… Der zerfleddert dann in lauter Stückchen. Und versaut mein Steak.“

„Da gibt’s extra so eine Art Klammern für Fische… also wie soll ich das beschreiben… na auf jeden Fall kann man sie damit super einfach grillen.“
„Denkst du, das würde heute abend jemand essen?“

„Natürlich!“
„Also die männliche Hälfte wäre mit meinem Programm sicherlich sehr einverstanden. Und der weiblichen Hälfte reicht meistens eh der Salat, wegen den Kalorien. Außerdem ist Fleisch ja irgendwie auch Gemüse, nur halt schon einmal durchs Schwein gejagt.“

„Nein, nix da! Da geh ich nochmal los und hole noch Auberginen, Kartoffeln und Zucchini. Die kann man ganz raffiniert grillen.“
„Sagt wer?“

„Na das wurde in der Kochshow gezeigt. Das war echt ganz einfach!“
„Ja natürlich. Da heißt es ja auch ständig ‚…hat meine bezaubernde Assistentin schon mal vorbereitet‘. Davon wird man doch außerdem nicht satt!“

„Doch! Man darf nur nicht so auf Fleisch fixiert sein wie du! Und weißt du was? Bei den Grillmeisterschaften wird sogar Eis gegrillt!“
„Eis grillen! Na wenn das nicht für sich spricht! So ein Quatsch!“

„Ich sehe schon, du bist für modernes Grillen nicht so zu begeistern. Aber wenn ich das Gemüse vorbereite, dann grillst du es mit, ja?“
„Wenn ich dafür nicht irgendwelche Grill-Kochshow-Spezialkenntnisse benötige…“

„Nein, aber du musst dann auch mal probieren. Du wirst danach gar keine Steaks mehr wollen!“
„Aha. Und wer isst die dann?“

„Ich würde mich eventuell opfern…“

Kopfschüttel…

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Sonntagmorgen

Am Samstag war ich aus. Alleine – es war so ein Männerabend, und, nun ja, es wurde auch ordentlich gezecht. Am Sonntag vormittag war ich zu nichts zu gebrauchen. Irgendwie fand ich mich dann am Frühstücks- oder Mittagstisch ein und meine Liebste hätte gerne gewusst, wie die Feier so war:

„Jetzt erzähl doch mal, wie’s war! Du sitzt bloß rum und hältst deinen Kopf fest!“
„Hmmja…“

„Du bist immer noch ganz blass! Wann bist du denn heimgekommen? Ich hab mitten in der Nacht einen Knall gehört, warst du das?“
„Keine Ahnung… also wann ich heimgekommen bin.“

„Und der Knall?“
„Da muss mir wohl was runtergefallen sein… Im Bad oder wo…“

„Deswegen riecht das ganze Bad nach Rasierwasser! Hast du zuviel getrunken?“
„Phhh…“

„Dir muss man ja alles aus der Nase ziehen! Wer war denn da?“
„Äh… Heiko und Ingo. Glaub ich.“

„Wie? Ihr wart nur zu dritt?“
„Ich weiß nicht. Ja. Also Stefan ist irgendwann gegangen.“

„Über was habt ihr denn geredet?“
„Phhh… das Übliche halt.“

„Also da weiss ich ja über meine letzte exzessive Party besser Bescheid als du! Das war der Junggesellinnenabschied von Tina!“
„-“

„Da waren wir ganz schön unterwegs. Zuerst Pizza essen, natürlich mit Grappa als Abschluss, und dann eine Kneipentour, und Tina hatte so ein furchtbares Kostüm anziehen müssen!“
„Äh… kannst du…“

„Und Tina war eh schon ganz betüdelt, weil sie noch vor dem Aufbruch ein paar Likörchen getrunken hat. Und Carmen hat mit ihr…“
„Pssst!“

„Was denn?“
„Kannst du mal leise sein?“

„Wieso denn?“
„Mein Kopf…“

„Kopfweh? Soll ich dir eine Tablette geben?“
„Nein, danke. Nur Ruhe…“

„Leg dich doch nochmal hin, wenn dir nicht so wohl ist.“
„Ach, es geht ja, wenn ich hier sitze und wenn es ruhig ist.“

„Dann erzähl ich dir das ein andermal fertig, okay?“
„Jaja…“

„Essen willst du vermutlich nichts, oder?“
„Nein.“

„Du siehst aber auch elend aus. Willst du einen Tee?“
“Nein, gar nichts. Nur meine Ruhe!“

„Ich bin ja schon ruhig. Ich wollte dir ja nur helfen.“
„Ja, danke.“

„Eine Cola soll auch gut gegen Magendurcheinander helfen!“
„Soll sie halt…“

„Ich mein ja nur. Ein bisschen frische Luft täte dir bestimmt auch gut.“
„Schatz! Jetzt ist es aber mal gut!“

„Ja ja, reg dich doch nicht gleich auf.“
„-“

„Weißt du eigentlich, wie wir beim Junggesellinnenabschied am nächsten Morgen nach dem Aufstehen weitergemacht haben? Mit einem Sektfrühstück!“

Kopfschüttel…

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Bitte keine Margarine


Die meisten Frauen achten auf ihre Linie, das ist bekannt. Ich schätze mal, dass über die Hälfte ihrer Ausgaben für Produkte draufgehen, die mit Schlankheit, Abnehmen, schöner Figur und Diät zu tun haben. Das könnte mir ja egal sein, wenn ich nicht darunter leiden müsste. Neulich beim Abendbrot fragte ich nach der Butter und bekam von meiner Liebsten Margarine gereicht – mit folgenden Worten:

„Bitteschön, Schatz. Ich hab mal Margarine gekauft.“
„Wieso denn Margarine? Die kann man zum Backen nehmen, aber doch nicht aufs Brot!“

„Natürlich, steht doch groß drauf: ‚Der leichte Brotaufstrich!‘. Ist außerdem gesund!“
„…schreibt der Hersteller, oder? Margarine ist nicht dasselbe wie Butter. Wenn ich mir Käse aufs Brot lege und vorher dick Butter draufmache, schmeckt das viel leckerer.“

„Aber ich werde von Butter zu dick!“
„Ach Schatz, das ist doch Quatsch. Selbst wenn ich dick Butter auf mein Brot mache, ist das höchstens einen Milimeter dick, und davon nimmt man doch nicht zu.“

„Ich schon!“
„Das kann gar nicht sein, du streichst ja immer nur einen Hauch Butter aufs Brot. Eigentlich nix.“

„Na ja, ich glaube, bei dir ist da jegliches Maß verlorengegangen. Du isst ja sogar Leberwurst mit Butter!“
„Es schmeckt halt besser!“

„Brrrr… da vergeht mir fast der Appetit! Wenn ich allein an die Kalorien denke!“
„Ja ja, Kalorien, das sind die kleinen Tierchen, die nachts die Kleidung enger nähen… Wenn das Essen nicht nahrhaft ist, kann man es ja gleich bleiben lassen.“

„Margarine ist aber auch nahrhaft. Hier: ‚Mit vielen Vitaminen‘ steht da.“
„Na ja, ‚Mit viel Chemie‘ werden sie wohl kaum draufschreiben…“

„Aber dafür wird man eben nicht dick davon. So wie von Butter.“
„Also die Margarine werd ich dir nicht streitig machen. Damit kannst du alleine hungern, aber bring mir bitte das nächste Mal wieder ein Päckchen Butter mit. Außerdem finde ich, dass du gar nicht zugenommen hast.“

„Das sagst du jetzt nur, damit ich keine Margarine mehr kaufe, oder?“
„Nein, Schatz, das ist ein ehrliches Kompliment!“

„Dann freut mich das natürlich!“
„Und du kannst wieder Butter essen!“

„Ich weiß nicht… Also die Margarine esse ich trotzdem. Ich mache einen Vergleich auf der Waage – jetziges Gewicht und in einer Woche oder so, wenn die Schale leer ist, nochmal gucken. Wenn ich abgenommen habe, spricht das ja für die Margarine.“
„Ähh…“

„Komm jetzt nicht wieder mit komplizierten Berechnungen!“
„Vielleicht spielt es ja auch eine Rolle, was du auf dein Margarinebrot drauflegst?“

„Du hast natürlich recht. Ich kaufe morgen gleich diese Light-Leberwurst mit 3 % Fett!“

Kopfschüttel…

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Weizenbierglas


So eine Spülmaschine ist ja eine feine Erfindung. Da teile auch ich als Mann mir die Hausarbeit mit meiner Liebsten – wenn ich ein Bier trinke, räume ich danach immer das Glas in die Spülmaschine. Meine Liebste fand das bisher immer ganz toll. Neulich habe ich aber die falsche Biersorte getrunken, was prompt eine Diskussion auslöste, die sie anzettelte:

„Sag mal, musst du eigentlich immer so große Bierhumpen zum Trinken nehmen?“
„Schatz, das nennt sich nicht einfach ‚Bierhumpen‘ sondern ‚Weizenglas‘. Und ja, so ein Glas nehme ich, wenn ich ein Weizenbier trinke, weil sich darin die Kohlensäure …“

„Nimm doch ein kleineres Glas, das Bier schmeckt doch darin genauso gut. Außerdem passt es ordentlich in die Spülmaschine – was man von diesem Humpen da nicht sagen kann.“
„Schatz, das Bier schmeckt darin nicht so gut. Hast du schonmal Sekt aus einer Kaffeetasse getrunken?“

„Nein, aber mein Sektglas passt ja auch problemlos in die Spülmaschine.“
„Ich mein ja nur – man trinkt Weizenbier eben aus einem Weizenbierglas.“

„Es stört ja nicht nur in der Spülmaschine, es passt auch nicht in den Gläserschrank.“
„Dann leg’s doch hin.“

„Wie sieht das denn aus? Nein, das Problem ist einfach, dass dieser Humpen …“
„… Weizenbierglas …“

„… viel zu groß ist.“
„Weizenbier kann man aber nunmal nicht aus einem Saftglas oder einer Kaffeetasse trinken!“

„So ein Quatsch. Großes Auto, großer Humpen – Das ist nur wieder so ein Männlichkeitsritual aus der Steinzeit.“
„In der Steinzeit gab’s kein Bier, Schatz.“

„Ich finde, du trinkst eh zuviel. Schau mal deinen Bauch an.“
„Was hat denn mein wohlgeformter Bauch mit dem Weizenbierglas zu tun? Schau dir dieses herrliche Glas doch einmal an. Das Bier wird darin auch richtig präsentiert, das ist sehr wichtig, denn das Auge trinkt mit.“

„Gilt das mit dem Auge auch bei deinem Bauch?“
„Jetzt lass doch mal meinen Bauch in Ruhe! Der geht beinahe als Waschbrettbauch durch!“

„Vielleicht als WaschBÄRbauch… Für den Waschbrettbauch musst du deine Ess- und Trinkgewohnheiten umstellen.“
„Na hör mal, dieser hochwertige isotonische Durstlöscher, den ich mithilfe des besagten Glases zu mir nehme, rinnt auch durch die Kehlen der Jungs unserer Nationalmannschaft – schau mal hier auf der Flasche: „Offizieller Lieferant des DFB“. Das kann also gar keinen dicken Bauch machen. Oder kennst Du in der Nationalmannschaft einen dicken Kicker?“

„Also der Schweini ist ja voll niedlich, finde ich. Und der Özil, der hat so südländisches Feuer, findest du nicht?“
„Aha. Und woher glaubst du, dass dieses Feuer kommt?“

„Na, bestimmt nicht von diesem Weizenbier. Und überhaupt: In Sachen Fussball kenne ich mich aus. Weißt du, wer mit seinem Weizenbier mal ganz schön eingegangen ist?“
„Matthäus vermutlich?“

„Kenn ich nicht, aber egal. Nein, ich meine Waldi Hartmann, der wurde von dem einen Nationaltrainer da mal angeblasen… wie heißt er doch… der Typ mit dem Wuschelkopf… Berti Vogts, glaub ich.“
„Völler…“

„Ist ja auch egal. Jedenfalls repräsentiert dieser Waldi den durchschnittlichen Weizenbiertrinker. Finde ich.“
„Liebling, willst du mich etwa mit Waldemar Hartmann vergleichen? Nicht im Ernst, oder? Sonst trinke ich bis an mein Lebensende NUR noch Weizenbier!“

„Nein, ich mein ja nur… Obwohl – wir bräuchten dann ja eine größere Spülmaschine. Und einen neuen Gläserschrank…“

Kopfschüttel…

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