Mit Stückchen

19. Mai 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend an unserem Esstisch im Wohnzimmer und essen gemeinsam Abendbrot; vielmehr: sind wir damit gerade fertig geworden.
Entspannt lehne ich mich zurück und warte auf die Vorschläge der Liebsten…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Wollen wir noch ein Eis essen gehen?”
“Hm, ja, warum nicht? Gute Idee!”

“Ich habe jetzt noch voll Lust auf Schokoladeneis!”
“Prima, dann lass uns die Sachen wegräumen und dann los.”

“Aber nicht zur Eisdiele.”
“Ähm…”

“Ich meine, nicht zu DER Eisdiele.”
“Du meinst die vor unserer Tür?”

“Genau.”
“Und warum nicht zu Simonetti??”

“Da schmeckt das Schokoladeneis nicht.”
“Aha. Und wieso schmeckt das da plötzlich nicht mehr??”

“Es schmeckt schon, aber da sind ja keine Stücke drin.”
“Stücke??”

“Naja so Schokoladenstückchen eben, die will ich jetzt!”
“Aber wir haben da doch schon 1.000-mal Eis gegessen??”

“Aber nicht mit Schokostückchen.”
“OK, schön, und was heißt das jetzt?”

“Dass ich zu einer anderen Eisdiele will.”
“Na toll! Da haben wir eine Eisdiele vor der Tür und…”

“…wir können doch aber mal woanders hingehen?”
“Das können wir, ja, und wohin?”

“Weiß ich nicht.”
“Das sind nicht gerade gute Voraussetzungen, Liebste…”

“In Oldenburg wüsste ich eine Eisdiele, wo es das gibt!”
“Schatz! Oldenburg ist 50 Kilometer weit weg!?”

“Ich will ja auch gar nicht nach Oldenburg.”
“Da bin ich aber froh, bei dir weiß man ja nie…”

“Was soll das denn heißen??”
“Dass es gut hätte sein können, dass du jetzt da hin willst!”

“Stimmt ja gar nicht!”
“Sondern?”

“Hier wird es ja in Bremen wohl noch andere Eisdielen geben!”
“Gibt es, ja, zum Beispiel an der Schlachte.”

“Haben die Schokoeis mit Stückchen??”
“Ähm, das weiß ich nicht…”

“Dann ruf da an.”
“Wie bitte?? Ich weiß weder die Adresse noch den Namen!?”

“Das wird die Auskunft ja wohl wissen??”
“Dann ruf DU doch da an, wenn das so einfach ist!”

“Du kannst sowas aber besser.”
“Was! Die Auskunft nach einer Telefonnummer fragen??”

“Nein, das mit den Schokostückchen.”
“DAS wird mir die Auskunft NICHT sagen können!”

“Aber der nette Mann in der Eisdiele.”
“Und warum fragst du denn NETTEN Mann nicht selber??”

“Aber wenn der italienisch spricht?”
“Das ist keine italienische Eisdiele, soweit ich weiß…”

“Dann will ich da auch nicht hin.”
“Aber Schokoladeneis werden die wohl auch haben!”

“Mit Stückchen?”
“Himmel!!”

“Wir können ja auch in die Gelben Seiten gucken, oder?”
“Oh nein, bitte nicht!”

“Warum nicht??”
“Weil das nur wieder eine Katastrophe wird!”

“Verstehe ich nicht…”
“Bevor ich mir DAS antue, fahre ich dich lieber nach Oldenburg!”

“Ehrlich? Dann los.”
“Schatz, das sollte eigentlich nur ein Witz sein…”

“Ich finde das auch echt witzig!”
“Das ist schön…”

“Fährst du?”
“Liebste, ein Witz, du verstehst…”

“So spontane Sachen finde ich total aufregend!”
“Ich brech zusammen…”

“Dann fahren wir aber vorher noch bei Simonetti vorbei.”
“Ähm… Jetzt DOCH zu unserer Eisdiele??”

“Klar!”
“Aber du wolltest doch da nicht hin??”

“Richtig, aber bis Oldenburg sind wir ja ewig unterwegs.”
“Den Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht??”

“Dann können wir uns für die Fahrt da noch ein Eis mitnehmen!”
“Schokolade??”

“Nee, Vanille!”

Kopfschüttel…

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4.000 Tage Pech

16. Februar 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste kommt aufgeregt zu mir in die Küche gerannt und tippt mir auf die Schulter, während ich gerade dabei bin, noch schnell ein wenig Rührei fürs Abendbrot zu braten.
Übrigens: Ich hasse auf die Schulter tippen!
Naja, mal sehen, was die Liebste auf dem Herzen hat, muss ja dringend sein…

“Schatz? Du musst gleich deine Emails abrufen!”
“Süße, darf ich denn vorher noch eben unser Rührei fertig machen?”

“Ja, aber dann musst du gleich deine Emails lesen.”
“Wieso? Was ist denn??”

“Und du musst auch sofort antworten!”
“Woher weißt du denn, was ich für Emails kriege??”

“Weil ich dir eben gerade eine geschickt habe.”
“Ähm… Du hast MIR eine Email geschrieben?”

“Ja.”
“Während wir hier zu Hause sind?”

“Ja.”
“Ach und es mir einfach sagen ging nicht, oder was??”

“Nein, es handelt sich ja sonst um 4.000 Tage Pech.”
“Was??”

“Wenn du meine Mail ignorierst, hast du 4.000 Tage Pech!”
“Die habe ich schon hinter mir, daher…”

“Nein, jetzt mal ehrlich, machst du das?”
“Ich verstehe immer noch nicht, was ich überhaupt machen soll!”

“Ich habe dir eine Umarmung per Mail geschickt.”
“Ähm…”

“Und du musst die jetzt an alle deine Freunde weiterleiten.”
“Und wenn nicht??”

“Das sagte ich doch, dann hast du 4.000 Tage Pech!”
“Ach, jetzt verstehe ich: du hast einen Kettenbrief gekriegt!”

“Nein, das ist ein Umarmungszertifikat. Von Simone.”
“Liebste, diese Dinger sind doch alle Schwachsinn.”

“Ich habe das an alle weitergeschickt, die ich kenne!”
“Schatz, das ist doch jetzt nicht dein Ernst!?”

“Doch, aber das ist noch nicht alles.”
“Was denn noch??”

“Ich warte jetzt auf Antworten.”
“Antworten muss man da auch noch??”

“Ich brauche 5 Antworten, dann wachen die Engel über mich!”
“Aha… Die Alternative sind übrigens 5 Ramazotti.”

“Was? Wieso?”
“Dann hörst du die Englein singen! Haha!!”

“Du bist so doof!”
“Und du fällst auf jeden Blödsinn rein! Da mache ich nicht mit!”

“Ich finde das aber toll, Umarmungen zu verschicken!”
“Per Mail??”

“Na, ich kann ja nicht mal eben zu allen hingehen?”
“Aber mich könntest du doch jetzt auch so umarmen??”

“Darum geht es doch gar nicht!”
“Nicht?? Aber du hast doch eben gesagt, dass…”

“Ich will 5 Antworten kriegen!”
“Jaja, ist ja gut, ich antworte dir ja gleich…”

“Gut.”
“Bist du dann jetzt endlich zufrieden, ja?”

“Ich schon, aber du wirst dich ärgern.”
“Mir ist das nicht so wichtig, dass die Engel über mich wachen.”

“Ich meine, deine 4.000 Tage Pech haben schon angefangen.”
“Wieso??”

“Weil du das ganze Rührei verbrannt hast!”
“Was?? Oh nein, so ein Mist!!”

“Siehste! Aber du hörst ja auch nie auf mich!”

Kopfschüttel…

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Die schaffe ich nicht

3. Dezember 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sind heute schon früh aufgestanden, da wir für einen geschäftlichen Termin bereits um 9.30 Uhr in Hamburg sein müssen; und die A1 von Bremen nach Hamburg ist morgens wahrlich kein Zuckerschlecken…
Schnell noch ein kleines Frühstück genießen und dann müssen wir auch schon los, um nicht zu spät zu kommen.

“Irgendwie muss ich noch was essen, glaube ich…”
“OK, was möchtest du denn haben, Süße?”

“Hm…”
“Ich schmiere dir schnell noch ein Brot, ja?”

“Nee.”
“Dann vielleicht einen Apfel?”

“Nee.”
“Einen Joghurt? Wir haben noch Blaubeere.”

“Nee.”
“Och Schatz! Dann weiß ich auch nicht!”

“Irgendwas, nur eine Kleinigkeit…”
“Wir haben noch Milchschnitte, fällt mir gerade ein!”

“Oh ja, Milchschnitte ist gut!”
“Also schön. Warte…”

“Ich nehme eine halbe Milchschnitte.”
“Wie bitte??”

“Eine halbe.”
“Ich soll dir die Milchschnitte noch teilen??”

“Du kannst die andere Hälfte haben.”
“Ich hasse Milchschnitte!”

“Ich will aber doch nicht so viel jetzt!?”
“Schatz! EINE Milchschnitte, das sind zwei Bissen!”

“Die schaffe ich nicht.”
“Du wirst ja wohl lächerliche 30 Gramm Milchschnitte schaffen!”

“Sind das nur 30 Gramm??”
“28 Gramm, um genau zu sein…”

“Dass 14 Gramm so satt machen können, erstaunlich!”
“Eine halbe Milchschnitte bleibt ja alleine schon im Hals kleben!”

“Bleibt sie nicht!”
“Natürlich! Da kommt im Magen gar nix von an!”

“Dann trinke ich eben noch was. Zum Runterspülen.”
“Auf so eine Idee kann auch wirklich nur eine Frau kommen!”

“Kannst du mir noch den Multivitaminsaft geben, bitte?”
“Gerne! Und wie viel? Ein viertel Glas vielleicht??”

“Nee, ein halbes.”
“Schatz!”

“Warum regst du dich denn so auf, ich will doch nur frühstücken!”
“Aber das ist doch kein Frühstück! Eine HALBE Milchschnitte!”

“Gib mir jetzt die Milchschnitte und sei still, ja?”
“Gott, mein Blutdruck, und das am frühen Morgen schon…”

“Haben wir gleich noch 5 Minuten Zeit?”
“Nein.”

“Oder 3 Minuten?”
“Wofür denn… Willst du vielleicht noch deinen Mantel teilen?”

“Nein, das geht ja gar nicht!”
“Bei dir kann man nie wissen…”

“Ist doch alles in Ordnung, ich sage doch gar nichts!”
“Jaja… Also wofür brauchst du noch 3 Minuten…”

“Ich muss noch schnell zum Bäcker unten, was erledigen.”
“Zum Bäcker?? Was willst du da denn noch??”

“Mir ein Brötchen für die Fahrt kaufen natürlich!”

Kopfschüttel…

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Marktlücke

25. November 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich kommen gemeinsam am Abend im Anschluss an einen langen Arbeitstag nach Hause und werfen unsere Jacken in die Ecke. Jeder erledigt noch schnell seine zwei, drei Heimkehrrituale und dann setzen wir uns beide im Wohnzimmer erst einmal auf unser Sofa…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Was essen wir denn jetzt?”
“Keine Ahnung…”

“Ich habe aber Hunger.”
“Ich auch.”

“Und was essen wir dann jetzt?”
“Weiß nicht, was haben wir denn in der Küche noch?”

“Nichts.”
“Nichts??”

“Nichts.”
“Das ist nicht viel…”

“Hm…”
“Tja…”

“Und was essen wir jetzt?”
“Da werden wir wohl was bestellen müssen.”

“Wo denn?”
“Beim Italiener oder beim Chinesen?”

“Nee.”
“Ähm, tja, damit wären wir bereits am Ende unserer Möglichkeiten.”

“Wie bitte??”
“Wir haben nur Speisekarten von diesen beiden.”

“Aber ich will was anderes!”
“Und was?”

“Ich hätte jetzt Lust auf was richtig Schmieriges, Ungesundes!”
“Aha. Und?”

“Zum Beispiel eine schmierige Currywurst mit Pommes Majo!”
“Sowas liefert aber keiner.”

“Warum nicht?”
“Ähm…”

“Das ist eine Marktlücke, Schatz!”
“Schön, aber diese Marktlücke können wir jetzt nicht essen.”

“Hätte ich eine Pommesbude, dann….”
“Du und eine Pommesbude?? Haha!”

“Was ist daran so witzig??”
“Ich stelle mir gerade vor, wie du die Würstchen wendest…”

“Bei mir gäbe es holländische Pommes in Tüten, doppelt frittiert.”
“Klingt gut…”

“Und Bratwurst mit scharfer Soße, Curry und Peperonistückchen.”
“Hm… Hört sich sehr lecker an…”

“Und wer will, kriegt Zwiebeln und eingelegte Jalapenos dazu!”
“Also ich muss sagen, das ließe sich tatsächlich gut verkaufen…”

“Sag ich doch, dafür würden die Leute mir die Bude einrennen!”
“Hm…”

“Und das Gericht nenne ich dann Curry México con Patatas.”
“Gute Idee, aber… Das hört sich irgendwie so Spanisch an??”

“Na und? Merkt doch keiner…”
“Ähm…”

“Also du findest meine Idee gut, ja?”
“Ich bin erstaunt, absolut…”

“Und hättest du jetzt gerne einmal Curry México con Patatas?”
“Das wäre nicht schlecht, also…”

“Prima. Hier hast du 10 Euro.”
“10 Euro?? Und was soll ich damit jetzt??”

“Damit gehst du zum Grilleck und holst 2-mal die Bochumplatte.”
“Ähm, aber…”

“Und geh jetzt gleich, bevor die dicht machen, ja?”
“Aber…”

“Was ist denn??”
“…das ist doch dann gar nicht dieses leckere México Patatas Dingens??”

“Natürlich nicht, das gibt´s ja auch nur in meiner Pommesbude!”
“Ach so!? Und wo ist denn DEINE Pommesbude, bitteschön??”

“Das ist geheim. Wegen der Exklusivität, verstehste?”
“Eine geheime Pommesbude?? Das ist ja völliger Schwachsinn!”

“Das ist kein Schwachsinn! Ich will eben nur exklusive Gäste!”
“Ach so! Und was mache ich??”

“Du gehst jetzt zum Grilleck!”

Kopfschüttel…

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Sonst nichts?

30. Oktober 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sind auf dem Weg zum Auto der Liebsten, denn wir müssen heute noch unseren 2-wöchigen Großeinkauf erledigen. Da sie beim Schnick Schnack Schnuck gegen mich verloren hat, muss sie nun fahren und ich freue mich.

“Du Schatz, hast du einen Euro klein?”
“Habe ich, Süße.”

“Das ist gut, dann kannst du gleich den Einkaufswagen holen.”
“OK, ich hole ihn, aber du musst ihn natürlich schieben.”

“Ich?? Wieso ich?”
“Weil du verloren hast und heute fahren musst.”

“Aber doch nur das Auto, nicht den Einkaufswagen!”
“Der Einkaufswagen gehört natürlich auch dazu.”

“Wer sagt das!”
“Das versteht sich ja wohl von selbst!”

“Grr… Na gut.”
“Oh! Du stimmst heute mal ohne Riesenaufstand zu??”

“Ja. Ausnahmsweise.”
“Ich bin begeistert! Schatz, aus uns kann doch noch was werden!”

“Aber sonst muss ich nichts machen, oder?”
“Was denn sonst?”

“Naja, Getränkekisten schleppen, oder so?”
“Nein. Musst du nicht. Das mache ich.”

“Auch keine Tüten tragen?”
“Nein.”

“Prima!”
“Sollte es tatsächlich heute passieren, dass wir uns mal einig sind??”

“Ja. Ich fahre und ich schiebe auch brav den Einkaufswagen.”
“Dass ich das noch erleben darf…”

“Ich laufe einfach nur hinter dir her und mache sonst nichts.”
“Sehr gut, das ist mal Einkaufen nach meinem Geschmack!”

“Das freut mich und ich erinnere dich dann daran.”
“Mich erinnern? Wann?”

“Wenn wir an der Kasse stehen und du bezahlen musst!”

Kopfschüttel…

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Ich liege hier gerade so schön

29. September 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich verbringen den Sonntagabend vor dem Fernseher; das perfekte Promi-Dinner mit Lisa Fitz und Alexander Hold flimmert auf der Mattscheibe.
Eher leichte Unterhaltung für nebenbei, aber daran hat man sich ja in den letzten Jahren gewöhnen müssen.

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Ich hätte jetzt voll Lust auf was Süßes!”
“So?”

“Ja!”
“Das ist schlecht.”

“Wieso!”
“Weil wir meines Wissens nichts Süßes im Haus haben.”

“Gar nichts?”
“Gar nichts.”

“Nicht einmal ein Bonbon oder einen Keks oder so??”
“Du kannst ja suchen, aber ich glaube nicht, dass du was findest.”

“Wieso haben wir denn nichts mehr!?”
“Weiß ich auch nicht, ist eben alles weg.”

“Warst du nicht Freitag einkaufen??”
“Ja, war ich.”

“Und warum hast du nichts mitgebracht??”
“Habe ich ja! Eine Tüte Schoko-Bons, du erinnerst dich?”

“Ach ja…”
“Und wer hat die gleich aufgegessen??”

“Das war dann wohl ich…”
“Richtig. Also.”

“Aber ich möchte JETZT Schoko-Bons!”
“Wir haben aber JETZT keine.”

“Haben wir auch kein Nutella mehr?”
“Nein.”

“Oder Pudding oder Joghurt oder irgendwas??”
“Haben wir nicht.”

“Och Mann!”
“Fahr doch einfach zur Tankstelle und kauf dir was.”

“Jetzt?? Nee!”
“Und warum nicht?”

“Ich liege hier gerade so schön auf dem Sofa.”
“Dann werden die Schoko-Bons wohl auch schön im Regal liegen bleiben.”

“Kannst du nicht eben schnell zur Tanke fahren?”
“Möchte ich Schoko-Bons?”

“Weiß ich nicht, möchtest du?”
“Nein! Und deswegen muss ich auch nicht zur Tanke.”

“Kannst du das denn nicht EINMAL für deine Liebste machen?”
“Damit meinst du dich, richtig?”

“Wen denn sonst!? Oder hast du noch eine andere Liebste??”
“Im Augenblick nicht.”

“Im Augenblick nicht?? Wann denn??”
“Im Blog sagen ja auch alle, ich soll dich in den Wind schießen!”

“Ich lasse dich aber nicht gehen!”
“Mist…”

“Tja, das ist dann wohl Pech!”
“Jeder muss sein Säcklein tragen…”

“Du bist so doof!”
“Deine Chancen, dass ich zur Tanke fahre, sinken derzeit beachtlich.”

“Wieso! Würdest du denn??”
“Jetzt nicht mehr!”

“Und wenn ich jetzt ganz lieb bin??”
“Pff!”

“Bitte, bitte, bitte!”
“Das nennst du lieb?? Ich nenne das verzweifelt Betteln!”

“Bitte, bitte, bitte, Küsschen, Küsschen, Küsschen!”
“Das reicht nun wirklich ÜBERHAUPT nicht!”

“Was soll ich denn machen??”
“Du könntest die tausend Socken vom Wäscheständer zusammenlegen.”

“Aber ich hasse Socken zusammenlegen!”
“Ich weiß.”

“Ich weiß doch nie, welche da zusammengehören!”
“Das ist mir durchaus bekannt. Und? Ja oder Nein!”

“Das ist gemein!”
“Wieso ist das gemein??”

“Das ist Erpressung!”
“Willst du Schoko-Bons, Joghurette und Balisto?”

“Ja!”
“Dann musst du auch die Socken zusammenlegen.”

“Da habe ich aber jetzt überhaupt gar keine Lust zu!”
“Tja.”

“Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte!”
“Du bist wirklich unmöglich, weißt du das!?”

“Ja, aber bitte, bitte, bitte, bitte!”
“Ich fahre, dann habe ich wenigstens eine Viertelstunde meine Ruhe!”

“Was holst du denn dann?”
“Was willst du denn…”

“Also wenn ich mir das noch einmal überlege, dann…”
“Nein! Bitte nichts überlegen, da kommt doch nur wieder…”

“Ich glaube, ich esse lieber einfach einen Apfel.”
“Das ist doch jetzt nicht dein Ernst, oder??”

“Wieso??”
“Nach diesem ganzen Theater jetzt plötzlich einen Apfel??”

“Ich habe es mir eben anders überlegt, na und??”
“Schatz!”

“So brauchst du auch nicht losfahren, ist doch gut, oder??”
“Aber ich hatte mich so auf die Viertelstunde Pause von dir gefreut!”

“Dann leg doch einfach die Socken zusammen!”

Kopfschüttel…

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Was naschen

10. August 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich genießen den “veranstaltungsfreien” Sonntag.
Wir haben uns vorgenommen, uns einfach nichts vorzunehmen! Da das Wetter draußen auch nicht gerade berauschend ist, kommt so ein Tag wie gerufen.

“Wir können heute den ganzen Tag rumschlunzen!”
“Ja, Süße. Herrlich!”

“Ich glaube, ich werde heute nur auf dem Sofa rumliegen.”
“Mach das.”

“Und was naschen.”
“Was denn?”

“Wir hätten da noch die Nusskuchen-Backmischung.”
“Tja… Warum nicht?”

“Ich backe den gleich, geht ja schnell.”
“Prima.”

“Kannst du dann die Glasur machen?”
“Ich?? Nee!”

“Warum denn nicht?”
“Seit wann backen Männer denn Kuchen??”

“Ach nee!”
“Ach ja!”

“So? Seit wann gehen Frauen denn arbeiten??”

Kopfschüttel…

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Meine Liebste und ich erledigen heute Vormittag mal wieder die lästigen Pflichten des Alltags. Während die Liebste die Betten frisch bezogen hat (was ich nicht wirklich gerne mache), war ich unterwegs, um unsere Lebensmittelvorräte wieder aufzufüllen.

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße, da bin ich wieder.”

“Hast du ein paar leckere Sachen mitgebracht?”
“Ja.”

“Was denn?”
“Zum Beispiel deinen Nordseekrabben-Salat, den du so gerne magst.”

“Den kaufe ich nicht mehr.”
“Aha? Und warum das??”

“Weil der so tierisch teuer geworden ist!”
“So?”

“Hast du natürlich wieder nicht drauf geachtet! Typisch Mann.”
“Entschuldigung, ich dachte…”

“Naja… Und was hast du noch mitgebracht?”
“Für dich ein Schokocroissant vom Bäcker.”

“Für mich??”
“Ja.”

“Ach! Und ich soll das alleine essen, oder was??”
“Ähm, daran hatte ich gedacht, ja…”

“Schokocroissants esse ich nicht mehr.”
“So?? Seit wann das denn??”

“Seit ich weiß, dass EIN Schokocroissant 700 Kalorien hat!”
“Aber du hast doch immer…”

“Das ist VIEL zu viel! Nur für ein blödes Croissant!”
“Also heißt das, dass du es nicht willst, ja?”

“Naja, lass erst mal liegen…”
“Wie Madame wünschen…”

“Hast du auch was Gesundes mitgebracht?”
“Natürlich. Ich habe Paprika mitgebracht, damit wir heute abend…”

“Welche Farbe denn??”
“Grün.”

“Ich mag aber lieber die roten!”
“Die grüne Paprika war aber viel billiger!”

“Pff! Die paar Cent!”
“Aber eben beim Krabbensalat hast du doch noch gesagt, dass…”

“Krabbensalat kann ich ja auch selber machen, Paprika nicht.”
“Ach so? Und wie machst du bitte Krabben selber??”

“Ich meinte doch den Salat, nicht die Krabben!”
“Das ist doch wieder mal ein total blöder Vergleich!”

“Dass Männer immer so komisch einkaufen, verstehe ich nicht…”
“Aber ich habe doch eingekauft, wie immer!”

“Das ist ja das Schlimme!”
“Woher soll ich denn wissen, dass du plötzlich …”

“Du musst einfach nur bewusst einkaufen und nachdenken.”
“Ach so! So einfach ist das??”

“Ja.”
“Soso. Dann wird es dich freuen, dass ich kein Nutella gekauft habe.”

“Was?? Kein Nutella??”
“Nein.”

“Und warum nicht??”
“Nutella essen wir jetzt seit gefühlten 100 Jahren. Es reicht, dachte ich.”

[Ich sollte vielleicht erwähnen, dass sich sehr wohl ein unberührtes Glas Nutella in einer meiner Einkaufstüten befindet...]

“Aber, aber…”
“Was aber? Was ist denn, Schatz?”

“Ohne Nutella kann ich nicht leben, das weißt du doch!”
“Ich kaufe dir einfach einen Sack Nüsse und Milch.”

“Und dann??”
“Dann kannst du das ja einfach selber machen!”

“Aber das Rezept ist doch geheim!”
“Mit ein bisschen Übung kriegst du das schon hin.”

“Schatz, Nutella brauche ich aber!”
“Na gut, also schön. Ich habe doch was mitgebracht.”

“Ehrlich??”
“Ja, aber Nusspli. Das ist viel billiger und schmeckt fast genauso.”

“WAS?? Dann such dir doch gleich auch noch ne neue Freundin!”
“Wie bitte?? Und was hat das jetzt bitte damit zu tun??”

“Die ist dann auch viel billiger und schmeckt fast genauso!”

Kopfschüttel…

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Hilfe! Hilfe!

17. Juli 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Hilfe! Hilfe! (photocase.de © sushi)Meine Liebste und ich sind zu Fuß auf dem Weg zu Freunden, die bei uns ganz in der Nähe wohnen.
Wenn wir faul sind, fahren wir da auch schon mal mit dem Auto hin… Aber nicht heute, das Wetter ist einigermaßen akzeptabel.

“Man sollte viel öfter zu Fuß gehen.”
“Ja, Süße. Heute ist es aber auch bes…”

“Äh! Mann!!”
“Was ist denn?? Was hast du denn?”

“Mir schwirrt eine kleine Fliege um die Nase!”
“Ach so.”

“Ach so?? Was heißt den bitte ach so! Mach was!”
“Was soll ich denn machen??”

“Die Fliege wegscheuchen.”
“Husch!”

“Doch nicht so, du sollst sie fangen oder klatschen!”
“Die Fliege?”

“Ja, die Fliege. Siehste, hier! Da ist sie wieder! PFFSHH!!”
“Wenn du deinen Kopf nicht still hältst, kann ich sie nicht fangen.”

“Ah, jetzt ist sie weg. Sehr gut.”
“Gern geschehen.”

“Wie bitte?? Du hast doch gar nichts gemacht!”
“Aber seit ich mich eingemischt habe, ist die Fliege weg.”

“Blödmann.”
“Selber.”

“MIST! DA IST SIE SCHON WIEDER! MANN!”
“Ganz schön hartnäckig, die Kleene.”

“Warum ist die denn nur bei mir und nicht bei dir??”
“Diese kleine Fliege mag dich, Schatz.”

“Ach und dich mag sie nicht??”
“Offensichtlich.”

“Wieso mag die dich denn nicht??”
“Vielleicht rieche ich nicht so gut.”

“Riechen??”
“Ich könnte mir vorstellen, dass Fliegen dein Parfum anmacht.”

“Was?? Mein Parfum?? Aber die fliegen doch auch um Kühe rum!”
“Ähm…”

“Sag jetzt besser nichts!”
“Wer hat denn damit angefangen?? Ich doch nicht!”

“Nenn mich bloß nicht Kuh!”
“Mache ich nicht, meine Liebste, wie könnte ich!”

“Ich hasse es, wenn jemand Kuh zu mir sagt!”
“Sagt ja keiner.”

“Aber du hast es gedacht, das ist genau so schlimm!”
“Moment mal, ich…”

“Nur weil EINE Fliege hier ist, bin ich noch lange keine Kuh!”
“Schatz? Darf ich etwas dazu sagen?”

“Was denn…”
“MUH!!”

“Du bist so doof!”
“Die Fliege ist immer noch da.”

“Was will die denn von mir??”
“Vielleicht will sie dich kidnappen, sei vorsichtig!”

“Deine blöden Sprüche kannst du dir in den…”
“Sag es nicht, sowas sagt man nicht!”

“Dann mach die Fliege weg!”
“Sprich doch einfach mal ganz ruhig mit ihr, dann…”

“HILFE! HILFE!! HILFE!!!”

[Die Liebste fängt aus vollem Halse an, um Hilfe zu schreien; was die übrigen Passanten in etwa 3.000 Meter Radius dazu bewegt, stehen zu bleiben und besonders MIR sehr fragende und böse Blicke zuzuwerfen. Es wird nur noch wenige Sekunden dauern, bis sich einige Hilfsbereite mutig auf mich stürzen werden!]

“HILFE!!!”
“SCHATZ! Sag mal, spinnst du!! Lass das!!”

“Wieso denn?”
“Weil alle denken, ich hätte dich getreten oder entführt oder so!!”

“HIIIILLFFEEE!!”
“Hör auf!! Ich fange dir die blöde Fliege ja!”

[Vom Schreien hat die Liebste ein hochrotes Gesicht bekommen und weil sie sich dabei anscheinend völlig verausgabt hat, beginnt sie nun - als endlich wieder Stille eingekehrt ist und die Leute wieder ihrer Wege gehen - ein wenig zu Husten.]

“Öhäähherhaaar, ähhäohh…”
“Ähm, Schatz, ist alles in Ordnung??”

“Ja. Ähööerähäh… Schon gut.”
“Na dann…”

“Du brauchst die Fliege nicht mehr fangen, sie ist weg.”
“Oh, gut! Dein kindisches Geschrei wird sie wohl verscheucht haben.”

“Nein.”
“Nicht? Wieso??”

“Weil ich sie aus Versehen eben verschluckt habe! Öähhahaaö…”

Kopfschüttel…

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Und mochte ich die?

3. Juli 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Und moche ich die? (photocase.com © melodie)Meine Liebste und ich sitzen abends in unserem Wohnzimmer und überlegen, was wir jetzt denn mal zum Abendbrot essen könnten. Die Wahl fällt auf den berühmten Pizza-Service Flipper.
Die Speisekarte zeigt 276 Möglichkeiten.

“Schatz, was nimmst du?”
“Ich nehme die 122, Süße. Das sagte ich bereits mehrfach.”

“Was ist denn Nummer 122 eigentlich?”
“Pizza. Mit Peperoni.”

“Und was nehme ich?”
“Ja, das ist eine Frage, auf deren Antwort ich schon 5 Minuten warte…”

“Was würdest du denn an meiner Stelle nehmen?”
“Egal, wichtig ist nur, dass wir heute noch bestellen!”

“Aber ich weiß wirklich nicht, was ich nehmen soll!”
“Möchtest du vielleicht Pizza?”

“Nee.”
“Sondern?”

“Am liebsten was mit Nudeln.”
“Das ist doch schon mal was! Pasta-Gerichte, Seite 3.”

“Ich kann mich nicht entscheiden…”
“Aber ich. Du nimmst Nummer 34 und fertig!”

“Was ist denn das?? Gambas??”
“Die magst du doch, oder?”

“Aber doch nicht mit Nudeln!”
“Na gut, dann nimm was anderes!”

“Nudeln, Nudeln, Nudeln… Hm, hm, hm…”
“Schatz? Ist alles in Ordnung, ich meine…”

“Doch, doch, alles klar! Oder nehme ich doch Pizza…”
“Oh Gott, ich spüre schon wieder meinen Puls…

“Sag mal, was hattest du noch gleich?”
“Nummer 122! Pizza Peperoni! Immer noch!”

“Ach ja… Hm…”
“Und?”

“Haben die auch was Chinesisches?”
“Nein… Das ist ein Pizza-Service…”

“Schade, weil gebratene Nudeln fände ich jetzt gut…”
“Ähm, wir können auch beim China-Mann bestellen, Hauptsache…”

“Nee, lass nur, ich finde auch hier was!”
“Aha…”

“Hatte ich schon mal die Nudeln mit Gorgonzola-Soße?”
“Ja.”

“Und mochte ich die?”
“Ja…”

“Ah, gut!”
“Soll ich dir also Nummer… 40 bestellen?”

“Nee.”
“Wieso denn nicht?! Das sind doch Nudeln mit Gorgonzola-Soße!”

“Aber die hatte ich doch schon mal!”
“Heißt das, du bestellst nur etwas, was du noch nicht hattest??”

“Man muss doch alles mal probieren?”
“Dann probier jetzt auch endlich mal was!”

“OK, na schön. Ich nehme Nummer 41.”
“41, 41… Nudeln mit Lachs und Tomatensoße. Sehr gut!”

“Aber ohne Nudeln.”
“Was? Ohne Nudeln??”

“Statt Nudeln bitte Gnocchis.”
“Ach so… OK, sage ich. Gib mir mal das Telefon…”

“Und statt der Tomatensoße bitte Sahnesoße.”
“Ähm…”

“Und statt des kleinen Salates bitte ein Pizzabrötchen, ja?”
“Aber…”

“Und mit Shrimps.”
“Shrimps??”

“Shrimps extra bitte. So wie bei Nummer 44.”
“Hör mal, also das…”

“Und keine Kräuter bitte, das mag ich nicht.”
“SCHATZ!!!!”

“Was ist denn??”
“Hör auf jetzt! Das gibt´s doch wohl gar nicht!”

“Wieso? Ich sollte doch was aussuchen?”
“Aber möglichst etwas, was auch auf der Karte steht!”

“Die paar Kleinigkeiten…”
“Bitte sehr, bitte sehr! Das kannst du denen aber selber sagen!”

“Du wolltest doch aber da anrufen, oder nicht?”
“Ja, aber deine Extrawünsche kann sich ja kein Mensch merken!”

“Ist doch ganz einfach, also anstatt…”
“NEIN! Erzähl das bitte gleich dem Pizza-Mann!”

“Nur, weil du dir ein paar Details nicht merken kannst…”
“Ich kann mir Details merken, aber ich will mir das nicht merken!”

“Du baust echt langsam ab, Schatz…”
“WAS?? ICH?? ABBAUEN?!”

“Schrei mich nicht an!”
“OH!!! TUT MIR ECHT LEID!!! S-C-H-A-T-Z ! ! - Bestell jetzt, ja?”

“Ja gut, ja gut, na schön… Dann bestelle ich eben…”
“Na ENDLICH!”

“Ich muss nur noch eine wichtige Frage stellen.”
“Himmel! Und was, bitte…”

“Welche Nummer wolltest du noch gleich?”

Kopfschüttel…

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Mit Stückchen

19. Mai 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend an unserem Esstisch im Wohnzimmer und essen gemeinsam Abendbrot; vielmehr: sind wir damit gerade fertig geworden.
Entspannt lehne ich mich zurück und warte auf die Vorschläge der Liebsten…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Wollen wir noch ein Eis essen gehen?”
“Hm, ja, warum nicht? Gute Idee!”

“Ich habe jetzt noch voll Lust auf Schokoladeneis!”
“Prima, dann lass uns die Sachen wegräumen und dann los.”

“Aber nicht zur Eisdiele.”
“Ähm…”

“Ich meine, nicht zu DER Eisdiele.”
“Du meinst die vor unserer Tür?”

“Genau.”
“Und warum nicht zu Simonetti??”

“Da schmeckt das Schokoladeneis nicht.”
“Aha. Und wieso schmeckt das da plötzlich nicht mehr??”

“Es schmeckt schon, aber da sind ja keine Stücke drin.”
“Stücke??”

“Naja so Schokoladenstückchen eben, die will ich jetzt!”
“Aber wir haben da doch schon 1.000-mal Eis gegessen??”

“Aber nicht mit Schokostückchen.”
“OK, schön, und was heißt das jetzt?”

“Dass ich zu einer anderen Eisdiele will.”
“Na toll! Da haben wir eine Eisdiele vor der Tür und…”

“…wir können doch aber mal woanders hingehen?”
“Das können wir, ja, und wohin?”

“Weiß ich nicht.”
“Das sind nicht gerade gute Voraussetzungen, Liebste…”

“In Oldenburg wüsste ich eine Eisdiele, wo es das gibt!”
“Schatz! Oldenburg ist 50 Kilometer weit weg!?”

“Ich will ja auch gar nicht nach Oldenburg.”
“Da bin ich aber froh, bei dir weiß man ja nie…”

“Was soll das denn heißen??”
“Dass es gut hätte sein können, dass du jetzt da hin willst!”

“Stimmt ja gar nicht!”
“Sondern?”

“Hier wird es ja in Bremen wohl noch andere Eisdielen geben!”
“Gibt es, ja, zum Beispiel an der Schlachte.”

“Haben die Schokoeis mit Stückchen??”
“Ähm, das weiß ich nicht…”

“Dann ruf da an.”
“Wie bitte?? Ich weiß weder die Adresse noch den Namen!?”

“Das wird die Auskunft ja wohl wissen??”
“Dann ruf DU doch da an, wenn das so einfach ist!”

“Du kannst sowas aber besser.”
“Was! Die Auskunft nach einer Telefonnummer fragen??”

“Nein, das mit den Schokostückchen.”
“DAS wird mir die Auskunft NICHT sagen können!”

“Aber der nette Mann in der Eisdiele.”
“Und warum fragst du denn NETTEN Mann nicht selber??”

“Aber wenn der italienisch spricht?”
“Das ist keine italienische Eisdiele, soweit ich weiß…”

“Dann will ich da auch nicht hin.”
“Aber Schokoladeneis werden die wohl auch haben!”

“Mit Stückchen?”
“Himmel!!”

“Wir können ja auch in die Gelben Seiten gucken, oder?”
“Oh nein, bitte nicht!”

“Warum nicht??”
“Weil das nur wieder eine Katastrophe wird!”

“Verstehe ich nicht…”
“Bevor ich mir DAS antue, fahre ich dich lieber nach Oldenburg!”

“Ehrlich? Dann los.”
“Schatz, das sollte eigentlich nur ein Witz sein…”

“Ich finde das auch echt witzig!”
“Das ist schön…”

“Fährst du?”
“Liebste, ein Witz, du verstehst…”

“So spontane Sachen finde ich total aufregend!”
“Ich brech zusammen…”

“Dann fahren wir aber vorher noch bei Simonetti vorbei.”
“Ähm… Jetzt DOCH zu unserer Eisdiele??”

“Klar!”
“Aber du wolltest doch da nicht hin??”

“Richtig, aber bis Oldenburg sind wir ja ewig unterwegs.”
“Den Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht??”

“Dann können wir uns für die Fahrt da noch ein Eis mitnehmen!”
“Schokolade??”

“Nee, Vanille!”

Kopfschüttel…

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4.000 Tage Pech

16. Februar 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste kommt aufgeregt zu mir in die Küche gerannt und tippt mir auf die Schulter, während ich gerade dabei bin, noch schnell ein wenig Rührei fürs Abendbrot zu braten.
Übrigens: Ich hasse auf die Schulter tippen!
Naja, mal sehen, was die Liebste auf dem Herzen hat, muss ja dringend sein…

“Schatz? Du musst gleich deine Emails abrufen!”
“Süße, darf ich denn vorher noch eben unser Rührei fertig machen?”

“Ja, aber dann musst du gleich deine Emails lesen.”
“Wieso? Was ist denn??”

“Und du musst auch sofort antworten!”
“Woher weißt du denn, was ich für Emails kriege??”

“Weil ich dir eben gerade eine geschickt habe.”
“Ähm… Du hast MIR eine Email geschrieben?”

“Ja.”
“Während wir hier zu Hause sind?”

“Ja.”
“Ach und es mir einfach sagen ging nicht, oder was??”

“Nein, es handelt sich ja sonst um 4.000 Tage Pech.”
“Was??”

“Wenn du meine Mail ignorierst, hast du 4.000 Tage Pech!”
“Die habe ich schon hinter mir, daher…”

“Nein, jetzt mal ehrlich, machst du das?”
“Ich verstehe immer noch nicht, was ich überhaupt machen soll!”

“Ich habe dir eine Umarmung per Mail geschickt.”
“Ähm…”

“Und du musst die jetzt an alle deine Freunde weiterleiten.”
“Und wenn nicht??”

“Das sagte ich doch, dann hast du 4.000 Tage Pech!”
“Ach, jetzt verstehe ich: du hast einen Kettenbrief gekriegt!”

“Nein, das ist ein Umarmungszertifikat. Von Simone.”
“Liebste, diese Dinger sind doch alle Schwachsinn.”

“Ich habe das an alle weitergeschickt, die ich kenne!”
“Schatz, das ist doch jetzt nicht dein Ernst!?”

“Doch, aber das ist noch nicht alles.”
“Was denn noch??”

“Ich warte jetzt auf Antworten.”
“Antworten muss man da auch noch??”

“Ich brauche 5 Antworten, dann wachen die Engel über mich!”
“Aha… Die Alternative sind übrigens 5 Ramazotti.”

“Was? Wieso?”
“Dann hörst du die Englein singen! Haha!!”

“Du bist so doof!”
“Und du fällst auf jeden Blödsinn rein! Da mache ich nicht mit!”

“Ich finde das aber toll, Umarmungen zu verschicken!”
“Per Mail??”

“Na, ich kann ja nicht mal eben zu allen hingehen?”
“Aber mich könntest du doch jetzt auch so umarmen??”

“Darum geht es doch gar nicht!”
“Nicht?? Aber du hast doch eben gesagt, dass…”

“Ich will 5 Antworten kriegen!”
“Jaja, ist ja gut, ich antworte dir ja gleich…”

“Gut.”
“Bist du dann jetzt endlich zufrieden, ja?”

“Ich schon, aber du wirst dich ärgern.”
“Mir ist das nicht so wichtig, dass die Engel über mich wachen.”

“Ich meine, deine 4.000 Tage Pech haben schon angefangen.”
“Wieso??”

“Weil du das ganze Rührei verbrannt hast!”
“Was?? Oh nein, so ein Mist!!”

“Siehste! Aber du hörst ja auch nie auf mich!”

Kopfschüttel…

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Die schaffe ich nicht

3. Dezember 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sind heute schon früh aufgestanden, da wir für einen geschäftlichen Termin bereits um 9.30 Uhr in Hamburg sein müssen; und die A1 von Bremen nach Hamburg ist morgens wahrlich kein Zuckerschlecken…
Schnell noch ein kleines Frühstück genießen und dann müssen wir auch schon los, um nicht zu spät zu kommen.

“Irgendwie muss ich noch was essen, glaube ich…”
“OK, was möchtest du denn haben, Süße?”

“Hm…”
“Ich schmiere dir schnell noch ein Brot, ja?”

“Nee.”
“Dann vielleicht einen Apfel?”

“Nee.”
“Einen Joghurt? Wir haben noch Blaubeere.”

“Nee.”
“Och Schatz! Dann weiß ich auch nicht!”

“Irgendwas, nur eine Kleinigkeit…”
“Wir haben noch Milchschnitte, fällt mir gerade ein!”

“Oh ja, Milchschnitte ist gut!”
“Also schön. Warte…”

“Ich nehme eine halbe Milchschnitte.”
“Wie bitte??”

“Eine halbe.”
“Ich soll dir die Milchschnitte noch teilen??”

“Du kannst die andere Hälfte haben.”
“Ich hasse Milchschnitte!”

“Ich will aber doch nicht so viel jetzt!?”
“Schatz! EINE Milchschnitte, das sind zwei Bissen!”

“Die schaffe ich nicht.”
“Du wirst ja wohl lächerliche 30 Gramm Milchschnitte schaffen!”

“Sind das nur 30 Gramm??”
“28 Gramm, um genau zu sein…”

“Dass 14 Gramm so satt machen können, erstaunlich!”
“Eine halbe Milchschnitte bleibt ja alleine schon im Hals kleben!”

“Bleibt sie nicht!”
“Natürlich! Da kommt im Magen gar nix von an!”

“Dann trinke ich eben noch was. Zum Runterspülen.”
“Auf so eine Idee kann auch wirklich nur eine Frau kommen!”

“Kannst du mir noch den Multivitaminsaft geben, bitte?”
“Gerne! Und wie viel? Ein viertel Glas vielleicht??”

“Nee, ein halbes.”
“Schatz!”

“Warum regst du dich denn so auf, ich will doch nur frühstücken!”
“Aber das ist doch kein Frühstück! Eine HALBE Milchschnitte!”

“Gib mir jetzt die Milchschnitte und sei still, ja?”
“Gott, mein Blutdruck, und das am frühen Morgen schon…”

“Haben wir gleich noch 5 Minuten Zeit?”
“Nein.”

“Oder 3 Minuten?”
“Wofür denn… Willst du vielleicht noch deinen Mantel teilen?”

“Nein, das geht ja gar nicht!”
“Bei dir kann man nie wissen…”

“Ist doch alles in Ordnung, ich sage doch gar nichts!”
“Jaja… Also wofür brauchst du noch 3 Minuten…”

“Ich muss noch schnell zum Bäcker unten, was erledigen.”
“Zum Bäcker?? Was willst du da denn noch??”

“Mir ein Brötchen für die Fahrt kaufen natürlich!”

Kopfschüttel…

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Marktlücke

25. November 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich kommen gemeinsam am Abend im Anschluss an einen langen Arbeitstag nach Hause und werfen unsere Jacken in die Ecke. Jeder erledigt noch schnell seine zwei, drei Heimkehrrituale und dann setzen wir uns beide im Wohnzimmer erst einmal auf unser Sofa…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Was essen wir denn jetzt?”
“Keine Ahnung…”

“Ich habe aber Hunger.”
“Ich auch.”

“Und was essen wir dann jetzt?”
“Weiß nicht, was haben wir denn in der Küche noch?”

“Nichts.”
“Nichts??”

“Nichts.”
“Das ist nicht viel…”

“Hm…”
“Tja…”

“Und was essen wir jetzt?”
“Da werden wir wohl was bestellen müssen.”

“Wo denn?”
“Beim Italiener oder beim Chinesen?”

“Nee.”
“Ähm, tja, damit wären wir bereits am Ende unserer Möglichkeiten.”

“Wie bitte??”
“Wir haben nur Speisekarten von diesen beiden.”

“Aber ich will was anderes!”
“Und was?”

“Ich hätte jetzt Lust auf was richtig Schmieriges, Ungesundes!”
“Aha. Und?”

“Zum Beispiel eine schmierige Currywurst mit Pommes Majo!”
“Sowas liefert aber keiner.”

“Warum nicht?”
“Ähm…”

“Das ist eine Marktlücke, Schatz!”
“Schön, aber diese Marktlücke können wir jetzt nicht essen.”

“Hätte ich eine Pommesbude, dann….”
“Du und eine Pommesbude?? Haha!”

“Was ist daran so witzig??”
“Ich stelle mir gerade vor, wie du die Würstchen wendest…”

“Bei mir gäbe es holländische Pommes in Tüten, doppelt frittiert.”
“Klingt gut…”

“Und Bratwurst mit scharfer Soße, Curry und Peperonistückchen.”
“Hm… Hört sich sehr lecker an…”

“Und wer will, kriegt Zwiebeln und eingelegte Jalapenos dazu!”
“Also ich muss sagen, das ließe sich tatsächlich gut verkaufen…”

“Sag ich doch, dafür würden die Leute mir die Bude einrennen!”
“Hm…”

“Und das Gericht nenne ich dann Curry México con Patatas.”
“Gute Idee, aber… Das hört sich irgendwie so Spanisch an??”

“Na und? Merkt doch keiner…”
“Ähm…”

“Also du findest meine Idee gut, ja?”
“Ich bin erstaunt, absolut…”

“Und hättest du jetzt gerne einmal Curry México con Patatas?”
“Das wäre nicht schlecht, also…”

“Prima. Hier hast du 10 Euro.”
“10 Euro?? Und was soll ich damit jetzt??”

“Damit gehst du zum Grilleck und holst 2-mal die Bochumplatte.”
“Ähm, aber…”

“Und geh jetzt gleich, bevor die dicht machen, ja?”
“Aber…”

“Was ist denn??”
“…das ist doch dann gar nicht dieses leckere México Patatas Dingens??”

“Natürlich nicht, das gibt´s ja auch nur in meiner Pommesbude!”
“Ach so!? Und wo ist denn DEINE Pommesbude, bitteschön??”

“Das ist geheim. Wegen der Exklusivität, verstehste?”
“Eine geheime Pommesbude?? Das ist ja völliger Schwachsinn!”

“Das ist kein Schwachsinn! Ich will eben nur exklusive Gäste!”
“Ach so! Und was mache ich??”

“Du gehst jetzt zum Grilleck!”

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Sonst nichts?

30. Oktober 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sind auf dem Weg zum Auto der Liebsten, denn wir müssen heute noch unseren 2-wöchigen Großeinkauf erledigen. Da sie beim Schnick Schnack Schnuck gegen mich verloren hat, muss sie nun fahren und ich freue mich.

“Du Schatz, hast du einen Euro klein?”
“Habe ich, Süße.”

“Das ist gut, dann kannst du gleich den Einkaufswagen holen.”
“OK, ich hole ihn, aber du musst ihn natürlich schieben.”

“Ich?? Wieso ich?”
“Weil du verloren hast und heute fahren musst.”

“Aber doch nur das Auto, nicht den Einkaufswagen!”
“Der Einkaufswagen gehört natürlich auch dazu.”

“Wer sagt das!”
“Das versteht sich ja wohl von selbst!”

“Grr… Na gut.”
“Oh! Du stimmst heute mal ohne Riesenaufstand zu??”

“Ja. Ausnahmsweise.”
“Ich bin begeistert! Schatz, aus uns kann doch noch was werden!”

“Aber sonst muss ich nichts machen, oder?”
“Was denn sonst?”

“Naja, Getränkekisten schleppen, oder so?”
“Nein. Musst du nicht. Das mache ich.”

“Auch keine Tüten tragen?”
“Nein.”

“Prima!”
“Sollte es tatsächlich heute passieren, dass wir uns mal einig sind??”

“Ja. Ich fahre und ich schiebe auch brav den Einkaufswagen.”
“Dass ich das noch erleben darf…”

“Ich laufe einfach nur hinter dir her und mache sonst nichts.”
“Sehr gut, das ist mal Einkaufen nach meinem Geschmack!”

“Das freut mich und ich erinnere dich dann daran.”
“Mich erinnern? Wann?”

“Wenn wir an der Kasse stehen und du bezahlen musst!”

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Ich liege hier gerade so schön

29. September 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich verbringen den Sonntagabend vor dem Fernseher; das perfekte Promi-Dinner mit Lisa Fitz und Alexander Hold flimmert auf der Mattscheibe.
Eher leichte Unterhaltung für nebenbei, aber daran hat man sich ja in den letzten Jahren gewöhnen müssen.

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Ich hätte jetzt voll Lust auf was Süßes!”
“So?”

“Ja!”
“Das ist schlecht.”

“Wieso!”
“Weil wir meines Wissens nichts Süßes im Haus haben.”

“Gar nichts?”
“Gar nichts.”

“Nicht einmal ein Bonbon oder einen Keks oder so??”
“Du kannst ja suchen, aber ich glaube nicht, dass du was findest.”

“Wieso haben wir denn nichts mehr!?”
“Weiß ich auch nicht, ist eben alles weg.”

“Warst du nicht Freitag einkaufen??”
“Ja, war ich.”

“Und warum hast du nichts mitgebracht??”
“Habe ich ja! Eine Tüte Schoko-Bons, du erinnerst dich?”

“Ach ja…”
“Und wer hat die gleich aufgegessen??”

“Das war dann wohl ich…”
“Richtig. Also.”

“Aber ich möchte JETZT Schoko-Bons!”
“Wir haben aber JETZT keine.”

“Haben wir auch kein Nutella mehr?”
“Nein.”

“Oder Pudding oder Joghurt oder irgendwas??”
“Haben wir nicht.”

“Och Mann!”
“Fahr doch einfach zur Tankstelle und kauf dir was.”

“Jetzt?? Nee!”
“Und warum nicht?”

“Ich liege hier gerade so schön auf dem Sofa.”
“Dann werden die Schoko-Bons wohl auch schön im Regal liegen bleiben.”

“Kannst du nicht eben schnell zur Tanke fahren?”
“Möchte ich Schoko-Bons?”

“Weiß ich nicht, möchtest du?”
“Nein! Und deswegen muss ich auch nicht zur Tanke.”

“Kannst du das denn nicht EINMAL für deine Liebste machen?”
“Damit meinst du dich, richtig?”

“Wen denn sonst!? Oder hast du noch eine andere Liebste??”
“Im Augenblick nicht.”

“Im Augenblick nicht?? Wann denn??”
“Im Blog sagen ja auch alle, ich soll dich in den Wind schießen!”

“Ich lasse dich aber nicht gehen!”
“Mist…”

“Tja, das ist dann wohl Pech!”
“Jeder muss sein Säcklein tragen…”

“Du bist so doof!”
“Deine Chancen, dass ich zur Tanke fahre, sinken derzeit beachtlich.”

“Wieso! Würdest du denn??”
“Jetzt nicht mehr!”

“Und wenn ich jetzt ganz lieb bin??”
“Pff!”

“Bitte, bitte, bitte!”
“Das nennst du lieb?? Ich nenne das verzweifelt Betteln!”

“Bitte, bitte, bitte, Küsschen, Küsschen, Küsschen!”
“Das reicht nun wirklich ÜBERHAUPT nicht!”

“Was soll ich denn machen??”
“Du könntest die tausend Socken vom Wäscheständer zusammenlegen.”

“Aber ich hasse Socken zusammenlegen!”
“Ich weiß.”

“Ich weiß doch nie, welche da zusammengehören!”
“Das ist mir durchaus bekannt. Und? Ja oder Nein!”

“Das ist gemein!”
“Wieso ist das gemein??”

“Das ist Erpressung!”
“Willst du Schoko-Bons, Joghurette und Balisto?”

“Ja!”
“Dann musst du auch die Socken zusammenlegen.”

“Da habe ich aber jetzt überhaupt gar keine Lust zu!”
“Tja.”

“Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte!”
“Du bist wirklich unmöglich, weißt du das!?”

“Ja, aber bitte, bitte, bitte, bitte!”
“Ich fahre, dann habe ich wenigstens eine Viertelstunde meine Ruhe!”

“Was holst du denn dann?”
“Was willst du denn…”

“Also wenn ich mir das noch einmal überlege, dann…”
“Nein! Bitte nichts überlegen, da kommt doch nur wieder…”

“Ich glaube, ich esse lieber einfach einen Apfel.”
“Das ist doch jetzt nicht dein Ernst, oder??”

“Wieso??”
“Nach diesem ganzen Theater jetzt plötzlich einen Apfel??”

“Ich habe es mir eben anders überlegt, na und??”
“Schatz!”

“So brauchst du auch nicht losfahren, ist doch gut, oder??”
“Aber ich hatte mich so auf die Viertelstunde Pause von dir gefreut!”

“Dann leg doch einfach die Socken zusammen!”

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Was naschen

10. August 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich genießen den “veranstaltungsfreien” Sonntag.
Wir haben uns vorgenommen, uns einfach nichts vorzunehmen! Da das Wetter draußen auch nicht gerade berauschend ist, kommt so ein Tag wie gerufen.

“Wir können heute den ganzen Tag rumschlunzen!”
“Ja, Süße. Herrlich!”

“Ich glaube, ich werde heute nur auf dem Sofa rumliegen.”
“Mach das.”

“Und was naschen.”
“Was denn?”

“Wir hätten da noch die Nusskuchen-Backmischung.”
“Tja… Warum nicht?”

“Ich backe den gleich, geht ja schnell.”
“Prima.”

“Kannst du dann die Glasur machen?”
“Ich?? Nee!”

“Warum denn nicht?”
“Seit wann backen Männer denn Kuchen??”

“Ach nee!”
“Ach ja!”

“So? Seit wann gehen Frauen denn arbeiten??”

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Meine Liebste und ich erledigen heute Vormittag mal wieder die lästigen Pflichten des Alltags. Während die Liebste die Betten frisch bezogen hat (was ich nicht wirklich gerne mache), war ich unterwegs, um unsere Lebensmittelvorräte wieder aufzufüllen.

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße, da bin ich wieder.”

“Hast du ein paar leckere Sachen mitgebracht?”
“Ja.”

“Was denn?”
“Zum Beispiel deinen Nordseekrabben-Salat, den du so gerne magst.”

“Den kaufe ich nicht mehr.”
“Aha? Und warum das??”

“Weil der so tierisch teuer geworden ist!”
“So?”

“Hast du natürlich wieder nicht drauf geachtet! Typisch Mann.”
“Entschuldigung, ich dachte…”

“Naja… Und was hast du noch mitgebracht?”
“Für dich ein Schokocroissant vom Bäcker.”

“Für mich??”
“Ja.”

“Ach! Und ich soll das alleine essen, oder was??”
“Ähm, daran hatte ich gedacht, ja…”

“Schokocroissants esse ich nicht mehr.”
“So?? Seit wann das denn??”

“Seit ich weiß, dass EIN Schokocroissant 700 Kalorien hat!”
“Aber du hast doch immer…”

“Das ist VIEL zu viel! Nur für ein blödes Croissant!”
“Also heißt das, dass du es nicht willst, ja?”

“Naja, lass erst mal liegen…”
“Wie Madame wünschen…”

“Hast du auch was Gesundes mitgebracht?”
“Natürlich. Ich habe Paprika mitgebracht, damit wir heute abend…”

“Welche Farbe denn??”
“Grün.”

“Ich mag aber lieber die roten!”
“Die grüne Paprika war aber viel billiger!”

“Pff! Die paar Cent!”
“Aber eben beim Krabbensalat hast du doch noch gesagt, dass…”

“Krabbensalat kann ich ja auch selber machen, Paprika nicht.”
“Ach so? Und wie machst du bitte Krabben selber??”

“Ich meinte doch den Salat, nicht die Krabben!”
“Das ist doch wieder mal ein total blöder Vergleich!”

“Dass Männer immer so komisch einkaufen, verstehe ich nicht…”
“Aber ich habe doch eingekauft, wie immer!”

“Das ist ja das Schlimme!”
“Woher soll ich denn wissen, dass du plötzlich …”

“Du musst einfach nur bewusst einkaufen und nachdenken.”
“Ach so! So einfach ist das??”

“Ja.”
“Soso. Dann wird es dich freuen, dass ich kein Nutella gekauft habe.”

“Was?? Kein Nutella??”
“Nein.”

“Und warum nicht??”
“Nutella essen wir jetzt seit gefühlten 100 Jahren. Es reicht, dachte ich.”

[Ich sollte vielleicht erwähnen, dass sich sehr wohl ein unberührtes Glas Nutella in einer meiner Einkaufstüten befindet...]

“Aber, aber…”
“Was aber? Was ist denn, Schatz?”

“Ohne Nutella kann ich nicht leben, das weißt du doch!”
“Ich kaufe dir einfach einen Sack Nüsse und Milch.”

“Und dann??”
“Dann kannst du das ja einfach selber machen!”

“Aber das Rezept ist doch geheim!”
“Mit ein bisschen Übung kriegst du das schon hin.”

“Schatz, Nutella brauche ich aber!”
“Na gut, also schön. Ich habe doch was mitgebracht.”

“Ehrlich??”
“Ja, aber Nusspli. Das ist viel billiger und schmeckt fast genauso.”

“WAS?? Dann such dir doch gleich auch noch ne neue Freundin!”
“Wie bitte?? Und was hat das jetzt bitte damit zu tun??”

“Die ist dann auch viel billiger und schmeckt fast genauso!”

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Hilfe! Hilfe!

17. Juli 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Hilfe! Hilfe! (photocase.de © sushi)Meine Liebste und ich sind zu Fuß auf dem Weg zu Freunden, die bei uns ganz in der Nähe wohnen.
Wenn wir faul sind, fahren wir da auch schon mal mit dem Auto hin… Aber nicht heute, das Wetter ist einigermaßen akzeptabel.

“Man sollte viel öfter zu Fuß gehen.”
“Ja, Süße. Heute ist es aber auch bes…”

“Äh! Mann!!”
“Was ist denn?? Was hast du denn?”

“Mir schwirrt eine kleine Fliege um die Nase!”
“Ach so.”

“Ach so?? Was heißt den bitte ach so! Mach was!”
“Was soll ich denn machen??”

“Die Fliege wegscheuchen.”
“Husch!”

“Doch nicht so, du sollst sie fangen oder klatschen!”
“Die Fliege?”

“Ja, die Fliege. Siehste, hier! Da ist sie wieder! PFFSHH!!”
“Wenn du deinen Kopf nicht still hältst, kann ich sie nicht fangen.”

“Ah, jetzt ist sie weg. Sehr gut.”
“Gern geschehen.”

“Wie bitte?? Du hast doch gar nichts gemacht!”
“Aber seit ich mich eingemischt habe, ist die Fliege weg.”

“Blödmann.”
“Selber.”

“MIST! DA IST SIE SCHON WIEDER! MANN!”
“Ganz schön hartnäckig, die Kleene.”

“Warum ist die denn nur bei mir und nicht bei dir??”
“Diese kleine Fliege mag dich, Schatz.”

“Ach und dich mag sie nicht??”
“Offensichtlich.”

“Wieso mag die dich denn nicht??”
“Vielleicht rieche ich nicht so gut.”

“Riechen??”
“Ich könnte mir vorstellen, dass Fliegen dein Parfum anmacht.”

“Was?? Mein Parfum?? Aber die fliegen doch auch um Kühe rum!”
“Ähm…”

“Sag jetzt besser nichts!”
“Wer hat denn damit angefangen?? Ich doch nicht!”

“Nenn mich bloß nicht Kuh!”
“Mache ich nicht, meine Liebste, wie könnte ich!”

“Ich hasse es, wenn jemand Kuh zu mir sagt!”
“Sagt ja keiner.”

“Aber du hast es gedacht, das ist genau so schlimm!”
“Moment mal, ich…”

“Nur weil EINE Fliege hier ist, bin ich noch lange keine Kuh!”
“Schatz? Darf ich etwas dazu sagen?”

“Was denn…”
“MUH!!”

“Du bist so doof!”
“Die Fliege ist immer noch da.”

“Was will die denn von mir??”
“Vielleicht will sie dich kidnappen, sei vorsichtig!”

“Deine blöden Sprüche kannst du dir in den…”
“Sag es nicht, sowas sagt man nicht!”

“Dann mach die Fliege weg!”
“Sprich doch einfach mal ganz ruhig mit ihr, dann…”

“HILFE! HILFE!! HILFE!!!”

[Die Liebste fängt aus vollem Halse an, um Hilfe zu schreien; was die übrigen Passanten in etwa 3.000 Meter Radius dazu bewegt, stehen zu bleiben und besonders MIR sehr fragende und böse Blicke zuzuwerfen. Es wird nur noch wenige Sekunden dauern, bis sich einige Hilfsbereite mutig auf mich stürzen werden!]

“HILFE!!!”
“SCHATZ! Sag mal, spinnst du!! Lass das!!”

“Wieso denn?”
“Weil alle denken, ich hätte dich getreten oder entführt oder so!!”

“HIIIILLFFEEE!!”
“Hör auf!! Ich fange dir die blöde Fliege ja!”

[Vom Schreien hat die Liebste ein hochrotes Gesicht bekommen und weil sie sich dabei anscheinend völlig verausgabt hat, beginnt sie nun - als endlich wieder Stille eingekehrt ist und die Leute wieder ihrer Wege gehen - ein wenig zu Husten.]

“Öhäähherhaaar, ähhäohh…”
“Ähm, Schatz, ist alles in Ordnung??”

“Ja. Ähööerähäh… Schon gut.”
“Na dann…”

“Du brauchst die Fliege nicht mehr fangen, sie ist weg.”
“Oh, gut! Dein kindisches Geschrei wird sie wohl verscheucht haben.”

“Nein.”
“Nicht? Wieso??”

“Weil ich sie aus Versehen eben verschluckt habe! Öähhahaaö…”

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Und mochte ich die?

3. Juli 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Und moche ich die? (photocase.com © melodie)Meine Liebste und ich sitzen abends in unserem Wohnzimmer und überlegen, was wir jetzt denn mal zum Abendbrot essen könnten. Die Wahl fällt auf den berühmten Pizza-Service Flipper.
Die Speisekarte zeigt 276 Möglichkeiten.

“Schatz, was nimmst du?”
“Ich nehme die 122, Süße. Das sagte ich bereits mehrfach.”

“Was ist denn Nummer 122 eigentlich?”
“Pizza. Mit Peperoni.”

“Und was nehme ich?”
“Ja, das ist eine Frage, auf deren Antwort ich schon 5 Minuten warte…”

“Was würdest du denn an meiner Stelle nehmen?”
“Egal, wichtig ist nur, dass wir heute noch bestellen!”

“Aber ich weiß wirklich nicht, was ich nehmen soll!”
“Möchtest du vielleicht Pizza?”

“Nee.”
“Sondern?”

“Am liebsten was mit Nudeln.”
“Das ist doch schon mal was! Pasta-Gerichte, Seite 3.”

“Ich kann mich nicht entscheiden…”
“Aber ich. Du nimmst Nummer 34 und fertig!”

“Was ist denn das?? Gambas??”
“Die magst du doch, oder?”

“Aber doch nicht mit Nudeln!”
“Na gut, dann nimm was anderes!”

“Nudeln, Nudeln, Nudeln… Hm, hm, hm…”
“Schatz? Ist alles in Ordnung, ich meine…”

“Doch, doch, alles klar! Oder nehme ich doch Pizza…”
“Oh Gott, ich spüre schon wieder meinen Puls…

“Sag mal, was hattest du noch gleich?”
“Nummer 122! Pizza Peperoni! Immer noch!”

“Ach ja… Hm…”
“Und?”

“Haben die auch was Chinesisches?”
“Nein… Das ist ein Pizza-Service…”

“Schade, weil gebratene Nudeln fände ich jetzt gut…”
“Ähm, wir können auch beim China-Mann bestellen, Hauptsache…”

“Nee, lass nur, ich finde auch hier was!”
“Aha…”

“Hatte ich schon mal die Nudeln mit Gorgonzola-Soße?”
“Ja.”

“Und mochte ich die?”
“Ja…”

“Ah, gut!”
“Soll ich dir also Nummer… 40 bestellen?”

“Nee.”
“Wieso denn nicht?! Das sind doch Nudeln mit Gorgonzola-Soße!”

“Aber die hatte ich doch schon mal!”
“Heißt das, du bestellst nur etwas, was du noch nicht hattest??”

“Man muss doch alles mal probieren?”
“Dann probier jetzt auch endlich mal was!”

“OK, na schön. Ich nehme Nummer 41.”
“41, 41… Nudeln mit Lachs und Tomatensoße. Sehr gut!”

“Aber ohne Nudeln.”
“Was? Ohne Nudeln??”

“Statt Nudeln bitte Gnocchis.”
“Ach so… OK, sage ich. Gib mir mal das Telefon…”

“Und statt der Tomatensoße bitte Sahnesoße.”
“Ähm…”

“Und statt des kleinen Salates bitte ein Pizzabrötchen, ja?”
“Aber…”

“Und mit Shrimps.”
“Shrimps??”

“Shrimps extra bitte. So wie bei Nummer 44.”
“Hör mal, also das…”

“Und keine Kräuter bitte, das mag ich nicht.”
“SCHATZ!!!!”

“Was ist denn??”
“Hör auf jetzt! Das gibt´s doch wohl gar nicht!”

“Wieso? Ich sollte doch was aussuchen?”
“Aber möglichst etwas, was auch auf der Karte steht!”

“Die paar Kleinigkeiten…”
“Bitte sehr, bitte sehr! Das kannst du denen aber selber sagen!”

“Du wolltest doch aber da anrufen, oder nicht?”
“Ja, aber deine Extrawünsche kann sich ja kein Mensch merken!”

“Ist doch ganz einfach, also anstatt…”
“NEIN! Erzähl das bitte gleich dem Pizza-Mann!”

“Nur, weil du dir ein paar Details nicht merken kannst…”
“Ich kann mir Details merken, aber ich will mir das nicht merken!”

“Du baust echt langsam ab, Schatz…”
“WAS?? ICH?? ABBAUEN?!”

“Schrei mich nicht an!”
“OH!!! TUT MIR ECHT LEID!!! S-C-H-A-T-Z ! ! - Bestell jetzt, ja?”

“Ja gut, ja gut, na schön… Dann bestelle ich eben…”
“Na ENDLICH!”

“Ich muss nur noch eine wichtige Frage stellen.”
“Himmel! Und was, bitte…”

“Welche Nummer wolltest du noch gleich?”

Kopfschüttel…

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