Viel ist das nicht…

Viel ist das nicht... (photocase.de © hannesther)Meine Liebste und ich sitzen am Sonntagmorgen gemütlich am gedeckten Frühstückstisch. Es ist alles da: frischer Kaffee, warme Brötchen, lecker Nutella, gesundes Actimel… Und mein begehrter Heringssalat in roter Soße, die extra große 400 Gramm-Schale.

„Möchtest du den Heringssalat haben?“
„Ja Süße, gib mir den doch mal bitte rüber.“

„Wir haben auch Krabbensalat, hier.“
„Nee, ich nehme Hering. Freue ich mich schon drauf.“

„Roten Heringssalat esse ich auch gern.“
„Ich könnte mich da reinlegen…“

„Nur blöd, dass da immer so wenig Fisch drin ist.“
„So? Wieso?“

„Naja, viel ist das nicht!“
„Für mich wird es reichen.“

„Die könnten da ruhig mal etwas mehr Hering reintun.“
„Ähm ja… Also wenn ich mir diese Schale so anschaue…“

„Sag ich doch, da ist kaum was drin!“
„Komisch… Hier ist GAR KEIN Fisch mehr drin…“

„Gar keiner?“
„Sag mal, hast du den ganzen Fisch schon aufgegessen??“

„Ich?? Nein! Ich hatte gestern nur ein bisschen.“
„Ach komm! Du hast die ganzen Fischstücke da rausgepickt!“

„Naja, vielleicht eins. Oder zwei.“
„Nee! Das nennt man ALLE!“

„Das ist so eine große Packung, und da dachte ich…“
„Ja, und jetzt sind nur noch Rote Bete und Soße drin!“

„Oh…“
„Oh ist gut! Und was mache ich jetzt?“

„Nimm doch den Krabbensalat, da ist noch was drin…“
„Auch Krabben??“

„Wahrscheinlich…“

Kopfschüttel…

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Keinen Cent!

Keinen Cent! (photocase.de © unseen)Meine Liebste und ich sitzen gemeinsam mit einem befreundeten Pärchen in der Camarillo-Bar an der Schlachte und trinken Cocktails.
Es ist schon unsere dritte Runde, die der Kellner da gerade auftischt…

„Was hast du denn da?“
„Einen Mai Tai, Süße.“

„Ich habe einen Caipi.“
„Das sehen wir.“

„Aber damit stimmt was nicht.“
„So? Und was? Sieht doch gut aus?“

„Die Limetten, guck mal hier!“
„Ja, das sind Limetten. Richtig.“

„Aber die sind ja gar nicht zerstampft!“
„Naja, also die hätten schon etwas mehr…“

„Der hat die gar nicht zermatscht!“
„Schmeckt der Caipi denn nicht?“

„Doch, aber so ist das nicht richtig!“
„Und jetzt? Willst du ihn zurückgehen lassen?“

„Nee, aber ich hätte gerne so einen Stampfer.“
„Einen Stampfer?? Du willst selbst…“

„Ja, wink mal den Kellner ran, wenn du ihn siehst.“
„Schatz! Du kannst doch jetzt hier nicht selbst…“

„Warum denn nicht??“
„Lass dir doch einfach einen neuen bringen?“

„Nee, das mache ich nicht.“
„Und wieso nicht??“

„Weil der Typ dann denkt, ich sei unzufrieden.“
„Ähm… Aber das bist du doch auch??“

„Ja, aber das darf der nicht merken.“
„Und wieso nicht?? Ich meine…“

„Weil der dann da vielleicht was reintut.“
„Reintut?? In deinen Caipirinha??“

„Wie soll ich wissen, ob der da nicht reinspuckt??“
„Schatz!“

[Die beiden Freunde, mit denen wir am Tisch sitzen, staunen nicht schlecht und folgen mit offenen Mündern unserer Diskussion…]

„Oder der tut da eine Limette rein, die auf dem Boden lag!“
„Warum sollte er denn!“

„Weil er sich rächen will, wenn ich den zurückgebe!“
„So ein Quatsch! Es geht doch nur um ein paar Limetten!“

„NICHT gequetschte! Eben gerade NICHT gequetschte Limetten!“
„Jaja, das weiß ich! Also dann sag dem Kellner das selber.“

„Das mit den Limetten?“
„Nee, dass du befürchtest, er könne reinspucken.“

„Bin ich verrückt!?“
„Dann bestell dir einen Stampfer, das möchte ich sehen.“

[Unsere beiden Begleiter haben sich offenbar ein Bild von der Situation gemacht und unternehmen einen zaghaften Versuch, einen Einwand zu äußern; doch bevor ein vollständiges Wort fallen kann, setzt die Liebste schon zum nächsten Akt an…]

„Und du gibst dem gleich kein Trinkgeld!“
„Wer? Ich??“

„Keinen Cent! Der kümmert sich auch gar nicht um uns!“
„Und wenn er dir einen Stampfer bringt, dann auch nicht?“

„Ich setze mich doch hier nicht mit einem Stampfer hin!“
„Moment, aber eben wolltest du doch…“

„Den Stampfer, den kann er sich hinten…“
„Schatz!“

„Ist doch wahr! Ich bestelle einen Caipi und soll selber?? Nee!“
„Ähm…“

„Ich bezahle jetzt.“
„Du?? Jetzt?? Aber wir sind doch noch gar nicht…“

„Keinen Cent!“
„Liebste, nun beruhige dich doch m…“

„Hallo! Hier!“

[Die Liebste winkt mit ausgestrecktem Arm den Kellner an unseren Tisch, während sie dabei Daumen und Zeigefinger aneinander reibt. Das versteht der junge Mann auch sofort und macht sich zunächst auf den Weg zur Kasse.
Jetzt ergreifen unsere Freunde nochmals die Gelegenheit und schlagen vor, man könne ja die Limetten auch mit dem Strohhalm zerdrücken; was die Liebste mit einem „Klar kann man!“ quittiert und dabei schon mal ihr Portmonee aus der Handtasche zieht.]

„So, jetzt kommt er!“
„Schatz, willst du ihm wirklich kein Trinkgeld…“

„Nö! Wofür? Dafür, dass der sich an mir rächen will?“
„Aber…“

„Lass mich das machen!“

[Der Kellner kommt freundlich und lächelnd mit dem Kassenzettel in der Hand auf uns zu und fragt „Zusammen? Getrennt?“ Die Liebste greift sich den Zettel und ruft noch vor dem versiegen seiner letzten Silbe „Zusammen!“.
Sie bezahlt, der Kellner wünscht uns noch einen schönen Abend und die Liebste lächelt von einem Ohr bis zum anderen.]

„So, fertig! Super, worauf stoßen wir jetzt an?“
„Ähm… Liebste, wieso hast du jetzt plötzlich so gute Laune??“

„So wollte ich das haben! Gut, dass ich bezahlt habe!“
„Nur, weil du ihm kein Trinkgeld gegeben hast?“

„Nee.“
„Sondern?“

„Er hat mir 20 Cent zu viel rausgegeben! Das hat er nun davon!“

Kopfschüttel…

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Möchtest du Brot dazu?

Möchtest du Brot dazu? (photocase.de © sadtreeelia)Meine Liebste und ich sind ins Bremer Cafe del Sol gefahren, um eine Kleinigkeit zu essen. Wobei die Liebste eher ein halbes Schwein auf Toast verdrücken könnte, denn sie hat seit mehr als zwei Stunden Hunger.
Und das ist immer eine gefährliche Sache…

„Was nimmst du denn?“
„Hm… Die gebackenen Kartoffeln sind hier immer gut, Süße…“

„Nee! Was nehme ich denn jetzt??“
„Du hast doch Hunger, bestell dir ein Schnitzel oder so.“

„Hm… hm… hm…“
„Und?“

„Ich habe so einen Hunger!“
„Ja, ich weiß. Und? Was nimmst du jetzt?“

„Hm… hm… hm…“
„Also ich nehme ein Sandwich.“

„Und ich?? Wo ich doch so einen Hunger…“
„ICH WEISS, du hast Hunger, ja!“

„Wo bleibt denn die Bedienung??“
„Die brauchen wir jetzt noch nicht.“

„Hm… hm… hm…“
„Liebste, hier gibt es doch so viele leckere Sachen…“

„Chili vielleicht? Das Chili del Sol?“
„Eine gute Wahl. Ist auch ein ziemlich großer Pott.“

„Soll ich das nehmen?“
„Ja.“

„Warum kommt hier denn keiner??“
„Mann, ist das wieder anstrengend…“

„Was! Wer! Ich??“
„Da kommt schon gleich jemand, hab doch mal Geduld!“

„Aber ich habe doch so…“
„SAG ES NICHT!“

[Einige Sekunden später kommt eine flotte junge Dame an unseren Tisch gesprungen und fragt freundlich, was wir denn gerne hätten.
Die Bestellung ist schnell aufgegeben und ich bin froh, dass wir einen Schritt weiter sind.]

„Die hat Du zu mir gesagt, hast du das gehört?“
„Was meinst du jetzt, bitte?“

„Sie hat gefragt: möchtest DU Brot dazu!“
„Und? War das verkehrt?“

„Nö, aber das ist doch gut, oder?“
„Verstehe ich jetzt nicht…“

„Naja, die ist doch mal gerade 18 Jahre alt?“
„Wenn überhaupt…“

„Die würde mich ja nicht duzen, wenn sie mich für alt hielte!“
„Ach so meinst du das…“

„Ich sehe noch ziemlich jung aus, oder?“
„Ja, bezaubernd. Du siehst deutlich jünger aus.“

„Gut, was?“
„Ja Schatz. Wahnsinn…“

[Die junge Frau kehrt mit unseren Getränken an unseren Tisch zurück und stellt der Liebsten eine Apfelschorle vor die Nase, und zwar mit den Worten: „Hier, DEINE Apfelschorle“. Die Liebste strahlt von einem Ohr bis zum anderen.]

„Siehst du, die hat wieder Du gesagt! Die ist echt nett!“
„Mich hat sie auch geduzt.“

„So? Warum dich denn?“
„Was soll denn das heißen??“

„Naja, du siehst ja nun wirklich nicht aus wie zwanzig!“
„Also das ist ja wohl echt eine Frechheit!“

„Du willst doch wohl nicht behaupten, es sei so??“
„Nein, aber – SO – alt bin ich nun auch nicht!“

„Naja, dich hat sie ja auch geduzt.“
„Oh Wahnsinn! Eine 18-jährige duzt mich! Mir wird ganz heiß…“

„Aber ich bin dir doch nicht zu alt, oder?“
„Du? Doch.“

„Ehrlich??“
„Eigentlich wollte ich dich ab jetzt Siezen.“

„Sei lieber froh, dass du mich hast! Opa!“
„Ich werde es mir merken, Kleines.“

„Zur Strafe lasse ich dich nicht von meinem Chili probieren!“
„Oh nein! Tu mir das nicht an!“

[…]

[Während meine Liebste und ich weiter herumplänkeln, kehrt die duzende 18-jährige an unseren Tisch zurück. In der Hand hat sie – das fällt sofort auf – nur einen einzigen Teller; und zwar den mit meinem Sandwich drauf. Kurze Zeit später steht es vor mir und meine Liebste geht leer aus: die Kellnerin hat das Chili vergessen und verspricht, es schnell nachzuliefern.
Für eine spontane Fotografie des entgleisten Gesichtsausdruckes der Liebsten in diesem Moment hätte ich übrigens ein Vermögen ausgegeben…]

„Die hat mich vergessen!“
„Ja, das hat sie.“

„Wo ich doch so einen Hunger habe!“
„Tja, du siehst ja, an wen sie offensichtlich gedacht hat.“

„An dich etwa??“
„Ja, an mich. Deswegen hat sie mich ja auch geduzt.“

„Und was ist mit mir?“
„Dich hat sie vergessen.“

„Aber mich hat sie doch auch geduzt!“
„Weil du jung aussiehst. Aber mich mag sie eben mehr. Verstehste?“

„Das stimmt ja wohl gar nicht!“
„Habe ich ein Sandwich?“

„Ja.“
„Also.“

„Die blöde Kuh!“
„Wieso? Eben war sie doch noch so nett?“

„Die vergisst mein Chili und dann das!“
„Dann was?“

„Und dann duzt die dich auch noch! Schlange!“

Kopfschüttel…

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Das passiert halt manchmal

Das passiert halt manchmal (photocase.de © skylar80)Meine Liebste sitzt im Wohnzimmer vor dem Fernseher, als ich heute etwas spät nach Hause komme.
Auf den ersten Blick erkenne ich: hier ist heute etwas anders, als sonst! Doch ich schätze, es wird angenehm werden.

„Hallo Schatz, da bist du ja!“
„Hallo Süße! Alles klar bei dir?“

„Ja! Schau mal, was ich dir hier mitgebracht habe.“
„Habe ich schon gesehen, sieht sehr lecker aus.“

„Du magst doch weiße Schokolade, oder?“
„Natürlich! Womit habe ich denn das verdient?“

„Ich dachte, ich bringe dir einfach einmal eine Tafel mit.“
„Nur so?“

„Nur so!“
„Tja, ähm… Danke!“

„Wieso! Was hast du denn gedacht?“
„Ja nichts, ich wollte nur mal nachfragen.“

„Ich habe die gesehen und an dich gedacht.“
„Du denkst an mich, wenn du Schokolade siehst??“

„Ja, ich weiß auch nicht. Möchtest du ein Stück?“
„Nein, jetzt nicht, später.“

„Ah… Die liegt hier nämlich schon den ganzen Abend.“
„Ich muss erst einmal was Richtiges essen, dann aber.“

„Hm…“
„Ist doch in Ordnung, oder?“

„Klar…“
„Liebste? Möchtest – DU – vielleicht ein Stück?“

„JAJAJA!“
„Dann nimm dir eins.“

„Aber es ist doch deine Schokolade?“
„Ja, aber du kannst dir ruhig was davon nehmen.“

„Und du bist nicht böse?“
„Warum sollte ich?“

„Danke!! Hab dich lieb!“

[Meine Liebste greift sich wie ein Adler die Tafel weiße Schokolade und während ich das Wohnzimmer verlasse, höre ich im Rausgehen das Knistern der Verpackung. Ich kann mir gut vorstellen, wie die Liebste hat leiden müssen, während sie stundenlang diese leckere Schokolade angestarrt hat… Eine Viertelstunde später komme ich zurück.]

„Die ist total lecker, hier, probier mal!“
„Nein Süße, noch nicht, danke.“

„Ich habe schon ein bisschen genascht.“
„Das sehe ich…“

„Naja, ich wollte eigentlich nur ein Stück abbrechen, aber…“
„…da ist plötzlich eine ganze Ecke abgebrochen.“

„Ja, das passiert halt manchmal, verstehste?“
„Verstehe, ä
hm… Möchtest du noch ein Stück?“

„Nein.“
„Doch. Möchtest du.“

„Naja, vielleicht…“
„Dann nimm dir. Bin gleich wieder da.“

[Ich hatte den ganzen Tag irgendwie nicht die Möglichkeit, was Anständiges zu essen. Also mache ich mir erst einmal ein Brot in der Küche und kehre kurze Zeit später mit einem Teller zurück.]

„Schatz! Du musst mir die wegnehmen!“
„Was! Die Schokolade?“

„Ja, nimm die weg!“
„Ähm… Ist ja nicht mehr viel übrig?“

„Dass die da auch nur 100 Gramm rein tun, ist doch fast nichts!“
„Naja, jetzt sind es ja nur noch… 10 Gramm vielleicht?“

„Es sind mindestens noch 20 Gramm!“
„Du hast sie aufgegessen!“

„Habe ich nicht! Da, da ist noch ein Stück!“
„Ach komm! Das hast du doch nur aus Höflichkeit übrig gelassen!“

„Nein, ich habe mich nur ein bisschen verschätzt.“
„Wie kann man sich denn bei einer Schokolade verschätzen??“

„Ich wollte nur die Hälfte, aber die ist so schräg abgebrochen.“
„Na und? Schokolade kann man auch in dreieckiger Form essen.“

„Aber ich wollte dir doch ein richtiges Stück lassen.“
„Hä??“

„Ich habe so lange kleine Stücke abgebrochen, bis…“
„Bis?“

„Bis das dann wieder rechteckig war.“
„Schatz! Du hast die Schokolade aufgefuttert!“

„Na gut, schön, es tut mir ja auch leid, aber…“
„Was denn aber??“

„Aber die war sooo lecker!“
„Dann kann ich ja jetzt das letzte Stück essen, oder?“

„Willst du nicht erst einmal dein Brot essen?“
„Eigentlich schon. Aber ich traue dir nicht!“

„Unterstellst du mir etwa, ich würde das letzte Stück auch…?
„Ja genau! Ich lasse diese Schokolade jetzt nicht mehr aus den Augen!“

„Das würde ich doch NIE machen!“
„Dann ist es ja gut.“

„Du Schatz?“
„Ja?“

„Willst du nicht noch was zu trinken aus der Küche holen?“

Kopfschüttel…

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