Du musst mich aufheitern!

Du musst mich aufheitern! (photocase.de © Yvonnes_photos)Meine Liebste ruft mich am späten Nachmittag im Büro an; das tut sie nur sehr selten, weil sie weiß, dass mich das gewöhnlich stört.
Ich sehe ihre Nummer im Display und hebe den Hörer ab.

„Schatz? Bist du es?“
„Ja Süße, wer soll denn hier sonst sein?“

„Hast du meine Nummer auf dem Telefon gesehen?“
„Habe ich.“

„Und was machst du gerade?“
„Ich habe auf deinen Anruf gewartet.“

„Ehrlich??“
„Das war ein Witz, Liebste…“

„Mir ist aber im Augenblick nicht nach Witzen zumute!“
„So? Was ist denn?“

„Ich brauche jetzt deine Unterstützung.“
„Aha… Ist was passiert?“

„Ja, mein Chef hat mich angemeckert heute.“
„Dich? Der spinnt wohl!“

„Und ich bin bei einem Kunden rausgeflogen.“
„Tatsächlich??“

„Und mir ist meine Tasche in den Dreck gefallen.“
„Wohl nicht dein Tag heute, was?“

„Du musst mich aufmuntern, das ist ein blöder Tag!“
„Gab es denn auch was Schönes, heute?“

„Nein!“
„Ah… Also das Gute ist doch, dass der Arbeitstag gleich rum ist.“

„Ich mache heute sowieso nichts mehr!“
„Dann leg dich doch ein bisschen aufs Sofa?“

„Nee.“
„Dann bringe ich dir nachher eine Tüte deiner Lieblingschips mit.“

„Nee.“
„Vielleicht einen hübschen Blumenstrauß zum Aufmuntern?“

„Nee.“
„Nicht, aha… Soll ich dich heute Abend ein bisschen massieren?“

„Nee.“
„Sollen wir vielleicht ins Kino gehen, wie wäre das?“

„Nee.“
„Oder auf der Osterwiese Zuckerwatte kaufen?“

„Nee.“
„Du machst es mir aber auch wirklich nicht leicht, Schatz!“

„Ich habe eben schlechte Laune.“
„Das merke ich…“

„Du musst mich aufheitern!“
„Aber wie denn! Soll ich dir einen Blondinenwitz erzählen?“

„Nee.“
„Wollen wir mal nach Urlaubszielen schauen heute?“

„Ach nee.“
„Also jetzt fällt mir aber langsam nichts mehr ein!“

„Das, was ich eigentlich will, hast du noch nicht gesagt!“
„Ähm…“

„Ich will doch gar keine Blumen oder Kino oder so!“
„Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich lieb habe?“

„Nee, das meine ich nicht.“
„Habe ich dir heute schon gesagt, dass du wunderhübsch bist?“

„Nee, das ist es auch nicht. Und das stimmt auch nicht.“
„…dass ich mich ganz doll auf dich freue?“

„Nee!“
„Schatz! WAS WILLST DU DENN NUN BITTE!“

„Ich brauche was Außergewöhnliches, etwas, was immer hilft.“
„Was weiß ich! Aspirin vielleicht??“

„Nee! Aber eine große Tüte von McDonalds voller Schweinereien!“

Kopfschüttel…

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Wunderkräfte aus Asien

Wunderkräfte aus Asien (photocase.de © max2002eg)Meine Liebste und ich sitzen am Samstag in der Küche und frühstücken ein paar Kleinigkeiten.
Im Wesentlichen handelt es sich dabei allerdings lediglich um einen großen Latte Macchiato für mich und eine übergroße Tasse Tee für meine Liebste…

„Kennst du den Tee, den ich hier habe?“
„Nein, Süße. Wie du weißt, trinke ich keinen Tee.“

„Willst du mal probieren?“
„Nein, das passt nun wirklich nicht zu Kaffee, danke.“

„Du solltest aber, hier, riech doch mal!“
„Nee! Aber… Kann das sein, dass der anders riecht, als sonst?“

„Den habe ich neu, Manana-Tee mit Ginkgo und Zitronengras.“
„Wie bitte?? Was ist da drin??“

„Zitronengras.“
„Und was war das andere?“

„Ginkgo.“
„Was ist denn Ginkgo??“

„Das ist ein Baum mit Wunderkräften aus Asien.“
„Aha. Jetzt, wo du es sagst…“

„Das ist mein Lieblingstee. Der ist so frisch!“
„Aber du trinkst doch sonst immer Roibusch Vanille??“

„Aber nur, weil es Ginkgo-Zitrone nur ganz selten mal gibt.“
„Sowas Dummes aber auch! Kann ich gar nicht verstehen…“

„Da gibt es aber jetzt noch ein Problem.“
„Wirken die Zauberkräfte des Ginkgo nicht, oder was?“

„Doch. Aber wir haben nur Zwölf.“
„Zwölf? Zwölf Zauber?“

„Zwölf Packungen.“
„Was! Von den Tee??“

„Ja.“
„Du hast ZWÖLF Packungen davon gekauft??“

[Ich stehe verdutzt von meinem Stuhl auf und öffne den Küchenschrank, in dem unsere Tee- und Kaffeeutensilien aufbewahrt werden. Sämtliche freien Plätze auf den Regalen sind mit gelb-blauen Teeschachteln von Meßmer vollgestellt: Manana-Tee Gingko-Zitronengras, soweit das Auge reicht… Ich spüre, dass mein Körper beginnt, zusätzliches Testosteron auszuschütten…]

„Mehr gab es da leider nicht. Und der ist doch so selten!“
„Schatz! Sag mal, bist du verrückt geworden??“

„Ich hätte mindestens 23 gebraucht.“
„Ja… Ich auch.“

„Teeschachteln?“
„Nee, Beruhigungstabletten!“

„Ich habe das genau ausgerechnet, 23.“
„Ah… Würdest du mir bitte erklären, wie…“

„In einer Schachtel sind 20 Beutel.“
„20…“

„Und der Tee hält eineinhalb Jahre, steht da.“
„Na und?“

„Jeden Tag eine Tasse Tee, macht also 23 Packungen.“
„Schatz, ich glaube jetzt nicht, dass du…“

„Wieso denn??“
„SCHAU DIR MAL AN, WIE DER SCHRANK JETZT AUSSIEHT!“

„Ich kann den Tee ja auch woanders hin räumen…“
„Und außerdem stimmt deine Rechnung ja wohl nicht.“

„Wieso!“
„Eineinhalb Jahre sind ca. 550 Tage, macht, ähm… 27-28 Packungen.“

„Das weiß ich selbst! Die Urlaubstage habe ich schon abgezogen.“
„Ach so! Und demnach hast du also… 80 Tage Urlaub, oder was??“

„Nee. Natürlich nicht!“
„Sondern??“

„Die restlichen Packungen sind doch für dich!“

Kopfschüttel…

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Ich freue mich ja auch…

Ich freue mich ja auch... (photocase.de © free your mind)Meine Liebste schläft am heutigen Sonntag aus, währenddessen ich als Überraschung ein riesiges Frühstück vorbereitet habe. Es ist alles da: Croissants, Kiwis, Actimel, Saft, Tee, Käse, Schinken, Krabben, Rührei… Alles, was die Liebste gerne isst! Und schon geht´s los…

„Was ist das denn??“
„Überraschung, Süße!“

„Danke Schatz… Das sieht aber toll aus…“
„Na, das hört sich aber nicht gerade begeistert an??“

„Doch, doch, ich freue mich, aber…“
„Aber?“

„Wer soll denn das alles essen??“
„Das ist alles für dich, mein Schatz.“

„Alles? Für mich?“
„Alles.“

„Jetzt?“
„Wann denn sonst?? Setz dich.“

„Was ist denn das da?“
„Das ist Mozzarella auf getrockneten Tomaten.“

„Zum Frühstück??“
„Hör auf zu meckern und setz dich hin!“

„Ich würde gerne mal wieder im Bett frühstücken…“
„Schön, aber heute eben nicht. Hier, dein Tee.“

[Meine Liebste setzt sich leicht schräg auf ihren Stuhl und blickt von einem Ende des Frühstückstisches zum anderen.
Dabei ist ihr Gesichtsausdruck nicht gerade das, was man als enthusiastisch beschreiben könnte…]

„So viele Sachen…“
„Was guckst du denn so komisch jetzt!? Stimmt was nicht?“

„Doch, aber ich weiß gar nicht, was ich nehmen soll…“
„Soll ich dir ein Weltmeisterbrötchen aufschneiden?“

„Nee…“
„Ein Croissant?“

„Nee.“
„Und warum nicht? Du magst doch Croissants?“

„Croissants esse ich immer nur zum Schluss mit Nutella.“
„Nutella haben wir nicht mehr.“

„Kein Nutella??“
„Nein! Entschuldige! Marmelade haben wir aber, hier…“

„Ich nehme eine Scheibe Brot, glaube ich.“
„Brot?? Ich bin extra zum Bäcker heute Morgen und…“

„Ich möchte aber jetzt ein Brot mit Butter und Salz drauf.“
„Aber… Na schön, wenn du das möchtest, warum nicht…“

[Meine Liebste nimmt sich eine Scheibe Brot, teilt diese in zwei Hälften und schmiert einen Miniklecks Butter drauf. Im Anschluss an die Verzierung mit drei Salzkörnern mümmelt sie daran herum, während ich mir bereits ein leckeres Roggenbrötchen mit Höhlenkäse schmecken lasse.]

„Du hast viel zu viel aufgemacht, das kriegen wir ja nie alle.“
„Du könntest dich zur Abwechslung ruhig mal freuen!“

„Ich freue mich ja auch…“
„Aber?“

„Aber ich habe irgendwie gar keinen Hunger.“
„Soll das heißen, dass du schon satt bist?“

„Ich glaube ja…“
„Aber du hast doch noch gar nichts gegessen!“

„Wohl!“
„Ein Brot! Pff! Los hier, probier mal den Schinken.“

„Nee, der hat zu viel Fett da am Rand.“
„Aber den kaufen wir doch immer??“

„Aber wenn ich den kaufe, dann achte ich immer auf den Rand.“
„Dann mach ihn doch ab??“

„Ich habe jetzt aber keinen Appetit auf Schinken.“
„Sondern?“

„Ein Croissant könnte ich vielleicht noch essen…“
„Bitte! Hier!“

„Ohne Nutella??“
„Schatz! Tut mir leid, das ist nun einmal alle!“

„Dann kann ich auch kein Croissant essen.“
„Da mache ich mir so viel Mühe und du isst ein halbes Brot!“

„Das ist ja auch lieb, aber ich kann morgens nicht so viel essen.“
„Aha. Na toll. Und was mache ich jetzt mit dem ganzen Zeug??“

„Weiß ich auch nicht…“
„Liebste! Warum willst du nichts essen!“

„Wenn ich doch satt bin?“
„Da will ich dir eine Freude machen und du…“

„Das ist ja auch gar nicht böse gemeint!“
„Dann eben nicht, dann räume ich jetzt alles wieder ab…“

„Soll ich dir helfen?“
„Nein, lass…“

„Du Schatz?“
„Was ist…“

„Haben wir noch Negerküsse?“

Kopfschüttel…

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Political Correctness

Political Correctness (photocase.de © cdk)Meine Liebste und ich genießen die freien Tage zwischen Weihnachten und Neujahr.
Und wir haben tatsächlich nichts zu tun!
Herrlich, einfach nur den ganzen Tag machen, was einem gerade einfällt!

„Du Schatz?“
„Was ist los, Süße?“

„Ich könnte jetzt gut einen Negerkuss essen.“
„Negerkuss sagt man nicht mehr.“

„Sondern?“
„Ja, also… Dickmanns nennt die Schaumküsse, glaube ich…“

„Aber bei Negerkuss weiß doch jeder, was gemeint ist?“
„Ja, aber man sagt es eben nicht mehr.“

„Wegen dem Neger?“
„Richtig.“

„Das ist dann Political Correctness, richtig?“
„Ähm… Woher weißt du denn was von Political Correctness??“

„Das habe ich neulich gelesen.“
„So? Und worum ging es da?“

„Um Frauen. Weil immer nur von Männern geredet wird.“
„Was? Verstehe ich jetzt nicht?“

„Naja, man soll nicht mehr Mann sondern Frau sagen.“
„Bei was?“

„Wenn man Mann sagt.“
„HÄ?? Könntest du mal ein Beispiel nennen?“

„Anstatt Mannomann sagt man jetzt Frauofrau.“
„So ein Quatsch! Das kann man ja wohl so nicht…“

„…das kann frau ja wohl so nicht. Wenn schon.“
„Welche Frau??“

„Frau sagt frau anstatt man.“
„Anstatt was?“

„Das ist doch wohl ganz einfach.“
„Also ich sage: man darf das, und du…“

„…und ich sage, frau darf das. Genau.“
„Und was soll das??“

„Das ist wegen der Gleichberechtigung.“
„Aber man kann doch nicht immer…“

„…FRAU kann doch nicht immer, heißt es.“
„Na schön, also frau kann doch nicht immer…“

„Na also, klappt doch!“
„Aber wenn ich es sage, darf ich doch wohl man sagen??“

„Das ist dann aber politisch nicht korrekt.“
„Das ist mir doch total egal!“

„Soll das heißen, dass du gegen Gleichberechtigung bist??“
„Nee, aber da könnte ja jeder irgendwas…“

„…jede, es heißt JEDE. Du machst es schon wieder!“
„Oh, Entschuldigung!“

„Ich finde das gut, dass da mal drüber nachgedacht wird.“
„Und ich finde, dass das absoluter Schwachsinn ist!“

„Nur weil wir Frauen die Welt erobern, das passt euch nicht!“
„Ach! Und das tut ihr, indem ihr Worte umbenennt??“

„Man, äh, frau muss auch auf Details achten.“
„Na wenn euch sonst nichts einfällt… Von mir aus…“

„Wie waren wir da jetzt eigentlich drauf gekommen?“
„Tja, das frage ich mich auch oft…“

„Ach ja, wegen der Political Correctness.“
„Nee, du wolltest einen Negerkuss, damit hat das angefangen.“

„Schatz!“
„Was denn??“

„Es heißt nicht Negerkuss!“
„Ach ja…“

„Es heißt ab jetzt Negerinnenkuss!“

Kopfschüttel…

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