Deine Kollegen werden Augen machen!

25. Februar 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste kommt am Abend zu mir in die Küche, während ich mir dort gerade für den nächsten Tag ein paar Brote schmiere.
Ich werde den ganzen Tag unterwegs sein und für solche Fälle nehme ich mir gern ein paar Schnitten mit. Nur noch einpacken, fertig!

“Was machst du da, Schatz?”
“Ich habe mir ein paar Brote gemacht, Süße.”

“Und warum wühlst du da jetzt in der Schublade rum??”
“Ich suche die Butterbrotstüten, die sind doch hier, oder?”

“Nein, nein, nein!”
“Wo sind sie denn?”

“Nein, ich meine, die darfst du nicht nehmen!”
“Und wieso nicht??”

“Weil ich doch extra neues Butterbrotpapier gekauft habe.”
“Neues?? Wieso, ist das alte kaputt, oder was?”

“Nein, aber ich habe jetzt was viieel besseres.”
“Und zwar?”

“Hier!”

[Die Liebste schubst mich zur Seite und schließt zunächst erst einmal in auffälliger Weise die Schublade, die ich geöffnet hatte.
Dabei vergewissert sie sich mit prüfendenm Blick noch kurz, ob ich das auch wirklich richtig gesehen habe, geht hinüber zu einer anderen Schublade und zieht diese mit einem gemurmelten "Tadaa!" auf.]

“DAS HIER ist das Richtige.”
“Ähm…”

“Ist das nicht toll?? So etwas gab es früher gar nicht!”
“Liebste, da sind ja babyblaue Wölkchen drauf…”

“Ist das nicht super??”
“Und das sind ja gar keine Tüten, sondern Einwickelpapier?”

“Ja, und die Innenseite ist beschichtet, siehst du?”
“Das sehe ich, ja…”

“Das ist gut, wenn man Tomatenbrot hat, oder so.”
“Ich mag aber kein Tomatenbrot…”

“Ja, aber du könntest jetzt welches essen, wenn du wolltest!”
“Schatz, also das ist ja alles ganz gut und schön, aber…”

“Deine Kollegen werden Augen machen, wenn die das sehen!”
“Ähm, das kann ich mir jetzt schon gut vorstellen, ja…”

“Die haben ihre stinknormalen Tüten und du: Tadaa!”
“Aha, ähm, sag mal, gab es denn nur blaue Wölkchen als Motiv?”

“Wieso, was stimmt denn damit nicht?”
“Naja, gab es nicht auch was, sagen wir mal, etwas…”

“Sorry, aber es gab kein Papier mit nackten Weibern drauf!”
“Schade…”

“Pff! Nie freust du dich über was, was ich mache!”
“Ja, doch, ich finde neue Ideen immer gut, aber…”

“Dann nimm doch deine doofen alten langweiligen Tüten!”

[Die Liebste schließt demonstrativ die von ihr eben geöffnete Schublade und macht die andere wieder auf, in der sich meine klassischen Tüten befinden. Dann tritt sie einen Schritt zur Seite und stellt sich mit verschränkten Armen daneben.]

“Bitte sehr!”
“Schatz, so meinte ich das doch gar nicht, ich wollte doch nur…”

“Du nimmst die Tüten, ich mein schönes Papier. Kein Problem!”
“Na schön…”

[Etwas zögernd und unsicher krame ich in der Schublade herum und finde schließlich meine liebgewonnenen Butterbrotstüten, allerdings sind nur noch zwei vorhanden und eine davon ist eingerissen...]

“Was ist? Stimmt was nicht?”
“Ähm… Hier ist nur noch eine Tüte und ich habe drei Brote, und…”

“Passen da wohl nicht alle rein, was?”
“Ähm, wahrscheinlich nicht, das ist ja blöd jetzt…”

“Möchtest du vielleicht doch etwas von meinem Papier haben?”
“Also… Hatten wir nicht auch noch so eine Dose?”

“Die ist im Kabuff oben im Regal, musst du mal nachsehen.”

[Mist... Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die ganze Sache doch noch kippen könnte; aber jetzt kann ich unmöglich auf ihr Wölkchen-Papier zurückgreifen, sonst darf ich mir das ab jetzt jahrelang anhören und kann nie wieder etwas anderes kaufen...
Also gehe ich in unseren Wirtschaftsraum nebenan und brauche eine halbe Ewigkeit, um die tausend dort gelagerten Sachen zu durchsuchen. Ohne Erfolg, ohne Butterbrotsdose.]

“Und? Hast du sie?”
“Ähm, nein, die ist da nicht…”

“Macht nichts, ich habe bereits eine Lösung für dich erarbeitet.”
“So? Tatsächlich? Und die wäre?”

[Während ich diese Frage stelle, fällt mir auf, dass auf dem Teller mit den Broten nur noch ein paar Krümel liegen...
Und dass sich im Mundwinkel der Liebsten ebenfalls solche Krümel befinden... Sie wird doch wohl nicht, sie hat doch nicht wirklich...]

“Ich helfe doch immer gern, wenn ich kann!”

Kopfschüttel…

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Es fehlt etwas…

21. Januar 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Als ich am Abend nach Hause komme, riecht es nach lecker Essen in der Wohnung; die Liebste scheint etwas gekocht zu haben!
Das ist gut, denn ich habe einen Mordshunger und wenn da jetzt noch ein hübsch gedeckter Tisch im Esszimmer ist…
Großartig!

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße, boah, hier riecht das aber lecker!”

“Ich wollte was kochen…”
“Wieso wollte??”

“Hat nicht geklappt.”
“Aber es riecht doch hier nach Essen??”

“Ja, aber das ist nichts geworden.”
“Ähm, heißt das, es gibt nichts??”

“Du kannst was haben, aber schmecken wird das nicht!”
“Was hast du denn gekocht?”

“Lasagne.”
“Ist doch super!?”

“Nein.”
“Warum?? Was ist denn damit? Verbrannt??”

“Nein, es fehlt leider was.”
“Aha, und was?”

“Die Lasagneplatten.”
“Aha… Naja, das ist, ähm…”

“Daher habe ich Makkaroni genommen.”
“Ist doch aber auch gut!?”

“Ja, aber ich hatte auch kein Hackfleisch.”
“Ach so?”

“Daher habe ich das Fleisch durch Scampis ersetzt.”
“Makkaroni mit Scampis?? Lecker!”

“Aber ich wollte doch unbedingt Lasagne mit Tomatensoße!”
“Ich habe noch nie Scampis mit Tomatensoße gegessen, aber…”

“…Tomatensoße hatten wir noch in der Miracoli-Packung.”
“Ähm… Von den Spaghetti das Zeug??”

“Ja.”
“Und??”

“Ich hatte dann das Gefühl, dass das komisch schmeckt.”
“Nunja, also das kann ich mir vorstellen…”

“Vielleicht hätte ich die Paprika nicht mit rein machen sollen…”
“Paprika??”

“Die musste mal langsam weg.”
“Aha…”

“Verstehst du jetzt, was ich meine?”
“Also ich darf mal zusammenfassen, ja?”

“Wenn du meinst…”
“Du hast Makkaroni mit Scampis und Spaghetti-Soße mit Paprika…”

“Ja, und dann überbacken. Macht man ja so mit Lasagne.”
“Ähm, immerhin hattest du demnach Käse?”

“Nee, nicht so richtig.”
“Nicht so richtig?? Aber womit hast du denn dann…”

“Mit dem Käse-Dip von den Tortilla-Chips.”
“Liebste, also, ähm…”

“Ja genau, und so schmeckt das jetzt auch!”
“Naja, ich meine, kreativ kochen ist ja nicht schlecht, aber…”

“Das kann ja auch gar nicht schmecken.”
“Naja, also einen Versuch würde ich vielleicht wagen…”

“Das bringt nichts, das schmeckt überhaupt nicht nach Lasagne.”
“Also mit Scampis, Paprika und Käse-Dip kann das ja auch nicht…”

“Deswegen doch nicht!”
“Weswegen denn??”

“Ich hab die Bechamel-Soße vergessen!”

Kopfschüttel…

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Das Übliche

1. Januar 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sitzen in einem kleinen italienischen Restaurant in Bremen und studieren die Speisekarte.
Während ich mich vor einer gefühlten Stunde bereits für ein Pizza entschieden habe, rätselt die Liebste immer noch vor sich hin…

“Ich weiß echt nicht, was ich nehmen soll…”
“Süße, wir werden verhungern, wenn du so weiter machst!”

“Jetzt drängel mich nicht, wir haben doch Zeit, oder?”
“Aber der Kellner war schon dreimal da und…”

“Was nimmst du nochmal??”
“Pizza, immer noch…”

“Ach ja. Nee, Pizza will ich nicht.”
“Dann nimm Nudeln mit Lachs, das magst du doch?”

“Ich kann doch nicht schon wieder Nudeln nehmen!?”
“Warum nicht??”

“Weil ich das immer nehme.”
“Eben!”

“Heute möchte ich aber mal was anderes!”
“Und was??”

“Ich weiß nicht, hört sich alles lecker an…”
“Also wenn der Kellner wieder kommt, bestelle ich!”

“Für mich auch?”
“Wohl kaum!”

“Ich glaube, ich hätte Lust auf eine Curry-Suppe.”
“Was?”

“Curry-Suppe. Da ist Curry drin.”
“Oh, tatsächlich?? Vielen Dank, das wusste ich gar nicht!!”

“Aber hier gibt es ja leider keine Curry-Suppe…”
“Das ist ja auch ein italienisches Restaurant, kein indisches!”

“Ich weiß, aber das fängt beides mit ´i´ an! Lustig, oder??”
“Ich werde gleich wahnsinnig fängt auch mit ´i´ an!!”

“Wo du Recht hast, hast du Recht.”
“Liebste, SUCH – DIR – JETZT – WAS – AUS! BITTE!”

“Hmm…”
“Wie wäre es denn mit Spaghetti Aglio?”

“Mit Knoblauch??”
“Knoblauch, ja…”

“Naja, das könnte ich nehmen!”
“Prima, gut; also bestelle ich das für dich, OK?”

“Und für dich auch.”
“Nee. Ich will Pizza. Habe ich ja erst 10-mal erwähnt…”

“Aber alleine esse ich kein Knoblauch!”
“Was??”

“Nur, wenn du auch Knoblauch isst!”
“Schatz, du kannst gerne Knoblauch essen, kein Problem!”

“Aber dann kann ich dich ja nicht mehr küssen!?”
“Ich kann mir ja dabei die Nase zuhalten.”

“Du bist so doof!”
“Nimmst du jetzt die Spaghetti Aglio oder nicht??”

“Nein!”
“Himmel!”

[Der Kellner kehrt mit gezücktem Schreibblock zurück an unseren Tisch und ich sehe seinem Gesicht an, dass er nicht noch einmal kommen wird, wenn wir jetzt nicht bestellen... Ich werfe der Liebsten einen prüfenden Blick zu und stelle fest: da tut sich was...]

“Psst! Schatz! Ich weiß jetzt!”
“OK, und was?”

“Ich nehme das Übliche.”
“Das Übliche??”

“Ja.”
“Was ist denn das Übliche, bitte??”

“Du weißt nicht, was das Übliche ist??”
“Nudeln mit Lachs vielleicht??”

“Genau!”
“OK, das ist Nummer… 37, Tagliatelle al Salmone.”

[Ich bin erleichtert; aber nicht nur ich, auch dem Kellner scheint ein Stein vom Herzen gefallen zu sein. Wahrscheinlich hatte er insgeheim schon überlegt, was er sagt, sofern wir wieder nichts bestellt hätten...
Aber es scheint wohl alles noch einmal gut gegangen zu sein!]

“Hallo? Bestellst du jetzt??”
“Ähm, ja. Also für die Dame die 37 und für mich die 22.”

[Der Kellner bedankt sich, zuckt dann aber mit den Schultern und sagt: "Mi scusi, Signore, aber Lachs ist leider aus, mi dispiace, es tut mir sehr leid..."]

“Kein Lachs für mich??”
“Warum muss mir das immer passieren, das glaubt wieder keiner…”

“Das ist ja blöd, wo ich mich doch gerade entschieden hatte…”
“Liebste, vielleicht doch die Spaghetti mit Knoblauch?”

“Nee.”
“Sondern?”

“Ich möchte eine Curry-Suppe mit Kräuter-Baguette.”
“Schatz, ich breche echt gleich zusammen…”

[Der Kellner nickt und sagt: "Zuppa di Curry, Grazie, Signora; con il pane." Dann verschwindet er um die Ecke...]

“Siehst du!”
“Aber… Es gibt doch hier gar keine Curry-Suppe??”

“Offensichtlich doch.”
“Aber…”

“Das nächste Mal übernehme ich die Bestellung.”
“Ähm…”

“…dann dauert das nicht so lange, wie bei dir!”

Kopfschüttel…

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Schmeckt´s?

27. Oktober 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sitzen am Esstisch im Wohnzimmer und beginnen, das Abendessen zu verspeisen, das die Liebste soeben gezaubert hat.
Putengeschnetzeltes mit Soße, Pilzen und Kartoffeln: das hat sie wirklich sehr lecker hingekriegt!

“Na? Schmeckt´s dir denn?”
“Sehr gut, Süße, sehr lecker!”

“Naja…”
“Naja?? Hey, das ist super!”

“Ich weiß nicht, also ich finde das nicht so dolle…”
“Tatsächlich? Also mir schmeckt´s.”

“Du kannst es ruhig sagen, wenn es dir nicht schmeckt!”
“Aber es schmeckt mir doch!?”

“Das glaube ich nicht.”
“Liebste, das ist SEHR lecker. Hast du gut gemacht.”

“Du hast ja auch nur ganz wenig genommen.”
“Wir haben doch auch gerade erst angefangen??”

“Normalerweise machst du dir den Teller immer voll!”
“Erstens stimmt das gar nicht und zweitens…”

“…zweitens finde ich das doof, dass du es nicht sagst!”
“Was sagen??”

“Dass es dir nicht schmeckt!”
“Es schmeckt mir aber! Entschuldigung, dass es mir schmeckt!!”

“Ehrlich?”
“Ja…”

“Holst du dir denn noch was?”
“Ja, ich hole mir noch was. Gleich zumindest.”

[Eine Viertelstunde später habe ich den dritten Teller leer geputzt.
Ich weiß gar nicht, was die Liebste hat, ich könnte mich da REINLEGEN!
Jetzt reicht es aber auch, ich zerdrücke das letzte Stück Kartoffel in der Soße und dann ist Schluss...]

“Du hast ja alles aufgegessen!?”
“Ja… Jetzt bin ich auch echt voll…”

“Und das, obwohl es dir nicht geschmeckt hat!”
“Schatz! Hör jetzt auf, ICH war wirklich sehr zufrieden!”

“Das sagst du ja bloß, damit ich nicht beleidigt bin.”
“Nein, ich sage es, weil es sehr lecker war, DARUM!”

“Also mein Fall war das echt nicht.”
“Das tut mir natürlich leid, aber mir hat es geschmeckt.”

“Das kann ich gar nicht glauben!”
“Hallo?? Ich habe alles aufgegessen, was willst du denn noch??”

“Das ist ja klar, dass du alles aufgegessen hast.”
“So?? Was soll das denn jetzt heißen??”

“Das hast du nur gemacht, um davon abzulenken, dass es dir nicht geschmeckt hat!”

Kopfschüttel…

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Tauschgeschäft

3. August 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sind am Samstagabend bei Freunden auf eine große Geburtstags-Grillparty eingeladen.
Das Fest findet teils draußen, teils drinnen statt und wir finden noch zwei Plätze an einem Partytisch, nachdem wir uns am großen Buffet zwei Teller mit Leckereien zusammengestellt haben.

“Lass es dir schmecken Schatz!”
“Du auch, Süße. Guten Appetit!”

[Meine Liebste schiebt sich eine Gabel voller Salat in den Mund, kaut zwei-, dreimal, wird dann deutlich langsamer und schaut mich mit großen und leicht entsetzt dreinblickenden Augen fragend an.]

“Schatz…”
“Was ist??”

“Das mag ich nicht…”
“Was ist denn das überhaupt, was du da kaust?”

“Das scheint wohl Kuskus-Salat zu sein…”
“Ja und??”

“Kuskus mit Kümmel oder so… Das mag ich nicht…”
“Aha. Kuskus mit Kümmel?? Dann tu ihn weg.”

“Wegtun? Wohin denn?”
“Geh in die Küche und schmeiß ihn in den Mülleimer.”

“Auf keinen Fall, in der Küche sitzen tausend Leute!”
“Na und??”

“Das mache ich nicht, wie sieht denn das aus!?”
“Na schön, dann wirf den Salat da hinten ins Gebüsch.”

“Schatz!”
“Was denn?? Wenn du das alles nicht willst, dann iss ihn!”

“Kannst du den nicht weiteressen?”
“Ich??”

“Was hast du denn da überhaupt auf deinem Teller?”
“Nudelsalat.”

“Und wie ist der?”
“Sehr gut.”

“Können wir die Teller tauschen?”
“Och Schatz! Nee!”

“Bitte, bitte, bitte!”
“Dann muss ich das blöde Kuskus-Zeug ja essen!”

“Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte!”
“Himmel! AUSNAHMSWEISE, also gib her…”

[Wir tauschen unauffällig die Teller und das Unheil geht weiter...]

“Schmeckt besch…, ähm, schmeckt mies, oder??”
“Ja…”

“Danke, dass du das für mich machst, mein Schatz.”
“Ja ja, schön…”

[Nachdem ich das Kümmel-Kuskus hinuntergewürgt habe und mich anschließend frage, warum ich nicht selbst in die Küche zum Mülleimer gegangen bin, ist die Liebste schon wieder in Startposition für die nächste Runde am Buffet.
OK, also schnell das Kuskus vergessen und auf ein Neues!]

“So, jetzt habe ich Bauernsalat, der wird ja wohl schmecken.”
“Ja… Ich habe dann NOCH EINMAL Nudelsalat genommen…”

“Der Nudelsalat ist echt lecker!”
“Ja, dann guten Appetit dieses Mal…”

[Meine Liebste führt die gefüllte Gabel zum Mund, kaut ein paar Bissen und wendet mit hochgezogenen Augenbrauen und Kälbchenaugen ihren Kopf langsam in meine Richtung...]

“Ähm…”
“Liebste, du willst doch wohl nicht sagen, dass…”

“Doch… Das mag ich auch nicht…”
“Aber du magst doch Bauernsalat, oder nicht??”

“Ja, aber nicht diesen hier…”
“Vergiss es.”

“Was soll ich vergessen?”
“Ich nehme NICHT deinen Teller!”

“Aber…”
“NEIN!”

“Aber Schatz, ich…”
“Nee, nix Schatz!”

“Darf ich einen Happen von deinem Nudelsalat haben?”
“Was??”

“Och bitte!”

[Die Liebste schiebt ihre Gabel in den Berg leckeren Nudelsalat auf meinem Teller und bedient sich fleißig. Dabei setzt sie ein Strahlen und Lächeln auf ihr Gesicht, das jede Salzsäule zum Schmelzen bringen könnte...]

“Du kannst auch hier von mir was nehmen?”
“Nee, danke.”

“Och bitte, hier! Nimm doch mal was von dem Bauernsalat.”
“Nein, geh weg damit!”

“Probier doch mal!”

[Die Liebste nimmt ihre Gabel, belädt sie mit ihrem verschmähten Bauernsalat und schiebt sie mir in den Mund. Ich muss zugeben, dass auch ich mir unter einem Bauernsalat etwas anderes vorgestellt hatte...]

“Schmeckt nicht, oder?”
“Ähm, da stimme ich dir größtenteils zu, ja…”

“Der Nudelsalat ist aber echt spitze!”
“Deswegen habe ich ihn auf MEINEM Teller…”

“Darf ich noch mal eben schnell, nur ein bisschen?”

[Es lohnt nicht, den gesamten weiteren Verlauf aufzuschreiben; denn jeder weiß, wie es nun weitergeht. Während die Liebste meinen Teller leer futtert (ohne diese zu tauschen), muss ich nach und nach den Bauernsalat auslöffeln. Das geht dann so über Kreuz; was man manchmal für einen Blödsinn macht...
Allerdings habe wohl nur ich dieses Gefühl, die Liebste hingegen findet das anscheinend ganz normal.]

“So, jetzt haben wir die Teller wieder leer.”
“Endlich…”

“Danke mein Schatz, dass du den Bauernsalat gegessen hast.”
“Gern geschehen trifft es jetzt nicht so ganz…”

“Willst du noch was?”
“Vielleicht.”

“Vielleicht?? Wovon hängt das ab?”
“Ob ich dann auch essen darf, was ich auf dem Teller habe!!”

“Darfst du doch?”
“Da bin ich mir nicht mehr so sicher…”

“Weißt du was? Ich tue dir jetzt als Dankeschön einen Gefallen!”
“Aha, und was schwebt dir da so vor?”

“Ich bin satt, aber ich hole dir jetzt gerne noch einen Teller.”
“Hm…”

“Mit allem drauf, was du haben willst!”
“Und du bist wirklich satt?”

“Ja.”
“Dann könnte ich das tatsächlich wagen…”

“Was möchtest du denn haben?”
“Nudelsalat.”

“Nudelsalat??”
“Nudelsalat.”

“Aber den hattest du doch jetzt schon zweimal!?”

Kopfschüttel…

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Auf die Größe kommt es an

22. Juni 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich haben am Abend noch ein wenig Hunger; also raffe ich mich mal auf und koche eine simple, aber leckere Reispfanne mit asiatischem Gemüse, scharfer Soße und Pute.
OK, obwohl es nur eine Kleinigkeit werden sollte, ist die Pfanne nun doch recht voll geworden…

“Schatz, was soll denn das??”
“Was denn, Süße?”

“Du hast ja für eine ganze Kompanie gekocht!”
“Das ging irgendwie nicht anders, ich weiß auch nicht, also…”

“Wir wollten doch Diät machen!”
“Ach ja?? Wollten wir??”

“Ja.”
“Wofür willst du Bohnenstange denn eine Diät machen??”

“Ich dachte dabei weniger an mich.”
“Ähm…”

“Außerdem bin ich keine Bohnenstange!”
“Das heißt also, dass eher ich…”

“Genau, an dich habe ich dabei eigentlich gedacht.”
“Aber…”

“Ich würde dann eben aus Solidarität mitmachen.”
“Aha, das ist aber sehr nett…”

“Ja. So bin ich, kannste mal sehen!”
“Aber das ist doch ein relativ fettarmes Gericht, so eine Reispfanne?”

“Ja, das stimmt.”
“Nur ein bisschen viel vielleicht…”

“Es geht ja eigentlich nicht um die Menge.”
“Nicht?”

“Nein. Und um den Fettgehalt auch nicht.”
“Aha… Sondern??”

“Es geht um die Größe.”
“Die Größe?? Schatz, ich habe die Reiskörner nicht selber gemacht!”

“Ich meine doch nicht den Reis!”
“Was denn??”

“Ich meine die Teller.”
“Die Teller?? Was ist denn damit??”

“Die sind zu groß.”
“Aber die benutzen wir doch immer??”

“Ja, aber die sind eben zu groß.”
“Zu groß wofür??”

“Für deine Diät.”
“Also eben war es noch UNSERE Diät!?”

“Unsere, von mir aus. Aber eben doch mehr deine.”
“Und WER nölt immer rum, dass er nirgendwo mehr rein passt??”

“Ich ja wohl nicht!”
“NEEEEIIINN, DU natürlich nicht!!”

“Tue ich auch nicht.”
“Dann muss ich das wohl geträumt haben die letzten Jahre!”

“Das kommt nur, weil du mir nie richtig zuhörst.”
“Also schön, dann höre ich jetzt noch einmal ganz genau zu.”

“Bei was??”
“WARUM sind jetzt die Teller plötzlich nicht geeignet??”

“Die sind zu groß.”
“Das sagtest du bereits.”

“Und was gibt´s da jetzt nicht zu verstehen??”
“Ich wollte eigentlich nicht den Teller essen, sondern was drauf ist!”

“Aber große Teller macht man sich immer viel voller, als kleine.”
“Aha.”

“Und deshalb nimmt man kleine Teller, wenn man Diät macht.”
“Hier muss aber niemand eine Diät machen!”

“Doch, du!”
“Ich gar nicht!”

“Zumindest mehr, als ich.”
“In Gottes Namen, von mir aus. Darf ich jetzt essen??”

“Von dem Teller da??”
“Von diesem Teller, ja.”

“Du nimmst deine Diät ja gar nicht ernst.”
“Ich weiß ja auch erst seit 5 Minuten davon!!”

“Soll ich dir einen kleinen Teller holen?”
“Nein.”

“Aber das hilft!”
“Ich tue einfach weniger auf DIESEN Teller, ist das in Ordnung?”

“Das ist aber nicht konsequent.”
“Schön, damit werde ich heute leben können. Und du?”

“Was und ich?”
“Kannst auch DU damit leben, dass ich von DIESEM Teller esse??”

“Ja.”
“Na Gott sei Dank.”

“Aber ich hole mir einen kleinen Teller. Als Vorbild sozusagen.”
“Schön. Ich bin begeistert.”

“Und einen großen Löffel bringe ich dann auch noch mit.”
“Löffel?? Da ist doch einer drin??”

“Das kleine Ding?? Da kriegt man ja nichts mit auf den Teller!”

Kopfschüttel…

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Na schön, dann backe ich

4. Juni 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich schauen am Abend so nebenbei im Fernsehen N24 Wissen; es wird eine Reportage geboten, wie man einen perfekten Schokoladenkuchen backt.
Es treten eine junge Dame und ein französischer Chocoladier an, um zu zeigen, wie man es (nicht) macht…

“Schokoladenkuchen, so was Einfaches…”
“Kannst du denn Schokokuchen backen, Süße?”

“Natürlich.”
“Und warum backst du dann nie einen?”

“Weil ich den nicht so gerne esse.”
“Aber ich!”

“Du??”
“Na klar mag ich Schokoladenkuchen!”

“Ich dachte, du magst nur Käsekuchen??”
“Mag ich auch.”

“Na schön, dann backe ich dir eben mal einen.”
“Echt?? Super! Da freue ich mich aber!”

“Aber ich mache das nicht so, wie die da im Fernsehen!”
“Nicht?”

“Nein! Und außerdem mag ich die Tusse da nicht.”
“Wieso? Was ist denn mit der?”

“Die ist doof.”
“Ah… Verstehe. Weil sie gut aussieht, oder warum?”

“Die sieht gut aus??”
“Naja, also…”

“DIE da? Du findest, dass DIE gut aussieht??”
“Gut ist vielleicht übertrieben formuliert, also ich meine…”

“Außerdem meine ich nicht ihr Aussehen, sondern die Stimme.”
“Ähm…”

“Dieses Gepiepse, schrecklich!”

[Meine Liebste greift sich kurzentschlossen die Fernbedienung und stellt den Fernseher auf stumm; folglich hört man nun nichts mehr von der Reportage...]

“So ist´s besser.”
“Schatz, ähm… Jetzt hören wir doch aber nichts mehr!?”

“Na und?”
“Ich würde aber eigentlich schon ganz gerne hören, was die da…”

“Da braucht man nichts hören, vor allem die Piepsstimme nicht.”
“Und der Chocoladier? Ich meine, er ist doch der Fachmann und…”

“Den kann ich auch nicht leiden.”
“Den auch nicht?? Was stimmt denn mit dem jetzt nicht??”

“Der macht so ein komisches Gesicht.”
“Und was ist da jetzt so komisch, bitte??”

“Der hat so ein Langhannes-Bohnen-Gesicht.”
“Der hat was??”

“Na guck ihn dir doch mal an!”
“Ich habe bisher eigentlich mehr auf seine Backkünste geachtet…”

“Und ich dachte, du hättest mehr auf die Piepserine geachtet!”
“Nein, habe ich NICHT! Ich finde es interessant, wie man Schokoku…”

“Das brauchst du nicht wissen, ich backe den ja.”
“Aber…”

“Nichts aber! Boah, ich kann den Typen nicht mehr sehen, echt!”

[Meine Liebste greift sich erneut die Fernbedienung und drückt den Aus-Knopf. Wie zu erwarten war, verdunkelt sich das ohnehin schon stumme Bild und man sieht: nichts mehr.]

“Was für eine Erleichterung…”
“Ähm… Schatz, du hast den Fernseher ausgemacht?”

“Ja.”
“Heißt das, dass wir die Reportage jetzt NICHT weiter anschauen?”

“Das heißt es.”
“Aber ICH würde das schon gerne sehen!?”

“Wozu denn??”
“Weil es mich interessiert!”

“Du willst das ja nur sehen, damit du mich kritisieren kannst!”
“Ich würde niemals deine Backkünste kritisieren!”

“Ich backe doch aber so gut wie nie!”
“Das ist ein Grund mehr, möglichst wenig daran zu kritisieren.”

“Also du kritisierst mich nicht, nur damit ich weiterhin backe??”
“Nein, ich meine das eher, also, ich wollte sagen, dass…”

“Blödmann!”
“Aber…”

“…und weißt du, was?!”
“Ähm, was denn?”

“Du kannst dir deinen blöden Schokokuchen selber backen!”
“Aber ich kann doch gar keinen Schokoladenkuchen backen??”

“Dann lernste das eben!”
“Wollte ich ja, aber du hast ja den Fernseher ausgemacht!?”

“Na und??”
“Wie soll ich das denn dann jetzt lernen??”

“Kannst mich ja fragen!?”
“Und DU würdest mir das erklären?”

“Nein. Aber fragen darfst du ruhig!”

Kopfschüttel…

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Mit Stückchen

19. Mai 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend an unserem Esstisch im Wohnzimmer und essen gemeinsam Abendbrot; vielmehr: sind wir damit gerade fertig geworden.
Entspannt lehne ich mich zurück und warte auf die Vorschläge der Liebsten…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Wollen wir noch ein Eis essen gehen?”
“Hm, ja, warum nicht? Gute Idee!”

“Ich habe jetzt noch voll Lust auf Schokoladeneis!”
“Prima, dann lass uns die Sachen wegräumen und dann los.”

“Aber nicht zur Eisdiele.”
“Ähm…”

“Ich meine, nicht zu DER Eisdiele.”
“Du meinst die vor unserer Tür?”

“Genau.”
“Und warum nicht zu Simonetti??”

“Da schmeckt das Schokoladeneis nicht.”
“Aha. Und wieso schmeckt das da plötzlich nicht mehr??”

“Es schmeckt schon, aber da sind ja keine Stücke drin.”
“Stücke??”

“Naja so Schokoladenstückchen eben, die will ich jetzt!”
“Aber wir haben da doch schon 1.000-mal Eis gegessen??”

“Aber nicht mit Schokostückchen.”
“OK, schön, und was heißt das jetzt?”

“Dass ich zu einer anderen Eisdiele will.”
“Na toll! Da haben wir eine Eisdiele vor der Tür und…”

“…wir können doch aber mal woanders hingehen?”
“Das können wir, ja, und wohin?”

“Weiß ich nicht.”
“Das sind nicht gerade gute Voraussetzungen, Liebste…”

“In Oldenburg wüsste ich eine Eisdiele, wo es das gibt!”
“Schatz! Oldenburg ist 50 Kilometer weit weg!?”

“Ich will ja auch gar nicht nach Oldenburg.”
“Da bin ich aber froh, bei dir weiß man ja nie…”

“Was soll das denn heißen??”
“Dass es gut hätte sein können, dass du jetzt da hin willst!”

“Stimmt ja gar nicht!”
“Sondern?”

“Hier wird es ja in Bremen wohl noch andere Eisdielen geben!”
“Gibt es, ja, zum Beispiel an der Schlachte.”

“Haben die Schokoeis mit Stückchen??”
“Ähm, das weiß ich nicht…”

“Dann ruf da an.”
“Wie bitte?? Ich weiß weder die Adresse noch den Namen!?”

“Das wird die Auskunft ja wohl wissen??”
“Dann ruf DU doch da an, wenn das so einfach ist!”

“Du kannst sowas aber besser.”
“Was! Die Auskunft nach einer Telefonnummer fragen??”

“Nein, das mit den Schokostückchen.”
“DAS wird mir die Auskunft NICHT sagen können!”

“Aber der nette Mann in der Eisdiele.”
“Und warum fragst du denn NETTEN Mann nicht selber??”

“Aber wenn der italienisch spricht?”
“Das ist keine italienische Eisdiele, soweit ich weiß…”

“Dann will ich da auch nicht hin.”
“Aber Schokoladeneis werden die wohl auch haben!”

“Mit Stückchen?”
“Himmel!!”

“Wir können ja auch in die Gelben Seiten gucken, oder?”
“Oh nein, bitte nicht!”

“Warum nicht??”
“Weil das nur wieder eine Katastrophe wird!”

“Verstehe ich nicht…”
“Bevor ich mir DAS antue, fahre ich dich lieber nach Oldenburg!”

“Ehrlich? Dann los.”
“Schatz, das sollte eigentlich nur ein Witz sein…”

“Ich finde das auch echt witzig!”
“Das ist schön…”

“Fährst du?”
“Liebste, ein Witz, du verstehst…”

“So spontane Sachen finde ich total aufregend!”
“Ich brech zusammen…”

“Dann fahren wir aber vorher noch bei Simonetti vorbei.”
“Ähm… Jetzt DOCH zu unserer Eisdiele??”

“Klar!”
“Aber du wolltest doch da nicht hin??”

“Richtig, aber bis Oldenburg sind wir ja ewig unterwegs.”
“Den Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht??”

“Dann können wir uns für die Fahrt da noch ein Eis mitnehmen!”
“Schokolade??”

“Nee, Vanille!”

Kopfschüttel…

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4.000 Tage Pech

16. Februar 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste kommt aufgeregt zu mir in die Küche gerannt und tippt mir auf die Schulter, während ich gerade dabei bin, noch schnell ein wenig Rührei fürs Abendbrot zu braten.
Übrigens: Ich hasse auf die Schulter tippen!
Naja, mal sehen, was die Liebste auf dem Herzen hat, muss ja dringend sein…

“Schatz? Du musst gleich deine Emails abrufen!”
“Süße, darf ich denn vorher noch eben unser Rührei fertig machen?”

“Ja, aber dann musst du gleich deine Emails lesen.”
“Wieso? Was ist denn??”

“Und du musst auch sofort antworten!”
“Woher weißt du denn, was ich für Emails kriege??”

“Weil ich dir eben gerade eine geschickt habe.”
“Ähm… Du hast MIR eine Email geschrieben?”

“Ja.”
“Während wir hier zu Hause sind?”

“Ja.”
“Ach und es mir einfach sagen ging nicht, oder was??”

“Nein, es handelt sich ja sonst um 4.000 Tage Pech.”
“Was??”

“Wenn du meine Mail ignorierst, hast du 4.000 Tage Pech!”
“Die habe ich schon hinter mir, daher…”

“Nein, jetzt mal ehrlich, machst du das?”
“Ich verstehe immer noch nicht, was ich überhaupt machen soll!”

“Ich habe dir eine Umarmung per Mail geschickt.”
“Ähm…”

“Und du musst die jetzt an alle deine Freunde weiterleiten.”
“Und wenn nicht??”

“Das sagte ich doch, dann hast du 4.000 Tage Pech!”
“Ach, jetzt verstehe ich: du hast einen Kettenbrief gekriegt!”

“Nein, das ist ein Umarmungszertifikat. Von Simone.”
“Liebste, diese Dinger sind doch alle Schwachsinn.”

“Ich habe das an alle weitergeschickt, die ich kenne!”
“Schatz, das ist doch jetzt nicht dein Ernst!?”

“Doch, aber das ist noch nicht alles.”
“Was denn noch??”

“Ich warte jetzt auf Antworten.”
“Antworten muss man da auch noch??”

“Ich brauche 5 Antworten, dann wachen die Engel über mich!”
“Aha… Die Alternative sind übrigens 5 Ramazotti.”

“Was? Wieso?”
“Dann hörst du die Englein singen! Haha!!”

“Du bist so doof!”
“Und du fällst auf jeden Blödsinn rein! Da mache ich nicht mit!”

“Ich finde das aber toll, Umarmungen zu verschicken!”
“Per Mail??”

“Na, ich kann ja nicht mal eben zu allen hingehen?”
“Aber mich könntest du doch jetzt auch so umarmen??”

“Darum geht es doch gar nicht!”
“Nicht?? Aber du hast doch eben gesagt, dass…”

“Ich will 5 Antworten kriegen!”
“Jaja, ist ja gut, ich antworte dir ja gleich…”

“Gut.”
“Bist du dann jetzt endlich zufrieden, ja?”

“Ich schon, aber du wirst dich ärgern.”
“Mir ist das nicht so wichtig, dass die Engel über mich wachen.”

“Ich meine, deine 4.000 Tage Pech haben schon angefangen.”
“Wieso??”

“Weil du das ganze Rührei verbrannt hast!”
“Was?? Oh nein, so ein Mist!!”

“Siehste! Aber du hörst ja auch nie auf mich!”

Kopfschüttel…

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Die schaffe ich nicht

3. Dezember 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sind heute schon früh aufgestanden, da wir für einen geschäftlichen Termin bereits um 9.30 Uhr in Hamburg sein müssen; und die A1 von Bremen nach Hamburg ist morgens wahrlich kein Zuckerschlecken…
Schnell noch ein kleines Frühstück genießen und dann müssen wir auch schon los, um nicht zu spät zu kommen.

“Irgendwie muss ich noch was essen, glaube ich…”
“OK, was möchtest du denn haben, Süße?”

“Hm…”
“Ich schmiere dir schnell noch ein Brot, ja?”

“Nee.”
“Dann vielleicht einen Apfel?”

“Nee.”
“Einen Joghurt? Wir haben noch Blaubeere.”

“Nee.”
“Och Schatz! Dann weiß ich auch nicht!”

“Irgendwas, nur eine Kleinigkeit…”
“Wir haben noch Milchschnitte, fällt mir gerade ein!”

“Oh ja, Milchschnitte ist gut!”
“Also schön. Warte…”

“Ich nehme eine halbe Milchschnitte.”
“Wie bitte??”

“Eine halbe.”
“Ich soll dir die Milchschnitte noch teilen??”

“Du kannst die andere Hälfte haben.”
“Ich hasse Milchschnitte!”

“Ich will aber doch nicht so viel jetzt!?”
“Schatz! EINE Milchschnitte, das sind zwei Bissen!”

“Die schaffe ich nicht.”
“Du wirst ja wohl lächerliche 30 Gramm Milchschnitte schaffen!”

“Sind das nur 30 Gramm??”
“28 Gramm, um genau zu sein…”

“Dass 14 Gramm so satt machen können, erstaunlich!”
“Eine halbe Milchschnitte bleibt ja alleine schon im Hals kleben!”

“Bleibt sie nicht!”
“Natürlich! Da kommt im Magen gar nix von an!”

“Dann trinke ich eben noch was. Zum Runterspülen.”
“Auf so eine Idee kann auch wirklich nur eine Frau kommen!”

“Kannst du mir noch den Multivitaminsaft geben, bitte?”
“Gerne! Und wie viel? Ein viertel Glas vielleicht??”

“Nee, ein halbes.”
“Schatz!”

“Warum regst du dich denn so auf, ich will doch nur frühstücken!”
“Aber das ist doch kein Frühstück! Eine HALBE Milchschnitte!”

“Gib mir jetzt die Milchschnitte und sei still, ja?”
“Gott, mein Blutdruck, und das am frühen Morgen schon…”

“Haben wir gleich noch 5 Minuten Zeit?”
“Nein.”

“Oder 3 Minuten?”
“Wofür denn… Willst du vielleicht noch deinen Mantel teilen?”

“Nein, das geht ja gar nicht!”
“Bei dir kann man nie wissen…”

“Ist doch alles in Ordnung, ich sage doch gar nichts!”
“Jaja… Also wofür brauchst du noch 3 Minuten…”

“Ich muss noch schnell zum Bäcker unten, was erledigen.”
“Zum Bäcker?? Was willst du da denn noch??”

“Mir ein Brötchen für die Fahrt kaufen natürlich!”

Kopfschüttel…

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Deine Kollegen werden Augen machen!

25. Februar 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste kommt am Abend zu mir in die Küche, während ich mir dort gerade für den nächsten Tag ein paar Brote schmiere.
Ich werde den ganzen Tag unterwegs sein und für solche Fälle nehme ich mir gern ein paar Schnitten mit. Nur noch einpacken, fertig!

“Was machst du da, Schatz?”
“Ich habe mir ein paar Brote gemacht, Süße.”

“Und warum wühlst du da jetzt in der Schublade rum??”
“Ich suche die Butterbrotstüten, die sind doch hier, oder?”

“Nein, nein, nein!”
“Wo sind sie denn?”

“Nein, ich meine, die darfst du nicht nehmen!”
“Und wieso nicht??”

“Weil ich doch extra neues Butterbrotpapier gekauft habe.”
“Neues?? Wieso, ist das alte kaputt, oder was?”

“Nein, aber ich habe jetzt was viieel besseres.”
“Und zwar?”

“Hier!”

[Die Liebste schubst mich zur Seite und schließt zunächst erst einmal in auffälliger Weise die Schublade, die ich geöffnet hatte.
Dabei vergewissert sie sich mit prüfendenm Blick noch kurz, ob ich das auch wirklich richtig gesehen habe, geht hinüber zu einer anderen Schublade und zieht diese mit einem gemurmelten "Tadaa!" auf.]

“DAS HIER ist das Richtige.”
“Ähm…”

“Ist das nicht toll?? So etwas gab es früher gar nicht!”
“Liebste, da sind ja babyblaue Wölkchen drauf…”

“Ist das nicht super??”
“Und das sind ja gar keine Tüten, sondern Einwickelpapier?”

“Ja, und die Innenseite ist beschichtet, siehst du?”
“Das sehe ich, ja…”

“Das ist gut, wenn man Tomatenbrot hat, oder so.”
“Ich mag aber kein Tomatenbrot…”

“Ja, aber du könntest jetzt welches essen, wenn du wolltest!”
“Schatz, also das ist ja alles ganz gut und schön, aber…”

“Deine Kollegen werden Augen machen, wenn die das sehen!”
“Ähm, das kann ich mir jetzt schon gut vorstellen, ja…”

“Die haben ihre stinknormalen Tüten und du: Tadaa!”
“Aha, ähm, sag mal, gab es denn nur blaue Wölkchen als Motiv?”

“Wieso, was stimmt denn damit nicht?”
“Naja, gab es nicht auch was, sagen wir mal, etwas…”

“Sorry, aber es gab kein Papier mit nackten Weibern drauf!”
“Schade…”

“Pff! Nie freust du dich über was, was ich mache!”
“Ja, doch, ich finde neue Ideen immer gut, aber…”

“Dann nimm doch deine doofen alten langweiligen Tüten!”

[Die Liebste schließt demonstrativ die von ihr eben geöffnete Schublade und macht die andere wieder auf, in der sich meine klassischen Tüten befinden. Dann tritt sie einen Schritt zur Seite und stellt sich mit verschränkten Armen daneben.]

“Bitte sehr!”
“Schatz, so meinte ich das doch gar nicht, ich wollte doch nur…”

“Du nimmst die Tüten, ich mein schönes Papier. Kein Problem!”
“Na schön…”

[Etwas zögernd und unsicher krame ich in der Schublade herum und finde schließlich meine liebgewonnenen Butterbrotstüten, allerdings sind nur noch zwei vorhanden und eine davon ist eingerissen...]

“Was ist? Stimmt was nicht?”
“Ähm… Hier ist nur noch eine Tüte und ich habe drei Brote, und…”

“Passen da wohl nicht alle rein, was?”
“Ähm, wahrscheinlich nicht, das ist ja blöd jetzt…”

“Möchtest du vielleicht doch etwas von meinem Papier haben?”
“Also… Hatten wir nicht auch noch so eine Dose?”

“Die ist im Kabuff oben im Regal, musst du mal nachsehen.”

[Mist... Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die ganze Sache doch noch kippen könnte; aber jetzt kann ich unmöglich auf ihr Wölkchen-Papier zurückgreifen, sonst darf ich mir das ab jetzt jahrelang anhören und kann nie wieder etwas anderes kaufen...
Also gehe ich in unseren Wirtschaftsraum nebenan und brauche eine halbe Ewigkeit, um die tausend dort gelagerten Sachen zu durchsuchen. Ohne Erfolg, ohne Butterbrotsdose.]

“Und? Hast du sie?”
“Ähm, nein, die ist da nicht…”

“Macht nichts, ich habe bereits eine Lösung für dich erarbeitet.”
“So? Tatsächlich? Und die wäre?”

[Während ich diese Frage stelle, fällt mir auf, dass auf dem Teller mit den Broten nur noch ein paar Krümel liegen...
Und dass sich im Mundwinkel der Liebsten ebenfalls solche Krümel befinden... Sie wird doch wohl nicht, sie hat doch nicht wirklich...]

“Ich helfe doch immer gern, wenn ich kann!”

Kopfschüttel…

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Es fehlt etwas…

21. Januar 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Als ich am Abend nach Hause komme, riecht es nach lecker Essen in der Wohnung; die Liebste scheint etwas gekocht zu haben!
Das ist gut, denn ich habe einen Mordshunger und wenn da jetzt noch ein hübsch gedeckter Tisch im Esszimmer ist…
Großartig!

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße, boah, hier riecht das aber lecker!”

“Ich wollte was kochen…”
“Wieso wollte??”

“Hat nicht geklappt.”
“Aber es riecht doch hier nach Essen??”

“Ja, aber das ist nichts geworden.”
“Ähm, heißt das, es gibt nichts??”

“Du kannst was haben, aber schmecken wird das nicht!”
“Was hast du denn gekocht?”

“Lasagne.”
“Ist doch super!?”

“Nein.”
“Warum?? Was ist denn damit? Verbrannt??”

“Nein, es fehlt leider was.”
“Aha, und was?”

“Die Lasagneplatten.”
“Aha… Naja, das ist, ähm…”

“Daher habe ich Makkaroni genommen.”
“Ist doch aber auch gut!?”

“Ja, aber ich hatte auch kein Hackfleisch.”
“Ach so?”

“Daher habe ich das Fleisch durch Scampis ersetzt.”
“Makkaroni mit Scampis?? Lecker!”

“Aber ich wollte doch unbedingt Lasagne mit Tomatensoße!”
“Ich habe noch nie Scampis mit Tomatensoße gegessen, aber…”

“…Tomatensoße hatten wir noch in der Miracoli-Packung.”
“Ähm… Von den Spaghetti das Zeug??”

“Ja.”
“Und??”

“Ich hatte dann das Gefühl, dass das komisch schmeckt.”
“Nunja, also das kann ich mir vorstellen…”

“Vielleicht hätte ich die Paprika nicht mit rein machen sollen…”
“Paprika??”

“Die musste mal langsam weg.”
“Aha…”

“Verstehst du jetzt, was ich meine?”
“Also ich darf mal zusammenfassen, ja?”

“Wenn du meinst…”
“Du hast Makkaroni mit Scampis und Spaghetti-Soße mit Paprika…”

“Ja, und dann überbacken. Macht man ja so mit Lasagne.”
“Ähm, immerhin hattest du demnach Käse?”

“Nee, nicht so richtig.”
“Nicht so richtig?? Aber womit hast du denn dann…”

“Mit dem Käse-Dip von den Tortilla-Chips.”
“Liebste, also, ähm…”

“Ja genau, und so schmeckt das jetzt auch!”
“Naja, ich meine, kreativ kochen ist ja nicht schlecht, aber…”

“Das kann ja auch gar nicht schmecken.”
“Naja, also einen Versuch würde ich vielleicht wagen…”

“Das bringt nichts, das schmeckt überhaupt nicht nach Lasagne.”
“Also mit Scampis, Paprika und Käse-Dip kann das ja auch nicht…”

“Deswegen doch nicht!”
“Weswegen denn??”

“Ich hab die Bechamel-Soße vergessen!”

Kopfschüttel…

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Das Übliche

1. Januar 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sitzen in einem kleinen italienischen Restaurant in Bremen und studieren die Speisekarte.
Während ich mich vor einer gefühlten Stunde bereits für ein Pizza entschieden habe, rätselt die Liebste immer noch vor sich hin…

“Ich weiß echt nicht, was ich nehmen soll…”
“Süße, wir werden verhungern, wenn du so weiter machst!”

“Jetzt drängel mich nicht, wir haben doch Zeit, oder?”
“Aber der Kellner war schon dreimal da und…”

“Was nimmst du nochmal??”
“Pizza, immer noch…”

“Ach ja. Nee, Pizza will ich nicht.”
“Dann nimm Nudeln mit Lachs, das magst du doch?”

“Ich kann doch nicht schon wieder Nudeln nehmen!?”
“Warum nicht??”

“Weil ich das immer nehme.”
“Eben!”

“Heute möchte ich aber mal was anderes!”
“Und was??”

“Ich weiß nicht, hört sich alles lecker an…”
“Also wenn der Kellner wieder kommt, bestelle ich!”

“Für mich auch?”
“Wohl kaum!”

“Ich glaube, ich hätte Lust auf eine Curry-Suppe.”
“Was?”

“Curry-Suppe. Da ist Curry drin.”
“Oh, tatsächlich?? Vielen Dank, das wusste ich gar nicht!!”

“Aber hier gibt es ja leider keine Curry-Suppe…”
“Das ist ja auch ein italienisches Restaurant, kein indisches!”

“Ich weiß, aber das fängt beides mit ´i´ an! Lustig, oder??”
“Ich werde gleich wahnsinnig fängt auch mit ´i´ an!!”

“Wo du Recht hast, hast du Recht.”
“Liebste, SUCH – DIR – JETZT – WAS – AUS! BITTE!”

“Hmm…”
“Wie wäre es denn mit Spaghetti Aglio?”

“Mit Knoblauch??”
“Knoblauch, ja…”

“Naja, das könnte ich nehmen!”
“Prima, gut; also bestelle ich das für dich, OK?”

“Und für dich auch.”
“Nee. Ich will Pizza. Habe ich ja erst 10-mal erwähnt…”

“Aber alleine esse ich kein Knoblauch!”
“Was??”

“Nur, wenn du auch Knoblauch isst!”
“Schatz, du kannst gerne Knoblauch essen, kein Problem!”

“Aber dann kann ich dich ja nicht mehr küssen!?”
“Ich kann mir ja dabei die Nase zuhalten.”

“Du bist so doof!”
“Nimmst du jetzt die Spaghetti Aglio oder nicht??”

“Nein!”
“Himmel!”

[Der Kellner kehrt mit gezücktem Schreibblock zurück an unseren Tisch und ich sehe seinem Gesicht an, dass er nicht noch einmal kommen wird, wenn wir jetzt nicht bestellen... Ich werfe der Liebsten einen prüfenden Blick zu und stelle fest: da tut sich was...]

“Psst! Schatz! Ich weiß jetzt!”
“OK, und was?”

“Ich nehme das Übliche.”
“Das Übliche??”

“Ja.”
“Was ist denn das Übliche, bitte??”

“Du weißt nicht, was das Übliche ist??”
“Nudeln mit Lachs vielleicht??”

“Genau!”
“OK, das ist Nummer… 37, Tagliatelle al Salmone.”

[Ich bin erleichtert; aber nicht nur ich, auch dem Kellner scheint ein Stein vom Herzen gefallen zu sein. Wahrscheinlich hatte er insgeheim schon überlegt, was er sagt, sofern wir wieder nichts bestellt hätten...
Aber es scheint wohl alles noch einmal gut gegangen zu sein!]

“Hallo? Bestellst du jetzt??”
“Ähm, ja. Also für die Dame die 37 und für mich die 22.”

[Der Kellner bedankt sich, zuckt dann aber mit den Schultern und sagt: "Mi scusi, Signore, aber Lachs ist leider aus, mi dispiace, es tut mir sehr leid..."]

“Kein Lachs für mich??”
“Warum muss mir das immer passieren, das glaubt wieder keiner…”

“Das ist ja blöd, wo ich mich doch gerade entschieden hatte…”
“Liebste, vielleicht doch die Spaghetti mit Knoblauch?”

“Nee.”
“Sondern?”

“Ich möchte eine Curry-Suppe mit Kräuter-Baguette.”
“Schatz, ich breche echt gleich zusammen…”

[Der Kellner nickt und sagt: "Zuppa di Curry, Grazie, Signora; con il pane." Dann verschwindet er um die Ecke...]

“Siehst du!”
“Aber… Es gibt doch hier gar keine Curry-Suppe??”

“Offensichtlich doch.”
“Aber…”

“Das nächste Mal übernehme ich die Bestellung.”
“Ähm…”

“…dann dauert das nicht so lange, wie bei dir!”

Kopfschüttel…

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Schmeckt´s?

27. Oktober 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sitzen am Esstisch im Wohnzimmer und beginnen, das Abendessen zu verspeisen, das die Liebste soeben gezaubert hat.
Putengeschnetzeltes mit Soße, Pilzen und Kartoffeln: das hat sie wirklich sehr lecker hingekriegt!

“Na? Schmeckt´s dir denn?”
“Sehr gut, Süße, sehr lecker!”

“Naja…”
“Naja?? Hey, das ist super!”

“Ich weiß nicht, also ich finde das nicht so dolle…”
“Tatsächlich? Also mir schmeckt´s.”

“Du kannst es ruhig sagen, wenn es dir nicht schmeckt!”
“Aber es schmeckt mir doch!?”

“Das glaube ich nicht.”
“Liebste, das ist SEHR lecker. Hast du gut gemacht.”

“Du hast ja auch nur ganz wenig genommen.”
“Wir haben doch auch gerade erst angefangen??”

“Normalerweise machst du dir den Teller immer voll!”
“Erstens stimmt das gar nicht und zweitens…”

“…zweitens finde ich das doof, dass du es nicht sagst!”
“Was sagen??”

“Dass es dir nicht schmeckt!”
“Es schmeckt mir aber! Entschuldigung, dass es mir schmeckt!!”

“Ehrlich?”
“Ja…”

“Holst du dir denn noch was?”
“Ja, ich hole mir noch was. Gleich zumindest.”

[Eine Viertelstunde später habe ich den dritten Teller leer geputzt.
Ich weiß gar nicht, was die Liebste hat, ich könnte mich da REINLEGEN!
Jetzt reicht es aber auch, ich zerdrücke das letzte Stück Kartoffel in der Soße und dann ist Schluss...]

“Du hast ja alles aufgegessen!?”
“Ja… Jetzt bin ich auch echt voll…”

“Und das, obwohl es dir nicht geschmeckt hat!”
“Schatz! Hör jetzt auf, ICH war wirklich sehr zufrieden!”

“Das sagst du ja bloß, damit ich nicht beleidigt bin.”
“Nein, ich sage es, weil es sehr lecker war, DARUM!”

“Also mein Fall war das echt nicht.”
“Das tut mir natürlich leid, aber mir hat es geschmeckt.”

“Das kann ich gar nicht glauben!”
“Hallo?? Ich habe alles aufgegessen, was willst du denn noch??”

“Das ist ja klar, dass du alles aufgegessen hast.”
“So?? Was soll das denn jetzt heißen??”

“Das hast du nur gemacht, um davon abzulenken, dass es dir nicht geschmeckt hat!”

Kopfschüttel…

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Tauschgeschäft

3. August 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sind am Samstagabend bei Freunden auf eine große Geburtstags-Grillparty eingeladen.
Das Fest findet teils draußen, teils drinnen statt und wir finden noch zwei Plätze an einem Partytisch, nachdem wir uns am großen Buffet zwei Teller mit Leckereien zusammengestellt haben.

“Lass es dir schmecken Schatz!”
“Du auch, Süße. Guten Appetit!”

[Meine Liebste schiebt sich eine Gabel voller Salat in den Mund, kaut zwei-, dreimal, wird dann deutlich langsamer und schaut mich mit großen und leicht entsetzt dreinblickenden Augen fragend an.]

“Schatz…”
“Was ist??”

“Das mag ich nicht…”
“Was ist denn das überhaupt, was du da kaust?”

“Das scheint wohl Kuskus-Salat zu sein…”
“Ja und??”

“Kuskus mit Kümmel oder so… Das mag ich nicht…”
“Aha. Kuskus mit Kümmel?? Dann tu ihn weg.”

“Wegtun? Wohin denn?”
“Geh in die Küche und schmeiß ihn in den Mülleimer.”

“Auf keinen Fall, in der Küche sitzen tausend Leute!”
“Na und??”

“Das mache ich nicht, wie sieht denn das aus!?”
“Na schön, dann wirf den Salat da hinten ins Gebüsch.”

“Schatz!”
“Was denn?? Wenn du das alles nicht willst, dann iss ihn!”

“Kannst du den nicht weiteressen?”
“Ich??”

“Was hast du denn da überhaupt auf deinem Teller?”
“Nudelsalat.”

“Und wie ist der?”
“Sehr gut.”

“Können wir die Teller tauschen?”
“Och Schatz! Nee!”

“Bitte, bitte, bitte!”
“Dann muss ich das blöde Kuskus-Zeug ja essen!”

“Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte!”
“Himmel! AUSNAHMSWEISE, also gib her…”

[Wir tauschen unauffällig die Teller und das Unheil geht weiter...]

“Schmeckt besch…, ähm, schmeckt mies, oder??”
“Ja…”

“Danke, dass du das für mich machst, mein Schatz.”
“Ja ja, schön…”

[Nachdem ich das Kümmel-Kuskus hinuntergewürgt habe und mich anschließend frage, warum ich nicht selbst in die Küche zum Mülleimer gegangen bin, ist die Liebste schon wieder in Startposition für die nächste Runde am Buffet.
OK, also schnell das Kuskus vergessen und auf ein Neues!]

“So, jetzt habe ich Bauernsalat, der wird ja wohl schmecken.”
“Ja… Ich habe dann NOCH EINMAL Nudelsalat genommen…”

“Der Nudelsalat ist echt lecker!”
“Ja, dann guten Appetit dieses Mal…”

[Meine Liebste führt die gefüllte Gabel zum Mund, kaut ein paar Bissen und wendet mit hochgezogenen Augenbrauen und Kälbchenaugen ihren Kopf langsam in meine Richtung...]

“Ähm…”
“Liebste, du willst doch wohl nicht sagen, dass…”

“Doch… Das mag ich auch nicht…”
“Aber du magst doch Bauernsalat, oder nicht??”

“Ja, aber nicht diesen hier…”
“Vergiss es.”

“Was soll ich vergessen?”
“Ich nehme NICHT deinen Teller!”

“Aber…”
“NEIN!”

“Aber Schatz, ich…”
“Nee, nix Schatz!”

“Darf ich einen Happen von deinem Nudelsalat haben?”
“Was??”

“Och bitte!”

[Die Liebste schiebt ihre Gabel in den Berg leckeren Nudelsalat auf meinem Teller und bedient sich fleißig. Dabei setzt sie ein Strahlen und Lächeln auf ihr Gesicht, das jede Salzsäule zum Schmelzen bringen könnte...]

“Du kannst auch hier von mir was nehmen?”
“Nee, danke.”

“Och bitte, hier! Nimm doch mal was von dem Bauernsalat.”
“Nein, geh weg damit!”

“Probier doch mal!”

[Die Liebste nimmt ihre Gabel, belädt sie mit ihrem verschmähten Bauernsalat und schiebt sie mir in den Mund. Ich muss zugeben, dass auch ich mir unter einem Bauernsalat etwas anderes vorgestellt hatte...]

“Schmeckt nicht, oder?”
“Ähm, da stimme ich dir größtenteils zu, ja…”

“Der Nudelsalat ist aber echt spitze!”
“Deswegen habe ich ihn auf MEINEM Teller…”

“Darf ich noch mal eben schnell, nur ein bisschen?”

[Es lohnt nicht, den gesamten weiteren Verlauf aufzuschreiben; denn jeder weiß, wie es nun weitergeht. Während die Liebste meinen Teller leer futtert (ohne diese zu tauschen), muss ich nach und nach den Bauernsalat auslöffeln. Das geht dann so über Kreuz; was man manchmal für einen Blödsinn macht...
Allerdings habe wohl nur ich dieses Gefühl, die Liebste hingegen findet das anscheinend ganz normal.]

“So, jetzt haben wir die Teller wieder leer.”
“Endlich…”

“Danke mein Schatz, dass du den Bauernsalat gegessen hast.”
“Gern geschehen trifft es jetzt nicht so ganz…”

“Willst du noch was?”
“Vielleicht.”

“Vielleicht?? Wovon hängt das ab?”
“Ob ich dann auch essen darf, was ich auf dem Teller habe!!”

“Darfst du doch?”
“Da bin ich mir nicht mehr so sicher…”

“Weißt du was? Ich tue dir jetzt als Dankeschön einen Gefallen!”
“Aha, und was schwebt dir da so vor?”

“Ich bin satt, aber ich hole dir jetzt gerne noch einen Teller.”
“Hm…”

“Mit allem drauf, was du haben willst!”
“Und du bist wirklich satt?”

“Ja.”
“Dann könnte ich das tatsächlich wagen…”

“Was möchtest du denn haben?”
“Nudelsalat.”

“Nudelsalat??”
“Nudelsalat.”

“Aber den hattest du doch jetzt schon zweimal!?”

Kopfschüttel…

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Auf die Größe kommt es an

22. Juni 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich haben am Abend noch ein wenig Hunger; also raffe ich mich mal auf und koche eine simple, aber leckere Reispfanne mit asiatischem Gemüse, scharfer Soße und Pute.
OK, obwohl es nur eine Kleinigkeit werden sollte, ist die Pfanne nun doch recht voll geworden…

“Schatz, was soll denn das??”
“Was denn, Süße?”

“Du hast ja für eine ganze Kompanie gekocht!”
“Das ging irgendwie nicht anders, ich weiß auch nicht, also…”

“Wir wollten doch Diät machen!”
“Ach ja?? Wollten wir??”

“Ja.”
“Wofür willst du Bohnenstange denn eine Diät machen??”

“Ich dachte dabei weniger an mich.”
“Ähm…”

“Außerdem bin ich keine Bohnenstange!”
“Das heißt also, dass eher ich…”

“Genau, an dich habe ich dabei eigentlich gedacht.”
“Aber…”

“Ich würde dann eben aus Solidarität mitmachen.”
“Aha, das ist aber sehr nett…”

“Ja. So bin ich, kannste mal sehen!”
“Aber das ist doch ein relativ fettarmes Gericht, so eine Reispfanne?”

“Ja, das stimmt.”
“Nur ein bisschen viel vielleicht…”

“Es geht ja eigentlich nicht um die Menge.”
“Nicht?”

“Nein. Und um den Fettgehalt auch nicht.”
“Aha… Sondern??”

“Es geht um die Größe.”
“Die Größe?? Schatz, ich habe die Reiskörner nicht selber gemacht!”

“Ich meine doch nicht den Reis!”
“Was denn??”

“Ich meine die Teller.”
“Die Teller?? Was ist denn damit??”

“Die sind zu groß.”
“Aber die benutzen wir doch immer??”

“Ja, aber die sind eben zu groß.”
“Zu groß wofür??”

“Für deine Diät.”
“Also eben war es noch UNSERE Diät!?”

“Unsere, von mir aus. Aber eben doch mehr deine.”
“Und WER nölt immer rum, dass er nirgendwo mehr rein passt??”

“Ich ja wohl nicht!”
“NEEEEIIINN, DU natürlich nicht!!”

“Tue ich auch nicht.”
“Dann muss ich das wohl geträumt haben die letzten Jahre!”

“Das kommt nur, weil du mir nie richtig zuhörst.”
“Also schön, dann höre ich jetzt noch einmal ganz genau zu.”

“Bei was??”
“WARUM sind jetzt die Teller plötzlich nicht geeignet??”

“Die sind zu groß.”
“Das sagtest du bereits.”

“Und was gibt´s da jetzt nicht zu verstehen??”
“Ich wollte eigentlich nicht den Teller essen, sondern was drauf ist!”

“Aber große Teller macht man sich immer viel voller, als kleine.”
“Aha.”

“Und deshalb nimmt man kleine Teller, wenn man Diät macht.”
“Hier muss aber niemand eine Diät machen!”

“Doch, du!”
“Ich gar nicht!”

“Zumindest mehr, als ich.”
“In Gottes Namen, von mir aus. Darf ich jetzt essen??”

“Von dem Teller da??”
“Von diesem Teller, ja.”

“Du nimmst deine Diät ja gar nicht ernst.”
“Ich weiß ja auch erst seit 5 Minuten davon!!”

“Soll ich dir einen kleinen Teller holen?”
“Nein.”

“Aber das hilft!”
“Ich tue einfach weniger auf DIESEN Teller, ist das in Ordnung?”

“Das ist aber nicht konsequent.”
“Schön, damit werde ich heute leben können. Und du?”

“Was und ich?”
“Kannst auch DU damit leben, dass ich von DIESEM Teller esse??”

“Ja.”
“Na Gott sei Dank.”

“Aber ich hole mir einen kleinen Teller. Als Vorbild sozusagen.”
“Schön. Ich bin begeistert.”

“Und einen großen Löffel bringe ich dann auch noch mit.”
“Löffel?? Da ist doch einer drin??”

“Das kleine Ding?? Da kriegt man ja nichts mit auf den Teller!”

Kopfschüttel…

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Na schön, dann backe ich

4. Juni 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich schauen am Abend so nebenbei im Fernsehen N24 Wissen; es wird eine Reportage geboten, wie man einen perfekten Schokoladenkuchen backt.
Es treten eine junge Dame und ein französischer Chocoladier an, um zu zeigen, wie man es (nicht) macht…

“Schokoladenkuchen, so was Einfaches…”
“Kannst du denn Schokokuchen backen, Süße?”

“Natürlich.”
“Und warum backst du dann nie einen?”

“Weil ich den nicht so gerne esse.”
“Aber ich!”

“Du??”
“Na klar mag ich Schokoladenkuchen!”

“Ich dachte, du magst nur Käsekuchen??”
“Mag ich auch.”

“Na schön, dann backe ich dir eben mal einen.”
“Echt?? Super! Da freue ich mich aber!”

“Aber ich mache das nicht so, wie die da im Fernsehen!”
“Nicht?”

“Nein! Und außerdem mag ich die Tusse da nicht.”
“Wieso? Was ist denn mit der?”

“Die ist doof.”
“Ah… Verstehe. Weil sie gut aussieht, oder warum?”

“Die sieht gut aus??”
“Naja, also…”

“DIE da? Du findest, dass DIE gut aussieht??”
“Gut ist vielleicht übertrieben formuliert, also ich meine…”

“Außerdem meine ich nicht ihr Aussehen, sondern die Stimme.”
“Ähm…”

“Dieses Gepiepse, schrecklich!”

[Meine Liebste greift sich kurzentschlossen die Fernbedienung und stellt den Fernseher auf stumm; folglich hört man nun nichts mehr von der Reportage...]

“So ist´s besser.”
“Schatz, ähm… Jetzt hören wir doch aber nichts mehr!?”

“Na und?”
“Ich würde aber eigentlich schon ganz gerne hören, was die da…”

“Da braucht man nichts hören, vor allem die Piepsstimme nicht.”
“Und der Chocoladier? Ich meine, er ist doch der Fachmann und…”

“Den kann ich auch nicht leiden.”
“Den auch nicht?? Was stimmt denn mit dem jetzt nicht??”

“Der macht so ein komisches Gesicht.”
“Und was ist da jetzt so komisch, bitte??”

“Der hat so ein Langhannes-Bohnen-Gesicht.”
“Der hat was??”

“Na guck ihn dir doch mal an!”
“Ich habe bisher eigentlich mehr auf seine Backkünste geachtet…”

“Und ich dachte, du hättest mehr auf die Piepserine geachtet!”
“Nein, habe ich NICHT! Ich finde es interessant, wie man Schokoku…”

“Das brauchst du nicht wissen, ich backe den ja.”
“Aber…”

“Nichts aber! Boah, ich kann den Typen nicht mehr sehen, echt!”

[Meine Liebste greift sich erneut die Fernbedienung und drückt den Aus-Knopf. Wie zu erwarten war, verdunkelt sich das ohnehin schon stumme Bild und man sieht: nichts mehr.]

“Was für eine Erleichterung…”
“Ähm… Schatz, du hast den Fernseher ausgemacht?”

“Ja.”
“Heißt das, dass wir die Reportage jetzt NICHT weiter anschauen?”

“Das heißt es.”
“Aber ICH würde das schon gerne sehen!?”

“Wozu denn??”
“Weil es mich interessiert!”

“Du willst das ja nur sehen, damit du mich kritisieren kannst!”
“Ich würde niemals deine Backkünste kritisieren!”

“Ich backe doch aber so gut wie nie!”
“Das ist ein Grund mehr, möglichst wenig daran zu kritisieren.”

“Also du kritisierst mich nicht, nur damit ich weiterhin backe??”
“Nein, ich meine das eher, also, ich wollte sagen, dass…”

“Blödmann!”
“Aber…”

“…und weißt du, was?!”
“Ähm, was denn?”

“Du kannst dir deinen blöden Schokokuchen selber backen!”
“Aber ich kann doch gar keinen Schokoladenkuchen backen??”

“Dann lernste das eben!”
“Wollte ich ja, aber du hast ja den Fernseher ausgemacht!?”

“Na und??”
“Wie soll ich das denn dann jetzt lernen??”

“Kannst mich ja fragen!?”
“Und DU würdest mir das erklären?”

“Nein. Aber fragen darfst du ruhig!”

Kopfschüttel…

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Mit Stückchen

19. Mai 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend an unserem Esstisch im Wohnzimmer und essen gemeinsam Abendbrot; vielmehr: sind wir damit gerade fertig geworden.
Entspannt lehne ich mich zurück und warte auf die Vorschläge der Liebsten…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Wollen wir noch ein Eis essen gehen?”
“Hm, ja, warum nicht? Gute Idee!”

“Ich habe jetzt noch voll Lust auf Schokoladeneis!”
“Prima, dann lass uns die Sachen wegräumen und dann los.”

“Aber nicht zur Eisdiele.”
“Ähm…”

“Ich meine, nicht zu DER Eisdiele.”
“Du meinst die vor unserer Tür?”

“Genau.”
“Und warum nicht zu Simonetti??”

“Da schmeckt das Schokoladeneis nicht.”
“Aha. Und wieso schmeckt das da plötzlich nicht mehr??”

“Es schmeckt schon, aber da sind ja keine Stücke drin.”
“Stücke??”

“Naja so Schokoladenstückchen eben, die will ich jetzt!”
“Aber wir haben da doch schon 1.000-mal Eis gegessen??”

“Aber nicht mit Schokostückchen.”
“OK, schön, und was heißt das jetzt?”

“Dass ich zu einer anderen Eisdiele will.”
“Na toll! Da haben wir eine Eisdiele vor der Tür und…”

“…wir können doch aber mal woanders hingehen?”
“Das können wir, ja, und wohin?”

“Weiß ich nicht.”
“Das sind nicht gerade gute Voraussetzungen, Liebste…”

“In Oldenburg wüsste ich eine Eisdiele, wo es das gibt!”
“Schatz! Oldenburg ist 50 Kilometer weit weg!?”

“Ich will ja auch gar nicht nach Oldenburg.”
“Da bin ich aber froh, bei dir weiß man ja nie…”

“Was soll das denn heißen??”
“Dass es gut hätte sein können, dass du jetzt da hin willst!”

“Stimmt ja gar nicht!”
“Sondern?”

“Hier wird es ja in Bremen wohl noch andere Eisdielen geben!”
“Gibt es, ja, zum Beispiel an der Schlachte.”

“Haben die Schokoeis mit Stückchen??”
“Ähm, das weiß ich nicht…”

“Dann ruf da an.”
“Wie bitte?? Ich weiß weder die Adresse noch den Namen!?”

“Das wird die Auskunft ja wohl wissen??”
“Dann ruf DU doch da an, wenn das so einfach ist!”

“Du kannst sowas aber besser.”
“Was! Die Auskunft nach einer Telefonnummer fragen??”

“Nein, das mit den Schokostückchen.”
“DAS wird mir die Auskunft NICHT sagen können!”

“Aber der nette Mann in der Eisdiele.”
“Und warum fragst du denn NETTEN Mann nicht selber??”

“Aber wenn der italienisch spricht?”
“Das ist keine italienische Eisdiele, soweit ich weiß…”

“Dann will ich da auch nicht hin.”
“Aber Schokoladeneis werden die wohl auch haben!”

“Mit Stückchen?”
“Himmel!!”

“Wir können ja auch in die Gelben Seiten gucken, oder?”
“Oh nein, bitte nicht!”

“Warum nicht??”
“Weil das nur wieder eine Katastrophe wird!”

“Verstehe ich nicht…”
“Bevor ich mir DAS antue, fahre ich dich lieber nach Oldenburg!”

“Ehrlich? Dann los.”
“Schatz, das sollte eigentlich nur ein Witz sein…”

“Ich finde das auch echt witzig!”
“Das ist schön…”

“Fährst du?”
“Liebste, ein Witz, du verstehst…”

“So spontane Sachen finde ich total aufregend!”
“Ich brech zusammen…”

“Dann fahren wir aber vorher noch bei Simonetti vorbei.”
“Ähm… Jetzt DOCH zu unserer Eisdiele??”

“Klar!”
“Aber du wolltest doch da nicht hin??”

“Richtig, aber bis Oldenburg sind wir ja ewig unterwegs.”
“Den Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht??”

“Dann können wir uns für die Fahrt da noch ein Eis mitnehmen!”
“Schokolade??”

“Nee, Vanille!”

Kopfschüttel…

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4.000 Tage Pech

16. Februar 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste kommt aufgeregt zu mir in die Küche gerannt und tippt mir auf die Schulter, während ich gerade dabei bin, noch schnell ein wenig Rührei fürs Abendbrot zu braten.
Übrigens: Ich hasse auf die Schulter tippen!
Naja, mal sehen, was die Liebste auf dem Herzen hat, muss ja dringend sein…

“Schatz? Du musst gleich deine Emails abrufen!”
“Süße, darf ich denn vorher noch eben unser Rührei fertig machen?”

“Ja, aber dann musst du gleich deine Emails lesen.”
“Wieso? Was ist denn??”

“Und du musst auch sofort antworten!”
“Woher weißt du denn, was ich für Emails kriege??”

“Weil ich dir eben gerade eine geschickt habe.”
“Ähm… Du hast MIR eine Email geschrieben?”

“Ja.”
“Während wir hier zu Hause sind?”

“Ja.”
“Ach und es mir einfach sagen ging nicht, oder was??”

“Nein, es handelt sich ja sonst um 4.000 Tage Pech.”
“Was??”

“Wenn du meine Mail ignorierst, hast du 4.000 Tage Pech!”
“Die habe ich schon hinter mir, daher…”

“Nein, jetzt mal ehrlich, machst du das?”
“Ich verstehe immer noch nicht, was ich überhaupt machen soll!”

“Ich habe dir eine Umarmung per Mail geschickt.”
“Ähm…”

“Und du musst die jetzt an alle deine Freunde weiterleiten.”
“Und wenn nicht??”

“Das sagte ich doch, dann hast du 4.000 Tage Pech!”
“Ach, jetzt verstehe ich: du hast einen Kettenbrief gekriegt!”

“Nein, das ist ein Umarmungszertifikat. Von Simone.”
“Liebste, diese Dinger sind doch alle Schwachsinn.”

“Ich habe das an alle weitergeschickt, die ich kenne!”
“Schatz, das ist doch jetzt nicht dein Ernst!?”

“Doch, aber das ist noch nicht alles.”
“Was denn noch??”

“Ich warte jetzt auf Antworten.”
“Antworten muss man da auch noch??”

“Ich brauche 5 Antworten, dann wachen die Engel über mich!”
“Aha… Die Alternative sind übrigens 5 Ramazotti.”

“Was? Wieso?”
“Dann hörst du die Englein singen! Haha!!”

“Du bist so doof!”
“Und du fällst auf jeden Blödsinn rein! Da mache ich nicht mit!”

“Ich finde das aber toll, Umarmungen zu verschicken!”
“Per Mail??”

“Na, ich kann ja nicht mal eben zu allen hingehen?”
“Aber mich könntest du doch jetzt auch so umarmen??”

“Darum geht es doch gar nicht!”
“Nicht?? Aber du hast doch eben gesagt, dass…”

“Ich will 5 Antworten kriegen!”
“Jaja, ist ja gut, ich antworte dir ja gleich…”

“Gut.”
“Bist du dann jetzt endlich zufrieden, ja?”

“Ich schon, aber du wirst dich ärgern.”
“Mir ist das nicht so wichtig, dass die Engel über mich wachen.”

“Ich meine, deine 4.000 Tage Pech haben schon angefangen.”
“Wieso??”

“Weil du das ganze Rührei verbrannt hast!”
“Was?? Oh nein, so ein Mist!!”

“Siehste! Aber du hörst ja auch nie auf mich!”

Kopfschüttel…

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Die schaffe ich nicht

3. Dezember 2008, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sind heute schon früh aufgestanden, da wir für einen geschäftlichen Termin bereits um 9.30 Uhr in Hamburg sein müssen; und die A1 von Bremen nach Hamburg ist morgens wahrlich kein Zuckerschlecken…
Schnell noch ein kleines Frühstück genießen und dann müssen wir auch schon los, um nicht zu spät zu kommen.

“Irgendwie muss ich noch was essen, glaube ich…”
“OK, was möchtest du denn haben, Süße?”

“Hm…”
“Ich schmiere dir schnell noch ein Brot, ja?”

“Nee.”
“Dann vielleicht einen Apfel?”

“Nee.”
“Einen Joghurt? Wir haben noch Blaubeere.”

“Nee.”
“Och Schatz! Dann weiß ich auch nicht!”

“Irgendwas, nur eine Kleinigkeit…”
“Wir haben noch Milchschnitte, fällt mir gerade ein!”

“Oh ja, Milchschnitte ist gut!”
“Also schön. Warte…”

“Ich nehme eine halbe Milchschnitte.”
“Wie bitte??”

“Eine halbe.”
“Ich soll dir die Milchschnitte noch teilen??”

“Du kannst die andere Hälfte haben.”
“Ich hasse Milchschnitte!”

“Ich will aber doch nicht so viel jetzt!?”
“Schatz! EINE Milchschnitte, das sind zwei Bissen!”

“Die schaffe ich nicht.”
“Du wirst ja wohl lächerliche 30 Gramm Milchschnitte schaffen!”

“Sind das nur 30 Gramm??”
“28 Gramm, um genau zu sein…”

“Dass 14 Gramm so satt machen können, erstaunlich!”
“Eine halbe Milchschnitte bleibt ja alleine schon im Hals kleben!”

“Bleibt sie nicht!”
“Natürlich! Da kommt im Magen gar nix von an!”

“Dann trinke ich eben noch was. Zum Runterspülen.”
“Auf so eine Idee kann auch wirklich nur eine Frau kommen!”

“Kannst du mir noch den Multivitaminsaft geben, bitte?”
“Gerne! Und wie viel? Ein viertel Glas vielleicht??”

“Nee, ein halbes.”
“Schatz!”

“Warum regst du dich denn so auf, ich will doch nur frühstücken!”
“Aber das ist doch kein Frühstück! Eine HALBE Milchschnitte!”

“Gib mir jetzt die Milchschnitte und sei still, ja?”
“Gott, mein Blutdruck, und das am frühen Morgen schon…”

“Haben wir gleich noch 5 Minuten Zeit?”
“Nein.”

“Oder 3 Minuten?”
“Wofür denn… Willst du vielleicht noch deinen Mantel teilen?”

“Nein, das geht ja gar nicht!”
“Bei dir kann man nie wissen…”

“Ist doch alles in Ordnung, ich sage doch gar nichts!”
“Jaja… Also wofür brauchst du noch 3 Minuten…”

“Ich muss noch schnell zum Bäcker unten, was erledigen.”
“Zum Bäcker?? Was willst du da denn noch??”

“Mir ein Brötchen für die Fahrt kaufen natürlich!”

Kopfschüttel…

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