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Kaffee am Morgen

7. Juli 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Heute beim Frühstück war der Kaffee irgendwie… anders. Ich mecker ja ungern, wenn mir meine Liebste extra Kaffee macht, aber er hat einfach BÄÄHH geschmeckt. Sie reichte ihn mit mit den Worten:

„Hier Schatz, Kaffee ist fertig.“
„Mmh, danke!“

„Was schaust du so?“
„Der sieht anders aus.“

„Anders als was?“
„Na anders als er sonst ist.“

„Ich hab ihn so wie immer gemacht.“
„Aber trotzdem sieht er anders aus.“

„Ist ja egal. Hauptsache, er schmeckt. Neulich hab ich im Radio gehört, dass man in Bayern sagt ‚Schmecke muaß ‘s. ‘S muaß schmecke.‘ Gut, oder?“
„Bitte? Was soll das denn heißen?“

„Na sowas wie: Hauptsache es schmeckt.“
„Ich sag ja nicht, dass der Kaffee nicht schmeckt, er sieht halt nur komisch aus… so wässrig. Und was für seltsame Sender hörst du da eigentlich?“

„Ach, da hab ich einen anderen Sender gesucht und dann kam da irgendwo grad so ein Quatsch. Und dass dein Kaffee anders aussieht, finde ich nicht. Vielleicht liegt’s daran, dass noch keine Milch drin ist. Hier ist sie, probier ihn dann mal.“
(Ich probiere einen kleinen Schluck)„Uäähhh, der ist ja eklig. Als ob er zum zehnten Mal aufgebrüht worden wäre!“

„Hmm… ich hab dieselbe Sort wie immer genommen. Ich bin mir keiner Schuld bewusst!“
„Brrr… den kann man grade wegschütten. Widerlich!“

„Das tut mir leid, Schatz. Soll ich dir einen neuen kochen?“
„Nein, lass mal. Da wird mir die Zeit zu knapp, bin eh schon ein bisschen spät dran.“

„Lass mich auch mal probieren.“
„Hier,bitte.“

„Bäh, der ist wirklich schlecht!“
„Sag ich doch.“

„Das würde mich jetzt aber schon interessieren, an was das liegt. Ich mach doch nochmal einen.“
„Ich hab aber keine Zeit mehr, ich muss los!“

„Ja, es geht ja nur darum, dass ich rausfinde, an was das liegt.“
„Und was machst du dann mit dem Kaffee? Steigst du jetzt extra deswegen von Tee auf Kaffee um?“

„Nein, ich kann ihn ja kalt werden lassen und heute nachmittag Eiskaffee draus machen.“
„Ja, das wär eine Idee.“

„Also, dann wollen wir mal sehen… Oha.“
„Was ist?“

„Also… es ist wohl ein technisches Problem. Sozusagen.“
„Kann nicht sein. Wenn Kaffee durchläuft, funktioniert die Maschine.“

„Also ein technisches Problem im weiteren Sinne. Der Kaffeefilter ist umgeknickt gewesen und das Wasser ist dran vorbeigelaufen.“
„Aha. Klassischer Bedienfehler.“

„Wie meinst du denn das?“
„Na ja, du hättest den Filter sorgfältiger reinsetzen müssen.“

„Und was heißt da ‚klassischer Bedienfehler‘? Was soll daran ‚klassisch‘ sein? Frau und Maschine, oder? Sowas passiert auch Männern.“
„Das kann ich mir nicht vorstellen. An der großen Kaffeemaschine bei uns im Büro passiert das ganz selten, und wenn, dann hatte eine Kollegin ihre Finger dran.“

„So ein Quatsch. Es ist doch keine besondere Herausforderung, so einen Filter richtig einzusetzen, egal ob für Mann oder Frau.“
„Na ja, anscheinend schon…“

„Ich kann dir sagen, warum das überwiegend bei Frauen passiert: Bestimmt sind sie es, die in eurer Firma dauernd Kaffee kochen! Wenn die Männer keinen Kaffee kochen, kann ja bei denen auch kein Filter umknicken.“
„Soll ich mir meinen Kaffee morgens in Zukunft immer selbst kochen?“

„Nein, ich mach das gerne für dich. Bei so einer Maschine mit Kaffeepads passiert das allerdings nicht…“

Kopfschüttel…

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Fleur de Sel

4. Juli 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Manchmal übernehme ich die Wochenendeinkäufe und die Liebste schreibt mir dann, ganz altmodisch, einen Einkaufszettel – so auch dieses Wochenende:

„Schau, hier ist der Zettel, das bräuchte ich alles. Ach, schreib noch Geschirrspültabs auf, die sind auch bald leer.“
„Okay, bring ich mit.“

„Und Getränke auch.“
„Ja, hab schon das Leergut eingepackt. Aber Schatz, was willst du denn mit Zucchiniblüten?“

„Füllen und backen.“
„Wie? Füllen und backen? Hab ich ja noch nie gesehen. Und was ist denn ‚Fleur de Sel‘? Blumen oder was?“

„Nee, brauche ich alles fürs morgige Mittagessen.“
„Wo gibt’s denn sowas? Wie sieht das denn überhaupt aus?“

„Naja, im Supermarkt wird’s das geben. Schau halt, steht bestimmt ein Schild dran.“
„Wo soll ich denn suchen? Beim Gemüse, bei der Milch, bei den Fertigsachen?“

„Weiß ich nicht. Aber ich brauch es, steht so im Rezept.“
„Wo hast du denn das Rezept her?“

„Na, aus so einem Heft. Ich dachte, ich probier mal was Neues aus, ich kann dir natürlich auch immerzu das Gleiche kochen.“
„Na, jetzt sei nicht beleidigt, ich freu mich ja, wenn du was Leckeres kochst. Nur: Wie und wo soll ich die Zutaten einkaufen, wenn ich nicht weiß, was es ist, wie es aussieht und wo es in etwa im Supermarkt steht?“

„Naja, Zucchiniblüten sind sicher beim Gemüse. Oder du fragst mal. Oder du gehst gleich auf dem Markt vorbei, die sehen so gelb und länglich aus.“
„Hhmmm. Ja, ich schau mal. Aber wozu braucht man ‚Fleur de Sel‘?“

„Zum Würzen. Steht da im Rezept.“
„Was ist das denn?“

„Ich glaube, so ein spezielles Salz.“
„Ach, dann nimm doch normales Salz. Ich kauf doch nicht für ein einziges Rezept so ein Spezialzeugs.“

„Naja, dann wird’s aber nicht so gut, weil im Rezept steht ‚Fleur de Sel‘.“
„Ach, wir sind ja auch keine Gourmets, das ist doch egal.“

„Also ist dir egal, wie ich koche, du isst alles, oder wie?“
„Nein, so war das doch nicht gemeint, nur werde ich den Unterschied zwischen verschiedenen Salzarten nicht bemerken.“

„Dann nehm ich eben normales Salz und streiche das vom Einkaufszettel.“
„Also: Zucchiniblüten, Vanilleschoten, Fleur de Sel… Zeig mal das Rezept her.“

„Hier, das gibt’s morgen Mittag und das hier probier ich als Nachtisch aus. Sieht superlecker aus.“
„Stimmt. Aber Schatz, bei deinem Nachtisch steht: Die Zuckerkruste mit einem Bunsenbrenner karamellisieren.“

„Ja, und?“
„Wir haben keinen Bunsenbrenner.“

„Na, dann nehm ich halt ein Feuerzeug.“
„Das wird nichts. Du verbrennst dir die Finger, wenn du das Feuerzeug so kippst, dass du den Zucker karamellisieren kannst.“

„Dann stell ich das ganze Zeug halt kurz in den Herd.“
„Dann wird’s nicht richtig braun und karamellig.“

„Na, dann bringst du halt noch einen Bunsenbrenner mit, gehst doch jetzt eh einkaufen.“

Kopfschüttel…

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Abwarten und…

20. Juni 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Ich trinke so ziemlich alles, was mir in die Quere kommt, manche Sachen natürlich lieber als andere. Tee trinke ich zum Beispiel nur, wenn’s nötig ist oder wenn’s nichts anderes gibt. Ich war deswegen etwas erstaunt, als die Liebste vom Shopping heimkam und mir stolz ein Tütchen Tee präsentierte:

„Schau mal, hab ich dir mitgebracht.“
„Äh, Tee. Danke.“

„Nicht irgendein Tee: Glückstee.“
„Glückstee.“

„Ja, hier steht: Glück braucht man immer. Diese ausgewogene Kräuterteemischung versorgt uns mit einem kleinen Stück vom Glück und macht uns darauf aufmerksam, dass manche Kleinigkeiten nicht selbstverständlich sind. Der Glückstee ist eine kraftvolle Mischung, ein beliebter Frühstückstee und ein köstliches Geschenk für mehr oder weniger Glückliche.“
„Aber Schatz, ich trink doch morgens immer Kaffee. Ich trink doch gar keinen Tee.“

„Ja, aber du bist doch in letzter Zeit immer so gestresst. Öfter mal eine Tasse Tee würde dir sicher gut tun.“
„Öfter mal ein Bier auch.“

„Quatsch. Den Tee kannst du ja auch auf Arbeit trinken, und das wäre mit Bier ja ganz schlecht.“
„Ja, aber ich trink auf Arbeit schon Kaffee und Wasser. Und Mittags manchmal Saftschorle.“

„Ja, aber Tee hast du doch auch schon getrunken.“
„Klar: Erkältungstee oder Kamillentee bei verdorbenem Magen.“

„Aber wir haben doch so viele tolle Tees hier!“
„Ja Schatz, aber ich mach mir nicht soviel aus Tee.“

„Aber guck mal: Glückstee, Entspannungstee, Faulenzertee von Janosch, Alles Liebe-Tee und Adventstee. Hier ist noch Harmonietee und Rooibos-Orange und normaler Pfefferminz-, Hagebutte-, Kamille- und Schwarztee. Da wird doch einer für dich dabei sein!“
„So viele Sorten! Wo kommen die denn alle her?“

„Na, die sind schon ewig hier im Teeschubfach und in den beiden Dosen.“
„Ja, aber wo kommen sie her?“

„Na, den Adventstee hat Susi mir mal geschenkt, den Harmonietee hab ich damals im Urlaub gekauft und den Entspannungstee hab ich… Ich weiß nicht mehr woher.“
„Aber trinkst du den denn auch?“

„Ja, manchmal.“
„Aber dann trink die Tees doch mal leer, bevor du neuen kaufst!“

„Naja, für Adventstee ist ja jetzt echt nicht die richtige Zeit!“
„Stimmt, aber die anderen Tees kannst du ruhig trinken.“

„Der Rooibostee schmeckt mir nicht.“
„Wieso wirfst du ihn dann nicht weg?“

„Der ist ja schon noch gut, nur mir schmeckt er halt nicht, vielleicht magst du ihn? Soll ich dir schnell eine Tasse machen?“
„Nee, ich mag den auch nicht. Aber warum kaufst du ständig neuen Tee, wenn das ganze Fach voll ist?“

„Naja, voll ist das Fach ja nun nicht. Und es sind ja immer andere Tees.“
„Ja, aber Tee bleibt Tee.“

„Quatsch. Glückstee ist was ganz anderes als Faulenzertee oder Alles Liebe-Tee.“
„Aber dann sortier halt mal durch, was du trinkst, hebst du auf und die anderen Sorten sortierst du aus.“

„Ja, das mach ich. Die kannst du dann auf Arbeit trinken!“

Kopfschüttel…

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Grillabend

15. Mai 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Zum Grillen gehören bei mir eigentlich schon immer saftige Steaks, Würstchen und Bauchfleisch. Und Grillfackeln. Und Spieße. Und und und… Meine Liebste war allerdings der Meinung, dass wir für den Grillabend mit Freunden vielleicht etwas weniger Fleisch nehmen sollten:

„Hast du jetzt alles eingekauft, Schatz?“
„Ja. Hier in der Tüte ist alles drin.“

„Mal sehen… Steaks… Würste… noch mehr Steaks. Willst du denn nichts außer Steaks und Würsten grillen?“
„Doch. Da ist ja noch Bauchfleisch drin. Und ein paar Spieße hab ich auch genommen.“

„Ich dachte, wir grillen auch ein bisschen Gemüse?“
„Ist doch auf den Spießen drauf.“

„Na diese paar Paprika- und Zwiebelschnipsel kannst du doch nicht Gemüse nennen!“
„Also Fleisch nenne ich sie auch nicht!“

„Ich dachte eher an Auberginen und Zucchini. Die kann man lecker würzen und dann grillen. Und Kartoffeln auch.“
„Ich weiß ja nicht… Als Beilage haben wir doch Salat. Und außerdem reicht es doch, wenn es Brötchen zum Steak und zur Wurst gibt. Mehr braucht’s gar nicht.“

„Na du bist ja ein einseitiger Griller! Neulich habe ich erst bei so einer Kochshow gesehen, dass man zum Beispiel auch Fisch wunderbar grillen kann.“
„Ich weiß nicht… Der zerfleddert dann in lauter Stückchen. Und versaut mein Steak.“

„Da gibt’s extra so eine Art Klammern für Fische… also wie soll ich das beschreiben… na auf jeden Fall kann man sie damit super einfach grillen.“
„Denkst du, das würde heute abend jemand essen?“

„Natürlich!“
„Also die männliche Hälfte wäre mit meinem Programm sicherlich sehr einverstanden. Und der weiblichen Hälfte reicht meistens eh der Salat, wegen den Kalorien. Außerdem ist Fleisch ja irgendwie auch Gemüse, nur halt schon einmal durchs Schwein gejagt.“

„Nein, nix da! Da geh ich nochmal los und hole noch Auberginen, Kartoffeln und Zucchini. Die kann man ganz raffiniert grillen.“
„Sagt wer?“

„Na das wurde in der Kochshow gezeigt. Das war echt ganz einfach!“
„Ja natürlich. Da heißt es ja auch ständig ‚…hat meine bezaubernde Assistentin schon mal vorbereitet‘. Davon wird man doch außerdem nicht satt!“

„Doch! Man darf nur nicht so auf Fleisch fixiert sein wie du! Und weißt du was? Bei den Grillmeisterschaften wird sogar Eis gegrillt!“
„Eis grillen! Na wenn das nicht für sich spricht! So ein Quatsch!“

„Ich sehe schon, du bist für modernes Grillen nicht so zu begeistern. Aber wenn ich das Gemüse vorbereite, dann grillst du es mit, ja?“
„Wenn ich dafür nicht irgendwelche Grill-Kochshow-Spezialkenntnisse benötige…“

„Nein, aber du musst dann auch mal probieren. Du wirst danach gar keine Steaks mehr wollen!“
„Aha. Und wer isst die dann?“

„Ich würde mich eventuell opfern…“

Kopfschüttel…

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Sonntagmorgen

18. April 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Am Samstag war ich aus. Alleine – es war so ein Männerabend, und, nun ja, es wurde auch ordentlich gezecht. Am Sonntag vormittag war ich zu nichts zu gebrauchen. Irgendwie fand ich mich dann am Frühstücks- oder Mittagstisch ein und meine Liebste hätte gerne gewusst, wie die Feier so war:

„Jetzt erzähl doch mal, wie’s war! Du sitzt bloß rum und hältst deinen Kopf fest!“
„Hmmja…“

„Du bist immer noch ganz blass! Wann bist du denn heimgekommen? Ich hab mitten in der Nacht einen Knall gehört, warst du das?“
„Keine Ahnung… also wann ich heimgekommen bin.“

„Und der Knall?“
„Da muss mir wohl was runtergefallen sein… Im Bad oder wo…“

„Deswegen riecht das ganze Bad nach Rasierwasser! Hast du zuviel getrunken?“
„Phhh…“

„Dir muss man ja alles aus der Nase ziehen! Wer war denn da?“
„Äh… Heiko und Ingo. Glaub ich.“

„Wie? Ihr wart nur zu dritt?“
„Ich weiß nicht. Ja. Also Stefan ist irgendwann gegangen.“

„Über was habt ihr denn geredet?“
„Phhh… das Übliche halt.“

„Also da weiss ich ja über meine letzte exzessive Party besser Bescheid als du! Das war der Junggesellinnenabschied von Tina!“
„-“

„Da waren wir ganz schön unterwegs. Zuerst Pizza essen, natürlich mit Grappa als Abschluss, und dann eine Kneipentour, und Tina hatte so ein furchtbares Kostüm anziehen müssen!“
„Äh… kannst du…“

„Und Tina war eh schon ganz betüdelt, weil sie noch vor dem Aufbruch ein paar Likörchen getrunken hat. Und Carmen hat mit ihr…“
„Pssst!“

„Was denn?“
„Kannst du mal leise sein?“

„Wieso denn?“
„Mein Kopf…“

„Kopfweh? Soll ich dir eine Tablette geben?“
„Nein, danke. Nur Ruhe…“

„Leg dich doch nochmal hin, wenn dir nicht so wohl ist.“
„Ach, es geht ja, wenn ich hier sitze und wenn es ruhig ist.“

„Dann erzähl ich dir das ein andermal fertig, okay?“
„Jaja…“

„Essen willst du vermutlich nichts, oder?“
„Nein.“

„Du siehst aber auch elend aus. Willst du einen Tee?“
“Nein, gar nichts. Nur meine Ruhe!“

„Ich bin ja schon ruhig. Ich wollte dir ja nur helfen.“
„Ja, danke.“

„Eine Cola soll auch gut gegen Magendurcheinander helfen!“
„Soll sie halt…“

„Ich mein ja nur. Ein bisschen frische Luft täte dir bestimmt auch gut.“
„Schatz! Jetzt ist es aber mal gut!“

„Ja ja, reg dich doch nicht gleich auf.“
„-“

„Weißt du eigentlich, wie wir beim Junggesellinnenabschied am nächsten Morgen nach dem Aufstehen weitergemacht haben? Mit einem Sektfrühstück!“

Kopfschüttel…

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Bitte keine Margarine

6. April 2011, aus der Schublade Essen und Trinken


Die meisten Frauen achten auf ihre Linie, das ist bekannt. Ich schätze mal, dass über die Hälfte ihrer Ausgaben für Produkte draufgehen, die mit Schlankheit, Abnehmen, schöner Figur und Diät zu tun haben. Das könnte mir ja egal sein, wenn ich nicht darunter leiden müsste. Neulich beim Abendbrot fragte ich nach der Butter und bekam von meiner Liebsten Margarine gereicht – mit folgenden Worten:

„Bitteschön, Schatz. Ich hab mal Margarine gekauft.“
„Wieso denn Margarine? Die kann man zum Backen nehmen, aber doch nicht aufs Brot!“

„Natürlich, steht doch groß drauf: ‚Der leichte Brotaufstrich!‘. Ist außerdem gesund!“
„…schreibt der Hersteller, oder? Margarine ist nicht dasselbe wie Butter. Wenn ich mir Käse aufs Brot lege und vorher dick Butter draufmache, schmeckt das viel leckerer.“

„Aber ich werde von Butter zu dick!“
„Ach Schatz, das ist doch Quatsch. Selbst wenn ich dick Butter auf mein Brot mache, ist das höchstens einen Milimeter dick, und davon nimmt man doch nicht zu.“

„Ich schon!“
„Das kann gar nicht sein, du streichst ja immer nur einen Hauch Butter aufs Brot. Eigentlich nix.“

„Na ja, ich glaube, bei dir ist da jegliches Maß verlorengegangen. Du isst ja sogar Leberwurst mit Butter!“
„Es schmeckt halt besser!“

„Brrrr… da vergeht mir fast der Appetit! Wenn ich allein an die Kalorien denke!“
„Ja ja, Kalorien, das sind die kleinen Tierchen, die nachts die Kleidung enger nähen… Wenn das Essen nicht nahrhaft ist, kann man es ja gleich bleiben lassen.“

„Margarine ist aber auch nahrhaft. Hier: ‚Mit vielen Vitaminen‘ steht da.“
„Na ja, ‚Mit viel Chemie‘ werden sie wohl kaum draufschreiben…“

„Aber dafür wird man eben nicht dick davon. So wie von Butter.“
„Also die Margarine werd ich dir nicht streitig machen. Damit kannst du alleine hungern, aber bring mir bitte das nächste Mal wieder ein Päckchen Butter mit. Außerdem finde ich, dass du gar nicht zugenommen hast.“

„Das sagst du jetzt nur, damit ich keine Margarine mehr kaufe, oder?“
„Nein, Schatz, das ist ein ehrliches Kompliment!“

„Dann freut mich das natürlich!“
„Und du kannst wieder Butter essen!“

„Ich weiß nicht… Also die Margarine esse ich trotzdem. Ich mache einen Vergleich auf der Waage – jetziges Gewicht und in einer Woche oder so, wenn die Schale leer ist, nochmal gucken. Wenn ich abgenommen habe, spricht das ja für die Margarine.“
„Ähh…“

„Komm jetzt nicht wieder mit komplizierten Berechnungen!“
„Vielleicht spielt es ja auch eine Rolle, was du auf dein Margarinebrot drauflegst?“

„Du hast natürlich recht. Ich kaufe morgen gleich diese Light-Leberwurst mit 3 % Fett!“

Kopfschüttel…

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Weizenbierglas

31. März 2011, aus der Schublade Essen und Trinken


So eine Spülmaschine ist ja eine feine Erfindung. Da teile auch ich als Mann mir die Hausarbeit mit meiner Liebsten – wenn ich ein Bier trinke, räume ich danach immer das Glas in die Spülmaschine. Meine Liebste fand das bisher immer ganz toll. Neulich habe ich aber die falsche Biersorte getrunken, was prompt eine Diskussion auslöste, die sie anzettelte:

„Sag mal, musst du eigentlich immer so große Bierhumpen zum Trinken nehmen?“
„Schatz, das nennt sich nicht einfach ‚Bierhumpen‘ sondern ‚Weizenglas‘. Und ja, so ein Glas nehme ich, wenn ich ein Weizenbier trinke, weil sich darin die Kohlensäure …“

„Nimm doch ein kleineres Glas, das Bier schmeckt doch darin genauso gut. Außerdem passt es ordentlich in die Spülmaschine – was man von diesem Humpen da nicht sagen kann.“
„Schatz, das Bier schmeckt darin nicht so gut. Hast du schonmal Sekt aus einer Kaffeetasse getrunken?“

„Nein, aber mein Sektglas passt ja auch problemlos in die Spülmaschine.“
„Ich mein ja nur – man trinkt Weizenbier eben aus einem Weizenbierglas.“

„Es stört ja nicht nur in der Spülmaschine, es passt auch nicht in den Gläserschrank.“
„Dann leg’s doch hin.“

„Wie sieht das denn aus? Nein, das Problem ist einfach, dass dieser Humpen …“
„… Weizenbierglas …“

„… viel zu groß ist.“
„Weizenbier kann man aber nunmal nicht aus einem Saftglas oder einer Kaffeetasse trinken!“

„So ein Quatsch. Großes Auto, großer Humpen – Das ist nur wieder so ein Männlichkeitsritual aus der Steinzeit.“
„In der Steinzeit gab’s kein Bier, Schatz.“

„Ich finde, du trinkst eh zuviel. Schau mal deinen Bauch an.“
„Was hat denn mein wohlgeformter Bauch mit dem Weizenbierglas zu tun? Schau dir dieses herrliche Glas doch einmal an. Das Bier wird darin auch richtig präsentiert, das ist sehr wichtig, denn das Auge trinkt mit.“

„Gilt das mit dem Auge auch bei deinem Bauch?“
„Jetzt lass doch mal meinen Bauch in Ruhe! Der geht beinahe als Waschbrettbauch durch!“

„Vielleicht als WaschBÄRbauch… Für den Waschbrettbauch musst du deine Ess- und Trinkgewohnheiten umstellen.“
„Na hör mal, dieser hochwertige isotonische Durstlöscher, den ich mithilfe des besagten Glases zu mir nehme, rinnt auch durch die Kehlen der Jungs unserer Nationalmannschaft – schau mal hier auf der Flasche: „Offizieller Lieferant des DFB“. Das kann also gar keinen dicken Bauch machen. Oder kennst Du in der Nationalmannschaft einen dicken Kicker?“

„Also der Schweini ist ja voll niedlich, finde ich. Und der Özil, der hat so südländisches Feuer, findest du nicht?“
„Aha. Und woher glaubst du, dass dieses Feuer kommt?“

„Na, bestimmt nicht von diesem Weizenbier. Und überhaupt: In Sachen Fussball kenne ich mich aus. Weißt du, wer mit seinem Weizenbier mal ganz schön eingegangen ist?“
„Matthäus vermutlich?“

„Kenn ich nicht, aber egal. Nein, ich meine Waldi Hartmann, der wurde von dem einen Nationaltrainer da mal angeblasen… wie heißt er doch… der Typ mit dem Wuschelkopf… Berti Vogts, glaub ich.“
„Völler…“

„Ist ja auch egal. Jedenfalls repräsentiert dieser Waldi den durchschnittlichen Weizenbiertrinker. Finde ich.“
„Liebling, willst du mich etwa mit Waldemar Hartmann vergleichen? Nicht im Ernst, oder? Sonst trinke ich bis an mein Lebensende NUR noch Weizenbier!“

„Nein, ich mein ja nur… Obwohl – wir bräuchten dann ja eine größere Spülmaschine. Und einen neuen Gläserschrank…“

Kopfschüttel…

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Al dente

16. März 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Neulich habe ich mal wieder gekocht, und obwohl ich nicht Paul Bocuse bin, muss ich sagen, dass es ziemlich lecker war. Es gab einen Hackbraten mit Ei gefüllt, sehr würzig und lecker, dazu Nudeln, Soße und Salat. Ich habe allerdings nicht damit gerechnet, dass meine Liebste davon ausgeht, ich sei vielleicht doch Paul Bocuse. Zumindest ihrer Kritik nach gehe ich davon aus, dass sie mich dafür hält. Sie hatte gerade von den Nudeln probiert, da fing sie an:

„Du, Schatz, die sind aber nicht al dente.“
„Was?“

„Die Nudeln. Die sind nicht al dente.“
„Die schmecken doch?“

„Ja, aber sie sind nicht al dente.“
„Al dente, al dente… so ein Brimborium. Sie sind durch und sie sind gut. Basta.“

„Sie sind einen Tick zu durch, finde ich.“
„Nein, sie sind optimal. Schmecken sie dir etwa nicht?“

„Doch, auch Nudeln, die nicht al dente sind, kann man essen.“
„Na also.“

„Aber ganz perfekt sind sie halt nicht.“
„Schmecken sie jetzt oder nicht?“

„Ja, aber…“
„Was aber? Al dente, al dente! Das heißt irgendwas mit Zahn, mein Gott, das ist so ein plattes Kochstudiogesülze, das sich wichtig anhört und nichts aussagt. Gar nichts!“

„Ist ja gut, Schatz, reg dich ab. Das Essen ist ja auch lecker.“
„Ja ja, bis auf die Nudeln…“

„Nein, die sind auch lecker. Etwas weich, aber lecker.“
„Schmecken dir weiche Nudeln?“

„Wieso?“
„Nur so…“

„Na ja, man kann sie essen…“
„Also bist du zumindest nicht begeistert.“

„Das grade nicht, aber das habe ich ja schon erklärt…“
„Dann erklär du mir doch mal, wofür al dente steht!“

„Na ja, das ist halt genau der richtige Biss, verstehst du?“
„Es soll aber Leute geben, die die Nudeln härter oder weicher mögen.“

„Das ist doch nur so ein Richtwert.“
„Und für was ist der dann gut?“

„Na, dass man sich danach richtet!“
„Es kann aber auch schmecken, wenn man sich nicht danach richtet, oder?“

„Ja schon… Ich meine, wenn wir mal alt sind, sind die Nudeln so weich sogar optimal. Aber ich will jetzt nicht weiter drauf rumreiten. Wir sind ja noch nicht so alt.“
„Das stimmt. Aber wenn’s bei jedem Gericht mit Nudeln solche Diskussionen gibt, dauert’s mit dem Altern nicht mehr lange…“

„Ist schon gut. Dann bestellen wir morgen was beim Chinesen… Glasnudeln zum Beispiel. Aber al dente!“

Kopfschüttel…

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Zufrieden??

25. Oktober 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sitzen an unserem Esstisch: heute habe ich mal für die Liebste gekocht!
OK, ich könnte mit meinem Gericht nicht beim Promi-Dinner punkten, aber trotzdem sind meine Nudeln a la Chef durchaus als “interessant” zu bezeichnen…

“Das hast du toll gemacht, Schatz!”
“Danke, Liebste. Aber du solltest erst mal probieren.”

“Also riechen tut es schon mal super!”
“Naja, also… Ja. Riechen tut es ganz gut.”

“Wenn es auch so schmeckt, dann ist alles supi!”
“Dann guten Appetit.”

“Dir auch, Schatz!”

[Meine Liebste und ich beladen uns unsere Teller und probieren.
Es gibt eine Nudelpfanne mit Paprika, Peperoni, Hackbällchen und ein bisschen Tomatensoße; alles selbst gemacht.
Nach dem ersten Bissen bin ich selbst ganz zufrieden, aber irgendwie: schmeckt das ganze doch ein wenig nach Nichts... Mist, dabei habe ich doch immer wieder zwischendurch probiert!? Da fehlt was...
Mal sehen, was die Liebste gleich sagt.]

“Sehr lecker, sehr lecker!”

“Naja, ich weiß nicht…”

“Wieso, was ist denn?”
“Irgendwie schmeckt das langweilig, oder?”

“Nee, ich find´s super!”

“Aha, tatsächlich??”

“Ja, das hast du fein gemacht.”
“Hm… Also Salz fehlt doch aber auf jeden Fall, oder?”

“Nein, ich mag das so.”
“Echt? Und es ist kaum Soße drin…”

“Du kannst so toll kochen, solltest du viel öfter machen.”
“Quatsch, ich kann nur die normalen Sachen.”

“Hallo?? Also die Hackbällchen hier die sind, die sind…”
“…Scheiße?”

“Auf keinen Fall! Die sind spitze!”
“Sag mal, du würdest es doch sagen, wenn es dir nicht schmeckt?”

“Natürlich, wieso?”
“Keine Ahnung, ich meine, du bist doch sonst so wählerisch…”

“Was willst du denn jetzt von mir hören??”
“Naja, wie es dir schmeckt?”

“Es schmeckt mir, zufrieden??”
“Findest du nicht, dass da was fehlt??”

“Nein.”
“Da ist doch viel zu wenig Salz dran!”

“Genug Salz.”

“Und Tomatensoße ist auch viel zu wenig!?”

“Blödsinn, iss jetzt deine, deine, na, deine…”
“…das ist eine Nudelpfanne, Liebste…”

“Nudelpfanne, genau, iss jetzt deine Nudelpfanne.”
“Hm… Ich hätte wetten können, dass dir das nicht schmeckt…”

“Schön, und kannst du jetzt mal die Klappe halten??”
“Jaja, schon gut…”

“Kochst du nächstes Wochenende auch?”

“Tja… Warum nicht? Das hier war nicht so schwierig…”

“Ach, weißt du, ich koche dann einfach wieder, kein Problem.”

“Was willst du damit denn jetzt sagen, bitte??”

“Nichts, wieso??”

“Es schmeckt dir also doch nicht!”

“Habe ich doch gar nicht gesagt!?”
“Warum sagst du mir denn nicht, wenn es nicht schmeckt!?”

“Es schmeckt doch! Das hast du super hingekriegt!”
“Hm…”

“Wenn es nicht schmecken würde, das wäre echt schlecht.”
“Wieso wäre das schlecht?”

“Weil du dann den ganzen Tag schlechte Laune hättest.”
“Nur weil in der Küche mal was daneben geht??”

“Nein, wenn ich zu dir sagen würde, dass es nicht schmeckt.”
“Ähm…”

“Aber es schmeckt ja. Zum Glück.”
“Liebste, irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass…”

“…dass ich dir nicht die Wahrheit sage??”

“Genau!”

“Schatz, glaub mir: mit dem Essen ist alles in Ordnung.”
“Na schön, was soll´s, vielleicht mache ich mich nur verrückt…”

“Ich bin total beeindruckt von dieser, ähm, Nudelpfanne.”
“Schön, ich hole mir jetzt trotzdem noch Salz aus der Küche.”

“Da muss doch aber gar kein Salz mehr dran, das ist perfekt!”
“Schön, wenn es dir schmeckt, aber ich möchte noch Sa…”

“…du, wenn du jetzt in die Küche gehst:”

“Ja, was?”

“…kannst du dann den Ketchup mitbringen, bitte?”

Kopfschüttel…

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Vielleicht (XXL-Version)

18. Oktober 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend zusammen im Wohnzimmer, wo wir es uns gemütlich gemacht haben und schauen ein bisschen Fernsehen.
Während die Liebste mit der Fernbedienung auf der Jagd nach einer interessanten Sendung ist (was trotz 30 Sendern mal wieder schwierig ist), beschließe ich, mir noch etwas zum Trinken zu holen.

“Hier läuft heute mal wieder nur Mist!”
“Ja, Süße… Aber du findest schon was.”

“Überall nur Werbung!”

“Ich hole mir was zum Trinken, möchtest du auch was?”

“-”
“Liebste?”

“-”

“Soll ich dir auch was mitbringen?”

“Hm…”
“Ähm, hast du mich verstanden??”

“Ja, ich denke gerade nach, Moment.”
“Du denkst nach??”

“Ja.”
“Aha… Und, ähm… Wie lange dauert das?”

“Ich müsste gleich fertig sein.”

“Schön.”

“-”
“-”

“-”

“Liebste?? Hallo??”

“-”
“Soll ich dir was zum Trinken mitbringen?”

“Vielleicht.”
“Ähm… Vielleicht??”

“Vielleicht.”
“Aber was soll ich denn mit dieser Antwort jetzt??”

“Wieso, du hast mich doch gefragt??”

“Schon, aber ich habe eher ein Ja oder Nein erwartet??”

“Wolltest du denn eine ehrliche Antwort?”
“Naja, was heißt ehrlich, also Ja oder Nein eben!”

“Und wenn ich Ja gesagt hätte?”
“Dann hätte ich dir etwas zum Trinken mitgebracht!”

“Und was?”

“Ähm, das wäre dann wohl meine zweite Frage geworden.”

“Siehste!”
“Also möchtest du jetzt was trinken oder nicht!?”

“Vielleicht.”
“Himmel! Warum sagst du denn schon wieder vielleicht??”

“Na weil es so ist, ich möchte vielleicht was!”

“Und wovon hängt das ab, bitte??”

“Das hängt davon ab, was du mir mitbringst!”
“Was SOLL ich dir denn mitbringen??”

“Haben wir Fanta?”

“Fanta?? Wir haben NIE Fanta!”

“Irgendwie habe ich jetzt Durst auf Fanta…”

“Wir haben aber keine, wie du sicher weißt!”

“Schade…”

“Also was willst du nun!”

“Naja, also so richtig am Verdursten bin ich nicht…”
“Also du möchtest nichts, heißt das?”

“Doch.”
“Aha, also möchtest du doch was?”

“Doch, vielleicht.”
“Weißt du was, das wird mir jetzt echt zu doof hier!”

“Wieso??”
“Ich gehe mir jetzt was holen und fertig!”

“Und mir bringst du nichts mit??”
“Nein, du äußerst dich ja nicht!”

“Aber ich habe doch nicht Nein gesagt??”
“Du hast aber auch nicht Ja gesagt!”

“Was holst du dir denn eigentlich zum Trinken?”
“Ich wollte mir ein Glas Cola holen.”

“Cola Light?”
“Cola Light. MÖCHTEST DU – VIELLEICHT – AUCH EIN GLAS!?”

“Hm…”
“Weißt du was, hol dir einfach später selber was!”

[GRRR! Frauen können einem manchmal so auf die Nerven gehen!
Ich meine, Hallo?? Wir reden doch hier nicht davon, eine Moschee zu bauen, einen Bahnhof abzureißen oder die Welt vor dem Untergang zu retten?? Es geht um ein simples Glas Cola, Wasser, Milch, Wein oder was weiß ich! Aber nein, da kann und muss natürlich auch wieder eine kleine Staatsaffäre draus gemacht werden!
DIESES MAL lasse ich mich aber nicht drauf ein! Ich hole mir jetzt einfach was zum Trinken, setze mich wieder hin und ignoriere konsequent alles, was die Liebste dann noch dazu sagen wird. Schließlich habe ich sie ja mehrfach gefragt, oder??
Ich hole mir also ein großes Glas Cola aus der Küche, setze mich schließlich wieder im Wohnzimmer neben die Liebste und stelle das Glas vor mir auf dem Tisch ab.]

“Du hast mir ja jetzt tatsächlich nichts mitgebracht??”
“Richtig.”

“Du bist böse!”
“Du wolltest ja nichts, und außerdem höre ich dir gar nicht zu.”

“Ich habe NICHT gesagt, dass ich NICHTS möchte!”
“Dumdidel dum, didel dum, bla bla bla, hmm mmh hmmm…”

“Spreche ich jetzt wieder außerirdisch, oder was??”
“Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals anders gewesen wäre.”

“Du Blödmann!”
“DAS allerdings kann ich ausnahmsweise übersetzen…”

“Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort!”
“Ich habe keine Sünde begangen.”

“Doch!”
“Nein, habe ich nicht. Ich hatte dich ja gefragt.”

“Das meine ich ja auch gar nicht!”
“Sondern?”

“Du hast keinen Untersetzer unter dein Glas gelegt!”
“Oh…”

“Die liegen da hinten auf dem Esstisch, wo sie immer liegen!”
“Das habe ich nur vergessen, weil du…”

“…also daran bin ich nun wirklich nicht schuld!”
“Schön, ich gebe zu, das war mein Fehler. Ich hole einen.”

[Untersetzer sind ja auch so ein Frauending...
Aber da wir uns irgendwann mal darauf geeinigt haben, dass wir auf dem Glastisch vor dem Sofa Untersetzer benutzen (obwohl die Diskussion darüber auch eher einseitig war), muss ich also nun noch einmal aufstehen und einen holen.
Aber: DANN ist auch endlich Schluss mit der Diskutiererei!]

“So ist´s brav, Schatz.”
“Ähm… Liebste, was soll denn das??”

“Was soll was!?”
“Mein Glas ist ja leer??”

“Oh, tatsächlich!”
“Du hast meine Cola ausgetrunken!”

“Ich??”
“Wer denn sonst, der Heilige Geist vielleicht??”

“Gut möglich!”
“Sehr witzig!”

“Ich sagte doch, kleine Sünden bestraft der lie…”
“…DU HOLST JETZT EINE NEUE COLA FÜR MICH!!”

“Ich?? Pff! Warum sollte ich??”
“Weil du sie hinter meinem Rücken ausgetrunken hast!”

“Das kannst du nicht beweisen!”
“Ha! Du hast ja den Rest noch am Kinn hängen!!”

“Quatsch! Das ist noch von heute Mittag.”
“Ich habe dich mehrfach gefragt, ob du was trinken willst!”

“Ich habe dir ja auch mehrfach geantwortet!”
“Gott, wo habe ich bloß meine Valiumtabletten…”

“…dann bring mir bitte auch eine mit.”
“Valium?? Wieso du denn, ICH breche doch hier gleich zusammen!?”

“Ich habe es mit dir auch nicht leicht, das glaube mal!”
“Ruhig, Bernd, ruhig, atmen, atmen, atmen…”

“Jetzt tu mal nicht so, als sei eine Cola der Weltuntergang.”
“Liebste, ich hole mir jetzt ein neues Glas Cola…”

“Schön!”
“Und ich frage jetzt noch ein letztes Mal:”

“Ja?”
“MÖCHTEST DU AUCH EIN GLAS TRINKEN!?”

“Nein, ich bin jetzt nicht mehr durstig.”
“Kein Wunder…”

“…aber ich hätte jetzt vielleicht Hunger, du auch?”

Kopfschüttel…

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Kaffee am Morgen

7. Juli 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Heute beim Frühstück war der Kaffee irgendwie… anders. Ich mecker ja ungern, wenn mir meine Liebste extra Kaffee macht, aber er hat einfach BÄÄHH geschmeckt. Sie reichte ihn mit mit den Worten:

„Hier Schatz, Kaffee ist fertig.“
„Mmh, danke!“

„Was schaust du so?“
„Der sieht anders aus.“

„Anders als was?“
„Na anders als er sonst ist.“

„Ich hab ihn so wie immer gemacht.“
„Aber trotzdem sieht er anders aus.“

„Ist ja egal. Hauptsache, er schmeckt. Neulich hab ich im Radio gehört, dass man in Bayern sagt ‚Schmecke muaß ‘s. ‘S muaß schmecke.‘ Gut, oder?“
„Bitte? Was soll das denn heißen?“

„Na sowas wie: Hauptsache es schmeckt.“
„Ich sag ja nicht, dass der Kaffee nicht schmeckt, er sieht halt nur komisch aus… so wässrig. Und was für seltsame Sender hörst du da eigentlich?“

„Ach, da hab ich einen anderen Sender gesucht und dann kam da irgendwo grad so ein Quatsch. Und dass dein Kaffee anders aussieht, finde ich nicht. Vielleicht liegt’s daran, dass noch keine Milch drin ist. Hier ist sie, probier ihn dann mal.“
(Ich probiere einen kleinen Schluck)„Uäähhh, der ist ja eklig. Als ob er zum zehnten Mal aufgebrüht worden wäre!“

„Hmm… ich hab dieselbe Sort wie immer genommen. Ich bin mir keiner Schuld bewusst!“
„Brrr… den kann man grade wegschütten. Widerlich!“

„Das tut mir leid, Schatz. Soll ich dir einen neuen kochen?“
„Nein, lass mal. Da wird mir die Zeit zu knapp, bin eh schon ein bisschen spät dran.“

„Lass mich auch mal probieren.“
„Hier,bitte.“

„Bäh, der ist wirklich schlecht!“
„Sag ich doch.“

„Das würde mich jetzt aber schon interessieren, an was das liegt. Ich mach doch nochmal einen.“
„Ich hab aber keine Zeit mehr, ich muss los!“

„Ja, es geht ja nur darum, dass ich rausfinde, an was das liegt.“
„Und was machst du dann mit dem Kaffee? Steigst du jetzt extra deswegen von Tee auf Kaffee um?“

„Nein, ich kann ihn ja kalt werden lassen und heute nachmittag Eiskaffee draus machen.“
„Ja, das wär eine Idee.“

„Also, dann wollen wir mal sehen… Oha.“
„Was ist?“

„Also… es ist wohl ein technisches Problem. Sozusagen.“
„Kann nicht sein. Wenn Kaffee durchläuft, funktioniert die Maschine.“

„Also ein technisches Problem im weiteren Sinne. Der Kaffeefilter ist umgeknickt gewesen und das Wasser ist dran vorbeigelaufen.“
„Aha. Klassischer Bedienfehler.“

„Wie meinst du denn das?“
„Na ja, du hättest den Filter sorgfältiger reinsetzen müssen.“

„Und was heißt da ‚klassischer Bedienfehler‘? Was soll daran ‚klassisch‘ sein? Frau und Maschine, oder? Sowas passiert auch Männern.“
„Das kann ich mir nicht vorstellen. An der großen Kaffeemaschine bei uns im Büro passiert das ganz selten, und wenn, dann hatte eine Kollegin ihre Finger dran.“

„So ein Quatsch. Es ist doch keine besondere Herausforderung, so einen Filter richtig einzusetzen, egal ob für Mann oder Frau.“
„Na ja, anscheinend schon…“

„Ich kann dir sagen, warum das überwiegend bei Frauen passiert: Bestimmt sind sie es, die in eurer Firma dauernd Kaffee kochen! Wenn die Männer keinen Kaffee kochen, kann ja bei denen auch kein Filter umknicken.“
„Soll ich mir meinen Kaffee morgens in Zukunft immer selbst kochen?“

„Nein, ich mach das gerne für dich. Bei so einer Maschine mit Kaffeepads passiert das allerdings nicht…“

Kopfschüttel…

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Fleur de Sel

4. Juli 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Manchmal übernehme ich die Wochenendeinkäufe und die Liebste schreibt mir dann, ganz altmodisch, einen Einkaufszettel – so auch dieses Wochenende:

„Schau, hier ist der Zettel, das bräuchte ich alles. Ach, schreib noch Geschirrspültabs auf, die sind auch bald leer.“
„Okay, bring ich mit.“

„Und Getränke auch.“
„Ja, hab schon das Leergut eingepackt. Aber Schatz, was willst du denn mit Zucchiniblüten?“

„Füllen und backen.“
„Wie? Füllen und backen? Hab ich ja noch nie gesehen. Und was ist denn ‚Fleur de Sel‘? Blumen oder was?“

„Nee, brauche ich alles fürs morgige Mittagessen.“
„Wo gibt’s denn sowas? Wie sieht das denn überhaupt aus?“

„Naja, im Supermarkt wird’s das geben. Schau halt, steht bestimmt ein Schild dran.“
„Wo soll ich denn suchen? Beim Gemüse, bei der Milch, bei den Fertigsachen?“

„Weiß ich nicht. Aber ich brauch es, steht so im Rezept.“
„Wo hast du denn das Rezept her?“

„Na, aus so einem Heft. Ich dachte, ich probier mal was Neues aus, ich kann dir natürlich auch immerzu das Gleiche kochen.“
„Na, jetzt sei nicht beleidigt, ich freu mich ja, wenn du was Leckeres kochst. Nur: Wie und wo soll ich die Zutaten einkaufen, wenn ich nicht weiß, was es ist, wie es aussieht und wo es in etwa im Supermarkt steht?“

„Naja, Zucchiniblüten sind sicher beim Gemüse. Oder du fragst mal. Oder du gehst gleich auf dem Markt vorbei, die sehen so gelb und länglich aus.“
„Hhmmm. Ja, ich schau mal. Aber wozu braucht man ‚Fleur de Sel‘?“

„Zum Würzen. Steht da im Rezept.“
„Was ist das denn?“

„Ich glaube, so ein spezielles Salz.“
„Ach, dann nimm doch normales Salz. Ich kauf doch nicht für ein einziges Rezept so ein Spezialzeugs.“

„Naja, dann wird’s aber nicht so gut, weil im Rezept steht ‚Fleur de Sel‘.“
„Ach, wir sind ja auch keine Gourmets, das ist doch egal.“

„Also ist dir egal, wie ich koche, du isst alles, oder wie?“
„Nein, so war das doch nicht gemeint, nur werde ich den Unterschied zwischen verschiedenen Salzarten nicht bemerken.“

„Dann nehm ich eben normales Salz und streiche das vom Einkaufszettel.“
„Also: Zucchiniblüten, Vanilleschoten, Fleur de Sel… Zeig mal das Rezept her.“

„Hier, das gibt’s morgen Mittag und das hier probier ich als Nachtisch aus. Sieht superlecker aus.“
„Stimmt. Aber Schatz, bei deinem Nachtisch steht: Die Zuckerkruste mit einem Bunsenbrenner karamellisieren.“

„Ja, und?“
„Wir haben keinen Bunsenbrenner.“

„Na, dann nehm ich halt ein Feuerzeug.“
„Das wird nichts. Du verbrennst dir die Finger, wenn du das Feuerzeug so kippst, dass du den Zucker karamellisieren kannst.“

„Dann stell ich das ganze Zeug halt kurz in den Herd.“
„Dann wird’s nicht richtig braun und karamellig.“

„Na, dann bringst du halt noch einen Bunsenbrenner mit, gehst doch jetzt eh einkaufen.“

Kopfschüttel…

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Abwarten und…

20. Juni 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Ich trinke so ziemlich alles, was mir in die Quere kommt, manche Sachen natürlich lieber als andere. Tee trinke ich zum Beispiel nur, wenn’s nötig ist oder wenn’s nichts anderes gibt. Ich war deswegen etwas erstaunt, als die Liebste vom Shopping heimkam und mir stolz ein Tütchen Tee präsentierte:

„Schau mal, hab ich dir mitgebracht.“
„Äh, Tee. Danke.“

„Nicht irgendein Tee: Glückstee.“
„Glückstee.“

„Ja, hier steht: Glück braucht man immer. Diese ausgewogene Kräuterteemischung versorgt uns mit einem kleinen Stück vom Glück und macht uns darauf aufmerksam, dass manche Kleinigkeiten nicht selbstverständlich sind. Der Glückstee ist eine kraftvolle Mischung, ein beliebter Frühstückstee und ein köstliches Geschenk für mehr oder weniger Glückliche.“
„Aber Schatz, ich trink doch morgens immer Kaffee. Ich trink doch gar keinen Tee.“

„Ja, aber du bist doch in letzter Zeit immer so gestresst. Öfter mal eine Tasse Tee würde dir sicher gut tun.“
„Öfter mal ein Bier auch.“

„Quatsch. Den Tee kannst du ja auch auf Arbeit trinken, und das wäre mit Bier ja ganz schlecht.“
„Ja, aber ich trink auf Arbeit schon Kaffee und Wasser. Und Mittags manchmal Saftschorle.“

„Ja, aber Tee hast du doch auch schon getrunken.“
„Klar: Erkältungstee oder Kamillentee bei verdorbenem Magen.“

„Aber wir haben doch so viele tolle Tees hier!“
„Ja Schatz, aber ich mach mir nicht soviel aus Tee.“

„Aber guck mal: Glückstee, Entspannungstee, Faulenzertee von Janosch, Alles Liebe-Tee und Adventstee. Hier ist noch Harmonietee und Rooibos-Orange und normaler Pfefferminz-, Hagebutte-, Kamille- und Schwarztee. Da wird doch einer für dich dabei sein!“
„So viele Sorten! Wo kommen die denn alle her?“

„Na, die sind schon ewig hier im Teeschubfach und in den beiden Dosen.“
„Ja, aber wo kommen sie her?“

„Na, den Adventstee hat Susi mir mal geschenkt, den Harmonietee hab ich damals im Urlaub gekauft und den Entspannungstee hab ich… Ich weiß nicht mehr woher.“
„Aber trinkst du den denn auch?“

„Ja, manchmal.“
„Aber dann trink die Tees doch mal leer, bevor du neuen kaufst!“

„Naja, für Adventstee ist ja jetzt echt nicht die richtige Zeit!“
„Stimmt, aber die anderen Tees kannst du ruhig trinken.“

„Der Rooibostee schmeckt mir nicht.“
„Wieso wirfst du ihn dann nicht weg?“

„Der ist ja schon noch gut, nur mir schmeckt er halt nicht, vielleicht magst du ihn? Soll ich dir schnell eine Tasse machen?“
„Nee, ich mag den auch nicht. Aber warum kaufst du ständig neuen Tee, wenn das ganze Fach voll ist?“

„Naja, voll ist das Fach ja nun nicht. Und es sind ja immer andere Tees.“
„Ja, aber Tee bleibt Tee.“

„Quatsch. Glückstee ist was ganz anderes als Faulenzertee oder Alles Liebe-Tee.“
„Aber dann sortier halt mal durch, was du trinkst, hebst du auf und die anderen Sorten sortierst du aus.“

„Ja, das mach ich. Die kannst du dann auf Arbeit trinken!“

Kopfschüttel…

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Grillabend

15. Mai 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Zum Grillen gehören bei mir eigentlich schon immer saftige Steaks, Würstchen und Bauchfleisch. Und Grillfackeln. Und Spieße. Und und und… Meine Liebste war allerdings der Meinung, dass wir für den Grillabend mit Freunden vielleicht etwas weniger Fleisch nehmen sollten:

„Hast du jetzt alles eingekauft, Schatz?“
„Ja. Hier in der Tüte ist alles drin.“

„Mal sehen… Steaks… Würste… noch mehr Steaks. Willst du denn nichts außer Steaks und Würsten grillen?“
„Doch. Da ist ja noch Bauchfleisch drin. Und ein paar Spieße hab ich auch genommen.“

„Ich dachte, wir grillen auch ein bisschen Gemüse?“
„Ist doch auf den Spießen drauf.“

„Na diese paar Paprika- und Zwiebelschnipsel kannst du doch nicht Gemüse nennen!“
„Also Fleisch nenne ich sie auch nicht!“

„Ich dachte eher an Auberginen und Zucchini. Die kann man lecker würzen und dann grillen. Und Kartoffeln auch.“
„Ich weiß ja nicht… Als Beilage haben wir doch Salat. Und außerdem reicht es doch, wenn es Brötchen zum Steak und zur Wurst gibt. Mehr braucht’s gar nicht.“

„Na du bist ja ein einseitiger Griller! Neulich habe ich erst bei so einer Kochshow gesehen, dass man zum Beispiel auch Fisch wunderbar grillen kann.“
„Ich weiß nicht… Der zerfleddert dann in lauter Stückchen. Und versaut mein Steak.“

„Da gibt’s extra so eine Art Klammern für Fische… also wie soll ich das beschreiben… na auf jeden Fall kann man sie damit super einfach grillen.“
„Denkst du, das würde heute abend jemand essen?“

„Natürlich!“
„Also die männliche Hälfte wäre mit meinem Programm sicherlich sehr einverstanden. Und der weiblichen Hälfte reicht meistens eh der Salat, wegen den Kalorien. Außerdem ist Fleisch ja irgendwie auch Gemüse, nur halt schon einmal durchs Schwein gejagt.“

„Nein, nix da! Da geh ich nochmal los und hole noch Auberginen, Kartoffeln und Zucchini. Die kann man ganz raffiniert grillen.“
„Sagt wer?“

„Na das wurde in der Kochshow gezeigt. Das war echt ganz einfach!“
„Ja natürlich. Da heißt es ja auch ständig ‚…hat meine bezaubernde Assistentin schon mal vorbereitet‘. Davon wird man doch außerdem nicht satt!“

„Doch! Man darf nur nicht so auf Fleisch fixiert sein wie du! Und weißt du was? Bei den Grillmeisterschaften wird sogar Eis gegrillt!“
„Eis grillen! Na wenn das nicht für sich spricht! So ein Quatsch!“

„Ich sehe schon, du bist für modernes Grillen nicht so zu begeistern. Aber wenn ich das Gemüse vorbereite, dann grillst du es mit, ja?“
„Wenn ich dafür nicht irgendwelche Grill-Kochshow-Spezialkenntnisse benötige…“

„Nein, aber du musst dann auch mal probieren. Du wirst danach gar keine Steaks mehr wollen!“
„Aha. Und wer isst die dann?“

„Ich würde mich eventuell opfern…“

Kopfschüttel…

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Sonntagmorgen

18. April 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Am Samstag war ich aus. Alleine – es war so ein Männerabend, und, nun ja, es wurde auch ordentlich gezecht. Am Sonntag vormittag war ich zu nichts zu gebrauchen. Irgendwie fand ich mich dann am Frühstücks- oder Mittagstisch ein und meine Liebste hätte gerne gewusst, wie die Feier so war:

„Jetzt erzähl doch mal, wie’s war! Du sitzt bloß rum und hältst deinen Kopf fest!“
„Hmmja…“

„Du bist immer noch ganz blass! Wann bist du denn heimgekommen? Ich hab mitten in der Nacht einen Knall gehört, warst du das?“
„Keine Ahnung… also wann ich heimgekommen bin.“

„Und der Knall?“
„Da muss mir wohl was runtergefallen sein… Im Bad oder wo…“

„Deswegen riecht das ganze Bad nach Rasierwasser! Hast du zuviel getrunken?“
„Phhh…“

„Dir muss man ja alles aus der Nase ziehen! Wer war denn da?“
„Äh… Heiko und Ingo. Glaub ich.“

„Wie? Ihr wart nur zu dritt?“
„Ich weiß nicht. Ja. Also Stefan ist irgendwann gegangen.“

„Über was habt ihr denn geredet?“
„Phhh… das Übliche halt.“

„Also da weiss ich ja über meine letzte exzessive Party besser Bescheid als du! Das war der Junggesellinnenabschied von Tina!“
„-“

„Da waren wir ganz schön unterwegs. Zuerst Pizza essen, natürlich mit Grappa als Abschluss, und dann eine Kneipentour, und Tina hatte so ein furchtbares Kostüm anziehen müssen!“
„Äh… kannst du…“

„Und Tina war eh schon ganz betüdelt, weil sie noch vor dem Aufbruch ein paar Likörchen getrunken hat. Und Carmen hat mit ihr…“
„Pssst!“

„Was denn?“
„Kannst du mal leise sein?“

„Wieso denn?“
„Mein Kopf…“

„Kopfweh? Soll ich dir eine Tablette geben?“
„Nein, danke. Nur Ruhe…“

„Leg dich doch nochmal hin, wenn dir nicht so wohl ist.“
„Ach, es geht ja, wenn ich hier sitze und wenn es ruhig ist.“

„Dann erzähl ich dir das ein andermal fertig, okay?“
„Jaja…“

„Essen willst du vermutlich nichts, oder?“
„Nein.“

„Du siehst aber auch elend aus. Willst du einen Tee?“
“Nein, gar nichts. Nur meine Ruhe!“

„Ich bin ja schon ruhig. Ich wollte dir ja nur helfen.“
„Ja, danke.“

„Eine Cola soll auch gut gegen Magendurcheinander helfen!“
„Soll sie halt…“

„Ich mein ja nur. Ein bisschen frische Luft täte dir bestimmt auch gut.“
„Schatz! Jetzt ist es aber mal gut!“

„Ja ja, reg dich doch nicht gleich auf.“
„-“

„Weißt du eigentlich, wie wir beim Junggesellinnenabschied am nächsten Morgen nach dem Aufstehen weitergemacht haben? Mit einem Sektfrühstück!“

Kopfschüttel…

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Bitte keine Margarine

6. April 2011, aus der Schublade Essen und Trinken


Die meisten Frauen achten auf ihre Linie, das ist bekannt. Ich schätze mal, dass über die Hälfte ihrer Ausgaben für Produkte draufgehen, die mit Schlankheit, Abnehmen, schöner Figur und Diät zu tun haben. Das könnte mir ja egal sein, wenn ich nicht darunter leiden müsste. Neulich beim Abendbrot fragte ich nach der Butter und bekam von meiner Liebsten Margarine gereicht – mit folgenden Worten:

„Bitteschön, Schatz. Ich hab mal Margarine gekauft.“
„Wieso denn Margarine? Die kann man zum Backen nehmen, aber doch nicht aufs Brot!“

„Natürlich, steht doch groß drauf: ‚Der leichte Brotaufstrich!‘. Ist außerdem gesund!“
„…schreibt der Hersteller, oder? Margarine ist nicht dasselbe wie Butter. Wenn ich mir Käse aufs Brot lege und vorher dick Butter draufmache, schmeckt das viel leckerer.“

„Aber ich werde von Butter zu dick!“
„Ach Schatz, das ist doch Quatsch. Selbst wenn ich dick Butter auf mein Brot mache, ist das höchstens einen Milimeter dick, und davon nimmt man doch nicht zu.“

„Ich schon!“
„Das kann gar nicht sein, du streichst ja immer nur einen Hauch Butter aufs Brot. Eigentlich nix.“

„Na ja, ich glaube, bei dir ist da jegliches Maß verlorengegangen. Du isst ja sogar Leberwurst mit Butter!“
„Es schmeckt halt besser!“

„Brrrr… da vergeht mir fast der Appetit! Wenn ich allein an die Kalorien denke!“
„Ja ja, Kalorien, das sind die kleinen Tierchen, die nachts die Kleidung enger nähen… Wenn das Essen nicht nahrhaft ist, kann man es ja gleich bleiben lassen.“

„Margarine ist aber auch nahrhaft. Hier: ‚Mit vielen Vitaminen‘ steht da.“
„Na ja, ‚Mit viel Chemie‘ werden sie wohl kaum draufschreiben…“

„Aber dafür wird man eben nicht dick davon. So wie von Butter.“
„Also die Margarine werd ich dir nicht streitig machen. Damit kannst du alleine hungern, aber bring mir bitte das nächste Mal wieder ein Päckchen Butter mit. Außerdem finde ich, dass du gar nicht zugenommen hast.“

„Das sagst du jetzt nur, damit ich keine Margarine mehr kaufe, oder?“
„Nein, Schatz, das ist ein ehrliches Kompliment!“

„Dann freut mich das natürlich!“
„Und du kannst wieder Butter essen!“

„Ich weiß nicht… Also die Margarine esse ich trotzdem. Ich mache einen Vergleich auf der Waage – jetziges Gewicht und in einer Woche oder so, wenn die Schale leer ist, nochmal gucken. Wenn ich abgenommen habe, spricht das ja für die Margarine.“
„Ähh…“

„Komm jetzt nicht wieder mit komplizierten Berechnungen!“
„Vielleicht spielt es ja auch eine Rolle, was du auf dein Margarinebrot drauflegst?“

„Du hast natürlich recht. Ich kaufe morgen gleich diese Light-Leberwurst mit 3 % Fett!“

Kopfschüttel…

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Weizenbierglas

31. März 2011, aus der Schublade Essen und Trinken


So eine Spülmaschine ist ja eine feine Erfindung. Da teile auch ich als Mann mir die Hausarbeit mit meiner Liebsten – wenn ich ein Bier trinke, räume ich danach immer das Glas in die Spülmaschine. Meine Liebste fand das bisher immer ganz toll. Neulich habe ich aber die falsche Biersorte getrunken, was prompt eine Diskussion auslöste, die sie anzettelte:

„Sag mal, musst du eigentlich immer so große Bierhumpen zum Trinken nehmen?“
„Schatz, das nennt sich nicht einfach ‚Bierhumpen‘ sondern ‚Weizenglas‘. Und ja, so ein Glas nehme ich, wenn ich ein Weizenbier trinke, weil sich darin die Kohlensäure …“

„Nimm doch ein kleineres Glas, das Bier schmeckt doch darin genauso gut. Außerdem passt es ordentlich in die Spülmaschine – was man von diesem Humpen da nicht sagen kann.“
„Schatz, das Bier schmeckt darin nicht so gut. Hast du schonmal Sekt aus einer Kaffeetasse getrunken?“

„Nein, aber mein Sektglas passt ja auch problemlos in die Spülmaschine.“
„Ich mein ja nur – man trinkt Weizenbier eben aus einem Weizenbierglas.“

„Es stört ja nicht nur in der Spülmaschine, es passt auch nicht in den Gläserschrank.“
„Dann leg’s doch hin.“

„Wie sieht das denn aus? Nein, das Problem ist einfach, dass dieser Humpen …“
„… Weizenbierglas …“

„… viel zu groß ist.“
„Weizenbier kann man aber nunmal nicht aus einem Saftglas oder einer Kaffeetasse trinken!“

„So ein Quatsch. Großes Auto, großer Humpen – Das ist nur wieder so ein Männlichkeitsritual aus der Steinzeit.“
„In der Steinzeit gab’s kein Bier, Schatz.“

„Ich finde, du trinkst eh zuviel. Schau mal deinen Bauch an.“
„Was hat denn mein wohlgeformter Bauch mit dem Weizenbierglas zu tun? Schau dir dieses herrliche Glas doch einmal an. Das Bier wird darin auch richtig präsentiert, das ist sehr wichtig, denn das Auge trinkt mit.“

„Gilt das mit dem Auge auch bei deinem Bauch?“
„Jetzt lass doch mal meinen Bauch in Ruhe! Der geht beinahe als Waschbrettbauch durch!“

„Vielleicht als WaschBÄRbauch… Für den Waschbrettbauch musst du deine Ess- und Trinkgewohnheiten umstellen.“
„Na hör mal, dieser hochwertige isotonische Durstlöscher, den ich mithilfe des besagten Glases zu mir nehme, rinnt auch durch die Kehlen der Jungs unserer Nationalmannschaft – schau mal hier auf der Flasche: „Offizieller Lieferant des DFB“. Das kann also gar keinen dicken Bauch machen. Oder kennst Du in der Nationalmannschaft einen dicken Kicker?“

„Also der Schweini ist ja voll niedlich, finde ich. Und der Özil, der hat so südländisches Feuer, findest du nicht?“
„Aha. Und woher glaubst du, dass dieses Feuer kommt?“

„Na, bestimmt nicht von diesem Weizenbier. Und überhaupt: In Sachen Fussball kenne ich mich aus. Weißt du, wer mit seinem Weizenbier mal ganz schön eingegangen ist?“
„Matthäus vermutlich?“

„Kenn ich nicht, aber egal. Nein, ich meine Waldi Hartmann, der wurde von dem einen Nationaltrainer da mal angeblasen… wie heißt er doch… der Typ mit dem Wuschelkopf… Berti Vogts, glaub ich.“
„Völler…“

„Ist ja auch egal. Jedenfalls repräsentiert dieser Waldi den durchschnittlichen Weizenbiertrinker. Finde ich.“
„Liebling, willst du mich etwa mit Waldemar Hartmann vergleichen? Nicht im Ernst, oder? Sonst trinke ich bis an mein Lebensende NUR noch Weizenbier!“

„Nein, ich mein ja nur… Obwohl – wir bräuchten dann ja eine größere Spülmaschine. Und einen neuen Gläserschrank…“

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Al dente

16. März 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Neulich habe ich mal wieder gekocht, und obwohl ich nicht Paul Bocuse bin, muss ich sagen, dass es ziemlich lecker war. Es gab einen Hackbraten mit Ei gefüllt, sehr würzig und lecker, dazu Nudeln, Soße und Salat. Ich habe allerdings nicht damit gerechnet, dass meine Liebste davon ausgeht, ich sei vielleicht doch Paul Bocuse. Zumindest ihrer Kritik nach gehe ich davon aus, dass sie mich dafür hält. Sie hatte gerade von den Nudeln probiert, da fing sie an:

„Du, Schatz, die sind aber nicht al dente.“
„Was?“

„Die Nudeln. Die sind nicht al dente.“
„Die schmecken doch?“

„Ja, aber sie sind nicht al dente.“
„Al dente, al dente… so ein Brimborium. Sie sind durch und sie sind gut. Basta.“

„Sie sind einen Tick zu durch, finde ich.“
„Nein, sie sind optimal. Schmecken sie dir etwa nicht?“

„Doch, auch Nudeln, die nicht al dente sind, kann man essen.“
„Na also.“

„Aber ganz perfekt sind sie halt nicht.“
„Schmecken sie jetzt oder nicht?“

„Ja, aber…“
„Was aber? Al dente, al dente! Das heißt irgendwas mit Zahn, mein Gott, das ist so ein plattes Kochstudiogesülze, das sich wichtig anhört und nichts aussagt. Gar nichts!“

„Ist ja gut, Schatz, reg dich ab. Das Essen ist ja auch lecker.“
„Ja ja, bis auf die Nudeln…“

„Nein, die sind auch lecker. Etwas weich, aber lecker.“
„Schmecken dir weiche Nudeln?“

„Wieso?“
„Nur so…“

„Na ja, man kann sie essen…“
„Also bist du zumindest nicht begeistert.“

„Das grade nicht, aber das habe ich ja schon erklärt…“
„Dann erklär du mir doch mal, wofür al dente steht!“

„Na ja, das ist halt genau der richtige Biss, verstehst du?“
„Es soll aber Leute geben, die die Nudeln härter oder weicher mögen.“

„Das ist doch nur so ein Richtwert.“
„Und für was ist der dann gut?“

„Na, dass man sich danach richtet!“
„Es kann aber auch schmecken, wenn man sich nicht danach richtet, oder?“

„Ja schon… Ich meine, wenn wir mal alt sind, sind die Nudeln so weich sogar optimal. Aber ich will jetzt nicht weiter drauf rumreiten. Wir sind ja noch nicht so alt.“
„Das stimmt. Aber wenn’s bei jedem Gericht mit Nudeln solche Diskussionen gibt, dauert’s mit dem Altern nicht mehr lange…“

„Ist schon gut. Dann bestellen wir morgen was beim Chinesen… Glasnudeln zum Beispiel. Aber al dente!“

Kopfschüttel…

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Zufrieden??

25. Oktober 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sitzen an unserem Esstisch: heute habe ich mal für die Liebste gekocht!
OK, ich könnte mit meinem Gericht nicht beim Promi-Dinner punkten, aber trotzdem sind meine Nudeln a la Chef durchaus als “interessant” zu bezeichnen…

“Das hast du toll gemacht, Schatz!”
“Danke, Liebste. Aber du solltest erst mal probieren.”

“Also riechen tut es schon mal super!”
“Naja, also… Ja. Riechen tut es ganz gut.”

“Wenn es auch so schmeckt, dann ist alles supi!”
“Dann guten Appetit.”

“Dir auch, Schatz!”

[Meine Liebste und ich beladen uns unsere Teller und probieren.
Es gibt eine Nudelpfanne mit Paprika, Peperoni, Hackbällchen und ein bisschen Tomatensoße; alles selbst gemacht.
Nach dem ersten Bissen bin ich selbst ganz zufrieden, aber irgendwie: schmeckt das ganze doch ein wenig nach Nichts... Mist, dabei habe ich doch immer wieder zwischendurch probiert!? Da fehlt was...
Mal sehen, was die Liebste gleich sagt.]

“Sehr lecker, sehr lecker!”

“Naja, ich weiß nicht…”

“Wieso, was ist denn?”
“Irgendwie schmeckt das langweilig, oder?”

“Nee, ich find´s super!”

“Aha, tatsächlich??”

“Ja, das hast du fein gemacht.”
“Hm… Also Salz fehlt doch aber auf jeden Fall, oder?”

“Nein, ich mag das so.”
“Echt? Und es ist kaum Soße drin…”

“Du kannst so toll kochen, solltest du viel öfter machen.”
“Quatsch, ich kann nur die normalen Sachen.”

“Hallo?? Also die Hackbällchen hier die sind, die sind…”
“…Scheiße?”

“Auf keinen Fall! Die sind spitze!”
“Sag mal, du würdest es doch sagen, wenn es dir nicht schmeckt?”

“Natürlich, wieso?”
“Keine Ahnung, ich meine, du bist doch sonst so wählerisch…”

“Was willst du denn jetzt von mir hören??”
“Naja, wie es dir schmeckt?”

“Es schmeckt mir, zufrieden??”
“Findest du nicht, dass da was fehlt??”

“Nein.”
“Da ist doch viel zu wenig Salz dran!”

“Genug Salz.”

“Und Tomatensoße ist auch viel zu wenig!?”

“Blödsinn, iss jetzt deine, deine, na, deine…”
“…das ist eine Nudelpfanne, Liebste…”

“Nudelpfanne, genau, iss jetzt deine Nudelpfanne.”
“Hm… Ich hätte wetten können, dass dir das nicht schmeckt…”

“Schön, und kannst du jetzt mal die Klappe halten??”
“Jaja, schon gut…”

“Kochst du nächstes Wochenende auch?”

“Tja… Warum nicht? Das hier war nicht so schwierig…”

“Ach, weißt du, ich koche dann einfach wieder, kein Problem.”

“Was willst du damit denn jetzt sagen, bitte??”

“Nichts, wieso??”

“Es schmeckt dir also doch nicht!”

“Habe ich doch gar nicht gesagt!?”
“Warum sagst du mir denn nicht, wenn es nicht schmeckt!?”

“Es schmeckt doch! Das hast du super hingekriegt!”
“Hm…”

“Wenn es nicht schmecken würde, das wäre echt schlecht.”
“Wieso wäre das schlecht?”

“Weil du dann den ganzen Tag schlechte Laune hättest.”
“Nur weil in der Küche mal was daneben geht??”

“Nein, wenn ich zu dir sagen würde, dass es nicht schmeckt.”
“Ähm…”

“Aber es schmeckt ja. Zum Glück.”
“Liebste, irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass…”

“…dass ich dir nicht die Wahrheit sage??”

“Genau!”

“Schatz, glaub mir: mit dem Essen ist alles in Ordnung.”
“Na schön, was soll´s, vielleicht mache ich mich nur verrückt…”

“Ich bin total beeindruckt von dieser, ähm, Nudelpfanne.”
“Schön, ich hole mir jetzt trotzdem noch Salz aus der Küche.”

“Da muss doch aber gar kein Salz mehr dran, das ist perfekt!”
“Schön, wenn es dir schmeckt, aber ich möchte noch Sa…”

“…du, wenn du jetzt in die Küche gehst:”

“Ja, was?”

“…kannst du dann den Ketchup mitbringen, bitte?”

Kopfschüttel…

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Vielleicht (XXL-Version)

18. Oktober 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend zusammen im Wohnzimmer, wo wir es uns gemütlich gemacht haben und schauen ein bisschen Fernsehen.
Während die Liebste mit der Fernbedienung auf der Jagd nach einer interessanten Sendung ist (was trotz 30 Sendern mal wieder schwierig ist), beschließe ich, mir noch etwas zum Trinken zu holen.

“Hier läuft heute mal wieder nur Mist!”
“Ja, Süße… Aber du findest schon was.”

“Überall nur Werbung!”

“Ich hole mir was zum Trinken, möchtest du auch was?”

“-”
“Liebste?”

“-”

“Soll ich dir auch was mitbringen?”

“Hm…”
“Ähm, hast du mich verstanden??”

“Ja, ich denke gerade nach, Moment.”
“Du denkst nach??”

“Ja.”
“Aha… Und, ähm… Wie lange dauert das?”

“Ich müsste gleich fertig sein.”

“Schön.”

“-”
“-”

“-”

“Liebste?? Hallo??”

“-”
“Soll ich dir was zum Trinken mitbringen?”

“Vielleicht.”
“Ähm… Vielleicht??”

“Vielleicht.”
“Aber was soll ich denn mit dieser Antwort jetzt??”

“Wieso, du hast mich doch gefragt??”

“Schon, aber ich habe eher ein Ja oder Nein erwartet??”

“Wolltest du denn eine ehrliche Antwort?”
“Naja, was heißt ehrlich, also Ja oder Nein eben!”

“Und wenn ich Ja gesagt hätte?”
“Dann hätte ich dir etwas zum Trinken mitgebracht!”

“Und was?”

“Ähm, das wäre dann wohl meine zweite Frage geworden.”

“Siehste!”
“Also möchtest du jetzt was trinken oder nicht!?”

“Vielleicht.”
“Himmel! Warum sagst du denn schon wieder vielleicht??”

“Na weil es so ist, ich möchte vielleicht was!”

“Und wovon hängt das ab, bitte??”

“Das hängt davon ab, was du mir mitbringst!”
“Was SOLL ich dir denn mitbringen??”

“Haben wir Fanta?”

“Fanta?? Wir haben NIE Fanta!”

“Irgendwie habe ich jetzt Durst auf Fanta…”

“Wir haben aber keine, wie du sicher weißt!”

“Schade…”

“Also was willst du nun!”

“Naja, also so richtig am Verdursten bin ich nicht…”
“Also du möchtest nichts, heißt das?”

“Doch.”
“Aha, also möchtest du doch was?”

“Doch, vielleicht.”
“Weißt du was, das wird mir jetzt echt zu doof hier!”

“Wieso??”
“Ich gehe mir jetzt was holen und fertig!”

“Und mir bringst du nichts mit??”
“Nein, du äußerst dich ja nicht!”

“Aber ich habe doch nicht Nein gesagt??”
“Du hast aber auch nicht Ja gesagt!”

“Was holst du dir denn eigentlich zum Trinken?”
“Ich wollte mir ein Glas Cola holen.”

“Cola Light?”
“Cola Light. MÖCHTEST DU – VIELLEICHT – AUCH EIN GLAS!?”

“Hm…”
“Weißt du was, hol dir einfach später selber was!”

[GRRR! Frauen können einem manchmal so auf die Nerven gehen!
Ich meine, Hallo?? Wir reden doch hier nicht davon, eine Moschee zu bauen, einen Bahnhof abzureißen oder die Welt vor dem Untergang zu retten?? Es geht um ein simples Glas Cola, Wasser, Milch, Wein oder was weiß ich! Aber nein, da kann und muss natürlich auch wieder eine kleine Staatsaffäre draus gemacht werden!
DIESES MAL lasse ich mich aber nicht drauf ein! Ich hole mir jetzt einfach was zum Trinken, setze mich wieder hin und ignoriere konsequent alles, was die Liebste dann noch dazu sagen wird. Schließlich habe ich sie ja mehrfach gefragt, oder??
Ich hole mir also ein großes Glas Cola aus der Küche, setze mich schließlich wieder im Wohnzimmer neben die Liebste und stelle das Glas vor mir auf dem Tisch ab.]

“Du hast mir ja jetzt tatsächlich nichts mitgebracht??”
“Richtig.”

“Du bist böse!”
“Du wolltest ja nichts, und außerdem höre ich dir gar nicht zu.”

“Ich habe NICHT gesagt, dass ich NICHTS möchte!”
“Dumdidel dum, didel dum, bla bla bla, hmm mmh hmmm…”

“Spreche ich jetzt wieder außerirdisch, oder was??”
“Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals anders gewesen wäre.”

“Du Blödmann!”
“DAS allerdings kann ich ausnahmsweise übersetzen…”

“Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort!”
“Ich habe keine Sünde begangen.”

“Doch!”
“Nein, habe ich nicht. Ich hatte dich ja gefragt.”

“Das meine ich ja auch gar nicht!”
“Sondern?”

“Du hast keinen Untersetzer unter dein Glas gelegt!”
“Oh…”

“Die liegen da hinten auf dem Esstisch, wo sie immer liegen!”
“Das habe ich nur vergessen, weil du…”

“…also daran bin ich nun wirklich nicht schuld!”
“Schön, ich gebe zu, das war mein Fehler. Ich hole einen.”

[Untersetzer sind ja auch so ein Frauending...
Aber da wir uns irgendwann mal darauf geeinigt haben, dass wir auf dem Glastisch vor dem Sofa Untersetzer benutzen (obwohl die Diskussion darüber auch eher einseitig war), muss ich also nun noch einmal aufstehen und einen holen.
Aber: DANN ist auch endlich Schluss mit der Diskutiererei!]

“So ist´s brav, Schatz.”
“Ähm… Liebste, was soll denn das??”

“Was soll was!?”
“Mein Glas ist ja leer??”

“Oh, tatsächlich!”
“Du hast meine Cola ausgetrunken!”

“Ich??”
“Wer denn sonst, der Heilige Geist vielleicht??”

“Gut möglich!”
“Sehr witzig!”

“Ich sagte doch, kleine Sünden bestraft der lie…”
“…DU HOLST JETZT EINE NEUE COLA FÜR MICH!!”

“Ich?? Pff! Warum sollte ich??”
“Weil du sie hinter meinem Rücken ausgetrunken hast!”

“Das kannst du nicht beweisen!”
“Ha! Du hast ja den Rest noch am Kinn hängen!!”

“Quatsch! Das ist noch von heute Mittag.”
“Ich habe dich mehrfach gefragt, ob du was trinken willst!”

“Ich habe dir ja auch mehrfach geantwortet!”
“Gott, wo habe ich bloß meine Valiumtabletten…”

“…dann bring mir bitte auch eine mit.”
“Valium?? Wieso du denn, ICH breche doch hier gleich zusammen!?”

“Ich habe es mit dir auch nicht leicht, das glaube mal!”
“Ruhig, Bernd, ruhig, atmen, atmen, atmen…”

“Jetzt tu mal nicht so, als sei eine Cola der Weltuntergang.”
“Liebste, ich hole mir jetzt ein neues Glas Cola…”

“Schön!”
“Und ich frage jetzt noch ein letztes Mal:”

“Ja?”
“MÖCHTEST DU AUCH EIN GLAS TRINKEN!?”

“Nein, ich bin jetzt nicht mehr durstig.”
“Kein Wunder…”

“…aber ich hätte jetzt vielleicht Hunger, du auch?”

Kopfschüttel…

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