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Wie bei einer Maus…

14. Februar 2008, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Wie bei einer Maus... (photocase.de © hui-buh)Meine Liebste und ich sitzen zu später Stunde im Wohnzimmer und beschließen, nun doch langsam mal zu Bett zu gehen.
Doch da entdecke ich in der Fernsehzeitung noch einen alten Klassiker, ein Highlight, ein Special. Startzeit: jetzt!
OK, den genehmige ich mir noch…

“Was machst du da, Schatz?”
“Ich glaube, ich schaue mir noch den Film hier an, Süße.”

“Jetzt?? Ich dachte, wir wollten schlafen gehen?”
“Ja, aber da habe ich jetzt irgendwie noch Lust drauf.”

“Was läuft denn? Was Gutes?”
“Nichts für dich.”

“Was denn?”
“Rambo II mit Sylvester Stallone.”

“Rambo?? Sowas guckst du dir an??”
“Der Film ist Kult, 80er Jahre! Du kannst ja schon rüber gehen.”

[Der Filmvorspann ist durch und es geht los; Colonel Trautman besucht seinen Schützling Rambo im Arbeitslager und bietet ihm einen superwichtigen Spezialauftrag an. Natürlich kommt nur ein einziger Mann in ganz Amerika dafür in Frage!]

“Ist das Rambo?”
“Schatz! Das ist Trautman, Rambo ist der andere, das sieht man doch!”

“Trautman? Ist der Arzt?”
“Arzt?? Wieso denn Arzt??”

“Der hat gesagt, er wolle eine Operation in Südostasien machen.”
“Das ist doch jetzt wohl nicht dein ernst!”

“Wieso?”
“Der ist vom Militär, es geht um eine militärische Geheimoperation!”

“Ach so…”
“Ja, ach so!”

“Wieso guckst du denn sowas? So ein Gemetzel?”
“Schatz! Kennst du den Film eigentlich?”

“Nein.”
“Woher weißt du dann, ob, wo und wann da gemetzelt wird??”

“Da wird nicht gemetzelt?”
“Doch.”

“Sag ich doch! Rambo metzelt!”
“Quatsch! Der verteidigt sich nur! Und jetzt sei still, ja?”

[Auf dem Bildschirm geht es weiter... Zu sehen ist die höchst geheime Kommandozentrale, von der aus Rambos Spezialauftrag koordiniert und verfolgt werden soll. Und die Liebste setzt sich - zu meinem Entsetzen - wieder auf unser Sofa...]

“Ganz schön viel High-Tech! Das braucht der Rambo alles?”
“Sag mal, du willst mich doch verarschen, oder??”

“Wieso? Ich will doch nur wissen, ob der die Geräte alle braucht?”
“Eben nicht! Darum geht es ja, Rambo braucht das alles gar nicht!”

“Ich glaube aber schon, dass der die braucht.”
“Was?? Wieso das denn?”

“Ja guck dir doch mal an, wie der schon aussieht!”
“Und wie sieht Rambo aus, bitte?? Oder nee, sag es bitte nicht…”

“Dem seine Augen stehen so eng zusammen, wie bei einer Maus.”
“Ich brech zusammen…”

“Was ist denn jetzt schon wieder!”
“Du bist die ERSTE, die bei Rambo nur auf die Augen achtet!”

“Der sieht bestimmt gar nichts, der tut mir richtig leid…”
“Hör auf jetzt mit dem Unsinn!”

“Der braucht keine Computer, der braucht eine Brille!”
“Himmel! Nein, weißt du, der trägt Kontaktlinsen…”

“Ehrlich??”
“Liebste, wolltest du nicht ins Bett gehen!?”

“Schon, aber ich kann auch mit dir den Film da gucken.”
“Danke Schatz, ist wirklich nett, aber…”

“Du schaust dir ja auch immer meine Filme an…”
“Schön, ja, aber du kannst ruhig schon rüber gehen, danke.”

“Na gut, und du bist nicht böse?”
“Nein, nein, alles gut, geh nur…”

“OK.”
“Tschüss Süße, tschüss… Schlaf schön…”

“Du, der hat doch auch diesen Tanzfilm gemacht, richtig?”
“Wer! Sylvester Stallone?? Was denn für einen Tanzfilm!?”

“Da hat der so Stulpen an. Am Broadway, glaube ich.”
“So ein Unfug, jetzt lass das, ich kann mir das gar nicht mit anhören!”

“Ich bin mir aber ganz sicher!”
“QUATSCH!! Sieht der Mann aus, als würde er Stulpen tragen??”

“Ach, das war John Travolta, die beiden verwechsele ich immer…”
“Oh Gott, mein Blutdruck… Du meinst bestimmt Staying Alive…”

“Genau! Genau!”
“Deine Filmkenntnisse sind wirklich beeindruckend…”

“Lass uns doch mal Rocky ausleihen!”
“Was?? Rocky??”

“Ja, nicht?”
“Doch, aber…”

“Ich sehe John Travolta immer gern!”

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Ich hab dich mehr lieb

10. Januar 2008, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Ich hab dich mehr lieb (photocase.de © prokop)Meine Liebste und ich sitzen in der Küche und trinken Tee und Kaffee.
Dabei unterhalten wir uns über die verschiedensten Themen der zurückliegenden Tage und die Liebste freut sich, dass ich ihr heute vom Einkaufen eine neue Zahnbürste mitgebracht habe.
Auch kleine Dinge können Freude bereiten!

“Ich hab dich lieb, danke für die Zahnbürste.”
“Ich habe dich mehr lieb, meine Süße.”

“Nein, ich habe dich mehr lieb.”
“Nö, ich habe dich mehr lieb.”

“Du kannst mich gar nicht mehr lieb haben, als ich dich!”
“Ich habe es aber zuerst gesagt.”

“Ich habe dich mehr lieb!”
“Nein, ich dich!”

“Ich dich!”
“Ich dich!”

“Woher weiß man eigentlich, wer wen mehr lieb hat?”
“Wer es zuerst sagt, hat recht.”

“Dann habe ich es zuerst gesagt.”
“Hast du nicht!”

“Aber jetzt.”
“Aber vorhin nicht!”

“Aber wenn ich jetzt eben neu anfange?”
“Du kannst nicht einfach neu anfangen!”

“Warum denn nicht?? Ich hab dich mehr lieb.”
“Nein, ich!”

“Du bist doof!”
“Wieso bin ich doof??”

“Weil ich dich doch mehr lieb habe!”
“Woher willst du das denn wissen??”

“Das ist so, glaube mir.”
“Nein, ich habe dich mehr lieb.”

“Wieso ist dir das denn so wichtig??”
“Mir gar nicht, aber dir doch wohl!”

“Es stimmt ja auch.”
“Sagst du!”

“Ja.”
“Nein!”

“Na schön, dann habe ich dich eben nur ein bisschen mehr lieb.”
“Witzig, das wollte ich auch gerade sagen. Glückstreffer.”

“Das hat überhaupt nichts mit Glück zu tun!”
“Sondern?”

“Weil es so ist. Darum.”
“Ich glaube, wir drehen uns im Kreis, Schatz…”

“Und was sollen wir dann jetzt machen??”
“Wer als nächstes was sagt, hat gewonnen und…”

“Ich hab dich mehr lieb!”
“Mann, wir haben doch noch gar nicht angefangen!”

“Kann ich doch nichts dafür, wenn du das verschläfst.”
“Noch mal, auf Drei! Eins… Zwei…”

“Ich habe dich mehr lieb!”
“Nein, auf Drei wollten wir doch!”

“Ich habe doch auf Drei gewartet!”
“Aber ich hatte doch noch gar nicht Drei gesagt!”

“Eins, Zwei hast du gesagt und dann auf Drei!”
“Aber… Egal, spielen wir Schnick-Schnack-Schnuck.”

“Ich nehme den Stein.”
“Aber jetzt doch noch nicht!”

“Ach ja… Was hättest du denn genommen?”
“Ich hätte wohl Schere gewählt…”

“Dann habe ich ja gewonnen!”
“Aber Liebste, wir haben doch noch gar nicht gespielt!”

“Trotzdem habe ich dich mehr lieb!”
“Das werden wir sehen! Los, spiel!”

[Wir nehmen unsere Hände nach oben, zählen bis Drei und spielen dann Schnick-Schnack-Schnuck. Ergebnis: die Liebste zeigt eine Schere, ich einen Brunnen.]

“Was soll das denn sein??”
“Das ist der Brunnen. Brunnen gewinnt. Schere fällt in Brunnen.”

“Du hast vorher aber nicht gesagt, dass Brunnen dabei sein darf!”
“Herrje, sei doch nicht so kleinlich!”

“Ich habe dich mehr lieb.”
“Hast du nicht!”

Blödmann!”
“Pff! Nur, weil du nicht verlieren kannst!”

“Du kannst mich mal!”
“Jetzt gleich oder später?”

“Ich hab dich aber mehr lieb!”
“Nein, ich dich!!”

“Dann habe ich dich eben gar nicht mehr lieb.”
“Und wieso das jetzt?”

“Weil ich es zuerst gesagt habe! Gewonnen!”

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Eigentlich will ich den behalten!

10. Dezember 2007, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Eigentlich will ich den behalten! (photocase.de © A.P.)Meine Liebste und ich sitzen im Wohnzimmer, hören ein wenig Musik und lesen dabei.
Plötzlich klingelt das Telefon und die Nummer im Display verrät: es ist eine Kollegin von meiner Liebsten.
Das Gespräch zwischen den beiden beginnt.

“Anne, Hallöchen! Na, alles gut?”
“Ja, wir machen auch nichts.”
“Ach ja?”
“Wieso warst du denn bei ihm?”
“Natürlich kenne ich den!”
“Ich habe mich schon oft mit dem getroffen.”

[Es ist nicht so, dass ich immer den Gesprächen der Liebsten lausche; aber weghören tue ich auch nicht... Vor allem jetzt nicht mehr!]

“Ist der nicht schnuckelig?”
“Ja, aber das mag er nicht.”
“Na ich muss es doch wohl wissen!”
“Hm… So ein halbes Jahr vielleicht schon?”

[Ein halbes Jahr schon? Wer? Wie? Was? Ich verstehe nur Bahnhof.]

“Stell dir vor, der ist nebenbei auch noch Aerobic-Trainer!”
“Doch, das stimmt, sieht man ihm doch auch an!”
“Das frage ich mich auch, aber der ist ja auch schnuckelig…”
“Und der lächelt immer so schön, wenn wir uns treffen.”
“Nee, ich mache kein Aerobic.”

“Ähm, Schatz? Von wem redet ihr denn da?”

“Kennst du nicht, Schatz.”
“Was? Nein Anne, mein Freund hat nur was gefragt.”
“Aber ich überlasse dir den nicht einfach so…”
“So? Nee, nee!”
“Eigentlich will ich den aber behalten!”

“Ähm, Liebste? Wen willst du behalten??”

“Schatz, das erkläre ich dir später, jetzt…”
“Anne, nein, war bloß wieder mein Freund.”
“Nee, der hat nichts damit zu tun, der macht was anderes.”
“Nee, ist er auch nicht.”
“Oder? Schatz, machst du auch Aerobic?”

“Nein, aber sag mal…”

“Nee Anne, macht er nicht. Naja.”
“Und weißt du was, mir war mein Autoschlüssel runter gefallen…”
“Was?? Dir auch??”
“Ja, der ist echt nett, mir hat er ihn sogar noch sauber gemacht!”
“Ich weiß nicht, vielleicht nächsten Donnerstag?”
“Ich mache dann auch Schluss bei ihm.”

[Wie bitte?? Die Liebste wird doch nicht, ich meine, sie hat doch nicht...]

“Aber sei nett zu ihm, Anne.”
“Was soll das heißen, so nett wie ich??”
“Kannst ja auch Aerobic mit ihm machen, haha!”
“Und grüß ihn dann auf jedenfall von mir!”
“Na klar wird der sich an mich erinnern.”
“Tschüß Anne! Ja, ich grüße ihn. Tschüß!”

“Schöne Grüße von Anne soll ich sagen.”
“Bist du jetzt fertig, ja??”

“Ja, wieso?”
“Sag mal, was war denn das jetzt??”

“Wieso? Was war denn?”
“Donnerstag?”

“Donnerstag was?”
“Ins Aerobic-Schnuckelland??”

“Ach so, du meinst Jörn.”
“JÖRN??”

“Ja, Jörn heißt der, ich vergesse immer seinen Nachnamen…”
“Wer zum Teufel ist JÖRN??”

“Ach, das ist nur ein Kunde von Anne und mir.”
“Aber…”

“Und stell dir vor, der macht auch Aerobic!”

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Ohne Ton

3. Dezember 2007, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Ohne Ton (photocase.de © Franzis Fotos)Meine Liebste und ich verbringen den Sonntag auf dem Sofa; draußen regnet es und außerdem haben wir ohnehin nichts besseres vor. Auf dem Fernseher flimmert gerade noch der Abspann des dritten Teils von Shrek, dem freundlichen Oger.

“Die ersten beiden Teile fand ich besser.”
“Ja Süße, da hast du recht.”

“Obwohl Shrek schon lustig ist.”
“Shrek ist klasse, aber die ersten waren…”

“Wieso hast du diesen Film eigentlich auf DVD?”
“Weil… Weil es den nicht als Daumenkino gibt.”

“Gibt es denn Filme als Daumenkino??”
“Schatz, das war ein…”

“Das fände ich super.”
“Was! Ein Film als Daumenkino??”

“Klar! Da könnte man schön abends im Bett noch…”
“Nee, iss klar! Und der Ton?”

“Ein gutes Daumenkino kommt ohne Ton aus.”
“Ja… Ob es dich wohl auch als Daumenkino-Version gibt?”

“Mich?? Wieso??”
“Nur so, ich meine… Ein Liebste-Daumenkino wäre doch toll?”

“Ach du meinst, weil dann kein Ton dabei ist??”
“Bei einem guten Daumenkino braucht man doch keinen Ton?”

“Das könnte dir so passen! Mich einfach nur durchblättern!”
“Nunja, also…”

“Da passe ich ja gar nicht rein.”
“Wo rein! In das Daumenkino?”

“Ja.”
“Wir können doch großes Papier nehmen?”

“Weil ich so breit bin, oder warum!?”
“Nein, nicht weil…”

Blödmann!”
“Du als Daumenkino, da bräuchte man ja 500 Bände.”

“Was soll denn das jetzt wieder heißen!”
“Naja, weil du so VIELSEITIG bist.”

“Ist das jetzt ein Kompliment?”
“Natürlich.”

“Verstehe ich nicht.”
“Ich sage, dass du vielseitig bist, und das verstehst du nicht??”

“Wieso bin ich vielseitig? Was mache ich denn??”
“Mit dir kann man eben alles unternehmen und machen.”

“Ach! Und das ist jetzt ein Kompliment??”
“Nicht?”

“Du meinst also, mit mir könne man alles machen?”
“Naja, ich meine, dass du…”

“Mit mir kann man NICHT alles machen! Vor allem du nicht!”
“Schatz, das hast du jetzt völlig falsch…”

“Ich bin doch kein Püppchen, das man beliebig…”
“So meinte ich das doch auch gar nicht!”

“Ach! Und wie dann??”
“Naja, dass du eben, wie sage ich es am besten…”

“Am besten wäre es, du sagst gar nichts!”
“Aber ich wollte doch nur…”

“Und klein und übersichtlich wäre das auch.”
“Klein und übersichtlich? Wer? Ich??”

“Einmal durch und man weiß das Wichtigste schon.”
“Wie? Was??”

“Du ohne Ton als Blödmanns-Daumenkino!”

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Ich sehe was, was du nicht siehst

26. November 2007, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Ich sehe was, was du nicht siehst (photocase.de © DeeWysioN)Meine Liebste und ich sind in einem kleinen Kiosk um die Ecke, um die heutige Tageszeitung zu kaufen. Während ich noch durch den Rest des Zeitschriftenregals stöbere, kramt meine Liebste in ihrer Handtasche rum, während sie bereits an der Kasse steht.

“Schatz?”
“Ja Liebste?”

“Komm doch mal.”
“Gleich, ich wollte hier nur noch kurz…”

“Nee, jetzt, komm doch mal jetzt!”
“Was ist denn??”

“Bevor ich bezahle, hier, schon gesehen?”
“Können wir die Zeitung nicht auch gleich lesen, ich meine…”

“Ich meine doch nicht die Zeitung! Hier, siehste?”
“Ich sehe nichts.”

“Boah du bist so blind!”
“Kannst du es denn nicht einfach sagen!?”

“Klar, aber ich will doch erst sehen, ob wir das gleiche denken.”
“Und? Ergebnis?”

“Wir denken wohl nicht das gleiche…”
“Ja, sieht so aus. Und was willst du mir nun zeigen?”

“Du könntest dir aber auch mal etwas Mühe geben.”
“Bei was denn??”

“Na zu entdecken, was ich wohl gemeint habe!”
“Liebste, DAS habe ich schon vor Jahren aufgegeben!”

“Wie meinst du das?”
“Es ist unmöglich, die Gedankengänge einer Frau zu verstehen.”

“Gar nicht!”
“Und zu raten, was du wohl denkst, ist ebenfalls unmöglich.”

“Aber versuchen könntest du es ja wohl!”
“Schatz, das wird nur wieder in einer Katastrophe enden…”

“Los! Ich sehe was, was du nicht siehst, das ist blau.”
“Das Feuerzeug da an der Kasse.”

“Nein.”
“Ähm, die Kaugummis.”

“Nein…”
“Die… Zigaretten.”

“Nein!”
“Was denn??”

“Dass die dir nicht ins Gesicht springen!”
“WAS??”

“Na die Rubbellose!”
“Wie bitte?”

“Hier, da gibt es Rubbellose!”
“Na und?? Das war jetzt das ganze Geheimnis? Ein Rubbellos??”

“Das obere da, das ist aber nicht IRGENDEIN Rubbellos.”
“Nicht? Sondern?”

“DAS ist das Gewinnerlos!”
“Genau das da?”

“Ja!”
“Liebste, ähm… Steht das da drauf, oder woher…”

“Schatz, es liegt da und ich weiß genau, DAS ist mein Glückslos!”
“Aha… Weibliche Intuition, ja?”

“Nein, es ist Schicksal!”
“Und warum kaufst du es dann nicht??”

“Na das bringt doch Pech, DU musst das für mich kaufen!”
“Ach so? Sonst bringt es kein Glück, oder was?”

“Genau!”
“Welches Los jetzt genau? Das da links?”

“Ja, das ist mein Glückslos!”
“Na schön… Ich meine, ein Euro ist ja jetzt auch nicht…”

“Ach Schatz, bezahlst du dann die Zeitung gleich mit?”
“Ja, kann ich machen…”

“Nimmst du dann bitte gleich zwei Rubbellose?”
“Wozu? Ich meine, du gewinnst doch eh mit deinem Glückslos?”

“Ja sicher, das weiß ich doch!”
“Schön Schatz, ja… Und wofür dann noch das zweite?”

“Na wofür schon! Für dich!”
“Ich kriege auch 100.000 Euro?”

“Nein, du gewinnst sowieso nicht.”
“Ah, so, ja… Und wofür dann das Los?”

“Damit du nicht schmollst, wenn ich gleich gewinne.”
“Wie bitte?? Also hör mal, ich…”

“Außerdem hattest du ja schon ein Mal den Hauptgewinn!”
“Ich?? Und was soll ich da bitteschön gewonnen haben??”

“Na mich!”

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Aber nur eine Runde

5. November 2007, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Aber nur eine Runde (photocase.de © alex-)Meine Liebste und ich schlendern während unseres Urlaubes abends durch die Außenanlage unseres Hotels und tratschen, als wir plötzlich um die Ecke einen Fußball-Kickertisch entdecken. Die genauere Betrachtung offenbart, dass sogar noch ein Ball auf dem Spielfeld liegt. Was für ein Zufall!

“Kannst du kickern, Schatz?”
“Naja, was heißt können… Ich habe schon gekickert, Liebste.”

“Ich kann das nicht.”
“Nicht?”

“Nein, ich weiß nie, welche Stangen ich da nehmen soll.”
“Wollen wir mal spielen?”

“Nee.”
“Wieso nicht? Wir sind doch da beide keine Profis?”

“Na schön, aber nur eine Runde.”
“Gut! Du darfst auch anfangen.”

“Anfangen? Womit?”
“Na den Ball einwerfen.”

“Gibst du mir einen Vorsprung?”
“Das fängt ja schon wieder gut an!”

“Bitte, bitte!”
“Na schön, es steht also jetzt bereits 2:0 für dich.”

“Und langsam, ja?”
“Vielleicht fangen wir einfach mal an?”

“Na gut.”

[Meine Liebste drückt vorsichtig den Ball in das Einwurfloch und er purzelt mit diesem typischen hölzernen Geräusch vor die Füße der kleinen Männchen in Weiß und Orange.
Die Liebste dreht zweimal wild an den Stangen und kickt nach nicht einmal drei Sekunden den Ball in mein Tor.]

“Tor! Tor!”
“Das gibt´s ja wohl nicht! Anfängerglück…”

“Darf ich jetzt noch einmal?”
“Einwerfen ja, Tor machen nein.”

[Erneut bringt die Liebste den Ball ins Spiel und dieses Mal gehen einige Wechsel hin und her, bevor ich dummerweise mit meinem Torwart ein Eigentor fabriziere, anstatt einen eleganten Abstoß hinzulegen.]

“Haha! Das hast du dir schön selber eingebrockt!”
“Mist…”

“Es steht 4:0!”
“Eigentlich ja erst 2:0…”

“Jetzt sei kein schlechter Verlierer!”
“Also erstens habe ich noch gar nicht verloren und zweitens…”

“Jaja, hier, du darfst auch mal einwerfen.”
“Danke Schatz…”

“Aber nicht so doll!”
“Na hör mal, du hast ja wohl einen respektablen Vorsprung!”

“Trotzdem. Ich hab ja nur Glück gehabt, verstehste?”

[Ich schaue meine Liebste ein wenig misstrauisch an, zögere einen Moment und lasse dann den Ball auf das Spielfeld kullern.
Was soll ich sagen: keine Minute später steht es bereits 5:0, kurz darauf 6:0 um dann über das 7:0 zu 8:0 zu gelangen.
Ich gebe zu, ich werde nervös...]

“Habe ich ein Glück heute!”
“Sag mal, kann es sein, dass du bei deinen Kicker-Fähigkeiten etwas untertrieben hast??”

“Nö, wieso?”
“Weil das doch hier nicht mit rechten Dingen zugeht!”

“Wieso? ich spiele doch nur?”
“Du spielst nicht, du vernichtest mich!”

“Soll ich dir auch zwei Punkte schenken?”
“Nein!”

“Würde ich aber machen, wenn du möchtest?”
“Nein danke, da verliere ich lieber!”

“Soll ich dich gewinnen lassen?”
“Untersteh dich! Es ist wie beim Bowling, da hast du auch gesagt, dass…”

“Beim Bowling hatte ich nur Glück.”
“Ach so?? Du hast alle weggeputzt und vor uns Freudentänze aufgeführt!”

“Ich habe nur getanzt, weil ihr so deprimierte Gesichter hattet.”
“Sehr nett…”

“So wie du jetzt auch, soll ich ein bisschen für dich tanzen hier?”
“Nein, bitte nicht das auch noch…”

“Doch, das hilft, pass auf…”

[Meine Liebste kommt um den Kicker-Tisch herum und fängt an die Sommerhit-Melodie von "Vayamos Companeros" zu pfeifen, während sie dabei in schlangenförmigen Bewegungen die Arme kreisen lässt und sich wie der Mond um die Erde um mich herumdreht.
Das entlockt meinem vom Kicker-Spiel etwas gestresstem Gesicht unweigerlich ein Lächeln und bevor ich überhaupt irgendwas dazu sagen kann, kommt - natürlich - genau in diesem Moment eine Gruppe anderer Gäste um die Ecke und bleibt erstaunt stehen.]

“Hallo, guten Abend! Ich tanze hier!”
“Schatz… Das sind Engländer…”

“Oh, I dance here because my friend has no balls!”

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Was ist, wenn…?

24. September 2007, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Was ist, wenn...? (photocase.de © Dragon30)Meine Liebste und ich sitzen auf einer kleinen Parkbank an der Weser entlang dem Osterdeich.
Wir sind schon seit einer Stunde unterwegs, obwohl wir eigentlich nur mal kurz Luft schnappen wollten.
Aber irgendwie haben wir uns beim Laufen wohl verquatscht. Pause!

“Man sollte viel öfter spazieren gehen…”
“Ja, das stimmt, Süße.”

“Das ist so schön hier…”
“Ja. Ich bin froh, dass wir in dieser Ecke wohnen.”

“Wir könnten überall wohnen, Schatz.”
“Wie meinst du das?”

“Es ist überall schön, wenn du nur bei mir bist.”
“Oh, ach so, danke Liebste!”

“Danke??”
“Ja, das hast du sehr schön gesagt.”

“Und da sagst du danke??”
“Ähm… Nicht?”

“Naja, ich hätte da eigentlich was anderes erwartet!”
“Ähm… Ja, das… Also mit dir, da…”

“Jetzt brauchst du gar nichts mehr sagen!”
“Aber ich…”

“Früher hast du von allein romantische Sachen zu mir gesagt!”
“Und heute nicht mehr??”

“Nein. Also fast nein. Selten. Also fast nie.”
“Hast du mich lieb, Schatz?”

“Wieso fragst du mich das jetzt??”
“Ja, weil…”

“Das fragst du mich doch sonst nie??”
“Na und? Jetzt frage ich dich aber.”

“Normalerweise frage ich dich das immer!”
“Und ich darf das nicht, oder was?”

“Doch, aber es ist ungewöhnlich.”
“Also hast du mich nun lieb?”

“Was ist, wenn ich jetzt Nein sage?”
“Du wirst ja wohl nicht Nein sagen!”

“Und wenn?”
“Tja, keine Ahnung, also…”

“Weil du davon ausgehst, dass ich Ja sage!”
“Ja soll ich denn nicht??”

“Nein!”
“Du hast mich nicht lieb?”

“Doch. Natürlich habe ich dich lieb.”
“Du hast aber eben Nein gesagt!”

“Ich meinte, dass du dir da nicht so sicher sein solltest!”
“Und warum nicht?? Ich meine, das ist doch gerade das Schöne!”

“Für dich ist das nicht schön, sondern nur bequem.”
“Ist es nicht!”

“Es sieht aber so aus.”
“Dafür gebe ich dir doch aber gar keinen Anlass!”

“Wann hast du mich das letzte Mal gefragt, ob ich dich lieb habe!”
“Vor zwei Minuten??”

“Nein, ich meine so in echt.”
“In echt?? War das eben nicht echt??”

“Nein.”
“Ach! Und wann ist es echt?”

“Wenn ich nicht damit rechne zum Beispiel.”
“Ach so! Ja klar! Toll!”

“Sag doch mal was, womit ich nicht rechne.”
“Gerne! Du schuldest mir noch 20 Euro.”

“Was?? Wofür??”
“Ich habe vor einer Woche deine Sachen aus der Reinigung geholt.”

“Und das hat 20 Euro gekostet?”
“Da bist du überrascht, was!?”

“Ja, bin ich!”
“Gut, dann gib mir 20 Euro.”

“Jetzt?? Gleich hier??”
“Du wolltest eine Überraschung, hier hast du sie.”

“Aber doch nicht so eine!”
“Schön, dann was anderes: hast du mich lieb?”

“Nein!”

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Eben ja, jetzt nein!

20. September 2007, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Eben ja, jetzt nein! (photocase.de © diesas)Meine Liebste und ich sitzen gemütlich im Wohnzimmer und lesen. Während die Liebste die neuesten Sonderangebote im Bremer Anzeiger studiert, widme ich mich der letzten Seite der Fernsehzeitung, die ein Interview mit Roeland Wiesnekker zu bieten hat. Nunja…

“Du Schatz?”
“Ja Süße?”

“Bei Marktkauf gibt es Lollo Rosso Salat für 49 Cent.”
“Tatsächlich? Mann, DAS hätte ich FAST verpasst…”

“Das ist echt günstig, denke ich…”
“Schön… Dann kauf doch einen. Oder gleich zwei.”

“Ich mag doch gar keinen Lollo Rosso!”
“Aber ich.”

“Aber ich nicht.”
“Aber ich.”

“Um dich geht es doch hier jetzt gar nicht!”
“Ach! Und um wen geht es?”

“Um mich natürlich.”
“Wieso um dich?”

“Weil ich die Anzeige hier gesehen habe.”
“Na und?”

“Und ich habe gesagt, dass der Lollo Rosso 49 Cent kostet.”
“Ja, aber du sagtest auch, dass du Lollo Rosso gar nicht magst?”

“Richtig, mag ich nicht.”
“Aber ich.”

“Aber ich nicht!”
“Schatz, ich glaube, wir drehen uns irgendwie im Kreis…”

“Das hast du doch aber angefangen!”
“Wieso! Ich habe doch nur gesagt, dass ich Lollo Rosso mag?”

“Aber ich eben nicht!”
“Ja, das weiß ich jetzt mittlerweile…”

“Wir essen doch nie Lollo Rosso!? Du doch auch nicht?”
“Können wir jetzt mit dieser sinnlosen Diskussion aufhören, bitte??”

“Typisch! Wenn du nicht mehr weiter weißt, dann …!”
“Wegen solcher Kleinigkeiten? Warum bist du denn jetzt so gereizt??”

“Es geht hier jetzt nicht um mich!”
“Aber eben ging es doch noch um dich? Oder?”

“Eben ja, jetzt nein!”
“Aha, verstehe…”

“Du nimmst mich überhaupt gar nicht ernst!”
“Liebste, was hast du denn plötzlich??”

“Das regt mich einfach auf!”
“Sag mal, worüber streiten wir denn jetzt eigentlich?”

“Über… Weil du… Mann!”
“Was!”

“Ich habe es vergessen!”
“Soll ich dir auf die Sprünge helfen?”

“Nein!”
“Es ging um Salat.”

“DAS weiß ich auch selber!”
“Ging es denn nicht darum?”

“Nein!”
“Sondern?”

“Es fällt mir gleich wieder ein…”
“Zeig mal die Werbung vom Marktkauf, ja?”

“Hier. Und was willst du jetzt damit?”
“Hör mal, hier gibt es auch Freizeitsocken! Für 3,99 EUR!”

“Na und??”
“Ich meine ja nur…”

“Dann kannst du die ja essen!”

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Nun halt mal die Luft an!

9. August 2007, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Nun halt mal die Luft an!Meine Liebste und ich sitzen im Wohnzimmer auf unseren Sofas und unterhalten uns über dies und das. Die Liebste berichtet gerade von der Schwierigkeit, für ihre beste Freundin ein passendes Geburtstagsgeschenk zu finden; und wenn es für sie schon schwierig ist:
für mich ist es dann völlig unmöglich.

“Vielleicht einen Sushi-Kochkurs?”
“Nein Süße, roher Fisch ist sicherlich nicht ihr Ding…”

“Nicht?”
“Nein.”

“Weißt du nicht noch was?”
“Alles, was ich bis jetzt vorgeschlagen habe, passt dir ja nicht!”

“Kein Wunder, du hast braune Autositzfelle vorgeschlagen!”
“Na und? Die hat sie doch noch nicht?”

“Die kriegt sie auch nicht!”
“War ja auch nur ein Witz…”

“HICK!”

[Der Schluckauf (lat. Singultus = Schluchzen, Röcheln) ist eine reflektorische Einatmungsbewegung (Kontraktion) des Zwerchfells, wobei die Einatmung durch plötzlichen Stimmlippenverschluss unterbrochen wird. Dadurch entsteht ein deutliches Geräusch.
Taja: die Liebste hat wohl einen Schluckauf!]

“Mist! Was soll das denn??”
“Man nennt es Schluckauf.”

“Oh nein!”
“Geht ja gleich vorbei.”

“HICK!”
“Und noch einer!”

“Das ist nicht witzig, ich hasse Schluckauf!”
“Da befindest du dich sicher in großer Gesellschaft.”

“Wieso habe ich denn jetzt Schluckauf!?”
“Weil du dich immer so aufregst über alles, wahrscheinlich deswegen.”

“Davon kriegt man das??”
“Bestimmt…”

“HICK!”
“Haha!”

“Da soll man die Luft anhalten, oder?”
“Ja. Probiers doch mal .”

[Ich lache meine Liebste nie aus, aber im Augenblick amüsiere ich mich köstlich. Nicht nur, dass sie die Luft anhält, sondern sie klemmt sich auch mit zwei Fingern die Nase zu, hat ihre Wangen aufgepustet und sieht so aus, als würde sie jeden Moment in ein Schwimmbecken springen!]

“HICK!”
“Funktioniert wohl nicht, was?”

“Neee, und so was fällt dir auf, aber sonst nie was!”
“Bitte? Wie meinst du denn das??”

“Was war denn neulich, als ich mir die neue Hose gekauft hab?”
“Ja was war denn da??”

“Das hast du nicht gemerkt!”
“Konnte ich ja wohl auch nicht, die sieht aus wie alle anderen!”

“Sieht sie gar nicht! – HICK!”
“Schatz, reg dich nicht so auf, sonst geht das nie weg!”

“Was kann man denn noch machen außer Luft anhalten?”
“Auf den Kopf stellen und Wasser trinken, glaube ich.”

“Ich kann mich doch nicht auf den Kopf stellen!”
“Du stellt doch sonst auch alles auf den Kopf!”

“Mag sein, aber nicht mich selbst!”
“Einen Versuch ist es wert, ich hole dir das Wasser, ja?”

“Gibts nicht noch was anderes?”
“Hm…”

“Ich probiere mal Knie anziehen und singen.”
“Was bitte?? Was soll denn das bringen?”

“Weiß ich nicht, aber vielleicht geht das ja?”

[Meine Liebste arrangiert sich auf dem Sofa, zieht ihre Knie an sich heran und verharrt einen Moment lang, ohne dass etwas passiert...]

“Tja…”
“Was? Was ist?”

“Was singe ich denn jetzt mal?”
“Nichts, und vor allem nicht dein Schlümpfe-Lied.”

“Oh doch! Das ist gut! Das kann ich!”
“Hätte ich bloß…”

“Sagt mal wo kommt ihr denn her… HICK!”
“Hätte mich auch gewundert…”

“MANN!!”
“Ignoriere das doch einfach, das geht von ganz allein wieder weg!”

“Es gibt Leute, die haben jahrelang Schluckauf, wusstest du das?”
“Nö.”

“Und wenn ich jetzt jahrelang Schluckauf hätte?”
“Was wenn?? Wie meinst du das?”

“Na was würdest du dann machen?”
“Wieso ich?”

“Würde dich das nicht stören?”
“Natürlich würde mich das stören, aber dich wohl mehr.”

“Also würdest du mich verlassen?”
“Hm…”

“DA MUSST DU ÜBERLEGEN?? BLÖDMANN! - HICK!”
“Pflaster.”

“Was für ein Pflaster!”
“Ein Pflaster hilft.”

“Und was soll ich damit machen??”
“Über den Mund kleben.”

“Das hilft ja gar nicht, das hast du dir ausgedacht!”
“Nicht gegen Schluckauf, aber es würde meinen baldigen Nervenzusammenbruch verzögern…”

“Stell dich nicht so an, ICH bin ja schließlich krank hier.”
“Schluckauf haben ist doch nicht krank!”

“Aber auch nicht normal.”
“Nun gut, soll ich einen Notarzt rufen?”

“Du findest das hier alles ganz lustig, oder??”
“Naja, also, ich…”

“Wehe, wenn du mal was hast, dann kannst du lange warten!”
“Worauf denn?”

“Dass ich dir mit irgendwas helfe!”
“Du brauchst mir gar nicht helfen, wenn ich krank bin.”

“Ach nee! Aber ein Eis durfte ich dir immer mitbringen!”
“Moment! Du hast dir selber eins geholt und da kann ich ja wohl…”

“Immer drehst du dir alles so hin, wie es dir gerade passt!”
“Worüber streiten wir denn jetzt eigentlich??”

“Darüber, dass du mir nie hilfst, wenn ich dich mal brauche!”
“Und wobei genau brauchst du jetzt Hilfe??”

“Bei meinem Schluckauf.”
“Ist doch weg, oder?”

“Hm… Stimmt! Eins, zwei… Eins, zwei…”
“Was machst du da?”

“Ich zähle.”
“Und wofür?”

“Um zu testen, ob er wirklich weg ist. Eins, zwei… Eins, zwei…”
“Aha… Und das nur, weil ich dich so schön abgelenkt habe.”

“Abgelenkt?”
“Natürlich!”

“Soll das heißen, dass du absichtlich so doof warst?”
“Ich war also doof??”

“Du hast hier gar nichts extra gemacht und sagst das jetzt nur!”
“Wie dem auch sei. Dein Schluckauf ist weg.”

“Muss ich mir merken das mit dem Knie anziehen und singen.”
“Als wenn das was gebracht hätte!”

“Hast du doch selbst gesehen?? Du gönnst mir aber auch nichts!”
“Jetzt bleib mal ganz locker, sonst…”

“Sonst? Hat Mister Oberschlau mal wieder einen Rat für Blödie??”
“Ich meine ja nur, wenn du…”

“HICK!”

Kopfschüttel…

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Was so passiert und alles

1. August 2007, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Was so passiert und alles (photocase.de © pakalou)Meine Liebste und ich arbeiten. Tagsüber. Jeder für sich. Die Liebste macht ihren und ich mache meinen Job.
Das an sich ist nicht ungewöhnlich; so läuft es schließlich jeden Tag. Da klingelt mein Handy.

“Schatz? Hallo?”
“Ja, ich bin hier, Süße.”

“Störe ich dich gerade?”
“Nein, im Augenblick nicht.”

“Ich versuche schon die ganze Zeit, dich anzurufen!”
“Ja, habe ich gesehen.”

“Das hast du gesehen??”
“Ja. Drei Anrufe in Abwesenheit.”

“Und warum rufst du dann nicht zurück??”
“Wollte ich ja, aber ich komme jetzt gerade erst aus…”

“Wieder mal ein Meeting?”
“Ja, genau.”

“Ihr macht aber viele Meetings.”
“Och, naja…”

“Und worüber habt ihr gesprochen?”
“Dies und jenes, sag mal, was willst du denn??”

“Nichts, wieso?”
“Na weil du schon so oft angerufen hast!?”

“Ich dachte, du hörst dein Handy wieder mal nicht.”
“Wie bitte??”

“Ja weil du das doch so oft in deiner Tasche vergisst.”
“Na schön, und was willst du nun?”

“Nichts, nur mal so!”
“Nur mal so was??”

“Nur mal mit dir reden. Was so passiert und alles.”
“Schatz, also dafür habe ich jetzt wirklich keine…”

“Nun erzähl doch mal, was machst du denn gleich?”
“Ich wollte eigentlich telefonieren.”

“Tust du doch!”
“Ja schon, aber nicht mit dir.”

“Du willst nicht mit mir telefonieren?”
“Doch, aber nicht jetzt. Ich wollte eigentlich…”

“Mit wem denn?”
“Schatz! Kennst du sowieso nicht und…”

“Ist das ein Kunde von dir?”
“Es soll mal einer werden, ja.”

“Und was will der bei dir kaufen?”
“Nichts… Schatz, sag mal, hast du vielleicht Langeweile??”

“Ja. Schon ganz lange. Ich muss noch 150 Kilometer fahren.”
“Schön, aber ich nicht!”

“Du fährst ja auch nie.”
“Nein, ich meine, ich habe KEINE Langeweile!”

“Ich aber.”
“Und was soll ich da jetzt machen?”

“Mir was erzählen.”
“Was denn??”

“Was schönes!”
“Schatz!”

“Ja?”
“Ich lege jetzt auf und du hörst einfach Radio oder so.”

“Nein, nicht auflegen!”
“Doch, wir sehen uns heute Abend.”

“Wenn du jetzt auflegst, dann rufe ich nie wieder an!”
“Versprochen??”

Blödmann!”
“Selber!”

“Wenn du auflegst, rufe ich in eurer Zentrale an.”
“Das tust du nicht!”

“Doch! Dann lasse ich mich zu dir verbinden.”
“Untersteh dich!”

“Dann sage ich, dass ich bei dir was kaufen will.”
“Pff, das traust du dich nicht.

“Wetten? Ich mach das!?”
“Dann mach doch!”

“Dann musst du mit mir telefonieren, wenn ich was kaufen will!”
“Bitte! Bitte! Dann musst du aber auch kaufen.”

“Was kostet das denn?”
“Was willst du denn haben??”

“Einen Kuss.”
“Da muss ich erst einmal ein Angebot kalkulieren.”

“Bei dir kann man Küsse kaufen??”
“Service wird bei uns groß geschrieben.”

“Und wenn da eine Frau bei dir anruft, die du gar nicht kennst??”
“Das wird dann deutlich teurer.”

“Du spinnst wohl! Du kannst doch keine Küsse verkaufen!”
“Wieso nicht??”

“Weil nur ich dich küssen darf!”
“Ich weiß. Küsse werden hier auch nur vom Praktikanten erledigt.”

“Ach so?”
“Was dachtest du denn! Meine Küsse sind unbezahlbar!”

“Ich habe aber nur zwanzig Euro…”
“Zwanzig Euro? Na gut, da will ich mal eine Ausnahme machen.”

“Nee, verbinde mich lieber mal!”

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Wie bei einer Maus…

14. Februar 2008, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Wie bei einer Maus... (photocase.de © hui-buh)Meine Liebste und ich sitzen zu später Stunde im Wohnzimmer und beschließen, nun doch langsam mal zu Bett zu gehen.
Doch da entdecke ich in der Fernsehzeitung noch einen alten Klassiker, ein Highlight, ein Special. Startzeit: jetzt!
OK, den genehmige ich mir noch…

“Was machst du da, Schatz?”
“Ich glaube, ich schaue mir noch den Film hier an, Süße.”

“Jetzt?? Ich dachte, wir wollten schlafen gehen?”
“Ja, aber da habe ich jetzt irgendwie noch Lust drauf.”

“Was läuft denn? Was Gutes?”
“Nichts für dich.”

“Was denn?”
“Rambo II mit Sylvester Stallone.”

“Rambo?? Sowas guckst du dir an??”
“Der Film ist Kult, 80er Jahre! Du kannst ja schon rüber gehen.”

[Der Filmvorspann ist durch und es geht los; Colonel Trautman besucht seinen Schützling Rambo im Arbeitslager und bietet ihm einen superwichtigen Spezialauftrag an. Natürlich kommt nur ein einziger Mann in ganz Amerika dafür in Frage!]

“Ist das Rambo?”
“Schatz! Das ist Trautman, Rambo ist der andere, das sieht man doch!”

“Trautman? Ist der Arzt?”
“Arzt?? Wieso denn Arzt??”

“Der hat gesagt, er wolle eine Operation in Südostasien machen.”
“Das ist doch jetzt wohl nicht dein ernst!”

“Wieso?”
“Der ist vom Militär, es geht um eine militärische Geheimoperation!”

“Ach so…”
“Ja, ach so!”

“Wieso guckst du denn sowas? So ein Gemetzel?”
“Schatz! Kennst du den Film eigentlich?”

“Nein.”
“Woher weißt du dann, ob, wo und wann da gemetzelt wird??”

“Da wird nicht gemetzelt?”
“Doch.”

“Sag ich doch! Rambo metzelt!”
“Quatsch! Der verteidigt sich nur! Und jetzt sei still, ja?”

[Auf dem Bildschirm geht es weiter... Zu sehen ist die höchst geheime Kommandozentrale, von der aus Rambos Spezialauftrag koordiniert und verfolgt werden soll. Und die Liebste setzt sich - zu meinem Entsetzen - wieder auf unser Sofa...]

“Ganz schön viel High-Tech! Das braucht der Rambo alles?”
“Sag mal, du willst mich doch verarschen, oder??”

“Wieso? Ich will doch nur wissen, ob der die Geräte alle braucht?”
“Eben nicht! Darum geht es ja, Rambo braucht das alles gar nicht!”

“Ich glaube aber schon, dass der die braucht.”
“Was?? Wieso das denn?”

“Ja guck dir doch mal an, wie der schon aussieht!”
“Und wie sieht Rambo aus, bitte?? Oder nee, sag es bitte nicht…”

“Dem seine Augen stehen so eng zusammen, wie bei einer Maus.”
“Ich brech zusammen…”

“Was ist denn jetzt schon wieder!”
“Du bist die ERSTE, die bei Rambo nur auf die Augen achtet!”

“Der sieht bestimmt gar nichts, der tut mir richtig leid…”
“Hör auf jetzt mit dem Unsinn!”

“Der braucht keine Computer, der braucht eine Brille!”
“Himmel! Nein, weißt du, der trägt Kontaktlinsen…”

“Ehrlich??”
“Liebste, wolltest du nicht ins Bett gehen!?”

“Schon, aber ich kann auch mit dir den Film da gucken.”
“Danke Schatz, ist wirklich nett, aber…”

“Du schaust dir ja auch immer meine Filme an…”
“Schön, ja, aber du kannst ruhig schon rüber gehen, danke.”

“Na gut, und du bist nicht böse?”
“Nein, nein, alles gut, geh nur…”

“OK.”
“Tschüss Süße, tschüss… Schlaf schön…”

“Du, der hat doch auch diesen Tanzfilm gemacht, richtig?”
“Wer! Sylvester Stallone?? Was denn für einen Tanzfilm!?”

“Da hat der so Stulpen an. Am Broadway, glaube ich.”
“So ein Unfug, jetzt lass das, ich kann mir das gar nicht mit anhören!”

“Ich bin mir aber ganz sicher!”
“QUATSCH!! Sieht der Mann aus, als würde er Stulpen tragen??”

“Ach, das war John Travolta, die beiden verwechsele ich immer…”
“Oh Gott, mein Blutdruck… Du meinst bestimmt Staying Alive…”

“Genau! Genau!”
“Deine Filmkenntnisse sind wirklich beeindruckend…”

“Lass uns doch mal Rocky ausleihen!”
“Was?? Rocky??”

“Ja, nicht?”
“Doch, aber…”

“Ich sehe John Travolta immer gern!”

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Ich hab dich mehr lieb

10. Januar 2008, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Ich hab dich mehr lieb (photocase.de © prokop)Meine Liebste und ich sitzen in der Küche und trinken Tee und Kaffee.
Dabei unterhalten wir uns über die verschiedensten Themen der zurückliegenden Tage und die Liebste freut sich, dass ich ihr heute vom Einkaufen eine neue Zahnbürste mitgebracht habe.
Auch kleine Dinge können Freude bereiten!

“Ich hab dich lieb, danke für die Zahnbürste.”
“Ich habe dich mehr lieb, meine Süße.”

“Nein, ich habe dich mehr lieb.”
“Nö, ich habe dich mehr lieb.”

“Du kannst mich gar nicht mehr lieb haben, als ich dich!”
“Ich habe es aber zuerst gesagt.”

“Ich habe dich mehr lieb!”
“Nein, ich dich!”

“Ich dich!”
“Ich dich!”

“Woher weiß man eigentlich, wer wen mehr lieb hat?”
“Wer es zuerst sagt, hat recht.”

“Dann habe ich es zuerst gesagt.”
“Hast du nicht!”

“Aber jetzt.”
“Aber vorhin nicht!”

“Aber wenn ich jetzt eben neu anfange?”
“Du kannst nicht einfach neu anfangen!”

“Warum denn nicht?? Ich hab dich mehr lieb.”
“Nein, ich!”

“Du bist doof!”
“Wieso bin ich doof??”

“Weil ich dich doch mehr lieb habe!”
“Woher willst du das denn wissen??”

“Das ist so, glaube mir.”
“Nein, ich habe dich mehr lieb.”

“Wieso ist dir das denn so wichtig??”
“Mir gar nicht, aber dir doch wohl!”

“Es stimmt ja auch.”
“Sagst du!”

“Ja.”
“Nein!”

“Na schön, dann habe ich dich eben nur ein bisschen mehr lieb.”
“Witzig, das wollte ich auch gerade sagen. Glückstreffer.”

“Das hat überhaupt nichts mit Glück zu tun!”
“Sondern?”

“Weil es so ist. Darum.”
“Ich glaube, wir drehen uns im Kreis, Schatz…”

“Und was sollen wir dann jetzt machen??”
“Wer als nächstes was sagt, hat gewonnen und…”

“Ich hab dich mehr lieb!”
“Mann, wir haben doch noch gar nicht angefangen!”

“Kann ich doch nichts dafür, wenn du das verschläfst.”
“Noch mal, auf Drei! Eins… Zwei…”

“Ich habe dich mehr lieb!”
“Nein, auf Drei wollten wir doch!”

“Ich habe doch auf Drei gewartet!”
“Aber ich hatte doch noch gar nicht Drei gesagt!”

“Eins, Zwei hast du gesagt und dann auf Drei!”
“Aber… Egal, spielen wir Schnick-Schnack-Schnuck.”

“Ich nehme den Stein.”
“Aber jetzt doch noch nicht!”

“Ach ja… Was hättest du denn genommen?”
“Ich hätte wohl Schere gewählt…”

“Dann habe ich ja gewonnen!”
“Aber Liebste, wir haben doch noch gar nicht gespielt!”

“Trotzdem habe ich dich mehr lieb!”
“Das werden wir sehen! Los, spiel!”

[Wir nehmen unsere Hände nach oben, zählen bis Drei und spielen dann Schnick-Schnack-Schnuck. Ergebnis: die Liebste zeigt eine Schere, ich einen Brunnen.]

“Was soll das denn sein??”
“Das ist der Brunnen. Brunnen gewinnt. Schere fällt in Brunnen.”

“Du hast vorher aber nicht gesagt, dass Brunnen dabei sein darf!”
“Herrje, sei doch nicht so kleinlich!”

“Ich habe dich mehr lieb.”
“Hast du nicht!”

Blödmann!”
“Pff! Nur, weil du nicht verlieren kannst!”

“Du kannst mich mal!”
“Jetzt gleich oder später?”

“Ich hab dich aber mehr lieb!”
“Nein, ich dich!!”

“Dann habe ich dich eben gar nicht mehr lieb.”
“Und wieso das jetzt?”

“Weil ich es zuerst gesagt habe! Gewonnen!”

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Eigentlich will ich den behalten!

10. Dezember 2007, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Eigentlich will ich den behalten! (photocase.de © A.P.)Meine Liebste und ich sitzen im Wohnzimmer, hören ein wenig Musik und lesen dabei.
Plötzlich klingelt das Telefon und die Nummer im Display verrät: es ist eine Kollegin von meiner Liebsten.
Das Gespräch zwischen den beiden beginnt.

“Anne, Hallöchen! Na, alles gut?”
“Ja, wir machen auch nichts.”
“Ach ja?”
“Wieso warst du denn bei ihm?”
“Natürlich kenne ich den!”
“Ich habe mich schon oft mit dem getroffen.”

[Es ist nicht so, dass ich immer den Gesprächen der Liebsten lausche; aber weghören tue ich auch nicht... Vor allem jetzt nicht mehr!]

“Ist der nicht schnuckelig?”
“Ja, aber das mag er nicht.”
“Na ich muss es doch wohl wissen!”
“Hm… So ein halbes Jahr vielleicht schon?”

[Ein halbes Jahr schon? Wer? Wie? Was? Ich verstehe nur Bahnhof.]

“Stell dir vor, der ist nebenbei auch noch Aerobic-Trainer!”
“Doch, das stimmt, sieht man ihm doch auch an!”
“Das frage ich mich auch, aber der ist ja auch schnuckelig…”
“Und der lächelt immer so schön, wenn wir uns treffen.”
“Nee, ich mache kein Aerobic.”

“Ähm, Schatz? Von wem redet ihr denn da?”

“Kennst du nicht, Schatz.”
“Was? Nein Anne, mein Freund hat nur was gefragt.”
“Aber ich überlasse dir den nicht einfach so…”
“So? Nee, nee!”
“Eigentlich will ich den aber behalten!”

“Ähm, Liebste? Wen willst du behalten??”

“Schatz, das erkläre ich dir später, jetzt…”
“Anne, nein, war bloß wieder mein Freund.”
“Nee, der hat nichts damit zu tun, der macht was anderes.”
“Nee, ist er auch nicht.”
“Oder? Schatz, machst du auch Aerobic?”

“Nein, aber sag mal…”

“Nee Anne, macht er nicht. Naja.”
“Und weißt du was, mir war mein Autoschlüssel runter gefallen…”
“Was?? Dir auch??”
“Ja, der ist echt nett, mir hat er ihn sogar noch sauber gemacht!”
“Ich weiß nicht, vielleicht nächsten Donnerstag?”
“Ich mache dann auch Schluss bei ihm.”

[Wie bitte?? Die Liebste wird doch nicht, ich meine, sie hat doch nicht...]

“Aber sei nett zu ihm, Anne.”
“Was soll das heißen, so nett wie ich??”
“Kannst ja auch Aerobic mit ihm machen, haha!”
“Und grüß ihn dann auf jedenfall von mir!”
“Na klar wird der sich an mich erinnern.”
“Tschüß Anne! Ja, ich grüße ihn. Tschüß!”

“Schöne Grüße von Anne soll ich sagen.”
“Bist du jetzt fertig, ja??”

“Ja, wieso?”
“Sag mal, was war denn das jetzt??”

“Wieso? Was war denn?”
“Donnerstag?”

“Donnerstag was?”
“Ins Aerobic-Schnuckelland??”

“Ach so, du meinst Jörn.”
“JÖRN??”

“Ja, Jörn heißt der, ich vergesse immer seinen Nachnamen…”
“Wer zum Teufel ist JÖRN??”

“Ach, das ist nur ein Kunde von Anne und mir.”
“Aber…”

“Und stell dir vor, der macht auch Aerobic!”

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Ohne Ton

3. Dezember 2007, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Ohne Ton (photocase.de © Franzis Fotos)Meine Liebste und ich verbringen den Sonntag auf dem Sofa; draußen regnet es und außerdem haben wir ohnehin nichts besseres vor. Auf dem Fernseher flimmert gerade noch der Abspann des dritten Teils von Shrek, dem freundlichen Oger.

“Die ersten beiden Teile fand ich besser.”
“Ja Süße, da hast du recht.”

“Obwohl Shrek schon lustig ist.”
“Shrek ist klasse, aber die ersten waren…”

“Wieso hast du diesen Film eigentlich auf DVD?”
“Weil… Weil es den nicht als Daumenkino gibt.”

“Gibt es denn Filme als Daumenkino??”
“Schatz, das war ein…”

“Das fände ich super.”
“Was! Ein Film als Daumenkino??”

“Klar! Da könnte man schön abends im Bett noch…”
“Nee, iss klar! Und der Ton?”

“Ein gutes Daumenkino kommt ohne Ton aus.”
“Ja… Ob es dich wohl auch als Daumenkino-Version gibt?”

“Mich?? Wieso??”
“Nur so, ich meine… Ein Liebste-Daumenkino wäre doch toll?”

“Ach du meinst, weil dann kein Ton dabei ist??”
“Bei einem guten Daumenkino braucht man doch keinen Ton?”

“Das könnte dir so passen! Mich einfach nur durchblättern!”
“Nunja, also…”

“Da passe ich ja gar nicht rein.”
“Wo rein! In das Daumenkino?”

“Ja.”
“Wir können doch großes Papier nehmen?”

“Weil ich so breit bin, oder warum!?”
“Nein, nicht weil…”

Blödmann!”
“Du als Daumenkino, da bräuchte man ja 500 Bände.”

“Was soll denn das jetzt wieder heißen!”
“Naja, weil du so VIELSEITIG bist.”

“Ist das jetzt ein Kompliment?”
“Natürlich.”

“Verstehe ich nicht.”
“Ich sage, dass du vielseitig bist, und das verstehst du nicht??”

“Wieso bin ich vielseitig? Was mache ich denn??”
“Mit dir kann man eben alles unternehmen und machen.”

“Ach! Und das ist jetzt ein Kompliment??”
“Nicht?”

“Du meinst also, mit mir könne man alles machen?”
“Naja, ich meine, dass du…”

“Mit mir kann man NICHT alles machen! Vor allem du nicht!”
“Schatz, das hast du jetzt völlig falsch…”

“Ich bin doch kein Püppchen, das man beliebig…”
“So meinte ich das doch auch gar nicht!”

“Ach! Und wie dann??”
“Naja, dass du eben, wie sage ich es am besten…”

“Am besten wäre es, du sagst gar nichts!”
“Aber ich wollte doch nur…”

“Und klein und übersichtlich wäre das auch.”
“Klein und übersichtlich? Wer? Ich??”

“Einmal durch und man weiß das Wichtigste schon.”
“Wie? Was??”

“Du ohne Ton als Blödmanns-Daumenkino!”

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Ich sehe was, was du nicht siehst

26. November 2007, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Ich sehe was, was du nicht siehst (photocase.de © DeeWysioN)Meine Liebste und ich sind in einem kleinen Kiosk um die Ecke, um die heutige Tageszeitung zu kaufen. Während ich noch durch den Rest des Zeitschriftenregals stöbere, kramt meine Liebste in ihrer Handtasche rum, während sie bereits an der Kasse steht.

“Schatz?”
“Ja Liebste?”

“Komm doch mal.”
“Gleich, ich wollte hier nur noch kurz…”

“Nee, jetzt, komm doch mal jetzt!”
“Was ist denn??”

“Bevor ich bezahle, hier, schon gesehen?”
“Können wir die Zeitung nicht auch gleich lesen, ich meine…”

“Ich meine doch nicht die Zeitung! Hier, siehste?”
“Ich sehe nichts.”

“Boah du bist so blind!”
“Kannst du es denn nicht einfach sagen!?”

“Klar, aber ich will doch erst sehen, ob wir das gleiche denken.”
“Und? Ergebnis?”

“Wir denken wohl nicht das gleiche…”
“Ja, sieht so aus. Und was willst du mir nun zeigen?”

“Du könntest dir aber auch mal etwas Mühe geben.”
“Bei was denn??”

“Na zu entdecken, was ich wohl gemeint habe!”
“Liebste, DAS habe ich schon vor Jahren aufgegeben!”

“Wie meinst du das?”
“Es ist unmöglich, die Gedankengänge einer Frau zu verstehen.”

“Gar nicht!”
“Und zu raten, was du wohl denkst, ist ebenfalls unmöglich.”

“Aber versuchen könntest du es ja wohl!”
“Schatz, das wird nur wieder in einer Katastrophe enden…”

“Los! Ich sehe was, was du nicht siehst, das ist blau.”
“Das Feuerzeug da an der Kasse.”

“Nein.”
“Ähm, die Kaugummis.”

“Nein…”
“Die… Zigaretten.”

“Nein!”
“Was denn??”

“Dass die dir nicht ins Gesicht springen!”
“WAS??”

“Na die Rubbellose!”
“Wie bitte?”

“Hier, da gibt es Rubbellose!”
“Na und?? Das war jetzt das ganze Geheimnis? Ein Rubbellos??”

“Das obere da, das ist aber nicht IRGENDEIN Rubbellos.”
“Nicht? Sondern?”

“DAS ist das Gewinnerlos!”
“Genau das da?”

“Ja!”
“Liebste, ähm… Steht das da drauf, oder woher…”

“Schatz, es liegt da und ich weiß genau, DAS ist mein Glückslos!”
“Aha… Weibliche Intuition, ja?”

“Nein, es ist Schicksal!”
“Und warum kaufst du es dann nicht??”

“Na das bringt doch Pech, DU musst das für mich kaufen!”
“Ach so? Sonst bringt es kein Glück, oder was?”

“Genau!”
“Welches Los jetzt genau? Das da links?”

“Ja, das ist mein Glückslos!”
“Na schön… Ich meine, ein Euro ist ja jetzt auch nicht…”

“Ach Schatz, bezahlst du dann die Zeitung gleich mit?”
“Ja, kann ich machen…”

“Nimmst du dann bitte gleich zwei Rubbellose?”
“Wozu? Ich meine, du gewinnst doch eh mit deinem Glückslos?”

“Ja sicher, das weiß ich doch!”
“Schön Schatz, ja… Und wofür dann noch das zweite?”

“Na wofür schon! Für dich!”
“Ich kriege auch 100.000 Euro?”

“Nein, du gewinnst sowieso nicht.”
“Ah, so, ja… Und wofür dann das Los?”

“Damit du nicht schmollst, wenn ich gleich gewinne.”
“Wie bitte?? Also hör mal, ich…”

“Außerdem hattest du ja schon ein Mal den Hauptgewinn!”
“Ich?? Und was soll ich da bitteschön gewonnen haben??”

“Na mich!”

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Aber nur eine Runde

5. November 2007, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Aber nur eine Runde (photocase.de © alex-)Meine Liebste und ich schlendern während unseres Urlaubes abends durch die Außenanlage unseres Hotels und tratschen, als wir plötzlich um die Ecke einen Fußball-Kickertisch entdecken. Die genauere Betrachtung offenbart, dass sogar noch ein Ball auf dem Spielfeld liegt. Was für ein Zufall!

“Kannst du kickern, Schatz?”
“Naja, was heißt können… Ich habe schon gekickert, Liebste.”

“Ich kann das nicht.”
“Nicht?”

“Nein, ich weiß nie, welche Stangen ich da nehmen soll.”
“Wollen wir mal spielen?”

“Nee.”
“Wieso nicht? Wir sind doch da beide keine Profis?”

“Na schön, aber nur eine Runde.”
“Gut! Du darfst auch anfangen.”

“Anfangen? Womit?”
“Na den Ball einwerfen.”

“Gibst du mir einen Vorsprung?”
“Das fängt ja schon wieder gut an!”

“Bitte, bitte!”
“Na schön, es steht also jetzt bereits 2:0 für dich.”

“Und langsam, ja?”
“Vielleicht fangen wir einfach mal an?”

“Na gut.”

[Meine Liebste drückt vorsichtig den Ball in das Einwurfloch und er purzelt mit diesem typischen hölzernen Geräusch vor die Füße der kleinen Männchen in Weiß und Orange.
Die Liebste dreht zweimal wild an den Stangen und kickt nach nicht einmal drei Sekunden den Ball in mein Tor.]

“Tor! Tor!”
“Das gibt´s ja wohl nicht! Anfängerglück…”

“Darf ich jetzt noch einmal?”
“Einwerfen ja, Tor machen nein.”

[Erneut bringt die Liebste den Ball ins Spiel und dieses Mal gehen einige Wechsel hin und her, bevor ich dummerweise mit meinem Torwart ein Eigentor fabriziere, anstatt einen eleganten Abstoß hinzulegen.]

“Haha! Das hast du dir schön selber eingebrockt!”
“Mist…”

“Es steht 4:0!”
“Eigentlich ja erst 2:0…”

“Jetzt sei kein schlechter Verlierer!”
“Also erstens habe ich noch gar nicht verloren und zweitens…”

“Jaja, hier, du darfst auch mal einwerfen.”
“Danke Schatz…”

“Aber nicht so doll!”
“Na hör mal, du hast ja wohl einen respektablen Vorsprung!”

“Trotzdem. Ich hab ja nur Glück gehabt, verstehste?”

[Ich schaue meine Liebste ein wenig misstrauisch an, zögere einen Moment und lasse dann den Ball auf das Spielfeld kullern.
Was soll ich sagen: keine Minute später steht es bereits 5:0, kurz darauf 6:0 um dann über das 7:0 zu 8:0 zu gelangen.
Ich gebe zu, ich werde nervös...]

“Habe ich ein Glück heute!”
“Sag mal, kann es sein, dass du bei deinen Kicker-Fähigkeiten etwas untertrieben hast??”

“Nö, wieso?”
“Weil das doch hier nicht mit rechten Dingen zugeht!”

“Wieso? ich spiele doch nur?”
“Du spielst nicht, du vernichtest mich!”

“Soll ich dir auch zwei Punkte schenken?”
“Nein!”

“Würde ich aber machen, wenn du möchtest?”
“Nein danke, da verliere ich lieber!”

“Soll ich dich gewinnen lassen?”
“Untersteh dich! Es ist wie beim Bowling, da hast du auch gesagt, dass…”

“Beim Bowling hatte ich nur Glück.”
“Ach so?? Du hast alle weggeputzt und vor uns Freudentänze aufgeführt!”

“Ich habe nur getanzt, weil ihr so deprimierte Gesichter hattet.”
“Sehr nett…”

“So wie du jetzt auch, soll ich ein bisschen für dich tanzen hier?”
“Nein, bitte nicht das auch noch…”

“Doch, das hilft, pass auf…”

[Meine Liebste kommt um den Kicker-Tisch herum und fängt an die Sommerhit-Melodie von "Vayamos Companeros" zu pfeifen, während sie dabei in schlangenförmigen Bewegungen die Arme kreisen lässt und sich wie der Mond um die Erde um mich herumdreht.
Das entlockt meinem vom Kicker-Spiel etwas gestresstem Gesicht unweigerlich ein Lächeln und bevor ich überhaupt irgendwas dazu sagen kann, kommt - natürlich - genau in diesem Moment eine Gruppe anderer Gäste um die Ecke und bleibt erstaunt stehen.]

“Hallo, guten Abend! Ich tanze hier!”
“Schatz… Das sind Engländer…”

“Oh, I dance here because my friend has no balls!”

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Was ist, wenn…?

24. September 2007, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Was ist, wenn...? (photocase.de © Dragon30)Meine Liebste und ich sitzen auf einer kleinen Parkbank an der Weser entlang dem Osterdeich.
Wir sind schon seit einer Stunde unterwegs, obwohl wir eigentlich nur mal kurz Luft schnappen wollten.
Aber irgendwie haben wir uns beim Laufen wohl verquatscht. Pause!

“Man sollte viel öfter spazieren gehen…”
“Ja, das stimmt, Süße.”

“Das ist so schön hier…”
“Ja. Ich bin froh, dass wir in dieser Ecke wohnen.”

“Wir könnten überall wohnen, Schatz.”
“Wie meinst du das?”

“Es ist überall schön, wenn du nur bei mir bist.”
“Oh, ach so, danke Liebste!”

“Danke??”
“Ja, das hast du sehr schön gesagt.”

“Und da sagst du danke??”
“Ähm… Nicht?”

“Naja, ich hätte da eigentlich was anderes erwartet!”
“Ähm… Ja, das… Also mit dir, da…”

“Jetzt brauchst du gar nichts mehr sagen!”
“Aber ich…”

“Früher hast du von allein romantische Sachen zu mir gesagt!”
“Und heute nicht mehr??”

“Nein. Also fast nein. Selten. Also fast nie.”
“Hast du mich lieb, Schatz?”

“Wieso fragst du mich das jetzt??”
“Ja, weil…”

“Das fragst du mich doch sonst nie??”
“Na und? Jetzt frage ich dich aber.”

“Normalerweise frage ich dich das immer!”
“Und ich darf das nicht, oder was?”

“Doch, aber es ist ungewöhnlich.”
“Also hast du mich nun lieb?”

“Was ist, wenn ich jetzt Nein sage?”
“Du wirst ja wohl nicht Nein sagen!”

“Und wenn?”
“Tja, keine Ahnung, also…”

“Weil du davon ausgehst, dass ich Ja sage!”
“Ja soll ich denn nicht??”

“Nein!”
“Du hast mich nicht lieb?”

“Doch. Natürlich habe ich dich lieb.”
“Du hast aber eben Nein gesagt!”

“Ich meinte, dass du dir da nicht so sicher sein solltest!”
“Und warum nicht?? Ich meine, das ist doch gerade das Schöne!”

“Für dich ist das nicht schön, sondern nur bequem.”
“Ist es nicht!”

“Es sieht aber so aus.”
“Dafür gebe ich dir doch aber gar keinen Anlass!”

“Wann hast du mich das letzte Mal gefragt, ob ich dich lieb habe!”
“Vor zwei Minuten??”

“Nein, ich meine so in echt.”
“In echt?? War das eben nicht echt??”

“Nein.”
“Ach! Und wann ist es echt?”

“Wenn ich nicht damit rechne zum Beispiel.”
“Ach so! Ja klar! Toll!”

“Sag doch mal was, womit ich nicht rechne.”
“Gerne! Du schuldest mir noch 20 Euro.”

“Was?? Wofür??”
“Ich habe vor einer Woche deine Sachen aus der Reinigung geholt.”

“Und das hat 20 Euro gekostet?”
“Da bist du überrascht, was!?”

“Ja, bin ich!”
“Gut, dann gib mir 20 Euro.”

“Jetzt?? Gleich hier??”
“Du wolltest eine Überraschung, hier hast du sie.”

“Aber doch nicht so eine!”
“Schön, dann was anderes: hast du mich lieb?”

“Nein!”

Kopfschüttel…

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Eben ja, jetzt nein!

20. September 2007, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Eben ja, jetzt nein! (photocase.de © diesas)Meine Liebste und ich sitzen gemütlich im Wohnzimmer und lesen. Während die Liebste die neuesten Sonderangebote im Bremer Anzeiger studiert, widme ich mich der letzten Seite der Fernsehzeitung, die ein Interview mit Roeland Wiesnekker zu bieten hat. Nunja…

“Du Schatz?”
“Ja Süße?”

“Bei Marktkauf gibt es Lollo Rosso Salat für 49 Cent.”
“Tatsächlich? Mann, DAS hätte ich FAST verpasst…”

“Das ist echt günstig, denke ich…”
“Schön… Dann kauf doch einen. Oder gleich zwei.”

“Ich mag doch gar keinen Lollo Rosso!”
“Aber ich.”

“Aber ich nicht.”
“Aber ich.”

“Um dich geht es doch hier jetzt gar nicht!”
“Ach! Und um wen geht es?”

“Um mich natürlich.”
“Wieso um dich?”

“Weil ich die Anzeige hier gesehen habe.”
“Na und?”

“Und ich habe gesagt, dass der Lollo Rosso 49 Cent kostet.”
“Ja, aber du sagtest auch, dass du Lollo Rosso gar nicht magst?”

“Richtig, mag ich nicht.”
“Aber ich.”

“Aber ich nicht!”
“Schatz, ich glaube, wir drehen uns irgendwie im Kreis…”

“Das hast du doch aber angefangen!”
“Wieso! Ich habe doch nur gesagt, dass ich Lollo Rosso mag?”

“Aber ich eben nicht!”
“Ja, das weiß ich jetzt mittlerweile…”

“Wir essen doch nie Lollo Rosso!? Du doch auch nicht?”
“Können wir jetzt mit dieser sinnlosen Diskussion aufhören, bitte??”

“Typisch! Wenn du nicht mehr weiter weißt, dann …!”
“Wegen solcher Kleinigkeiten? Warum bist du denn jetzt so gereizt??”

“Es geht hier jetzt nicht um mich!”
“Aber eben ging es doch noch um dich? Oder?”

“Eben ja, jetzt nein!”
“Aha, verstehe…”

“Du nimmst mich überhaupt gar nicht ernst!”
“Liebste, was hast du denn plötzlich??”

“Das regt mich einfach auf!”
“Sag mal, worüber streiten wir denn jetzt eigentlich?”

“Über… Weil du… Mann!”
“Was!”

“Ich habe es vergessen!”
“Soll ich dir auf die Sprünge helfen?”

“Nein!”
“Es ging um Salat.”

“DAS weiß ich auch selber!”
“Ging es denn nicht darum?”

“Nein!”
“Sondern?”

“Es fällt mir gleich wieder ein…”
“Zeig mal die Werbung vom Marktkauf, ja?”

“Hier. Und was willst du jetzt damit?”
“Hör mal, hier gibt es auch Freizeitsocken! Für 3,99 EUR!”

“Na und??”
“Ich meine ja nur…”

“Dann kannst du die ja essen!”

Kopfschüttel…

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Nun halt mal die Luft an!

9. August 2007, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Nun halt mal die Luft an!Meine Liebste und ich sitzen im Wohnzimmer auf unseren Sofas und unterhalten uns über dies und das. Die Liebste berichtet gerade von der Schwierigkeit, für ihre beste Freundin ein passendes Geburtstagsgeschenk zu finden; und wenn es für sie schon schwierig ist:
für mich ist es dann völlig unmöglich.

“Vielleicht einen Sushi-Kochkurs?”
“Nein Süße, roher Fisch ist sicherlich nicht ihr Ding…”

“Nicht?”
“Nein.”

“Weißt du nicht noch was?”
“Alles, was ich bis jetzt vorgeschlagen habe, passt dir ja nicht!”

“Kein Wunder, du hast braune Autositzfelle vorgeschlagen!”
“Na und? Die hat sie doch noch nicht?”

“Die kriegt sie auch nicht!”
“War ja auch nur ein Witz…”

“HICK!”

[Der Schluckauf (lat. Singultus = Schluchzen, Röcheln) ist eine reflektorische Einatmungsbewegung (Kontraktion) des Zwerchfells, wobei die Einatmung durch plötzlichen Stimmlippenverschluss unterbrochen wird. Dadurch entsteht ein deutliches Geräusch.
Taja: die Liebste hat wohl einen Schluckauf!]

“Mist! Was soll das denn??”
“Man nennt es Schluckauf.”

“Oh nein!”
“Geht ja gleich vorbei.”

“HICK!”
“Und noch einer!”

“Das ist nicht witzig, ich hasse Schluckauf!”
“Da befindest du dich sicher in großer Gesellschaft.”

“Wieso habe ich denn jetzt Schluckauf!?”
“Weil du dich immer so aufregst über alles, wahrscheinlich deswegen.”

“Davon kriegt man das??”
“Bestimmt…”

“HICK!”
“Haha!”

“Da soll man die Luft anhalten, oder?”
“Ja. Probiers doch mal .”

[Ich lache meine Liebste nie aus, aber im Augenblick amüsiere ich mich köstlich. Nicht nur, dass sie die Luft anhält, sondern sie klemmt sich auch mit zwei Fingern die Nase zu, hat ihre Wangen aufgepustet und sieht so aus, als würde sie jeden Moment in ein Schwimmbecken springen!]

“HICK!”
“Funktioniert wohl nicht, was?”

“Neee, und so was fällt dir auf, aber sonst nie was!”
“Bitte? Wie meinst du denn das??”

“Was war denn neulich, als ich mir die neue Hose gekauft hab?”
“Ja was war denn da??”

“Das hast du nicht gemerkt!”
“Konnte ich ja wohl auch nicht, die sieht aus wie alle anderen!”

“Sieht sie gar nicht! – HICK!”
“Schatz, reg dich nicht so auf, sonst geht das nie weg!”

“Was kann man denn noch machen außer Luft anhalten?”
“Auf den Kopf stellen und Wasser trinken, glaube ich.”

“Ich kann mich doch nicht auf den Kopf stellen!”
“Du stellt doch sonst auch alles auf den Kopf!”

“Mag sein, aber nicht mich selbst!”
“Einen Versuch ist es wert, ich hole dir das Wasser, ja?”

“Gibts nicht noch was anderes?”
“Hm…”

“Ich probiere mal Knie anziehen und singen.”
“Was bitte?? Was soll denn das bringen?”

“Weiß ich nicht, aber vielleicht geht das ja?”

[Meine Liebste arrangiert sich auf dem Sofa, zieht ihre Knie an sich heran und verharrt einen Moment lang, ohne dass etwas passiert...]

“Tja…”
“Was? Was ist?”

“Was singe ich denn jetzt mal?”
“Nichts, und vor allem nicht dein Schlümpfe-Lied.”

“Oh doch! Das ist gut! Das kann ich!”
“Hätte ich bloß…”

“Sagt mal wo kommt ihr denn her… HICK!”
“Hätte mich auch gewundert…”

“MANN!!”
“Ignoriere das doch einfach, das geht von ganz allein wieder weg!”

“Es gibt Leute, die haben jahrelang Schluckauf, wusstest du das?”
“Nö.”

“Und wenn ich jetzt jahrelang Schluckauf hätte?”
“Was wenn?? Wie meinst du das?”

“Na was würdest du dann machen?”
“Wieso ich?”

“Würde dich das nicht stören?”
“Natürlich würde mich das stören, aber dich wohl mehr.”

“Also würdest du mich verlassen?”
“Hm…”

“DA MUSST DU ÜBERLEGEN?? BLÖDMANN! - HICK!”
“Pflaster.”

“Was für ein Pflaster!”
“Ein Pflaster hilft.”

“Und was soll ich damit machen??”
“Über den Mund kleben.”

“Das hilft ja gar nicht, das hast du dir ausgedacht!”
“Nicht gegen Schluckauf, aber es würde meinen baldigen Nervenzusammenbruch verzögern…”

“Stell dich nicht so an, ICH bin ja schließlich krank hier.”
“Schluckauf haben ist doch nicht krank!”

“Aber auch nicht normal.”
“Nun gut, soll ich einen Notarzt rufen?”

“Du findest das hier alles ganz lustig, oder??”
“Naja, also, ich…”

“Wehe, wenn du mal was hast, dann kannst du lange warten!”
“Worauf denn?”

“Dass ich dir mit irgendwas helfe!”
“Du brauchst mir gar nicht helfen, wenn ich krank bin.”

“Ach nee! Aber ein Eis durfte ich dir immer mitbringen!”
“Moment! Du hast dir selber eins geholt und da kann ich ja wohl…”

“Immer drehst du dir alles so hin, wie es dir gerade passt!”
“Worüber streiten wir denn jetzt eigentlich??”

“Darüber, dass du mir nie hilfst, wenn ich dich mal brauche!”
“Und wobei genau brauchst du jetzt Hilfe??”

“Bei meinem Schluckauf.”
“Ist doch weg, oder?”

“Hm… Stimmt! Eins, zwei… Eins, zwei…”
“Was machst du da?”

“Ich zähle.”
“Und wofür?”

“Um zu testen, ob er wirklich weg ist. Eins, zwei… Eins, zwei…”
“Aha… Und das nur, weil ich dich so schön abgelenkt habe.”

“Abgelenkt?”
“Natürlich!”

“Soll das heißen, dass du absichtlich so doof warst?”
“Ich war also doof??”

“Du hast hier gar nichts extra gemacht und sagst das jetzt nur!”
“Wie dem auch sei. Dein Schluckauf ist weg.”

“Muss ich mir merken das mit dem Knie anziehen und singen.”
“Als wenn das was gebracht hätte!”

“Hast du doch selbst gesehen?? Du gönnst mir aber auch nichts!”
“Jetzt bleib mal ganz locker, sonst…”

“Sonst? Hat Mister Oberschlau mal wieder einen Rat für Blödie??”
“Ich meine ja nur, wenn du…”

“HICK!”

Kopfschüttel…

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Was so passiert und alles

1. August 2007, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Was so passiert und alles (photocase.de © pakalou)Meine Liebste und ich arbeiten. Tagsüber. Jeder für sich. Die Liebste macht ihren und ich mache meinen Job.
Das an sich ist nicht ungewöhnlich; so läuft es schließlich jeden Tag. Da klingelt mein Handy.

“Schatz? Hallo?”
“Ja, ich bin hier, Süße.”

“Störe ich dich gerade?”
“Nein, im Augenblick nicht.”

“Ich versuche schon die ganze Zeit, dich anzurufen!”
“Ja, habe ich gesehen.”

“Das hast du gesehen??”
“Ja. Drei Anrufe in Abwesenheit.”

“Und warum rufst du dann nicht zurück??”
“Wollte ich ja, aber ich komme jetzt gerade erst aus…”

“Wieder mal ein Meeting?”
“Ja, genau.”

“Ihr macht aber viele Meetings.”
“Och, naja…”

“Und worüber habt ihr gesprochen?”
“Dies und jenes, sag mal, was willst du denn??”

“Nichts, wieso?”
“Na weil du schon so oft angerufen hast!?”

“Ich dachte, du hörst dein Handy wieder mal nicht.”
“Wie bitte??”

“Ja weil du das doch so oft in deiner Tasche vergisst.”
“Na schön, und was willst du nun?”

“Nichts, nur mal so!”
“Nur mal so was??”

“Nur mal mit dir reden. Was so passiert und alles.”
“Schatz, also dafür habe ich jetzt wirklich keine…”

“Nun erzähl doch mal, was machst du denn gleich?”
“Ich wollte eigentlich telefonieren.”

“Tust du doch!”
“Ja schon, aber nicht mit dir.”

“Du willst nicht mit mir telefonieren?”
“Doch, aber nicht jetzt. Ich wollte eigentlich…”

“Mit wem denn?”
“Schatz! Kennst du sowieso nicht und…”

“Ist das ein Kunde von dir?”
“Es soll mal einer werden, ja.”

“Und was will der bei dir kaufen?”
“Nichts… Schatz, sag mal, hast du vielleicht Langeweile??”

“Ja. Schon ganz lange. Ich muss noch 150 Kilometer fahren.”
“Schön, aber ich nicht!”

“Du fährst ja auch nie.”
“Nein, ich meine, ich habe KEINE Langeweile!”

“Ich aber.”
“Und was soll ich da jetzt machen?”

“Mir was erzählen.”
“Was denn??”

“Was schönes!”
“Schatz!”

“Ja?”
“Ich lege jetzt auf und du hörst einfach Radio oder so.”

“Nein, nicht auflegen!”
“Doch, wir sehen uns heute Abend.”

“Wenn du jetzt auflegst, dann rufe ich nie wieder an!”
“Versprochen??”

Blödmann!”
“Selber!”

“Wenn du auflegst, rufe ich in eurer Zentrale an.”
“Das tust du nicht!”

“Doch! Dann lasse ich mich zu dir verbinden.”
“Untersteh dich!”

“Dann sage ich, dass ich bei dir was kaufen will.”
“Pff, das traust du dich nicht.

“Wetten? Ich mach das!?”
“Dann mach doch!”

“Dann musst du mit mir telefonieren, wenn ich was kaufen will!”
“Bitte! Bitte! Dann musst du aber auch kaufen.”

“Was kostet das denn?”
“Was willst du denn haben??”

“Einen Kuss.”
“Da muss ich erst einmal ein Angebot kalkulieren.”

“Bei dir kann man Küsse kaufen??”
“Service wird bei uns groß geschrieben.”

“Und wenn da eine Frau bei dir anruft, die du gar nicht kennst??”
“Das wird dann deutlich teurer.”

“Du spinnst wohl! Du kannst doch keine Küsse verkaufen!”
“Wieso nicht??”

“Weil nur ich dich küssen darf!”
“Ich weiß. Küsse werden hier auch nur vom Praktikanten erledigt.”

“Ach so?”
“Was dachtest du denn! Meine Küsse sind unbezahlbar!”

“Ich habe aber nur zwanzig Euro…”
“Zwanzig Euro? Na gut, da will ich mal eine Ausnahme machen.”

“Nee, verbinde mich lieber mal!”

Kopfschüttel…

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