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Update-Server

4. November 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich entspannen an der Bremer Schlachte im Anschluss an einen 3-stündigen Einkaufsbummel durch die Bremer Innenstadt.
Was gibt es Schöneres, als an einem freien Tag mitten in der Woche in die Stadt zu fahren…
Nun ja, immerhin sind wir fast durch, zumindest betont die Liebste, sie habe jetzt alles.

“Schatz, wie spät ist es eigentlich?”
“Schau selbst, Süße:”

[Ich halte der Liebsten meine Armbanduhr vor die Nase, damit sie selbst nachschauen kann.]

“Ach, das ist ja toll!”
“Was bitte ist jetzt toll?”

“Es ist ja noch nicht einmal vier Uhr!”
“Ähm… Wie bitte??”

“Wieso?”
“Schatz es ist zwanzig nach vier!?”

“Ach was, es ist gerade mal so um vier Uhr.”
“Es ist 16.21 Uhr, um genau zu sein, also fast halb fünf!”

“Dass du immer alles so pessimistisch sehen musst!”
“Hallo?? Ich sage doch nur, was auf der Uhr steht??”

“Für mein Gefühl ist es erst so um vier, die paar Minuten da, pff!”
“Du bestimmst also anhand deiner Gefühle die Uhrzeit??”

“Klar, warum denn nicht?”
“Wenn mich jemand fragt, wie spät es ist, dann doch wohl, um…”

“Jetzt stell dich doch nicht so an, ist doch egal, wie spät es ist!”
“Das finde ich nicht, du hast mich schließlich gefragt.”

“Ich wusste gleich, dass es so um vier Uhr herum sein muss.”
“Es ist aber kurz vor halb fünf!?”

“Nein, es ist etwas nach vier.”
“Liebste, manchmal glaube ich, dass du ein Alien vom Mond bist…”

“Quatsch!”
“Doch. Das würde auch zu deinen Mondzeiten passen…”

“Also wenn, dann komme ich vom Mars.”
“Von mir aus auch das…”

“Oder von der Venus.”
“Wie auch immer…”

“Venus ist besser, ich komme von der Venus.”
“Schön. Also bist du eine Außerirdische, ja?”

“Wenn dir das Spaß macht, dann bin ich eine Außerirdische, ja.”
“Und dort haben die grünen Männchen DICH zusammengebaut??”

“Ist doch gut geworden, oder??”
“Jaja, doch… Die Hülle ist ganz gut, aber…”

“Was soll das denn jetzt heißen??”
“Das Betriebssystem funktioniert noch nicht so richtig…”

“Betriebssystem??”
“Ja… Du bräuchtest mal ein Service Pack, Update oder Fix oder so.”

“Warum??”
“…um einige grundlegende Funktionen zu verbessern.”

“Zum Beispiel??”
“Zum Beispiel, um die Uhrzeit von einer Uhr ablesen zu können!”

“Bei uns auf der Venus gibt es wöchentliche Updates.”
“Ach, tatsächlich??”

“Ja. Jede Woche neue Funktionen und alles!”
“Komisch! Die scheinen aber bei dir gar nicht anzukommen!”

“Kein Wunder. Kann ja auch nicht.”
“So?? Und warum das??”

“Weil ich hier auf der Erde keine Verbindung zum Server habe.”
“Mist…”

“Aber dafür haben die auf der Venus eine Lösung gefunden.”
“Ja? Welche denn??”

“Die haben hier einen Laden für manuelle Updates eingerichtet.”
“Und wo ist der??”

“Bei H&M. Los, lass uns da hingehen, ich brauche Updates!”

Kopfschüttel…

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Den da!

19. Oktober 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich betreten am Abend das Hansa-Haus in Syke, um dort einen oder zwei Cocktails zu trinken.
Zuerst jedoch muss natürlich ein passender Tisch gefunden werden, und es ist schon recht voll hier für diese Uhrzeit…
Aber: wir haben Glück!

“Du Schatz, sollen wir den da nehmen, den Vierer-Tisch?”
“Klar, warum nicht, Süße.”

“Ist der nicht zu groß für uns?”
“Nö. Wir nehmen den einfach.”

“Und wo möchtest du sitzen?”
“Ich setze mich auf die Bank.”

“Und ich?? Wo soll ich sitzen??”
“Na setz dich doch da auf den Hocker!?”

“Nee, ich will auch auf die Bank.”
“OK, Süße…”

“Wobei das ja schon ein bisschen blöd ist so…”
“Wieso?”

“Na weil ich dich ja so gar nicht angucken kann!”
“Ich habe mich kaum verändert in den letzten Minuten.”

“Ich will dich aber ansehen können, wenn ich mit dir rede!”
“Ach? Reden wollen wir auch??”

“Ich setze mich doch auf den Hocker.”
“Schön. Von mir aus… Frauen…”

“So ist´s besser.”
“Ähm, Liebste, jetzt sitzen wir ja versetzt??”

“Na und?”
“Naja, ich meine, das ist ja jetzt auch doof, oder?”

“Dann setz dich doch zu mir rüber?”
“Und warum setzt du dich nicht einfach auf die andere Seite??”

“OK.”
“OK.”

“Mann, warum setzt du dich denn jetzt auch anders??”
“Ich dachte, ich soll tauschen??”

“Nein, ich wollte tauschen!”
“Was soll´s, dann setz dich wieder auf deinen alten Platz.”

“Ich finde es hier aber besser, glaube ich.”
“Liebste, das gibt´s doch gar nicht, klappt das heute noch!?”

“Warum maulst du mich denn jetzt an??”
“Weil du hier schon wieder einen Zirkus aufführst!”

“Wer hat sich denn umgesetzt, du doch!?”
“Ich??”

“Ja, du!”
“Ich setze mich jetzt noch EINMAL um, und dann ist Schluss!”

“Ich mache das aber nochmal ganz anders jetzt.”
“Anders??”

“Wir machen das einfach über Eck.”
“Über Eck??”

“Ich setze mich jetzt einfach hier auf die Ecke.”
“Auch gut. Und warum setzt du dich dann nicht, Süße?”

“Gleich, jetzt drängel doch nicht so!”
“Ich frage mich nur, warum du jetzt da noch stehst!?”

“Ich setze mich ja gleich.”
“Aha. Schön. Und was hindert dich jetzt daran, bitte??”

“Ich muss erst noch auf Klo.”
“Himmel, diese Frau, ich werde noch wahns…”

“Aber halt mir den Hocker frei!”

Kopfschüttel…

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Kapitän Spock

12. Oktober 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich haben beschlossen, einen Videoabend zu machen. Naja, eigentlich hat die Liebste mehr meinem ewigen Jammern nachgegeben…
Aber egal, wir stehen also in der Videothek vor den vielen Regalen und müssen nun zwei Filme aussuchen.

“Was wollen wir denn jetzt gucken??”
“Ähm, das wollte ich dich auch gerade fragen, Süße.”

“Hm… Also ich gehe mal da bei den Komödien stöbern.”
“Na gut, dann schaue ich mal hier bei den Neuigkeiten.”

“Was?”
“Wie was?”

“Du willst da hingehen?”
“Ja, wieso?”

“Und ich gehe dort hin??”
“Ja nicht??”

“Ich dachte, wir wollten was zusammen aussuchen!”
“Wollen wir ja auch, aber wir fangen ja gerade erst an!?”

“Das finde ich doof, wenn du hier bist und ich da!”
“Na schön, dann komme ich eben erst einmal mit zu den Komödien.”

“Nein, nein, schau du ruhig hier, wenn du unbedingt willst.”
“Nein, es ist kein Problem, ich gehe mit dir mit.”

“Brauchst du aber nicht!”
“Aber du hast mich doch gebeten??”

“Habe ich nicht.”
“Nicht??”

“Nein, ich sagte nur, dass ich das schöner fände.”
“Also gehen wir dann jetzt zusammen zu den Komödien oder nicht!?”

“Na das fängt ja schon ganz toll an!”
“Wieso, was ist denn??”

“Ich wusste, warum es keine gute Idee ist, mit dir in eine…”
“Liebste, wir werden ja wohl EINMAL einen Film aussuchen können!”

“Aber du willst ja immer andere Sachen sehen, als ich!”
“Das weißt du doch noch gar nicht!?”

“Ich sehe doch, was du dir zuhause so anschaust!”
“Was denn??”

“Na zum Beispiel dieses ‘Stirb endlich’ da…”
“STIRB LANGSAM, der Film heißt STIRB LANGSAM.”

“Oder so, von mir aus. Und dann das mit der Nummer.”
“Was für eine Nummer??”

“Na der heißt doch ‘Stirb endlich 4.0′, oder nicht?”
“LANGSAM! Es heißt LANGSAM 4.0.”

“Jaja, aber Vier Punkt Null, was soll denn das??”
“Wie meinst du das??”

“Naja, gibt es auch 3.1, oder 4.5.2 oder so?”
“Nein, gibt es nicht…”

“Eben, da ist doch schon der Titel Schwachsinn!”
“Der Titel ist doch völlig egal, es geht um den Film!”

“Pff! Das ist genauso doof wie Star Wars.”
“Was?? Star Wars?? Was ist denn jetzt damit nicht in Ordnung??”

“Naja, übersetzt heißt das doch Sternenkrieg, oder?”
“So in etwa, Krieg der Sterne vielmehr.”

“Eben, und das hat doch mit der Handlung gar nichts zu tun!”
“Wie bitte?? Natürlich!”

“Quatsch! Es geht nur um das blöde Raumschiff.”
“Oh Gott, Meister Yoda wird sich im Grabe umdrehen…”

“Yoda ist das grüne Ding, oder? Ich kenne nur Kapitän Spock.”
“Spock?? Spock ist Erster Offizier, nicht CAPTAIN!”

“Und wer ist dann der Kapitän da??”
“Das ist CAPTAIN Kirk! Aber was hat das denn mit Star Wars zu tun??”

“Ist das nicht das mit Raumschiff Enterprise?”
“Himmel! Das, was du meinst, ist STAR TREK! Nicht STAR WARS!”

“Hört sich aber ziemlich ähnlich an…”
“Oh Gott, wenn das so weiter geht, muss ich mich gleich hinsetzen…”

“Was denn!? Ich kenne mich da nicht so aus, na und??”
“Schatz, das ist nun wirklich fast schon Allgemeinbildung!”

“Du kennst dich ja bei ‘Anna und die Liebe‘ auch nicht aus.”
“..worauf ich stolz bin. Und vergleichen kann man das auch nicht!”

“Na schön, aber wir gucken heute nichts mit Raumschiffen, ja?”
“Von mir aus…”

“Und auch nichts, wo ein Typ 564 Leute umlegt, ja?”
“Nein.”

“Schön, weil das ist ja auch wieder total unrealistisch.”
“Aha. Und du als bekannte Actionfilm-Kritikerin weißt sowas??”

“Wieso, das weiß ja wohl jeder!”
“Was genau jetzt weiß JEDER?”

“Dass die 40-60 Patronenmagazine dabei haben müssten.”
“Wer?? Was??”

“Naja wenn so ein Magazin 12 Schuss hat, dann müsste…”
“Liebste, können wir das auch später vertiefen, also ich meine…”

“Aber ich möchte, dass wir was ausleihen, was etwas echter ist.”
“Ich weiß zwar immer noch nicht, was du meinst, aber…”

“Das kann ich dir ja zeigen.”
“Na schön, dann bin ich gespannt, was du aussuchst…”

[Meine Liebste schleicht angespornt um die Regale mit den Komödien herum, wobei ich anstelle des Videothekenbetreibers eher "Schnulzenecke" drübergeschrieben hätte.
Nachdem ich meiner Liebsten anfangs noch gefolgt bin, schweifen meine Blicke mittlerweile ab und zu mal ab, hin zu den Playstation-Spielen gegenüber.
Plötzlich tippt mir die Liebste auf die Schulter.]

“Hier, sowas meine ich.”
“Was? Den Film? Was ist das denn?”

“Schau.”
“Ähm… DEN willst du sehen??”

“Ja. Du auch?”
“Ähm…”

“DER ist aus dem Leben, der ist lustig und anspruchsvoll!”
“Aber…”

“Da gibt es keine Bekloppten, die wild um sich ballern.”
“Das nicht, aber…”

“Und komische Außerirdische auch nicht.”
“Naja, das, ähm…”

“Also nehmen wir den mit? Bitte!”
“Aber Schatz, hast du den denn nicht schon 50-mal gesehen??”

“Na und?? Du guckst dir doch Stirb 28.6 auch 1.000-mal an!”
“Schon, aber ich dachte, wir leihen uns mal was Neues aus?”

“Der ist immer aktuell. Zeitlos, sozusagen.”
“Muss das sein, ich meine, seit 20 Jahren müssen Frauen diesen…”

“Pretty Woman ist ein Klassiker! Und es gibt einen, nicht 6.0.”
“Hör jetzt auf mit dieser blöden Nummerierung!!”

“Siehst du, jetzt sagst du es schon selbst!”
“Liebste, können wir eventuell auch was anderes nehmen?”

“Du meinst, etwas, was uns beiden gefällt?”
“Gott sei dank, was bin ich froh, dass du das sagst!”

“OK, dann weiß ich schon, was wir nehmen.”
“Und was?”

“Dirty Dancing, der steht gleich neben Pretty Woman.”

Kopfschüttel…

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So ein schmaler, hagerer Typ

4. Oktober 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich schalten am späten Samstagabend noch den Fernseher ein.
Eigentlich wollen wir uns gar nichts Besonderes ansehen, nur mal kurz durchzappen, was so geboten wird. Dabei landen wir bei “Oliver Pocher live!” auf RTL…

“Oh, guck mal, Oliver Pocher.”
“Das sehe ich, Süße.”

“Magst du den?”
“Naja, es geht, also…”

“Der ist erst 31 Jahre alt und schon so berühmt!”
“Also berühmt, ich weiß ja nicht, also…”

“Guck dir mal an, wie viele Leute da im Publikum sitzen!”
“Stimmt… Aber Stadien zu füllen ist ja jetzt auch voll in.”

“Also ich halte das ja alles für ein abgekartetes Spiel.”
“Was? Wen?”

“Na das mit seiner neuen Freundin, die blonde da.”
“Was ist mit der??”

“Die soll doch schwanger sein.”
“Na und??”

“Das kann doch gar nicht sein nach so kurzer Zeit!”
“Ähm… Also wie es funktioniert, kann ich dir erklären…”

“Nein, ich meine, das Kind ist bestimmt nicht von dem Pocher.”
“So?? Von wem denn dann??”

“Weiß ich nicht, aber ich sag ja, das ist alles abgekartet.”
“Verstehe ich nicht, was meinst du denn damit??”

“Na so wie mit der Cindy Crawford damals.”
“Cindy Crawford?? Was war denn mit der??”

“Na die war doch auch mit diesen Dings zusammen.”
“Mit wem??”

“Wie hieß der denn noch…”
“Richard Gere??”

“Nein, mit dem, na…”
“Sie war mit Richard Gere zusammen!”

“Quatsch! Das wüsste ich ja wohl!”
“Hallo?? Sie war mit…”

“…die war doch mit Harry Potter zusammen!”
“Was?? Du willst mich doch verarschen!?”

“War das nicht Harry Potter??”
“Hallo?? Harry Potter ist…”

“Der war Zauberer, das weiß ich noch genau!”
“Liebste! Harry Potter ist eine Romanfigur!”

“Wie heißt denn dieser berühmte Zauberer noch…”
“Reden wir noch von Cindy Crawford??”

“Natürlich! Ihr Mann war so ein schmaler, hagerer Typ.”
“Zauberer??”

“Ja.”
“Du meinst nicht zufällig David Copperfield??”

“Ja! Genau! Den meine ich!”
“Ähm…”

“Das war auch nur so ein PR-Gag!”
“Schatz, David Copperfield war mit Claudia Schiffer zusammen!”

“Schiffer, ach ja, genau! Siehste!”
“Ich brech zusammen…”

“Die waren auch nur wegen der Presse zusammen.”
“Aha, und…”

“…und bei dem Pocher ist es genau dasselbe.”
“Du willst also allen Ernstes behaupten, dass Oliver Pocher…”

“…dass das alles nur ein PR-Rummel ist, genau.”
“Also das glaube ich nicht…”

“Na klar!”
“Das hat die doch gar nicht nötig, die, na, die…”

“Seine neue Freundin?”
“Ja, wie heißt die doch noch gleich…”

“Ich weiß, ich weiß es!”
“Und??”

“Sandy Meyer-Becker!”

Kopfschüttel…

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Was mit Tieren

17. September 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sind im Auto unterwegs nach Bremerhaven, wo wir uns mit Freunden treffen wollen.
Während der Fahrt werden natürlich die neuesten Geschichten ausgetauscht und ab und zu bleibt dann auch mal Raum für Zukunftsplanung…

“Schatz, weißt du, was ich mir schon lange überlege?”
“Nein, Liebste. Was denn?”

“Ich glaube, ich würde gerne mal was Ehrenamtliches machen.”
“Du??”

“Wie meinst du denn das, warum denn nicht ich??”
“Naja, ich meine, du hast doch so schon kaum Zeit übrig.”

“Du weißt ja noch gar nicht, was ich machen will!”
“Ach so, und was willst du machen?”

“Ich weiß nicht.”
“Ähm…”

“Ich habe ein paar Ideen, aber so richtig nicht…”
“Und was sind deine Ideen??”

“Vielleicht was mit Tieren.”
“Mit Tieren??”

“Ja, so Gassi gehen am Tierheim oder so.”
“Aha…”

“Oder im Seniorenbereich was.”
“Im Altenheim??”

“Ja, so den Omis Geschichten vorlesen oder so.”
“Hm…”

“Oder beim Roten Kreuz.”
“Blutspenden abzapfen??”

“Ja, vielleicht.”
“Naja, ich weiß ja nicht… Solange es keine Pfadfindergruppe ist…”

“Hast du etwa was gegen Pfadfinder??”
“Nein, überhaupt nicht, aber DICH sehe ich da nicht, irgendwie…”

“So?? Wo siehst du mich denn??”
“Hm, tja…”

“Was könnte ich denn mal machen?”
“Ja, also… Vielleicht was mit Kindern?”

“Das kommt überhaupt gar nicht in Frage.”
“Ach! Nicht?? Ich dachte, du magst Kinder??”

“Mag ich ja auch.”
“Aber dich um Kinder in Not kümmern willst du nicht??”

“Doch, aber das tue ich ja schon längst.”
“Ach so?? Davon weiß ich ja gar nichts??”

“Da hätte ich auch schon längst einen Orden für verdient.”
“Aha, und wofür jetzt bitte??”

“Ich muss mich um dich kümmern, das reicht fürs Erste.”

Kopfschüttel…

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Sehr nett!

31. August 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich landen am Samstagmittag nach einem Einkaufsbummel in Bremen in dem kleinen Bistro und Café “September” in der Innenstadt.
Wir sind ein bisschen hungrig und wollen eine Kleinigkeit essen.
Nachdem die Liebste gefühlte 2 Stunden die Speisekarte sowie das Mittagstisch-Angebot studiert hat, können wir nun endlich bestellen.

“Schatz, Ich glaube, ich habe jetzt was gefunden.”
“Das wurde ja wohl auch mal Zeit, Süße!”

“Jajaja… Gnocchi in Gorgonzolasauce mit Spinat nehme ich.”
“Gut, alles klar. Dann kann ich ja endlich bestellen.”

[Die junge Kellnerin kommt kurze Zeit später erneut an unseren Tisch; sie ist schon dreimal da gewesen, um unsere Bestellung aufzunehmen, musste dann aber wieder gehen, weil sich die Liebste noch nicht für ein Gericht entscheiden konnte.
Die Kellnerin ist mir sehr sympathisch: immerhin hat sie mir einen beiläufigen mitleidsvollen Blick zugeworfen, als sie uns vor langer Zeit die Getränke gebracht hat. DIE Frau versteht mich, und das ganz wortlos!
Dummerweise hat auch die Liebste diesen Blick mitbekommen...]

“Die ist nett, die Kellnerin, oder?”
“Joah, schon…”

“Etwas ZU nett, würde ich sagen.”
“Zu nett? Wie kann man denn zu nett sein??”

“Zu dir zumindest!”
“Wieso, was ist denn??”

“Die hat dich doch voll angemacht, habe ich doch gesehen!”
“Quatsch! Die ist einfach nur nett.”

“Was du so unter nett verstehst…”
“So? Was verstehe ich denn unter nett, bitte??”

“Wenn du sagst, eine Frau sei nett, dann heißt das bei dir…”
“Ja? Was??”

“Nee, das sage ich nicht. Aber du weißt es ja.”
“Ich weiß gar nichts, was denn??”

“Jetzt tu doch nicht so!”
“Schatz, ich weiß wirklich nicht, was du meinst!?”

“Das ist eure komische Männersprache.”
“Wie bitte??”

“Ihr habt immer Geheimwörter für irgendwas.”
“Ich??”

“Ja.”
“Das gilt ja wohl eher für dich, nicht für mich!”

“ICH sage immer genau das, was ich auch denke.”
“Pah! Du bist doch die Königin aller Wortverdreher!”

“Bin ich nicht!”
“Bist du aber so was von!”

“Hast du mich schon mal sagen hören, der ist NETT??”
“Schon hundertmal!”

“Dann stimmt es ja dann auch.”
“Hä??”

“Wenn ich das gesagt habe, dann meinte ich auch nett.”
“Ach, und wenn ich das sage, dann heißt das was anderes??”

“Natürlich.”
“Und verrätst du mir jetzt noch, WAS das heißen soll??”

“Nett heißt bei dir soviel wie das Gegenteil von Sumpfhuhn.”
“Sumpfhuhn??”

“Sumpfhuhn ist eben nicht nett.”
“Schön, und was wäre nett??”

“Hab ich doch gerade erklärt!”
“Du hast überhaupt gar nichts erklärt!?”

“Weil du mir nicht richtig zuhörst!”
“Und ob! Ganz genau habe ich dir zugehört!”

“Du weißt genau, was ich meine, und stellst dich nur dumm!”
“DAS war jetzt aber wirklich nicht nett!”

“Nicht nett??”
“Nicht nett.”

“Du nennst MICH ein Sumpfhuhn??”
“Wer hat denn was von Sumpfhuhn gesagt??”

“Du gerade!”
“Ich sagte, das sei nicht nett gewesen!?”

“Eben! Und du weißt ja, was das bedeutet!”
“Ja, ich weiß was es bedeutet, aber nicht, was du daraus machst!”

“Ich kann eben auch zwischen den Zeilen lesen, ganz einfach.”
“Aha. Also damit ich das jetzt richtig verstehe:”

“Ja?”
“Wenn ich sage nett, dann denkst du, ich meine attraktiv, scharf…”

“Das trifft es zwar nicht richtig, aber so in der Richtung.”
“Und das nur, weil ich die Kellnerin nett genannt habe?”

“NUR ist gut!”
“Naja, weil ich eben gesagt habe, sie sei nett?”

“NETT gesagt und das Gegenteil von Sumpfhuhn gemeint.”
“Mach es jetzt nicht wieder so kompliziert, ja!?”

“Worauf willst du denn hinaus?”
“Also nur noch einmal für mich: nett heißt attraktiv?”

“Von mir aus…”
“Schön. Schatz, du bist echt die netteste Person, die ich kenne.”

“Du findest mich nett??”
“Sehr nett.”

“SEHR NETT??”
“Ja.”

“Nur nett??”
“Ähm…”

Blödmann!”

Kopfschüttel…

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Meine Liebste und ich schlendern an unserem freien Tag weiter über die Reeperbahn in Hamburg, nachdem wir größerem Ärger bislang erfolgreich aus dem Weg gehen konnten. Wenn man sich hier ein bissschen umschaut, gibt es schon einige interessante Dinge zu entdecken.
Das ändert aber trotzdem nichts daran, dass nachmittags hier einfach nichts los ist…

“Schatz, wir hätten hier abends mal hingehen sollen.”
“Können wir ja noch, Süße.”

“Was? Heute Abend??”
“Warum nicht? Wir haben doch nichts vor?”

“Hm…”
“Dann kannst du deine Liebesdamen sehen, Shows besuchen und so.”

“Ich gehe doch hier nirgendwo rein!?”
“Wieso denn nicht??”

“Das sind doch alles Läden für Männer!?”
“Nein. Da gehen auch Frauen rein.”

“So?? Woher weißt denn du das??”
“Ähm…”

“Warst du hier etwa schon öfter??”
“Naja, also öfter wäre zu viel gesagt, aber…”

“Du warst HIER in einem der Läden??”
“Öhm, ist schon lange her, aber ich war in so einer Live-Show.”

“Was für eine Show??”
“Na so eine, wo die auf der Bühne das volle Programm, also…”

“Tanzen oder was??”
“Ja, ähm… Horizontales Tanzen dann wohl eher…”

“Und dafür hast du Geld bezahlt??”
“Naja, ich war halt damals neugierig und…”

“Das wusste ich ja gar nicht, hast du nie erzählt!”
“Nein, aber das hatte keinen besonderen Grund.”

“Was für einen Grund denn??”
“Nein, eben KEINEN Grund. Habe ich halt einfach nicht erzählt.”

“Du machst doch nie was ohne Grund!”
“Was heißt das denn jetzt??”

“Warum hast du mir das denn nie erzählt?!”
“Nur so, keine Ahnung? Jetzt weißt du es ja.”

“Was hast du da in dem schmierigen Laden noch gemacht!”
“Erstens nichts und zweitens war das nicht schmierig!”

“Kannten wir uns da schon??”
“Nein; das ist bestimmt schon, ähm… Mehr als 10 Jahre her.”

“Gut. Ich will da auch rein.”
“Wie bitte??”

“Ich will da auch rein, wo du drin warst!”
“Warum??”

“Ich will mal sehen, worauf mein perverser Freund so steht.”
“Sag mal, du spinnst wohl!”

“Was denn??”
“Also wenn eine weiß, was MIR gefällt, dann doch wohl du!”

“Da kann man mal sehen, wie man sich täuschen kann.”
“Liebste, hör auf, so einen Blödsinn zu reden!”

“Also was nun, wo ist dieser Laden!?”

[Fünf Minuten später stehen wir auf der Amüsiermeile Große Freiheit vor dem Safari-Theater schräg gegenüber dem Dollhouse. Obwohl es schon eine Ewigkeit her ist, erinnern mich die leicht verblassten Fotos in einem der Schaukästen an die Show, die ich damals schon gesehen hatte. Tanz der Vampire, Biene Maja, Rocky Horror Picture Show, Phantom der Oper... Alles in einer sehr "besonderen" Art und Weise auf die Bühne gebracht.
Ich weiß noch, dass damals insbesondere meine Kindheitsprägung durch die Biene Maja eine Wandlung erfuhr, als Willi die Biene Maja auf offener Bühne von hinten... Naja.
Und genau diese Geschichte erzähle ich der Liebsten, damit sie sich ein Bild davon machen kann, was praktisch hinter dem Programm des Safari steckt.]

“Also Schatz, verstehe ich das jetzt richtig?”
“Was?”

“Du hast Geld bezahlt, um dir die Biene Maja anzuschauen??”
“Naja, schon irgendwie… Wobei das ja aber…”

“Sowas kann man nur mit Männern machen, wie dämlich!”
“Hallo?? Ich war neugierig und habs mir angesehen, fertig!”

“Perverser.”
“Spießerin!”

“Ich bin keine Spießerin!!”
“Gut! Dann gehen wir heute Abend um 21.00 Uhr hier rein!”

“Hier?? Moment, warte mal kurz…”

[Die Liebste kramt ihr Handy aus ihrer Handtasche hervor und wählt eine Nummer. Als eine Verbindung zustande kommt, geht sie ein paar Schritte von mir weg, um ungestört telefonieren zu können. Ich kann zwar nicht genau hören, mit wem und was sie spricht, aber ich bin mir sicher, dass es irgendwas mit unserer derzeitigen Situation zu tun haben muss.
Da die Liebste immer für eine Überraschung gut ist, bin ich mir noch unsicher, ob das jetzt gut oder schlecht ist...]

“So, alles klar.”
“Mit wem hast du denn jetzt gesprochen??”

“Mit Mark, der war schon oft auf der Reeperbahn.”
“Mark?? Wer ist denn Mark??”

“Ein Arbeitskollege von mir.”
“Und was hast du dem jetzt erzählt??”

“Dass du mich hier rein schleppen willst und ob das ratsam ist.”
“Das fragst du deinen Arbeitskollegen??”

“Warum nicht?”
“Das darf doch wohl nicht wahr sein!?”

“Wieso? Wir gehen doch in die Show, alles ist gut.”
“Was??”

“Wir gehen rein.”
“Aha… Damit hatte ich jetzt gar nicht gerechnet…”

“Kannst du mal sehen! Aber nicht hier.”
“Nicht hier? Was heißt das denn jetzt wieder??”

“Wir gehen in eine andere Show.”
“Wie bitte??”

“Gegenüber der Großen Freiheit ist noch eine andere.”
“Und die hat er dir empfohlen, oder was??”

“Ja, genau. Das sei ungefährlich für dich.”
“Für mich??”

“Ja. 20.30 Uhr geht´s los, bis dahin gehen wir ins Panoptikum.”
“Moment, Moment! WAS und WIESO ist das ungefährlich für mich!?”

“Das ist ein erotisches und kunstvolles Cabaret.”
“So?? Und was erwartet uns da?”

“Da gibt´s Shows, Striptease, Tanz… Einfach alles für Männer.”
“Aha…”

“Da kannst du dir gerne viel nacktes Fleisch anschauen.”
“Ähm…”

“Und wenn die da auch poppen sollten, mir soll es recht sein.”
“Wie bitte??”

“Die Frauen sollen alle richtig heiß sein. Das volle Programm!”
“Und ähm, wieso ist das dann ungefährlich für mich??”

“Weil im Pulverfass Cabaret alle Transvestiten sind.”
“Transvestiten?? Männer in Frauenkleidern??”

“Ja, und jetzt mach den Mund wieder zu und komm.”

Kopfschüttel…

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Wo verstecken sich die?

14. August 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich haben mitten in der Woche gemeinsam einen Tag Urlaub. Kurzentschlossen fahren wir nach Hamburg, um dort einen abwechslungsreichen Tag zu genießen.
Wir beginnen mit Shopping in der Mönckebergstraße und landen später natürlich auch auf der Reeperbahn.

“Wo ist denn jetzt die Reeperbahn?”
“Ähm… Süße, wir stehen bereits drauf.”

“Was, hier??”
“Warst du hier etwa noch nie?”

“Nö. Irgendwie nicht.”
“Naja, aber man sieht doch, wo wir sind, ich meine…”

“Ich sehe nichts.”
“Was heißt denn, du siehst nichts?!”

“Naja, hier stehen ja gar keine Frauen rum.”
“Schatz, es ist 14 Uhr, ich meine…”

“Arbeiten die denn jetzt noch nicht?”
“Ähm, nein. Denke ich zumindest.”

“Doch, schau mal da!”
“Wo? Was?”

“Die da!”
“Liebste, das ist eine ganz normale Touristin.”

“Die sieht aber so aus!”
“So aus wie was?!”

“Wie eine, eine… Na so eine eben.”
“Wie eine Nutte, wolltest du sagen.”

“Sag dieses Wort nicht, das ist schrecklich!”
“Was soll ich denn sonst sagen??”

“Weiß ich nicht, Liebesdienerin oder so, aber nicht Nutte!”
“Na schön, also DAS ist sicher keine Liebesdienerin.”

“Woher weißt du das denn??”
“Weil sie einen Rucksack auf dem Rücken hat, deswegen!”

“Na und? Wer weiß, was die so alles dabei haben müssen.”
“Aber doch wohl nicht im Rucksack!”

“Aber sicher bist du dir auch nicht, oder!?”
“Doch, und jetzt lass uns weiter gehen!”

[Wir schlendern ab Millerntorplatz die Reeperbahn entlang Richtung Große Freiheit und schauen uns die bunten Shops und Kinos an.
Es ist absolut nichts los hier, was allerdings auch nicht weiter verwunderlich ist.
Während ich mir ab und zu mal die Spielzeugauslagen in den schmierigen Schaufenstern ansehe, beobachtet die Liebste mit Argusaugen jede Frau, die an uns vorbei kommt...]

“Und die da? Meinst du, die geht gerade zur Arbeit??”
“Nein.”

“Und die da hinten? Also die doch bestimmt!”
“Geh doch hin und frag sie.”

“Was soll ich denn fragen??”
“Ob sie eine Nu… Ähm, ob sie eine Liebesdame ist.”

“Nee, das traue ich mich nicht. Hinterher stimmt das nicht!”
“Was anzunehmen ist…”

“Ich will jetzt aber auch mal eine sehen!”
“Warum??”

“Wenn wir schon mal hier sind?!”
“Schatz, das hier ist die Reeperbahn und kein Zoo!”

“Frag doch mal jemanden.”
“Fragen? Was soll ich denn fragen?”

“Wo die sich alle verstecken.”
“Schatz, es ist einfach noch viel zu früh, die…”

“Frag doch mal den Typen da!”
“Wen! Den mit den 738 Tattoos?? Bin ich lebensmüde, oder was??”

“Warum nicht? Der sieht aus, als wüsste der das!”
“Ja klar, ich frage einen Zuhälter, wo seine Frauen sind!”

“Sage ich ja, der muss es wissen!”
“Der nimmt mir mein Portmonee ab und dich gleich mit!”

“Jetzt stell dich nicht so an.”
“Du spinnst wohl! MIR bedeutet mein Leben was!!”

“Oh, Schatz, Schatz, schau mal…”

[Der Typ mit den 738 Tattoos muss wohl gemerkt haben, dass wir über ihn sprechen; auf jeden Fall steuert er mit schnellen Schritten direkt auf uns zu!
Während mein Leben in Sekundenschnelle vor meinem geistigen Auge an mir vorbeirast und ich mir denke, dass es so schlecht eigentlich gar nicht war, greift die Liebste meine Hand und drückt feste zu.
Und schon steht er vor uns: ein 2m großer menschlicher Schrank, übersät mit teilweise undefinierbaren Hautzeichnungen, speckiger Lederweste, Nieten, Springerstiefeln und einem vernarbten Gesicht, das den Charme von mindestens 30 Jahren Bandenkrieg ausstrahlt.
Wahrscheinlich will er jetzt gleich wissen, was wir über ihn geredet haben; und noch bevor ich mir eine gute Antwort überlegen kann, legt er auch schon los: "Hat einer von euch mal Feuer für mich?", fragt er und schaut uns erwartungsvoll an, ohne eine Miene zu verziehen.]

“Schatz, ähm, gib ihm doch mal Feuer…”
“Ähm, Moment, ich hatte da doch…”

[Ich krame aus meiner Jackentasche eine Schachtel Streichhölzer, die ich ein paar Tage zuvor zusammen mit der Rechnung in einer Bar erhalten habe. Was für ein Glück, denke ich mir, gebe die Schachtel an den Zuhälter und sage ihm, dass er sie ruhig behalten könne.
Da tritt die Liebste einen Schritt nach vorne...]

“Entschuldigung, Sie wissen doch bestimmt, wo hier was los ist?”

[Mit entgleisten Gesichtszügen wende ich meinen Kopf der Liebsten zu und frage mich, ob sie noch ganz bei Trost ist...
Doch noch bevor ich meine Hände um ihren Hals legen und feste zudrücken kann, antwortet der böse Lude schon:]

    “Tut mir leid, ich komme aus Wien und habe auch keine Ahnung.”
    “Wisst ihr denn was?”

“Nee, ist doch aber auch noch viel zu früh jetzt!”

Kopfschüttel…

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Hex hex!

26. Juli 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste sitzt an ihrem Schreibtisch am Computer, als ich am Abend nach Hause komme. Sie ist voll konzentriert und klebt sozusagen mit ihrer Nase am Bildschirm.
Ich setze mich auf den Stuhl neben ihr und schaue mir meine Liebste eine Zeit lang an…

“Hallo Schatz, du, ich muss hier echt noch arbeiten.”
“Das sehe ich, Süße.”

“Fein.”
“Was machst du denn da genau?”

“Ach, nur den Rest für heute, sonst nichts.”
“Na gut…”

[Ich kann nicht genau sehen, was sie da macht, aber auf dem Monitor sind tausend Tabellen, Zahlen und Felder zu erkennen. Es wird sich wohl um ein Programm ihrer Firma handeln, vielleicht das CRM oder ein Finanzsystem oder so.
Ich weiß, dass Verwaltungskram und Zahlen nicht gerade zu den Lieblingsbeschäftigungen meiner Liebsten gehören...]

“Du Schatz, ich muss mich hier wirklich konzentrieren jetzt.”
“Jaja, ich will dich ja auch gar nicht stören.”

“Und warum beobachtest du mich dann??”
“Ich sitze doch nur hier??”

“Ja, aber du starrst mich an!”
“Möchtest du, dass ich gehe?”

“Nein, aber du sollst mich nicht beobachten.”
“Ich interessiere mich doch nur dafür, was du so machst?”

“Dann kann ich mich aber nicht konzentrieren!”
“Ist ja schon gut, ich gehe ins Wohnzimmer rüber.”

“Nee, bleib mal lieber hier.”
“Aber du hast doch eben gesagt, dass ich…”

“Ich habe NICHT gesagt, dass du gehen sollst!”
“Sondern??”

“Du sollst mich nur nicht so angucken.”
“Wo soll ich denn hingucken??”

“Keine Ahnung, irgendwo anders hin eben.”
“Aha…”

“Setz dich doch einfach vor deinen eigenen Computer?”
“Nee, ich habe den ganzen Tag schon vorm Bildschirm gesessen.”

“Oder lies die Zeitung da, die magst du doch?”
“Diese c’t habe ich schon gelesen.”

“Dann mach halt irgendwas!”
“Ich werde jetzt in die Küche gehen.”

“Nein, bleib bitte hier!”
“Aber Schatz, ich denke, du musst dich konzentrieren??”

“Muss ich ja auch.”
“Dann kann ich doch auch gehen, oder nicht??”

“Nein, ich glaube, ich brauche dich gleich.”
“Wofür??”

“Ich muss doch was drucken.”
“Dann druck doch!”

“Das funktioniert aber nicht!”
“Was funktioniert nicht!? Der Drucker??”

“Worauf soll man den sonst drucken?? Natürlich der Drucker!”
“Oh, Entschuldigung vielmals!”

“Ich muss unbedingt die Reisekostenabrechnung drucken.”
“Und?”

“Ich habe schon 20-mal Drucken geklickt, aber kommt nichts.”
“Dann lass mich mal eben nachschauen…”

“NEIN!”
“Nicht??”

“Nein, ich will es ja selber hinkriegen!”
“Aha… Und wie lange probierst du das schon??”

“Och… So ne halbe Stunde?”
“Lass mich doch nachsehen, das kann ja nur eine Kleinigkeit sein!”

“Nee, sag mir lieber, was ich machen muss.”
“Ist der Drucker an? Kabel dran?”

“Ja.”
“Eingeschaltet?”

“Natürlich.”
“Und es kam keine Fehlermeldung am Bildschirm?”

“Nein.”
“Ist denn der richtige Drucker eingestellt?”

“Wieso, haben wir mehrere??”
“Nein, aber es könnte ja sein, dass…”

“Also solche Tipps kann ich mir auch selber geben!”
“Ich meine doch nur, ob…”

“Wenn du mich schon unterbrichst, dann aber bitte sinnvoll!”
“ICH unterbreche dich??”

“Ich war ja voll damit beschäftigt, das habe ich doch gesagt!”
“Ich will dir doch aber nur helfen!?”

“Dann mach, dass das doofe Ding druckt!”
“Heiße ich Bibi Blocksberg, oder was??”

“Ich wüsste nicht, dass Bibi Blockberg je was gedruckt hätte.”
“Ach wirklich?? Ich meinte eher, dass ich nicht zaubern kann.”

“Soll das heißen, dass du mir nicht helfen kannst hier?”
“Jedenfalls nicht, indem ich hier nur rumsitze!”

“Eene meene Kartoffelbrei, flux den Drucker herbei! Hex hex!”
“Was wird das jetzt??”

“Du hast doch mit Bibi Blocksberg angefangen!?”
“Boah, ich muss echt mehr Lebertran trinken…”

“Druckt immer noch nicht…”
“DAS nennst du also konzentriertes Arbeiten??”

“Ich glaube, du musst mir doch helfen…”
“Oh! Ich?? Ich darf?? Diese Ehre, mein Gott…”

“Los, dann mach mal.”

[Die Liebste steht von ihrem Stuhl auf und bietet mir diesen mit einer eindeutigen Handgeste zum Platz nehmen an. Obwohl ich ihr in diesem Moment mal wieder den Hals umdrehen könnte, setze ich mich mit leicht verzogenen Mundwinkeln vor ihren Computer und die Liebste stellt sich dicht hinter mich.
Ich klicke auf den Menüpunkt Einstellungen und dann auf Druckerauswahl in dem merkwürdig anmutenden Programm.]

“Hex hex!”
“Schatz, was soll das??”

“Ich dachte, das hilft vielleicht…”
“Das tut es NICHT!”

“Mach da bloß nichts kaputt!”
“Gib mir mal einen Augenblick, ja??”

“Aber nichts verstellen!”
“Hallo?? Ohne was ändern geht es ja wohl nicht!?”

“Und du weißt, was du da tust??”
“Ich denke schon. Ich habe ja noch gar nichts gemacht.”

[In dem Menü entdecke ich ein gutes Dutzend Druckereinträge. Natürlich frage ich mich, woran das wohl liegt, denn an dem Rechner hängt wirklich nur ein einziger Drucker.
Bei genauerem Hinsehen wird mit klar, dass das alles Netzwerkdrucker sind; die Liebste scheint via Internet und VPN noch mit ihrem Firmennetzwerk verbunden zu sein.]

“Und??”
“Sag mal, wie oft hast du schon auf Drucken geklickt?”

“Weiß nicht mehr, so 20-, 30-mal? Wieso?”
“Weil der Drucker wahrscheinlich schon funktioniert hat.”

“Da ist aber nichts rausgekommen??”
“Du hast ja auch auf einen anderen Drucker gedruckt.”

“Auf einen anderen??”
“Kennst du einen Drucker mit dem Namen JJAV06_MH?”

“Ähm… Das ist das Kürzel von meiner Chefin??”
“Dann hat sie jetzt zirka eine Tonne Papier in ihrem Drucker liegen.”

“Heißt das, ich habe von hier aus auf IHREN Drucker gedruckt??”
“Sieht so aus…”

“Das geht??”
“Das geht. Weil du die Verbindung zur Firma nicht getrennt hast.”

“Oh… Das kann sein…”
“Ist ja nicht so schlimm.”

“Doch.”
“Warum? Ist doch nur Papier?”

“Die Reisekostenabrechnung ist nicht das Problem, aber…”
“Aber??”

“Ich hatte das gleiche Problem eben mit einem PDF…”
“PDF?? Was hast du denn da gedruckt??”

“Die Bedienungsanleitung vom Drucker…”

Kopfschüttel…

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Schneckentreff

20. Juli 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sind auf dem Sprung, wir wollen zu Freunden fahren, bei denen wir zum Grillen eingeladen sind.
Heute sind wir tatsächlich mal einigermaßen pünktlich, sogar die Liebste ist – für ihre Verhältnisse – rechtzeitig fertig geworden.
Wir sind schon fast an meinem Auto…

“Du fährst doch heute, oder?”
“Ja, Süße.”

“Auch heute Abend?”
“Auch heute Abend.”

“Prima, dann kann ich ja mit Julia ein paar Cocktails trinken.”
“Kannst du, aber jetzt steig erst mal ein.”

[Wir gehen um meinen Wagen herum und ich drücke auf die Fernbedienung, um die Türen zu öffnen.
Ich habe den Griff schon in der Hand, da höre ich einen Aufschrei!]

“Halt, halt, halt, halt!!”
“Was ist??”

“Nicht losfahren, bloß nicht losfahren!!”
“Wieso?? Ist was kaputt?? Platten??”

“Nein, der Reifen ist in Ordnung.”
“Aha, und was dann??”

“Hier sitzt eine Schnecke!”
“Eine Schnecke??”

“Ja, hier auf dem Reifen vorne!”

[Ich lasse den Türgriff los und gehe um die Motorhaube herum zum rechten Vorderrad, und tatsächlich: da sitzt eine kleine Schnecke oben auf der Lauffläche des Reifens.]

“Wie kommt die denn da hin??”
“Sie wird da wohl hin gekrochen sein, was sonst!?”

“Warst du nicht eben noch mit dem Wagen unterwegs??”
“Naja, das ist ja schon eine halbe Stunde her…”

“Ach so, ich dachte schon, die sei während der Fahrt dahin.”
“Während der Fahrt??”

“Na, so wie du fährst??”
“Sehr witzig Liebste, wirklich sehr witzig!”

“Haha!”
“Können wir dann jetzt?”

“Was?”
“Na losfahren?”

“Und die Schnecke??”
“Nimm sie ab und dann los.”

“Ich?? Ich fasse doch die Schnecke nicht an?!”
“Na gut, dann mache ich das.”

“Nein!”
“Ähm, was genau meinst du jetzt mit NEIN??”

“Du rupfst die ja einfach nur ab und dann tut sie sich weh!”
“Ich werde ganz zärtlich sein…”

“Und wo willst du sie dann hinsetzen??”
“Tja, vielleicht da neben den Baum?”

“Nee, auf keinen Fall!”
“Und warum nicht, bitte??”

“Hier sind ja nur Bürgersteig und Straße.”
“Und??”

“Na wenn sie woanders hin will, dann überfährt sie jemand!”
“Aber…”

“Oder es tritt jemand drauf!”
“Soll ich vielleicht noch Warnschilder aufstellen, oder was??”

“Das geht doch gar nicht…”
“Ach… Tatsächlich…”

“Das ist schwierig mit der Schnecke, was?”
“Weniger mit der Schnecke, eher mit dir…”

“Ich bin eben ein Tierfreund.”
“Ja… Wir können sie ja da hinten zum Schneckentreff bringen.”

“Wo ist denn hier ein Schneckentreff??”
“Ich meine deinen Friseur.”

“Hä??”
“Ach, vergiss es… Also was nun?”

“Ich weiß nicht. Aber wir lassen sie nicht hier.”
“Was soll das denn jetzt heißen, du willst doch wohl nicht…”

“Doch, wir nehmen die kleine Schnecke mit.”
“Was??”

“Und dann bringen wir sie auf eine schöne Wiese oder so!”
“Och Schatz!”

“Was denn??”
“Das ist doch Blödsinn!”

“Das können wir ja wohl mal machen, oder??”
“Mit WIR meinst du wohl eher MICH, richtig??”

“Wieso, du hast doch gesagt, dass du fährst!?”

Kopfschüttel…

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Update-Server

4. November 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich entspannen an der Bremer Schlachte im Anschluss an einen 3-stündigen Einkaufsbummel durch die Bremer Innenstadt.
Was gibt es Schöneres, als an einem freien Tag mitten in der Woche in die Stadt zu fahren…
Nun ja, immerhin sind wir fast durch, zumindest betont die Liebste, sie habe jetzt alles.

“Schatz, wie spät ist es eigentlich?”
“Schau selbst, Süße:”

[Ich halte der Liebsten meine Armbanduhr vor die Nase, damit sie selbst nachschauen kann.]

“Ach, das ist ja toll!”
“Was bitte ist jetzt toll?”

“Es ist ja noch nicht einmal vier Uhr!”
“Ähm… Wie bitte??”

“Wieso?”
“Schatz es ist zwanzig nach vier!?”

“Ach was, es ist gerade mal so um vier Uhr.”
“Es ist 16.21 Uhr, um genau zu sein, also fast halb fünf!”

“Dass du immer alles so pessimistisch sehen musst!”
“Hallo?? Ich sage doch nur, was auf der Uhr steht??”

“Für mein Gefühl ist es erst so um vier, die paar Minuten da, pff!”
“Du bestimmst also anhand deiner Gefühle die Uhrzeit??”

“Klar, warum denn nicht?”
“Wenn mich jemand fragt, wie spät es ist, dann doch wohl, um…”

“Jetzt stell dich doch nicht so an, ist doch egal, wie spät es ist!”
“Das finde ich nicht, du hast mich schließlich gefragt.”

“Ich wusste gleich, dass es so um vier Uhr herum sein muss.”
“Es ist aber kurz vor halb fünf!?”

“Nein, es ist etwas nach vier.”
“Liebste, manchmal glaube ich, dass du ein Alien vom Mond bist…”

“Quatsch!”
“Doch. Das würde auch zu deinen Mondzeiten passen…”

“Also wenn, dann komme ich vom Mars.”
“Von mir aus auch das…”

“Oder von der Venus.”
“Wie auch immer…”

“Venus ist besser, ich komme von der Venus.”
“Schön. Also bist du eine Außerirdische, ja?”

“Wenn dir das Spaß macht, dann bin ich eine Außerirdische, ja.”
“Und dort haben die grünen Männchen DICH zusammengebaut??”

“Ist doch gut geworden, oder??”
“Jaja, doch… Die Hülle ist ganz gut, aber…”

“Was soll das denn jetzt heißen??”
“Das Betriebssystem funktioniert noch nicht so richtig…”

“Betriebssystem??”
“Ja… Du bräuchtest mal ein Service Pack, Update oder Fix oder so.”

“Warum??”
“…um einige grundlegende Funktionen zu verbessern.”

“Zum Beispiel??”
“Zum Beispiel, um die Uhrzeit von einer Uhr ablesen zu können!”

“Bei uns auf der Venus gibt es wöchentliche Updates.”
“Ach, tatsächlich??”

“Ja. Jede Woche neue Funktionen und alles!”
“Komisch! Die scheinen aber bei dir gar nicht anzukommen!”

“Kein Wunder. Kann ja auch nicht.”
“So?? Und warum das??”

“Weil ich hier auf der Erde keine Verbindung zum Server habe.”
“Mist…”

“Aber dafür haben die auf der Venus eine Lösung gefunden.”
“Ja? Welche denn??”

“Die haben hier einen Laden für manuelle Updates eingerichtet.”
“Und wo ist der??”

“Bei H&M. Los, lass uns da hingehen, ich brauche Updates!”

Kopfschüttel…

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Den da!

19. Oktober 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich betreten am Abend das Hansa-Haus in Syke, um dort einen oder zwei Cocktails zu trinken.
Zuerst jedoch muss natürlich ein passender Tisch gefunden werden, und es ist schon recht voll hier für diese Uhrzeit…
Aber: wir haben Glück!

“Du Schatz, sollen wir den da nehmen, den Vierer-Tisch?”
“Klar, warum nicht, Süße.”

“Ist der nicht zu groß für uns?”
“Nö. Wir nehmen den einfach.”

“Und wo möchtest du sitzen?”
“Ich setze mich auf die Bank.”

“Und ich?? Wo soll ich sitzen??”
“Na setz dich doch da auf den Hocker!?”

“Nee, ich will auch auf die Bank.”
“OK, Süße…”

“Wobei das ja schon ein bisschen blöd ist so…”
“Wieso?”

“Na weil ich dich ja so gar nicht angucken kann!”
“Ich habe mich kaum verändert in den letzten Minuten.”

“Ich will dich aber ansehen können, wenn ich mit dir rede!”
“Ach? Reden wollen wir auch??”

“Ich setze mich doch auf den Hocker.”
“Schön. Von mir aus… Frauen…”

“So ist´s besser.”
“Ähm, Liebste, jetzt sitzen wir ja versetzt??”

“Na und?”
“Naja, ich meine, das ist ja jetzt auch doof, oder?”

“Dann setz dich doch zu mir rüber?”
“Und warum setzt du dich nicht einfach auf die andere Seite??”

“OK.”
“OK.”

“Mann, warum setzt du dich denn jetzt auch anders??”
“Ich dachte, ich soll tauschen??”

“Nein, ich wollte tauschen!”
“Was soll´s, dann setz dich wieder auf deinen alten Platz.”

“Ich finde es hier aber besser, glaube ich.”
“Liebste, das gibt´s doch gar nicht, klappt das heute noch!?”

“Warum maulst du mich denn jetzt an??”
“Weil du hier schon wieder einen Zirkus aufführst!”

“Wer hat sich denn umgesetzt, du doch!?”
“Ich??”

“Ja, du!”
“Ich setze mich jetzt noch EINMAL um, und dann ist Schluss!”

“Ich mache das aber nochmal ganz anders jetzt.”
“Anders??”

“Wir machen das einfach über Eck.”
“Über Eck??”

“Ich setze mich jetzt einfach hier auf die Ecke.”
“Auch gut. Und warum setzt du dich dann nicht, Süße?”

“Gleich, jetzt drängel doch nicht so!”
“Ich frage mich nur, warum du jetzt da noch stehst!?”

“Ich setze mich ja gleich.”
“Aha. Schön. Und was hindert dich jetzt daran, bitte??”

“Ich muss erst noch auf Klo.”
“Himmel, diese Frau, ich werde noch wahns…”

“Aber halt mir den Hocker frei!”

Kopfschüttel…

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Kapitän Spock

12. Oktober 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich haben beschlossen, einen Videoabend zu machen. Naja, eigentlich hat die Liebste mehr meinem ewigen Jammern nachgegeben…
Aber egal, wir stehen also in der Videothek vor den vielen Regalen und müssen nun zwei Filme aussuchen.

“Was wollen wir denn jetzt gucken??”
“Ähm, das wollte ich dich auch gerade fragen, Süße.”

“Hm… Also ich gehe mal da bei den Komödien stöbern.”
“Na gut, dann schaue ich mal hier bei den Neuigkeiten.”

“Was?”
“Wie was?”

“Du willst da hingehen?”
“Ja, wieso?”

“Und ich gehe dort hin??”
“Ja nicht??”

“Ich dachte, wir wollten was zusammen aussuchen!”
“Wollen wir ja auch, aber wir fangen ja gerade erst an!?”

“Das finde ich doof, wenn du hier bist und ich da!”
“Na schön, dann komme ich eben erst einmal mit zu den Komödien.”

“Nein, nein, schau du ruhig hier, wenn du unbedingt willst.”
“Nein, es ist kein Problem, ich gehe mit dir mit.”

“Brauchst du aber nicht!”
“Aber du hast mich doch gebeten??”

“Habe ich nicht.”
“Nicht??”

“Nein, ich sagte nur, dass ich das schöner fände.”
“Also gehen wir dann jetzt zusammen zu den Komödien oder nicht!?”

“Na das fängt ja schon ganz toll an!”
“Wieso, was ist denn??”

“Ich wusste, warum es keine gute Idee ist, mit dir in eine…”
“Liebste, wir werden ja wohl EINMAL einen Film aussuchen können!”

“Aber du willst ja immer andere Sachen sehen, als ich!”
“Das weißt du doch noch gar nicht!?”

“Ich sehe doch, was du dir zuhause so anschaust!”
“Was denn??”

“Na zum Beispiel dieses ‘Stirb endlich’ da…”
“STIRB LANGSAM, der Film heißt STIRB LANGSAM.”

“Oder so, von mir aus. Und dann das mit der Nummer.”
“Was für eine Nummer??”

“Na der heißt doch ‘Stirb endlich 4.0′, oder nicht?”
“LANGSAM! Es heißt LANGSAM 4.0.”

“Jaja, aber Vier Punkt Null, was soll denn das??”
“Wie meinst du das??”

“Naja, gibt es auch 3.1, oder 4.5.2 oder so?”
“Nein, gibt es nicht…”

“Eben, da ist doch schon der Titel Schwachsinn!”
“Der Titel ist doch völlig egal, es geht um den Film!”

“Pff! Das ist genauso doof wie Star Wars.”
“Was?? Star Wars?? Was ist denn jetzt damit nicht in Ordnung??”

“Naja, übersetzt heißt das doch Sternenkrieg, oder?”
“So in etwa, Krieg der Sterne vielmehr.”

“Eben, und das hat doch mit der Handlung gar nichts zu tun!”
“Wie bitte?? Natürlich!”

“Quatsch! Es geht nur um das blöde Raumschiff.”
“Oh Gott, Meister Yoda wird sich im Grabe umdrehen…”

“Yoda ist das grüne Ding, oder? Ich kenne nur Kapitän Spock.”
“Spock?? Spock ist Erster Offizier, nicht CAPTAIN!”

“Und wer ist dann der Kapitän da??”
“Das ist CAPTAIN Kirk! Aber was hat das denn mit Star Wars zu tun??”

“Ist das nicht das mit Raumschiff Enterprise?”
“Himmel! Das, was du meinst, ist STAR TREK! Nicht STAR WARS!”

“Hört sich aber ziemlich ähnlich an…”
“Oh Gott, wenn das so weiter geht, muss ich mich gleich hinsetzen…”

“Was denn!? Ich kenne mich da nicht so aus, na und??”
“Schatz, das ist nun wirklich fast schon Allgemeinbildung!”

“Du kennst dich ja bei ‘Anna und die Liebe‘ auch nicht aus.”
“..worauf ich stolz bin. Und vergleichen kann man das auch nicht!”

“Na schön, aber wir gucken heute nichts mit Raumschiffen, ja?”
“Von mir aus…”

“Und auch nichts, wo ein Typ 564 Leute umlegt, ja?”
“Nein.”

“Schön, weil das ist ja auch wieder total unrealistisch.”
“Aha. Und du als bekannte Actionfilm-Kritikerin weißt sowas??”

“Wieso, das weiß ja wohl jeder!”
“Was genau jetzt weiß JEDER?”

“Dass die 40-60 Patronenmagazine dabei haben müssten.”
“Wer?? Was??”

“Naja wenn so ein Magazin 12 Schuss hat, dann müsste…”
“Liebste, können wir das auch später vertiefen, also ich meine…”

“Aber ich möchte, dass wir was ausleihen, was etwas echter ist.”
“Ich weiß zwar immer noch nicht, was du meinst, aber…”

“Das kann ich dir ja zeigen.”
“Na schön, dann bin ich gespannt, was du aussuchst…”

[Meine Liebste schleicht angespornt um die Regale mit den Komödien herum, wobei ich anstelle des Videothekenbetreibers eher "Schnulzenecke" drübergeschrieben hätte.
Nachdem ich meiner Liebsten anfangs noch gefolgt bin, schweifen meine Blicke mittlerweile ab und zu mal ab, hin zu den Playstation-Spielen gegenüber.
Plötzlich tippt mir die Liebste auf die Schulter.]

“Hier, sowas meine ich.”
“Was? Den Film? Was ist das denn?”

“Schau.”
“Ähm… DEN willst du sehen??”

“Ja. Du auch?”
“Ähm…”

“DER ist aus dem Leben, der ist lustig und anspruchsvoll!”
“Aber…”

“Da gibt es keine Bekloppten, die wild um sich ballern.”
“Das nicht, aber…”

“Und komische Außerirdische auch nicht.”
“Naja, das, ähm…”

“Also nehmen wir den mit? Bitte!”
“Aber Schatz, hast du den denn nicht schon 50-mal gesehen??”

“Na und?? Du guckst dir doch Stirb 28.6 auch 1.000-mal an!”
“Schon, aber ich dachte, wir leihen uns mal was Neues aus?”

“Der ist immer aktuell. Zeitlos, sozusagen.”
“Muss das sein, ich meine, seit 20 Jahren müssen Frauen diesen…”

“Pretty Woman ist ein Klassiker! Und es gibt einen, nicht 6.0.”
“Hör jetzt auf mit dieser blöden Nummerierung!!”

“Siehst du, jetzt sagst du es schon selbst!”
“Liebste, können wir eventuell auch was anderes nehmen?”

“Du meinst, etwas, was uns beiden gefällt?”
“Gott sei dank, was bin ich froh, dass du das sagst!”

“OK, dann weiß ich schon, was wir nehmen.”
“Und was?”

“Dirty Dancing, der steht gleich neben Pretty Woman.”

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So ein schmaler, hagerer Typ

4. Oktober 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich schalten am späten Samstagabend noch den Fernseher ein.
Eigentlich wollen wir uns gar nichts Besonderes ansehen, nur mal kurz durchzappen, was so geboten wird. Dabei landen wir bei “Oliver Pocher live!” auf RTL…

“Oh, guck mal, Oliver Pocher.”
“Das sehe ich, Süße.”

“Magst du den?”
“Naja, es geht, also…”

“Der ist erst 31 Jahre alt und schon so berühmt!”
“Also berühmt, ich weiß ja nicht, also…”

“Guck dir mal an, wie viele Leute da im Publikum sitzen!”
“Stimmt… Aber Stadien zu füllen ist ja jetzt auch voll in.”

“Also ich halte das ja alles für ein abgekartetes Spiel.”
“Was? Wen?”

“Na das mit seiner neuen Freundin, die blonde da.”
“Was ist mit der??”

“Die soll doch schwanger sein.”
“Na und??”

“Das kann doch gar nicht sein nach so kurzer Zeit!”
“Ähm… Also wie es funktioniert, kann ich dir erklären…”

“Nein, ich meine, das Kind ist bestimmt nicht von dem Pocher.”
“So?? Von wem denn dann??”

“Weiß ich nicht, aber ich sag ja, das ist alles abgekartet.”
“Verstehe ich nicht, was meinst du denn damit??”

“Na so wie mit der Cindy Crawford damals.”
“Cindy Crawford?? Was war denn mit der??”

“Na die war doch auch mit diesen Dings zusammen.”
“Mit wem??”

“Wie hieß der denn noch…”
“Richard Gere??”

“Nein, mit dem, na…”
“Sie war mit Richard Gere zusammen!”

“Quatsch! Das wüsste ich ja wohl!”
“Hallo?? Sie war mit…”

“…die war doch mit Harry Potter zusammen!”
“Was?? Du willst mich doch verarschen!?”

“War das nicht Harry Potter??”
“Hallo?? Harry Potter ist…”

“Der war Zauberer, das weiß ich noch genau!”
“Liebste! Harry Potter ist eine Romanfigur!”

“Wie heißt denn dieser berühmte Zauberer noch…”
“Reden wir noch von Cindy Crawford??”

“Natürlich! Ihr Mann war so ein schmaler, hagerer Typ.”
“Zauberer??”

“Ja.”
“Du meinst nicht zufällig David Copperfield??”

“Ja! Genau! Den meine ich!”
“Ähm…”

“Das war auch nur so ein PR-Gag!”
“Schatz, David Copperfield war mit Claudia Schiffer zusammen!”

“Schiffer, ach ja, genau! Siehste!”
“Ich brech zusammen…”

“Die waren auch nur wegen der Presse zusammen.”
“Aha, und…”

“…und bei dem Pocher ist es genau dasselbe.”
“Du willst also allen Ernstes behaupten, dass Oliver Pocher…”

“…dass das alles nur ein PR-Rummel ist, genau.”
“Also das glaube ich nicht…”

“Na klar!”
“Das hat die doch gar nicht nötig, die, na, die…”

“Seine neue Freundin?”
“Ja, wie heißt die doch noch gleich…”

“Ich weiß, ich weiß es!”
“Und??”

“Sandy Meyer-Becker!”

Kopfschüttel…

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Was mit Tieren

17. September 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sind im Auto unterwegs nach Bremerhaven, wo wir uns mit Freunden treffen wollen.
Während der Fahrt werden natürlich die neuesten Geschichten ausgetauscht und ab und zu bleibt dann auch mal Raum für Zukunftsplanung…

“Schatz, weißt du, was ich mir schon lange überlege?”
“Nein, Liebste. Was denn?”

“Ich glaube, ich würde gerne mal was Ehrenamtliches machen.”
“Du??”

“Wie meinst du denn das, warum denn nicht ich??”
“Naja, ich meine, du hast doch so schon kaum Zeit übrig.”

“Du weißt ja noch gar nicht, was ich machen will!”
“Ach so, und was willst du machen?”

“Ich weiß nicht.”
“Ähm…”

“Ich habe ein paar Ideen, aber so richtig nicht…”
“Und was sind deine Ideen??”

“Vielleicht was mit Tieren.”
“Mit Tieren??”

“Ja, so Gassi gehen am Tierheim oder so.”
“Aha…”

“Oder im Seniorenbereich was.”
“Im Altenheim??”

“Ja, so den Omis Geschichten vorlesen oder so.”
“Hm…”

“Oder beim Roten Kreuz.”
“Blutspenden abzapfen??”

“Ja, vielleicht.”
“Naja, ich weiß ja nicht… Solange es keine Pfadfindergruppe ist…”

“Hast du etwa was gegen Pfadfinder??”
“Nein, überhaupt nicht, aber DICH sehe ich da nicht, irgendwie…”

“So?? Wo siehst du mich denn??”
“Hm, tja…”

“Was könnte ich denn mal machen?”
“Ja, also… Vielleicht was mit Kindern?”

“Das kommt überhaupt gar nicht in Frage.”
“Ach! Nicht?? Ich dachte, du magst Kinder??”

“Mag ich ja auch.”
“Aber dich um Kinder in Not kümmern willst du nicht??”

“Doch, aber das tue ich ja schon längst.”
“Ach so?? Davon weiß ich ja gar nichts??”

“Da hätte ich auch schon längst einen Orden für verdient.”
“Aha, und wofür jetzt bitte??”

“Ich muss mich um dich kümmern, das reicht fürs Erste.”

Kopfschüttel…

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Sehr nett!

31. August 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich landen am Samstagmittag nach einem Einkaufsbummel in Bremen in dem kleinen Bistro und Café “September” in der Innenstadt.
Wir sind ein bisschen hungrig und wollen eine Kleinigkeit essen.
Nachdem die Liebste gefühlte 2 Stunden die Speisekarte sowie das Mittagstisch-Angebot studiert hat, können wir nun endlich bestellen.

“Schatz, Ich glaube, ich habe jetzt was gefunden.”
“Das wurde ja wohl auch mal Zeit, Süße!”

“Jajaja… Gnocchi in Gorgonzolasauce mit Spinat nehme ich.”
“Gut, alles klar. Dann kann ich ja endlich bestellen.”

[Die junge Kellnerin kommt kurze Zeit später erneut an unseren Tisch; sie ist schon dreimal da gewesen, um unsere Bestellung aufzunehmen, musste dann aber wieder gehen, weil sich die Liebste noch nicht für ein Gericht entscheiden konnte.
Die Kellnerin ist mir sehr sympathisch: immerhin hat sie mir einen beiläufigen mitleidsvollen Blick zugeworfen, als sie uns vor langer Zeit die Getränke gebracht hat. DIE Frau versteht mich, und das ganz wortlos!
Dummerweise hat auch die Liebste diesen Blick mitbekommen...]

“Die ist nett, die Kellnerin, oder?”
“Joah, schon…”

“Etwas ZU nett, würde ich sagen.”
“Zu nett? Wie kann man denn zu nett sein??”

“Zu dir zumindest!”
“Wieso, was ist denn??”

“Die hat dich doch voll angemacht, habe ich doch gesehen!”
“Quatsch! Die ist einfach nur nett.”

“Was du so unter nett verstehst…”
“So? Was verstehe ich denn unter nett, bitte??”

“Wenn du sagst, eine Frau sei nett, dann heißt das bei dir…”
“Ja? Was??”

“Nee, das sage ich nicht. Aber du weißt es ja.”
“Ich weiß gar nichts, was denn??”

“Jetzt tu doch nicht so!”
“Schatz, ich weiß wirklich nicht, was du meinst!?”

“Das ist eure komische Männersprache.”
“Wie bitte??”

“Ihr habt immer Geheimwörter für irgendwas.”
“Ich??”

“Ja.”
“Das gilt ja wohl eher für dich, nicht für mich!”

“ICH sage immer genau das, was ich auch denke.”
“Pah! Du bist doch die Königin aller Wortverdreher!”

“Bin ich nicht!”
“Bist du aber so was von!”

“Hast du mich schon mal sagen hören, der ist NETT??”
“Schon hundertmal!”

“Dann stimmt es ja dann auch.”
“Hä??”

“Wenn ich das gesagt habe, dann meinte ich auch nett.”
“Ach, und wenn ich das sage, dann heißt das was anderes??”

“Natürlich.”
“Und verrätst du mir jetzt noch, WAS das heißen soll??”

“Nett heißt bei dir soviel wie das Gegenteil von Sumpfhuhn.”
“Sumpfhuhn??”

“Sumpfhuhn ist eben nicht nett.”
“Schön, und was wäre nett??”

“Hab ich doch gerade erklärt!”
“Du hast überhaupt gar nichts erklärt!?”

“Weil du mir nicht richtig zuhörst!”
“Und ob! Ganz genau habe ich dir zugehört!”

“Du weißt genau, was ich meine, und stellst dich nur dumm!”
“DAS war jetzt aber wirklich nicht nett!”

“Nicht nett??”
“Nicht nett.”

“Du nennst MICH ein Sumpfhuhn??”
“Wer hat denn was von Sumpfhuhn gesagt??”

“Du gerade!”
“Ich sagte, das sei nicht nett gewesen!?”

“Eben! Und du weißt ja, was das bedeutet!”
“Ja, ich weiß was es bedeutet, aber nicht, was du daraus machst!”

“Ich kann eben auch zwischen den Zeilen lesen, ganz einfach.”
“Aha. Also damit ich das jetzt richtig verstehe:”

“Ja?”
“Wenn ich sage nett, dann denkst du, ich meine attraktiv, scharf…”

“Das trifft es zwar nicht richtig, aber so in der Richtung.”
“Und das nur, weil ich die Kellnerin nett genannt habe?”

“NUR ist gut!”
“Naja, weil ich eben gesagt habe, sie sei nett?”

“NETT gesagt und das Gegenteil von Sumpfhuhn gemeint.”
“Mach es jetzt nicht wieder so kompliziert, ja!?”

“Worauf willst du denn hinaus?”
“Also nur noch einmal für mich: nett heißt attraktiv?”

“Von mir aus…”
“Schön. Schatz, du bist echt die netteste Person, die ich kenne.”

“Du findest mich nett??”
“Sehr nett.”

“SEHR NETT??”
“Ja.”

“Nur nett??”
“Ähm…”

Blödmann!”

Kopfschüttel…

82 Kommentare »

Meine Liebste und ich schlendern an unserem freien Tag weiter über die Reeperbahn in Hamburg, nachdem wir größerem Ärger bislang erfolgreich aus dem Weg gehen konnten. Wenn man sich hier ein bissschen umschaut, gibt es schon einige interessante Dinge zu entdecken.
Das ändert aber trotzdem nichts daran, dass nachmittags hier einfach nichts los ist…

“Schatz, wir hätten hier abends mal hingehen sollen.”
“Können wir ja noch, Süße.”

“Was? Heute Abend??”
“Warum nicht? Wir haben doch nichts vor?”

“Hm…”
“Dann kannst du deine Liebesdamen sehen, Shows besuchen und so.”

“Ich gehe doch hier nirgendwo rein!?”
“Wieso denn nicht??”

“Das sind doch alles Läden für Männer!?”
“Nein. Da gehen auch Frauen rein.”

“So?? Woher weißt denn du das??”
“Ähm…”

“Warst du hier etwa schon öfter??”
“Naja, also öfter wäre zu viel gesagt, aber…”

“Du warst HIER in einem der Läden??”
“Öhm, ist schon lange her, aber ich war in so einer Live-Show.”

“Was für eine Show??”
“Na so eine, wo die auf der Bühne das volle Programm, also…”

“Tanzen oder was??”
“Ja, ähm… Horizontales Tanzen dann wohl eher…”

“Und dafür hast du Geld bezahlt??”
“Naja, ich war halt damals neugierig und…”

“Das wusste ich ja gar nicht, hast du nie erzählt!”
“Nein, aber das hatte keinen besonderen Grund.”

“Was für einen Grund denn??”
“Nein, eben KEINEN Grund. Habe ich halt einfach nicht erzählt.”

“Du machst doch nie was ohne Grund!”
“Was heißt das denn jetzt??”

“Warum hast du mir das denn nie erzählt?!”
“Nur so, keine Ahnung? Jetzt weißt du es ja.”

“Was hast du da in dem schmierigen Laden noch gemacht!”
“Erstens nichts und zweitens war das nicht schmierig!”

“Kannten wir uns da schon??”
“Nein; das ist bestimmt schon, ähm… Mehr als 10 Jahre her.”

“Gut. Ich will da auch rein.”
“Wie bitte??”

“Ich will da auch rein, wo du drin warst!”
“Warum??”

“Ich will mal sehen, worauf mein perverser Freund so steht.”
“Sag mal, du spinnst wohl!”

“Was denn??”
“Also wenn eine weiß, was MIR gefällt, dann doch wohl du!”

“Da kann man mal sehen, wie man sich täuschen kann.”
“Liebste, hör auf, so einen Blödsinn zu reden!”

“Also was nun, wo ist dieser Laden!?”

[Fünf Minuten später stehen wir auf der Amüsiermeile Große Freiheit vor dem Safari-Theater schräg gegenüber dem Dollhouse. Obwohl es schon eine Ewigkeit her ist, erinnern mich die leicht verblassten Fotos in einem der Schaukästen an die Show, die ich damals schon gesehen hatte. Tanz der Vampire, Biene Maja, Rocky Horror Picture Show, Phantom der Oper... Alles in einer sehr "besonderen" Art und Weise auf die Bühne gebracht.
Ich weiß noch, dass damals insbesondere meine Kindheitsprägung durch die Biene Maja eine Wandlung erfuhr, als Willi die Biene Maja auf offener Bühne von hinten... Naja.
Und genau diese Geschichte erzähle ich der Liebsten, damit sie sich ein Bild davon machen kann, was praktisch hinter dem Programm des Safari steckt.]

“Also Schatz, verstehe ich das jetzt richtig?”
“Was?”

“Du hast Geld bezahlt, um dir die Biene Maja anzuschauen??”
“Naja, schon irgendwie… Wobei das ja aber…”

“Sowas kann man nur mit Männern machen, wie dämlich!”
“Hallo?? Ich war neugierig und habs mir angesehen, fertig!”

“Perverser.”
“Spießerin!”

“Ich bin keine Spießerin!!”
“Gut! Dann gehen wir heute Abend um 21.00 Uhr hier rein!”

“Hier?? Moment, warte mal kurz…”

[Die Liebste kramt ihr Handy aus ihrer Handtasche hervor und wählt eine Nummer. Als eine Verbindung zustande kommt, geht sie ein paar Schritte von mir weg, um ungestört telefonieren zu können. Ich kann zwar nicht genau hören, mit wem und was sie spricht, aber ich bin mir sicher, dass es irgendwas mit unserer derzeitigen Situation zu tun haben muss.
Da die Liebste immer für eine Überraschung gut ist, bin ich mir noch unsicher, ob das jetzt gut oder schlecht ist...]

“So, alles klar.”
“Mit wem hast du denn jetzt gesprochen??”

“Mit Mark, der war schon oft auf der Reeperbahn.”
“Mark?? Wer ist denn Mark??”

“Ein Arbeitskollege von mir.”
“Und was hast du dem jetzt erzählt??”

“Dass du mich hier rein schleppen willst und ob das ratsam ist.”
“Das fragst du deinen Arbeitskollegen??”

“Warum nicht?”
“Das darf doch wohl nicht wahr sein!?”

“Wieso? Wir gehen doch in die Show, alles ist gut.”
“Was??”

“Wir gehen rein.”
“Aha… Damit hatte ich jetzt gar nicht gerechnet…”

“Kannst du mal sehen! Aber nicht hier.”
“Nicht hier? Was heißt das denn jetzt wieder??”

“Wir gehen in eine andere Show.”
“Wie bitte??”

“Gegenüber der Großen Freiheit ist noch eine andere.”
“Und die hat er dir empfohlen, oder was??”

“Ja, genau. Das sei ungefährlich für dich.”
“Für mich??”

“Ja. 20.30 Uhr geht´s los, bis dahin gehen wir ins Panoptikum.”
“Moment, Moment! WAS und WIESO ist das ungefährlich für mich!?”

“Das ist ein erotisches und kunstvolles Cabaret.”
“So?? Und was erwartet uns da?”

“Da gibt´s Shows, Striptease, Tanz… Einfach alles für Männer.”
“Aha…”

“Da kannst du dir gerne viel nacktes Fleisch anschauen.”
“Ähm…”

“Und wenn die da auch poppen sollten, mir soll es recht sein.”
“Wie bitte??”

“Die Frauen sollen alle richtig heiß sein. Das volle Programm!”
“Und ähm, wieso ist das dann ungefährlich für mich??”

“Weil im Pulverfass Cabaret alle Transvestiten sind.”
“Transvestiten?? Männer in Frauenkleidern??”

“Ja, und jetzt mach den Mund wieder zu und komm.”

Kopfschüttel…

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Wo verstecken sich die?

14. August 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich haben mitten in der Woche gemeinsam einen Tag Urlaub. Kurzentschlossen fahren wir nach Hamburg, um dort einen abwechslungsreichen Tag zu genießen.
Wir beginnen mit Shopping in der Mönckebergstraße und landen später natürlich auch auf der Reeperbahn.

“Wo ist denn jetzt die Reeperbahn?”
“Ähm… Süße, wir stehen bereits drauf.”

“Was, hier??”
“Warst du hier etwa noch nie?”

“Nö. Irgendwie nicht.”
“Naja, aber man sieht doch, wo wir sind, ich meine…”

“Ich sehe nichts.”
“Was heißt denn, du siehst nichts?!”

“Naja, hier stehen ja gar keine Frauen rum.”
“Schatz, es ist 14 Uhr, ich meine…”

“Arbeiten die denn jetzt noch nicht?”
“Ähm, nein. Denke ich zumindest.”

“Doch, schau mal da!”
“Wo? Was?”

“Die da!”
“Liebste, das ist eine ganz normale Touristin.”

“Die sieht aber so aus!”
“So aus wie was?!”

“Wie eine, eine… Na so eine eben.”
“Wie eine Nutte, wolltest du sagen.”

“Sag dieses Wort nicht, das ist schrecklich!”
“Was soll ich denn sonst sagen??”

“Weiß ich nicht, Liebesdienerin oder so, aber nicht Nutte!”
“Na schön, also DAS ist sicher keine Liebesdienerin.”

“Woher weißt du das denn??”
“Weil sie einen Rucksack auf dem Rücken hat, deswegen!”

“Na und? Wer weiß, was die so alles dabei haben müssen.”
“Aber doch wohl nicht im Rucksack!”

“Aber sicher bist du dir auch nicht, oder!?”
“Doch, und jetzt lass uns weiter gehen!”

[Wir schlendern ab Millerntorplatz die Reeperbahn entlang Richtung Große Freiheit und schauen uns die bunten Shops und Kinos an.
Es ist absolut nichts los hier, was allerdings auch nicht weiter verwunderlich ist.
Während ich mir ab und zu mal die Spielzeugauslagen in den schmierigen Schaufenstern ansehe, beobachtet die Liebste mit Argusaugen jede Frau, die an uns vorbei kommt...]

“Und die da? Meinst du, die geht gerade zur Arbeit??”
“Nein.”

“Und die da hinten? Also die doch bestimmt!”
“Geh doch hin und frag sie.”

“Was soll ich denn fragen??”
“Ob sie eine Nu… Ähm, ob sie eine Liebesdame ist.”

“Nee, das traue ich mich nicht. Hinterher stimmt das nicht!”
“Was anzunehmen ist…”

“Ich will jetzt aber auch mal eine sehen!”
“Warum??”

“Wenn wir schon mal hier sind?!”
“Schatz, das hier ist die Reeperbahn und kein Zoo!”

“Frag doch mal jemanden.”
“Fragen? Was soll ich denn fragen?”

“Wo die sich alle verstecken.”
“Schatz, es ist einfach noch viel zu früh, die…”

“Frag doch mal den Typen da!”
“Wen! Den mit den 738 Tattoos?? Bin ich lebensmüde, oder was??”

“Warum nicht? Der sieht aus, als wüsste der das!”
“Ja klar, ich frage einen Zuhälter, wo seine Frauen sind!”

“Sage ich ja, der muss es wissen!”
“Der nimmt mir mein Portmonee ab und dich gleich mit!”

“Jetzt stell dich nicht so an.”
“Du spinnst wohl! MIR bedeutet mein Leben was!!”

“Oh, Schatz, Schatz, schau mal…”

[Der Typ mit den 738 Tattoos muss wohl gemerkt haben, dass wir über ihn sprechen; auf jeden Fall steuert er mit schnellen Schritten direkt auf uns zu!
Während mein Leben in Sekundenschnelle vor meinem geistigen Auge an mir vorbeirast und ich mir denke, dass es so schlecht eigentlich gar nicht war, greift die Liebste meine Hand und drückt feste zu.
Und schon steht er vor uns: ein 2m großer menschlicher Schrank, übersät mit teilweise undefinierbaren Hautzeichnungen, speckiger Lederweste, Nieten, Springerstiefeln und einem vernarbten Gesicht, das den Charme von mindestens 30 Jahren Bandenkrieg ausstrahlt.
Wahrscheinlich will er jetzt gleich wissen, was wir über ihn geredet haben; und noch bevor ich mir eine gute Antwort überlegen kann, legt er auch schon los: "Hat einer von euch mal Feuer für mich?", fragt er und schaut uns erwartungsvoll an, ohne eine Miene zu verziehen.]

“Schatz, ähm, gib ihm doch mal Feuer…”
“Ähm, Moment, ich hatte da doch…”

[Ich krame aus meiner Jackentasche eine Schachtel Streichhölzer, die ich ein paar Tage zuvor zusammen mit der Rechnung in einer Bar erhalten habe. Was für ein Glück, denke ich mir, gebe die Schachtel an den Zuhälter und sage ihm, dass er sie ruhig behalten könne.
Da tritt die Liebste einen Schritt nach vorne...]

“Entschuldigung, Sie wissen doch bestimmt, wo hier was los ist?”

[Mit entgleisten Gesichtszügen wende ich meinen Kopf der Liebsten zu und frage mich, ob sie noch ganz bei Trost ist...
Doch noch bevor ich meine Hände um ihren Hals legen und feste zudrücken kann, antwortet der böse Lude schon:]

    “Tut mir leid, ich komme aus Wien und habe auch keine Ahnung.”
    “Wisst ihr denn was?”

“Nee, ist doch aber auch noch viel zu früh jetzt!”

Kopfschüttel…

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Hex hex!

26. Juli 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste sitzt an ihrem Schreibtisch am Computer, als ich am Abend nach Hause komme. Sie ist voll konzentriert und klebt sozusagen mit ihrer Nase am Bildschirm.
Ich setze mich auf den Stuhl neben ihr und schaue mir meine Liebste eine Zeit lang an…

“Hallo Schatz, du, ich muss hier echt noch arbeiten.”
“Das sehe ich, Süße.”

“Fein.”
“Was machst du denn da genau?”

“Ach, nur den Rest für heute, sonst nichts.”
“Na gut…”

[Ich kann nicht genau sehen, was sie da macht, aber auf dem Monitor sind tausend Tabellen, Zahlen und Felder zu erkennen. Es wird sich wohl um ein Programm ihrer Firma handeln, vielleicht das CRM oder ein Finanzsystem oder so.
Ich weiß, dass Verwaltungskram und Zahlen nicht gerade zu den Lieblingsbeschäftigungen meiner Liebsten gehören...]

“Du Schatz, ich muss mich hier wirklich konzentrieren jetzt.”
“Jaja, ich will dich ja auch gar nicht stören.”

“Und warum beobachtest du mich dann??”
“Ich sitze doch nur hier??”

“Ja, aber du starrst mich an!”
“Möchtest du, dass ich gehe?”

“Nein, aber du sollst mich nicht beobachten.”
“Ich interessiere mich doch nur dafür, was du so machst?”

“Dann kann ich mich aber nicht konzentrieren!”
“Ist ja schon gut, ich gehe ins Wohnzimmer rüber.”

“Nee, bleib mal lieber hier.”
“Aber du hast doch eben gesagt, dass ich…”

“Ich habe NICHT gesagt, dass du gehen sollst!”
“Sondern??”

“Du sollst mich nur nicht so angucken.”
“Wo soll ich denn hingucken??”

“Keine Ahnung, irgendwo anders hin eben.”
“Aha…”

“Setz dich doch einfach vor deinen eigenen Computer?”
“Nee, ich habe den ganzen Tag schon vorm Bildschirm gesessen.”

“Oder lies die Zeitung da, die magst du doch?”
“Diese c’t habe ich schon gelesen.”

“Dann mach halt irgendwas!”
“Ich werde jetzt in die Küche gehen.”

“Nein, bleib bitte hier!”
“Aber Schatz, ich denke, du musst dich konzentrieren??”

“Muss ich ja auch.”
“Dann kann ich doch auch gehen, oder nicht??”

“Nein, ich glaube, ich brauche dich gleich.”
“Wofür??”

“Ich muss doch was drucken.”
“Dann druck doch!”

“Das funktioniert aber nicht!”
“Was funktioniert nicht!? Der Drucker??”

“Worauf soll man den sonst drucken?? Natürlich der Drucker!”
“Oh, Entschuldigung vielmals!”

“Ich muss unbedingt die Reisekostenabrechnung drucken.”
“Und?”

“Ich habe schon 20-mal Drucken geklickt, aber kommt nichts.”
“Dann lass mich mal eben nachschauen…”

“NEIN!”
“Nicht??”

“Nein, ich will es ja selber hinkriegen!”
“Aha… Und wie lange probierst du das schon??”

“Och… So ne halbe Stunde?”
“Lass mich doch nachsehen, das kann ja nur eine Kleinigkeit sein!”

“Nee, sag mir lieber, was ich machen muss.”
“Ist der Drucker an? Kabel dran?”

“Ja.”
“Eingeschaltet?”

“Natürlich.”
“Und es kam keine Fehlermeldung am Bildschirm?”

“Nein.”
“Ist denn der richtige Drucker eingestellt?”

“Wieso, haben wir mehrere??”
“Nein, aber es könnte ja sein, dass…”

“Also solche Tipps kann ich mir auch selber geben!”
“Ich meine doch nur, ob…”

“Wenn du mich schon unterbrichst, dann aber bitte sinnvoll!”
“ICH unterbreche dich??”

“Ich war ja voll damit beschäftigt, das habe ich doch gesagt!”
“Ich will dir doch aber nur helfen!?”

“Dann mach, dass das doofe Ding druckt!”
“Heiße ich Bibi Blocksberg, oder was??”

“Ich wüsste nicht, dass Bibi Blockberg je was gedruckt hätte.”
“Ach wirklich?? Ich meinte eher, dass ich nicht zaubern kann.”

“Soll das heißen, dass du mir nicht helfen kannst hier?”
“Jedenfalls nicht, indem ich hier nur rumsitze!”

“Eene meene Kartoffelbrei, flux den Drucker herbei! Hex hex!”
“Was wird das jetzt??”

“Du hast doch mit Bibi Blocksberg angefangen!?”
“Boah, ich muss echt mehr Lebertran trinken…”

“Druckt immer noch nicht…”
“DAS nennst du also konzentriertes Arbeiten??”

“Ich glaube, du musst mir doch helfen…”
“Oh! Ich?? Ich darf?? Diese Ehre, mein Gott…”

“Los, dann mach mal.”

[Die Liebste steht von ihrem Stuhl auf und bietet mir diesen mit einer eindeutigen Handgeste zum Platz nehmen an. Obwohl ich ihr in diesem Moment mal wieder den Hals umdrehen könnte, setze ich mich mit leicht verzogenen Mundwinkeln vor ihren Computer und die Liebste stellt sich dicht hinter mich.
Ich klicke auf den Menüpunkt Einstellungen und dann auf Druckerauswahl in dem merkwürdig anmutenden Programm.]

“Hex hex!”
“Schatz, was soll das??”

“Ich dachte, das hilft vielleicht…”
“Das tut es NICHT!”

“Mach da bloß nichts kaputt!”
“Gib mir mal einen Augenblick, ja??”

“Aber nichts verstellen!”
“Hallo?? Ohne was ändern geht es ja wohl nicht!?”

“Und du weißt, was du da tust??”
“Ich denke schon. Ich habe ja noch gar nichts gemacht.”

[In dem Menü entdecke ich ein gutes Dutzend Druckereinträge. Natürlich frage ich mich, woran das wohl liegt, denn an dem Rechner hängt wirklich nur ein einziger Drucker.
Bei genauerem Hinsehen wird mit klar, dass das alles Netzwerkdrucker sind; die Liebste scheint via Internet und VPN noch mit ihrem Firmennetzwerk verbunden zu sein.]

“Und??”
“Sag mal, wie oft hast du schon auf Drucken geklickt?”

“Weiß nicht mehr, so 20-, 30-mal? Wieso?”
“Weil der Drucker wahrscheinlich schon funktioniert hat.”

“Da ist aber nichts rausgekommen??”
“Du hast ja auch auf einen anderen Drucker gedruckt.”

“Auf einen anderen??”
“Kennst du einen Drucker mit dem Namen JJAV06_MH?”

“Ähm… Das ist das Kürzel von meiner Chefin??”
“Dann hat sie jetzt zirka eine Tonne Papier in ihrem Drucker liegen.”

“Heißt das, ich habe von hier aus auf IHREN Drucker gedruckt??”
“Sieht so aus…”

“Das geht??”
“Das geht. Weil du die Verbindung zur Firma nicht getrennt hast.”

“Oh… Das kann sein…”
“Ist ja nicht so schlimm.”

“Doch.”
“Warum? Ist doch nur Papier?”

“Die Reisekostenabrechnung ist nicht das Problem, aber…”
“Aber??”

“Ich hatte das gleiche Problem eben mit einem PDF…”
“PDF?? Was hast du denn da gedruckt??”

“Die Bedienungsanleitung vom Drucker…”

Kopfschüttel…

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Schneckentreff

20. Juli 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sind auf dem Sprung, wir wollen zu Freunden fahren, bei denen wir zum Grillen eingeladen sind.
Heute sind wir tatsächlich mal einigermaßen pünktlich, sogar die Liebste ist – für ihre Verhältnisse – rechtzeitig fertig geworden.
Wir sind schon fast an meinem Auto…

“Du fährst doch heute, oder?”
“Ja, Süße.”

“Auch heute Abend?”
“Auch heute Abend.”

“Prima, dann kann ich ja mit Julia ein paar Cocktails trinken.”
“Kannst du, aber jetzt steig erst mal ein.”

[Wir gehen um meinen Wagen herum und ich drücke auf die Fernbedienung, um die Türen zu öffnen.
Ich habe den Griff schon in der Hand, da höre ich einen Aufschrei!]

“Halt, halt, halt, halt!!”
“Was ist??”

“Nicht losfahren, bloß nicht losfahren!!”
“Wieso?? Ist was kaputt?? Platten??”

“Nein, der Reifen ist in Ordnung.”
“Aha, und was dann??”

“Hier sitzt eine Schnecke!”
“Eine Schnecke??”

“Ja, hier auf dem Reifen vorne!”

[Ich lasse den Türgriff los und gehe um die Motorhaube herum zum rechten Vorderrad, und tatsächlich: da sitzt eine kleine Schnecke oben auf der Lauffläche des Reifens.]

“Wie kommt die denn da hin??”
“Sie wird da wohl hin gekrochen sein, was sonst!?”

“Warst du nicht eben noch mit dem Wagen unterwegs??”
“Naja, das ist ja schon eine halbe Stunde her…”

“Ach so, ich dachte schon, die sei während der Fahrt dahin.”
“Während der Fahrt??”

“Na, so wie du fährst??”
“Sehr witzig Liebste, wirklich sehr witzig!”

“Haha!”
“Können wir dann jetzt?”

“Was?”
“Na losfahren?”

“Und die Schnecke??”
“Nimm sie ab und dann los.”

“Ich?? Ich fasse doch die Schnecke nicht an?!”
“Na gut, dann mache ich das.”

“Nein!”
“Ähm, was genau meinst du jetzt mit NEIN??”

“Du rupfst die ja einfach nur ab und dann tut sie sich weh!”
“Ich werde ganz zärtlich sein…”

“Und wo willst du sie dann hinsetzen??”
“Tja, vielleicht da neben den Baum?”

“Nee, auf keinen Fall!”
“Und warum nicht, bitte??”

“Hier sind ja nur Bürgersteig und Straße.”
“Und??”

“Na wenn sie woanders hin will, dann überfährt sie jemand!”
“Aber…”

“Oder es tritt jemand drauf!”
“Soll ich vielleicht noch Warnschilder aufstellen, oder was??”

“Das geht doch gar nicht…”
“Ach… Tatsächlich…”

“Das ist schwierig mit der Schnecke, was?”
“Weniger mit der Schnecke, eher mit dir…”

“Ich bin eben ein Tierfreund.”
“Ja… Wir können sie ja da hinten zum Schneckentreff bringen.”

“Wo ist denn hier ein Schneckentreff??”
“Ich meine deinen Friseur.”

“Hä??”
“Ach, vergiss es… Also was nun?”

“Ich weiß nicht. Aber wir lassen sie nicht hier.”
“Was soll das denn jetzt heißen, du willst doch wohl nicht…”

“Doch, wir nehmen die kleine Schnecke mit.”
“Was??”

“Und dann bringen wir sie auf eine schöne Wiese oder so!”
“Och Schatz!”

“Was denn??”
“Das ist doch Blödsinn!”

“Das können wir ja wohl mal machen, oder??”
“Mit WIR meinst du wohl eher MICH, richtig??”

“Wieso, du hast doch gesagt, dass du fährst!?”

Kopfschüttel…

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