Tennisshop

Da steht mein Name drauf?

16. Dezember 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste ist mit ihrem Auto am Abend auf dem Rückweg von einer Fortbildung, die sie die letzten Tage besucht hat.
Sie hat noch ein wenig Fahrzeit vor sich und beschließt, mich vom Auto aus anzurufen (mit einer FUNKTIONIERENDEN Freisprecheinrichtung, und das will was heißen)…

“Hallo Schatz, ich bin´s!”
“Hallo Süße, na? Bist du noch unterwegs?”

“Ja. Bin so in eineinhalb Stunden da, denke ich.”
“Heute kann ich dich ja ausgezeichnet verstehen, was ist passiert??”

“Hä? Wie meinst du das??”
“Na deine Freisprecheinrichtung?”

“Ach so! Ja, das funktioniert jetzt wieder.”
“Fein. Und?”

“Was und??”
“Naja, was gibt es Neues?”

“Bei mir nicht viel, und bei dir?”
“Bei mir auch nicht.”

“Bei dir gibt es ja auch nie was Neues…”
“Ach doch, da ist heute ein Paket für dich gekommen!”

“Ein Paket??”
“Ja, ein ziemlich großes.”

“Ich habe aber gar nichts bestellt??”
“Wie auch immer, auf jeden Fall steht hier jetzt eins.”

“Mit meinem Namen drauf??”
“Natürlich.”

“Kann nicht sein.”
“Ist aber so.”

“Kann aber nicht sein!”
“Ist aber so!”

“Du hättest das nicht annehmen sollen!”
“Ich habe es ja auch gar nicht angenommen.”

“Nicht??”
“Nein, das waren unsere Nachbarn.”

“Wieso nehmen die ein Paket an, das ich nicht bestellt habe??”
“Ähm… Woher sollen die das denn wissen, bitte??”

“Von wem kommt das Paket denn eigentlich, steht das da??”
“Ja, ähm, von… Von einer Firma namens [...].”

“Ach so!”
“Also kennst du die? Hast es also doch bestellt?”

“Ja, die kenne ich, aber das kann trotzdem nicht für mich sein!”
“Also hast du nun was bestellt oder nicht!?”

“Ja, ich habe etwas da bestellt.”
“Dann ist doch alles in Ordnung, oder??”

“Nein, dieses Paket kann aber trotzdem nicht für mich sein.”
“Ähm… Und warum nicht??”

“Ich habe nur etwas ganz Kleines bestellt.”
“Schön. Und??”

“Du hast aber gesagt, da sei ein großes Paket angekommen.”
“Richtig, und??”

“Das hätte dann ja nur höchstens ein Päckchen sein dürfen!”
“Kleines Paket, großes Päckchen, wo ist denn da der Unterschied??”

“Du sagtest aber eben GROSSES Paket, nicht kleines!”
“Na schön, dann ist eben ein GROSSES Päckchen angekommen!”

“Es gibt keine großen Päckchen.”
“Gibt es nicht??”

“Nein, denn dann wären es ja Pakete!”
“Himmel, ist das jetzt nicht völlig egal??”

“DU hast dich doch so undeutlich ausgedrückt, nicht ich!”
“Also schön, gut, haben wir das dann jetzt geklärt, ja?”

“Nichts ist geklärt!”
“Nicht??”

“Nein! Also ist es nun ein großes Paket oder nicht??”
“Es ist so zirka 50 mal 30 mal 30, würde ich sagen.”

“Es ist was??”
“50 mal 30 mal 30, vielleicht auch 35.”

“Und was soll ich jetzt mit so ein paar Zahlen??”
“Ähm… Ich schätze, dass es so groß ist??”

“Und was ist jetzt 50??”
“Es ist geschätzte 50 bis 60 Zentimeter breit, was sonst??”

“Und was ist jetzt 30??”
“Die Länge vielleicht??”

“Boah, kannst du mir nicht einfach sagen, wie groß es ist??”
“Soll ich das jetzt noch in Hektolitern ausrechnen, oder was??”

“Nein, damit kann ich ja noch viel weniger anfangen!”
“Und wie soll ich dann also deiner Meinung nach die…”

“…ich will doch nur wissen, wie groß es ist!”
“…und wie soll ich das machen??”

“Na vergleiche es mit irgendwas, ist das so schwer??”
“Es ist ist so groß, wie… Wie…”

“Wie??”
“Wie…”

“Boah Schatz, du stellst meine Geduld echt auf die Probe!”
“Wie…”

“Ja?”
“Jetzt weiß ich was, was du dir vorstellen kannst!”

“Na, da bin ich ja mal gespannt…”
“Das Paket ist so groß wie 3-4 Schuhkartons etwa!”

“Für Schuhe oder für Stiefel??”

Kopfschüttel…

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Warst du?

4. November 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sitzen am Abend vor unserem Fernseher und schauen uns den ausgeliehenen Film “Der Kautions-Cop” mit Jennifer Aniston und Gerard Butler an.
Handlung: der Kopfgeldjäger Milo muss seine Ex-Frau Nicole finden und in den Knast bringen; das verspricht lustig zu werden!

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Darf ich dich mal was fragen?”
“Natürlich, was denn?”

“Warst du eigentlich schon mal im Knast?”
“Ich??”

“Ja, du? Früher?”
“Ähm… Wieso?”

“Naja, ich kann doch mal fragen?”
“Pff! Das ist doch nur wieder eine deiner Fangfragen oder so!”

“Nein, ich meine die Frage wirklich ganz ernst?”
“Also du willst wissen, ob ich früher mal im Knast war??”

“Ja, warst du?”
“Nein, Liebste.”

“Echt nicht??”
“Nein! Warum sollte ich??”

“Naja… Diebstahl, Betrug, Verkehrsdelikte, Untreue oder…”
“…Nein, nein, nein, nein!”

“Also du warst noch nie im Gefängnis??”
“Nein!”

“Hätte ich nicht gedacht, Respekt!”

Kopfschüttel…

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Nepper, Schlepper, Bauernfänger

21. Oktober 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich stehen am Abend in der Küche, nachdem wir kurz zuvor zufällig gleichzeitig nach Hause gekommen sind.
Wie immer schauen wir dann die Post durch, die für uns eingetroffen ist. Die Liebste öffnet einen ihrer Briefe und beim Lesen verkrampfen sich ihre Gesichtszüge bereits deutlich…

“Das gibt es ja wohl nicht!”
“Was denn, Süße?”

“Das darf doch wohl nicht wahr sein!”
“Wieso, was ist denn??”

“Hier, das ist meine Kreditkartenabrechnung!!”
“Kann ich mir vorstellen, dass dich das schockt…”

“Was soll das denn jetzt heißen!?”
“Naja, da haben wahrscheinlich 20 Schuhgeschäfte abgebucht…”

“Quatsch!!”
“Habe ich ja auch nur so gedacht…”

“Was du immer denkst, 20 Schuhgeschäfte, pff!”
“Ist ja gut, war ja nur ein Witz…”

“Es war nur eins.”
“Was! Ein Schuhgeschäft?? Aber dafür 20 Paar Schuhe?? Haha!”"

“Es ist jetzt nicht die Zeit für alberne Späße!”
“Nicht?”

“Nein, das hier ist ernst!”
“OK, und was ist so ernst?”

“Hier steht was drauf, was ich nicht gekauft habe!”
“Und was?”

“Blizzard Entertainment, 20 Euro!”
“Blizzard, woher kenne ich noch Blizzard…”

“Egal, woher du die kennst, ICH kenne die nicht!”
“Hm…”

“Wieso buchen die was von meiner Kreditkarte ab??”
“Ist doch klar.”

“Was ist klar!?”
“Wie sonst sollen die denn Geld verdienen?”

“Sehr witzig! Das ist Betrug!”
“Jetzt stell dich doch wegen 20 Euro nicht so an!?”

“Sag mal, willst du mich verarschen, oder was??”
“Ja.”

“Ja??”
“Haha!”

“Schatz, ich finde das überhaupt gar nicht lustig!”
“Also ich schon, irgendwie!”

“Jetzt hilf mir doch mal, was mache ich denn jetzt??”
“Du solltest weniger Schuhe kaufen.”

“SCHATZ!!”
“Aua! Warum schlägst du mich denn jetzt??”

“Weil du es verdient hast!”
“Aber ICH bin doch hier nicht der Kreditkartenbetrüger??”

“Meinst du echt, das war ein Betrüger??”
“Es sieht ganz danach aus, wenn du es nicht warst…”

“Ich war das nicht! Und was soll ich jetzt machen??”
“Ich denke, du solltest das an VISA melden.”

“Und dann??”
“Dann sperren die deine Karte.”

“Das gefällt mir aber nicht!”
“Kann ich verstehen, aber so wird es wohl kommen.”

“Wieso muss das ausgerechnet mir passieren??”
“Oder hast du doch bei Blizzard eingekauft?”

“Quatsch, ich weiß überhaupt nicht, wer das ist.”
“Wie wäre es mal mit googeln?”

“Gute Idee!”

[Die Liebste stürmt mit der Kreditkartenabrechnung in der Hand zu ihrem Notebook.
Nach ein paar Klicks stellt sich heraus, dass Blizzard die kalifornische Spielefirma hinter dem Online-Rollenspiel "World of Warcraft" ist, das seit ungefähr 6 Jahren eine einzigartige Erfolgsgeschichte mit heute mehr als 12 Millionen zahlenden Abonnenten hingelegt hat.
Also ich traue der Liebsten ja so einiges zu, aber:
ein World of Warcraft-Abo??]

“Jetzt bin ich auch nicht schlauer, als vorher!”
“Ich denke, dass da jemand deine Daten missbraucht hat.”

“Mann! Eigentlich müsste dir so etwas passieren, nicht mir!”
“Was?? Warum mir denn??”

“Weil du ständig irgendwas im Internet bestellst, nicht ich.”
“Ach! Und deswegen soll i…”

“…wer weiß, wo du dich da überall rumtreibst…”
“Hallo??”

“Hol mir doch mal deine letzte Kreditkartenabrechnung!”
“Meine?? Da ist alles in Ordnung, keine Sorge!”

“Dann kannst du sie mir ja auch zeigen!”
“Ich habe aber jetzt keine Lust!?”

“Weil du etwas zu verbergen hast, oder??”
“Ich habe nichts zu verbergen!”

“Hört sich aber so an!?”
“Hört es sich NICHT!”

“Hört es sich DOCH!”
“Hört es sich NICHT!”

“Ich denke schon!”
“Und ich denke nicht!”

“Du kaufst da bestimmt Schweinkram im Internet!”
“Wenigstens habe ich kein WoW-Abo, so wie du!”

“WoW? Sagtest du WoW??”
“Ja. Die Abkürzung für World of Warcraft, das Spiel.”

“Ach WoW! Jetzt weiß ich, was das ist!”
“Du kennst World of Warcraft??”

“Das Spiel?”
“Ja?”

“Nein, kenne ich nicht.”
“Ähm…”

“Aber WoW, damit kann ich was anfangen.”
“Aber wieso…”

“Mein Kollege Ralf war das!”
“Ralf?? Ich verstehe nur Bahnhof??”

“Seine Kreditkarte ging nicht, da habe ich ihm meine gegeben!”
“Moment, und er hat dann bei Blizzard im Shop was damit gekauft??”

“Ja, er sagte, das sei irgendwas für WoW. Haha, verrückt!!”
“Also…”

“Und er hat mir die 20 Euro sogar gleich in bar zurückgegeben!”
“Ähm…”

“Dass ich das vergessen habe, so was! Haha!”
“Aha, und DESWEGEN machst du hier jetzt so eine Welle??”

“Da ist mir aber gerade ein Stein vom Herzen gefallen!”
“Schön. Ich habe zwar schon wieder einen Puls von 180, aber egal…”

“Jetzt freu dich doch mal für mich! Doch kein Betrüger!”
“Ich freue mich, Juch he, Juch he…”

“Gott sei Dank…”
“Schön, dann haben wir diese Kuh ja auch vom Eis jetzt, prima.”

“Nee, nee, die Kuh ist noch lange nicht vom Eis.”
“Wieso, ist doch alles in Ordnung mit deiner Kreditkartenabrechnung?”

“Du holst jetzt mal DEINE letzte Kreditkartenabrechnung!”
“Was?? Pff, einen Teufel werde ich tun!”

“Also schwörst du, dass du da keine komischen Sachen kaufst??”
“Ich schwöre!”

“Pff!”
“Wieso? Was ist denn?? Ich habe es doch geschwört??”

“Männer, die was schwören, haben immer was zu verbergen!”

Kopfschüttel…

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Meins oder deins?

4. Oktober 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Für meine Liebste war es mal wieder Zeit für ein neues Handy, und wen wundert´s: es musste natürlich das charmante und Damen-affine Gerät mit dem großen Apfel drauf sein.
So ein iPhone ist schon eine tolle Sache (und das nicht nur für Frauen); allerdings ist es auch nicht gerade ein Schnäppchen…

“Du Schatz, guck mal hier, das ist Tom!”
“Süße, hast du dir schon wieder eine nutzlose App runtergeladen?”

“Nutzlos?? Das ist eine sprechende Katze, guck doch mal!”
“Eine sprechende Katze, aha…”

“Ja, und streicheln kann man die auch, hier, siehste?”
“Ist ja toll…”

“Die ist so süüüüß! Und die quatscht alles nach!”
“Ich dachte, du magst Katzen nicht?”

“Stimmt, aber eine App mit einem Hund gab´s nicht.”
“Zu blöd aber auch…”

“Guck doch mal jetzt, hier, mach doch mal, sag mal was!”
“Lass mich bitte mit dem Blödsinn in Ruhe, ja?”

“Du sollst es doch nur mal ausprobieren?”
“Nachdem du mir schon zirka 1.453 Apps gezeigt hast…”

“…aber diese hier ist etwas ganz Besonderes!”
“Mal was anderes, warum hast du da die Schutzfolie noch drauf?”

“Auf dem iPhone?”
“Ja, da ist doch noch die Folie von der Verpackung drauf?”

“Ja, die ist noch drauf.”
“Mach sie doch ab??”

“Nee.”
“Warum denn nicht?”

“Weil ich das Display schonen will.”
“Aber deswegen kannst du doch trotzdem die Folie abmachen??”

“Nein, ich lasse die drauf.”
“Aber…”

“Ist das meins oder deins??”
“Ähm, deins…”

“Gut.”
“Darf ich noch eine Frage stellen?”

“Was denn?”
“Warum ist das Display so dunkel, warum machst du es nicht heller?”

“Wieso, ich sehe doch alles?”
“Aber das ist doch viel zu dunkel??”

“Vielleicht ein bisschen, aber das soll so bleiben.”
“Aha, und welche Begründung hast du jetzt dafür??”

“Weil ich den Akku schonen will.”
“Aha, den Akku…”

“Ist das meins oder deins??”
“Es ist deins…”

“Eben!”
“Schön, aber Liebste, so ein Handy ist doch, ich meine…”

“Was ist ein Handy?”
“…ein Gebrauchsgegenstand des Alltags, da sollte man doch…”

“Die Folie bleibt drauf! Basta!”
“Stell dir vor, wir hätten überall noch die Verpackung drauf!?”

“Wie meinst du das?”
“Naja, die Folie auf dem Fernseher, auf der Mikrowelle, dem Spiegel…”

“Das kann man nicht vergleichen.”
“Ach nein??”

“Nein, weil man die ja nicht mit sich rumschleppt!”
“Aha, also auf Sachen, die man rumschleppt, muss Schutzfolie sein??”

“Ja.”
“Mich schleppst du doch aber auch dauernd mit dir rum?”

“Ja, und eine Schutzfolie wäre auch bei dir besser gewesen.”
“Hä? Was soll das denn jetzt heißen??”

“Na guck dir doch mal an, wie zerkratzt du jetzt aussiehst!”

Kopfschüttel…

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Geh ran!

3. September 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sitzen am Abend in unserem Wohnzimmer auf dem Sofa und schauen Fernsehen.
Peter Zwegat gibt sich mal wieder die Ehre und rettet für seine Mandanten, was noch zu retten ist (den Mann beneide ich übrigens auch nicht…).
Plötzlich klingelt das Telefon.

“Schatz, gehst du ans Telefon?”
“Nee, ich habe keine Lust, Süße.”

“Keine Lust??”
“Keine Lust.”

“Und wenn es was Wichtiges ist??”
“Dann wird der Anrufer noch einmal anrufen.”

“Gehst du jetzt bitte ans Telefon!”
“Warum gehst du nicht selbst ran??”

“Weil ich mich hier gerade so schön eingekuschelt habe!”
“Ich auch.”

“Du?? Du sitzt doch da bloß??”
“Na und? Nur weil ich nicht unter einer Decke schmore, wie du?”

“Mann, wenn du jetzt nicht ran gehst, ist es gleich weg!”
“Das stört mich nicht.”

“Dann schau doch wenigstens nach, wer da anruft!”
“Auch dazu müsste ich jetzt aufstehen.”

“Du bist so ein fauler Sack!”
“Und du ein Brutzelhuhn!”

“Nenn mich nicht immer Brutzelhuhn!”"
“Und du nenn mich nicht immer fauler Sack!”

“Na schön. Das ist fair.”
“Danke.”

“Gehst du jetzt ans Telefon?”
“Nein.”

“Du Blödmann!!”
“Ähm, können wir ‘Blödmann’ mit in die Vereinbarung aufnehmen?”

“Nein!”
“Gut, dann nicht. Dann gehe ich auch nicht ans Telefon.”

“Siehst du, jetzt hat es aufgehört, zu klingeln!”
“Dann ist ja wieder Ruhe, sehr gut.”

“Ich will wissen, wer da angerufen hat!”
“Dann geh nachschauen.”

“Mann, du bist so ein fau… Ähm, so ein Sturkopf!”

[Die Liebste schmeißt mit einer provozierenden Handbewegung ihre Decke zur Seite und schlappt in Richtung Telefon. Nachdem sie das Gerät aus der Ladestation genommen hat, drückt sie auf die blinkende Taste für die Anruferliste.]

“Mist!”
“Wieso, was ist denn?”

“Unbekannter Anrufer. Hier steht keine Nummer.”
“Aha, OK.”

“Jetzt bin ich extra aufgestanden und weiß es immer noch nicht!”
“Schön, und jetzt setz dich wieder hin und entspann dich.”

“Ich habe ja gleich gesagt, dass das für dich ist!”
“Das hast du NICHT gesagt.”

“Aber gemeint, ich meine, wer ruft schon ohne Nummer an!”
“Hä? Das verstehe ich jetzt nicht??”

“Das kann ja nur für dich gewesen sein!”
“Wieso??”

“Weil meine Freunde alle ihre Rufnummer übertragen.”
“Ach, und meine nicht??”

“Du gibst ja jedem Hinz und Kunz unsere Nummer.”
“Das tue ich NICHT!”

“Unbekannter Anrufer ist immer für dich.”
“Quatsch!”

[Die Liebste stellt das Telefon wieder zurück in die Ladestation und kommt zurück aufs Sofa, wo sie sich demonstrativ sofort wieder in ihre Decke einrollt und diese bis zur Nasenspitze an sich hochzieht.
Da klingelt das Telefon erneut...]

“So, jetzt gehst du aber ran!”
“Ich?? Nee! Warum hast du denn das Telefon nicht mitgebracht??”

“Konnte ich wissen, dass es noch einmal klingelt??”
“Naja, ähm, war das nicht zu erwarten, ich meine…”

“Ist ja sowieso für dich.”
“Also ich gehe ganz bestimmt nicht ran.”

“Schatz!!”
“Nochmal: wenn du wissen willst, wer das ist, dann geh selber ran.”

“Ich stehe jetzt aber nicht noch einmal auf!”
“Das ist dann Pech.”

“Du bist so ein fauler S…”
“…sag es nicht, wir haben eine Vereinbarung!”

“Du bist aber trotzdem einer!!”
“Bin ich nicht.”

“Blödmann!”
“Gerne.”

“Wenn du jetzt wieder nicht ran gehst, dann, dann…”
“Ja? Was dann?”

“Dann verpasst du ganz sicher einen wichtigen Anruf!”
“Mir egal.”

“Was wäre denn, wenn ich das jetzt wäre??”
“Du??”

“Ja, wenn ich jetzt der Anrufer wäre und dich sprechen müsste??”
“Du sitzt doch aber hier auf dem Sofa neben mir??”

“Aber mal angenommen?? Das finde ich nicht besonders witzig!”
“Wenn du nicht da bist, gehe ich ja auch immer ran.”

“Pff!”
“Und wenn nicht, dann habe ich es nicht klingeln gehört.”

“Ich glaube dir kein… Siehste, jetzt hat es wieder aufgehört!”
“Das Telefon ja, du hingegen…”

“Sei GAAANZ vorsichtig, mein Lieber!”
“Vielleicht wäre es tatsächlich klüger gewesen, ran zu gehen…”

“Das sage ich ja die ganze Zeit!”
“Ja, denn dann müsste ich DEIN Geklingel jetzt nicht ertragen…”

“Wenn es jetzt noch einmal klingelt, gehst du dann ran?”
“Ja.”

“Wirklich?”
“Jaaa.”

“OK. Da bin ich aber mal gespannt!”
“Schön.”

[Es klingelt tatsächlich erneut...]

“Da, jetzt! So, und nun geh ran!”
“Mist… Ich hätte geschworen, dass es nicht noch einmal…”

“Los, geh ran, bevor es wieder weg ist!”
“Ich geh ja schon…”

“Wer da wohl was von dir will so dringend!”
“Das werden wir gleich wissen…”

[Dieses Mal stehe ich nun also auf und gehe in Richtung Telefon. Natürlich bin auch ich jetzt neugierig geworden, wer da nun zum dritten Mal anruft. Wenige Augenblicke später habe ich das Telefon in der Hand und drücke den grünen Annahmeknopf...]

“Und? Wer ist dran??”
“Moment…”

“Wer ist denn dran??”
“…Moment!”

“Schatz!”
“…Moment noch!”

“Jetzt sag doch mal!”

[Ich halte das Mikrofon des Telefons zu, um der Liebsten sagen zu können, wer dran ist...]

“Und??”
“Eine Lisa, oder Luisa, oder so ähnlich. Sie will dich sprechen.”

“Was?? Lisa?? Was will sie denn??”
“Hallo?? Vielleicht fragst du sie das einfach selber??”

“Ach, jetzt weiß ich, wer das ist!”
“Schön, hier, nimm das Telefon.”

“Nein, nein, nein, das ist meine Kosmetikerin!”
“Na und?? Los, sprich du mit ihr!”

“Woher hat die denn unsere Festnetznummer??”
“Das ist mir egal, auf jeden Fall bist du jetzt dran!”

“Nein!”
“Wieso denn nicht??”

“Das ist kompliziert, sag ihr einfach, ich sei nicht da!”
“Ähm…”

“Bitte, bitte, bitte, bitte!!”
“Himmel, na schön, sage ich ihr eben irgendwas…”

[Ich wimmele mit ein paar haarsträubenden Lügengeschichten die Kosmetikerin der Liebsten ab und fühle mich nicht besonders gut dabei... Aber damit das Telefondrama endlich ein Ende findet, nehme ich das eben auch noch auf mich.]

“Danke Schatz.”
“Was sollte denn das jetzt, bitte??”

“Ich konnte jetzt nicht mit Lisa sprechen.”
“Na toll! Und dafür musste ich jetzt unbedingt ans Telefon gehen??”

“Wieso, war doch alles richtig so!?”
“Was war denn daran jetzt richtig, bitte??”

“Es war richtig, dass du ran gegangen bist.”
“Aber der Anruf war doch für dich??”

“Nein, er war für dich.”
“Wenn DEINE Kosmetikerin anruft, dann ist das für mich??”

“Nein, wenn Anrufer unbekannt, DANN ist das immer für dich!”

Kopfschüttel…

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Totalmeise

24. August 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sitzen zusammen auf unserem Sofa und lesen Zeitung; die Liebste irgendetwas mit bunten Bildern, Klatschgeschichten und Diätrezepten, ich etwas für Computerfreunde und Amateurbastler.
Wir sind uns einig, dass keiner mit dem anderen tauschen möchte…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Weißt du, was hier steht?”
“Nein.”

“Soll ich sagen?”

“Nein.”

“Nein??”
“Wenn ich wissen wollte, was in deiner Zeitung da steht, dann…”

“…dann würdest du sie selber lesen??”

“Ähm, richtig… Sagte ich das schon mal?”

“Ja, das sagtest du schon mal.”
“Schön, dann ist ja alles klar.”

“Aber das ist interessant hier, ehrlich!”
“Für wen jetzt?”

“Für mich, für dich, für alle eigentlich!”
“Aha. Nutzt es was, wenn ich weiterhin ablehne?”

“Nein. Ich sage es dir sowieso.”
“Ja… Wer konnte damit rechnen…”

“Also, pass auf.”
“Ich höre.”

“Hier steht, Frauen sollen Männern nicht immer alles glauben.”

“Ähm…”

“Ist das ein Knaller oder was!?”
“Also, ähm… Knaller inwiefern jetzt?”

“Na ist das nicht ätzend??”
“Ätzend??”

“Das impliziert ja, dass Frauen total doof sind!”
“Ach so, du meinst, weil…”

“…als wenn wir den Männern alles glauben würden, pff!”
“Ähm…”

“…und das ist eine Frauenzeitschrift, stell dir das mal vor!”
“Ja, das, ähm… Das ist…”

“Ich glaube, ich kaufe die Zeitung nicht mehr ab jetzt.”
“Aha…”

“…so was kann ich ja wohl nicht auch noch unterstützen!”
“Liebste, das ist das Vernünftigste, was du je gesagt hast.”

“Was? Wie bitte??”

“Naja, also, ähm, ich meine: du hast absolut Recht.”

“…das Vernünftigste, was ich jemals gesagt habe??”
“Also ich meinte das eher so, dass…”

“Du hast ja wohl ne Totalmeise im Oberstübchen!”

“Ich hab das nur so dahingesagt, ich meinte eigentlich…”

“Du hältst mich also auch für eine von den Doofchen, ja??”
“Nein, nein, entschuldige, ich habe Blödsinn geredet.”

“Ach ja??”
“Ja, es tut mir leid, natürlich war das nicht das Vernünftigste.”

“Das war nicht vernünftig?? Was denn dann, bitte??”
“Nicht das VernünftigSTE, sagte ich. Also, ich meine…”

“Du bist sooo doof!”
“Liebste, es tut mir wirklich leid!”

“Pff! Bäh!!”
“Du sagst eigentlich immer recht vernünftige Sachen.”

“Das glaube ich dir aber nicht!”

“Und wieso nicht??”

“Steht doch sogar hier in der Zeitung!!”

Kopfschüttel…

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[... .. .. ...]!

20. August 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste sitzt in unserem Wohnzimmer auf dem Sofa, als ich am Abend nach Hause komme.
Nach einer kurzen, aber herzlichen Begrüßung setzt die Liebste allerdings ein ernstes Gesicht auf und schaut mich eindringlich an; als aufmerksamer Beobachter ahne ich: da kommt jetzt was…

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Vor gut einer Stunde hat eine Frau angerufen.”
“Ja, ich weiß.”

“Die wollte dich sprechen.”
“Auch das weiß ich.”

“Sie wollte dann auf deinem Handy anrufen.”
“Hat sie auch.”

“Naja, dann ist ja alles gut.”
“Ja.”

“-”
“-”

“Und wer das?”
“Wer war wer?”

“Die Frau, die dich sprechen wollte?”
“Ach so, die kennst du nicht.”

“Richtig, und wer war die jetzt?”
“Da ging es nur um eine Terminverschiebung.”

“Ach so.”
“Ja.”

“-”
“-”

“Was für ein Termin denn?”
“Nichts Besonderes…”

“Nicht?”
“Nein.”

“Aha.”
“Ja.”

“-”
“-”

“Ein beruflicher Termin?”
“Ja.”

“Und da ruft die hier zuhause bei uns an??”
“Sie hat sich vertan, sie wollte eigentlich meine Büronummer wählen.”

“Ach so, deswegen.”
“Ja.”

“-”
“-”

“SCHATZ!!”
“Was ist denn??”

“WER IST DIESE FRAU!?”
“Warum schreist du denn jetzt hier so rum??”

“Weil ich endlich wissen will, wer diese Frau ist!”
“Sie ist Projektleiterin bei einem meiner Kunden, zufrieden??”

“Projektleiterin??”
“Ja.”

“Ach so, das konnte ich ja nicht wissen.”
“Jetzt weißt du es.”

“-”
“-”

“Das kann doch nicht stimmen, das mit der Projektleiterin!!”
“Himmel, sag mal, was soll denn dieses Misstrauen jetzt??”

“Wieso hat diese [... .. .. ...] DEINE PRIVATE NUMMER??”
“Sag mal, spinnst du?? Wieso denn bitte [... .. .. ...]??”

“Weil diese [... .. .. ...] ja wohl mehr ist als nur eine Kundin!”
“Sie ist eine Kundin von mir, mehr nicht!”

“[... .. .. ...]!”
“Nein, keine [... .. .. ...]!”

“[... .. .. ...], [... .. .. ...], [... .. .. ...], [... .. .. ...]!!”
“Ich hab ihr nur meine Handy-Visitenkarte geschickt, sonst nichts!?”

“Und da hast du UNSERE private Nummer drin gespeichert??”
“Naja, zugegeben, das müsste ich mal ändern…”

“Du schickst irgendwelchen [... .. .. ...] deine private Nummer??”
“Hör jetzt auf mit den [... .. .. ...]!”

“Ist doch wahr!”
“Ich werde ja wohl mit meinen Kunden sprechen dürfen, oder??”

“Wie sieht die denn aus?”
“Wer! Die Projektleiterin??”

“Ja, die!”
“Woher soll ich das wissen, ich kenne sie ja noch nicht persönlich!?”

“Aha!”
“Was heißt denn Aha??”

“Du kennst sie also NOCH NICHT!”
“Richtig, noch nicht! Darum geht es ja bei dem Termin!”

“Du willst sie kennenlernen??”
“Vielmehr sie mich, um genau zu sein.”

“[... .. .. ...]!”
“Sie ist keine [... .. .. ...]!!”

“Sondern??”
“Sie ist eine Kundin! Nicht mehr und nicht weniger!”

“Die wird sich ja geärgert haben, als sie MICH am Telefon hatte!”
“Davon hat sie nichts gesagt.”

“[... .. .. ...]!”
“Ich geb´s auf…”

“Na schön, also eine Kundin.”
“NUR eine Kundin.”

“Nur eine Kundin.”
“Richtig.”

“-”
“-”

“Tut mir leid, dass ich etwas überreagiert habe.”
“ETWAS ist gut! Aber egal, es sei dir verziehen.”

“Danke.”
“Bitte.”

“Wann trefft ihr euch denn nun?”
“Nächsten Mittwoch.”

“Und wo?”
“Ich muss nach Frankfurt.”

“Nach Frankfurt?? Wieso denn nach Frankfurt??”
“Wieso, wieso! Weil die Firma dort sitzt, vielleicht??”

“Und kommst du dann denn abends wieder nach Hause??”
“Nein, ich bleibe wahrscheinlich dort, weiß ich noch nicht genau.”

“Und wovon hängt das ab, bitte??”
“Kommt drauf an, wie lange wir brauchen.”

“Also doch!”
“Was??”

“[... .. .. ...]!”

Kopfschüttel…

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KUSSKUSS!

29. Juli 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste ist heute Morgen schon sehr früh aus dem Haus gegangen, weil sie einen Termin in Hannover hat.
Als ich später in die Küche komme, um mir einen Kaffee zu machen, entdecke ich auf dem Tisch einen kleinen Stapel voller gelber Zettel von unserem Notizblock…

Zettel 1:

Guten Morgen mein Schatz ich hoffe dass
du gut geschlafen hast! KUSSKUSS!
Bin schon weg und sooooo müde! Wäre gern noch
mit dir liegengeblieben. Ich hasse früh aufstehen!
Wollte einen Schokoriegel essen ist aber
wohl noch zu früh, mag nicht.
Daher ist der für dich!
Lieb haben!

Zettel 2:

Habe doch den Schokoriegel gegessen.
Aber für dich ist auch noch einer
übrig! Lieb haben!

Zettel 3:

Habe auch noch den anderen
Schokoriegel gegessen. Böse?
Wir haben leider keine mehr.
Tut mir leid mein Schatz! KUSS!

Zettel 4:

PS: kannst du heute Abend Schokoriegel
mitbringen? Lieb haben! KUSSKUSSKUSS!

Kopfschüttel…

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Grand Prix ist doof XXL

30. Mai 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Samstag, 29. Mai, 16.23 Uhr: meine Liebste und ich sitzen im Wohnzimmer und beschäftigen uns mit Kleinkram. Während die Liebste an ihren Fingernägeln rumfeilt, lese ich die letzte Seite der Tageszeitung.
Schließlich klappt die Liebste ihr Nagelset zusammen und legt es demonstrativ zur Seite.

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Was machen wir denn heute noch? Oder heute Abend?”
“Hm, tja…”

“Aha. Das klingt ja sehr vielversprechend.”
“Wieso, worauf hast du denn Lust?”

“Keine Ahnung, ich bin heute so unentschlossen…”
“Wir können ja den Grand Prix gucken.”

“Wie bitte? Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder??”
“Warum denn nicht, ich meine…”

“Schatz, dieses Eurovision-Dings ist doch wohl total langweilig!”
“Naja, schon, aber…”

“Wie heißt die noch, die da mitmacht?”
“Für Deutschland?”

“Ja, die Lütte da, die Kleene?”
“Lena. Sie heißt Lena Meyer-Landrut.”

“Genau, die meine ich. Das wird doch sowieso nichts.”
“Meinst du?”

“Der Grand Prix ist doof, und das Lied ist auch doof!”
“Also ich finde eigentlich, dass…”

“Wir gewinnen doch sowieso nicht, wir gewinnen nie.”
“Aber…”

“Wir gucken NICHT den Grand Prix!”
“OK…”

Samstag, 18.54 Uhr:

“Jetzt wissen wir immer noch nicht, was wir machen!”
“Wir könnten ja vielleicht doch den Grand Prix gucken?”

“Nein! Alles, bloß das nicht!”
“Na schön, soll ich dann eben schnell zur Videothek fahren?”

“Auf Video habe ich heute keine Lust.”
“Aha. Und was möchten Madame dann gerne machen?”

“Wieso muss ich das immer entscheiden, was wir machen??”
“Weil du immer alle meine Vorschläge ablehnst, deswegen!”

“Wenn du den Grand Prix vorschlägst, muss ich das ablehnen!”
“Na schön, dann schlag aber auch was anderes vor!”

“Läuft denn nichts im Kino?”
“Doch, Iron Man 2 oder Robin Hood oder…”

“Pff! Da gucke ich ja noch lieber den Grand Prix!”
“OK…”

Samstag, 20.18 Uhr:

“Boah, jetzt sitzen wir ja immer noch hier rum!”
“Wer war denn eben müde, du doch!?”

“Du guckst ja auch Fußball, da muss man ja einpennen!”
“Ich kann auch was anderes anmachen, wenn du möchtest?”

“Was läuft denn?”
“Promi-Ausrutscher, Matilda, Glücksbringer und auf dem Ersten…”

“…der Grand Prix, ja doch, ich weiß…”
“Nein, der fängt gleich erst an, jetzt läuft die Vorsendung aus Oslo.”

“Na schön, das ist immer noch besser, als Fußball…”
“Soll ich das Erste anmachen?”

“Mach den blöden Grand Prix an, wenn es sein muss…”
“OK…”

Samstag, 21.19 Uhr:

“Schatz, wann sind wir denn dran eigentlich?”
“Lena ist auf Platz 22, dauert also noch…”

“Also Aserbaidschan fand ich gar nicht so schlecht, oder?”
“Wie bitte?? Aserbaidschan war ja wohl gruselig!”

“Wieso, die Sängerin war doch niedlich??”
“Hallo?? Also bitte!”

“Also die würde ich wählen!”
“Quatsch!”

“Wird das nicht in Dolby Surround übertragen? Mach doch mal!”
“Bitte sehr…”

“Sooo, JETZT hört man endlich mal was! Mach lauter!”
“OK…”

Samstag, 21.57 Uhr:

“Buh, buh!”
“Was ist denn??”

“Hallo?? Der Blödmann aus UK, der kann doch gar nichts!”
“Also mein Geschmack ist das auch nicht, aber…”

“Und dem seine Nase, die Nase! Haha!! Nicht zu fassen!!”
“Jetzt sei doch nicht so gemein!?”

“Mach leiser, das kann man sich ja nicht mit anhören!”
“Mal sehen, was die Türkei abliefert.”

“Türkei?? Die machen da auch mit??”
“Natürlich machen die da mit!”

“Singen die dann in Türkisch??”
“Keine Ahnung, werden wir ja sehen.”

“Das ist ja spannend heute!”
“Was, der Grand Prix??”

“Na klar! Waren doch nur Luschen bisher!”
“Tatsächlich??”

“Naja, bis auf die Opas aus Griechenland! OPAS, verstehste??!”
“Das ist sehr witzig, Süße, wirklich sehr witzig…”

“OPA! OPA! OPA! OLE!”
“Jetzt dreht sie völlig durch…”

“Mach lauter, los! Und mach doch mal mit! OPA!”
“OK…”

Samstag, 22.07 Uhr:

“Boah, die Türken die rocken ja voll die Bude da!!”
“Ähm…”

“We could be the same, datatdatataaa! YEAH!”
“Schatz, könntest du dich bitte wieder hinsetzen??”

“Die spinnen ja total, guck mal, wie die abgehen!”
“Also ich finde ja eher, also…”

“Das ist ja echt der Knaller, der Eurovisions Dings!”
“Heißt das, dass du dich gut amüsierst??”

“Bestens! Los, mach mal lauter!!”
“OK…”

Samstag, 22.34 Uhr:

“LENA! LENA! LENA! LENA!!”
“Liebste, ich dachte, du magst Lena gar nicht??”

“Natürlich mag ich die!”
“Aha, dann war es das Lied, das dir nicht gefiel?”

“Ach was, da in den Grand Prix Song-Contest passt das super!”
“Aha…”

“Mach doch mal lauter jetzt, es geht los!”
“OK…”

Samstag, 22.36 Uhr:

“Like a satellite -  I’m in an orbit all the way around you!”
“-”

“LENA! LENA! LENA! LENA!”
“-”

“Can’t go a minute without your love!!”
“-”

“La la lala, lalalalala laa laaa!”
“-”

“Super, super!”
“-”

“Gib mir die Fernbedienung, ich will lauter machen!”
“OK…”

Samstag, 23.14 Uhr:

“Komm Schatz, mach mit!”
“Och nee, bitte!”

“Der Eurodance, los, mach mit, das macht Spaß!”
“Woher weißt du denn eigentlich, was du da machen musst??”

“Ist doch egal, Hauptsache dabei sein!”
“Aha…”

“Wieso ist das schon wieder so leise?? MACH LAUTER!!”
“OK…”

Samstag, 23.25 Uhr:

“Mann! Schatz, hast du das gesehen??”
“Was?”

“Die haben uns nur drei Punkte gegeben!!”
“Ja, ach so, das habe ich gesehen, ja.”

“Sind die denn verrückt, die Rumänen??”
“Ähm…”

“Wie können die uns nur drei Punkte geben!?”
“IMMERHIN haben sie uns drei Punkte gegeben…”

“Buh! Buh!”
“Liebste, ganz ruhig, das ist nur eine Fernsehsendung…”

“Lass mich!”
“OK…”

Samstag, 23:47:

“Wir gewinnen, wir gewinnen!!”
“Das steht noch nicht fest.”

“Warum verbreitest du denn hier so schlechte Laune jetzt??”
“Ich sage doch nur, dass das Ergebnis noch nicht feststeht!?”

“Aber wir sind auf einem guten Weg! Schau!”
“Ja…”

“LENA! LENA! LENA!!”
“Mann, Liebste, du hast mir voll ins Ohr geschrien!”

“Stell dich nicht so an, wir gewinnen!”
“OK…”

Sonntag, 0.10 Uhr:

“JAAAA, WIR SIND WELTMEISTER!!”
“Weltmeister??”

“WIR HABEN GEWONNEN!!”
“Unglaublich…”

“Ich wusste es, ich wusste es!!”
“Du?? Gar nichts hast du gewusst!”

“Wahnsinn, was für ein Abend!!”
“Ja, das hatte wohl niemand erwartet…”

“Freust du dich denn gar nicht??”
“Doch, aber ich drehe nicht so durch, wie du!”

“Ich mache doch hier nur ein bisschen Party??”
“Ein bisschen geschlossene Anstalt trifft es wohl eher…”

“Pff! Soll ich dir jetzt mal was sagen, Schatz?!”
“Was denn??”

“Nächstes Jahr feiere ich mit jemand anders den Grand Prix!”

Kopfschüttel…

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Ich will doch aber nur…

26. April 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste kommt ins Arbeitszimmer geschlurft, als ich gerade an meinem PC sitze und meine Emails durchschaue.
Noch während sie ein paar Sekunden beobachtend hinter mir steht, rechne ich bereits damit, dass sie wohl irgendwas auf dem Herzen hat.

“Du, Schatz?”
“Ja, Liebste?”

“Störe ich dich gerade?”
“Nein, nicht wirklich. Was ist denn?”

“Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich lieb habe?”
“Nein, hast du nicht.”

“Ich liebe dich, mein Schatz.”
“Ich dich auch, Liebste.”

“Kann ich etwas für dich tun?”
“Nee, ich brauche nichts, danke.”

“Möchtest du vielleicht was trinken?”
“Nein, danke.”

“Ich könnte dir was holen?”
“Nein, lass mal, das ist nicht nötig, danke.”

“Oder vielleicht ein Eis?”
“Eis? Wir haben doch gar keins, oder??”

“Nee, aber ich könnte dir ja eins von der Tanke holen?”
“Du willst mir ein Eis von der Tanke holen??”

“Das würde ich machen, klar!”
“Liebste!”

“Was ist denn??”
“Was ist hier los!?”

“Was soll denn los sein??”
“Hier stimmt doch was nicht!?”

“Was soll denn nicht stimmen??”
“Das will ich ja eben von dir wissen, also raus damit!”

“Ich verstehe nicht, was du meinst??”
“Du würdest mir NIEMALS ein Eis von der Tankstelle holen!”

“Was soll das denn heißen??”
“Zumindest nicht freiwillig! Also was hast du angestellt?!”

“Nichts! Es ist nichts!”
“Und warum schmeichelst du dich hier dann so auffällig ein??”

“Na hör mal, ich wollte nur mal was für dich tun!”
“Ach hör doch auf!”

“Nein, ehrlich! Weil du mein Schnuckelputz bist!”
“Dein WAS BITTE??”

“Du bist mein süßes Schnuckelputz.”
“Das ist ja schrecklich! Sag so etwas nicht, ja?”

“Schnuckelputz??”
“Schnuckelputz, genau. So kannst du deinen Hamster nennen!”

“Ich habe aber doch gar keinen Hamster??”
“Gott sei Dank…”

“Ich will aber auch keinen, keine Angst…”
“Das ist wirklich mal eine gute Nachricht…”

“Ich hätte ja viel lieber einen…”
“SAG ES NICHT, JA??”

“Aber Schatz, ich…”
“…das hatten wir doch hinreichend besprochen, oder??”

“Jaja… Ich sage es ja nicht.”
“…weil es immer wieder in der gleichen Katastrophe endet und…”

“Ist ja gut, ich sage ja schon gar nichts mehr!”
“Na schön.”

“Was ist jetzt mit dem Eis?”
“Nein, ich möchte keins, danke.”

“Aber ich will was für dich tun jetzt!”
“Warum denn unbedingt, mir geht es wunderbar??”

“Weil ich dich lieb habe, darum!”
“Aber du kannst mich doch nachher auch noch lieb haben??”

“Hä??”
“Mir fällt bestimmt nachher noch was ein, versprochen.”

“Aber das geht nicht.”
“Was geht nicht?”

“Nachher ist es vielleicht schon zu spät.”
“Zu spät?? Aha! Also verschweigst du mir doch was!!”

“Ich verschweige dir doch nichts!?”
“Natürlich! Liebste, vergiss es!”

“Was denn vergessen??”
“HEUTE gehe ich dir NICHT auf den Leim, vergiss es!!”

“Aber ich will dir doch nur…”
“Geh weg!”

“Du schickst mich weg??”
“Ja, genau! Geh in die Küche oder sonst wohin, Hauptsache WEG!”

“Und wenn ich dir keinen Gefallen mehr tun will?”
“Was ist dann?”

“Dann dürfte ich hier bleiben??”
“Hm… Darüber ließe sich reden…”

“Na gut, dann, ähm… Dann tue ich dir keinen Gefallen mehr.”
“Schön. Danke.”

“Aber das ist schon komisch, das muss ich schon sagen…”
“Komisch? Was ist komisch??”

“Andere Männer würden sich bestimmt riesig freuen.”
“Worüber?”

“…wenn ihre Frauen ihnen einen Gefallen tun würden.”
“Wenn das ohne Bedingungen erfolgen würde, dann sicher!”

“Ich habe doch aber gar keine Bedingungen gestellt??”
“NOCH NICHT! Ich kenne dich doch!”

“Na schön, also gut, du hast gewonnen.”
“Wie bitte??”

“Du hast Recht, ich wollte wirklich was von dir.”
“Wusste ich es doch!”

“Es tut mir wirklich leid, entschuldige…”
“Du bist wirklich UNMÖGLICH!!”

“Naja, ich dachte, ich mache es uns etwas leichter.”
“Warum sagst du denn nicht einfach, was du willst??”

“Ich wollte eben die richtige Stimmung dafür schaffen.”
“Die richtige Stimmung, aha… Wofür bitte?”

“Du meinst, ich soll es jetzt sagen?”
“JETZT wäre wohl ein richtig guter Zeitpunkt, ja.”

“Ach nee, lieber nicht…”
“Wieso denn nicht??”

“Ich möchte dir nicht weh tun…”
“Vielleicht sagst du erst einmal, was du eigentlich willst?”

“Ich will aber nicht, dass deine Stimmung dann total hin ist.”
“Na hör mal, jetzt bin ich aber neugierig geworden!”

“Ehrlich?”
“Also: was willst du denn??”

“Und du schimpfst wirklich nicht mit mir?”
“Nein, versprochen.”

“Ehrlich? Es ist nämlich schon ein etwas ausgefallener Wunsch…”
“Ja, ehrlich. Also was willst du denn nun von mir?”

“Ich möchte einen großen Hamster haben.”
“Was?? Du willst einen Hamster?? Einen großen??”

“Ja.”
“Du spinnst ja wohl, du kriegst keinen Hamster!”

“Na schön, dann nehme ich eben doch nur einen kleinen Hund.”
“Was??”

“Ich ahnte ja, dass du mir ne Abfuhr für den Hamster gibst!”

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Da steht mein Name drauf?

16. Dezember 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste ist mit ihrem Auto am Abend auf dem Rückweg von einer Fortbildung, die sie die letzten Tage besucht hat.
Sie hat noch ein wenig Fahrzeit vor sich und beschließt, mich vom Auto aus anzurufen (mit einer FUNKTIONIERENDEN Freisprecheinrichtung, und das will was heißen)…

“Hallo Schatz, ich bin´s!”
“Hallo Süße, na? Bist du noch unterwegs?”

“Ja. Bin so in eineinhalb Stunden da, denke ich.”
“Heute kann ich dich ja ausgezeichnet verstehen, was ist passiert??”

“Hä? Wie meinst du das??”
“Na deine Freisprecheinrichtung?”

“Ach so! Ja, das funktioniert jetzt wieder.”
“Fein. Und?”

“Was und??”
“Naja, was gibt es Neues?”

“Bei mir nicht viel, und bei dir?”
“Bei mir auch nicht.”

“Bei dir gibt es ja auch nie was Neues…”
“Ach doch, da ist heute ein Paket für dich gekommen!”

“Ein Paket??”
“Ja, ein ziemlich großes.”

“Ich habe aber gar nichts bestellt??”
“Wie auch immer, auf jeden Fall steht hier jetzt eins.”

“Mit meinem Namen drauf??”
“Natürlich.”

“Kann nicht sein.”
“Ist aber so.”

“Kann aber nicht sein!”
“Ist aber so!”

“Du hättest das nicht annehmen sollen!”
“Ich habe es ja auch gar nicht angenommen.”

“Nicht??”
“Nein, das waren unsere Nachbarn.”

“Wieso nehmen die ein Paket an, das ich nicht bestellt habe??”
“Ähm… Woher sollen die das denn wissen, bitte??”

“Von wem kommt das Paket denn eigentlich, steht das da??”
“Ja, ähm, von… Von einer Firma namens [...].”

“Ach so!”
“Also kennst du die? Hast es also doch bestellt?”

“Ja, die kenne ich, aber das kann trotzdem nicht für mich sein!”
“Also hast du nun was bestellt oder nicht!?”

“Ja, ich habe etwas da bestellt.”
“Dann ist doch alles in Ordnung, oder??”

“Nein, dieses Paket kann aber trotzdem nicht für mich sein.”
“Ähm… Und warum nicht??”

“Ich habe nur etwas ganz Kleines bestellt.”
“Schön. Und??”

“Du hast aber gesagt, da sei ein großes Paket angekommen.”
“Richtig, und??”

“Das hätte dann ja nur höchstens ein Päckchen sein dürfen!”
“Kleines Paket, großes Päckchen, wo ist denn da der Unterschied??”

“Du sagtest aber eben GROSSES Paket, nicht kleines!”
“Na schön, dann ist eben ein GROSSES Päckchen angekommen!”

“Es gibt keine großen Päckchen.”
“Gibt es nicht??”

“Nein, denn dann wären es ja Pakete!”
“Himmel, ist das jetzt nicht völlig egal??”

“DU hast dich doch so undeutlich ausgedrückt, nicht ich!”
“Also schön, gut, haben wir das dann jetzt geklärt, ja?”

“Nichts ist geklärt!”
“Nicht??”

“Nein! Also ist es nun ein großes Paket oder nicht??”
“Es ist so zirka 50 mal 30 mal 30, würde ich sagen.”

“Es ist was??”
“50 mal 30 mal 30, vielleicht auch 35.”

“Und was soll ich jetzt mit so ein paar Zahlen??”
“Ähm… Ich schätze, dass es so groß ist??”

“Und was ist jetzt 50??”
“Es ist geschätzte 50 bis 60 Zentimeter breit, was sonst??”

“Und was ist jetzt 30??”
“Die Länge vielleicht??”

“Boah, kannst du mir nicht einfach sagen, wie groß es ist??”
“Soll ich das jetzt noch in Hektolitern ausrechnen, oder was??”

“Nein, damit kann ich ja noch viel weniger anfangen!”
“Und wie soll ich dann also deiner Meinung nach die…”

“…ich will doch nur wissen, wie groß es ist!”
“…und wie soll ich das machen??”

“Na vergleiche es mit irgendwas, ist das so schwer??”
“Es ist ist so groß, wie… Wie…”

“Wie??”
“Wie…”

“Boah Schatz, du stellst meine Geduld echt auf die Probe!”
“Wie…”

“Ja?”
“Jetzt weiß ich was, was du dir vorstellen kannst!”

“Na, da bin ich ja mal gespannt…”
“Das Paket ist so groß wie 3-4 Schuhkartons etwa!”

“Für Schuhe oder für Stiefel??”

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Warst du?

4. November 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sitzen am Abend vor unserem Fernseher und schauen uns den ausgeliehenen Film “Der Kautions-Cop” mit Jennifer Aniston und Gerard Butler an.
Handlung: der Kopfgeldjäger Milo muss seine Ex-Frau Nicole finden und in den Knast bringen; das verspricht lustig zu werden!

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Darf ich dich mal was fragen?”
“Natürlich, was denn?”

“Warst du eigentlich schon mal im Knast?”
“Ich??”

“Ja, du? Früher?”
“Ähm… Wieso?”

“Naja, ich kann doch mal fragen?”
“Pff! Das ist doch nur wieder eine deiner Fangfragen oder so!”

“Nein, ich meine die Frage wirklich ganz ernst?”
“Also du willst wissen, ob ich früher mal im Knast war??”

“Ja, warst du?”
“Nein, Liebste.”

“Echt nicht??”
“Nein! Warum sollte ich??”

“Naja… Diebstahl, Betrug, Verkehrsdelikte, Untreue oder…”
“…Nein, nein, nein, nein!”

“Also du warst noch nie im Gefängnis??”
“Nein!”

“Hätte ich nicht gedacht, Respekt!”

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Nepper, Schlepper, Bauernfänger

21. Oktober 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich stehen am Abend in der Küche, nachdem wir kurz zuvor zufällig gleichzeitig nach Hause gekommen sind.
Wie immer schauen wir dann die Post durch, die für uns eingetroffen ist. Die Liebste öffnet einen ihrer Briefe und beim Lesen verkrampfen sich ihre Gesichtszüge bereits deutlich…

“Das gibt es ja wohl nicht!”
“Was denn, Süße?”

“Das darf doch wohl nicht wahr sein!”
“Wieso, was ist denn??”

“Hier, das ist meine Kreditkartenabrechnung!!”
“Kann ich mir vorstellen, dass dich das schockt…”

“Was soll das denn jetzt heißen!?”
“Naja, da haben wahrscheinlich 20 Schuhgeschäfte abgebucht…”

“Quatsch!!”
“Habe ich ja auch nur so gedacht…”

“Was du immer denkst, 20 Schuhgeschäfte, pff!”
“Ist ja gut, war ja nur ein Witz…”

“Es war nur eins.”
“Was! Ein Schuhgeschäft?? Aber dafür 20 Paar Schuhe?? Haha!”"

“Es ist jetzt nicht die Zeit für alberne Späße!”
“Nicht?”

“Nein, das hier ist ernst!”
“OK, und was ist so ernst?”

“Hier steht was drauf, was ich nicht gekauft habe!”
“Und was?”

“Blizzard Entertainment, 20 Euro!”
“Blizzard, woher kenne ich noch Blizzard…”

“Egal, woher du die kennst, ICH kenne die nicht!”
“Hm…”

“Wieso buchen die was von meiner Kreditkarte ab??”
“Ist doch klar.”

“Was ist klar!?”
“Wie sonst sollen die denn Geld verdienen?”

“Sehr witzig! Das ist Betrug!”
“Jetzt stell dich doch wegen 20 Euro nicht so an!?”

“Sag mal, willst du mich verarschen, oder was??”
“Ja.”

“Ja??”
“Haha!”

“Schatz, ich finde das überhaupt gar nicht lustig!”
“Also ich schon, irgendwie!”

“Jetzt hilf mir doch mal, was mache ich denn jetzt??”
“Du solltest weniger Schuhe kaufen.”

“SCHATZ!!”
“Aua! Warum schlägst du mich denn jetzt??”

“Weil du es verdient hast!”
“Aber ICH bin doch hier nicht der Kreditkartenbetrüger??”

“Meinst du echt, das war ein Betrüger??”
“Es sieht ganz danach aus, wenn du es nicht warst…”

“Ich war das nicht! Und was soll ich jetzt machen??”
“Ich denke, du solltest das an VISA melden.”

“Und dann??”
“Dann sperren die deine Karte.”

“Das gefällt mir aber nicht!”
“Kann ich verstehen, aber so wird es wohl kommen.”

“Wieso muss das ausgerechnet mir passieren??”
“Oder hast du doch bei Blizzard eingekauft?”

“Quatsch, ich weiß überhaupt nicht, wer das ist.”
“Wie wäre es mal mit googeln?”

“Gute Idee!”

[Die Liebste stürmt mit der Kreditkartenabrechnung in der Hand zu ihrem Notebook.
Nach ein paar Klicks stellt sich heraus, dass Blizzard die kalifornische Spielefirma hinter dem Online-Rollenspiel "World of Warcraft" ist, das seit ungefähr 6 Jahren eine einzigartige Erfolgsgeschichte mit heute mehr als 12 Millionen zahlenden Abonnenten hingelegt hat.
Also ich traue der Liebsten ja so einiges zu, aber:
ein World of Warcraft-Abo??]

“Jetzt bin ich auch nicht schlauer, als vorher!”
“Ich denke, dass da jemand deine Daten missbraucht hat.”

“Mann! Eigentlich müsste dir so etwas passieren, nicht mir!”
“Was?? Warum mir denn??”

“Weil du ständig irgendwas im Internet bestellst, nicht ich.”
“Ach! Und deswegen soll i…”

“…wer weiß, wo du dich da überall rumtreibst…”
“Hallo??”

“Hol mir doch mal deine letzte Kreditkartenabrechnung!”
“Meine?? Da ist alles in Ordnung, keine Sorge!”

“Dann kannst du sie mir ja auch zeigen!”
“Ich habe aber jetzt keine Lust!?”

“Weil du etwas zu verbergen hast, oder??”
“Ich habe nichts zu verbergen!”

“Hört sich aber so an!?”
“Hört es sich NICHT!”

“Hört es sich DOCH!”
“Hört es sich NICHT!”

“Ich denke schon!”
“Und ich denke nicht!”

“Du kaufst da bestimmt Schweinkram im Internet!”
“Wenigstens habe ich kein WoW-Abo, so wie du!”

“WoW? Sagtest du WoW??”
“Ja. Die Abkürzung für World of Warcraft, das Spiel.”

“Ach WoW! Jetzt weiß ich, was das ist!”
“Du kennst World of Warcraft??”

“Das Spiel?”
“Ja?”

“Nein, kenne ich nicht.”
“Ähm…”

“Aber WoW, damit kann ich was anfangen.”
“Aber wieso…”

“Mein Kollege Ralf war das!”
“Ralf?? Ich verstehe nur Bahnhof??”

“Seine Kreditkarte ging nicht, da habe ich ihm meine gegeben!”
“Moment, und er hat dann bei Blizzard im Shop was damit gekauft??”

“Ja, er sagte, das sei irgendwas für WoW. Haha, verrückt!!”
“Also…”

“Und er hat mir die 20 Euro sogar gleich in bar zurückgegeben!”
“Ähm…”

“Dass ich das vergessen habe, so was! Haha!”
“Aha, und DESWEGEN machst du hier jetzt so eine Welle??”

“Da ist mir aber gerade ein Stein vom Herzen gefallen!”
“Schön. Ich habe zwar schon wieder einen Puls von 180, aber egal…”

“Jetzt freu dich doch mal für mich! Doch kein Betrüger!”
“Ich freue mich, Juch he, Juch he…”

“Gott sei Dank…”
“Schön, dann haben wir diese Kuh ja auch vom Eis jetzt, prima.”

“Nee, nee, die Kuh ist noch lange nicht vom Eis.”
“Wieso, ist doch alles in Ordnung mit deiner Kreditkartenabrechnung?”

“Du holst jetzt mal DEINE letzte Kreditkartenabrechnung!”
“Was?? Pff, einen Teufel werde ich tun!”

“Also schwörst du, dass du da keine komischen Sachen kaufst??”
“Ich schwöre!”

“Pff!”
“Wieso? Was ist denn?? Ich habe es doch geschwört??”

“Männer, die was schwören, haben immer was zu verbergen!”

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Meins oder deins?

4. Oktober 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Für meine Liebste war es mal wieder Zeit für ein neues Handy, und wen wundert´s: es musste natürlich das charmante und Damen-affine Gerät mit dem großen Apfel drauf sein.
So ein iPhone ist schon eine tolle Sache (und das nicht nur für Frauen); allerdings ist es auch nicht gerade ein Schnäppchen…

“Du Schatz, guck mal hier, das ist Tom!”
“Süße, hast du dir schon wieder eine nutzlose App runtergeladen?”

“Nutzlos?? Das ist eine sprechende Katze, guck doch mal!”
“Eine sprechende Katze, aha…”

“Ja, und streicheln kann man die auch, hier, siehste?”
“Ist ja toll…”

“Die ist so süüüüß! Und die quatscht alles nach!”
“Ich dachte, du magst Katzen nicht?”

“Stimmt, aber eine App mit einem Hund gab´s nicht.”
“Zu blöd aber auch…”

“Guck doch mal jetzt, hier, mach doch mal, sag mal was!”
“Lass mich bitte mit dem Blödsinn in Ruhe, ja?”

“Du sollst es doch nur mal ausprobieren?”
“Nachdem du mir schon zirka 1.453 Apps gezeigt hast…”

“…aber diese hier ist etwas ganz Besonderes!”
“Mal was anderes, warum hast du da die Schutzfolie noch drauf?”

“Auf dem iPhone?”
“Ja, da ist doch noch die Folie von der Verpackung drauf?”

“Ja, die ist noch drauf.”
“Mach sie doch ab??”

“Nee.”
“Warum denn nicht?”

“Weil ich das Display schonen will.”
“Aber deswegen kannst du doch trotzdem die Folie abmachen??”

“Nein, ich lasse die drauf.”
“Aber…”

“Ist das meins oder deins??”
“Ähm, deins…”

“Gut.”
“Darf ich noch eine Frage stellen?”

“Was denn?”
“Warum ist das Display so dunkel, warum machst du es nicht heller?”

“Wieso, ich sehe doch alles?”
“Aber das ist doch viel zu dunkel??”

“Vielleicht ein bisschen, aber das soll so bleiben.”
“Aha, und welche Begründung hast du jetzt dafür??”

“Weil ich den Akku schonen will.”
“Aha, den Akku…”

“Ist das meins oder deins??”
“Es ist deins…”

“Eben!”
“Schön, aber Liebste, so ein Handy ist doch, ich meine…”

“Was ist ein Handy?”
“…ein Gebrauchsgegenstand des Alltags, da sollte man doch…”

“Die Folie bleibt drauf! Basta!”
“Stell dir vor, wir hätten überall noch die Verpackung drauf!?”

“Wie meinst du das?”
“Naja, die Folie auf dem Fernseher, auf der Mikrowelle, dem Spiegel…”

“Das kann man nicht vergleichen.”
“Ach nein??”

“Nein, weil man die ja nicht mit sich rumschleppt!”
“Aha, also auf Sachen, die man rumschleppt, muss Schutzfolie sein??”

“Ja.”
“Mich schleppst du doch aber auch dauernd mit dir rum?”

“Ja, und eine Schutzfolie wäre auch bei dir besser gewesen.”
“Hä? Was soll das denn jetzt heißen??”

“Na guck dir doch mal an, wie zerkratzt du jetzt aussiehst!”

Kopfschüttel…

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Geh ran!

3. September 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sitzen am Abend in unserem Wohnzimmer auf dem Sofa und schauen Fernsehen.
Peter Zwegat gibt sich mal wieder die Ehre und rettet für seine Mandanten, was noch zu retten ist (den Mann beneide ich übrigens auch nicht…).
Plötzlich klingelt das Telefon.

“Schatz, gehst du ans Telefon?”
“Nee, ich habe keine Lust, Süße.”

“Keine Lust??”
“Keine Lust.”

“Und wenn es was Wichtiges ist??”
“Dann wird der Anrufer noch einmal anrufen.”

“Gehst du jetzt bitte ans Telefon!”
“Warum gehst du nicht selbst ran??”

“Weil ich mich hier gerade so schön eingekuschelt habe!”
“Ich auch.”

“Du?? Du sitzt doch da bloß??”
“Na und? Nur weil ich nicht unter einer Decke schmore, wie du?”

“Mann, wenn du jetzt nicht ran gehst, ist es gleich weg!”
“Das stört mich nicht.”

“Dann schau doch wenigstens nach, wer da anruft!”
“Auch dazu müsste ich jetzt aufstehen.”

“Du bist so ein fauler Sack!”
“Und du ein Brutzelhuhn!”

“Nenn mich nicht immer Brutzelhuhn!”"
“Und du nenn mich nicht immer fauler Sack!”

“Na schön. Das ist fair.”
“Danke.”

“Gehst du jetzt ans Telefon?”
“Nein.”

“Du Blödmann!!”
“Ähm, können wir ‘Blödmann’ mit in die Vereinbarung aufnehmen?”

“Nein!”
“Gut, dann nicht. Dann gehe ich auch nicht ans Telefon.”

“Siehst du, jetzt hat es aufgehört, zu klingeln!”
“Dann ist ja wieder Ruhe, sehr gut.”

“Ich will wissen, wer da angerufen hat!”
“Dann geh nachschauen.”

“Mann, du bist so ein fau… Ähm, so ein Sturkopf!”

[Die Liebste schmeißt mit einer provozierenden Handbewegung ihre Decke zur Seite und schlappt in Richtung Telefon. Nachdem sie das Gerät aus der Ladestation genommen hat, drückt sie auf die blinkende Taste für die Anruferliste.]

“Mist!”
“Wieso, was ist denn?”

“Unbekannter Anrufer. Hier steht keine Nummer.”
“Aha, OK.”

“Jetzt bin ich extra aufgestanden und weiß es immer noch nicht!”
“Schön, und jetzt setz dich wieder hin und entspann dich.”

“Ich habe ja gleich gesagt, dass das für dich ist!”
“Das hast du NICHT gesagt.”

“Aber gemeint, ich meine, wer ruft schon ohne Nummer an!”
“Hä? Das verstehe ich jetzt nicht??”

“Das kann ja nur für dich gewesen sein!”
“Wieso??”

“Weil meine Freunde alle ihre Rufnummer übertragen.”
“Ach, und meine nicht??”

“Du gibst ja jedem Hinz und Kunz unsere Nummer.”
“Das tue ich NICHT!”

“Unbekannter Anrufer ist immer für dich.”
“Quatsch!”

[Die Liebste stellt das Telefon wieder zurück in die Ladestation und kommt zurück aufs Sofa, wo sie sich demonstrativ sofort wieder in ihre Decke einrollt und diese bis zur Nasenspitze an sich hochzieht.
Da klingelt das Telefon erneut...]

“So, jetzt gehst du aber ran!”
“Ich?? Nee! Warum hast du denn das Telefon nicht mitgebracht??”

“Konnte ich wissen, dass es noch einmal klingelt??”
“Naja, ähm, war das nicht zu erwarten, ich meine…”

“Ist ja sowieso für dich.”
“Also ich gehe ganz bestimmt nicht ran.”

“Schatz!!”
“Nochmal: wenn du wissen willst, wer das ist, dann geh selber ran.”

“Ich stehe jetzt aber nicht noch einmal auf!”
“Das ist dann Pech.”

“Du bist so ein fauler S…”
“…sag es nicht, wir haben eine Vereinbarung!”

“Du bist aber trotzdem einer!!”
“Bin ich nicht.”

“Blödmann!”
“Gerne.”

“Wenn du jetzt wieder nicht ran gehst, dann, dann…”
“Ja? Was dann?”

“Dann verpasst du ganz sicher einen wichtigen Anruf!”
“Mir egal.”

“Was wäre denn, wenn ich das jetzt wäre??”
“Du??”

“Ja, wenn ich jetzt der Anrufer wäre und dich sprechen müsste??”
“Du sitzt doch aber hier auf dem Sofa neben mir??”

“Aber mal angenommen?? Das finde ich nicht besonders witzig!”
“Wenn du nicht da bist, gehe ich ja auch immer ran.”

“Pff!”
“Und wenn nicht, dann habe ich es nicht klingeln gehört.”

“Ich glaube dir kein… Siehste, jetzt hat es wieder aufgehört!”
“Das Telefon ja, du hingegen…”

“Sei GAAANZ vorsichtig, mein Lieber!”
“Vielleicht wäre es tatsächlich klüger gewesen, ran zu gehen…”

“Das sage ich ja die ganze Zeit!”
“Ja, denn dann müsste ich DEIN Geklingel jetzt nicht ertragen…”

“Wenn es jetzt noch einmal klingelt, gehst du dann ran?”
“Ja.”

“Wirklich?”
“Jaaa.”

“OK. Da bin ich aber mal gespannt!”
“Schön.”

[Es klingelt tatsächlich erneut...]

“Da, jetzt! So, und nun geh ran!”
“Mist… Ich hätte geschworen, dass es nicht noch einmal…”

“Los, geh ran, bevor es wieder weg ist!”
“Ich geh ja schon…”

“Wer da wohl was von dir will so dringend!”
“Das werden wir gleich wissen…”

[Dieses Mal stehe ich nun also auf und gehe in Richtung Telefon. Natürlich bin auch ich jetzt neugierig geworden, wer da nun zum dritten Mal anruft. Wenige Augenblicke später habe ich das Telefon in der Hand und drücke den grünen Annahmeknopf...]

“Und? Wer ist dran??”
“Moment…”

“Wer ist denn dran??”
“…Moment!”

“Schatz!”
“…Moment noch!”

“Jetzt sag doch mal!”

[Ich halte das Mikrofon des Telefons zu, um der Liebsten sagen zu können, wer dran ist...]

“Und??”
“Eine Lisa, oder Luisa, oder so ähnlich. Sie will dich sprechen.”

“Was?? Lisa?? Was will sie denn??”
“Hallo?? Vielleicht fragst du sie das einfach selber??”

“Ach, jetzt weiß ich, wer das ist!”
“Schön, hier, nimm das Telefon.”

“Nein, nein, nein, das ist meine Kosmetikerin!”
“Na und?? Los, sprich du mit ihr!”

“Woher hat die denn unsere Festnetznummer??”
“Das ist mir egal, auf jeden Fall bist du jetzt dran!”

“Nein!”
“Wieso denn nicht??”

“Das ist kompliziert, sag ihr einfach, ich sei nicht da!”
“Ähm…”

“Bitte, bitte, bitte, bitte!!”
“Himmel, na schön, sage ich ihr eben irgendwas…”

[Ich wimmele mit ein paar haarsträubenden Lügengeschichten die Kosmetikerin der Liebsten ab und fühle mich nicht besonders gut dabei... Aber damit das Telefondrama endlich ein Ende findet, nehme ich das eben auch noch auf mich.]

“Danke Schatz.”
“Was sollte denn das jetzt, bitte??”

“Ich konnte jetzt nicht mit Lisa sprechen.”
“Na toll! Und dafür musste ich jetzt unbedingt ans Telefon gehen??”

“Wieso, war doch alles richtig so!?”
“Was war denn daran jetzt richtig, bitte??”

“Es war richtig, dass du ran gegangen bist.”
“Aber der Anruf war doch für dich??”

“Nein, er war für dich.”
“Wenn DEINE Kosmetikerin anruft, dann ist das für mich??”

“Nein, wenn Anrufer unbekannt, DANN ist das immer für dich!”

Kopfschüttel…

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Totalmeise

24. August 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sitzen zusammen auf unserem Sofa und lesen Zeitung; die Liebste irgendetwas mit bunten Bildern, Klatschgeschichten und Diätrezepten, ich etwas für Computerfreunde und Amateurbastler.
Wir sind uns einig, dass keiner mit dem anderen tauschen möchte…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Weißt du, was hier steht?”
“Nein.”

“Soll ich sagen?”

“Nein.”

“Nein??”
“Wenn ich wissen wollte, was in deiner Zeitung da steht, dann…”

“…dann würdest du sie selber lesen??”

“Ähm, richtig… Sagte ich das schon mal?”

“Ja, das sagtest du schon mal.”
“Schön, dann ist ja alles klar.”

“Aber das ist interessant hier, ehrlich!”
“Für wen jetzt?”

“Für mich, für dich, für alle eigentlich!”
“Aha. Nutzt es was, wenn ich weiterhin ablehne?”

“Nein. Ich sage es dir sowieso.”
“Ja… Wer konnte damit rechnen…”

“Also, pass auf.”
“Ich höre.”

“Hier steht, Frauen sollen Männern nicht immer alles glauben.”

“Ähm…”

“Ist das ein Knaller oder was!?”
“Also, ähm… Knaller inwiefern jetzt?”

“Na ist das nicht ätzend??”
“Ätzend??”

“Das impliziert ja, dass Frauen total doof sind!”
“Ach so, du meinst, weil…”

“…als wenn wir den Männern alles glauben würden, pff!”
“Ähm…”

“…und das ist eine Frauenzeitschrift, stell dir das mal vor!”
“Ja, das, ähm… Das ist…”

“Ich glaube, ich kaufe die Zeitung nicht mehr ab jetzt.”
“Aha…”

“…so was kann ich ja wohl nicht auch noch unterstützen!”
“Liebste, das ist das Vernünftigste, was du je gesagt hast.”

“Was? Wie bitte??”

“Naja, also, ähm, ich meine: du hast absolut Recht.”

“…das Vernünftigste, was ich jemals gesagt habe??”
“Also ich meinte das eher so, dass…”

“Du hast ja wohl ne Totalmeise im Oberstübchen!”

“Ich hab das nur so dahingesagt, ich meinte eigentlich…”

“Du hältst mich also auch für eine von den Doofchen, ja??”
“Nein, nein, entschuldige, ich habe Blödsinn geredet.”

“Ach ja??”
“Ja, es tut mir leid, natürlich war das nicht das Vernünftigste.”

“Das war nicht vernünftig?? Was denn dann, bitte??”
“Nicht das VernünftigSTE, sagte ich. Also, ich meine…”

“Du bist sooo doof!”
“Liebste, es tut mir wirklich leid!”

“Pff! Bäh!!”
“Du sagst eigentlich immer recht vernünftige Sachen.”

“Das glaube ich dir aber nicht!”

“Und wieso nicht??”

“Steht doch sogar hier in der Zeitung!!”

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[... .. .. ...]!

20. August 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste sitzt in unserem Wohnzimmer auf dem Sofa, als ich am Abend nach Hause komme.
Nach einer kurzen, aber herzlichen Begrüßung setzt die Liebste allerdings ein ernstes Gesicht auf und schaut mich eindringlich an; als aufmerksamer Beobachter ahne ich: da kommt jetzt was…

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Vor gut einer Stunde hat eine Frau angerufen.”
“Ja, ich weiß.”

“Die wollte dich sprechen.”
“Auch das weiß ich.”

“Sie wollte dann auf deinem Handy anrufen.”
“Hat sie auch.”

“Naja, dann ist ja alles gut.”
“Ja.”

“-”
“-”

“Und wer das?”
“Wer war wer?”

“Die Frau, die dich sprechen wollte?”
“Ach so, die kennst du nicht.”

“Richtig, und wer war die jetzt?”
“Da ging es nur um eine Terminverschiebung.”

“Ach so.”
“Ja.”

“-”
“-”

“Was für ein Termin denn?”
“Nichts Besonderes…”

“Nicht?”
“Nein.”

“Aha.”
“Ja.”

“-”
“-”

“Ein beruflicher Termin?”
“Ja.”

“Und da ruft die hier zuhause bei uns an??”
“Sie hat sich vertan, sie wollte eigentlich meine Büronummer wählen.”

“Ach so, deswegen.”
“Ja.”

“-”
“-”

“SCHATZ!!”
“Was ist denn??”

“WER IST DIESE FRAU!?”
“Warum schreist du denn jetzt hier so rum??”

“Weil ich endlich wissen will, wer diese Frau ist!”
“Sie ist Projektleiterin bei einem meiner Kunden, zufrieden??”

“Projektleiterin??”
“Ja.”

“Ach so, das konnte ich ja nicht wissen.”
“Jetzt weißt du es.”

“-”
“-”

“Das kann doch nicht stimmen, das mit der Projektleiterin!!”
“Himmel, sag mal, was soll denn dieses Misstrauen jetzt??”

“Wieso hat diese [... .. .. ...] DEINE PRIVATE NUMMER??”
“Sag mal, spinnst du?? Wieso denn bitte [... .. .. ...]??”

“Weil diese [... .. .. ...] ja wohl mehr ist als nur eine Kundin!”
“Sie ist eine Kundin von mir, mehr nicht!”

“[... .. .. ...]!”
“Nein, keine [... .. .. ...]!”

“[... .. .. ...], [... .. .. ...], [... .. .. ...], [... .. .. ...]!!”
“Ich hab ihr nur meine Handy-Visitenkarte geschickt, sonst nichts!?”

“Und da hast du UNSERE private Nummer drin gespeichert??”
“Naja, zugegeben, das müsste ich mal ändern…”

“Du schickst irgendwelchen [... .. .. ...] deine private Nummer??”
“Hör jetzt auf mit den [... .. .. ...]!”

“Ist doch wahr!”
“Ich werde ja wohl mit meinen Kunden sprechen dürfen, oder??”

“Wie sieht die denn aus?”
“Wer! Die Projektleiterin??”

“Ja, die!”
“Woher soll ich das wissen, ich kenne sie ja noch nicht persönlich!?”

“Aha!”
“Was heißt denn Aha??”

“Du kennst sie also NOCH NICHT!”
“Richtig, noch nicht! Darum geht es ja bei dem Termin!”

“Du willst sie kennenlernen??”
“Vielmehr sie mich, um genau zu sein.”

“[... .. .. ...]!”
“Sie ist keine [... .. .. ...]!!”

“Sondern??”
“Sie ist eine Kundin! Nicht mehr und nicht weniger!”

“Die wird sich ja geärgert haben, als sie MICH am Telefon hatte!”
“Davon hat sie nichts gesagt.”

“[... .. .. ...]!”
“Ich geb´s auf…”

“Na schön, also eine Kundin.”
“NUR eine Kundin.”

“Nur eine Kundin.”
“Richtig.”

“-”
“-”

“Tut mir leid, dass ich etwas überreagiert habe.”
“ETWAS ist gut! Aber egal, es sei dir verziehen.”

“Danke.”
“Bitte.”

“Wann trefft ihr euch denn nun?”
“Nächsten Mittwoch.”

“Und wo?”
“Ich muss nach Frankfurt.”

“Nach Frankfurt?? Wieso denn nach Frankfurt??”
“Wieso, wieso! Weil die Firma dort sitzt, vielleicht??”

“Und kommst du dann denn abends wieder nach Hause??”
“Nein, ich bleibe wahrscheinlich dort, weiß ich noch nicht genau.”

“Und wovon hängt das ab, bitte??”
“Kommt drauf an, wie lange wir brauchen.”

“Also doch!”
“Was??”

“[... .. .. ...]!”

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KUSSKUSS!

29. Juli 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste ist heute Morgen schon sehr früh aus dem Haus gegangen, weil sie einen Termin in Hannover hat.
Als ich später in die Küche komme, um mir einen Kaffee zu machen, entdecke ich auf dem Tisch einen kleinen Stapel voller gelber Zettel von unserem Notizblock…

Zettel 1:

Guten Morgen mein Schatz ich hoffe dass
du gut geschlafen hast! KUSSKUSS!
Bin schon weg und sooooo müde! Wäre gern noch
mit dir liegengeblieben. Ich hasse früh aufstehen!
Wollte einen Schokoriegel essen ist aber
wohl noch zu früh, mag nicht.
Daher ist der für dich!
Lieb haben!

Zettel 2:

Habe doch den Schokoriegel gegessen.
Aber für dich ist auch noch einer
übrig! Lieb haben!

Zettel 3:

Habe auch noch den anderen
Schokoriegel gegessen. Böse?
Wir haben leider keine mehr.
Tut mir leid mein Schatz! KUSS!

Zettel 4:

PS: kannst du heute Abend Schokoriegel
mitbringen? Lieb haben! KUSSKUSSKUSS!

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Grand Prix ist doof XXL

30. Mai 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Samstag, 29. Mai, 16.23 Uhr: meine Liebste und ich sitzen im Wohnzimmer und beschäftigen uns mit Kleinkram. Während die Liebste an ihren Fingernägeln rumfeilt, lese ich die letzte Seite der Tageszeitung.
Schließlich klappt die Liebste ihr Nagelset zusammen und legt es demonstrativ zur Seite.

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Was machen wir denn heute noch? Oder heute Abend?”
“Hm, tja…”

“Aha. Das klingt ja sehr vielversprechend.”
“Wieso, worauf hast du denn Lust?”

“Keine Ahnung, ich bin heute so unentschlossen…”
“Wir können ja den Grand Prix gucken.”

“Wie bitte? Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder??”
“Warum denn nicht, ich meine…”

“Schatz, dieses Eurovision-Dings ist doch wohl total langweilig!”
“Naja, schon, aber…”

“Wie heißt die noch, die da mitmacht?”
“Für Deutschland?”

“Ja, die Lütte da, die Kleene?”
“Lena. Sie heißt Lena Meyer-Landrut.”

“Genau, die meine ich. Das wird doch sowieso nichts.”
“Meinst du?”

“Der Grand Prix ist doof, und das Lied ist auch doof!”
“Also ich finde eigentlich, dass…”

“Wir gewinnen doch sowieso nicht, wir gewinnen nie.”
“Aber…”

“Wir gucken NICHT den Grand Prix!”
“OK…”

Samstag, 18.54 Uhr:

“Jetzt wissen wir immer noch nicht, was wir machen!”
“Wir könnten ja vielleicht doch den Grand Prix gucken?”

“Nein! Alles, bloß das nicht!”
“Na schön, soll ich dann eben schnell zur Videothek fahren?”

“Auf Video habe ich heute keine Lust.”
“Aha. Und was möchten Madame dann gerne machen?”

“Wieso muss ich das immer entscheiden, was wir machen??”
“Weil du immer alle meine Vorschläge ablehnst, deswegen!”

“Wenn du den Grand Prix vorschlägst, muss ich das ablehnen!”
“Na schön, dann schlag aber auch was anderes vor!”

“Läuft denn nichts im Kino?”
“Doch, Iron Man 2 oder Robin Hood oder…”

“Pff! Da gucke ich ja noch lieber den Grand Prix!”
“OK…”

Samstag, 20.18 Uhr:

“Boah, jetzt sitzen wir ja immer noch hier rum!”
“Wer war denn eben müde, du doch!?”

“Du guckst ja auch Fußball, da muss man ja einpennen!”
“Ich kann auch was anderes anmachen, wenn du möchtest?”

“Was läuft denn?”
“Promi-Ausrutscher, Matilda, Glücksbringer und auf dem Ersten…”

“…der Grand Prix, ja doch, ich weiß…”
“Nein, der fängt gleich erst an, jetzt läuft die Vorsendung aus Oslo.”

“Na schön, das ist immer noch besser, als Fußball…”
“Soll ich das Erste anmachen?”

“Mach den blöden Grand Prix an, wenn es sein muss…”
“OK…”

Samstag, 21.19 Uhr:

“Schatz, wann sind wir denn dran eigentlich?”
“Lena ist auf Platz 22, dauert also noch…”

“Also Aserbaidschan fand ich gar nicht so schlecht, oder?”
“Wie bitte?? Aserbaidschan war ja wohl gruselig!”

“Wieso, die Sängerin war doch niedlich??”
“Hallo?? Also bitte!”

“Also die würde ich wählen!”
“Quatsch!”

“Wird das nicht in Dolby Surround übertragen? Mach doch mal!”
“Bitte sehr…”

“Sooo, JETZT hört man endlich mal was! Mach lauter!”
“OK…”

Samstag, 21.57 Uhr:

“Buh, buh!”
“Was ist denn??”

“Hallo?? Der Blödmann aus UK, der kann doch gar nichts!”
“Also mein Geschmack ist das auch nicht, aber…”

“Und dem seine Nase, die Nase! Haha!! Nicht zu fassen!!”
“Jetzt sei doch nicht so gemein!?”

“Mach leiser, das kann man sich ja nicht mit anhören!”
“Mal sehen, was die Türkei abliefert.”

“Türkei?? Die machen da auch mit??”
“Natürlich machen die da mit!”

“Singen die dann in Türkisch??”
“Keine Ahnung, werden wir ja sehen.”

“Das ist ja spannend heute!”
“Was, der Grand Prix??”

“Na klar! Waren doch nur Luschen bisher!”
“Tatsächlich??”

“Naja, bis auf die Opas aus Griechenland! OPAS, verstehste??!”
“Das ist sehr witzig, Süße, wirklich sehr witzig…”

“OPA! OPA! OPA! OLE!”
“Jetzt dreht sie völlig durch…”

“Mach lauter, los! Und mach doch mal mit! OPA!”
“OK…”

Samstag, 22.07 Uhr:

“Boah, die Türken die rocken ja voll die Bude da!!”
“Ähm…”

“We could be the same, datatdatataaa! YEAH!”
“Schatz, könntest du dich bitte wieder hinsetzen??”

“Die spinnen ja total, guck mal, wie die abgehen!”
“Also ich finde ja eher, also…”

“Das ist ja echt der Knaller, der Eurovisions Dings!”
“Heißt das, dass du dich gut amüsierst??”

“Bestens! Los, mach mal lauter!!”
“OK…”

Samstag, 22.34 Uhr:

“LENA! LENA! LENA! LENA!!”
“Liebste, ich dachte, du magst Lena gar nicht??”

“Natürlich mag ich die!”
“Aha, dann war es das Lied, das dir nicht gefiel?”

“Ach was, da in den Grand Prix Song-Contest passt das super!”
“Aha…”

“Mach doch mal lauter jetzt, es geht los!”
“OK…”

Samstag, 22.36 Uhr:

“Like a satellite -  I’m in an orbit all the way around you!”
“-”

“LENA! LENA! LENA! LENA!”
“-”

“Can’t go a minute without your love!!”
“-”

“La la lala, lalalalala laa laaa!”
“-”

“Super, super!”
“-”

“Gib mir die Fernbedienung, ich will lauter machen!”
“OK…”

Samstag, 23.14 Uhr:

“Komm Schatz, mach mit!”
“Och nee, bitte!”

“Der Eurodance, los, mach mit, das macht Spaß!”
“Woher weißt du denn eigentlich, was du da machen musst??”

“Ist doch egal, Hauptsache dabei sein!”
“Aha…”

“Wieso ist das schon wieder so leise?? MACH LAUTER!!”
“OK…”

Samstag, 23.25 Uhr:

“Mann! Schatz, hast du das gesehen??”
“Was?”

“Die haben uns nur drei Punkte gegeben!!”
“Ja, ach so, das habe ich gesehen, ja.”

“Sind die denn verrückt, die Rumänen??”
“Ähm…”

“Wie können die uns nur drei Punkte geben!?”
“IMMERHIN haben sie uns drei Punkte gegeben…”

“Buh! Buh!”
“Liebste, ganz ruhig, das ist nur eine Fernsehsendung…”

“Lass mich!”
“OK…”

Samstag, 23:47:

“Wir gewinnen, wir gewinnen!!”
“Das steht noch nicht fest.”

“Warum verbreitest du denn hier so schlechte Laune jetzt??”
“Ich sage doch nur, dass das Ergebnis noch nicht feststeht!?”

“Aber wir sind auf einem guten Weg! Schau!”
“Ja…”

“LENA! LENA! LENA!!”
“Mann, Liebste, du hast mir voll ins Ohr geschrien!”

“Stell dich nicht so an, wir gewinnen!”
“OK…”

Sonntag, 0.10 Uhr:

“JAAAA, WIR SIND WELTMEISTER!!”
“Weltmeister??”

“WIR HABEN GEWONNEN!!”
“Unglaublich…”

“Ich wusste es, ich wusste es!!”
“Du?? Gar nichts hast du gewusst!”

“Wahnsinn, was für ein Abend!!”
“Ja, das hatte wohl niemand erwartet…”

“Freust du dich denn gar nicht??”
“Doch, aber ich drehe nicht so durch, wie du!”

“Ich mache doch hier nur ein bisschen Party??”
“Ein bisschen geschlossene Anstalt trifft es wohl eher…”

“Pff! Soll ich dir jetzt mal was sagen, Schatz?!”
“Was denn??”

“Nächstes Jahr feiere ich mit jemand anders den Grand Prix!”

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Ich will doch aber nur…

26. April 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste kommt ins Arbeitszimmer geschlurft, als ich gerade an meinem PC sitze und meine Emails durchschaue.
Noch während sie ein paar Sekunden beobachtend hinter mir steht, rechne ich bereits damit, dass sie wohl irgendwas auf dem Herzen hat.

“Du, Schatz?”
“Ja, Liebste?”

“Störe ich dich gerade?”
“Nein, nicht wirklich. Was ist denn?”

“Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich lieb habe?”
“Nein, hast du nicht.”

“Ich liebe dich, mein Schatz.”
“Ich dich auch, Liebste.”

“Kann ich etwas für dich tun?”
“Nee, ich brauche nichts, danke.”

“Möchtest du vielleicht was trinken?”
“Nein, danke.”

“Ich könnte dir was holen?”
“Nein, lass mal, das ist nicht nötig, danke.”

“Oder vielleicht ein Eis?”
“Eis? Wir haben doch gar keins, oder??”

“Nee, aber ich könnte dir ja eins von der Tanke holen?”
“Du willst mir ein Eis von der Tanke holen??”

“Das würde ich machen, klar!”
“Liebste!”

“Was ist denn??”
“Was ist hier los!?”

“Was soll denn los sein??”
“Hier stimmt doch was nicht!?”

“Was soll denn nicht stimmen??”
“Das will ich ja eben von dir wissen, also raus damit!”

“Ich verstehe nicht, was du meinst??”
“Du würdest mir NIEMALS ein Eis von der Tankstelle holen!”

“Was soll das denn heißen??”
“Zumindest nicht freiwillig! Also was hast du angestellt?!”

“Nichts! Es ist nichts!”
“Und warum schmeichelst du dich hier dann so auffällig ein??”

“Na hör mal, ich wollte nur mal was für dich tun!”
“Ach hör doch auf!”

“Nein, ehrlich! Weil du mein Schnuckelputz bist!”
“Dein WAS BITTE??”

“Du bist mein süßes Schnuckelputz.”
“Das ist ja schrecklich! Sag so etwas nicht, ja?”

“Schnuckelputz??”
“Schnuckelputz, genau. So kannst du deinen Hamster nennen!”

“Ich habe aber doch gar keinen Hamster??”
“Gott sei Dank…”

“Ich will aber auch keinen, keine Angst…”
“Das ist wirklich mal eine gute Nachricht…”

“Ich hätte ja viel lieber einen…”
“SAG ES NICHT, JA??”

“Aber Schatz, ich…”
“…das hatten wir doch hinreichend besprochen, oder??”

“Jaja… Ich sage es ja nicht.”
“…weil es immer wieder in der gleichen Katastrophe endet und…”

“Ist ja gut, ich sage ja schon gar nichts mehr!”
“Na schön.”

“Was ist jetzt mit dem Eis?”
“Nein, ich möchte keins, danke.”

“Aber ich will was für dich tun jetzt!”
“Warum denn unbedingt, mir geht es wunderbar??”

“Weil ich dich lieb habe, darum!”
“Aber du kannst mich doch nachher auch noch lieb haben??”

“Hä??”
“Mir fällt bestimmt nachher noch was ein, versprochen.”

“Aber das geht nicht.”
“Was geht nicht?”

“Nachher ist es vielleicht schon zu spät.”
“Zu spät?? Aha! Also verschweigst du mir doch was!!”

“Ich verschweige dir doch nichts!?”
“Natürlich! Liebste, vergiss es!”

“Was denn vergessen??”
“HEUTE gehe ich dir NICHT auf den Leim, vergiss es!!”

“Aber ich will dir doch nur…”
“Geh weg!”

“Du schickst mich weg??”
“Ja, genau! Geh in die Küche oder sonst wohin, Hauptsache WEG!”

“Und wenn ich dir keinen Gefallen mehr tun will?”
“Was ist dann?”

“Dann dürfte ich hier bleiben??”
“Hm… Darüber ließe sich reden…”

“Na gut, dann, ähm… Dann tue ich dir keinen Gefallen mehr.”
“Schön. Danke.”

“Aber das ist schon komisch, das muss ich schon sagen…”
“Komisch? Was ist komisch??”

“Andere Männer würden sich bestimmt riesig freuen.”
“Worüber?”

“…wenn ihre Frauen ihnen einen Gefallen tun würden.”
“Wenn das ohne Bedingungen erfolgen würde, dann sicher!”

“Ich habe doch aber gar keine Bedingungen gestellt??”
“NOCH NICHT! Ich kenne dich doch!”

“Na schön, also gut, du hast gewonnen.”
“Wie bitte??”

“Du hast Recht, ich wollte wirklich was von dir.”
“Wusste ich es doch!”

“Es tut mir wirklich leid, entschuldige…”
“Du bist wirklich UNMÖGLICH!!”

“Naja, ich dachte, ich mache es uns etwas leichter.”
“Warum sagst du denn nicht einfach, was du willst??”

“Ich wollte eben die richtige Stimmung dafür schaffen.”
“Die richtige Stimmung, aha… Wofür bitte?”

“Du meinst, ich soll es jetzt sagen?”
“JETZT wäre wohl ein richtig guter Zeitpunkt, ja.”

“Ach nee, lieber nicht…”
“Wieso denn nicht??”

“Ich möchte dir nicht weh tun…”
“Vielleicht sagst du erst einmal, was du eigentlich willst?”

“Ich will aber nicht, dass deine Stimmung dann total hin ist.”
“Na hör mal, jetzt bin ich aber neugierig geworden!”

“Ehrlich?”
“Also: was willst du denn??”

“Und du schimpfst wirklich nicht mit mir?”
“Nein, versprochen.”

“Ehrlich? Es ist nämlich schon ein etwas ausgefallener Wunsch…”
“Ja, ehrlich. Also was willst du denn nun von mir?”

“Ich möchte einen großen Hamster haben.”
“Was?? Du willst einen Hamster?? Einen großen??”

“Ja.”
“Du spinnst ja wohl, du kriegst keinen Hamster!”

“Na schön, dann nehme ich eben doch nur einen kleinen Hund.”
“Was??”

“Ich ahnte ja, dass du mir ne Abfuhr für den Hamster gibst!”

Kopfschüttel…

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