Riskante Investition

Normalerweise kümmert sich meine Liebste ja eher weniger ums Finanzielle, hauptsache, es bleibt am Ende des Geldes nicht zu viel Monat übrig. Doch gestern lernte ich sie von einer ganz neuen Seite kennen.

„Weißt du, was ich gelesen habe?“
„Nein, aber du wirst es mir sicher gleich sagen.“

„Ja. Wir sollten in Immobilien anlegen.“
„Soll ich ein Gartenhaus kaufen?“

„Quatsch. In der Zeitung stand, dass Immobilien zurzeit die sicherste und beliebteste Geldanlage sind.“
„Soso.“

„Und dass sogar reiche Italiener in Berlin Häuser kaufen, weil es wegen der bevorstehenden Wirtschaftskrise besser wäre.“
„Haben die keine Häuser mehr in Bella Italia?“

„Keine Ahnung. Vielleicht ist es in Berlin einfach schöner als in Italien.“
„Ja, weil hier die Müllabfuhr funktioniert und Currywurst mit Pommes leckerer ist als Pizza und Pasta.“

„Na, gegen Pizza und Pasta kannst du jetzt nichts sagen.“
„Sollen wir in Pizza investieren und uns eine bestellen?“

„Ja, ich nehme eine Hawaiipizza. Oder halt, lieber eine Spinat mit Fetakäse …aber du nimmst mich wieder nicht ernst!“
„Doch, ich ruf gleich an und bestelle!“

„Ja, das ist recht. Aber ich meine, du nimmst mich mit dem Investieren nicht ernst.“
„Ach, wir haben nicht genug Geld für Immobilien, das weißt du doch.“

„Aber irgendwas sollten wir machen, für die Zukunft meine ich.“
„Willst du mir einen Bausparvertrag aufschwatzen?“

„Nein, natürlich nicht. Aber es steht doch in jeder Zeitung, dass eine Inflation droht und die Leute jetzt in Sachwerte investieren.“
„Aha.“

„Ja, am beliebtesten sind Immobilien, Gold und alter Whisky.“
„Das nenn ich mal eine gute Geldanlage. Bitte einen guten alten schottischen Single Malt! Ich investiere gleich morgen auf deinen Wunsch hin in Whisky!“

„Ja. Aber bei deiner Begeisterung scheint es mir keine so sichere Investition zu sein…“
„Ach was, mehr Prozente für‘s Geld kriegst du nirgendwo.“

„Aber wenn du den leer trinkst, ist die Geldanlage futsch.“
„Trinkflation sozusagen.“

„Nee, das ist mir nicht sicher genug, dann kann ich das Geld auch gleich bei der Bank lassen.“
„Tja, wenn ich aber doch lieber Whisky besorgen soll, dann sag‘s nur.“

„Wenn Immobilien und Whisky ausscheiden, bleibt eigentlich  nur noch Gold.“
„Aha, daher weht der Wind.“

„Wieso? Ich mache mir nur Gedanken um unsere finanzielle Zukunft.“
„Ja soll ich jetzt etwa Gold kaufen?“

„Oh, das wär was!“
„Aber ich kaufe einen Barren, keinen Ring, keine Kette, keine Ohrstecker.“

„Wieso? Der Goldpreis ist auch bei Ringen, Ketten und Ohrsteckern wertbeständig.“
„Aber mir scheint diese Geldanlage auch nicht sicher. Schließlich hast du an Ostern erst deinen goldenen Ohrstecker verloren.“

„Ja, total ärgerlich. Aber so eine Kette oder ein Ring wäre schon wertbeständig.“
„Ein Barren Gold erfüllt den gleichen Zweck.“

„Nicht den gleichen Zweck wie zum Beispiel, sagen wir mal zwei Ringe aus Gold, für die Zukunft, meine ich…

Kopfschüttel…

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Wie damals bei Adam…

Das Handy der Liebsten hat nach langen Jahren treuer Dienste endgültig den Geist aufgegeben und ein neues Handy muss her. Die Liebste hat genaue Vorstellungen, was sie will. Meine Ideen sind da aber eher anders…

„Schau mal, hier, das will ich mir bestellen!“
„Ein iPhone. Hast du schon mal auf den Preis geschaut?“

„Naja, es ist schon etwas teurer, aber so schön!“
„Etwas teurer ist gut.“

„Meinetwegen etwas sehr teurer. Aber ich hab noch etwas Geburtstagsgeld, und ein neues Handy brauch ich eh.“
„Ja schon, aber warum muss es ein iPhone sein?“

„Weil es total schön aussieht und Kult ist.“
„Was machst du denn damit?“

„Dich anrufen oder dir eine SMS schicken oder mal ein Foto, wenn ich was Tolles sehe.“
„Ja, aber das kann jedes andere Handy auch, für einen Bruchteil des Preises.“

„Ach, jetzt willst du es mir ausreden.“
„Natürlich. Es ist einfach zu teuer und mir würde es leid tun, so viel Geld dafür auszugeben.“

„Aber so ein iPhone hat man doch auch lange und ich würde mich immer freuen, wenn ich es benutze.“
„Apple freut sich auch, wenn wegen eines Bildes von einem angebissenen Apfel auf dem Telefon die Kasse klingelt. Von der Überwachung ganz abgesehen…“

„Wieso? Willst du mich überwachen? Ich sag dir doch immer, wo ich hingehe.“
„Quatsch, ich doch nicht. Apple überwacht dich.“

„Echt? Ich hab keine Geheimnisse.“
„Es ist doch egal, ob du Geheimnisse hast oder nicht, es ist doch nicht in Ordnung, wenn die einfach deine Daten speichern!“

„Es ist dir also egal, ob ich Geheimnisse habe?“
„Nein, mir ist es nicht egal. Ich will schon wissen, wo und mit wem du unterwegs bist.“

„Eben hast du doch gesagt, es ist dir egal und jetzt willst du es doch wissen, dabei sage ich dir doch sowieso immer alles Wichtige.“
„Das ist ja auch richtig so, schließlich sage ich dir auch, was ich mit wem mache.“

„Ja, ich würde auch fragen, wenn du es nicht sagst.“
„Eben. Deshalb sage ich es ja auch. Ich hab schließlich auch keine Geheimnisse.“

„Tja. Welches Telefon soll ich denn nun nehmen?“
„Egal, nur kein zu teures. Schließlich willst du nur telefonieren.“

„Ja, und SMS schicken und Fotos machen.“
„Aber das können doch alle Handys. Nach welchen Kriterien willst du denn gehen?“

„Es muss mir gefallen.“
„Dann nimm wenigstens noch den Preis als Kriterium, und vielleicht wäre es gut, bei der gleichen Marke zu bleiben, dann musst du dich nicht an eine neue Bedienung gewöhnen.“

„Ja, das stimmt. Soll ich hier das in Rosa nehmen?“
„Zeig mal. Ein Nokia, wie gehabt. Immer noch ein stolzer Preis, aber besser als das iPhone.“

„Hmm. Aber wenn mir Rosa in einem halben Jahr nicht mehr gefällt?“
„Dann nimm das Schwarze. Das ist zeitlos.“

„Und langweilig.“
„Oder hier, das gleiche Modell in Weiß.“

„Ja, aber hier das Weiße mit dem Apfel drauf sieht noch besser aus…“

Kopfschüttel…

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Rosenstrauß

Vor kurzem kam ein Riesenrosenstrauß für meine Liebste. Sie schaute nur kurz auf die beiliegende Karte und steckte die dann ein. Sie stellte die Blumen ins Wohnzimmer und ich fragte sie natürlich, wer ihr solche Blumen schickt.

„Ach, kennst du nicht.“
„Was soll denn das?“

„Was soll was?“
„Naja, deine Mutter schickt dir ja kaum rote Rosen!“

„Stimmt. Von meiner Mutter sind die nicht.“
„Also? Jemand kennengelernt?“

„Ich lerne ständig Leute kennen. Du doch auch.“
„Ja, aber ich krieg keine Rosen geschickt.“

„Na, das wäre ja auch komisch. Ein Mann kriegt Rosen geschickt, hab ich noch nie gehört.“
„Eben. Frauen kriegen Rosen geschickt.“

„Eben.“
„Ja. Von wem sind die Rosen?“

„Eifersüchtig?“
„Ja. Sind die protzigen Dinger etwa von dem neuen Kollegen, von dem du neulich erzählt hast?“

„Nein. Und die sind doch nicht protzig. Und Schatz, für Eifersucht gibt es keinen Grund.“
„Da bin ich aber beruhigt. Trotzdem will ich wissen, von wem hier diese Dinger sind.“

„Was heißt Dinger? Das sind total schöne Rosen! Und die duften auch so gut. Hier, schnupper mal.“
„Nein. Ich will jetzt wissen, was das soll!“

„Ich freue mich über die Rosen.“
„Wer schickt dir rote Rosen? Zeig mal die Karte vom Strauß her!“

„Du kannst ja richtig eifersüchtig sein! So kenne ich dich ja gar nicht!“
„Ja. Meine Freundin soll keine roten Rosen von anderen Männern bekommen.“

„Warum? Wenn sie sich über Rosen freut.“
„Ja, aber wenn sie Rosen will, kriegt sie Rosen von mir!“

„Eben nicht! Wann gab’s den letzten Rosenstrauß?“
„Neulich erst.“

„Wann war neulich?“
„Naja, vor einiger Zeit.“

„Vor sehr, sehr langer Zeit.“
„Ja. Stimmt. Ich bin unaufmerksam in letzter Zeit. Tut mir leid. Ich lieb dich doch trotzdem. Ich hatte halt die letzte Zeit viel Ärger und Stress auf Arbeit. Von wem sind denn jetzt die Rosen?“

„Das tut nichts zur Sache. Ich wollte nur mal wieder hören, dass du mich liebst.“
„Aber Schatz! Natürlich liebe ich dich, auch wenn ich es nicht dauernd sage. Wollen wir heute abend schön essen gehen? Ich bestelle einen Tisch beim Italiener.“

„Gern. Das können wir machen.“
„Gut. Könntest du die Rosen dann vielleicht aus dem Wohnzimmer entfernen?“

„Ach, Schatz. Die sind von mir.“
„Wie? Die sind von dir?“

„Naja, ich dachte ich schick mir mal Rosen, wenn von dir keine kommen.“
„Jetzt bin ich platt. Auf was für Ideen du kommst! Du hättest doch einfach was sagen können!“

„Ach, Schatz. Ich geh mich jetzt mal umziehen für den Italiener!“
„Ja, mach das.“

„Hier ist übrigens noch die Karte: ‚Für den neugierigen Schatz als Erinnerung, damit er ab und zu auch mal Blumen bringt.’“

Kopfschüttel…

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Gefährliche Lektüre

Am Wochenende – ohne Termine oder sonstige Verpflichtungen – haben wir es ganz ruhig angehen lassen. Ich habe in der Küche zwei Tassen Kaffee geholt und mich wieder zur Liebsten ins Bett gelegt, die dort in einer Zeitschrift blätterte.

„Oh, mein Kaffee. Dankeschön. Werde ich heute verwöhnt, ist etwa Valentinstag?“
„Nö, nur so. Was liest du denn da?“

„Och, nur so ein Frauenheft, nichts für dich.“
„Zeig doch mal.“

„Hier, interessiert dich aber eh nicht.“
„‚Eltern family‘. Was soll denn das sein?“

„Das Heft hab ich bei Susi mitgenommen, sie hat es ausgelesen. Hier hab ich auch noch ‚Eltern‘, ‚Baby & Co‘ und ‚Leben & erziehen‘.“
„Aha. Aber steht denn da nicht überall das Gleiche drin? Da hätte doch ein Heft gereicht.“

„Nö, da steht überall was anderes drin. Hier zum Beispiel: ‚So wird ihr Kind ein liebenswerter Mensch‘ oder hier: ‚Alles über Hebammen‘ oder hier: ‚So entwickelt sich ihr Kind‘ oder da: ‚Von der Muttermilch zum Familientisch‘ oder…“
„Schon gut, schon gut. Ich glaub es ja. Zeig mal her den Stapel.“

„Außerdem: In deinen Autoheften steht doch auch immer das Gleiche drin.“
„Quatsch. Da werden immer andere Autos getestet und vorgestellt. Aber warum lest ihr denn ‚Leben & erziehen‘, passender wäre doch ‚Brüten und abwarten‘?“

„Susi hat bei ihrer Ärztin so eine Tasche mit Heften, Infos und Pröbchen bekommen und die Hefte hat sie mir weitergereicht. Aber ‚Brüten & abwarten‘ klingt gut, ich werde es Susi mal vorschlagen.“
„Ja, mach das. Und jetzt gib mir mal einen Kuß. Schließlich hab ich dir Kaffee mitgebracht.“

„Ja. Oh, schau mal hier, wie süß das schlafende Baby hier aussieht. Ach, wie niedlich.
„Ja, sehr niedlich. In letzter Zeit schaust du oft nach Babys, fällt mir auf…“

„Ja. Und?“
„Aber dann wäre Schluss mit Kaffee im Bett. Dann würdest du jetzt schon längst aufstehen müssen, Füttern, wickeln, spazierengehen…“

„Ja.“
„Was meinst du mit ‚Ja‘?“

„Ja eben. Dann würden wir halt einen Sonntagsspaziergang machen und mit dem Kinderwagen durch den Park gehen.“
„Du vergisst, dass du unausgeschlafen wärst. Und dass du unausgeschlafen total unausstehlich bist.“

„Ach, die Natur hat es schon so eingerichtet, dass Mütter dann weniger Schlaf brauchen, dass machen die Hormone.“
„Könnte es sein, dass die Hormone grad noch ganz andere Sachen machen?“

„Naja, irgendwann wollten wir ja schon Kinder. Jetzt wäre doch sehr gut. Dann könnte unser Kind immer mit Susis Kind spielen, die wären ja fast gleich alt.“
„Ja, schon. Irgendwann will ich auch Kinder, aber jetzt haben wir‘s doch grad so gemütlich und du wolltest doch beruflich erst noch ein bisschen schauen…“

„Ja, aber schön wär‘s doch. Oder willst du keine Kinder mit mir?“
„Doch schon, wenn Kinder, dann nur mit dir, Schatz. Aber doch nicht gleich!“

„Naja, wenn wir alt und grau sind ist es aber zu spät.“
„Gianna Nannini ist doch jetzt mit 54 Mutter geworden, wir haben also noch jede Menge Zeit.“

„Pah. Das wäre mir viel zu alt. Dann wäre ich zur Schuleinführung schon 60!“
„Siehst du – im Ruhestand hättest du dann genug Zeit, um dich mit den Hausaufgaben zu beschäftigen. Wäre doch prima.“

„Quatsch, du nimmst mich gar nicht ernst.“
„Ach, Schatz, das geht mir jetzt einfach zu schnell. Außerdem kann man das doch gar nicht so planen.“

„Dann warten wir eben noch ein bisschen. Dann kann unser Kind auch von Susis Kind die ganzen Sachen bekommen.“

Kopfschüttel…

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