Möglichst wenig Aufwand

Meine Liebste und ich sind gleich um 20 Uhr mit Freunden zum Essen verabredet, wir treffen uns im Da Vinci: ein kleines, aber feines Restaurant im Herzen Bremens.
Wir haben unsere zwei Freunde schon etwas länger nicht gesehen und freuen uns auf den bevorstehenden Abend.

„Schatz, wie spät ist es?“
„Es ist kurz vor halb acht, Süße.“

„Schon so spät??“
„Was hast du denn gedacht?“

„Ich dachte, es wäre noch nicht so spät…“
„Und was heißt das jetzt??“

„Das heißt wohl, dass ich mich beeilen muss…“
„Aber du bist doch schon angezogen, oder?“

„Natürlich!“
„Und wo ist dann jetzt das Problem?“

„Dass ich nicht weiß, welche Schuhe ich anziehen soll!“
„Ähm… Die schwarzen?“

„Die mit den hohen Absätzen?“
„Ja.“

„Die sind kaputt.“
„Kaputt??“

„Der eine Absatz ist locker, die kann ich also nicht anziehen.“
„Aha… Dann nimm eins deiner anderen 87 Paar Schuhe.“

„Soll ich vielleicht meine flachen schwarzen Schuhe nehmen?“
„Die, die so aussehen wie Turnschuhe?“

„Die sehen nicht aus wie Turnschuhe!“
„Ich meine doch nur den Schnitt, also, weil die doch…“

„OK, ziehe ich die an. Guter Tipp von dir!“
„Ja… Ein blindes Huhn findet halt auch mal ein Korn…“

„Ich ziehe mich dann schnell um.“
„Wie bitte?? Aber ich dachte…“

„Na die flachen Schuhe passen doch nicht zu dieser Hose!“
„So? Und warum nicht?“

„Die ist ja viel zu lang, die ist für hohe Schuhe!“
„Aha, und diese Hose hast du jetzt auch in kürzer, ja?“

„Nein.“
„Nein??“

„Quatsch! Ich habe doch nicht die gleiche Hose in kurz UND lang!“
„Natürlich nicht, dumm von mir… Und jetzt?“

„Jetzt ziehe ich meine neue Jeans an.“
„Du hast eine neue Jeans??“

„Ist schon länger her, aber ich hatte sie noch nie an.“
„Fein. Dann können wir ja gleich los, oder?“

„Gleich.“

[Während die Liebste die Hosen wechselt, gehe ich noch einmal schnell ins Wohnzimmer und mache das Licht aus. Als ich ins Schlafzimmer zurückkehre, steht die Liebste zu meinem Erstaunen immer noch in ihrer vorherigen schwarzen und zu langen Hose da…]

„Schatz, das geht nicht!“
„Wir müssen mal langsam, warum bist du noch nicht umgezogen?“

„Ich kann diese neue Jeans nicht anziehen!“
„Und warum nicht?“

„Die habe ich noch gar nicht gewaschen, ist noch der Zettel dran!“
„Na und??“

„Wenn ich die jetzt anziehe, dann färbt die meine Unterwäsche.“
„Seit wann trägst du denn Unterwäsche??“

„Schatz!“
„War ja nur so eine Frage…“

„Bei dieser Jeans muss ich dann andere Unterwäsche anziehen.“
„Aber Schatz, hör mal… Du hast doch noch 17 andere Jeans, oder?“

„Ja. Aber von denen will ich jetzt keine anziehen…“
„Und warum nicht?? Die sind doch schon mal gewaschen worden, oder??“

„Weil ich mich eben jetzt so auf die neue gefreut habe!“
„Ja, dann… Dann zieh dir doch einfach eine andere Unterhose an.“

„Das heißt Slip, Unterhosen sind das, was du an hast!“
„Oh, Entschuldigung! Dann eben einen anderen SLIP!“

„Aber der müsste dann ja Schwarz sein…“
„Na und? Da hast du doch welche, das weiß ich ganz genau!“

„Aber ich habe doch jetzt einen Body an…“
„Oh Himmel, ich breche zusammen…“

„Dann ist mir nicht so kalt am Rücken, deswegen!“
„Lass mich raten: einen schwarzen Body hast du nicht, oder?“

„Nein.“
„Toll. Und jetzt?“

„Weiß ich auch nicht!“
„OK, und wenn du anstatt der Unterwäsche nochmal die Schuhe wechselst?“

„Du meinst, damit ich diese schwarze Hose an lassen kann?“
„Das scheint mir am wenigsten Aufwand zu sein…“

„Bei dir muss immer alles mit möglichst wenig Aufwand sein!“
„Ich meine doch nur, weil…“

„Wenn es um deine doofen Computer geht, DANN hast du Zeit!“
„Ähm…“

„Aber wenn ICH ein Problem habe, DANN ist das unwichtig!“
„Was denn für ein Problem?? Zieh dir andere Schuhe an und fertig!“

„Welche denn??“
„Das weiß ich doch nicht!“

„Weil dich das ja auch gar nicht interessiert, wie ich aussehe!“
„Doch, das interessiert mich schon, aber was…“

„Du könntest ja auch mal sagen, was dir gefällt!“
„Aber du siehst doch immer gut aus, was soll ich denn da noch…“

Blödmann!“
„Liebste! Du hast im Gästezimmer 3.654 Schuhe, hol dir jetzt zwei!“

„Na schön! Gut! Dann nehme ich eben meine braunen Stiefel.“
„Soll mir recht sein… Dann mach jetzt…“

„Braune Stiefel zu dieser schwarzen Hose mit Schlag??“
„Geht das nicht, oder was?“

„Das ist jetzt ja wohl nicht dein Ernst!“
„Aber DU hast doch die braunen Stiefel vorgeschlagen, oder nicht!?“

„Ja sicher, aber doch nicht zu dieser Hose!“
„Sondern??“

„Die neue Jeans würde super zu diesen Stiefeln passen…“

Kopfschüttel…

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Nicht mal mein eigener Freund!

Meine Liebste kommt zu mir ins Arbeitszimmer gestürmt, als ich gerade in ein Problem vertieft an meinem PC arbeite. Aus den Augenwinkeln sehe ich bereits ihre verschränkten Arme…
Noch bevor die Liebste ein Wort sagt, ist mir bereits klar: ich werde meine Arbeit jetzt wohl unterbrechen müssen…

„Schatz, weißt du, mit wem ich gerade telefoniert habe??“
„Ähm… Nein, Süße…“

„Mit Tanja!“
„Schön, ja… Sag mal, kannst du mir das nicht später erz…“

„Weißt du, was die eben zu mir gesagt hat??“
„Du wirst es mir jetzt sicher gleich erzählen, schätze ich…“

„Ich würde sie nie ausreden lassen, hat sie gesagt!“
„So? Und warum hat sie d…“

„Die spinnt ja wohl!“
„Habt ihr euch denn gestritten oder worü…“

„Wir haben nur über Hosen diskutiert, sonst nichts!“
„Über Hosen??“

„Weil doch der Schlag jetzt wiederkommt, habe ich gesagt.“
„Was für ein Schlag??“

„Na dass die unten am Bein wieder weiter werden jetzt.“
„Und über so etwas streitet ihr am Telef…“

„Und Tanja sagt, ich hätte Tomaten auf den Augen!“
„Sieht man gar nicht…“

„Schatz!“
„Wie kann man sich bloß über sowas streiten, wo doch die Mode sow…“

„Soll das etwas heißen, dass du mir auch nicht glaubst??“
„Also ich würde sagen, dass…“

„Habe ich dir nicht neulich bei Esprit noch eine gezeigt??“
„Ach ja, jetzt erinnere ich mich, dass war doch die Jeans mit d…“

„Ich habe noch gesagt, super, der Schlag kommt wieder!“
„Richtig, aber die war dir doch zu…“

„Habe ich es gesagt, oder nicht!?“
„Doch, doch, das hast du ges…“

„Jetzt behaupte bloß nicht, dass ich das nicht gesagt hätte!“
„Sage ich ja nicht, ich weiß doch, dass…“

„Nicht mal mein eigener Freund hört mir zu!“
„Aber ich höre dir doch zu und ich m…“

„Das kommt davon, weil du immer nur halb bei der Sache bist!“
„Ich?? Also Moment mal, ich h…“

„Du weißt ganz genau, dass ich Hosen mit Schlag mag!“
„-„

„Die stehen mir einfach besser als diese Karotten.“
„-„

„Oder? Oder nicht?“
„-„

„Warum sagst du denn jetzt nichts??“
„Ich wollte dich mal ausreden lassen.“

„Mich wolltest du MAL ausreden lassen??“
„Ja, weil ich komme ja gar nicht dazu, was zu sagen, weil…“

„Aha! Dich lasse ich also auch nicht ausreden, oder was!?“
„Doch, aber im Augenblick scheinst du zieml…“

„Ich erzähle dir, dass Tanja mir was unterstellt und du??“
„Haben wir nicht gerade über Hosen, ich meine, über…“

„Ruf doch Tanja an, dann könnt ihr euch schön ausreden lassen!“
„Um Gottes Willen…“

„Ich lasse ja wohl jeden ausreden, und dich auch, wenn…“
„Aber ich wollte damit doch auch nur sagen, dass du i…“

„Schatz!“
„Was denn??“

„Jetzt lass mich doch mal ausreden!“

Kopfschüttel…

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Kleines Ferkel!

Meine Liebste und ich sitzen gemeinsam an unserem kleinen Küchentisch und erzählen uns die Ereignisse des heutigen Tages.
Eigentlich ein Tag wie jeder andere, ganz ohne Katastrophen oder Besonderheiten. Hoffentlich bleibt das auch so…

„Sag mal, ist hier eigentlich die Heizung an?“
„Ja, Süße. Die ist an.“

„Mir ist aber kalt.“
„Kein Wunder…“

„Wieso kein Wunder?!“
„Weil du angezogen bist wie im Hochsommer.“

„Ich??“
„Warum ziehst du dir nicht einen ordentlichen Pullover an??“

„Du könntest ja auch einfach mal die Heizung anmachen.“
„Wie ich bereits sagte, die ist schon an.“

„Aber nicht richtig.“
„NICHT RICHTIG??“

„Naja, eben nicht richtig warm.“
„Für jemanden, der angezogen ist, ist sie warm genug!“

„Bin ich etwa nicht angezogen??“
„Doch, aber diese Bluse könnte man auch als halbnackt bezeichnen.“

„Das hättest du wohl gerne, halbnackt!“
„Also Moment mal, ich…“

„Männer!“
„Was heißt das denn jetzt wieder?!“

„Mir ist kalt und du denkst nur über meine Bluse nach!“
„Deine Bluse ist ja auch der Grund, warum dir kalt ist!“

„Also soll ich sie besser ausziehen, deiner Meinung nach?“
„Ja, und…“

„Ich ziehe mich hier nicht aus, vergiss es!“
„Umziehen sollst du dich, UMZIEHEN, nicht AUSZIEHEN!!“

„Geizkragen!“
„Ich?? Warum bin ich denn ein Geizkragen??“

„Weil du auf meine Kosten Heizkosten sparen willst.“
„Schatz, es ist hier nicht kalt, sondern ganz im Gegenteil!“

„Dir ist vielleicht nicht kalt, mir aber schon!“
„Aber doch nur, weil du…“

„Und ein kleines Ferkel bist du auch!“
„Wie bitte??“

„Jawohl! Und ein geiziges noch dazu!“
„Ich bin kein Ferkel!“

„Na schön, dann eben ein Ferkelchen.“
„Das noch viel weniger!“

„Und ob!“
„Warum??“

„Hier nicht heizen, aber trotzdem Striptease haben wollen! Nee!“

Kopfschüttel…

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Eine reine Typfrage

Meine Liebste und ich sitzen an der Bremer Schlachte im Café Bar Celona und trinken dort einen Cocktail zusammen. Vielleicht handelt es sich um die letzten abendlichen Sonnenstrahlen in diesem Sommer, daher genießen wir die Zeit.
Und das haben sich wohl auch viele andere so gedacht, denn es ist recht voll um uns herum…

„Schatz? Wollen wir ein bisschen lästern?“
„Lästern?? Worüber denn, Süße?“

„Über die Leute, die hier so rumsitzen.“
„Aha… Und über die willst du jetzt…“

„Schau mal, der da zum Beispiel, da links.“
„Was ist mit dem??“

„Der betrügt bestimmt seine Frau.“
„Was?? Wieso??“

„Na die Tante, mit der er da sitzt, ist doch niemals seine Frau!“
„Und wieso nicht?“

„Die ist viel zu jung und schlank, er ist alt und dick.“
„Tja. So wie bei uns auch.“

„Ich bin doch nicht schlank!“
„Eigentlich wollte ich hören, dass ICH nicht alt und dick bin!“

„Naja, aber immerhin bist du älter als ich.“
„Wäre es dir umgekehrt lieber??“

„Nee.“
„Und so dick wie der Kerl da bin ich auch nicht.“

„Und ich??“
„Du bist auch nicht so dick.“

„Aber auch nicht so schlank wie seine Geliebte da, oder?“
„Schatz, die ist doch ein ganz anderer Typ als du!“

„So? Was für ein Typ bin ich denn??“
„Ähm…“

„Nun sag schon!“
„Also, du bist eher, ähm…“

„Ich bin eher die dicke Variante, oder was??“
„Nein, nein, du bist eher so ein Typ wie… Jeanette Biedermann.“

„Jeanette Biedermann?? Und was ist dann die da??“
„Die ist, ähm… ein bisschen Cameron Diaz.“

„Cameron Diaz ist eine meiner Lieblingsschauspielerinnen!!“
„So?? Ich dachte, das sei Jeanette Biedermann??“

„Die beiden kann man doch gar nicht miteinander vergleichen!“
„Eben! Das sage ich ja!“

„Ich dachte, dass dir Jeanette Biedermann auf die Nerven geht!?“
„In deiner neuen komischen Telenovela, Anna und die Liebe, ja.“

„Ach und sonst nicht??“
„Nö, sonst eigentlich nicht.“

„Also würdest du mich auch gegen Jeanette eintauschen??“
„Wie kommst du denn jetzt wieder darauf!?“

„Na wenn die so ein Typ ist wie ich??“
„Deswegen tausche ich doch nicht gleich!“

„Die würde dich auch gar nicht nehmen!“
„Ach! Und wieso nicht??“

„Weil die bestimmt nicht auf Typ Schweinchen Dick steht!“

Kopfschüttel…

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