Fortsetzung: Ich hatte ja Zeit

…meine Liebste war ein paar Tage alleine zu Hause und bei dieser Gelegenheit hat sie einen ganzen Altkleidersack voll gemacht; das an sich ist lobenswert, aber: aussortiert hat sie nur MEINE Sachen! Als sei das noch nicht Grund genug zum Kopfschütteln, setzt die Liebste noch einen drauf…

„Warum guckst du denn jetzt so komisch??“
„Süße! Wieso sortierst du denn MEINE Sachen aus??“

„Freu dich doch!“
„Worüber?? Dass DU MEINE Sachen wegwerfen willst??“

„Nein, dass ich dir geholfen habe, das war viel Arbeit!“
„Aber du kannst doch nicht einfach Sachen von mir…“

„Ich habe nur Klamotten aussortiert, die du ersetzen wolltest.“
„Ach so?! Und wann bitte haben wir darüber gesprochen??“

„Neulich.“
„Neulich?? Komisch, kann ich mich gar nicht dran erinnern!“

„Als wir über Michael sprachen.“
„Michael?? Michael hat seinen Koffer am Flughafen verloren!“

„Eben.“
„Und was hat das jetzt mit mir zu tun??“

„Du hast gesagt, dass er sich jetzt wohl alles neu kaufen muss.“
„Muss er ja auch.“

„Und dass du das auch gerne mal machen würdest.“
„Bitte?? Das habe ich nicht gesagt!“

„Und ob hast du das gesagt! Du wolltest auch alles neu kaufen!“
„…wenn es die Versicherung bezahlt, ja! DARUM ging es!!“

„Ach so…“
„Ja, ach so! Himmel, also manchmal, da könnte ich dich…“

„Uups, dann habe ich das wohl falsch verstanden.“
„Und selbst wenn! Ich schmeiße meine Sachen gerne selber weg!!“

„Darum geht es dir also? Dass du das selber machen willst??“
„Natürlich! Da lege ich wirklich sehr großen Wert drauf!!“

„OK, das tut mir leid, aber ich weiß da einen Ausweg.“
„Und??“

„Wenn du das machen willst, dann bring den Sack runter!“

Kopfschüttel…

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Ich hatte ja Zeit

Meine Liebste ist am Wochenende zwei Tage allein zuhause gewesen; ich war zur Abwechslung mal solo unterwegs und habe mich mit alten Freunden getroffen.
„Dann kann ich endlich mal in Ruhe machen, wozu ich sonst nicht komme“, hat sie gesagt.
Und wohl auch getan…

„Hallo Schatz, na, habt ihr Spaß gehabt?“
„Ja, Süße. Ich soll dich von allen schön grüßen.“

„Danke.“
„Und? Was hast du so gemacht hier?“

„Och, nicht viel.“
„So?“

„Ach doch, ich habe mich auf nächste Woche vorbereitet.“
„Nächste Woche? Wieso? Was ist denn nächste Woche?“

„Da ist Altkleidersammlung.“
„Wie bitte??“

„Altkleidersammlung! Wo man die alten Sachen in die Säcke…“
„Ich weiß, was eine Altkleidersammlung ist!“

„Warum fragst du denn dann??“
„Ich frage nicht, ich wundere mich!“

„Worüber?“
„Dass DU das Wort Altkleidersammlung überhaupt kennst.“

„Was soll das denn heißen!?“
„Du hast noch NIE was aussortiert!“

„Das stimmt ja gar nicht!“
„Zumindest kann ICH mich nicht daran erinnern.“

„Ich habe sogar schon einen ganzen Sack voll gemacht.“
„Mit Klamotten?“

„Jawohl! Und das sind alles Sachen, die man gut abgeben kann.“
„Aha… Hätte ich nicht gedacht, dass du…“

„Ich hatte ja Zeit am Wochenende.“
„Ja… Und wo hast du den Sack hingestellt?“

„Der steht im Arbeitszimmer, wieso?“
„Ach, ich wollte ihn nur mal sehen.“

„Sehen?? Das ist ein weißer Plastiksack mit roten…“
„Jaja, ich weiß, wie ein Altkleidersack aussieht.“

„Und was gibt es da dann jetzt zu sehen?“
„Ich muss mich davon überzeugen, dass ich das nicht träume…“

„Du bist so doof!“
„Ich sehe schon die Schlagzeilen in der Zeitung morgen…“

„Jaja, mach du dich ruhig über mich lustig!“

[Ich gehe in unser Arbeitszimmer und tatsächlich: da steht ein Altkleidersack, der etwa dreiviertel gefüllt ist. Ich bin wirklich erstaunt!
Die Liebste hat noch nie etwas aussortiert, geschweige denn weggeworfen, sofern es sich nicht um ein verschlissenes oder stark beschädigtes Kleidungsstück gehandelt hat.
Da sie den Sack noch nicht zugebunden hat, werfe ich einen Blick hinein, um mich restlos von diesem Wunder zu überzeugen.]

„Und?“
„Ist das hier eine Jeans??“

„Ja. Die ist uralt, aber wohl noch zu gebrauchen.“
„Du trennst dich von einer Jeans??“

„Warum nicht?“
„Klar, warum nicht… Was ist das denn hier??“

„Das ist ein T-Shirt.“
„Hm, das kommt mir irgendwie so bekannt vor…“

„Das sollte es auch.“
„Ähm, sag mal, ist das nicht eigentlich meins??“

„Ja, aber das hast du doch 10 Jahre nicht mehr an gehabt?“
„Kann sein, aber wieso ist das da jetzt drin??“

„Willst du das alte Ding etwa behalten??“
„Nein, aber… Und das hier?? Das ist ja MEIN alter Pullover!“

„Stimmt. Der ist alt und hässlich.“
„Das ist aber doch mein Malerpullover!“

„Du malst ja gar nicht!“
„Nein, ich meine, so für Renovierungen und so!“

„Echt?“
„Ja, echt! Wieso sind hier auch Sachen von mir drin??“

„Da sind NUR Sachen von dir drin.“
„Was??“

„Meinen Schrank mache ich dann vielleicht beim nächsten Mal.“

Kopfschüttel…

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Ich bin doch gar nicht aufgebrezelt!

Meine Liebste und ich sind am Wochenende auf dem Weg zu einer Geschäftseröffnung; der taufrische Inhaber ist ein Freund von uns und hat uns eingeladen.
Beladen mit einem Präsentkorb und einem Strauß Blumen laufen wir durch die kleine und bunte Einkaufsstraße.

„Schatz, was kommen da denn sonst noch für Leute hin?“
„Keine Ahnung, Süße. Freunde von Frank und Kunden?“

„Hm…“
„Ist doch auch egal, werden wir ja sehen.“

„Ich meine ja nur, ob wir da auch richtig angezogen sind.“
„Sind wir.“

„Vielleicht hätte ich doch die schwarze Hose anziehen sollen…“
„Quatsch.“

„Sieht das denn gut aus, was ich an habe?“
„Perfekt.“

„Perfekt??“
„Perfekt.“

„Perfekt kann ja gar nicht sein!“
„Ähm… Und wieso nicht?“

„Perfekt hieße, dass man das nicht mehr übertreffen kann!“
„Und?“

„Ich bin doch gar nicht so aufgebrezelt!“
„Habe ich doch auch gar nicht gesagt??“

„Perfekt, hast du gesagt!“
„Schatz, ich möchte da jetzt nicht weiter darüber reden!“

„Warum denn nicht??“
„Weil das eh zu nichts führt, das kennt man doch!“

„Ich habe doch nur gefragt, ob dir das gefällt??“
„Jaja! Und am Ende bin ich doch nur wieder der Dumme!“

„Meinst du etwa, dass ich keine Kritik vertragen kann??“
„Nein, das meinte ich nicht.“

„Das stimmt auch nicht! Ich KANN sehr wohl Kritik vertragen!“
„Schön! Das ist ein durchaus positiver Charakterzug.“

„Jetzt ist nicht mein Charakter wichtig, sondern meine Hose!“
„Deine Hose ist perf… Ähm, ist dem Anlass sehr angemessen.“

„Angemessen?? Angemessen hieße, das geht gerade so!“
„Himmel! Schatz!!“

„Bleib stehen!“

[Kaum ausgerufen, bleibt die Liebste abrupt stehen, stemmt ihre Arme in die Hüfte, neigt ihren Kopf etwas nach rechts und macht dabei ein äußerst erregt-fragendes Gesicht. Etwa zwei Meter später komme ich dann auch zum Stehen und drehe mich zu meiner Liebsten um…]

„Kannst du nicht EINMAL sagen, ob ich gut aussehe oder nicht??“
„Aber das habe ich dir doch schon gesagt!?“

„Perfekt und angemessen hast du gesagt!“
„Was soll ich denn stattdessen sagen??“

„Zum Beispiel: die Hose macht dich schlank, aber sie ist zu lang!“
„Oh schön, das reimt sich…“

„Schatz! Ich meine es ernst!“
„Ok, also: Liebste, die Hose macht dich schlank und sie ist zu lang.“

„Und was noch?“
„Wieso was noch??“

„Ja das war es jetzt schon??“
„Ähm… Vielleicht hättest du doch deine Stiefel anziehen sollen…“

„Was?? Was ist denn jetzt mit den Stiefeln??“
„Ich meine ja nur, weil…“

„Aber dann wäre die Hose ja noch länger!“
„Ach so, daran habe ich gar nicht gedacht…“

Blödmann!“
„Hör jetzt auf, dich aufzuregen, das macht nur Falten auf der Stirn.“

„FALTEN?? SONST NOCH WAS??“
„Nein, ich bin fertig.“

„Du mit deiner ewigen Nörgelei!“
„Aber du hast doch…“

„Du solltest dir lieber mal um DEINE Falten Sorgen machen!“
„Schatz, das war auch nicht so ernst gemeint, ich…“

„Deine Jeans ist zu hell und die Schuhe sind nicht geputzt!“
„Ähm…“

„Und dein Schal ist hundert Jahre alt!“
„Mein Schal??“

„Und Rasieren heißt, nicht die Hälfte zu vergessen!“
„Aber ich…“

„Und über das schreckliche Hemd will ich gar nicht erst reden!“
„So, das dürfte jetzt wohl reichen, oder hast du sonst noch was!?“

„Nee, ansonsten siehst du perfekt aus!“

Kopfschüttel…

Hinweis zum neuen Design: wenn es irgendwie „zerbrochen“ aussieht, bitte STRG-F5 drücken oder Cache leeren!

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Fit wie ein Turnschuh!

Meine Liebste und ich sitzen am Abend zusammen in unserer Küche im Anschluss an den heutigen Arbeitstag.
Wir tauschen unsere Erlebnisse aus und erzählen uns die neuesten Neuigkeiten. Die Liebste hat heute allerdings nur sehr wenig zu berichten…

„Tja, heute war ein ganz stinknormaler Tag, würde ich sagen.“
„Meiner auch, Süße. Meiner auch.“

„Übrigens, ich habe noch mit Simone telefoniert heute Mittag.“
„So? Und was gibt es bei Simone so neues?“

„Nichts, aber wir haben über jüngere Männer diskutiert.“
„Wie bitte??“

„Ja weil ihr neuer Freund doch 2 Jahre jünger ist, als sie.“
„Aha. Und wahrscheinlich noch einen Kopf kleiner, oder was…“

„Woher weißt du das?? Kennst du den??“
„Och, war nur so eine Vermutung…“

„Naja, jedenfalls sagt Simone, jüngere Männer halten jung.“
„Das wundert mich bei Simone nicht…“

„Wieso das denn!! Die ist genauso alt, wie ich!“
„Ja, genau. Ihr seid beide cirka 12 Jahre alt.“

„Ich auch??“
„Du auch!“

„Das stimmt gar nicht!“
„Auf dem Papier nicht, aber sonst schon!“

„Simone sagt, dass ihr Freund auf ältere Frauen steht.“
„Demnach ist er also 10 Jahre alt.“

„Schatz!“
„Was denn!? So ein Quatsch, jüngere Männer halten jung! Pff!“

„Dass du das sagst, wundert mich nicht.“
„Es ist ja auch Blödsinn.“

„Du musst das ja sagen, weil DU ja schon alt bist!“
„Ich bin zwar älter als du, aber dafür jung geblieben!“

„Wo denn??“
„Allein die Tatsache, es mit dir auszuhalten, erfordert das!“

„Aber das belegt doch Simones These!?“
„Was jetzt?“

„Ich bin jünger als du, also halte ich dich jung.“
„Nee! Anders wird ein Schuh draus, du lässt mich schneller altern!“

„Wieso! Was mache ich denn??“
„Das Kopfschüttel-Blog ist ja wohl voll von Gründen für graue Haare!“

„Soll das heißen, die hättest du nicht, wenn ich nicht da wäre??“
„Das ist zumindest sehr wahrscheinlich.“

„Simones Freund hat noch keine grauen Haare.“
„Die kriegt er noch, da wird Simone schon für sorgen…“

„Simone sagt, ihr Freund sei fit wie ein Turnschuh.“
„Blablabla bla…“

„Und der lässt sich auch noch Sachen sagen.“
„Ich werde ihm eine Beileidskarte schicken…“

„Du lässt dir ja nie was von mir sagen!“
„DAS ist auch besser so!“

„Ich will auch einen jüngeren Freund!“
„Wofür denn??“

„Um jung zu bleiben.“
„Dafür gibt es doch zahlreiche Kosmetikprodukte?“

„Sehr witzig!“
„Oder lies mal wieder eine BRAVO?“

„Das könnte ich wirklich mal wieder machen…“
„Dann frag doch bitte Dr. Sommer, ob bei dir noch was zu retten ist.“

„Du bist ein echter Kindskopf, weißt du das?!“
„Aber das wolltest du doch??“

„Aber doch nicht so!“
„Wie denn dann??“

„Ich will einen, der… Der jung ist eben!“
„Schön! Gut! Ich helfe dir gleich gerne beim Koffer runtertragen!“

„Das brauchst du nicht, das mache ich zur Sicherheit selber.“
„Zur Sicherheit wovor?“

„Damit du keinen Hexenschuss davon kriegst!“

Kopfschüttel…

Das war der Kopfschüttel-Nikolaus-Marathon,
und ich hoffe, dass niemand (außer mir natürlich)
gesundheitliche Schäden davongetragen hat!
Euch allen einen wunderschönen Nikolaus-Tag!

Und ihr wisst ja: es hat schon einen guten Grund,
warum Knecht Ruprecht eine Rute hat…

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