Niemals!

Meine Liebste und ich machen kurz vor Ostern noch ein paar kleine Besorgungen, was man halt ab und zu so braucht.
In einer kleinen Bremer Shopping-Passage kommen wir an einem aus Funk und Fernsehen weitläufig bekannten Schuhgeschäft mit kleinen Preisen vorbei…

„Ich habe hier neulich ganz tolle Schuhe gesehen.“
„So? Warum hast du sie dir nicht mitgenommen, Süße?“

„HIER??“
„Ähm…“

„Ich kaufe doch hier keine Schuhe!“
„Und warum nicht?“

„Hinterher sieht das noch jemand.“
„Was sieht jemand??“

„Na dass ich hier Schuhe kaufe!“
„Na und? Ich habe hier auch schon eingekauft.“

„Wirklich??“
„Schatz! Billig muss doch nicht gleich schlecht sein, oder?“

„Es geht ja auch gar nicht um die Schuhe.“
„Aber hier werden doch nur Schuhe verkauft??“

„Ja. Natürlich, ich bin ja nicht doof!“
„Und worum geht es dann, bitte?“

„Ich hätte die Schuhe schon ganz gerne…“
„Dann kauf sie dir doch!“

„Nee, wir müssen ja noch weiter.“
„Dann holen wir sie eben nachher.“

„Nein.“
„Aber das verstehe ich jetzt nicht!?“

„Wieso denn nicht??“
„Also dir gefallen die Schuhe.“

„Ja.“
„Und sie sind auch nicht teuer?“

„Nein.“
„Und deine Größe ist auch noch da?“

„Ich denke schon.“
„WARUM KAUFST DU SIE DANN NICHT??“

„Na wegen der Tüte.“
„Tüte??“

„Ich laufe doch nicht mit einer Tüte von denen rum!“
„Das ist jetzt nicht dein ernst, oder??“

„Doch, das ist mir peinlich.“
„Schatz! Wen interessiert denn bitte die Tüte??“

„Was denn!? Du wolltest neulich die ALDI-Tüte auch nicht!“
„Ich wollte damit ja auch Kuchen für meine Kollegen transportieren!“

„Das ist genau das gleiche.“
„Das ist etwas völlig anderes, der Kuchen war ja nicht von ALDI!“

„Natürlich, bei dir ist das wieder etwas ganz anderes!“
„Ich wollte eben keine Lästerei.“

„Und das will ich eben auch nicht!“
„Aber dich kennt doch hier niemand!“

„Klar, und genau dann begegnet man einem Bekannten! Nee!“
„Also mir ist es sowieso egal, dann eben keine Schuhe.“

„Hast du nicht neulich gesagt, dein Parfum sei alle??“
„Nein, ich sagte, es sei BALD alle.“

„Dann kauf dir doch jetzt ein neues?“
„Nee, jetzt brauche ich es ja noch nicht.“

„Du kaufst das jetzt!“
„Nein! Warum denn unbedingt jetzt??“

„Da hinten ist Douglas.“
„Na und??“

„Und an der Kasse nimmst du dann eine extra große Tüte.“
„Wie bitte??“

„Und DANN können wir die Schuhe holen!“

Kopfschüttel…

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Frühling, Herbst, Winter, Liebste

Meine Liebste und ich wuseln am frühen Morgen etwas hektisch in der Wohnung rum. Beide sind wir heute etwas spät dran und deswegen ist Eile angesagt.
Und egal, wie groß die Wohnung dann auch ist, man steht sich eigentlich immer gegenseitig im Weg…

„Schatz! Wo ist meine Jacke!“
„Süße, die hängt doch da am Haken?“

„Nein, nicht die, das ist doch meine dicke Jacke, die andere!“
„Hängt die nicht genau daneben??“

„Mann, ich hab jetzt echt keine Zeit für solche Spielchen!“
„Wieso? Ist das da NICHT deine Jacke??“

„Doch, aber ich suche doch nicht die!“
„Woher soll ich das denn wissen??“

„Die ist doch viel zu dünn!“
„Und warum hängt sie dann da seit ein paar Tagen??“

„Weil es am Wochenende schön war.“
„Aber, ähm… Die Jacke da hast du doch gar nicht an gehabt?“

„Es war ja auch noch ein klitzekleines bisschen zu kalt.“
„Ach, aber die Jacke hast du trotzdem schon mal rausgehängt??“

„Es hätte ja auch plötzlich wärmer werden können!?“
„Hätte, könnte, würde, Hokus Pokus, so ein Quatsch!“

„Das kommt nur, weil ich keine Übergangsjacke habe!“
„Was hast du nicht??“

„Eine Übergangsjacke.“
„Übergang wofür??“

„Vom Winter in den Frühling.“
„Ach, und da braucht man eine besondere Spezialjacke, oder was??“

„Ja. Natürlich.“
„Brauche ich doch aber auch nicht, wieso du denn??“

„Du bräuchtest eigentlich auch eine.“
„Schatz, es sind draußen 4 Grad, das ist Winter!“

„Nein, es sind 4 Grad im Frühling. Das ist was ganz anderes.“
„Aber…“

„Nichts aber!“
„Ähm… Und welche Jacke suchst du jetzt?“

„Wie welche Jacke!“
„Naja, du hast doch gar keine Übergangsjacke, hast du gesagt?“

„Natürlich habe ich eine Übergangsjacke!“
„Aber eben hast du doch noch gemeckert, dass du keine…“

„Ich habe keine für Winter zu Frühling, das stimmt.“
„Aber?“

„Aber für Herbst zu Winter.“
„Aha… Und wo ist die jetzt??“

„Die hängt im Schrank.“
„Und die darf man jetzt nicht anziehen, oder was??“

„Haben wir Herbst, Winter oder Frühling?!“
„Ähm, Frühling?“

„Eben! Also kann ich ja wohl nicht die Herbstjacke anziehen!“
„Ist das die braune Jacke mit dem breiten Gürtel?“

„Ja, das stimmt. Das ist meine Herbst-Winter-Übergangsjacke.“
„Aber die hast du doch nur EINMAL an gehabt, oder??“

„Es gab ja letzten Herbst auch keinen richtigen Übergang!“
„Aber Liebste, kannst du diese Jacke jetzt nicht einfach…“

„Das werde ich wohl müssen, weil ich ja nichts anderes habe!“
„Also schön, dann hol dir jetzt deine braune Jacke und fertig.“

„Ja, aber dann muss ich mich noch kurz umziehen.“
„Wie bitte?? Wieso das denn??“

„Weil ich da einen Pullover drunter anziehen muss.“
„Ähm…“

„Hallo?? Es sind nur 4 Grad draußen!“

Kopfschüttel…

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Eine einmalig traumhafte Kombination

Meine Liebste und ich sitzen in der Bodega del Puerto, unserem Lieblingsspanier. Es ist rappelvoll und wir haben gerade noch zwei Plätze an einem Tisch bekommen, an dem bereits ein anderes junges Pärchen sitzt.
Naja, macht ja nichts!

„Schatz, komm mal her.“
„Süße, ich sitze hier doch schon.“

„Nein, ich meine, komm doch mal näher!“
„Verstehe ich jetzt nicht??“

„Ich will dir was ins Ohr sagen!“
„Ach so…“

[Ich beuge mich über den Tisch meiner Liebsten entgegen.]

„Hast du das gesehen?“
„Was?“

„Na das Armband!“
„Welches Armband??“

„Das, das die Tussi da neben dir am Arm hat!“
„Habe ich nicht gesehen, wieso?“

„Schau doch mal! Aber unauffällig!“
„Wie soll ich denn in dieser Position unauffällig…“

„Du kannst ja wohl mal eben etwas zur Seite schauen, oder!?“
„Na gut, dann…“

„Nein, jetzt nicht!!“
„Aber ich sollte doch…“

„Jetzt hat sie den Arm gerade unterm Tisch!“
„Oh prima! Dann schlüpfe ich eben schnell unter den Tisch.“

„NEIN! Untersteh dich!“
„Wieso? Das fällt weniger auf, als deine Tuschelei hier!“

„Warte, warte…“
„Ich warte…“

„Mann, kann die nicht mal den Arm wieder hoch nehmen?!“
„Vielleicht hat sie bemerkt, dass du auf ihr Armband schielst…“

„Quatsch! Schau dir die doch mal an, die merkt gar nichts.“
„Ach so, aha, und wieso das??“

„Diese aufgetakelte Kuh??“
„Also ich finde sie eigentlich ganz hübsch.“

„Was?? DIE findest du hübsch??“
„Naja, also, ich meine…“

„Die sieht mir doch aber nicht auch nur ansatzweise ähnlich!?“
„Das stimmt.“

„Auf so einen Typ wie die stehst du doch gar nicht!“
„Was ist die denn für ein Typ, bitte?“

„Typ blonde Zicke mit dicken…“
„Reiß dich zusammen!“

„Ist doch wahr, schau, wie die sich nach vorne beugt und so!“
„Hm…“

„Was machst du da??“
„Ich sollte doch gucken!?“

„Hast du der jetzt etwa voll auf die Dinger geglotzt??“
„Ich sollte doch!“

„Aber doch nicht so!“
„Und wie dann??“

„Du solltest dir ihr ARMBAND angucken, nicht ihren Push-Up!“
„Ach, du sag mal, woran erkennt man das denn eigentlich?“

„Was.“
„Na, dass eine Frau einen Push-Up trägt.“

„Blöde Frage.“
„Wieso? Woran erkennst du das bei dem Mädel da zum Beispiel?“

„So dürre, wie die ist, kann die nicht so große Glocken haben.“
„Aha… Verstehe.“

„Verstehst du gar nicht!“
„Also das heißt, sehr schlanke Frauen haben niemals große…“

„Nicht alle!“
„Du zum Beispiel nicht, wolltest du sagen.“

„Genau.“
„Schatz, darf ich mich jetzt wieder zurück beugen?“

„Hast du ihr Armband gesehen??“
„Nein, aber…“

„Jaja, aber alles Wichtige hast du gesehen, schon klar!“
„Nein, ich wollte sagen, dass…“

„Da sitzt du mit mir hier und DIE glotzt du an!“
„Ich wollte nur sagen, dass ich…“

„Sollen wir Plätze tauschen, dann siehste noch viel mehr!!“
„Nein, aber…“

„Was ist denn!!“
„Mein Nacken wird langsam steif, darf ich wieder zurück?“

„Du bleibst jetzt hier, sonst kann ich nicht lästern!“
„Och Schatz, bitte, ich…“

„Das gehört sich nicht, die Hände unterm Tisch zu haben!“
„Ach! Aber was ich hier mache, DAS gehört sich, ja??“

„Was die da wohl unter dem Tisch macht…“
„Vielleicht hat sie ja ihre Hand auf meinem rechten Knie…“

„Träum weiter!“
„Ich lehne mich jetzt wieder zurück, das ist mir echt zu doof!“

[Ich setze mich wieder normal hin und genieße die Entspannung.]

„-„
„-„

„Gesehen?“
„Nein.“

„-“
„-„

„Jetzt gesehen?“
„Nein!“

„-„
„-„

[Die junge Frau neben mir steht plötzlich auf und bittet ihren Begleiter, einen Moment auf ihre Handtasche Acht zu geben. Ich frage mich, wo sie wohl hin will und plötzlich sehe ich an ihrem linken Arm das Armband blitzen und sofort denke ich mir, das kennst du doch irgendwo her!]

„Haste es jetzt gesehen??“
„Ja, habe ich, Liebste. Kommt mir irgendwie bekannt vor.“

„Irgendwie bekannt?? Du bist so doof!“
„Warum??“

„Das ist original MEIN Thomas Sabo-Armband!“
„Ach ja, stimmt!“

„Das gibt´s doch wohl gar nicht!“
„Wieso? Hast du das auch gerade um, oder was?“

„Da sieht man mal wieder, wie DU mich anschaust!“
„Zeig doch mal, aber wo ist denn dein Arm??“

„Unter dem Tisch.“
„Aber…“

„Ich will nicht, dass die Tussi das sieht!“
„Ähm… Kann es nicht sein, dass sie es schon längst gesehen hat??“

„Wieso!“
„Naja, weil ihr ja beide eure Arme unter dem Tisch…“

„Ach nee! Jetzt plötzlich fällt dir was auf! Na toll!“
„Also Moment mal, ich…“

„Das hast DU mir geschenkt!“
„Ja, richtig…“

„Das sei eine einmalig traumhafte Kombination, hast du gesagt!“
„Naja, also…“

„So! Und woher hat DIE das?? Kennst du die etwa??“

Kopfschüttel…

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Finale von: Ich hatte ja Zeit

…meine Liebste und ich stehen immer noch vor dem Altkleidersack, den die Liebste gepackt hat; und zwar ausschließlich mit meinen Sachen! Nachdem sie die unmöglichsten Erklärungen gefunden hat, warum es sich NUR um meine Klamotten handelt, steht der Sack nun da und es muss entschieden werden, was nun passiert…

„Also bringst du den Sack nun runter oder nicht??“
„Süße! Ich bringe den Sack nirgendwo hin!“

„Was soll das heißen??“
„Dass ich meine Sachen nicht wegwerfen will! Ganz einfach!“

„Du weißt ja gar nicht, was da alles in dem Sack drin ist.“
„Na und?? Ich weiß, dass ich nichts wegwerfen will, das reicht.“

„Du weißt ja gar nicht, was du alles im Schrank rumliegen hast.“
„Also wenn hier einer nicht weiß, was in seinem Schrank ist, dann DU!“

„Ich weiß ganz genau, was in meinem Schrank ist!“
„So? Pah! Dann sag mal, wie viele T-Shirts du hast.“

„Das kann ich nicht.“
„Siehste, sage ich doch!“

„Ich kann es nicht sagen, weil ich keine T-Shirts habe.“
„Na schön, dann meine ich wahrscheinlich diese Tops da…“

„Mit Arm oder ohne?“
„Was weiß ich, meinetwegen mit.“

„Mit halbem oder Viertelarm?“
„Ist doch ganz egal, also wie viele!“

„Das ist nicht egal! Wenn du eine Antwort willst, dann…“
„Also schön, gut, dann, ähm… Halber Arm.“

„Mit V-Ausschnitt oder…“
„LIEBSTE!!“

„Was denn??“
„WIE VIELE!“

„Wenn du so ungenau fragst, dann kann ich das nicht sagen!“
„Himmel, diese Frau bringt mich noch um…“

„Ich??“
„Ja, du! Oder siehst du hier vielleicht noch eine andere??“

„Nee.“
„Eben!“

„Und sag mal, willst du jetzt wirklich alles wieder auspacken??“
„Nein, eigentlich will ich, dass DU das machst!“

„Aber ich habe doch schon alles einpacken müssen!“
„Von MÜSSEN kann ja wohl kaum die Rede sein!“

„Ich dachte wirklich, dass du dich freust, aber…“

[Die Liebste steckt ihre Hände in ihre Hosentaschen, zieht die Schultern leicht an und senkt ihren Kopf ein wenig nach unten.
Dabei macht sie einen Schmollmund, murmelt und schluchzt irgendetwas ganz leise vor sich hin und schaut mich dann aufblickend mit ihren großen Kulleraugen an. Ich frage mich, ob sich da wirklich ein Anflug von Reue abzeichnet oder…]

„Es tut mir leid.“
„Wie bitte?“

„Es tut mir wirklich leid, nicht böse sein, ja?“
„Hm…“

„Ich wollte dich doch überraschen und weil ich dachte, dass…“
„Jaja, schon gut…“

„Nein, wirklich! Ich habe es nur gut gemeint!“
„Mag sein, aber das Ergebnis ist leider, also…“

„Naja, aber nicht mehr böse sein, ja?“
„Hm…“

„Es wäre besser gewesen, wir hätten gemeinsam aussortiert.“
„Das hört sich schon deutlich vernünftiger an.“

„Das sehe ich ja auch ein, ich mache es wieder gut, ja?“
„Und wie willst du das wieder gut machen, bitteschön??“

„Also ich wüsste da was, was wir gemeinsam machen könnten…“
„Und was?“

„Etwas, was dir bestimmt gefallen wird…“
„Und das wäre?“

„Boah, ist das warm hier…“

[Die Liebste macht ganz langsam ein paar Schritte auf mich zu, zupft dabei lasziv an ihrem Pullover, streift ihre Schuhe ab und wirft ihre Haare schwungvoll nach hinten.
Ich muss sagen, dass ich mit so einem Verlauf nun wirklich nicht gerechnet hatte und dass ich wieder einmal feststellen muss, dass die Liebste immer wieder für eine aufregende Überraschung gut ist!]

„Warte mal…“
„Na, da bin ich aber jetzt gespannt!“

[Die Liebste gleitet mit ihren Händen an ihrem Pullover hinunter, greift sich die Enden und zieht ihn sich langsam über den Kopf…]

„Und? Gefällt dir das jetzt besser?“
„Sehr gut, sehr gut! Und wie geht´s jetzt weiter?“

„Jetzt tust du das alte Ding von mir auch in den Sack und dann bringst du ihn endlich runter!“

Kopfschüttel…

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