Meine Liebste und ich schlendern durch den gigantischen Zero-Outlet-Store in Bremen-Habenhausen, oder besser: ich schlendere brav hinter meiner Liebsten her…
Vorbei an dutzenden Ständern mit Blusen, Jacken, Hosen für die Dame.
“Guck mal da!”
“Was? Wo? Was ist da, Süße?”
“Na meine Hose! Da!”
“Deine Hose??”
“Da hängt die Hose, die ich an habe, hier!”
“Die da? Aber die ist doch dunkelbraun und deine ist…”
“Na und? Es ist die gleiche Hose in einer anderen Farbe.”
“Ah…”
“Und? Wie findest du die?”
“Die Hose? Die, die du an hast oder…”
“Beide.”
“Sehr gut.”
“Und welche sieht besser aus?”
“Kann ich nicht sagen.”
“Die schwarze oder die braune Hose?”
“Die schwarze. Aber die braune ist auch nicht schlecht…”
“Die passt super, oder?”
“Spitze.”
“Soll ich die braune auch mitnehmen?”
“Warum nicht? Passen wird sie ja wahrscheinlich…”
“Aber dir gefällt die doch nicht in Braun!”
“Doch, die ist auch klasse, nimm mit.”
“Pff! Du willst ja nur, dass wir schnell wieder gehen!”
“Das wäre wünschenswert, ich rechne aber nicht wirklich damit…”
“Das wird auch nichts!”
“Können wir jetzt weitergehen?”
“Nein! Ist die noch in meiner Größe da?”
“Woher soll ich das wissen!?”
“Du könntest ja mal gucken!”
“Was weiß ich, was du für eine Größe hast…”
“36! Ist das so schwer??”
“Also schön, schaue ich nach 36, wie Madame wünscht…”
“Bei der doch aber nicht!”
“Was soll das denn jetzt wieder heißen, bei DER nicht??”
“Die fallen so klein aus, da musst du schon nach 38 gucken.”
“Ach ja, richtig! Ich als Wahrsager hätte das wissen müssen!”
“Das sieht man doch wohl!”
“Weißt du was, guck einfach selber, wie wäre denn das!?”
[Meine Liebste drückt mir ihre Handtasche in die Hand und beginnt, die cirka 638 brauen Hosen durchzublättern und dabei rasch einen Blick auf die kleinen eingenähten Schildchen im Hosenbund zu werfen.
Nachdem sie alle durch hat, beginnt sie rückwärts von neuem...
Mir schwant dabei nichts Gutes...]
“Die ist weg! Das gibt´s doch wohl nicht!”
“Wer ist weg?”
“Da passt mir EINMAL eine Hose und dann ist die weg!”
“Ähm…”
“Hängen die vielleicht noch woanders?”
“Also das glaube ich nicht…”
“Ich schaue mal, du bleibst hier stehen!”
“Wieso muss ich hier stehen bleiben??”
“Vielleicht kommt die ja wieder?”
“Wer? Die Hose??”
“Wenn die gerade jemand anprobiert, kann doch sein?”
“Ich will aber hier jetzt nicht doof stehen bleiben!”
“Du bleibst jetzt hier, kannst du ja wohl mal für mich machen!”
“Aber das ist langweilig!”
“Es geht hier um meine Hose!”
“Aber Schatz, ich…”
“Ich bin ja gleich wieder da!”
“Aber…”
“…und pass auf meine Handtasche auf!”
[...sprach sie und war von da an gefühlte drei Stunden nicht mehr gesehen. Könnte ja tatsächlich sein, dass eine junge Dame mit Größe 38 die Hose zurückbringt, versuchte ich mir einzureden. DAS wäre ein echter Triumph für mich!
Vermutlich bot ich aber den um mich herumlaufenden Damen ein eher klägliches Bild, so unnütz und verloren dastehend, auf den Hosenständer starrend und mit einer baumelnden Frauenhandtasche in der Hand...]
“Du stehst ja immer noch da!”
“Ja, Schatz. Und WO warst DU BITTESCHÖN so lange??”
“In der Umkleide, war voll. Hat jemand die 38er zurückgebracht?”
“Nein, natürlich nicht…”
“Gut!”
“Gut?? Wieso denn gut, ich dachte, dass du…”
[Meine Liebste greift in den Ständer mit den braunen Hosen und zieht eine in Größe 36 raus.]
“Die nehme ich.”
“Aber die ist viel zu klein, hast du doch gesagt??”
“Ich habe doch 36, muss ich irgendwie verwechselt haben…”
“UND DAFÜR STEHE ICH HIER DOOF RUM UND ALTERE VOR MICH HIN??”
“Das kann doch wohl mal passieren!”
“Schatz! Ich kriege gleich einen Anfall!!”
“Hör auf jetzt und lass uns zu den Blusen da hinten gehen.”
“Aber da musst du doch eben schon gewesen sein??”
“Nee, da wollte ich mit dir zusammen hin.”
“Wieso??”
“Weil da so eine Bluse hängt, so ähnlich wie eine von meinen.”
“Ach! Zufällig in einer anderen Farbe und genau deine Größe fehlt??”
“Nee.”
“Nicht?? Und was soll ich dann da??”
“Bei den Blusen? Gar nichts.”
“SONDERN??”
“Du könntest dich da für mich schon mal in der Schlange vor der Umkleidekabine anstellen!”
Kopfschüttel…











Meine Liebste und ich haben eigentlich am heutigen Samstagabend nichts besonderes vor; endlich mal wieder! Gemeinsam überlegen wir, was wir unternehmen könnten.
Meine Liebste befindet sich irgendwo in der Wohnung, während ich auf dem Sofa sitze und im Internet surfe. Sehr spannend, was ich da so alles zu sehen kriege… Plötzlich stürmt meine Liebste ins Wohnzimmer!
Meine Liebste und ich stehen vor unserem großen Kleiderschrank und suchen jeweils ein passendes Outfit für die feierliche Geschäftseröffnung eines Freundes, zu der wir heute nachmittag eingeladen sind. Wir haben uns überlegt, dass es schon etwas eleganter sein sollte, aber auch nicht zu übertrieben. Ganz schön schwierig!
Meine Liebste muss aufstehen; ihr Wecker klingelt nun schon zum vierten mal.
Meine Liebste und ich gehen gleich auf eine Party. Nichts besonderes, aber die Gastgeber sind dafür bekannt, dass sie gewöhnlich echte Feste veranstalten und nichts dem Zufall überlassen. Um den angekündigten Aperitif nicht zu verpassen, wollen wir heute mal pünktlich sein.
Meine Liebste und ich gönnen uns nach einem stressigen Wochenende mal einen gemütlichen Abend ganz ohne irgendwelche lästigen Pflichten und Aufgaben.
Meine Liebste sitzt erwartungsvoll auf dem Sofa, als ich nach Hause komme.
Meine Liebste und ich laufen – mal wieder – durch die Bremer Innenstadt. Seit Stunden.
Meine Liebste und ich haben bereits Eintrittskarten für einen Ball zum Tanz in den Mai erstanden. Und damit wir uns auf der Tanzfläche nicht alleine blamieren, haben wir auch gleich zwei Karten für ein Pärchen aus unserem Bekanntenkreis gekauft.
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