Es geht hier um meine Hose!

7. Februar 2008, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Es geht hier um meine Hose! (photocase.de © pakalou)Meine Liebste und ich schlendern durch den gigantischen Zero-Outlet-Store in Bremen-Habenhausen, oder besser: ich schlendere brav hinter meiner Liebsten her…
Vorbei an dutzenden Ständern mit Blusen, Jacken, Hosen für die Dame.

“Guck mal da!”
“Was? Wo? Was ist da, Süße?”

“Na meine Hose! Da!”
“Deine Hose??”

“Da hängt die Hose, die ich an habe, hier!”
“Die da? Aber die ist doch dunkelbraun und deine ist…”

“Na und? Es ist die gleiche Hose in einer anderen Farbe.”
“Ah…”

“Und? Wie findest du die?”
“Die Hose? Die, die du an hast oder…”

“Beide.”
“Sehr gut.”

“Und welche sieht besser aus?”
“Kann ich nicht sagen.”

“Die schwarze oder die braune Hose?”
“Die schwarze. Aber die braune ist auch nicht schlecht…”

“Die passt super, oder?”
“Spitze.”

“Soll ich die braune auch mitnehmen?”
“Warum nicht? Passen wird sie ja wahrscheinlich…”

“Aber dir gefällt die doch nicht in Braun!”
“Doch, die ist auch klasse, nimm mit.”

“Pff! Du willst ja nur, dass wir schnell wieder gehen!”
“Das wäre wünschenswert, ich rechne aber nicht wirklich damit…”

“Das wird auch nichts!”
“Können wir jetzt weitergehen?”

“Nein! Ist die noch in meiner Größe da?”
“Woher soll ich das wissen!?”

“Du könntest ja mal gucken!”
“Was weiß ich, was du für eine Größe hast…”

“36! Ist das so schwer??”
“Also schön, schaue ich nach 36, wie Madame wünscht…”

“Bei der doch aber nicht!”
“Was soll das denn jetzt wieder heißen, bei DER nicht??”

“Die fallen so klein aus, da musst du schon nach 38 gucken.”
“Ach ja, richtig! Ich als Wahrsager hätte das wissen müssen!”

“Das sieht man doch wohl!”
“Weißt du was, guck einfach selber, wie wäre denn das!?”

[Meine Liebste drückt mir ihre Handtasche in die Hand und beginnt, die cirka 638 brauen Hosen durchzublättern und dabei rasch einen Blick auf die kleinen eingenähten Schildchen im Hosenbund zu werfen.
Nachdem sie alle durch hat, beginnt sie rückwärts von neuem...
Mir schwant dabei nichts Gutes...]

“Die ist weg! Das gibt´s doch wohl nicht!”
“Wer ist weg?”

“Da passt mir EINMAL eine Hose und dann ist die weg!”
“Ähm…”

“Hängen die vielleicht noch woanders?”
“Also das glaube ich nicht…”

“Ich schaue mal, du bleibst hier stehen!”
“Wieso muss ich hier stehen bleiben??”

“Vielleicht kommt die ja wieder?”
“Wer? Die Hose??”

“Wenn die gerade jemand anprobiert, kann doch sein?”
“Ich will aber hier jetzt nicht doof stehen bleiben!”

“Du bleibst jetzt hier, kannst du ja wohl mal für mich machen!”
“Aber das ist langweilig!”

“Es geht hier um meine Hose!”
“Aber Schatz, ich…”

“Ich bin ja gleich wieder da!”
“Aber…”

“…und pass auf meine Handtasche auf!”

[...sprach sie und war von da an gefühlte drei Stunden nicht mehr gesehen. Könnte ja tatsächlich sein, dass eine junge Dame mit Größe 38 die Hose zurückbringt, versuchte ich mir einzureden. DAS wäre ein echter Triumph für mich!
Vermutlich bot ich aber den um mich herumlaufenden Damen ein eher klägliches Bild, so unnütz und verloren dastehend, auf den Hosenständer starrend und mit einer baumelnden Frauenhandtasche in der Hand...]

“Du stehst ja immer noch da!”
“Ja, Schatz. Und WO warst DU BITTESCHÖN so lange??”

“In der Umkleide, war voll. Hat jemand die 38er zurückgebracht?”
“Nein, natürlich nicht…”

“Gut!”
“Gut?? Wieso denn gut, ich dachte, dass du…”

[Meine Liebste greift in den Ständer mit den braunen Hosen und zieht eine in Größe 36 raus.]

“Die nehme ich.”
“Aber die ist viel zu klein, hast du doch gesagt??”

“Ich habe doch 36, muss ich irgendwie verwechselt haben…”
“UND DAFÜR STEHE ICH HIER DOOF RUM UND ALTERE VOR MICH HIN??”

“Das kann doch wohl mal passieren!”
“Schatz! Ich kriege gleich einen Anfall!!”

“Hör auf jetzt und lass uns zu den Blusen da hinten gehen.”
“Aber da musst du doch eben schon gewesen sein??”

“Nee, da wollte ich mit dir zusammen hin.”
“Wieso??”

“Weil da so eine Bluse hängt, so ähnlich wie eine von meinen.”
“Ach! Zufällig in einer anderen Farbe und genau deine Größe fehlt??”

“Nee.”
“Nicht?? Und was soll ich dann da??”

“Bei den Blusen? Gar nichts.”
“SONDERN??”

“Du könntest dich da für mich schon mal in der Schlange vor der Umkleidekabine anstellen!”

Kopfschüttel…

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Schnellfönen

13. Januar 2008, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Schnellfönen (photocase.de © circleview)Meine Liebste und ich haben eigentlich am heutigen Samstagabend nichts besonderes vor; endlich mal wieder! Gemeinsam überlegen wir, was wir unternehmen könnten.

“Schatz, was hältst du von Kino?”
“Kino? Keine schlechte Idee, Süße!”

“Was läuft denn?”
“Keine Ahnung, wie heißt noch der mit Til Schweiger?”

“Keinohrhasen! Ja, Keinohrhasen, der soll gut sein!”
“Naja, also der Titel, also…”

“Lass uns da reingehen, ja?”
“Na gut, lass uns das machen. Vorstellung um acht Uhr?”

“Schaffe ich nicht.”
“Wieso schaffst du das nicht??”

“Ich muss noch Haare waschen.”
“Och Schatz! Muss denn das unbedingt…”

“Natürlich, schau mich doch mal an!”
“Eigentlich siehst du aus wie immer…”

“Wie immer??”
“Wie immer zum Anbeißen, wollte ich sagen…”

“Das sagst du ja nur, weil du ins Kino willst.”
“Moment! Das war ja wohl deine Idee!”

“Will ich ja auch, aber nicht so.”
“Dann geh halt duschen und beeil dich. Fertig.”

“Duschen auch?? Ich muss auch duschen?”
“Du musst nicht, aber ich dachte, wenn…”

“Ich muss doch nicht schon wieder duschen!”
“Dann eben nicht, dann wasch dir eben nur die Haare.”

“Du sagst das, als hätte ich eine Dusche nötig!”
“Das meinte ich aber nicht, vergiss es.”

“Wenn hier einer duschen sollte, dann ja wohl du.”
“Was soll das denn jetzt heißen??”

“Wann warst du denn zuletzt?”
“Vorletzte Woche. Aber ohne Seife.”

“Ehrlich??”
“Sag mal, du spinnst ja wohl!”

“Ich frage ja nur…”
“Geh lieber Haare waschen!”

“Ja, ich muss wohl heute meine Haare waschen…”
“Wieso denn?? Sieht doch gut aus!”

“Ja weil, Mittwoch muss ich auf jeden fall.”
“Mittwoch?? Aber das ist ja erst in vier Tagen?”

“Ja, aber am Montag habe ich den Termin, also muss ich…”
“Montag??”

“Also muss ich heute auch, wenn ich nicht morgen noch…”
“Was?”

“Da muss ich morgens, ach nee, geht nicht…”
“Ich verstehe kein Wort…”

“Aber wenn ich morgen mache, dann hält das bis, hm…”
“Heißt das, du planst jetzt schon deine Haare im Voraus??”

“Ja muss ich doch!”
“Aha… Und kannst du jetzt nicht einfach mal eben schnell?”

“Hm, also wenn ich heute schnell, dann morgen lang, und…”
“Kurz? Lang??”

“Wegen dem Schnellfönen. Wenn man nicht duscht.”
“Was??”

“Schnellfönen macht kurzen Halt, Langfönen macht langen Halt.”
“Aha…”

“Mit Duschen und Langfönen kann man auch mal eben ohne.”
“Ähm…”

“Wohingegen man auch ohne mal Langfönen kann. Natürlich.”
“Natürlich.”

“Aber ich könnte heute ohne und schnell, morgen mit und lang.”
“Wieso ist denn das so kompliziert!? Ohne, mit, lang, Hinz und Kunz!”

“Na du mit deinen paar Stoppeln da brauchst das ja auch nicht!”
“Ach! Und für deine Haare muss man studiert haben oder was?”

“Also: heute schnell ohne, dann aber morgen mit Duschen und lang, Montag ohne mit, Mittwoch mit und mit. Dann könnte ich auch Montag schon morgens…”
“Schatz, ich werde wahnsinnig! Was heißt denn das jetzt??”

“Ach, ich mache mir einen Zopf. Lass uns gehen.”

Kopfschüttel…

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Ruf die Polizei oder so!

7. Januar 2008, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Ruf die Polizei oder so! (photocase.de © Padapapada)Meine Liebste befindet sich irgendwo in der Wohnung, während ich auf dem Sofa sitze und im Internet surfe. Sehr spannend, was ich da so alles zu sehen kriege… Plötzlich stürmt meine Liebste ins Wohnzimmer!

“Schatz! Lass sofort alles liegen und komm!”
“Was?? Was ist denn passiert, Süße??”

“Er ist weg!”
“Wer ist weg?”

“Mein Schmuck!”
“Wie bitte??”

“Geklaut!”
“Dein Schmuck??”

[Liebste rennt zur Tür raus. - Liebste rennt zur Tür wieder herein.]

“Alles weg!”
“Das kann doch nicht sein!”

“Wenn ich es doch sage??”
“Den hast du bestimmt nur irgendwo hingelegt.”

“Ich weiß immer, wo ich meine Sachen habe!”
“Hast du schon gesucht?”

“Natürlich!”
“Und was soll ICH da jetzt machen??”

[Liebste rennt zur Tür raus. - Liebste rennt zur Tür wieder herein.]

“Wie kannst du da jetzt nur so ruhig sitzen!?”
“Aber Schatz, ich…”

“Hilf mir doch mal!”
“Soll ich mit suchen?”

“Ja!”
“Und wo?”

[Liebste rennt zur Tür raus. - Liebste rennt zur Tür wieder herein.]

“Jetzt komm endlich! Oder ruf die Polizei oder so!”
“Schatz! Also wo hattest du ihn denn zuletzt…”

“In der Schublade, im Schrank und im Bad.”
“Und das ist jetzt alles weg??”

“Nein. Ist alles noch da.”
“Ähm…”

“Aber meine Lieblingssachen fehlen!”
“Deine…”

[Liebste rennt zur Tür raus. - Liebste rennt zur Tür wieder herein.]

“Da brauche ich einmal deine Hilfe und du tust nichts!”
“Also ich würde ja gerne, aber ich weiß gar nicht, wonach ich…”

“Was soll das heißen, du weißt das nicht!”
“Was sind denn deine Lieblingssachen??”

“Was trage ich denn immer!?”
“Ähm…”

“Du bist so doof!”
“Ähm, die Dings, die…”

[Liebste rennt zur Tür raus. - Liebste rennt zur Tür wieder herein.]

“Du sitzt ja immer noch da!”
“Also gut, dann suche ich jetzt im Arbeitszimmer nach…”

“Nee, du bringst mir da nur alles durcheinander!”
“Und wo…”

“Ich weiß genau, dass meine Kette im Bad auf dem Schrank lag!”
“Denk doch mal nach, was hast du denn…”

“Was glaubst du wohl, was ich die ganze Zeit mache!”
“Entschuldige, ich wollte ja nur…”

[Liebste rennt zur Tür raus. - Liebste rennt zur Tür wieder herein.]

“Ich lasse hier nie wieder jemanden in die Wohnung!”
“Du hast deinen Schmuck bestimmt nur irgendwo hingelegt.”

“Na danke! Ich bin aber nicht so schlampig, wie du!”
“Ach nee! ICH habe noch nie Schmuck verlegt!”

“Du hast ja auch gar keinen!”
“Du ja jetzt auch nicht mehr!”

“Blödmann!”
“Schussel!”

[Liebste rennt zur Tür raus. - Liebste rennt zur Tür wieder herein.]

“Also wenn du mir jetzt nicht hilfst, dann…!”
“Liebste, wo hast du denn noch NICHT nachgesehen?”

“Hm… Im…”

[Liebste rennt zur Tür raus. - Liebste SCHLEICHT zur Tür herein.]

“Jetzt muss ich mich erst einmal hinsetzen…”
“Hast du ihn??”

“Ja, Gott sei Dank…”
“Und wo war er jetzt?”

“In dem Brillenetui, wo deine Sonnenbrille drin war.”
“Ach und wieso brauchtest du das??”

“Das hatte die richtige Größe, ist stabil und ich wollte nur…”
“Und wo ist MEINE SONNENBRILLE jetzt??”

“Aber die brauchst du doch jetzt im Winter gar nicht.”
“WO IST MEINE SONNENBRILLE!!”

“Ja, tja, wo habe ich die… Hilfst du mir?”

Kopfschüttel…

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Ein gewagtes Dekoltee

6. September 2007, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Ein gewagtes Dekoltee (photocase.de © frau.lueders)Meine Liebste und ich stehen vor unserem großen Kleiderschrank und suchen jeweils ein passendes Outfit für die feierliche Geschäftseröffnung eines Freundes, zu der wir heute nachmittag eingeladen sind. Wir haben uns überlegt, dass es schon etwas eleganter sein sollte, aber auch nicht zu übertrieben. Ganz schön schwierig!

“Ich ziehe meinen schwarzen Blazer drüber.”
“Mach das, Süße.”

“Nimmst du mich denn so mit?”
“Ja, du siehst klasse aus, sehr gut. Alle werden dich bestaunen.”

“Ist das denn nicht ein bisschen zu gewagt?”
“Was jetzt?”

“Na mein Dekoltee?”
“Nein.”

“Was nein?”
“Nein, es ist nicht zu gewagt.”

“Nicht? Schade!”

Kopfschüttel…

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Zwanzig Minuten, Liebste

3. September 2007, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Zwanzig Minuten, Liebste (photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste muss aufstehen; ihr Wecker klingelt nun schon zum vierten mal.
Es ist ziemlich genau 7.21 Uhr und damit nähern wir uns dem Klingelzeitpunkt meines Weckers: 7.30 Uhr. Das ist für gewöhnlich eine sehr angenehme Zeit, finde ich…

“Ich will nicht aufstehen!”
“Du musst aber, Süße.”

“Aber ich will nicht!”
“Steh jetzt auf und lass mich noch zwei Minuten, ja?”

“Wieso zwei Minuten?”
“Dann muss ich auch aufstehen.”

“In genau zwei Minuten?”
“So ungefähr, und jetzt lass mich!”

“Ich bleibe auch noch eine klitzekleine Minute liegen.”
“Schön.”

[Meine Liebste schmeißt sich noch einmal unter ihre Bettdecke und zieht diese bis zur Nasenspitze hoch. Da unter der Decke der Liebsten meistens - für gewöhnliche Menschen - lebensbedrohliche Temperaturen so um die 50-60 Grad herrschen, kann ich schon verstehen, dass sie morgens immer friert, wenn sie sich aus dem Bett schält...]

“Schatz?”
“Ja, Liebste?”

“Was machst du da?”
“Ich stehe auf, was sonst.”

“Wie! Jetzt??”
“Schatz, es ist kurz vor halb, ich muss aufstehen.”

“Aber das geht nicht!”
“Und warum nicht??”

“Ich muss ins Bad!”
“Aber du liegst doch noch da!”

“Nee, ich muss ins Bad jetzt!”
“Ach! Und ich?”

“Wie lange brauchst du denn?”
“Zwanzig Minuten?”

“Das geht nicht!”
“Also hör mal, du wolltest um sieben Uhr aufstehen!”

“Ja, aber das habe ich doch nicht geschafft.”
“Aber ich muss jetzt auch ins Bad!”

“Wieso denn zwanzig Minuten? Brauchst du doch sonst nicht!”
“Ich wollte duschen, darf ich das?”

“Und ich?”
“Dir würde eine Dusche auch nicht schaden…”

“Nein, ich meine, und was mache ich??”
“Keine Ahnung, ich gehe jetzt jedenfalls.”

“Dann komme ich mit.”
“Was heißt das, du kommst mit!”

“Naja, du kannst ja duschen und ich putze schon mal Zähne.”
“Och nee!”

“Was denn??”
“Du weißt ganz genau, dass ich das nicht mag!”

“Ja, aber das verstehe ich sowieso nicht.”
“Was? Dass ich morgens gerne meine Ruhe im Bad haben
will?”

“Ich störe dich doch aber nicht!”
“Wenn du das Badezimmer betrittst, sieht es zwei Minuten später aus wie im
Friseursalon!”

“Das stimmt gar nicht!”
“Wohl stimmt das! Überall liegt dann was rum!”

“Das liegt aber nicht an mir.”
“Sondern?”

“Am Badezimmer.”
“Wie bitte??”

“Das ist einfach viel zu klein!”
“Klar, unser Bad ist zu klein! Sonst noch was??”

“Ich habe viel zu lange Haare.”
“Ähm…”

“Ja, weil ich da immer so viel kämmen muss.”
“Dann schneide sie doch ab!”

“Wieso? Gefallen dir meine Haare nicht?”
“Doch, so meinte ich das nicht…”

“Warum soll ich die denn abschneiden??”
“Sollst du ja gar nicht!”

“Aber du hast doch…”
“Dann brauchst du sie nicht mehr kämmen, hast du doch selbst gesagt!”

“Nee, aber kurze Haare sind doch viel aufwendiger?”
“Aufwendiger? Aber…”

“Natürlich! Die muss man dann doch jeden morgen stylen!”
“Aha, naja…”

“Ich schneide doch nicht meine Haare ab, nur weil…”
“Weil was!”

“…weil du morgens alleine im Bad sein willst!”
“Das ist ja wohl total schwachsinnig!”

“Eben!”
“Nein, ich meinte deine Schlussfolgerung!”

“Du hast gesagt, ich hätte zu lange Haare!”
“Nein! Das hast DU gesagt!”

“Ich wollte doch nur ins Bad!”
“Dafür hattest du ja auch bereits eine halbe Stunde Zeit!”

“Mit kurzen Haaren müsste ich doch noch früher aufstehen!”
“Du hast aber lange Haare, schon vergessen??”

“Und darüber solltest du froh sein.”
“Ich?? Wieso ich denn??”

“Weil du deshalb schon in zwanzig Minuten ins Bad kannst!”

Kopfschüttel…

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Schick und schlunzig

13. August 2007, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Schick und schlunzigMeine Liebste und ich gehen gleich auf eine Party. Nichts besonderes, aber die Gastgeber sind dafür bekannt, dass sie gewöhnlich echte Feste veranstalten und nichts dem Zufall überlassen. Um den angekündigten Aperitif nicht zu verpassen, wollen wir heute mal pünktlich sein.

“Ich muss mich nur noch anziehen, dann können wir los.”
“Sehr gut Süße, heute bist du gut in der Zeit.”

“Soll ich die schwarze oder die blaue Hose anziehen?”
“Meinst du mit blau die Jeans?”

“Ja?”
“Dann die Jeans.”

“Wieso die denn?”
“Die ist klasse, darum.”

“Sehe ich da nicht fett drin aus?”
“Schatz! Bitte nicht schon wieder!”

“Schwarz macht aber schlanker.”
“Du bist schlank.”

“War ich mal.”
“Bist du jetzt auch noch.”

“Guck mal hier, da quillt alles raus!”
“Hör auf, du spinnst! Dann zieh eben die schwarze Hose an.”

“Also sehe ich in der blauen Jeans fett aus??”
“Nein, ich habe doch gesagt, dass du die blaue anziehen sollst.”

“Ich dachte die schwarze??”
“Die geht auch, die sind beide sehr gut.”

“Hast du aber nicht gesagt!”
“Aber gemeint und jetzt sei nicht so kleinlich!”

“Also was denn jetzt, blau oder schwarz?”
“Blau.”

“Nein!”
“Warum fragst du mich denn dann??”

“Was ziehst du denn eigentlich an?”
“Ich bin doch schon fertig?”

“Was? DAS DA behältst du an?”
“Und?? Stimmt damit was nicht??”

“Die Jeans hast du doch aber dauernd an.”
“Wenn man weiß, was einem steht, dann ist das erlaubt.”

“Und was steht mir?”
“Wahre Schönheit kann nichts entstellen.”

“Sollte das ein Kompliment werden??”
“Ähm…”

“War es aber nicht!”
“Also ich sage Jeans, aber du willst nicht Jeans. Richtig?”

“Richtig.”
“Dann zieh die schwarze Hose an und fertig.”

“Ich wundere mich nur, dass dir die Jeans gefällt…”
“Mir gefällt die, ich weiß gar nicht, was du hast!”

“Eben, und das wundert mich! Die macht mich dick!”
“Du hast doch die Jeans aber auch ständig an!”

“Aber nur, wenn ich zuhause bin oder wenn wir allein sind.”
“Ach, und mir gegenüber ist das dann egal, oder wie??”

“Also doch!”
“Hör auf jetzt und zieh dich an, wir müssen los!”

“Hm, also wenn du auch eine Jeans anziehst, dann passt das ja…”
“Was passt?”

“Wenn ich dann auch eine Jeans an habe.”
“Sage ich ja.”

“Weil, ich schick und du schlunzig, das würde ja nicht passen.”
“Was soll denn das heißen?? Ich bin doch nicht schlunzig!?”

“Deine Jeans ist schon uralt.”
“Ist sie erstens nicht und zweitens ist die super!”

“Willst du nicht Mal was anderes anziehen? Mir zuliebe?”
“Nein, aber was wäre Madame denn angenehm??”

“Deine schwarze Stoffhose, dann könnte ich auch meine…”
“Och nee! Außerdem ist Partnerlook echt out!”

“Bitte!”
“Schatz! Lass mich in Ruhe und entscheide dich jetzt!”

“Gut, ich entscheide mich für deine schwarze Hose.”
“Nein, ich meine für dich!”

“Wenn du deine schwarze anziehst, ziehe ich auch Schwarz an.”
“Himmel! Ich werde noch verrückt!”

“Schreibst du das dann wieder im Kopfschüttel-Blog?”
“Nein, aber ich hoffe, dass das jemand in meiner Grabrede erwähnt!”

“Zieh die schwarze Stoffhose an.”
“Nein, warum denn??”

“Weil Jeans dick macht.”
“Ich bin doch auch dick!”

“Quatsch! Du bist nicht dick!”
“Dann sag, dass ich schlank bin.”

“Wieso?”
“Na sag es!”

“Du bist schlank.”
“Dann kann ich ja auch die Jeans anziehen.”

“Mach doch ein Mal, was ich möchte. Bitte, ja?”
“Gibst du dann Ruhe??”

“Ja, dann bin ich glücklich und ziehe auch schwarz an.”
“Mann, Mann, Mann… Ziehe ich eben schwarz an, ist mir total egal.”

[Ich fühle mich wie früher bei den Bundesjugendspielen, als man beim Kugelstoßen eine absolut peinliche Reichweite erzielt hatte und dafür insbesondere von den weiblichen Zuschauern mitleidig angeschaut wurde. Kugelstoßen. Schwarze Hose anziehen. Liebste umbringen.
Was soll´s, es gibt Wichtigeres im Leben.... Zwei Minuten später stehe ich in meiner schwarzen Hose und anderen Schuhen wieder am gleichen Platz wie zuvor.
Zehn Minuten später kommt meine Liebste zurück.]

“So! Fertig! Tadaa!”
“Ähm… Schatz?”

“Du hast die schwarze Hose an, sehr gut, die steht dir!”
“Schön, die Tagesschau wird darüber berichten, aber…”

“Was guckst du mich so komisch an?”
“WIESO HAST DU JETZT DEINE BLAUE JEANS AN!?”

“Ja, also, die schwarze ging leider nicht.”
“Und warum?? Wo die schwarze doch sooo schlank macht??”

“Die hat aber keine Gürtelschlaufen.”
“Na und??”

“Die ist mir irgendwie zu groß geworden!”

Kopfschüttel…

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Was fummelst du denn da rum?

24. Juli 2007, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Was fummelst du denn da rum?Meine Liebste und ich gönnen uns nach einem stressigen Wochenende mal einen gemütlichen Abend ganz ohne irgendwelche lästigen Pflichten und Aufgaben.
Während ich zu fortgeschrittener Stunde ungefähr sechs Fernsehprogramme gleichzeitig schaue, telefoniert meine Liebste in der Küche mit einer ihrer Freundinnen.

“So, da bin ich wieder!”
“Fein Süße. Und? Was gibt´s Neues bei Andrea?”

“Och nichts, nur das Übliche.”
“Bei der Frau reicht das Übliche gewöhnlich…”

“Hast du gerade was Wichtiges zu tun?”
“Nicht wirklich.”

“Willst du das da weitergucken?”
“Nö. Muss nicht. Wieso?”

“Dann könntest du mich ja mal ausziehen.”
“Ähm… Ausziehen?? Jetzt?”

“Ja, mich und jetzt. Geht das?”
“Schatz, das ist ähm, also ich freue mich ja, aber…”

“Nun mach!”
“Was soll denn das werden? Heute ohne Vorspiel, oder was??”

“Vorspiel? Brauche ich nicht.”
“Aha… Hier im Wohnzimmer?”

“Jetzt zieh mir doch bitte mal die Hose aus!”
“Soll ich vielleicht vorher noch die Vorhänge zu machen?”

“Ach was, es geht ja ganz schnell.”
“Schatz, ich entdecke völlig neue Seiten an dir…”

“Machst du jetzt oder nicht!?”
“Jaja, doch, ich… Moment…”

“Den Gürtel zuerst, die Schnalle nach hinten klappen.”
“Danke, aber ich schaffe das schon…”

“So, und jetzt die Hose.”
“Jetzt sei doch nicht so ungeduldig!”

“Vorsicht mit dem Reißverschluss, der ist kaputt.”
“Ähm… Schatz, soll ich vielleicht den Fernseher aus machen?”

“Quatsch, warum?”
“Ach, nur so… Und jetzt?”

“Ja was schon, die Bluse natürlich.”
“Entschuldigung, wie dumm von mir…”

“Und jetzt noch den BH, ja?”
“Sag mal, soll ich mich vielleicht nicht auch, ich meine…”

“Wenn du willst, warum nicht… Aber erst ich.”
“Aha… Schatz, ich bin etwas verwirrt…”

“Was fummelst du denn da rum??”
“Das ist ein anderer Verschluss als sonst!”

“Blödsinn, der ist nur etwas stramm.”
“Ich hab´s gleich…”

“Na endlich!”
“Geht es jetzt in dem Tempo weiter?”

“Was für ein Tempo?”
“Naja, ich meine…”

“Ich will mich nur ein bisschen beeilen, sonst nichts.”
“WO GEHST DU HIN??”

“Na ins Badezimmer.”
“Ins Badezimmer?? Gerne, nur…”

“Was redest du denn da eigentlich!”
“Ich komme ja schon mit, warte…”

“Nee, im Bad kann ich dich nicht gebrauchen.”
“Wie bitte?? Du willst doch wohl nicht alleine…”

“Mache ich doch immer alleine!”
“Du machst es dir im Bad immer alleine??”

“Natürlich!”
“Ähm, aha… Und Ausziehen kannst du dich nicht alleine, oder was??”

“Nee, sonst ist ja gleich alles wieder hin.”
“Was ist gleich wieder hin!?”

“Na, meine Fingernägel. Die habe ich eben lackiert!”
“DEINE FINGERNÄGEL???”

“Natürlich, was dachtest du denn?? “

Kopfschüttel…

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Ist doch wurscht!

7. Juni 2007, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Ist doch wurscht! (photocase.de © Sören)Meine Liebste sitzt erwartungsvoll auf dem Sofa, als ich nach Hause komme.
Sie weiß natürlich schon, was jetzt kommt… Ich war Klamotten einkaufen.
Das kommt selten vor, aber ab und zu kommt man(n) ja nicht drum herum.

“Da bist du ja, das hat ja ewig gedauert!”
“Ja Süße, das hat es. Aber ich habe, was ich wollte.”

“Was hast du denn alles gekauft?”
“Alles mögliche.”

“Und was genau?”
“Dies und das.”

“Mann!”
“Was denn??”

“Los, zeig doch mal!”
“Darf ich erst mal meine Schuhe ausziehen, ja?”

“Na gut, aber dann will ich was sehen!”
“Sind doch nur ein paar Kleinigkeiten, nichts Besonderes, Schatz.”

“Das glaube ich.”
“Was?”

“Das da nichts Besonderes bei ist.”
“Wie bitte? Glaubst du, ich kann nicht alleine einkaufen, oder was??”

“Doch, aber du hättest mich mitnehmen sollen.”
“Schatz, das haben wir doch alles lang und breit besprochen.”

“Haben wir gar nicht! Du hast das so entschieden!”
“Ich habe es, naja sagen wir, mit Nachdruck gewünscht…”

“Ich dürfte nicht mitgehen, hast du gesagt.”
“Naja, oder so…”

“…weil du dann nicht zum einkaufen kämst, hast du gesagt.”
“Richtig.”

“…was ich immer noch nicht verstehe!”
“Weil du dann ständig für dich selber schaust und ich stehe dann da!”

“Das stimmt gar nicht, ich würde mich prima um dich kümmern.”
“Wann warst du das letzte Mal in einer Herrenunterwäsche-Abteilung?”

“Ähm…”
“Eben. Und das ist Krieg.”

“Du hast Unterhosen gekauft?”
“Nein. Es handelt sich um vielmehr um UNDERWEAR for Gentlemen.”

“Also eine Unterhose?”
“Herrgott ja, dann eben eine Unterhose!”

“Die kann man nicht mehr umtauschen, oder?”
“Wieso umtauschen? Du hast sie ja noch gar nicht gesehen!”

“Wollte ich ja auch nur wissen… Zieh mal an.”
“Nö, ich ziehe die jetzt nicht an. Du kannst sie dir anschauen.”

“Ich muss die angezogen sehen, sonst kann ich nichts sagen.”
“Du sollst ja dazu auch gar nichts sagen…”

“Soll das heißen, es interessiert dich nicht, wie ich deine Unterhose finde??”
“Meine UNDERWEAR bitte ja, soviel Zeit muss sein!”

“Also schön, deine Underwear. Ist das eine Pants?”
“Eine was?”

“Na so eine breite, wie eine Shorts, nur eng?”
“Ach so, nein.”

“Ich hätte für dich Pants gekauft.”
“Und genau DESWEGEN habe ich dich nicht mitgenommen!”

“Calvin Klein finde ich gut. Ist das so eine?”
“Nein, es ist Bruno Banani.”

“Schade, weil dann hätte ich mal googeln können.”
“Hä? Was? Wonach denn googeln?”

“Nach David Beckham.”
“Beckham? Spielt der nicht Fußball?”

“Auch, kann sein…”
“Wieso auch?”

“Der trägt Unterhosen von Calvin Klein.”
“Das verstehe ich jetzt nicht, was hat das mit mir zu tun??”

“Na du willst ja deine Banane nicht anziehen!”
“Bruno Banani Schatz, BANANI!”

“Oder Banani, ist doch wurscht.”
“Das ist NICHT wurscht! Wieso jetzt David Beckham bitte?”

“Na der ist doch schick, da kann man doch mal gucken?”
“Wie jetzt! Ich soll eine Unterhose von Calvin Klein kaufen, nur weil der…”

“Warum denn nicht?”
“Das ist mir doch total egal!”

“Du hast Unterhose gesagt.”
“WAS??”

“Es heißt Underwear.”
“Himmel! Schatz, ich habe schwarze UNDERWEAR von Banani in Slipform gekauft, tut mir ECHT leid!”

“Ich habe ja gleich gesagt, dass du mich mitnehmen sollst.”
“Willst du sie dir denn nicht wenigstens erst einmal angucken?”

“Der Beckham hat…”
“Hör mich auf mit David Beckham!”

“Na gut, und wer ist Banani-Model?”
“Keine Ahnung, das ist doch auch wurscht.”

“Eben hast du gesagt, das sei nicht wurscht!”
“Da hast du doch aber von Bananen gesprochen, deshalb…”

“Hat Banani denn was mit Bananen zu tun?”
“Ich gebe es auf…”

“Ich meine, das liegt doch nahe…”
“Hätte ich bloß Calvin Klein gekauft…”

“Du wolltest alleine einkaufen, jetzt musst du das auch anziehen.”
“Danke Schatz… Sehr großzügig.”

“Also schön, was hast du noch eingekauft?”
“Ein Hemd. Einfach nur ein schlichtes Hemd. Von… Von Olymp. “

“Naja, die sind ja bei dir immer schnell durch.”

Kopfschüttel…

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Erschreckend vorhersehbar

16. April 2007, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Erschreckend vorhersehbar (photocase.de © mägs)Meine Liebste und ich laufen – mal wieder – durch die Bremer Innenstadt. Seit Stunden.
Eigentlich ist es aber wohl eher so, dass ich meiner Liebsten auf der Suche nach einer neuen Handtasche (Sommer-Edition) hinterher renne.
Aber es kann nicht mehr allzu lange dauern, irgendwie habe ich das im Gefühl; die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt…

“Lass uns noch einmal da hinten schauen, ja?”
“Ja, Süße. Dahinten. Gerne. Natürlich.”

“Nur noch in die Passage und dann entscheide ich mich.”
“Ähm… Du entscheidest dich? Wofür??”

“Na für eine Tasche natürlich.”
“Aber bisher gefiel dir doch keine Einzige?”

“Doch, wohl! Da waren doch schöne Taschen bei?”
“Naja schon, aber du hast doch keine gekauft?”

“Ich habe ja auch noch gar nicht alle gesehen.”
“Alle in Bremen? Oder sollen wir noch Hamburg mit dazu nehmen!?”

“Du willst jetzt noch nach Hamburg?”
“NEIN!”

“Ach so, ich dachte schon. Gute Idee eigentlich.”
“Also wenn wir Madrid auch noch durchkämmen wollen, müssen wir jetzt zum Flughafen.”

“Nee, ich muss jetzt auch hier was finden.”
“Gott sei Dank…”

“Ich muss nämlich schon die ganze Zeit aufs Klo.”
“War ja klar, weiß ich.”

“Wieso? Wieso weißt du das?”
“Weil du immer aufs Klo musst, Schatz.”

“Gar nicht!”
“Doch, das merkt man daran, dass du dann schneller wirst.”

“Schneller? Wobei denn!?”
“Du gehst dann schneller.”

“Gar nicht!”
“Doch! Das kann ich EINDEUTIG spüren! Du wirst schneller!”

“So? Das ist mir noch gar nicht aufgefallen…”
“Oder wenn dir kalt ist. Dann auch.”

“Was du so alles über mich weißt…”
“Ja. Es ist erschreckend.”

“Was? Was ist erschreckend? ERSCHRECKEND??”
“Wie vorhersehbar du bist.”

“Bin ich gar nicht!”
“Ach nein? Na wenn du dich da mal nicht täuschst…”

“Wieso? Was mache ich denn gleich? Sag mal!”
“Du wirst eine Tasche kaufen.”

“Na toll, dass ist ja keine Kunst. Pff…”
“Schon, aber ich weiß bereits, welche!”

“Und welche?”
“Die, die wir ganz am Anfang gesehen haben, die braune.”

“Die war schick, aber viel zu teuer.”
“Richtig, aber du wirst sie trotzdem kaufen.”

“Werde ich nicht!”
“Doch, wirst du, weil du keine andere mehr findest.”

“Ja toll! Hier findet man ja auch nichts Vernünftiges!”
“Sage ich doch.”

“Soll ich die braune echt kaufen?”
“Du kannst sie auch klauen, aber davon rate ich ab.”

“Die ist schon toll…”
“Mein reden. Ich weiß es schon seit zwei Stunden.”

“Das ist ja wohl meine Entscheidung! Wie willst du das wissen?”
“Ja habe ich recht oder habe ich recht!?”

“Du weißt ja immer alles.”
“Ähm… Schatz?”

“Was ist?”
“Warum gehst du schon wieder schneller?”

“Tue ich doch gar nicht!”
“Und ob! Warum gehst du nicht da im Café Paris aufs Klo?”

“Ich muss gar nicht so nötig.”
“Und warum rennst du denn dann so!?”

“Keine Ahnung, aber irgendwie habe ich jetzt Hunger…”

Kopfschüttel…

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Wie kann man bloß!

3. März 2007, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Wie kann man bloß! (photocase.de © goenz)Meine Liebste und ich haben bereits Eintrittskarten für einen Ball zum Tanz in den Mai erstanden. Und damit wir uns auf der Tanzfläche nicht alleine blamieren, haben wir auch gleich zwei Karten für ein Pärchen aus unserem Bekanntenkreis gekauft.

“Und? Was hat er gesagt?”
“Wer hat was gesagt, Süße?”

“Na Stefan.”
“Wozu??”

“Zu den Karten für den Maiball.”
“Ach so, ja, alles gut, er wollte mir schon das Geld geben.”

“Und? Hat er?”
“Nein, ich habe abgelehnt, weil ich ihm die Karten nicht geben konnte.”

“Und warum hast du sie ihm noch nicht gegeben??”
“Weil du sie eingesteckt hattest und mir noch gar nicht gegeben hast!”

“Ach so…”
“Dreimal habe ich dich schon daran erinnert.”

“Tatsächlich? Nee, das stimmt nicht, das war nur ein Mal!”
“Es war dreimal, und zuletzt gestern Morgen.”

“Morgens darfst du mich so was auch nicht fragen.”
“Und warum nicht?”

“Morgens habe ich Stress und keinen Kopf für so was.”
“Du hast keine Zeit, mir zwei Karten aus deinem Portmonee zu geben??”

“Das ist nicht so das Problem.”
“Sondern?”

“Die sind nicht in meinem Portmonee.”
“Naja schön, und wo dann?”

“In meiner Handtasche.”
“Oh entschuldige! Und wo ist da jetzt der Unterschied??”

“Du hättest sie dir ja auch schon längst selber nehmen können.”
“Ich gehe doch nicht einfach an deine Handtasche!”

“Warum denn nicht?”
“Weil ich da nie was finde, das hatten wir doch schon.”

“Was soll denn das heißen? Ich habe da immer Ordnung.”
“Neulich, weißt du noch?”

“Was?”
“Da wollte ich den Autoschlüssel aus deiner Handtasche nehmen.”

“Na das war ja wohl auch total dämlich von dir!”
“Die Tasche war proppevoll und man konnte gar nichts finden!”

“Trotzdem hättest du sie ja nicht gleich ausschütten müssen!”
“Schatz! Es ging um Leben und Tod!”

“Nur, weil du den Wagen schnell wegfahren wolltest.”
“Schatz! Es war DEIN Wagen, den die Politesse aufschreiben wollte!”

“Wie kann man bloß eine Handtasche ausschütten!”
“Du hast mir dann ja auch verboten, noch mal darin zu wühlen.”

“Zwischen Wühlen und Rausnehmen ist ein großer Unterschied!”
“Außerdem will ich gar nicht wissen, was du da alles so drin hast.”

“Wieso? Was soll denn da drin sein?”
“Da sie ständig voll ist, wird es wohl mehr als Handy und Geld sein.”

“Natürlich. Was man eben so braucht. Kaugummi, Labello, …”
“… Und auch Ballkarten.”

“Genau.”
“Und? Gibst du sie mir jetzt?”

“Nein.”
“Nein??”

“Nein.”
“Soll ich sie mir vielleicht selber nehmen? Ohne Wühlen?”

“Ähm, nein, besser nicht.”
“Das verstehe ich jetzt nicht, du hast doch eben gesagt, dass…”

“Jaja, ich weiß, was ich gesagt habe.”
“Also gut, ich fasse zusammen: ich darf nicht, und du willst nicht?”

“Ich will schon, aber ich kann nicht.”
“Ich denke, du hast immer Ordnung in deiner Handtasche?”

“Habe ich ja auch. Ich schütte ja auch nicht deine Jacke aus.”
“Das lässt dir echt keine Ruhe, was?”

“Wie kann man nur…”
“Es tut mir leid, OK? Kannst du mir jetzt die Karten geben? Bitte?”

“Hat das nicht noch Zeit?”
“Warum denn nicht jetzt??”

“Es geht jetzt eben nicht so schnell!”
“Und warum nicht?”

“Kannst du mich nicht nachher noch einmal daran erinnern?”
“Kann ich schon, aber warum geht es denn jetzt nicht??”

“Ich weiß es nicht mehr.”
“Ich habe dich doch aber gerade daran erinnert!”

“Ja, aber ich weiß nicht mehr, welche Handtasche es war…”

Kopfschüttel…

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Es geht hier um meine Hose!

7. Februar 2008, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Es geht hier um meine Hose! (photocase.de © pakalou)Meine Liebste und ich schlendern durch den gigantischen Zero-Outlet-Store in Bremen-Habenhausen, oder besser: ich schlendere brav hinter meiner Liebsten her…
Vorbei an dutzenden Ständern mit Blusen, Jacken, Hosen für die Dame.

“Guck mal da!”
“Was? Wo? Was ist da, Süße?”

“Na meine Hose! Da!”
“Deine Hose??”

“Da hängt die Hose, die ich an habe, hier!”
“Die da? Aber die ist doch dunkelbraun und deine ist…”

“Na und? Es ist die gleiche Hose in einer anderen Farbe.”
“Ah…”

“Und? Wie findest du die?”
“Die Hose? Die, die du an hast oder…”

“Beide.”
“Sehr gut.”

“Und welche sieht besser aus?”
“Kann ich nicht sagen.”

“Die schwarze oder die braune Hose?”
“Die schwarze. Aber die braune ist auch nicht schlecht…”

“Die passt super, oder?”
“Spitze.”

“Soll ich die braune auch mitnehmen?”
“Warum nicht? Passen wird sie ja wahrscheinlich…”

“Aber dir gefällt die doch nicht in Braun!”
“Doch, die ist auch klasse, nimm mit.”

“Pff! Du willst ja nur, dass wir schnell wieder gehen!”
“Das wäre wünschenswert, ich rechne aber nicht wirklich damit…”

“Das wird auch nichts!”
“Können wir jetzt weitergehen?”

“Nein! Ist die noch in meiner Größe da?”
“Woher soll ich das wissen!?”

“Du könntest ja mal gucken!”
“Was weiß ich, was du für eine Größe hast…”

“36! Ist das so schwer??”
“Also schön, schaue ich nach 36, wie Madame wünscht…”

“Bei der doch aber nicht!”
“Was soll das denn jetzt wieder heißen, bei DER nicht??”

“Die fallen so klein aus, da musst du schon nach 38 gucken.”
“Ach ja, richtig! Ich als Wahrsager hätte das wissen müssen!”

“Das sieht man doch wohl!”
“Weißt du was, guck einfach selber, wie wäre denn das!?”

[Meine Liebste drückt mir ihre Handtasche in die Hand und beginnt, die cirka 638 brauen Hosen durchzublättern und dabei rasch einen Blick auf die kleinen eingenähten Schildchen im Hosenbund zu werfen.
Nachdem sie alle durch hat, beginnt sie rückwärts von neuem...
Mir schwant dabei nichts Gutes...]

“Die ist weg! Das gibt´s doch wohl nicht!”
“Wer ist weg?”

“Da passt mir EINMAL eine Hose und dann ist die weg!”
“Ähm…”

“Hängen die vielleicht noch woanders?”
“Also das glaube ich nicht…”

“Ich schaue mal, du bleibst hier stehen!”
“Wieso muss ich hier stehen bleiben??”

“Vielleicht kommt die ja wieder?”
“Wer? Die Hose??”

“Wenn die gerade jemand anprobiert, kann doch sein?”
“Ich will aber hier jetzt nicht doof stehen bleiben!”

“Du bleibst jetzt hier, kannst du ja wohl mal für mich machen!”
“Aber das ist langweilig!”

“Es geht hier um meine Hose!”
“Aber Schatz, ich…”

“Ich bin ja gleich wieder da!”
“Aber…”

“…und pass auf meine Handtasche auf!”

[...sprach sie und war von da an gefühlte drei Stunden nicht mehr gesehen. Könnte ja tatsächlich sein, dass eine junge Dame mit Größe 38 die Hose zurückbringt, versuchte ich mir einzureden. DAS wäre ein echter Triumph für mich!
Vermutlich bot ich aber den um mich herumlaufenden Damen ein eher klägliches Bild, so unnütz und verloren dastehend, auf den Hosenständer starrend und mit einer baumelnden Frauenhandtasche in der Hand...]

“Du stehst ja immer noch da!”
“Ja, Schatz. Und WO warst DU BITTESCHÖN so lange??”

“In der Umkleide, war voll. Hat jemand die 38er zurückgebracht?”
“Nein, natürlich nicht…”

“Gut!”
“Gut?? Wieso denn gut, ich dachte, dass du…”

[Meine Liebste greift in den Ständer mit den braunen Hosen und zieht eine in Größe 36 raus.]

“Die nehme ich.”
“Aber die ist viel zu klein, hast du doch gesagt??”

“Ich habe doch 36, muss ich irgendwie verwechselt haben…”
“UND DAFÜR STEHE ICH HIER DOOF RUM UND ALTERE VOR MICH HIN??”

“Das kann doch wohl mal passieren!”
“Schatz! Ich kriege gleich einen Anfall!!”

“Hör auf jetzt und lass uns zu den Blusen da hinten gehen.”
“Aber da musst du doch eben schon gewesen sein??”

“Nee, da wollte ich mit dir zusammen hin.”
“Wieso??”

“Weil da so eine Bluse hängt, so ähnlich wie eine von meinen.”
“Ach! Zufällig in einer anderen Farbe und genau deine Größe fehlt??”

“Nee.”
“Nicht?? Und was soll ich dann da??”

“Bei den Blusen? Gar nichts.”
“SONDERN??”

“Du könntest dich da für mich schon mal in der Schlange vor der Umkleidekabine anstellen!”

Kopfschüttel…

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Schnellfönen

13. Januar 2008, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Schnellfönen (photocase.de © circleview)Meine Liebste und ich haben eigentlich am heutigen Samstagabend nichts besonderes vor; endlich mal wieder! Gemeinsam überlegen wir, was wir unternehmen könnten.

“Schatz, was hältst du von Kino?”
“Kino? Keine schlechte Idee, Süße!”

“Was läuft denn?”
“Keine Ahnung, wie heißt noch der mit Til Schweiger?”

“Keinohrhasen! Ja, Keinohrhasen, der soll gut sein!”
“Naja, also der Titel, also…”

“Lass uns da reingehen, ja?”
“Na gut, lass uns das machen. Vorstellung um acht Uhr?”

“Schaffe ich nicht.”
“Wieso schaffst du das nicht??”

“Ich muss noch Haare waschen.”
“Och Schatz! Muss denn das unbedingt…”

“Natürlich, schau mich doch mal an!”
“Eigentlich siehst du aus wie immer…”

“Wie immer??”
“Wie immer zum Anbeißen, wollte ich sagen…”

“Das sagst du ja nur, weil du ins Kino willst.”
“Moment! Das war ja wohl deine Idee!”

“Will ich ja auch, aber nicht so.”
“Dann geh halt duschen und beeil dich. Fertig.”

“Duschen auch?? Ich muss auch duschen?”
“Du musst nicht, aber ich dachte, wenn…”

“Ich muss doch nicht schon wieder duschen!”
“Dann eben nicht, dann wasch dir eben nur die Haare.”

“Du sagst das, als hätte ich eine Dusche nötig!”
“Das meinte ich aber nicht, vergiss es.”

“Wenn hier einer duschen sollte, dann ja wohl du.”
“Was soll das denn jetzt heißen??”

“Wann warst du denn zuletzt?”
“Vorletzte Woche. Aber ohne Seife.”

“Ehrlich??”
“Sag mal, du spinnst ja wohl!”

“Ich frage ja nur…”
“Geh lieber Haare waschen!”

“Ja, ich muss wohl heute meine Haare waschen…”
“Wieso denn?? Sieht doch gut aus!”

“Ja weil, Mittwoch muss ich auf jeden fall.”
“Mittwoch?? Aber das ist ja erst in vier Tagen?”

“Ja, aber am Montag habe ich den Termin, also muss ich…”
“Montag??”

“Also muss ich heute auch, wenn ich nicht morgen noch…”
“Was?”

“Da muss ich morgens, ach nee, geht nicht…”
“Ich verstehe kein Wort…”

“Aber wenn ich morgen mache, dann hält das bis, hm…”
“Heißt das, du planst jetzt schon deine Haare im Voraus??”

“Ja muss ich doch!”
“Aha… Und kannst du jetzt nicht einfach mal eben schnell?”

“Hm, also wenn ich heute schnell, dann morgen lang, und…”
“Kurz? Lang??”

“Wegen dem Schnellfönen. Wenn man nicht duscht.”
“Was??”

“Schnellfönen macht kurzen Halt, Langfönen macht langen Halt.”
“Aha…”

“Mit Duschen und Langfönen kann man auch mal eben ohne.”
“Ähm…”

“Wohingegen man auch ohne mal Langfönen kann. Natürlich.”
“Natürlich.”

“Aber ich könnte heute ohne und schnell, morgen mit und lang.”
“Wieso ist denn das so kompliziert!? Ohne, mit, lang, Hinz und Kunz!”

“Na du mit deinen paar Stoppeln da brauchst das ja auch nicht!”
“Ach! Und für deine Haare muss man studiert haben oder was?”

“Also: heute schnell ohne, dann aber morgen mit Duschen und lang, Montag ohne mit, Mittwoch mit und mit. Dann könnte ich auch Montag schon morgens…”
“Schatz, ich werde wahnsinnig! Was heißt denn das jetzt??”

“Ach, ich mache mir einen Zopf. Lass uns gehen.”

Kopfschüttel…

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Ruf die Polizei oder so!

7. Januar 2008, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Ruf die Polizei oder so! (photocase.de © Padapapada)Meine Liebste befindet sich irgendwo in der Wohnung, während ich auf dem Sofa sitze und im Internet surfe. Sehr spannend, was ich da so alles zu sehen kriege… Plötzlich stürmt meine Liebste ins Wohnzimmer!

“Schatz! Lass sofort alles liegen und komm!”
“Was?? Was ist denn passiert, Süße??”

“Er ist weg!”
“Wer ist weg?”

“Mein Schmuck!”
“Wie bitte??”

“Geklaut!”
“Dein Schmuck??”

[Liebste rennt zur Tür raus. - Liebste rennt zur Tür wieder herein.]

“Alles weg!”
“Das kann doch nicht sein!”

“Wenn ich es doch sage??”
“Den hast du bestimmt nur irgendwo hingelegt.”

“Ich weiß immer, wo ich meine Sachen habe!”
“Hast du schon gesucht?”

“Natürlich!”
“Und was soll ICH da jetzt machen??”

[Liebste rennt zur Tür raus. - Liebste rennt zur Tür wieder herein.]

“Wie kannst du da jetzt nur so ruhig sitzen!?”
“Aber Schatz, ich…”

“Hilf mir doch mal!”
“Soll ich mit suchen?”

“Ja!”
“Und wo?”

[Liebste rennt zur Tür raus. - Liebste rennt zur Tür wieder herein.]

“Jetzt komm endlich! Oder ruf die Polizei oder so!”
“Schatz! Also wo hattest du ihn denn zuletzt…”

“In der Schublade, im Schrank und im Bad.”
“Und das ist jetzt alles weg??”

“Nein. Ist alles noch da.”
“Ähm…”

“Aber meine Lieblingssachen fehlen!”
“Deine…”

[Liebste rennt zur Tür raus. - Liebste rennt zur Tür wieder herein.]

“Da brauche ich einmal deine Hilfe und du tust nichts!”
“Also ich würde ja gerne, aber ich weiß gar nicht, wonach ich…”

“Was soll das heißen, du weißt das nicht!”
“Was sind denn deine Lieblingssachen??”

“Was trage ich denn immer!?”
“Ähm…”

“Du bist so doof!”
“Ähm, die Dings, die…”

[Liebste rennt zur Tür raus. - Liebste rennt zur Tür wieder herein.]

“Du sitzt ja immer noch da!”
“Also gut, dann suche ich jetzt im Arbeitszimmer nach…”

“Nee, du bringst mir da nur alles durcheinander!”
“Und wo…”

“Ich weiß genau, dass meine Kette im Bad auf dem Schrank lag!”
“Denk doch mal nach, was hast du denn…”

“Was glaubst du wohl, was ich die ganze Zeit mache!”
“Entschuldige, ich wollte ja nur…”

[Liebste rennt zur Tür raus. - Liebste rennt zur Tür wieder herein.]

“Ich lasse hier nie wieder jemanden in die Wohnung!”
“Du hast deinen Schmuck bestimmt nur irgendwo hingelegt.”

“Na danke! Ich bin aber nicht so schlampig, wie du!”
“Ach nee! ICH habe noch nie Schmuck verlegt!”

“Du hast ja auch gar keinen!”
“Du ja jetzt auch nicht mehr!”

“Blödmann!”
“Schussel!”

[Liebste rennt zur Tür raus. - Liebste rennt zur Tür wieder herein.]

“Also wenn du mir jetzt nicht hilfst, dann…!”
“Liebste, wo hast du denn noch NICHT nachgesehen?”

“Hm… Im…”

[Liebste rennt zur Tür raus. - Liebste SCHLEICHT zur Tür herein.]

“Jetzt muss ich mich erst einmal hinsetzen…”
“Hast du ihn??”

“Ja, Gott sei Dank…”
“Und wo war er jetzt?”

“In dem Brillenetui, wo deine Sonnenbrille drin war.”
“Ach und wieso brauchtest du das??”

“Das hatte die richtige Größe, ist stabil und ich wollte nur…”
“Und wo ist MEINE SONNENBRILLE jetzt??”

“Aber die brauchst du doch jetzt im Winter gar nicht.”
“WO IST MEINE SONNENBRILLE!!”

“Ja, tja, wo habe ich die… Hilfst du mir?”

Kopfschüttel…

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Ein gewagtes Dekoltee

6. September 2007, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Ein gewagtes Dekoltee (photocase.de © frau.lueders)Meine Liebste und ich stehen vor unserem großen Kleiderschrank und suchen jeweils ein passendes Outfit für die feierliche Geschäftseröffnung eines Freundes, zu der wir heute nachmittag eingeladen sind. Wir haben uns überlegt, dass es schon etwas eleganter sein sollte, aber auch nicht zu übertrieben. Ganz schön schwierig!

“Ich ziehe meinen schwarzen Blazer drüber.”
“Mach das, Süße.”

“Nimmst du mich denn so mit?”
“Ja, du siehst klasse aus, sehr gut. Alle werden dich bestaunen.”

“Ist das denn nicht ein bisschen zu gewagt?”
“Was jetzt?”

“Na mein Dekoltee?”
“Nein.”

“Was nein?”
“Nein, es ist nicht zu gewagt.”

“Nicht? Schade!”

Kopfschüttel…

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Zwanzig Minuten, Liebste

3. September 2007, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Zwanzig Minuten, Liebste (photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste muss aufstehen; ihr Wecker klingelt nun schon zum vierten mal.
Es ist ziemlich genau 7.21 Uhr und damit nähern wir uns dem Klingelzeitpunkt meines Weckers: 7.30 Uhr. Das ist für gewöhnlich eine sehr angenehme Zeit, finde ich…

“Ich will nicht aufstehen!”
“Du musst aber, Süße.”

“Aber ich will nicht!”
“Steh jetzt auf und lass mich noch zwei Minuten, ja?”

“Wieso zwei Minuten?”
“Dann muss ich auch aufstehen.”

“In genau zwei Minuten?”
“So ungefähr, und jetzt lass mich!”

“Ich bleibe auch noch eine klitzekleine Minute liegen.”
“Schön.”

[Meine Liebste schmeißt sich noch einmal unter ihre Bettdecke und zieht diese bis zur Nasenspitze hoch. Da unter der Decke der Liebsten meistens - für gewöhnliche Menschen - lebensbedrohliche Temperaturen so um die 50-60 Grad herrschen, kann ich schon verstehen, dass sie morgens immer friert, wenn sie sich aus dem Bett schält...]

“Schatz?”
“Ja, Liebste?”

“Was machst du da?”
“Ich stehe auf, was sonst.”

“Wie! Jetzt??”
“Schatz, es ist kurz vor halb, ich muss aufstehen.”

“Aber das geht nicht!”
“Und warum nicht??”

“Ich muss ins Bad!”
“Aber du liegst doch noch da!”

“Nee, ich muss ins Bad jetzt!”
“Ach! Und ich?”

“Wie lange brauchst du denn?”
“Zwanzig Minuten?”

“Das geht nicht!”
“Also hör mal, du wolltest um sieben Uhr aufstehen!”

“Ja, aber das habe ich doch nicht geschafft.”
“Aber ich muss jetzt auch ins Bad!”

“Wieso denn zwanzig Minuten? Brauchst du doch sonst nicht!”
“Ich wollte duschen, darf ich das?”

“Und ich?”
“Dir würde eine Dusche auch nicht schaden…”

“Nein, ich meine, und was mache ich??”
“Keine Ahnung, ich gehe jetzt jedenfalls.”

“Dann komme ich mit.”
“Was heißt das, du kommst mit!”

“Naja, du kannst ja duschen und ich putze schon mal Zähne.”
“Och nee!”

“Was denn??”
“Du weißt ganz genau, dass ich das nicht mag!”

“Ja, aber das verstehe ich sowieso nicht.”
“Was? Dass ich morgens gerne meine Ruhe im Bad haben
will?”

“Ich störe dich doch aber nicht!”
“Wenn du das Badezimmer betrittst, sieht es zwei Minuten später aus wie im
Friseursalon!”

“Das stimmt gar nicht!”
“Wohl stimmt das! Überall liegt dann was rum!”

“Das liegt aber nicht an mir.”
“Sondern?”

“Am Badezimmer.”
“Wie bitte??”

“Das ist einfach viel zu klein!”
“Klar, unser Bad ist zu klein! Sonst noch was??”

“Ich habe viel zu lange Haare.”
“Ähm…”

“Ja, weil ich da immer so viel kämmen muss.”
“Dann schneide sie doch ab!”

“Wieso? Gefallen dir meine Haare nicht?”
“Doch, so meinte ich das nicht…”

“Warum soll ich die denn abschneiden??”
“Sollst du ja gar nicht!”

“Aber du hast doch…”
“Dann brauchst du sie nicht mehr kämmen, hast du doch selbst gesagt!”

“Nee, aber kurze Haare sind doch viel aufwendiger?”
“Aufwendiger? Aber…”

“Natürlich! Die muss man dann doch jeden morgen stylen!”
“Aha, naja…”

“Ich schneide doch nicht meine Haare ab, nur weil…”
“Weil was!”

“…weil du morgens alleine im Bad sein willst!”
“Das ist ja wohl total schwachsinnig!”

“Eben!”
“Nein, ich meinte deine Schlussfolgerung!”

“Du hast gesagt, ich hätte zu lange Haare!”
“Nein! Das hast DU gesagt!”

“Ich wollte doch nur ins Bad!”
“Dafür hattest du ja auch bereits eine halbe Stunde Zeit!”

“Mit kurzen Haaren müsste ich doch noch früher aufstehen!”
“Du hast aber lange Haare, schon vergessen??”

“Und darüber solltest du froh sein.”
“Ich?? Wieso ich denn??”

“Weil du deshalb schon in zwanzig Minuten ins Bad kannst!”

Kopfschüttel…

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Schick und schlunzig

13. August 2007, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Schick und schlunzigMeine Liebste und ich gehen gleich auf eine Party. Nichts besonderes, aber die Gastgeber sind dafür bekannt, dass sie gewöhnlich echte Feste veranstalten und nichts dem Zufall überlassen. Um den angekündigten Aperitif nicht zu verpassen, wollen wir heute mal pünktlich sein.

“Ich muss mich nur noch anziehen, dann können wir los.”
“Sehr gut Süße, heute bist du gut in der Zeit.”

“Soll ich die schwarze oder die blaue Hose anziehen?”
“Meinst du mit blau die Jeans?”

“Ja?”
“Dann die Jeans.”

“Wieso die denn?”
“Die ist klasse, darum.”

“Sehe ich da nicht fett drin aus?”
“Schatz! Bitte nicht schon wieder!”

“Schwarz macht aber schlanker.”
“Du bist schlank.”

“War ich mal.”
“Bist du jetzt auch noch.”

“Guck mal hier, da quillt alles raus!”
“Hör auf, du spinnst! Dann zieh eben die schwarze Hose an.”

“Also sehe ich in der blauen Jeans fett aus??”
“Nein, ich habe doch gesagt, dass du die blaue anziehen sollst.”

“Ich dachte die schwarze??”
“Die geht auch, die sind beide sehr gut.”

“Hast du aber nicht gesagt!”
“Aber gemeint und jetzt sei nicht so kleinlich!”

“Also was denn jetzt, blau oder schwarz?”
“Blau.”

“Nein!”
“Warum fragst du mich denn dann??”

“Was ziehst du denn eigentlich an?”
“Ich bin doch schon fertig?”

“Was? DAS DA behältst du an?”
“Und?? Stimmt damit was nicht??”

“Die Jeans hast du doch aber dauernd an.”
“Wenn man weiß, was einem steht, dann ist das erlaubt.”

“Und was steht mir?”
“Wahre Schönheit kann nichts entstellen.”

“Sollte das ein Kompliment werden??”
“Ähm…”

“War es aber nicht!”
“Also ich sage Jeans, aber du willst nicht Jeans. Richtig?”

“Richtig.”
“Dann zieh die schwarze Hose an und fertig.”

“Ich wundere mich nur, dass dir die Jeans gefällt…”
“Mir gefällt die, ich weiß gar nicht, was du hast!”

“Eben, und das wundert mich! Die macht mich dick!”
“Du hast doch die Jeans aber auch ständig an!”

“Aber nur, wenn ich zuhause bin oder wenn wir allein sind.”
“Ach, und mir gegenüber ist das dann egal, oder wie??”

“Also doch!”
“Hör auf jetzt und zieh dich an, wir müssen los!”

“Hm, also wenn du auch eine Jeans anziehst, dann passt das ja…”
“Was passt?”

“Wenn ich dann auch eine Jeans an habe.”
“Sage ich ja.”

“Weil, ich schick und du schlunzig, das würde ja nicht passen.”
“Was soll denn das heißen?? Ich bin doch nicht schlunzig!?”

“Deine Jeans ist schon uralt.”
“Ist sie erstens nicht und zweitens ist die super!”

“Willst du nicht Mal was anderes anziehen? Mir zuliebe?”
“Nein, aber was wäre Madame denn angenehm??”

“Deine schwarze Stoffhose, dann könnte ich auch meine…”
“Och nee! Außerdem ist Partnerlook echt out!”

“Bitte!”
“Schatz! Lass mich in Ruhe und entscheide dich jetzt!”

“Gut, ich entscheide mich für deine schwarze Hose.”
“Nein, ich meine für dich!”

“Wenn du deine schwarze anziehst, ziehe ich auch Schwarz an.”
“Himmel! Ich werde noch verrückt!”

“Schreibst du das dann wieder im Kopfschüttel-Blog?”
“Nein, aber ich hoffe, dass das jemand in meiner Grabrede erwähnt!”

“Zieh die schwarze Stoffhose an.”
“Nein, warum denn??”

“Weil Jeans dick macht.”
“Ich bin doch auch dick!”

“Quatsch! Du bist nicht dick!”
“Dann sag, dass ich schlank bin.”

“Wieso?”
“Na sag es!”

“Du bist schlank.”
“Dann kann ich ja auch die Jeans anziehen.”

“Mach doch ein Mal, was ich möchte. Bitte, ja?”
“Gibst du dann Ruhe??”

“Ja, dann bin ich glücklich und ziehe auch schwarz an.”
“Mann, Mann, Mann… Ziehe ich eben schwarz an, ist mir total egal.”

[Ich fühle mich wie früher bei den Bundesjugendspielen, als man beim Kugelstoßen eine absolut peinliche Reichweite erzielt hatte und dafür insbesondere von den weiblichen Zuschauern mitleidig angeschaut wurde. Kugelstoßen. Schwarze Hose anziehen. Liebste umbringen.
Was soll´s, es gibt Wichtigeres im Leben.... Zwei Minuten später stehe ich in meiner schwarzen Hose und anderen Schuhen wieder am gleichen Platz wie zuvor.
Zehn Minuten später kommt meine Liebste zurück.]

“So! Fertig! Tadaa!”
“Ähm… Schatz?”

“Du hast die schwarze Hose an, sehr gut, die steht dir!”
“Schön, die Tagesschau wird darüber berichten, aber…”

“Was guckst du mich so komisch an?”
“WIESO HAST DU JETZT DEINE BLAUE JEANS AN!?”

“Ja, also, die schwarze ging leider nicht.”
“Und warum?? Wo die schwarze doch sooo schlank macht??”

“Die hat aber keine Gürtelschlaufen.”
“Na und??”

“Die ist mir irgendwie zu groß geworden!”

Kopfschüttel…

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Was fummelst du denn da rum?

24. Juli 2007, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Was fummelst du denn da rum?Meine Liebste und ich gönnen uns nach einem stressigen Wochenende mal einen gemütlichen Abend ganz ohne irgendwelche lästigen Pflichten und Aufgaben.
Während ich zu fortgeschrittener Stunde ungefähr sechs Fernsehprogramme gleichzeitig schaue, telefoniert meine Liebste in der Küche mit einer ihrer Freundinnen.

“So, da bin ich wieder!”
“Fein Süße. Und? Was gibt´s Neues bei Andrea?”

“Och nichts, nur das Übliche.”
“Bei der Frau reicht das Übliche gewöhnlich…”

“Hast du gerade was Wichtiges zu tun?”
“Nicht wirklich.”

“Willst du das da weitergucken?”
“Nö. Muss nicht. Wieso?”

“Dann könntest du mich ja mal ausziehen.”
“Ähm… Ausziehen?? Jetzt?”

“Ja, mich und jetzt. Geht das?”
“Schatz, das ist ähm, also ich freue mich ja, aber…”

“Nun mach!”
“Was soll denn das werden? Heute ohne Vorspiel, oder was??”

“Vorspiel? Brauche ich nicht.”
“Aha… Hier im Wohnzimmer?”

“Jetzt zieh mir doch bitte mal die Hose aus!”
“Soll ich vielleicht vorher noch die Vorhänge zu machen?”

“Ach was, es geht ja ganz schnell.”
“Schatz, ich entdecke völlig neue Seiten an dir…”

“Machst du jetzt oder nicht!?”
“Jaja, doch, ich… Moment…”

“Den Gürtel zuerst, die Schnalle nach hinten klappen.”
“Danke, aber ich schaffe das schon…”

“So, und jetzt die Hose.”
“Jetzt sei doch nicht so ungeduldig!”

“Vorsicht mit dem Reißverschluss, der ist kaputt.”
“Ähm… Schatz, soll ich vielleicht den Fernseher aus machen?”

“Quatsch, warum?”
“Ach, nur so… Und jetzt?”

“Ja was schon, die Bluse natürlich.”
“Entschuldigung, wie dumm von mir…”

“Und jetzt noch den BH, ja?”
“Sag mal, soll ich mich vielleicht nicht auch, ich meine…”

“Wenn du willst, warum nicht… Aber erst ich.”
“Aha… Schatz, ich bin etwas verwirrt…”

“Was fummelst du denn da rum??”
“Das ist ein anderer Verschluss als sonst!”

“Blödsinn, der ist nur etwas stramm.”
“Ich hab´s gleich…”

“Na endlich!”
“Geht es jetzt in dem Tempo weiter?”

“Was für ein Tempo?”
“Naja, ich meine…”

“Ich will mich nur ein bisschen beeilen, sonst nichts.”
“WO GEHST DU HIN??”

“Na ins Badezimmer.”
“Ins Badezimmer?? Gerne, nur…”

“Was redest du denn da eigentlich!”
“Ich komme ja schon mit, warte…”

“Nee, im Bad kann ich dich nicht gebrauchen.”
“Wie bitte?? Du willst doch wohl nicht alleine…”

“Mache ich doch immer alleine!”
“Du machst es dir im Bad immer alleine??”

“Natürlich!”
“Ähm, aha… Und Ausziehen kannst du dich nicht alleine, oder was??”

“Nee, sonst ist ja gleich alles wieder hin.”
“Was ist gleich wieder hin!?”

“Na, meine Fingernägel. Die habe ich eben lackiert!”
“DEINE FINGERNÄGEL???”

“Natürlich, was dachtest du denn?? “

Kopfschüttel…

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Ist doch wurscht!

7. Juni 2007, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Ist doch wurscht! (photocase.de © Sören)Meine Liebste sitzt erwartungsvoll auf dem Sofa, als ich nach Hause komme.
Sie weiß natürlich schon, was jetzt kommt… Ich war Klamotten einkaufen.
Das kommt selten vor, aber ab und zu kommt man(n) ja nicht drum herum.

“Da bist du ja, das hat ja ewig gedauert!”
“Ja Süße, das hat es. Aber ich habe, was ich wollte.”

“Was hast du denn alles gekauft?”
“Alles mögliche.”

“Und was genau?”
“Dies und das.”

“Mann!”
“Was denn??”

“Los, zeig doch mal!”
“Darf ich erst mal meine Schuhe ausziehen, ja?”

“Na gut, aber dann will ich was sehen!”
“Sind doch nur ein paar Kleinigkeiten, nichts Besonderes, Schatz.”

“Das glaube ich.”
“Was?”

“Das da nichts Besonderes bei ist.”
“Wie bitte? Glaubst du, ich kann nicht alleine einkaufen, oder was??”

“Doch, aber du hättest mich mitnehmen sollen.”
“Schatz, das haben wir doch alles lang und breit besprochen.”

“Haben wir gar nicht! Du hast das so entschieden!”
“Ich habe es, naja sagen wir, mit Nachdruck gewünscht…”

“Ich dürfte nicht mitgehen, hast du gesagt.”
“Naja, oder so…”

“…weil du dann nicht zum einkaufen kämst, hast du gesagt.”
“Richtig.”

“…was ich immer noch nicht verstehe!”
“Weil du dann ständig für dich selber schaust und ich stehe dann da!”

“Das stimmt gar nicht, ich würde mich prima um dich kümmern.”
“Wann warst du das letzte Mal in einer Herrenunterwäsche-Abteilung?”

“Ähm…”
“Eben. Und das ist Krieg.”

“Du hast Unterhosen gekauft?”
“Nein. Es handelt sich um vielmehr um UNDERWEAR for Gentlemen.”

“Also eine Unterhose?”
“Herrgott ja, dann eben eine Unterhose!”

“Die kann man nicht mehr umtauschen, oder?”
“Wieso umtauschen? Du hast sie ja noch gar nicht gesehen!”

“Wollte ich ja auch nur wissen… Zieh mal an.”
“Nö, ich ziehe die jetzt nicht an. Du kannst sie dir anschauen.”

“Ich muss die angezogen sehen, sonst kann ich nichts sagen.”
“Du sollst ja dazu auch gar nichts sagen…”

“Soll das heißen, es interessiert dich nicht, wie ich deine Unterhose finde??”
“Meine UNDERWEAR bitte ja, soviel Zeit muss sein!”

“Also schön, deine Underwear. Ist das eine Pants?”
“Eine was?”

“Na so eine breite, wie eine Shorts, nur eng?”
“Ach so, nein.”

“Ich hätte für dich Pants gekauft.”
“Und genau DESWEGEN habe ich dich nicht mitgenommen!”

“Calvin Klein finde ich gut. Ist das so eine?”
“Nein, es ist Bruno Banani.”

“Schade, weil dann hätte ich mal googeln können.”
“Hä? Was? Wonach denn googeln?”

“Nach David Beckham.”
“Beckham? Spielt der nicht Fußball?”

“Auch, kann sein…”
“Wieso auch?”

“Der trägt Unterhosen von Calvin Klein.”
“Das verstehe ich jetzt nicht, was hat das mit mir zu tun??”

“Na du willst ja deine Banane nicht anziehen!”
“Bruno Banani Schatz, BANANI!”

“Oder Banani, ist doch wurscht.”
“Das ist NICHT wurscht! Wieso jetzt David Beckham bitte?”

“Na der ist doch schick, da kann man doch mal gucken?”
“Wie jetzt! Ich soll eine Unterhose von Calvin Klein kaufen, nur weil der…”

“Warum denn nicht?”
“Das ist mir doch total egal!”

“Du hast Unterhose gesagt.”
“WAS??”

“Es heißt Underwear.”
“Himmel! Schatz, ich habe schwarze UNDERWEAR von Banani in Slipform gekauft, tut mir ECHT leid!”

“Ich habe ja gleich gesagt, dass du mich mitnehmen sollst.”
“Willst du sie dir denn nicht wenigstens erst einmal angucken?”

“Der Beckham hat…”
“Hör mich auf mit David Beckham!”

“Na gut, und wer ist Banani-Model?”
“Keine Ahnung, das ist doch auch wurscht.”

“Eben hast du gesagt, das sei nicht wurscht!”
“Da hast du doch aber von Bananen gesprochen, deshalb…”

“Hat Banani denn was mit Bananen zu tun?”
“Ich gebe es auf…”

“Ich meine, das liegt doch nahe…”
“Hätte ich bloß Calvin Klein gekauft…”

“Du wolltest alleine einkaufen, jetzt musst du das auch anziehen.”
“Danke Schatz… Sehr großzügig.”

“Also schön, was hast du noch eingekauft?”
“Ein Hemd. Einfach nur ein schlichtes Hemd. Von… Von Olymp. “

“Naja, die sind ja bei dir immer schnell durch.”

Kopfschüttel…

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Erschreckend vorhersehbar

16. April 2007, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Erschreckend vorhersehbar (photocase.de © mägs)Meine Liebste und ich laufen – mal wieder – durch die Bremer Innenstadt. Seit Stunden.
Eigentlich ist es aber wohl eher so, dass ich meiner Liebsten auf der Suche nach einer neuen Handtasche (Sommer-Edition) hinterher renne.
Aber es kann nicht mehr allzu lange dauern, irgendwie habe ich das im Gefühl; die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt…

“Lass uns noch einmal da hinten schauen, ja?”
“Ja, Süße. Dahinten. Gerne. Natürlich.”

“Nur noch in die Passage und dann entscheide ich mich.”
“Ähm… Du entscheidest dich? Wofür??”

“Na für eine Tasche natürlich.”
“Aber bisher gefiel dir doch keine Einzige?”

“Doch, wohl! Da waren doch schöne Taschen bei?”
“Naja schon, aber du hast doch keine gekauft?”

“Ich habe ja auch noch gar nicht alle gesehen.”
“Alle in Bremen? Oder sollen wir noch Hamburg mit dazu nehmen!?”

“Du willst jetzt noch nach Hamburg?”
“NEIN!”

“Ach so, ich dachte schon. Gute Idee eigentlich.”
“Also wenn wir Madrid auch noch durchkämmen wollen, müssen wir jetzt zum Flughafen.”

“Nee, ich muss jetzt auch hier was finden.”
“Gott sei Dank…”

“Ich muss nämlich schon die ganze Zeit aufs Klo.”
“War ja klar, weiß ich.”

“Wieso? Wieso weißt du das?”
“Weil du immer aufs Klo musst, Schatz.”

“Gar nicht!”
“Doch, das merkt man daran, dass du dann schneller wirst.”

“Schneller? Wobei denn!?”
“Du gehst dann schneller.”

“Gar nicht!”
“Doch! Das kann ich EINDEUTIG spüren! Du wirst schneller!”

“So? Das ist mir noch gar nicht aufgefallen…”
“Oder wenn dir kalt ist. Dann auch.”

“Was du so alles über mich weißt…”
“Ja. Es ist erschreckend.”

“Was? Was ist erschreckend? ERSCHRECKEND??”
“Wie vorhersehbar du bist.”

“Bin ich gar nicht!”
“Ach nein? Na wenn du dich da mal nicht täuschst…”

“Wieso? Was mache ich denn gleich? Sag mal!”
“Du wirst eine Tasche kaufen.”

“Na toll, dass ist ja keine Kunst. Pff…”
“Schon, aber ich weiß bereits, welche!”

“Und welche?”
“Die, die wir ganz am Anfang gesehen haben, die braune.”

“Die war schick, aber viel zu teuer.”
“Richtig, aber du wirst sie trotzdem kaufen.”

“Werde ich nicht!”
“Doch, wirst du, weil du keine andere mehr findest.”

“Ja toll! Hier findet man ja auch nichts Vernünftiges!”
“Sage ich doch.”

“Soll ich die braune echt kaufen?”
“Du kannst sie auch klauen, aber davon rate ich ab.”

“Die ist schon toll…”
“Mein reden. Ich weiß es schon seit zwei Stunden.”

“Das ist ja wohl meine Entscheidung! Wie willst du das wissen?”
“Ja habe ich recht oder habe ich recht!?”

“Du weißt ja immer alles.”
“Ähm… Schatz?”

“Was ist?”
“Warum gehst du schon wieder schneller?”

“Tue ich doch gar nicht!”
“Und ob! Warum gehst du nicht da im Café Paris aufs Klo?”

“Ich muss gar nicht so nötig.”
“Und warum rennst du denn dann so!?”

“Keine Ahnung, aber irgendwie habe ich jetzt Hunger…”

Kopfschüttel…

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Wie kann man bloß!

3. März 2007, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Wie kann man bloß! (photocase.de © goenz)Meine Liebste und ich haben bereits Eintrittskarten für einen Ball zum Tanz in den Mai erstanden. Und damit wir uns auf der Tanzfläche nicht alleine blamieren, haben wir auch gleich zwei Karten für ein Pärchen aus unserem Bekanntenkreis gekauft.

“Und? Was hat er gesagt?”
“Wer hat was gesagt, Süße?”

“Na Stefan.”
“Wozu??”

“Zu den Karten für den Maiball.”
“Ach so, ja, alles gut, er wollte mir schon das Geld geben.”

“Und? Hat er?”
“Nein, ich habe abgelehnt, weil ich ihm die Karten nicht geben konnte.”

“Und warum hast du sie ihm noch nicht gegeben??”
“Weil du sie eingesteckt hattest und mir noch gar nicht gegeben hast!”

“Ach so…”
“Dreimal habe ich dich schon daran erinnert.”

“Tatsächlich? Nee, das stimmt nicht, das war nur ein Mal!”
“Es war dreimal, und zuletzt gestern Morgen.”

“Morgens darfst du mich so was auch nicht fragen.”
“Und warum nicht?”

“Morgens habe ich Stress und keinen Kopf für so was.”
“Du hast keine Zeit, mir zwei Karten aus deinem Portmonee zu geben??”

“Das ist nicht so das Problem.”
“Sondern?”

“Die sind nicht in meinem Portmonee.”
“Naja schön, und wo dann?”

“In meiner Handtasche.”
“Oh entschuldige! Und wo ist da jetzt der Unterschied??”

“Du hättest sie dir ja auch schon längst selber nehmen können.”
“Ich gehe doch nicht einfach an deine Handtasche!”

“Warum denn nicht?”
“Weil ich da nie was finde, das hatten wir doch schon.”

“Was soll denn das heißen? Ich habe da immer Ordnung.”
“Neulich, weißt du noch?”

“Was?”
“Da wollte ich den Autoschlüssel aus deiner Handtasche nehmen.”

“Na das war ja wohl auch total dämlich von dir!”
“Die Tasche war proppevoll und man konnte gar nichts finden!”

“Trotzdem hättest du sie ja nicht gleich ausschütten müssen!”
“Schatz! Es ging um Leben und Tod!”

“Nur, weil du den Wagen schnell wegfahren wolltest.”
“Schatz! Es war DEIN Wagen, den die Politesse aufschreiben wollte!”

“Wie kann man bloß eine Handtasche ausschütten!”
“Du hast mir dann ja auch verboten, noch mal darin zu wühlen.”

“Zwischen Wühlen und Rausnehmen ist ein großer Unterschied!”
“Außerdem will ich gar nicht wissen, was du da alles so drin hast.”

“Wieso? Was soll denn da drin sein?”
“Da sie ständig voll ist, wird es wohl mehr als Handy und Geld sein.”

“Natürlich. Was man eben so braucht. Kaugummi, Labello, …”
“… Und auch Ballkarten.”

“Genau.”
“Und? Gibst du sie mir jetzt?”

“Nein.”
“Nein??”

“Nein.”
“Soll ich sie mir vielleicht selber nehmen? Ohne Wühlen?”

“Ähm, nein, besser nicht.”
“Das verstehe ich jetzt nicht, du hast doch eben gesagt, dass…”

“Jaja, ich weiß, was ich gesagt habe.”
“Also gut, ich fasse zusammen: ich darf nicht, und du willst nicht?”

“Ich will schon, aber ich kann nicht.”
“Ich denke, du hast immer Ordnung in deiner Handtasche?”

“Habe ich ja auch. Ich schütte ja auch nicht deine Jacke aus.”
“Das lässt dir echt keine Ruhe, was?”

“Wie kann man nur…”
“Es tut mir leid, OK? Kannst du mir jetzt die Karten geben? Bitte?”

“Hat das nicht noch Zeit?”
“Warum denn nicht jetzt??”

“Es geht jetzt eben nicht so schnell!”
“Und warum nicht?”

“Kannst du mich nicht nachher noch einmal daran erinnern?”
“Kann ich schon, aber warum geht es denn jetzt nicht??”

“Ich weiß es nicht mehr.”
“Ich habe dich doch aber gerade daran erinnert!”

“Ja, aber ich weiß nicht mehr, welche Handtasche es war…”

Kopfschüttel…

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