Stopfen

Meine Liebste und ich sitzen in der Küche an unserem kleinen Tisch und essen Quarkbällchen, die die Liebste vom Einkaufen mitgebracht hat.
Die Tür zum Wirtschaftsraum steht auf, wo sich auch die Waschmaschine befindet; vor der Maschine liegt ein kleiner Berg Wäsche, der auf Säuberung wartet.

„Schatz, hast du gesehen?“
„Was denn, Süße?“

„Da liegen deine Socken.“
„Ähm, das sehe ich, ja…“

„Und in der einen da ist ein kleines Loch drin, vorne am Zeh.“
„Tatsächlich? Ist mir gar nicht aufgefallen?“

„Mir schon.“
„Naja gut, dann…“

„Soll ich dir deine Socken stopfen?“
„Du willst meine Socken stopfen??“

„Nein, ich fragte, ob ich deine Socken stopfen SOLL.“
„Ach so… Nein, das ist nicht nötig.“

„Das ist Glück für dich.“
„Glück? Wieso??“

„Glaubst du etwa, ich würde dir deine Socken stopfen??“
„Ähm…“

„Du spinnst wohl!“

Kopfschüttel…

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Sag doch mal, hol ich dir!

Meine Liebste und ich kommen am Sonntagabend so gegen 20.45 Uhr nach Hause, nachdem wir einen Tag mit unseren Verwandten verbracht haben.
Irgendwie ist das eine blöde Uhrzeit; nicht gerade früh, aber auch nicht spät…
Was tun?

„Schatz, ich glaube, du möchtest noch fernsehen.“
„Was?? Süße, was ist denn mit dir los??“

„Wieso, was soll denn sein??“
„DU schlägst vor, dass ICH noch fernsehe??“

„Warum denn nicht?“
„Was ist los, hast du was angestellt??“

„Nein! Ich habe nichts angestellt! Warum??“
„Naja, ähm…“

„Ich dachte, du würdest das bestimmt gerne noch gucken.“
„Gucken?? Was denn?“

„Das Bourne Ultimatum. Auf RTL.“
„Oh! Und wann kommt der??“

„Läuft schon.“
„Läuft schon??“

„Läuft. Seit viertel nach acht.“
„Aber dann… Dann läuft der ja schon ne halbe Stunde??“

„Ja, na und?“
„Ähm…“

„Da ist doch bestimmt noch gar nichts passiert.“
„Schatz, gut ein Drittel des Filmes ist schon vorbei…“

„Wieso, ich meine, jeder weiß doch, was da passiert.“
„So?? Du kennst Jason Bourne??“

„Spielt der da mit?“
„Ähm, ja, der, ähm… Spielt da mit, ja…“

„Das war ja vorhersehbar.“
„Ja…“

„Also willst du den Film nun sehen oder nicht??“
„Nee; ich hasse es, erst nach einer halben Stunde einzuschalten.“

„Aber der soll super sein, der Film! Steht in der Zeitung!“
„Ja, ich weiß.“

„Also kennst du den schon oder was?“
„Klar.“

„Dann ist es doch erst recht OK, jetzt noch einzuschalten!“
„Nee, lass mal, danke.“

„Du guckst jetzt den Film und Basta!“
„Sag mal… Willst du mich irgendwie loswerden??“

„Nee, wieso?“
„Och, nur so ein Gedanke…“

„Du gehst schon mal aufs Sofa und ich hole Salzstangen.“
„Liebste! Da stimmt doch irgendwas nicht!?“

„Schatz, es ist alles in Ordnung!“
„Rück raus mit der Sprache!“

„Ich möchte dir nur einen Gefallen tun, sonst nichts!?“
„Aber…“

„Ich freue mich doch, wenn es dir gut geht!“
„Aha…“

„Ich bin so froh, dass ich dich habe und…“
„Ich freue mich auch, dass ich dich habe.“

„Ich hab dich soooo doll lieb!“
„Ich dich auch, Süße.“

„Gehst du jetzt aufs Sofa?“
„Ja.“

„Schön. Dann kannst du es dir gut gehen lassen.“
„Ja… Kommst du denn nicht mit??“

„Ich?? Nein. Mich interessiert der Film nicht so…“
„Na gut, aber was machst du denn dann jetzt??“

„Ich?“
„Du. Ja.“

„Ich ähm, ich wollte noch was alleine ausprobieren.“
„Aha, und was?“

„Naja, wie man Baumwolle bleicht und wieder weiß macht.“
„Wie man Baumwolle bleicht??“

„Ja. Das wollte ich immer schon mal ausprobieren…“
„Aber…“

„…mit Kaltentfärber, das ist keine leichte Sache!“
„Schön, aber wieso musst du denn…“

„…ist ja Baumwolle, denke ich, weil…“
„…Liebste! WAS zum Kuckuck willst du bleichen??“

„Ich WILL gar nichts!“
„Und was MUSST du bleichen, bitte?? Doch wohl nicht…“

„Schatz, du verpasst ja den ganzen Film!“
„Sag mal, sind meine Hemden nicht aus Baumw…“

„Salzstangen oder lieber Flips?? Sag doch mal, hol ich dir!“

Kopfschüttel…

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Viel zu grell!

Meine Liebste sitzt in der Küche am Tisch, als ich am Abend nach Hause komme.
Da sie jedoch die ganze Zeit – auch während ich sie begrüße – auffällig auf ihre Fingernägel schaut und dabei auch noch die Augenbrauen leicht nach oben zieht, klingelt es natürlich sofort bei mir:
Achtung! Aha! Jetzt bloß nichts falsch machen!

„Hallo Schatz!“
„Hallo Süße! Boah, deine Fingernägel sehen aber wieder toll aus!“

„Oh, ist dir das aufgefallen??“
„Ja, natürlich, sofort!“

„Habe ich vorhin neu gemacht.“
„Das hast du sehr gut gemacht, Liebste.“

„Danke.“
„Gerne.“

[Und?? War ich gut oder was?? Da hat die Liebste frisch lackierte Fingernägel und ich sehe es!
Noch schnell beglückwünscht und schon ist das Leben wieder schön! Denke ich zumindest…]

„Ach, was ich dir übrigens noch sagen wollte…“
„Was denn?“

„Die Lampe im Wohnzimmer ist kaputt.“
„Welche? Die unter der Decke??“

„Nein, die kleine auf dem Tisch.“
„Aha; naja, das ist ja nicht so schlimm.“

„Nicht schlimm?? Das ist eine Katastrophe!“
„Ähm, aber… Die Tischlampe haben wir doch nie an??“

„Zurecht.“
„Ähm…“

„Die ist ja auch viel zu grell, die ist ungemütlich.“
„Ja, ähm, aber…“

„Trotzdem musst du schnell eine neue Birne kaufen.“
„Aha, ja… Dann könnte ich ja auch gleich eine schwächere nehmen.“

„Nein! Es muss wieder genau so eine sein!“
„Eine helle Glühbirne??“

„Ja.“
„Aber…“

„Geht das? Ich meine, kann man solche Birnen noch kaufen?“
„Ja schon, denke ich, aber warum…“

„Sehr gut, kannst du das bitte schnell machen?“
„Aber ich muss noch mal fragen: ich dachte, das sei ungemütlich??“

„Ist es ja auch. Schrecklich. Gefällt mir gar nicht.“
„Aber warum kann ich denn dann keine schwache Birne nehmen??“

„Das hat ja nicht nur was mit dem Licht zu tun.“
„Sondern??“

„Die Lampe ist ohnehin hässlich.“
„Das sagst du nur, weil es MEINE ist und ich mich durchgesetzt habe!“

„Du hast dich nicht durchgesetzt, mir war das bloß nicht wichtig.“
„“Natürlich, natürlich! Wie großzügig von dir!“

„Aber ich gebe zu: ich brauche die helle Lampe eben manchmal.“
„Wofür??“

„Hallo?? Du hast doch eben meine Fingernägel selbst gesehen!?“
„Ach und dafür brauchst du ein starkes Licht in der Lampe??“

„Genau.“
„Und warum gehst du mit deinen Fingernägeln nicht in die Küche??“

„Warum denn in die Küche??“
„Weil es hier superhell ist vielleicht??“

„Wieso hell, was hat das denn damit jetzt zu tun??“
„Ähm… Damit du alles ganz genau sehen kannst??“

„Ach so, nein.“
„Nein??“

„Nein.“
„Und wofür zum Teufel brauchst du dann eine so helle Lampe??“

„Da trockne ich immer den Nagellack drunter!“

Kopfschüttel…

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Gut, wieso?

Meine Liebste wirbelt in der Küche herum, als ich am Abend nach Hause komme. Ich kann zwar nicht genau sagen, was sie da macht, aber es sieht sehr nach bevorstehenden Bratkartoffeln aus. Nicht schlecht, nicht schlecht!
Allerdings verrät mir ihr Gemurre dabei, dass sie wohl entweder Stress oder Hunger oder beides hat…

„Hallo Schatz!“
„Hallo Süße, na, wie geht es dir?“

„Gut, wieso?“
„Ähm… Naja, nur so?“

„Nur so??“
„Ich wollte eben wissen, ob es dir gut geht?“

„Ja, aber du fragst das, als wenn es nicht so wäre!“
„Ich habe doch einfach nur gefragt, ob es dir gut geht??“

„Ja, aber mit so einem Unterton!“
„Du entdeckst einen Unterton in vier kleinen Wörtern??“

„Ich kenne dich eben.“
„Aha. Also heißt das, dass es dir NICHT gut geht??“

„DU hast doch eine Antwort bekommen, oder??“
„Ja schon, aber…“

„Nein, nein, du hast schon recht.“
„Ähm, womit jetzt??“

„Dass es mir nicht gut geht.“
„So?? Warum??“

„Weil ich mir einen Fingernagel abgebrochen habe, darum!“
„Oh… Naja, aber das ist ja kein Weltuntergang, oder??“

„Ach!? Und warum fragst du dann so blöd!?“

Kopfschüttel…

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