Tennisshop

Nicht aussteigen

28. Mai 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich sitzen zusammen im Auto und sind auf dem Weg zu unserem Einkaufsmarkt; der Kühlschrank ist mal wieder leer und möchte gefüllt werden.
Bei Sonnenschein sind wir losgefahren und keine 5 Minuten später regnet es wie aus Eimern…

“Also ICH steige nicht aus!”
“Liebste, es sind vom Parkplatz doch nur ein paar Meter…”

“Egal, ICH steige jedenfalls nicht aus.”
“…um zu warten, bis es aufhört, zu regnen?”

“Also ich kann nicht aussteigen!”
“Ja, das habe ich jetzt verstanden, danke.”

“Ich habe es ja auch 3-mal gesagt.”
“Danke.”

“Dass ich nicht aussteige, meine ich.”
“Ja.”

“Was heißt denn Ja??”
“Was verstehst du denn an Ja nicht??”

“Willst du das denn gar nicht genauer wissen?”
“Was! Warum du nicht aussteigen willst??”

“Ja.”
“Nein.”

“Nein??”
“Ja.”

“Was meinst du denn jetzt??”
“Ich meine, dass ich es weiß.”

“Was denn??”
“Warum du nicht aussteigen willst.”

“Ach so…”
“Ja. Sehr geistreiche Unterhaltung.”

“Du weißt es ja. Und ich bin echt erstaunt!”
“Worüber jetzt genau??”

“Du hast doch eben gesagt, dass du es schon weißt!?”
“Ach so, ich dachte, wir sprechen über unsere Unterhaltung.”

“Du denkst, dass wir darüber sprechen, was wir sprechen??”
“Ja.”

“Verstehe ich nicht.”
“Weiß ich.”

“Endlich weißt du mal was!”
“Ich weiß schon die ganze Zeit was!”

“Was denn??”
“Himmel! Schatz, diese Unterhaltung nervt!”

“Sagte ich schon, dass ich nicht aussteigen werde?”
“Ja. Mehrmals. Und ausreichend oft.”

“Gut.”
“Fein.”

“Wieso regnet das denn jetzt so dolle!?”
“Muss am Wetter liegen…”

“Du darfst dann aber auch nicht aussteigen!”
“Wie bitte?? Ich steige aus und gehe in den Laden.”

“Und ich??”
“Was und du!?”

“Dann bin ich ja ganz alleine!”
“So ist es.”

“Das geht nicht.”
“Schatz, ich sage es ungern, aber: das ist dein Problem.”

“Warum bist du denn jetzt so böse zu mir??”
“Stimmt nicht, ich habe es ganz sachlich und neutral gesagt.”

“Hast du nicht! Ich bin dir anscheinend völlig egal!”
“Quatsch!”

“Aber dass ich mitkomme, das ist dir egal!”
“Ist es nicht, komm doch mit!?”

“Wenn es so weiter regnet, steige ich nicht aus!”
“Und deshalb darf ich auch nicht aussteigen, oder was??”

“Damit ich nicht alleine hier sitzen muss, genau!”
“Nimm dir einfach den Schirm da und fertig!”

“Da nutzt der Schirm doch gar nichts!”
“Bitte?? Hier nutzt sowieso nichts, habe ich so das Gefühl!”

“Was soll das denn jetzt heißen??”
“Solange ein Tropfen fällt, steigst du ja sowieso nicht aus!?”

“Doch, aber nur, wenn es nicht ganz so doll gießt!”
“Deine Frisur wird das schon überleben.”

“Frisur? Wieso denn meine Frisur?”
“Ist das nicht der Grund, warum du nicht aussteigen willst??”

“Nee. Natürlich nicht.”
“Ähm, sondern??”

“Weil ich zuhause was vergessen habe.”
“Aha, und was bitte??”

“Meine Schuhe.”
“Deine Schuhe??”

“Und Strümpfe.”
“Du hast auch deine Strümpfe vergessen??”

“Ja.”
“Und, ähm… WAS bitte hast du jetzt an??”

“Meine Flip-Flops.”
“Schatz! Du kannst doch nicht mit Flip-Flops…”

“Eben. ICH steige ganz bestimmt NICHT aus!”

Kopfschüttel…

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Ich kann nicht!

27. April 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste sitzt auf dem Sofa, als ich am Abend von der Arbeit heim komme; und auf den ersten Blick ist mir klar: da stimmt irgendetwas nicht!
Um einer später ausufernden Diskussion zu entgehen, frage ich lieber gleich mal nach…

“Hallo.”
“Hallo Süße! Na? Was machst du denn für ein Gesicht heute?”

“Ich bin beleidigt.”
“Beleidigt? Warum? Was ist passiert?”

“Ich will nicht darüber reden.”
“Warum denn nicht?”

“Weil das meine Sache ist, deswegen.”
“Na gut, kann ich denn sonst irgendetwas für dich tun?”

“Nein. Lass mich.”
“Bitte sehr. Dann gehe ich duschen.”

“Du könntest ja ruhig mal hier sitzen bleiben jetzt!”
“Aber ich wollte doch nur eben schnell duschen gehen??”

“Du siehst doch, dass es mir nicht gut geht!”
“Ja schon, aber du willst ja nicht drüber reden!?”

“Du bist so unsensibel!”
“Was ist denn los, sag mal?!”

“Ich möchte jetzt nicht darüber reden, geht das?!”
“Natürlich, aber…”

“Ich kann doch wohl auch mal schlecht drauf sein, oder??”
“Selbstverständlich, ich wollte dich nur…”

“ICH! ICH! ICH!”
“Was??”

“Du redest NUR von dir!”
“Das stimmt doch gar nicht!”

“Ich höre aber nur ICH ICH ICH!”
“DU sagst ja auch nichts!”

“Jetzt hör auf, mich zu drängeln!”
“Ich drängele dich doch nicht, ich mache mir nur Sorgen!”

“Siehste, schon wieder redest du nur von dir!”
“Vielleicht ist es am besten, ich sage jetzt gar nichts mehr.”

“Gut.”
“Schön.”

“-”
“-”

“Kannst du dir denn nicht denken, was los ist?”
“Nein. Kann ich nicht.”

“Wie kann man nur so blind sein!”
“Aber ich, ähm, DU könntest es mir ja auch einfach sagen?”

“Ich will aber nicht!”
“Und was soll ich dann jetzt bitte machen??”

“…auf den Kopf stellen und lachen!”
“Was??”

“Das hat mein Vater immer gesagt.”
“Aha, verstehe…”

“Verstehst du gar nicht!”
“Mann, hast du heute eine Laune…”

“Das ist auch kein Wunder.”
“Ist was mit deinem Auto? Führerschein weg oder so?”

“Nein.”
“Bist du krank?”

“Nein.”
“Job verloren?”

“Nein!”
“Was denn dann??”

“Boah, geht mir diese Fragerei auf den Geist!!”
“Ach ja, ich wollte ja nichts mehr sagen.”

“-”
“-”

“Wo gehst du hin?”
“Ich gehe jetzt duschen.”

“Bleib hier!”
“Warum?? Du willst dich ja eh nicht mit mir unterhalten??”

“Ich kann nicht.”
“Du kannst nicht??”

“Ich gehe nie wieder vor die Tür!”
“Warum das denn nicht??”

Blödmann!”
“Liebste! Du sagst jetzt sofort, was los ist!!”

“NEIN!”
“DOCH!!”

“Das sieht man doch wohl!!”
“Ich sehe aber nichts!”

“Weil du doof bist, deswegen!”
“Jetzt reicht es aber langsam, ja!?”"

“Da über dem Sessel, da liegt meine Lieblingsjeans!”
“Na und?? Das ist deine Jeans, ja.”

“Und sie ist kaputt! Gerissen!”
“OK, gerissen, und??”

“Was heißt denn UND!?”
“Ist das schon alles? Eine 10 Jahre alte kaputte Jeans??”

“Das ist nicht IRGENDEINE Jeans, das ist DIE Jeans!!”
“Ich kauf dir eine neue!?”

“So eine kriege ich NIE wieder!”
“Und deswegen machst du jetzt hier so einen Aufstand??”

“Nein.”
“NEIN??”

“Das mit der Jeans könnte ich ja noch verkraften, zur Not…”
“Aber??”

“Ja glaubst du, die reißt von ganz alleine??”
“Soll das heißen, dass du…”

“Sag es nicht, sag es nicht!!”
“Ähm…”

“Ich will kein Wort hören!!”
“OK, schön, also dann weiß ich ja jetzt, was los ist.”

“So?? Und was bitte??”
“Ich soll es ja nicht sagen!?”

“Sag es doch!”
“Du bist dicker geworden?”

“DICKER?? Hast du gerade DICKER gesagt??”
“Naja, man könnte vielleicht auch sagen…”

“Du bist so doof! Ich wusste, warum ich nicht mit dir reden will!”
“Man sieht doch aber gar nicht, dass du…”

“Sei still!”
“OK.”

“Ich bin nicht dicker geworden!”
“Sondern??”

“Ich bin mit der Hose an deinem Schreibtisch hängen geblieben!”
“Oh, und davon ist sie zerrissen?”

“JA!”
“Entschuldige, dass konnte ich ja nicht…”

“Hau bloß ab!”
“Dann musst du aber ganz schön hängen geblieben sein, oder?”

“Ja. Und es ist alles runtergefallen dabei!”
“Ähm, von MEINEM Schreibtisch??”

“Ja.”
“Was ist denn da runter gefallen??”

“Die Fernseher-Fernbedienung.”
“Was?? Was hatte die denn da zu suchen??”

“Ich habe sie da hingelegt, als ich zum Telefon bin!”
“Hä?? Verstehe ich jetzt nicht??”

“Dabei bin ich ja eben hängen geblieben!”
“Aha, und jetzt?? Ich meine, hat sie es überlebt??”

“Die Hose nicht, das weißt du doch!”
“Ich meine die Fernbedienung!?”

“Nein.”
“NEIN??”

“Ist das nicht eine Katastrophe??”
“Allerdings!! DAS ist eine Katastrophe!!”

“Sage ich ja!”
“Die ist uralt, so eine kriege ich bestimmt nicht nach!”

“Ja, aber das ist ja nicht das eigentliche Problem.”
“Wie bitte?? Sondern??”

“Ich muss jetzt immer aufstehen, um umzuschalten!”

Kopfschüttel…

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Nicht ganz dasselbe

20. April 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich räumen mal wieder die Wohnung etwas auf, muss ja ab und zu sein…
Während ich das Vergnügen des Staubsaugens zugewiesen bekommen habe, beschäftigt sich meine Liebste mit dem Badezimmer; worüber ich zunächst eigentlich auch ganz glücklich gewesen bin…

“Ich habe mal ein bisschen ausgemistet im Badezimmer.”
“So? Was musste denn da ausgemistet werden, Süße?”

“Ich habe mal meine ganzen Shampoos und Fläschchen sortiert.”
“Deine? Habe ich das richtig verstanden??”

“Ja, meine. Wieso?”
“Das heißt, dass du FREIWILLIG DEINE Sachen aufgeräumt hast??”

“Wieso sagst du das denn so vorwurfsvoll!?”
“Ich dachte, deine Shampoos, Cremes und Döschen sind dir heilig!?”

“Heilig nicht, aber du sollst da nichts machen, habe ich gesagt.”
“Ich brauche ja auch keine Glanz- und Glättungskuren.”

“Das mag ja sein, aber ich brauche die.”
“Nun gut, und davon hast du jetzt also einige weggeworfen?”

“Weggeworfen?? Nee.”
“Sondern?”

“Ich habe sortiert. Das sagte ich doch.”
“Ähm, es sind also alle noch da?”

“Natürlich! Was glaubst du denn!?”
“Aber hast du nicht eben gesagt, dass du…”

“Ich habe ausgemistet und sortiert, DAS sagte ich.”
“Ja, aber… Ist das denn nicht dasselbe, ich meine…”

“Das ist überhaupt nicht dasselbe!”
“Ah… Tja, ähm, mein Fehler…”

“Du gibst einen Fehler zu?? Das wäre aber auch das erste Mal!”
“Sehr witzig! Ich dachte eben, du MEINST dasselbe.”

“Nein.”
“Na schön, also wenn das nicht dasselbe ist, dann, ähm…”

“Ja? Was?”
“Also was hast du denn dann jetzt sortiert und was ausgemistet?”

“Meine kleinen Fläschchen und Tuben und so habe ich sortiert.”
“Ah, und?”

“Was und?”
“Und was hast du ausgemistet??”

“Dieses eklige klebrige Badeöl für wohltuende Entspannung.”
“Ach so.”

“Ja. Und noch ein paar andere Sachen, die da drum rum waren.”
“Ähm, sind das nicht die Sachen, die auf der Badewanne standen??”

“Ja, wieso?”
“Aber das sind ja MEINE!?”

“Das steht da aber schon ewig rum und nie benutzt du das!”
“Aber wenn ich mal ein Entspannungsbad nehmen will??”

“Willst du ja nie!”
“Kann ich nicht 10 Quadratzentimeter im Bad für mich haben??”

“Kannst du ja!”
“Und warum musst du dann diese Sachen unbedingt entsorgen??”

“Ich habe sie ja gar nicht entsorgt, wie kommst du darauf!?”
“Aber du hast doch gesagt, dass…”

“Nochmal, ich sagte AUSMISTEN! Nicht WEGWERFEN!”
“Für mich ist auch das aber fast dasselbe!”

“FAST DASSELBE heißt aber eben nun mal nicht DASSELBE!”
“Himmel! Was ist denn nun mit dem Entspannungsbadezeug??”

“Ich wusste nicht so recht, wohin damit…”
“Schön, ganz toll! Und wo ist es jetzt??”

“Ich habe das dahin gestellt, wo auch die anderen Sachen sind.”
“Was für andere Sachen??”

“Na die du aussortiert hast.”
“Ich habe noch nie was im Bad aussortiert!?”

“Nee, im Bad nicht, aber an deinem PC.”
“Was??”

“Du hast doch extra eine Kiste auf den Schrank gestellt??
“Was!? Die mit den Grafikkarten, Kabeln und Festplatten und so??”

“Ja! So Steckkarten und Kabel waren da drin, stimmt!”
“Und in diese Kiste hast du…”

“Ja, da war ja noch Platz und ich dachte…”
“Das glaube ich ja jetzt nicht…”

“Sollte das denn nicht da rein?”
“NEIN!! DAS SOLL DA NICHT REIN!!”

“Brauchst du denn die Sachen aus der Kiste überhaupt noch?”
“Natürlich!! Da kann ich einen ganzen PC draus zusammenbauen!”

“Oh, das ist ja blöd jetzt…”
“Ich weiß schon wieder gar nicht, was ich dazu sagen soll!!”

“Dann wird dir die andere Neuigkeit sicher auch nicht gefallen…”
“Was denn für einen andere Neuigkeit??”

“Ich wollte an dem Öl mal riechen, wie das so ist eben…”
“Na und??”

“Da habe ich den Verschluss wohl nicht richtig zugemacht…”

Kopfschüttel…

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Niemals!

14. April 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich machen kurz vor Ostern noch ein paar kleine Besorgungen, was man halt ab und zu so braucht.
In einer kleinen Bremer Shopping-Passage kommen wir an einem aus Funk und Fernsehen weitläufig bekannten Schuhgeschäft mit kleinen Preisen vorbei…

“Ich habe hier neulich ganz tolle Schuhe gesehen.”
“So? Warum hast du sie dir nicht mitgenommen, Süße?”

“HIER??”
“Ähm…”

“Ich kaufe doch hier keine Schuhe!”
“Und warum nicht?”

“Hinterher sieht das noch jemand.”
“Was sieht jemand??”

“Na dass ich hier Schuhe kaufe!”
“Na und? Ich habe hier auch schon eingekauft.”

“Wirklich??”
“Schatz! Billig muss doch nicht gleich schlecht sein, oder?”

“Es geht ja auch gar nicht um die Schuhe.”
“Aber hier werden doch nur Schuhe verkauft??”

“Ja. Natürlich, ich bin ja nicht doof!”
“Und worum geht es dann, bitte?”

“Ich hätte die Schuhe schon ganz gerne…”
“Dann kauf sie dir doch!”

“Nee, wir müssen ja noch weiter.”
“Dann holen wir sie eben nachher.”

“Nein.”
“Aber das verstehe ich jetzt nicht!?”

“Wieso denn nicht??”
“Also dir gefallen die Schuhe.”

“Ja.”
“Und sie sind auch nicht teuer?”

“Nein.”
“Und deine Größe ist auch noch da?”

“Ich denke schon.”
“WARUM KAUFST DU SIE DANN NICHT??”

“Na wegen der Tüte.”
“Tüte??”

“Ich laufe doch nicht mit einer Tüte von denen rum!”
“Das ist jetzt nicht dein ernst, oder??”

“Doch, das ist mir peinlich.”
“Schatz! Wen interessiert denn bitte die Tüte??”

“Was denn!? Du wolltest neulich die ALDI-Tüte auch nicht!”
“Ich wollte damit ja auch Kuchen für meine Kollegen transportieren!”

“Das ist genau das gleiche.”
“Das ist etwas völlig anderes, der Kuchen war ja nicht von ALDI!”

“Natürlich, bei dir ist das wieder etwas ganz anderes!”
“Ich wollte eben keine Lästerei.”

“Und das will ich eben auch nicht!”
“Aber dich kennt doch hier niemand!”

“Klar, und genau dann begegnet man einem Bekannten! Nee!”
“Also mir ist es sowieso egal, dann eben keine Schuhe.”

“Hast du nicht neulich gesagt, dein Parfum sei alle??”
“Nein, ich sagte, es sei BALD alle.”

“Dann kauf dir doch jetzt ein neues?”
“Nee, jetzt brauche ich es ja noch nicht.”

“Du kaufst das jetzt!”
“Nein! Warum denn unbedingt jetzt??”

“Da hinten ist Douglas.”
“Na und??”

“Und an der Kasse nimmst du dann eine extra große Tüte.”
“Wie bitte??”

“Und DANN können wir die Schuhe holen!”

Kopfschüttel…

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Meine Liebste und ich wuseln am frühen Morgen etwas hektisch in der Wohnung rum. Beide sind wir heute etwas spät dran und deswegen ist Eile angesagt.
Und egal, wie groß die Wohnung dann auch ist, man steht sich eigentlich immer gegenseitig im Weg…

“Schatz! Wo ist meine Jacke!”
“Süße, die hängt doch da am Haken?”

“Nein, nicht die, das ist doch meine dicke Jacke, die andere!”
“Hängt die nicht genau daneben??”

“Mann, ich hab jetzt echt keine Zeit für solche Spielchen!”
“Wieso? Ist das da NICHT deine Jacke??”

“Doch, aber ich suche doch nicht die!”
“Woher soll ich das denn wissen??”

“Die ist doch viel zu dünn!”
“Und warum hängt sie dann da seit ein paar Tagen??”

“Weil es am Wochenende schön war.”
“Aber, ähm… Die Jacke da hast du doch gar nicht an gehabt?”

“Es war ja auch noch ein klitzekleines bisschen zu kalt.”
“Ach, aber die Jacke hast du trotzdem schon mal rausgehängt??”

“Es hätte ja auch plötzlich wärmer werden können!?”
“Hätte, könnte, würde, Hokus Pokus, so ein Quatsch!”

“Das kommt nur, weil ich keine Übergangsjacke habe!”
“Was hast du nicht??”

“Eine Übergangsjacke.”
“Übergang wofür??”

“Vom Winter in den Frühling.”
“Ach, und da braucht man eine besondere Spezialjacke, oder was??”

“Ja. Natürlich.”
“Brauche ich doch aber auch nicht, wieso du denn??”

“Du bräuchtest eigentlich auch eine.”
“Schatz, es sind draußen 4 Grad, das ist Winter!”

“Nein, es sind 4 Grad im Frühling. Das ist was ganz anderes.”
“Aber…”

“Nichts aber!”
“Ähm… Und welche Jacke suchst du jetzt?”

“Wie welche Jacke!”
“Naja, du hast doch gar keine Übergangsjacke, hast du gesagt?”

“Natürlich habe ich eine Übergangsjacke!”
“Aber eben hast du doch noch gemeckert, dass du keine…”

“Ich habe keine für Winter zu Frühling, das stimmt.”
“Aber?”

“Aber für Herbst zu Winter.”
“Aha… Und wo ist die jetzt??”

“Die hängt im Schrank.”
“Und die darf man jetzt nicht anziehen, oder was??”

“Haben wir Herbst, Winter oder Frühling?!”
“Ähm, Frühling?”

“Eben! Also kann ich ja wohl nicht die Herbstjacke anziehen!”
“Ist das die braune Jacke mit dem breiten Gürtel?”

“Ja, das stimmt. Das ist meine Herbst-Winter-Übergangsjacke.”
“Aber die hast du doch nur EINMAL an gehabt, oder??”

“Es gab ja letzten Herbst auch keinen richtigen Übergang!”
“Aber Liebste, kannst du diese Jacke jetzt nicht einfach…”

“Das werde ich wohl müssen, weil ich ja nichts anderes habe!”
“Also schön, dann hol dir jetzt deine braune Jacke und fertig.”

“Ja, aber dann muss ich mich noch kurz umziehen.”
“Wie bitte?? Wieso das denn??”

“Weil ich da einen Pullover drunter anziehen muss.”
“Ähm…”

“Hallo?? Es sind nur 4 Grad draußen!”

Kopfschüttel…

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Meine Liebste und ich sitzen in der Bodega del Puerto, unserem Lieblingsspanier. Es ist rappelvoll und wir haben gerade noch zwei Plätze an einem Tisch bekommen, an dem bereits ein anderes junges Pärchen sitzt.
Naja, macht ja nichts!

“Schatz, komm mal her.”
“Süße, ich sitze hier doch schon.”

“Nein, ich meine, komm doch mal näher!”
“Verstehe ich jetzt nicht??”

“Ich will dir was ins Ohr sagen!”
“Ach so…”

[Ich beuge mich über den Tisch meiner Liebsten entgegen.]

“Hast du das gesehen?”
“Was?”

“Na das Armband!”
“Welches Armband??”

“Das, das die Tussi da neben dir am Arm hat!”
“Habe ich nicht gesehen, wieso?”

“Schau doch mal! Aber unauffällig!”
“Wie soll ich denn in dieser Position unauffällig…”

“Du kannst ja wohl mal eben etwas zur Seite schauen, oder!?”
“Na gut, dann…”

“Nein, jetzt nicht!!”
“Aber ich sollte doch…”

“Jetzt hat sie den Arm gerade unterm Tisch!”
“Oh prima! Dann schlüpfe ich eben schnell unter den Tisch.”

“NEIN! Untersteh dich!”
“Wieso? Das fällt weniger auf, als deine Tuschelei hier!”

“Warte, warte…”
“Ich warte…”

“Mann, kann die nicht mal den Arm wieder hoch nehmen?!”
“Vielleicht hat sie bemerkt, dass du auf ihr Armband schielst…”

“Quatsch! Schau dir die doch mal an, die merkt gar nichts.”
“Ach so, aha, und wieso das??”

“Diese aufgetakelte Kuh??”
“Also ich finde sie eigentlich ganz hübsch.”

“Was?? DIE findest du hübsch??”
“Naja, also, ich meine…”

“Die sieht mir doch aber nicht auch nur ansatzweise ähnlich!?”
“Das stimmt.”

“Auf so einen Typ wie die stehst du doch gar nicht!”
“Was ist die denn für ein Typ, bitte?”

“Typ blonde Zicke mit dicken…”
“Reiß dich zusammen!”

“Ist doch wahr, schau, wie die sich nach vorne beugt und so!”
“Hm…”

“Was machst du da??”
“Ich sollte doch gucken!?”

“Hast du der jetzt etwa voll auf die Dinger geglotzt??”
“Ich sollte doch!”

“Aber doch nicht so!”
“Und wie dann??”

“Du solltest dir ihr ARMBAND angucken, nicht ihren Push-Up!”
“Ach, du sag mal, woran erkennt man das denn eigentlich?”

“Was.”
“Na, dass eine Frau einen Push-Up trägt.”

“Blöde Frage.”
“Wieso? Woran erkennst du das bei dem Mädel da zum Beispiel?”

“So dürre, wie die ist, kann die nicht so große Glocken haben.”
“Aha… Verstehe.”

“Verstehst du gar nicht!”
“Also das heißt, sehr schlanke Frauen haben niemals große…”

“Nicht alle!”
“Du zum Beispiel nicht, wolltest du sagen.”

“Genau.”
“Schatz, darf ich mich jetzt wieder zurück beugen?”

“Hast du ihr Armband gesehen??”
“Nein, aber…”

“Jaja, aber alles Wichtige hast du gesehen, schon klar!”
“Nein, ich wollte sagen, dass…”

“Da sitzt du mit mir hier und DIE glotzt du an!”
“Ich wollte nur sagen, dass ich…”

“Sollen wir Plätze tauschen, dann siehste noch viel mehr!!”
“Nein, aber…”

“Was ist denn!!”
“Mein Nacken wird langsam steif, darf ich wieder zurück?”

“Du bleibst jetzt hier, sonst kann ich nicht lästern!”
“Och Schatz, bitte, ich…”

“Das gehört sich nicht, die Hände unterm Tisch zu haben!”
“Ach! Aber was ich hier mache, DAS gehört sich, ja??”

“Was die da wohl unter dem Tisch macht…”
“Vielleicht hat sie ja ihre Hand auf meinem rechten Knie…”

“Träum weiter!”
“Ich lehne mich jetzt wieder zurück, das ist mir echt zu doof!”

[Ich setze mich wieder normal hin und genieße die Entspannung.]

“-”
“-”

“Gesehen?”
“Nein.”

“-”
“-”

“Jetzt gesehen?”
“Nein!”

“-”
“-”

[Die junge Frau neben mir steht plötzlich auf und bittet ihren Begleiter, einen Moment auf ihre Handtasche Acht zu geben. Ich frage mich, wo sie wohl hin will und plötzlich sehe ich an ihrem linken Arm das Armband blitzen und sofort denke ich mir, das kennst du doch irgendwo her!]

“Haste es jetzt gesehen??”
“Ja, habe ich, Liebste. Kommt mir irgendwie bekannt vor.”

“Irgendwie bekannt?? Du bist so doof!”
“Warum??”

“Das ist original MEIN Thomas Sabo-Armband!”
“Ach ja, stimmt!”

“Das gibt´s doch wohl gar nicht!”
“Wieso? Hast du das auch gerade um, oder was?”

“Da sieht man mal wieder, wie DU mich anschaust!”
“Zeig doch mal, aber wo ist denn dein Arm??”

“Unter dem Tisch.”
“Aber…”

“Ich will nicht, dass die Tussi das sieht!”
“Ähm… Kann es nicht sein, dass sie es schon längst gesehen hat??”

“Wieso!”
“Naja, weil ihr ja beide eure Arme unter dem Tisch…”

“Ach nee! Jetzt plötzlich fällt dir was auf! Na toll!”
“Also Moment mal, ich…”

“Das hast DU mir geschenkt!”
“Ja, richtig…”

“Das sei eine einmalig traumhafte Kombination, hast du gesagt!”
“Naja, also…”

“So! Und woher hat DIE das?? Kennst du die etwa??”

Kopfschüttel…

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Finale von: Ich hatte ja Zeit

9. März 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

…meine Liebste und ich stehen immer noch vor dem Altkleidersack, den die Liebste gepackt hat; und zwar ausschließlich mit meinen Sachen! Nachdem sie die unmöglichsten Erklärungen gefunden hat, warum es sich NUR um meine Klamotten handelt, steht der Sack nun da und es muss entschieden werden, was nun passiert…

“Also bringst du den Sack nun runter oder nicht??”
“Süße! Ich bringe den Sack nirgendwo hin!”

“Was soll das heißen??”
“Dass ich meine Sachen nicht wegwerfen will! Ganz einfach!”

“Du weißt ja gar nicht, was da alles in dem Sack drin ist.”
“Na und?? Ich weiß, dass ich nichts wegwerfen will, das reicht.”

“Du weißt ja gar nicht, was du alles im Schrank rumliegen hast.”
“Also wenn hier einer nicht weiß, was in seinem Schrank ist, dann DU!”

“Ich weiß ganz genau, was in meinem Schrank ist!”
“So? Pah! Dann sag mal, wie viele T-Shirts du hast.”

“Das kann ich nicht.”
“Siehste, sage ich doch!”

“Ich kann es nicht sagen, weil ich keine T-Shirts habe.”
“Na schön, dann meine ich wahrscheinlich diese Tops da…”

“Mit Arm oder ohne?”
“Was weiß ich, meinetwegen mit.”

“Mit halbem oder Viertelarm?”
“Ist doch ganz egal, also wie viele!”

“Das ist nicht egal! Wenn du eine Antwort willst, dann…”
“Also schön, gut, dann, ähm… Halber Arm.”

“Mit V-Ausschnitt oder…”
“LIEBSTE!!”

“Was denn??”
“WIE VIELE!”

“Wenn du so ungenau fragst, dann kann ich das nicht sagen!”
“Himmel, diese Frau bringt mich noch um…”

“Ich??”
“Ja, du! Oder siehst du hier vielleicht noch eine andere??”

“Nee.”
“Eben!”

“Und sag mal, willst du jetzt wirklich alles wieder auspacken??”
“Nein, eigentlich will ich, dass DU das machst!”

“Aber ich habe doch schon alles einpacken müssen!”
“Von MÜSSEN kann ja wohl kaum die Rede sein!”

“Ich dachte wirklich, dass du dich freust, aber…”

[Die Liebste steckt ihre Hände in ihre Hosentaschen, zieht die Schultern leicht an und senkt ihren Kopf ein wenig nach unten.
Dabei macht sie einen Schmollmund, murmelt und schluchzt irgendetwas ganz leise vor sich hin und schaut mich dann aufblickend mit ihren großen Kulleraugen an. Ich frage mich, ob sich da wirklich ein Anflug von Reue abzeichnet oder...]

“Es tut mir leid.”
“Wie bitte?”

“Es tut mir wirklich leid, nicht böse sein, ja?”
“Hm…”

“Ich wollte dich doch überraschen und weil ich dachte, dass…”
“Jaja, schon gut…”

“Nein, wirklich! Ich habe es nur gut gemeint!”
“Mag sein, aber das Ergebnis ist leider, also…”

“Naja, aber nicht mehr böse sein, ja?”
“Hm…”

“Es wäre besser gewesen, wir hätten gemeinsam aussortiert.”
“Das hört sich schon deutlich vernünftiger an.”

“Das sehe ich ja auch ein, ich mache es wieder gut, ja?”
“Und wie willst du das wieder gut machen, bitteschön??”

“Also ich wüsste da was, was wir gemeinsam machen könnten…”
“Und was?”

“Etwas, was dir bestimmt gefallen wird…”
“Und das wäre?”

“Boah, ist das warm hier…”

[Die Liebste macht ganz langsam ein paar Schritte auf mich zu, zupft dabei lasziv an ihrem Pullover, streift ihre Schuhe ab und wirft ihre Haare schwungvoll nach hinten.
Ich muss sagen, dass ich mit so einem Verlauf nun wirklich nicht gerechnet hatte und dass ich wieder einmal feststellen muss, dass die Liebste immer wieder für eine aufregende Überraschung gut ist!]

“Warte mal…”
“Na, da bin ich aber jetzt gespannt!”

[Die Liebste gleitet mit ihren Händen an ihrem Pullover hinunter, greift sich die Enden und zieht ihn sich langsam über den Kopf...]

“Und? Gefällt dir das jetzt besser?”
“Sehr gut, sehr gut! Und wie geht´s jetzt weiter?”

“Jetzt tust du das alte Ding von mir auch in den Sack und dann bringst du ihn endlich runter!”

Kopfschüttel…

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Fortsetzung: Ich hatte ja Zeit

5. März 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

…meine Liebste war ein paar Tage alleine zu Hause und bei dieser Gelegenheit hat sie einen ganzen Altkleidersack voll gemacht; das an sich ist lobenswert, aber: aussortiert hat sie nur MEINE Sachen! Als sei das noch nicht Grund genug zum Kopfschütteln, setzt die Liebste noch einen drauf…

“Warum guckst du denn jetzt so komisch??”
“Süße! Wieso sortierst du denn MEINE Sachen aus??”

“Freu dich doch!”
“Worüber?? Dass DU MEINE Sachen wegwerfen willst??”

“Nein, dass ich dir geholfen habe, das war viel Arbeit!”
“Aber du kannst doch nicht einfach Sachen von mir…”

“Ich habe nur Klamotten aussortiert, die du ersetzen wolltest.”
“Ach so?! Und wann bitte haben wir darüber gesprochen??”

“Neulich.”
“Neulich?? Komisch, kann ich mich gar nicht dran erinnern!”

“Als wir über Michael sprachen.”
“Michael?? Michael hat seinen Koffer am Flughafen verloren!”

“Eben.”
“Und was hat das jetzt mit mir zu tun??”

“Du hast gesagt, dass er sich jetzt wohl alles neu kaufen muss.”
“Muss er ja auch.”

“Und dass du das auch gerne mal machen würdest.”
“Bitte?? Das habe ich nicht gesagt!”

“Und ob hast du das gesagt! Du wolltest auch alles neu kaufen!”
“…wenn es die Versicherung bezahlt, ja! DARUM ging es!!”

“Ach so…”
“Ja, ach so! Himmel, also manchmal, da könnte ich dich…”

“Uups, dann habe ich das wohl falsch verstanden.”
“Und selbst wenn! Ich schmeiße meine Sachen gerne selber weg!!”

“Darum geht es dir also? Dass du das selber machen willst??”
“Natürlich! Da lege ich wirklich sehr großen Wert drauf!!”

“OK, das tut mir leid, aber ich weiß da einen Ausweg.”
“Und??”

“Wenn du das machen willst, dann bring den Sack runter!”

Kopfschüttel…

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Ich hatte ja Zeit

2. März 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste ist am Wochenende zwei Tage allein zuhause gewesen; ich war zur Abwechslung mal solo unterwegs und habe mich mit alten Freunden getroffen.
“Dann kann ich endlich mal in Ruhe machen, wozu ich sonst nicht komme”, hat sie gesagt.
Und wohl auch getan…

“Hallo Schatz, na, habt ihr Spaß gehabt?”
“Ja, Süße. Ich soll dich von allen schön grüßen.”

“Danke.”
“Und? Was hast du so gemacht hier?”

“Och, nicht viel.”
“So?”

“Ach doch, ich habe mich auf nächste Woche vorbereitet.”
“Nächste Woche? Wieso? Was ist denn nächste Woche?”

“Da ist Altkleidersammlung.”
“Wie bitte??”

“Altkleidersammlung! Wo man die alten Sachen in die Säcke…”
“Ich weiß, was eine Altkleidersammlung ist!”

“Warum fragst du denn dann??”
“Ich frage nicht, ich wundere mich!”

“Worüber?”
“Dass DU das Wort Altkleidersammlung überhaupt kennst.”

“Was soll das denn heißen!?”
“Du hast noch NIE was aussortiert!”

“Das stimmt ja gar nicht!”
“Zumindest kann ICH mich nicht daran erinnern.”

“Ich habe sogar schon einen ganzen Sack voll gemacht.”
“Mit Klamotten?”

“Jawohl! Und das sind alles Sachen, die man gut abgeben kann.”
“Aha… Hätte ich nicht gedacht, dass du…”

“Ich hatte ja Zeit am Wochenende.”
“Ja… Und wo hast du den Sack hingestellt?”

“Der steht im Arbeitszimmer, wieso?”
“Ach, ich wollte ihn nur mal sehen.”

“Sehen?? Das ist ein weißer Plastiksack mit roten…”
“Jaja, ich weiß, wie ein Altkleidersack aussieht.”

“Und was gibt es da dann jetzt zu sehen?”
“Ich muss mich davon überzeugen, dass ich das nicht träume…”

“Du bist so doof!”
“Ich sehe schon die Schlagzeilen in der Zeitung morgen…”

“Jaja, mach du dich ruhig über mich lustig!”

[Ich gehe in unser Arbeitszimmer und tatsächlich: da steht ein Altkleidersack, der etwa dreiviertel gefüllt ist. Ich bin wirklich erstaunt!
Die Liebste hat noch nie etwas aussortiert, geschweige denn weggeworfen, sofern es sich nicht um ein verschlissenes oder stark beschädigtes Kleidungsstück gehandelt hat.
Da sie den Sack noch nicht zugebunden hat, werfe ich einen Blick hinein, um mich restlos von diesem Wunder zu überzeugen.]

“Und?”
“Ist das hier eine Jeans??”

“Ja. Die ist uralt, aber wohl noch zu gebrauchen.”
“Du trennst dich von einer Jeans??”

“Warum nicht?”
“Klar, warum nicht… Was ist das denn hier??”

“Das ist ein T-Shirt.”
“Hm, das kommt mir irgendwie so bekannt vor…”

“Das sollte es auch.”
“Ähm, sag mal, ist das nicht eigentlich meins??”

“Ja, aber das hast du doch 10 Jahre nicht mehr an gehabt?”
“Kann sein, aber wieso ist das da jetzt drin??”

“Willst du das alte Ding etwa behalten??”
“Nein, aber… Und das hier?? Das ist ja MEIN alter Pullover!”

“Stimmt. Der ist alt und hässlich.”
“Das ist aber doch mein Malerpullover!”

“Du malst ja gar nicht!”
“Nein, ich meine, so für Renovierungen und so!”

“Echt?”
“Ja, echt! Wieso sind hier auch Sachen von mir drin??”

“Da sind NUR Sachen von dir drin.”
“Was??”

“Meinen Schrank mache ich dann vielleicht beim nächsten Mal.”

Kopfschüttel…

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Ich bin doch gar nicht aufgebrezelt!

15. Dezember 2008, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich sind am Wochenende auf dem Weg zu einer Geschäftseröffnung; der taufrische Inhaber ist ein Freund von uns und hat uns eingeladen.
Beladen mit einem Präsentkorb und einem Strauß Blumen laufen wir durch die kleine und bunte Einkaufsstraße.

“Schatz, was kommen da denn sonst noch für Leute hin?”
“Keine Ahnung, Süße. Freunde von Frank und Kunden?”

“Hm…”
“Ist doch auch egal, werden wir ja sehen.”

“Ich meine ja nur, ob wir da auch richtig angezogen sind.”
“Sind wir.”

“Vielleicht hätte ich doch die schwarze Hose anziehen sollen…”
“Quatsch.”

“Sieht das denn gut aus, was ich an habe?”
“Perfekt.”

“Perfekt??”
“Perfekt.”

“Perfekt kann ja gar nicht sein!”
“Ähm… Und wieso nicht?”

“Perfekt hieße, dass man das nicht mehr übertreffen kann!”
“Und?”

“Ich bin doch gar nicht so aufgebrezelt!”
“Habe ich doch auch gar nicht gesagt??”

“Perfekt, hast du gesagt!”
“Schatz, ich möchte da jetzt nicht weiter darüber reden!”

“Warum denn nicht??”
“Weil das eh zu nichts führt, das kennt man doch!”

“Ich habe doch nur gefragt, ob dir das gefällt??”
“Jaja! Und am Ende bin ich doch nur wieder der Dumme!”

“Meinst du etwa, dass ich keine Kritik vertragen kann??”
“Nein, das meinte ich nicht.”

“Das stimmt auch nicht! Ich KANN sehr wohl Kritik vertragen!”
“Schön! Das ist ein durchaus positiver Charakterzug.”

“Jetzt ist nicht mein Charakter wichtig, sondern meine Hose!”
“Deine Hose ist perf… Ähm, ist dem Anlass sehr angemessen.”

“Angemessen?? Angemessen hieße, das geht gerade so!”
“Himmel! Schatz!!”

“Bleib stehen!”

[Kaum ausgerufen, bleibt die Liebste abrupt stehen, stemmt ihre Arme in die Hüfte, neigt ihren Kopf etwas nach rechts und macht dabei ein äußerst erregt-fragendes Gesicht. Etwa zwei Meter später komme ich dann auch zum Stehen und drehe mich zu meiner Liebsten um...]

“Kannst du nicht EINMAL sagen, ob ich gut aussehe oder nicht??”
“Aber das habe ich dir doch schon gesagt!?”

“Perfekt und angemessen hast du gesagt!”
“Was soll ich denn stattdessen sagen??”

“Zum Beispiel: die Hose macht dich schlank, aber sie ist zu lang!”
“Oh schön, das reimt sich…”

“Schatz! Ich meine es ernst!”
“Ok, also: Liebste, die Hose macht dich schlank und sie ist zu lang.”

“Und was noch?”
“Wieso was noch??”

“Ja das war es jetzt schon??”
“Ähm… Vielleicht hättest du doch deine Stiefel anziehen sollen…”

“Was?? Was ist denn jetzt mit den Stiefeln??”
“Ich meine ja nur, weil…”

“Aber dann wäre die Hose ja noch länger!”
“Ach so, daran habe ich gar nicht gedacht…”

Blödmann!”
“Hör jetzt auf, dich aufzuregen, das macht nur Falten auf der Stirn.”

“FALTEN?? SONST NOCH WAS??”
“Nein, ich bin fertig.”

“Du mit deiner ewigen Nörgelei!”
“Aber du hast doch…”

“Du solltest dir lieber mal um DEINE Falten Sorgen machen!”
“Schatz, das war auch nicht so ernst gemeint, ich…”

“Deine Jeans ist zu hell und die Schuhe sind nicht geputzt!”
“Ähm…”

“Und dein Schal ist hundert Jahre alt!”
“Mein Schal??”

“Und Rasieren heißt, nicht die Hälfte zu vergessen!”
“Aber ich…”

“Und über das schreckliche Hemd will ich gar nicht erst reden!”
“So, das dürfte jetzt wohl reichen, oder hast du sonst noch was!?”

“Nee, ansonsten siehst du perfekt aus!”

Kopfschüttel…

Hinweis zum neuen Design: wenn es irgendwie “zerbrochen” aussieht, bitte STRG-F5 drücken oder Cache leeren!

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Nicht aussteigen

28. Mai 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich sitzen zusammen im Auto und sind auf dem Weg zu unserem Einkaufsmarkt; der Kühlschrank ist mal wieder leer und möchte gefüllt werden.
Bei Sonnenschein sind wir losgefahren und keine 5 Minuten später regnet es wie aus Eimern…

“Also ICH steige nicht aus!”
“Liebste, es sind vom Parkplatz doch nur ein paar Meter…”

“Egal, ICH steige jedenfalls nicht aus.”
“…um zu warten, bis es aufhört, zu regnen?”

“Also ich kann nicht aussteigen!”
“Ja, das habe ich jetzt verstanden, danke.”

“Ich habe es ja auch 3-mal gesagt.”
“Danke.”

“Dass ich nicht aussteige, meine ich.”
“Ja.”

“Was heißt denn Ja??”
“Was verstehst du denn an Ja nicht??”

“Willst du das denn gar nicht genauer wissen?”
“Was! Warum du nicht aussteigen willst??”

“Ja.”
“Nein.”

“Nein??”
“Ja.”

“Was meinst du denn jetzt??”
“Ich meine, dass ich es weiß.”

“Was denn??”
“Warum du nicht aussteigen willst.”

“Ach so…”
“Ja. Sehr geistreiche Unterhaltung.”

“Du weißt es ja. Und ich bin echt erstaunt!”
“Worüber jetzt genau??”

“Du hast doch eben gesagt, dass du es schon weißt!?”
“Ach so, ich dachte, wir sprechen über unsere Unterhaltung.”

“Du denkst, dass wir darüber sprechen, was wir sprechen??”
“Ja.”

“Verstehe ich nicht.”
“Weiß ich.”

“Endlich weißt du mal was!”
“Ich weiß schon die ganze Zeit was!”

“Was denn??”
“Himmel! Schatz, diese Unterhaltung nervt!”

“Sagte ich schon, dass ich nicht aussteigen werde?”
“Ja. Mehrmals. Und ausreichend oft.”

“Gut.”
“Fein.”

“Wieso regnet das denn jetzt so dolle!?”
“Muss am Wetter liegen…”

“Du darfst dann aber auch nicht aussteigen!”
“Wie bitte?? Ich steige aus und gehe in den Laden.”

“Und ich??”
“Was und du!?”

“Dann bin ich ja ganz alleine!”
“So ist es.”

“Das geht nicht.”
“Schatz, ich sage es ungern, aber: das ist dein Problem.”

“Warum bist du denn jetzt so böse zu mir??”
“Stimmt nicht, ich habe es ganz sachlich und neutral gesagt.”

“Hast du nicht! Ich bin dir anscheinend völlig egal!”
“Quatsch!”

“Aber dass ich mitkomme, das ist dir egal!”
“Ist es nicht, komm doch mit!?”

“Wenn es so weiter regnet, steige ich nicht aus!”
“Und deshalb darf ich auch nicht aussteigen, oder was??”

“Damit ich nicht alleine hier sitzen muss, genau!”
“Nimm dir einfach den Schirm da und fertig!”

“Da nutzt der Schirm doch gar nichts!”
“Bitte?? Hier nutzt sowieso nichts, habe ich so das Gefühl!”

“Was soll das denn jetzt heißen??”
“Solange ein Tropfen fällt, steigst du ja sowieso nicht aus!?”

“Doch, aber nur, wenn es nicht ganz so doll gießt!”
“Deine Frisur wird das schon überleben.”

“Frisur? Wieso denn meine Frisur?”
“Ist das nicht der Grund, warum du nicht aussteigen willst??”

“Nee. Natürlich nicht.”
“Ähm, sondern??”

“Weil ich zuhause was vergessen habe.”
“Aha, und was bitte??”

“Meine Schuhe.”
“Deine Schuhe??”

“Und Strümpfe.”
“Du hast auch deine Strümpfe vergessen??”

“Ja.”
“Und, ähm… WAS bitte hast du jetzt an??”

“Meine Flip-Flops.”
“Schatz! Du kannst doch nicht mit Flip-Flops…”

“Eben. ICH steige ganz bestimmt NICHT aus!”

Kopfschüttel…

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Ich kann nicht!

27. April 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste sitzt auf dem Sofa, als ich am Abend von der Arbeit heim komme; und auf den ersten Blick ist mir klar: da stimmt irgendetwas nicht!
Um einer später ausufernden Diskussion zu entgehen, frage ich lieber gleich mal nach…

“Hallo.”
“Hallo Süße! Na? Was machst du denn für ein Gesicht heute?”

“Ich bin beleidigt.”
“Beleidigt? Warum? Was ist passiert?”

“Ich will nicht darüber reden.”
“Warum denn nicht?”

“Weil das meine Sache ist, deswegen.”
“Na gut, kann ich denn sonst irgendetwas für dich tun?”

“Nein. Lass mich.”
“Bitte sehr. Dann gehe ich duschen.”

“Du könntest ja ruhig mal hier sitzen bleiben jetzt!”
“Aber ich wollte doch nur eben schnell duschen gehen??”

“Du siehst doch, dass es mir nicht gut geht!”
“Ja schon, aber du willst ja nicht drüber reden!?”

“Du bist so unsensibel!”
“Was ist denn los, sag mal?!”

“Ich möchte jetzt nicht darüber reden, geht das?!”
“Natürlich, aber…”

“Ich kann doch wohl auch mal schlecht drauf sein, oder??”
“Selbstverständlich, ich wollte dich nur…”

“ICH! ICH! ICH!”
“Was??”

“Du redest NUR von dir!”
“Das stimmt doch gar nicht!”

“Ich höre aber nur ICH ICH ICH!”
“DU sagst ja auch nichts!”

“Jetzt hör auf, mich zu drängeln!”
“Ich drängele dich doch nicht, ich mache mir nur Sorgen!”

“Siehste, schon wieder redest du nur von dir!”
“Vielleicht ist es am besten, ich sage jetzt gar nichts mehr.”

“Gut.”
“Schön.”

“-”
“-”

“Kannst du dir denn nicht denken, was los ist?”
“Nein. Kann ich nicht.”

“Wie kann man nur so blind sein!”
“Aber ich, ähm, DU könntest es mir ja auch einfach sagen?”

“Ich will aber nicht!”
“Und was soll ich dann jetzt bitte machen??”

“…auf den Kopf stellen und lachen!”
“Was??”

“Das hat mein Vater immer gesagt.”
“Aha, verstehe…”

“Verstehst du gar nicht!”
“Mann, hast du heute eine Laune…”

“Das ist auch kein Wunder.”
“Ist was mit deinem Auto? Führerschein weg oder so?”

“Nein.”
“Bist du krank?”

“Nein.”
“Job verloren?”

“Nein!”
“Was denn dann??”

“Boah, geht mir diese Fragerei auf den Geist!!”
“Ach ja, ich wollte ja nichts mehr sagen.”

“-”
“-”

“Wo gehst du hin?”
“Ich gehe jetzt duschen.”

“Bleib hier!”
“Warum?? Du willst dich ja eh nicht mit mir unterhalten??”

“Ich kann nicht.”
“Du kannst nicht??”

“Ich gehe nie wieder vor die Tür!”
“Warum das denn nicht??”

Blödmann!”
“Liebste! Du sagst jetzt sofort, was los ist!!”

“NEIN!”
“DOCH!!”

“Das sieht man doch wohl!!”
“Ich sehe aber nichts!”

“Weil du doof bist, deswegen!”
“Jetzt reicht es aber langsam, ja!?”"

“Da über dem Sessel, da liegt meine Lieblingsjeans!”
“Na und?? Das ist deine Jeans, ja.”

“Und sie ist kaputt! Gerissen!”
“OK, gerissen, und??”

“Was heißt denn UND!?”
“Ist das schon alles? Eine 10 Jahre alte kaputte Jeans??”

“Das ist nicht IRGENDEINE Jeans, das ist DIE Jeans!!”
“Ich kauf dir eine neue!?”

“So eine kriege ich NIE wieder!”
“Und deswegen machst du jetzt hier so einen Aufstand??”

“Nein.”
“NEIN??”

“Das mit der Jeans könnte ich ja noch verkraften, zur Not…”
“Aber??”

“Ja glaubst du, die reißt von ganz alleine??”
“Soll das heißen, dass du…”

“Sag es nicht, sag es nicht!!”
“Ähm…”

“Ich will kein Wort hören!!”
“OK, schön, also dann weiß ich ja jetzt, was los ist.”

“So?? Und was bitte??”
“Ich soll es ja nicht sagen!?”

“Sag es doch!”
“Du bist dicker geworden?”

“DICKER?? Hast du gerade DICKER gesagt??”
“Naja, man könnte vielleicht auch sagen…”

“Du bist so doof! Ich wusste, warum ich nicht mit dir reden will!”
“Man sieht doch aber gar nicht, dass du…”

“Sei still!”
“OK.”

“Ich bin nicht dicker geworden!”
“Sondern??”

“Ich bin mit der Hose an deinem Schreibtisch hängen geblieben!”
“Oh, und davon ist sie zerrissen?”

“JA!”
“Entschuldige, dass konnte ich ja nicht…”

“Hau bloß ab!”
“Dann musst du aber ganz schön hängen geblieben sein, oder?”

“Ja. Und es ist alles runtergefallen dabei!”
“Ähm, von MEINEM Schreibtisch??”

“Ja.”
“Was ist denn da runter gefallen??”

“Die Fernseher-Fernbedienung.”
“Was?? Was hatte die denn da zu suchen??”

“Ich habe sie da hingelegt, als ich zum Telefon bin!”
“Hä?? Verstehe ich jetzt nicht??”

“Dabei bin ich ja eben hängen geblieben!”
“Aha, und jetzt?? Ich meine, hat sie es überlebt??”

“Die Hose nicht, das weißt du doch!”
“Ich meine die Fernbedienung!?”

“Nein.”
“NEIN??”

“Ist das nicht eine Katastrophe??”
“Allerdings!! DAS ist eine Katastrophe!!”

“Sage ich ja!”
“Die ist uralt, so eine kriege ich bestimmt nicht nach!”

“Ja, aber das ist ja nicht das eigentliche Problem.”
“Wie bitte?? Sondern??”

“Ich muss jetzt immer aufstehen, um umzuschalten!”

Kopfschüttel…

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Nicht ganz dasselbe

20. April 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich räumen mal wieder die Wohnung etwas auf, muss ja ab und zu sein…
Während ich das Vergnügen des Staubsaugens zugewiesen bekommen habe, beschäftigt sich meine Liebste mit dem Badezimmer; worüber ich zunächst eigentlich auch ganz glücklich gewesen bin…

“Ich habe mal ein bisschen ausgemistet im Badezimmer.”
“So? Was musste denn da ausgemistet werden, Süße?”

“Ich habe mal meine ganzen Shampoos und Fläschchen sortiert.”
“Deine? Habe ich das richtig verstanden??”

“Ja, meine. Wieso?”
“Das heißt, dass du FREIWILLIG DEINE Sachen aufgeräumt hast??”

“Wieso sagst du das denn so vorwurfsvoll!?”
“Ich dachte, deine Shampoos, Cremes und Döschen sind dir heilig!?”

“Heilig nicht, aber du sollst da nichts machen, habe ich gesagt.”
“Ich brauche ja auch keine Glanz- und Glättungskuren.”

“Das mag ja sein, aber ich brauche die.”
“Nun gut, und davon hast du jetzt also einige weggeworfen?”

“Weggeworfen?? Nee.”
“Sondern?”

“Ich habe sortiert. Das sagte ich doch.”
“Ähm, es sind also alle noch da?”

“Natürlich! Was glaubst du denn!?”
“Aber hast du nicht eben gesagt, dass du…”

“Ich habe ausgemistet und sortiert, DAS sagte ich.”
“Ja, aber… Ist das denn nicht dasselbe, ich meine…”

“Das ist überhaupt nicht dasselbe!”
“Ah… Tja, ähm, mein Fehler…”

“Du gibst einen Fehler zu?? Das wäre aber auch das erste Mal!”
“Sehr witzig! Ich dachte eben, du MEINST dasselbe.”

“Nein.”
“Na schön, also wenn das nicht dasselbe ist, dann, ähm…”

“Ja? Was?”
“Also was hast du denn dann jetzt sortiert und was ausgemistet?”

“Meine kleinen Fläschchen und Tuben und so habe ich sortiert.”
“Ah, und?”

“Was und?”
“Und was hast du ausgemistet??”

“Dieses eklige klebrige Badeöl für wohltuende Entspannung.”
“Ach so.”

“Ja. Und noch ein paar andere Sachen, die da drum rum waren.”
“Ähm, sind das nicht die Sachen, die auf der Badewanne standen??”

“Ja, wieso?”
“Aber das sind ja MEINE!?”

“Das steht da aber schon ewig rum und nie benutzt du das!”
“Aber wenn ich mal ein Entspannungsbad nehmen will??”

“Willst du ja nie!”
“Kann ich nicht 10 Quadratzentimeter im Bad für mich haben??”

“Kannst du ja!”
“Und warum musst du dann diese Sachen unbedingt entsorgen??”

“Ich habe sie ja gar nicht entsorgt, wie kommst du darauf!?”
“Aber du hast doch gesagt, dass…”

“Nochmal, ich sagte AUSMISTEN! Nicht WEGWERFEN!”
“Für mich ist auch das aber fast dasselbe!”

“FAST DASSELBE heißt aber eben nun mal nicht DASSELBE!”
“Himmel! Was ist denn nun mit dem Entspannungsbadezeug??”

“Ich wusste nicht so recht, wohin damit…”
“Schön, ganz toll! Und wo ist es jetzt??”

“Ich habe das dahin gestellt, wo auch die anderen Sachen sind.”
“Was für andere Sachen??”

“Na die du aussortiert hast.”
“Ich habe noch nie was im Bad aussortiert!?”

“Nee, im Bad nicht, aber an deinem PC.”
“Was??”

“Du hast doch extra eine Kiste auf den Schrank gestellt??
“Was!? Die mit den Grafikkarten, Kabeln und Festplatten und so??”

“Ja! So Steckkarten und Kabel waren da drin, stimmt!”
“Und in diese Kiste hast du…”

“Ja, da war ja noch Platz und ich dachte…”
“Das glaube ich ja jetzt nicht…”

“Sollte das denn nicht da rein?”
“NEIN!! DAS SOLL DA NICHT REIN!!”

“Brauchst du denn die Sachen aus der Kiste überhaupt noch?”
“Natürlich!! Da kann ich einen ganzen PC draus zusammenbauen!”

“Oh, das ist ja blöd jetzt…”
“Ich weiß schon wieder gar nicht, was ich dazu sagen soll!!”

“Dann wird dir die andere Neuigkeit sicher auch nicht gefallen…”
“Was denn für einen andere Neuigkeit??”

“Ich wollte an dem Öl mal riechen, wie das so ist eben…”
“Na und??”

“Da habe ich den Verschluss wohl nicht richtig zugemacht…”

Kopfschüttel…

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Niemals!

14. April 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich machen kurz vor Ostern noch ein paar kleine Besorgungen, was man halt ab und zu so braucht.
In einer kleinen Bremer Shopping-Passage kommen wir an einem aus Funk und Fernsehen weitläufig bekannten Schuhgeschäft mit kleinen Preisen vorbei…

“Ich habe hier neulich ganz tolle Schuhe gesehen.”
“So? Warum hast du sie dir nicht mitgenommen, Süße?”

“HIER??”
“Ähm…”

“Ich kaufe doch hier keine Schuhe!”
“Und warum nicht?”

“Hinterher sieht das noch jemand.”
“Was sieht jemand??”

“Na dass ich hier Schuhe kaufe!”
“Na und? Ich habe hier auch schon eingekauft.”

“Wirklich??”
“Schatz! Billig muss doch nicht gleich schlecht sein, oder?”

“Es geht ja auch gar nicht um die Schuhe.”
“Aber hier werden doch nur Schuhe verkauft??”

“Ja. Natürlich, ich bin ja nicht doof!”
“Und worum geht es dann, bitte?”

“Ich hätte die Schuhe schon ganz gerne…”
“Dann kauf sie dir doch!”

“Nee, wir müssen ja noch weiter.”
“Dann holen wir sie eben nachher.”

“Nein.”
“Aber das verstehe ich jetzt nicht!?”

“Wieso denn nicht??”
“Also dir gefallen die Schuhe.”

“Ja.”
“Und sie sind auch nicht teuer?”

“Nein.”
“Und deine Größe ist auch noch da?”

“Ich denke schon.”
“WARUM KAUFST DU SIE DANN NICHT??”

“Na wegen der Tüte.”
“Tüte??”

“Ich laufe doch nicht mit einer Tüte von denen rum!”
“Das ist jetzt nicht dein ernst, oder??”

“Doch, das ist mir peinlich.”
“Schatz! Wen interessiert denn bitte die Tüte??”

“Was denn!? Du wolltest neulich die ALDI-Tüte auch nicht!”
“Ich wollte damit ja auch Kuchen für meine Kollegen transportieren!”

“Das ist genau das gleiche.”
“Das ist etwas völlig anderes, der Kuchen war ja nicht von ALDI!”

“Natürlich, bei dir ist das wieder etwas ganz anderes!”
“Ich wollte eben keine Lästerei.”

“Und das will ich eben auch nicht!”
“Aber dich kennt doch hier niemand!”

“Klar, und genau dann begegnet man einem Bekannten! Nee!”
“Also mir ist es sowieso egal, dann eben keine Schuhe.”

“Hast du nicht neulich gesagt, dein Parfum sei alle??”
“Nein, ich sagte, es sei BALD alle.”

“Dann kauf dir doch jetzt ein neues?”
“Nee, jetzt brauche ich es ja noch nicht.”

“Du kaufst das jetzt!”
“Nein! Warum denn unbedingt jetzt??”

“Da hinten ist Douglas.”
“Na und??”

“Und an der Kasse nimmst du dann eine extra große Tüte.”
“Wie bitte??”

“Und DANN können wir die Schuhe holen!”

Kopfschüttel…

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Meine Liebste und ich wuseln am frühen Morgen etwas hektisch in der Wohnung rum. Beide sind wir heute etwas spät dran und deswegen ist Eile angesagt.
Und egal, wie groß die Wohnung dann auch ist, man steht sich eigentlich immer gegenseitig im Weg…

“Schatz! Wo ist meine Jacke!”
“Süße, die hängt doch da am Haken?”

“Nein, nicht die, das ist doch meine dicke Jacke, die andere!”
“Hängt die nicht genau daneben??”

“Mann, ich hab jetzt echt keine Zeit für solche Spielchen!”
“Wieso? Ist das da NICHT deine Jacke??”

“Doch, aber ich suche doch nicht die!”
“Woher soll ich das denn wissen??”

“Die ist doch viel zu dünn!”
“Und warum hängt sie dann da seit ein paar Tagen??”

“Weil es am Wochenende schön war.”
“Aber, ähm… Die Jacke da hast du doch gar nicht an gehabt?”

“Es war ja auch noch ein klitzekleines bisschen zu kalt.”
“Ach, aber die Jacke hast du trotzdem schon mal rausgehängt??”

“Es hätte ja auch plötzlich wärmer werden können!?”
“Hätte, könnte, würde, Hokus Pokus, so ein Quatsch!”

“Das kommt nur, weil ich keine Übergangsjacke habe!”
“Was hast du nicht??”

“Eine Übergangsjacke.”
“Übergang wofür??”

“Vom Winter in den Frühling.”
“Ach, und da braucht man eine besondere Spezialjacke, oder was??”

“Ja. Natürlich.”
“Brauche ich doch aber auch nicht, wieso du denn??”

“Du bräuchtest eigentlich auch eine.”
“Schatz, es sind draußen 4 Grad, das ist Winter!”

“Nein, es sind 4 Grad im Frühling. Das ist was ganz anderes.”
“Aber…”

“Nichts aber!”
“Ähm… Und welche Jacke suchst du jetzt?”

“Wie welche Jacke!”
“Naja, du hast doch gar keine Übergangsjacke, hast du gesagt?”

“Natürlich habe ich eine Übergangsjacke!”
“Aber eben hast du doch noch gemeckert, dass du keine…”

“Ich habe keine für Winter zu Frühling, das stimmt.”
“Aber?”

“Aber für Herbst zu Winter.”
“Aha… Und wo ist die jetzt??”

“Die hängt im Schrank.”
“Und die darf man jetzt nicht anziehen, oder was??”

“Haben wir Herbst, Winter oder Frühling?!”
“Ähm, Frühling?”

“Eben! Also kann ich ja wohl nicht die Herbstjacke anziehen!”
“Ist das die braune Jacke mit dem breiten Gürtel?”

“Ja, das stimmt. Das ist meine Herbst-Winter-Übergangsjacke.”
“Aber die hast du doch nur EINMAL an gehabt, oder??”

“Es gab ja letzten Herbst auch keinen richtigen Übergang!”
“Aber Liebste, kannst du diese Jacke jetzt nicht einfach…”

“Das werde ich wohl müssen, weil ich ja nichts anderes habe!”
“Also schön, dann hol dir jetzt deine braune Jacke und fertig.”

“Ja, aber dann muss ich mich noch kurz umziehen.”
“Wie bitte?? Wieso das denn??”

“Weil ich da einen Pullover drunter anziehen muss.”
“Ähm…”

“Hallo?? Es sind nur 4 Grad draußen!”

Kopfschüttel…

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Meine Liebste und ich sitzen in der Bodega del Puerto, unserem Lieblingsspanier. Es ist rappelvoll und wir haben gerade noch zwei Plätze an einem Tisch bekommen, an dem bereits ein anderes junges Pärchen sitzt.
Naja, macht ja nichts!

“Schatz, komm mal her.”
“Süße, ich sitze hier doch schon.”

“Nein, ich meine, komm doch mal näher!”
“Verstehe ich jetzt nicht??”

“Ich will dir was ins Ohr sagen!”
“Ach so…”

[Ich beuge mich über den Tisch meiner Liebsten entgegen.]

“Hast du das gesehen?”
“Was?”

“Na das Armband!”
“Welches Armband??”

“Das, das die Tussi da neben dir am Arm hat!”
“Habe ich nicht gesehen, wieso?”

“Schau doch mal! Aber unauffällig!”
“Wie soll ich denn in dieser Position unauffällig…”

“Du kannst ja wohl mal eben etwas zur Seite schauen, oder!?”
“Na gut, dann…”

“Nein, jetzt nicht!!”
“Aber ich sollte doch…”

“Jetzt hat sie den Arm gerade unterm Tisch!”
“Oh prima! Dann schlüpfe ich eben schnell unter den Tisch.”

“NEIN! Untersteh dich!”
“Wieso? Das fällt weniger auf, als deine Tuschelei hier!”

“Warte, warte…”
“Ich warte…”

“Mann, kann die nicht mal den Arm wieder hoch nehmen?!”
“Vielleicht hat sie bemerkt, dass du auf ihr Armband schielst…”

“Quatsch! Schau dir die doch mal an, die merkt gar nichts.”
“Ach so, aha, und wieso das??”

“Diese aufgetakelte Kuh??”
“Also ich finde sie eigentlich ganz hübsch.”

“Was?? DIE findest du hübsch??”
“Naja, also, ich meine…”

“Die sieht mir doch aber nicht auch nur ansatzweise ähnlich!?”
“Das stimmt.”

“Auf so einen Typ wie die stehst du doch gar nicht!”
“Was ist die denn für ein Typ, bitte?”

“Typ blonde Zicke mit dicken…”
“Reiß dich zusammen!”

“Ist doch wahr, schau, wie die sich nach vorne beugt und so!”
“Hm…”

“Was machst du da??”
“Ich sollte doch gucken!?”

“Hast du der jetzt etwa voll auf die Dinger geglotzt??”
“Ich sollte doch!”

“Aber doch nicht so!”
“Und wie dann??”

“Du solltest dir ihr ARMBAND angucken, nicht ihren Push-Up!”
“Ach, du sag mal, woran erkennt man das denn eigentlich?”

“Was.”
“Na, dass eine Frau einen Push-Up trägt.”

“Blöde Frage.”
“Wieso? Woran erkennst du das bei dem Mädel da zum Beispiel?”

“So dürre, wie die ist, kann die nicht so große Glocken haben.”
“Aha… Verstehe.”

“Verstehst du gar nicht!”
“Also das heißt, sehr schlanke Frauen haben niemals große…”

“Nicht alle!”
“Du zum Beispiel nicht, wolltest du sagen.”

“Genau.”
“Schatz, darf ich mich jetzt wieder zurück beugen?”

“Hast du ihr Armband gesehen??”
“Nein, aber…”

“Jaja, aber alles Wichtige hast du gesehen, schon klar!”
“Nein, ich wollte sagen, dass…”

“Da sitzt du mit mir hier und DIE glotzt du an!”
“Ich wollte nur sagen, dass ich…”

“Sollen wir Plätze tauschen, dann siehste noch viel mehr!!”
“Nein, aber…”

“Was ist denn!!”
“Mein Nacken wird langsam steif, darf ich wieder zurück?”

“Du bleibst jetzt hier, sonst kann ich nicht lästern!”
“Och Schatz, bitte, ich…”

“Das gehört sich nicht, die Hände unterm Tisch zu haben!”
“Ach! Aber was ich hier mache, DAS gehört sich, ja??”

“Was die da wohl unter dem Tisch macht…”
“Vielleicht hat sie ja ihre Hand auf meinem rechten Knie…”

“Träum weiter!”
“Ich lehne mich jetzt wieder zurück, das ist mir echt zu doof!”

[Ich setze mich wieder normal hin und genieße die Entspannung.]

“-”
“-”

“Gesehen?”
“Nein.”

“-”
“-”

“Jetzt gesehen?”
“Nein!”

“-”
“-”

[Die junge Frau neben mir steht plötzlich auf und bittet ihren Begleiter, einen Moment auf ihre Handtasche Acht zu geben. Ich frage mich, wo sie wohl hin will und plötzlich sehe ich an ihrem linken Arm das Armband blitzen und sofort denke ich mir, das kennst du doch irgendwo her!]

“Haste es jetzt gesehen??”
“Ja, habe ich, Liebste. Kommt mir irgendwie bekannt vor.”

“Irgendwie bekannt?? Du bist so doof!”
“Warum??”

“Das ist original MEIN Thomas Sabo-Armband!”
“Ach ja, stimmt!”

“Das gibt´s doch wohl gar nicht!”
“Wieso? Hast du das auch gerade um, oder was?”

“Da sieht man mal wieder, wie DU mich anschaust!”
“Zeig doch mal, aber wo ist denn dein Arm??”

“Unter dem Tisch.”
“Aber…”

“Ich will nicht, dass die Tussi das sieht!”
“Ähm… Kann es nicht sein, dass sie es schon längst gesehen hat??”

“Wieso!”
“Naja, weil ihr ja beide eure Arme unter dem Tisch…”

“Ach nee! Jetzt plötzlich fällt dir was auf! Na toll!”
“Also Moment mal, ich…”

“Das hast DU mir geschenkt!”
“Ja, richtig…”

“Das sei eine einmalig traumhafte Kombination, hast du gesagt!”
“Naja, also…”

“So! Und woher hat DIE das?? Kennst du die etwa??”

Kopfschüttel…

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Finale von: Ich hatte ja Zeit

9. März 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

…meine Liebste und ich stehen immer noch vor dem Altkleidersack, den die Liebste gepackt hat; und zwar ausschließlich mit meinen Sachen! Nachdem sie die unmöglichsten Erklärungen gefunden hat, warum es sich NUR um meine Klamotten handelt, steht der Sack nun da und es muss entschieden werden, was nun passiert…

“Also bringst du den Sack nun runter oder nicht??”
“Süße! Ich bringe den Sack nirgendwo hin!”

“Was soll das heißen??”
“Dass ich meine Sachen nicht wegwerfen will! Ganz einfach!”

“Du weißt ja gar nicht, was da alles in dem Sack drin ist.”
“Na und?? Ich weiß, dass ich nichts wegwerfen will, das reicht.”

“Du weißt ja gar nicht, was du alles im Schrank rumliegen hast.”
“Also wenn hier einer nicht weiß, was in seinem Schrank ist, dann DU!”

“Ich weiß ganz genau, was in meinem Schrank ist!”
“So? Pah! Dann sag mal, wie viele T-Shirts du hast.”

“Das kann ich nicht.”
“Siehste, sage ich doch!”

“Ich kann es nicht sagen, weil ich keine T-Shirts habe.”
“Na schön, dann meine ich wahrscheinlich diese Tops da…”

“Mit Arm oder ohne?”
“Was weiß ich, meinetwegen mit.”

“Mit halbem oder Viertelarm?”
“Ist doch ganz egal, also wie viele!”

“Das ist nicht egal! Wenn du eine Antwort willst, dann…”
“Also schön, gut, dann, ähm… Halber Arm.”

“Mit V-Ausschnitt oder…”
“LIEBSTE!!”

“Was denn??”
“WIE VIELE!”

“Wenn du so ungenau fragst, dann kann ich das nicht sagen!”
“Himmel, diese Frau bringt mich noch um…”

“Ich??”
“Ja, du! Oder siehst du hier vielleicht noch eine andere??”

“Nee.”
“Eben!”

“Und sag mal, willst du jetzt wirklich alles wieder auspacken??”
“Nein, eigentlich will ich, dass DU das machst!”

“Aber ich habe doch schon alles einpacken müssen!”
“Von MÜSSEN kann ja wohl kaum die Rede sein!”

“Ich dachte wirklich, dass du dich freust, aber…”

[Die Liebste steckt ihre Hände in ihre Hosentaschen, zieht die Schultern leicht an und senkt ihren Kopf ein wenig nach unten.
Dabei macht sie einen Schmollmund, murmelt und schluchzt irgendetwas ganz leise vor sich hin und schaut mich dann aufblickend mit ihren großen Kulleraugen an. Ich frage mich, ob sich da wirklich ein Anflug von Reue abzeichnet oder...]

“Es tut mir leid.”
“Wie bitte?”

“Es tut mir wirklich leid, nicht böse sein, ja?”
“Hm…”

“Ich wollte dich doch überraschen und weil ich dachte, dass…”
“Jaja, schon gut…”

“Nein, wirklich! Ich habe es nur gut gemeint!”
“Mag sein, aber das Ergebnis ist leider, also…”

“Naja, aber nicht mehr böse sein, ja?”
“Hm…”

“Es wäre besser gewesen, wir hätten gemeinsam aussortiert.”
“Das hört sich schon deutlich vernünftiger an.”

“Das sehe ich ja auch ein, ich mache es wieder gut, ja?”
“Und wie willst du das wieder gut machen, bitteschön??”

“Also ich wüsste da was, was wir gemeinsam machen könnten…”
“Und was?”

“Etwas, was dir bestimmt gefallen wird…”
“Und das wäre?”

“Boah, ist das warm hier…”

[Die Liebste macht ganz langsam ein paar Schritte auf mich zu, zupft dabei lasziv an ihrem Pullover, streift ihre Schuhe ab und wirft ihre Haare schwungvoll nach hinten.
Ich muss sagen, dass ich mit so einem Verlauf nun wirklich nicht gerechnet hatte und dass ich wieder einmal feststellen muss, dass die Liebste immer wieder für eine aufregende Überraschung gut ist!]

“Warte mal…”
“Na, da bin ich aber jetzt gespannt!”

[Die Liebste gleitet mit ihren Händen an ihrem Pullover hinunter, greift sich die Enden und zieht ihn sich langsam über den Kopf...]

“Und? Gefällt dir das jetzt besser?”
“Sehr gut, sehr gut! Und wie geht´s jetzt weiter?”

“Jetzt tust du das alte Ding von mir auch in den Sack und dann bringst du ihn endlich runter!”

Kopfschüttel…

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Fortsetzung: Ich hatte ja Zeit

5. März 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

…meine Liebste war ein paar Tage alleine zu Hause und bei dieser Gelegenheit hat sie einen ganzen Altkleidersack voll gemacht; das an sich ist lobenswert, aber: aussortiert hat sie nur MEINE Sachen! Als sei das noch nicht Grund genug zum Kopfschütteln, setzt die Liebste noch einen drauf…

“Warum guckst du denn jetzt so komisch??”
“Süße! Wieso sortierst du denn MEINE Sachen aus??”

“Freu dich doch!”
“Worüber?? Dass DU MEINE Sachen wegwerfen willst??”

“Nein, dass ich dir geholfen habe, das war viel Arbeit!”
“Aber du kannst doch nicht einfach Sachen von mir…”

“Ich habe nur Klamotten aussortiert, die du ersetzen wolltest.”
“Ach so?! Und wann bitte haben wir darüber gesprochen??”

“Neulich.”
“Neulich?? Komisch, kann ich mich gar nicht dran erinnern!”

“Als wir über Michael sprachen.”
“Michael?? Michael hat seinen Koffer am Flughafen verloren!”

“Eben.”
“Und was hat das jetzt mit mir zu tun??”

“Du hast gesagt, dass er sich jetzt wohl alles neu kaufen muss.”
“Muss er ja auch.”

“Und dass du das auch gerne mal machen würdest.”
“Bitte?? Das habe ich nicht gesagt!”

“Und ob hast du das gesagt! Du wolltest auch alles neu kaufen!”
“…wenn es die Versicherung bezahlt, ja! DARUM ging es!!”

“Ach so…”
“Ja, ach so! Himmel, also manchmal, da könnte ich dich…”

“Uups, dann habe ich das wohl falsch verstanden.”
“Und selbst wenn! Ich schmeiße meine Sachen gerne selber weg!!”

“Darum geht es dir also? Dass du das selber machen willst??”
“Natürlich! Da lege ich wirklich sehr großen Wert drauf!!”

“OK, das tut mir leid, aber ich weiß da einen Ausweg.”
“Und??”

“Wenn du das machen willst, dann bring den Sack runter!”

Kopfschüttel…

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Ich hatte ja Zeit

2. März 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste ist am Wochenende zwei Tage allein zuhause gewesen; ich war zur Abwechslung mal solo unterwegs und habe mich mit alten Freunden getroffen.
“Dann kann ich endlich mal in Ruhe machen, wozu ich sonst nicht komme”, hat sie gesagt.
Und wohl auch getan…

“Hallo Schatz, na, habt ihr Spaß gehabt?”
“Ja, Süße. Ich soll dich von allen schön grüßen.”

“Danke.”
“Und? Was hast du so gemacht hier?”

“Och, nicht viel.”
“So?”

“Ach doch, ich habe mich auf nächste Woche vorbereitet.”
“Nächste Woche? Wieso? Was ist denn nächste Woche?”

“Da ist Altkleidersammlung.”
“Wie bitte??”

“Altkleidersammlung! Wo man die alten Sachen in die Säcke…”
“Ich weiß, was eine Altkleidersammlung ist!”

“Warum fragst du denn dann??”
“Ich frage nicht, ich wundere mich!”

“Worüber?”
“Dass DU das Wort Altkleidersammlung überhaupt kennst.”

“Was soll das denn heißen!?”
“Du hast noch NIE was aussortiert!”

“Das stimmt ja gar nicht!”
“Zumindest kann ICH mich nicht daran erinnern.”

“Ich habe sogar schon einen ganzen Sack voll gemacht.”
“Mit Klamotten?”

“Jawohl! Und das sind alles Sachen, die man gut abgeben kann.”
“Aha… Hätte ich nicht gedacht, dass du…”

“Ich hatte ja Zeit am Wochenende.”
“Ja… Und wo hast du den Sack hingestellt?”

“Der steht im Arbeitszimmer, wieso?”
“Ach, ich wollte ihn nur mal sehen.”

“Sehen?? Das ist ein weißer Plastiksack mit roten…”
“Jaja, ich weiß, wie ein Altkleidersack aussieht.”

“Und was gibt es da dann jetzt zu sehen?”
“Ich muss mich davon überzeugen, dass ich das nicht träume…”

“Du bist so doof!”
“Ich sehe schon die Schlagzeilen in der Zeitung morgen…”

“Jaja, mach du dich ruhig über mich lustig!”

[Ich gehe in unser Arbeitszimmer und tatsächlich: da steht ein Altkleidersack, der etwa dreiviertel gefüllt ist. Ich bin wirklich erstaunt!
Die Liebste hat noch nie etwas aussortiert, geschweige denn weggeworfen, sofern es sich nicht um ein verschlissenes oder stark beschädigtes Kleidungsstück gehandelt hat.
Da sie den Sack noch nicht zugebunden hat, werfe ich einen Blick hinein, um mich restlos von diesem Wunder zu überzeugen.]

“Und?”
“Ist das hier eine Jeans??”

“Ja. Die ist uralt, aber wohl noch zu gebrauchen.”
“Du trennst dich von einer Jeans??”

“Warum nicht?”
“Klar, warum nicht… Was ist das denn hier??”

“Das ist ein T-Shirt.”
“Hm, das kommt mir irgendwie so bekannt vor…”

“Das sollte es auch.”
“Ähm, sag mal, ist das nicht eigentlich meins??”

“Ja, aber das hast du doch 10 Jahre nicht mehr an gehabt?”
“Kann sein, aber wieso ist das da jetzt drin??”

“Willst du das alte Ding etwa behalten??”
“Nein, aber… Und das hier?? Das ist ja MEIN alter Pullover!”

“Stimmt. Der ist alt und hässlich.”
“Das ist aber doch mein Malerpullover!”

“Du malst ja gar nicht!”
“Nein, ich meine, so für Renovierungen und so!”

“Echt?”
“Ja, echt! Wieso sind hier auch Sachen von mir drin??”

“Da sind NUR Sachen von dir drin.”
“Was??”

“Meinen Schrank mache ich dann vielleicht beim nächsten Mal.”

Kopfschüttel…

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Ich bin doch gar nicht aufgebrezelt!

15. Dezember 2008, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich sind am Wochenende auf dem Weg zu einer Geschäftseröffnung; der taufrische Inhaber ist ein Freund von uns und hat uns eingeladen.
Beladen mit einem Präsentkorb und einem Strauß Blumen laufen wir durch die kleine und bunte Einkaufsstraße.

“Schatz, was kommen da denn sonst noch für Leute hin?”
“Keine Ahnung, Süße. Freunde von Frank und Kunden?”

“Hm…”
“Ist doch auch egal, werden wir ja sehen.”

“Ich meine ja nur, ob wir da auch richtig angezogen sind.”
“Sind wir.”

“Vielleicht hätte ich doch die schwarze Hose anziehen sollen…”
“Quatsch.”

“Sieht das denn gut aus, was ich an habe?”
“Perfekt.”

“Perfekt??”
“Perfekt.”

“Perfekt kann ja gar nicht sein!”
“Ähm… Und wieso nicht?”

“Perfekt hieße, dass man das nicht mehr übertreffen kann!”
“Und?”

“Ich bin doch gar nicht so aufgebrezelt!”
“Habe ich doch auch gar nicht gesagt??”

“Perfekt, hast du gesagt!”
“Schatz, ich möchte da jetzt nicht weiter darüber reden!”

“Warum denn nicht??”
“Weil das eh zu nichts führt, das kennt man doch!”

“Ich habe doch nur gefragt, ob dir das gefällt??”
“Jaja! Und am Ende bin ich doch nur wieder der Dumme!”

“Meinst du etwa, dass ich keine Kritik vertragen kann??”
“Nein, das meinte ich nicht.”

“Das stimmt auch nicht! Ich KANN sehr wohl Kritik vertragen!”
“Schön! Das ist ein durchaus positiver Charakterzug.”

“Jetzt ist nicht mein Charakter wichtig, sondern meine Hose!”
“Deine Hose ist perf… Ähm, ist dem Anlass sehr angemessen.”

“Angemessen?? Angemessen hieße, das geht gerade so!”
“Himmel! Schatz!!”

“Bleib stehen!”

[Kaum ausgerufen, bleibt die Liebste abrupt stehen, stemmt ihre Arme in die Hüfte, neigt ihren Kopf etwas nach rechts und macht dabei ein äußerst erregt-fragendes Gesicht. Etwa zwei Meter später komme ich dann auch zum Stehen und drehe mich zu meiner Liebsten um...]

“Kannst du nicht EINMAL sagen, ob ich gut aussehe oder nicht??”
“Aber das habe ich dir doch schon gesagt!?”

“Perfekt und angemessen hast du gesagt!”
“Was soll ich denn stattdessen sagen??”

“Zum Beispiel: die Hose macht dich schlank, aber sie ist zu lang!”
“Oh schön, das reimt sich…”

“Schatz! Ich meine es ernst!”
“Ok, also: Liebste, die Hose macht dich schlank und sie ist zu lang.”

“Und was noch?”
“Wieso was noch??”

“Ja das war es jetzt schon??”
“Ähm… Vielleicht hättest du doch deine Stiefel anziehen sollen…”

“Was?? Was ist denn jetzt mit den Stiefeln??”
“Ich meine ja nur, weil…”

“Aber dann wäre die Hose ja noch länger!”
“Ach so, daran habe ich gar nicht gedacht…”

Blödmann!”
“Hör jetzt auf, dich aufzuregen, das macht nur Falten auf der Stirn.”

“FALTEN?? SONST NOCH WAS??”
“Nein, ich bin fertig.”

“Du mit deiner ewigen Nörgelei!”
“Aber du hast doch…”

“Du solltest dir lieber mal um DEINE Falten Sorgen machen!”
“Schatz, das war auch nicht so ernst gemeint, ich…”

“Deine Jeans ist zu hell und die Schuhe sind nicht geputzt!”
“Ähm…”

“Und dein Schal ist hundert Jahre alt!”
“Mein Schal??”

“Und Rasieren heißt, nicht die Hälfte zu vergessen!”
“Aber ich…”

“Und über das schreckliche Hemd will ich gar nicht erst reden!”
“So, das dürfte jetzt wohl reichen, oder hast du sonst noch was!?”

“Nee, ansonsten siehst du perfekt aus!”

Kopfschüttel…

Hinweis zum neuen Design: wenn es irgendwie “zerbrochen” aussieht, bitte STRG-F5 drücken oder Cache leeren!

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