Bloß ein Gefallen

25. Juli 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich haben am Samstagmorgen unsere Wohnung wieder auf Vordermann gebracht. Nachdem die Arbeit erledigt ist, setze ich mich gemütlich auf  unserer Terrasse in den Liegestuhl und lese Zeitung.
Da kommt die Liebste um die Ecke…

“Wie ich sehe, scheinst du fertig zu sein, Schatz?”
“Richtig, Süße. Ich mache jetzt Wochenende.”

“Aha. Ich wollte aber noch eben schnell in die Stadt.”
“In die Stadt??”

“Ja, ich will noch ein paar Klamotten kaufen.”
“Och nee, also da habe ich ja jetzt gar keine Lust zu!”

“Du sollst ja auch gar nicht mit.”
“Ach so?”

“Ich fahre mit Simone, wir treffen uns gleich.”
“Also wenn das so ist, dann wünsche ich euch viel Spaß!”

“Danke. Soll ich dir irgendwas mitbringen?”
“Nein.”

“Nicht?”
“Nee.”

“Brauchst du nicht noch ein paar neue Socken?”
“Nein.”

“Irgendwie hatte ich das noch in Erinnerung…”
“Danke, aber ich brauche nichts.”

“Hast du denn noch genug Socken?”
“Ja.”

“Aber wieso habe ich denn dann diesen Gedanken im Kopf??”

“Tja, das, ähm… Da musst du dich irren.”

“Also ich soll dir nichts mitbringen?”
“Nein.”

“Aber Socken kann man doch nie genug haben?”
“Ich habe genug, Liebste.”

“Wie viele denn??”
“Keine Ahnung, aber auf jeden Fall genug.”

“Hm…”
“Lass mich jetzt weiter Zeitung lesen, ja? Danke.”

“Soll ich mal nachgucken gehen?”

“Was willst du denn nachgucken??”

“Ob du genug Socken hast?”
“Nein, sollst du nicht!”

“Na schön, dann eben nicht.”
“Danke.”

“Wofür bedankst du dich denn dauernd??”
“Ähm… Dafür, dass du mich nicht mehr mit den Socken nervst.”

“Ich will dir doch aber bloß einen Gefallen tun??”
“Das ist ja auch sehr lieb, aber ich brauche nichts.”

“Ich biete dir an, für dich durch die Stadt zu rennen!”
“Ähm…”

“..und du, du tust das einfach so ab!”
“Also Moment mal, ich…”

“Als wäre das selbstverständlich, dass ich für dich einkaufe!”
“Aber Liebste, du SOLLST doch gar nicht für mich einkaufen!?”

“Tue ich auch nicht! Jetzt nicht mehr!”
“Gut, dann haben wir das ja geklärt.”

“SCHATZ!!”

“Was ist denn??”

“Wir haben GAR NICHTS geklärt!”
“Was ist denn noch??”

“Es geht darum, dass du mich ignorierst!”
“Ich dich?? Ich ignoriere dich doch nicht!?”

“Doch! Ich wollte dir nur ein paar Socken mitbringen!”

“Und??”

“Das mache ich nur, weil ich dir einen Gefallen tun will!”
“Ja, aber??”

“Und für dich ist das überhaupt gar nichts wert!”
“Deine Absicht schon, aber ich brauche nun mal keine Socken!?”

“Natürlich brauchst du Socken!”
“Himmelherrgott, dank bring mir eben zwei Paar Socken mit!”

“Ach! Jetzt plötzlich??”
“Ja, jetzt plötzlich.”

“Ich dachte, du brauchst gar keine??”
“Die Situation hat sich eben geändert.”

“Du willst ja jetzt nur Socken, damit ich nicht sauer bin!”

“Wenn die Socken auch diesen Zweck erfüllen, dann ist es gut.”

“Du bist sooo doof!”
“Also bringst du mir nun Socken mit oder nicht!?”

“Natürlich, du brauchst ja auch dringend welche!”
“Schön, dann wünsche ich dir viel Spaß jetzt mit Simone.”

“Moment, Moment; nun mal gaaanz langsam!”
“Was ist denn noch?”

“Ich soll dir Socken mitbringen?”
“Ja.”

“Zwei Paar, deine Üblichen von Hilfinger?”
“Das wäre nett, ja.”

“Wären vier Paar nicht besser??”
“Ähm…”

“Dann könntest du einige von deinen alten Socken entsorgen.”
“Na schön, dann eben vier Paar.”

“Mann, wenn du mich nicht hättest!”
“Ja, dann müsste ich dauernd nackt durch die Gegend rennen…”

“Ha – ha; sehr witzig. Also, ich warte.”
“Worauf wartest du denn??”

“Na, ich brauche mindestens 50 Euro von dir?!”
“50 Euro?? Für ein paar Socken??”

“Nee, für die Socken brauche ich ungefähr 20-30.”
“Und wofür den Rest??”

“Für unsere Unkosten, wir müssen bestimmt ne Pause machen.”
“Aha, und wieso muss ICH euren Kaffeeklatsch bezahlen??”

“Für wen rennen wir denn hier stundenlang durch die Stadt??”

Kopfschüttel…

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Meine Liebste sitzt in der Küche, als ich am Abend gut gelaunt nach Hause komme.
Schon bei der Begrüßung fällt mir auf, dass die Liebste etwas außer Atem zu sein scheint; was sie wohl wieder angestellt hat??
Die Erklärung lässt natürlich nicht lange auf sich warten…

“Hallo Schatz!”
“Guten Abend Süße, na? Was ist los?”

“Wieso, was soll denn sein?”
“Du scheinst etwas aus der Puste zu sein.”

“Ja, ich habe das Badezimmer umgeräumt.”
“Du hast was??”

“Ich habe das ganze Badezimmer umgeräumt!”
“Aha. Steht die Badewanne jetzt auf der anderen Seite?”

“Natürlich nicht, das geht ja gar nicht!”
“Ach so…”

“Oder geht das doch?”
“Ähm, nein, nein, das geht nicht.”

“Wäre aber eigentlich eine gute Idee!”
“Liebste, vergiss es einfach ganz schnell wieder, ja??”

“Wieso denn?? Wäre das viel Aufwand?”
“Ich glaube, es gäbe kaum etwas, was mehr Aufwand wäre…”

“Das wäre gut, weil dann wäre in der Ecke mehr Platz.”
“Mehr Platz wofür??”

“Weiß nicht, aber da fällt mir bestimmt was ein.”
“Die Badewanne bleibt bitte, wo sie ist. Basta!”

“Man wird doch wohl mal darüber nachdenken dürfen??”

“Nachdenken ja, machen nein.”

“…ich hätte ja gerne auch eine größere Badewanne, weißt du?”
“Wofür?? Wir benutzen die Badewanne doch sowieso nie!?”

“Du nicht, ich schon!”
“Du?? Wann warst du denn das letzte Mal in der Wanne??”

“Ich war nicht so direkt, meine ich, also nicht richtig drin.”
“Was??”

“Ich meine, ich würde ja baden, wenn die Wanne größer wäre.”
“Sie ist aber nicht größer.”

“Aber wenn sie es wäre, dann würde ich!”
“Ist sie aber nicht!”

“Du hast aber gesagt, es ginge!”
“Das habe ich NICHT gesagt!”

“Doch, das wäre nur etwas mehr Aufwand, hast du gesagt!”
“Etwas?? Dafür müssten wir das gesamte Badezimmer einreißen!”

“Das ganze Badezimmer??”
“Natürlich, da müssten ja neue Leitungen gelegt werden und alles!”

“Auch fürs Waschbecken?”

“Wieso denn jetzt fürs Waschbecken??”

“Bei der Gelegenheit könnten wir gleich ein zweites, ich meine…”
“Ein zweites Waschbecken?? Wofür denn das??”

“Also das ist jetzt das Stichwort für das eigentliche Problem.”
“Was?? Was denn für ein Problem??”

“Naja, das zweite Waschbecken brauchst eigentlich du.”
“Ich?? Für zweimal am Tag Zähne putzen??”

“Nicht so sehr das Waschbecken.”
“Sondern??”

“Sondern die Ablage, die da drüber ist.”
“Wir haben doch eine? Oder nicht??”

“Natürlich habe wir eine!”

“Und??”

“Die linke Hälfte für mich, die rechte für dich.”
“Pff! Du meinst wohl eher vier Fünftel für dich!”

“Ähm, das ist nicht ganz richtig, glaube ich…”

“Ach ja, ich wollte eigentlich acht Neuntel sagen, danke!”

“Nein, es sind jetzt nach dem Umräumen eher zehn Zehntel…”
“Was?? Soll das heißen, ich habe jetzt da gar keinen Platz mehr??”

“Aber es ging wirklich nicht anders, ehrlich!”
“Liebste, das bleibt auf gar keinen Fall so!”

“Aber…”
“Ich will MEINEN popeligen Platz auf der Ablage zurück!”

“Aber Schatz, ich…”
“Jetzt muss ich hier schon um 20 Quadratzentimeter kämpfen!”

“Ich sage doch, dass wir ein zweites Waschbecken brauchen!”
“Reicht nicht auch einfach eine zweite Ablage??”

“Wie sieht das denn aus, so ganz ohne Waschbecken, ts ts…”
“OK! Schön! Reißen wir doch gleich das ganze Haus nieder!”

“Das ganze Haus??”

“Klar! Und wir bauen ein riesen Badezimmer drauf, wie wäre das??”

“Ähm, ist das nicht ein bisschen übertrieben, Schatz?”
“Ach was! Wieso! Ein Badezimmer mit 10 Badewannen!”

“So viele??”
“Ja, und 20 Waschbecken mit 40 Ablagen!!”

“Schatz, geht es dir gut? Warum schwitzt du denn so??”

“Lass uns doch gleich anfangen! Wo ist der große Hammer??”

“Nee, nee, lass mal; ich habe es nicht so gemeint…”
“Nicht?? Du willst mich also doch nicht ins Irrenhaus bringen??”

“Jetzt reg dich mal wieder ab, ich habe doch nur laut gedacht…”
“Oh Gott, ich muss mich erst mal hinsetzen…”

“Wir brauchen kein neues Badezimmer, unseres ist völlig OK.”

“Wirklich?”

“Wirklich.”

“Keine neue Badewanne?”

“Nein.”
“Und auch kein zweites Waschbecken?”

“Nein, nein.”
“Jetzt bin ich echt etwas erleichtert, muss ich sagen…”

“Können wir denn eine zweite Ablage an die Wand machen?”
“Naja, das… Das ginge wohl…”

“Na dann können wir ja wohl auch gleich ne neue Badewanne und ein Waschbecken hinhängen!”

Kopfschüttel…

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Waschbären und Wiesel

3. Juni 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste kommt am Abend aufgeregt ins Wohnzimmer gerannt, wo ich gerade aufmerksam eine Fernsehreportage über Waschbären auf n-tv verfolge.
Aus den Augenwinkeln sehe ich allerdings schon, dass die Liebste ihre (eine ihrer) Lieblingshandtasche in der Hand hat…

“Du, Schatz! Schatz! Hilfe!”
“Was ist denn, Süße?”

“Meine Handtasche ist kaputt!”
“Aha, du, kann das vielleicht noch 5 Minuten warten?”

“Aber meine Handtasche ist kaputt!”
“Was ist denn damit?? Kriegst du nichts mehr reingestopft??”

“Sooo viele Sachen sind da gar nicht drin!”
“Naja, tragen kannst du sie ja wenigstens noch…”

“Jetzt hör mir doch mal zu, bei meiner Tasche ist…”
“Liebste ich gucke mir gerade was über Waschbären an und…”

“Waschbären??”
“Ja, Waschbären. Und gleich kommt was über Wiesel.”

“Och Schatz! Was ist da denn wohl wichtiger!?”
“Die Waschbären.”

“Meine Tasche!”
“Herrgott, was ist denn mit deiner Tasche??”

“Hier, der Reißverschluss an der Seitentasche ist kaputt, schau!”
“Ah ja. Und jetzt nimm bitte die Tasche wieder aus meinem Gesicht…”

“Was mache ich denn jetzt?”
“Das kann man nicht reparieren.”

“Warum nicht??”
“Weil am Anfang hier das kleine Ding kaputtgebrochen ist.”

“Und was kann man da machen? Sieht doch blöd aus so!”
“Nichts kann man da machen, das sagte ich bereits.”

“Aber ich kann doch jetzt nicht die ganze Tasche wegwerfen!?”
“Hm… Tja, also man könnte eventuell…”

“Oh, schau, jetzt kommen die Wiesel im Fernsehen!”
“Ja… INTERESSANT, ODER??”

“Ja, sehr! Das will ich auch sehen!”
“Ich dachte, deine Handtasche habe jetzt Priorität?”

“Hat sie ja auch. Kannst du das für mich reparieren?”
“Kann das nicht bis morgen warten??”

“Oh bitte, ich bin schon ganz nervös deswegen!”
“Merkt man gar nicht…”

“Ich gucke jetzt die Wiesel und erzähle dir gleich alles.”
“Aber dann sehe ich ja nichts von den Wieseln!?”

“Du wirst doch wohl wissen, wie Wiesel aussehen??”
“Ja schon, aber…”

“Für dich ist das doch ein Handgriff, bitte, bitte!!”
“Darf ich danach in Ruhe weiter fernsehen??”

“Ja. Und ich erzähle dir ausführlich, was du alles verp…”
“…danke, aber das muss nun wirklich nicht s…”

“Psst! Ich will das hören!”

[Na klar, ich hätte auch standhaft bleiben können... Bleiben müssen! Nun ja. Auf der anderen Seite finde ich Wiesel lange nicht so interessant, wie Waschbären... Ja, gut, mit diesem armseligen Argument kann ich leben. Muss ich leben.
Also gehe ich mit der Handtasche der Liebsten in die Küche und krame den Sekundenkleber aus einer der Schubladen; vielleicht kann ich den Anfang des Reißverschlusses ja zusammendrücken und mit dem Kleber fixieren. Wenigstens ist die kleine Seitentasche leer: aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der mir noch verbliebenen geistigen Gesundheit will ich auf keinen Fall mehr wissen, was die Liebste alles in ihrer Handtasche bunkert und täglich mit sich rumschleppt.
Nach gefühlten 533 Minuten und mehreren deutlichen Macken in meinen Fingernägeln habe ich den widerspenstigen Reißverschluss zugeklebt: leider im wahrsten Sinne des Wortes; denn der Reißverschluss ist nun zwar zu, aber er lässt sich auch nicht mehr öffnen... Oh, oh...]

“Hallo Schatz! Wo warst du denn so lange??”
“Naja, also, ich ähm…”

“Ist der Reißverschluss jetzt zu?”
“Ja, schon, aber…”

“Das ist ja super! Danke, danke, danke!!”
“Ähm, gern geschehen, nur…”

“Ich hab dich soooooo lieb!”
“Also der Reißverschluss ist jetzt zu, allerdings…”

“Sieht aus wie neu! ich wusste doch, dass du das hinkriegst!”
“Moment, also was ich noch dazu sagen muss, ähm…”

“Das ist meine absolute Lieblingshandtasche, weißt du?”
“Tatsächlich, aha…”

“Prima, dann kann ich die ja morgen mitnehmen, freut mich!”
“Liebste, ich muss dir aber noch was dazu sagen…”

“Was denn?”
“Naja, also es gab ein klitzekleines Problem und…”

“Wieso, hast du was aus der Tasche rausgenommen??”
“Nein, da war ich nicht dran, nur an der Seitentasche.”

“Dann ist ja gut, weil die Sachen sind alle wichtig.”
“Natürlich, ist klar, alles sehr wichtig.”

“Was ist denn nun? Was für ein Problem gibt es denn??”
“Also ich musste den Reißverschluss ja kleben und…”

“…und??”
“Und dabei habe ich ihn wohl dauerhaft zusammengeklebt.”

“Was? Was soll das heißen, verstehe ich nicht??”
“Naja, also, er lässt sich nicht mehr öffnen.”

“Soll das heißen, ich kann, also ich kann nicht mehr…”
“Ja, das heißt es leider. Er geht nicht mehr auf.”

“Willst du damit sagen, dass an MEINER LIEBLINGSTASCHE d…”
“…ich bin ja kein Reißverschlussprofi, tut mir leid!”

“Und der geht wirklich nicht mehr auf?? Ganz sicher??”
“Ja, Liebste. Tut mir leid. Da habe ich wohl irgendwas…”

“Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Ist schon gut…”
“Bist du jetzt traurig oder so?”

“Nein, warum??”
“Naja, ich meine, weil deine Lieblingstasche, und so?”

“Quatsch! Ist doch super, wenn der Reißverschluss zu ist.”
“Schon, aber er geht nicht mehr auf?”

“Na und?”
“Was heißt denn na und, bitte??”

“Die Seitentasche benutze ich sowieso nie!”

Kopfschüttel…

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Aber wo?

3. Mai 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich sind am Wochenende mit Freunden verabredet und wir sind kurz davor, dorthin loszufahren. Während ich bereits in der Tür stehe und mit meinem Schlüssel herumspiele, höre ich die Liebste noch in der Wohnung herumlaufen.
Es kann sich nur nur noch um Stunden handeln…

“Ich komme gleich!”
“Das ist schön, Süße…”

“Bist du schon fertig?”
“Ja, ich warte.”

“Komme gleich!”
“Schön, Schatz.”

“Es ist nur, weil ich sie nicht finde!”
“Wen findest du nicht?”

“Meine Sonnenbrille!”
“Ähm… Liebste, es regnet draußen in Strömen…”

“Ja, jetzt vieleicht, aber wer weiß, wie es gleich wird!”
“Liebste, du brauchst deine Sonnenbrille heute nicht.”

“Ohne meine Sonnenbrille fahre ich nicht!”
“Apropos fahren: liegt die Brille vielleicht noch im Auto?”

“Nee, das kann nicht sein.”
“Und warum nicht?”

“Weil ich sie extra mit raus genommen habe, um…”
“Um??”

“…um sie nicht im Auto zu vergessen.”
“Aha… Sehr gute Idee, Süße…”

“Aber wo habe ich sie jetzt hingelegt??”
“Ist doch egal, du kannst sie morgen suchen, komm jetzt!”

“Nicht ohne Sonnenbrille!”
“Aber du wirst sie heute nicht brauchen, glaube mir!”

“Ohne Brille gehe ich nicht weg!”
“Na schön, dann nimm eben meine.”

“Deine??”
“Meine. Sie liegt im Auto.”

“Hm… Das wäre zur Not eine Alternative…”
“Schön, können wir dann jetzt los?”

“Nein. Ich muss noch was holen, Moment…”
“Was fehlt denn jetzt noch??”

“Hallo?? Wir reden hier schließlich über deine Sonnenbrille!”
“Ja, und was brauchst du jetzt noch??”

“Moment, bin gleich wieder da…”

[Die Liebste dreht auf ihren Absätzen um und rennt erneut durch die ganze Wohnung... Natürlich frage ich mich, was sie jetzt wieder sucht, und ich kämpfe mit mir, ob ich sie nun auch noch danach fragen soll...]

“So ein Mist!”
“Liebste, was ist denn jetzt??”

“Ich finde es nicht!”
“Was denn??”

“Und das nur, weil ich deine blöde Sonnenbrille aufsetzen muss!”
“Oh, entschuldige bitte! Abgesehen davon regnet es draußen!”

“Ohne können wir aber nicht los!”
“Was fehlt denn?? Lippenstift?? Geld?? Handtasche?? Tampons??”

“Quatsch!”
“Sondern??”

“Das Brillenputztuch!”

Kopfschüttel…

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Drei zu Null, oder?

7. Februar 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste sitzt auf dem Sofa, als ich am späten Abend nach Hause komme.
Dass sie dort sitzt ist nichts Besonderes, aber sie trägt noch ihre volle Tagesbekleidung; gewöhnlich macht sie es sich abends etwas bequemer. Auch die verschränkten Arme lassen erahnen, dass…

“Hallo Schatz.”
“Hallo Süße! Na, alles gut bei dir?”

“Nein.”
“Nicht? Was ist denn los?”

“Ich habe mal wieder wirklich NICHTS anzuziehen!”
“Aha, und ähm, was ist das, was du da gerade an hast?”

“Eben! Eben! Guck dir das doch mal an!”
“Tja, also, ich…”

“Dieser Pulli hier, findest du den etwa schön??”
“Ähm…”

“Der passt doch gar nicht zu mir, oder??”
“Naja, du hast ihn ja auch noch nicht oft getragen…”

“Das kann man wohl sagen, sehr gut beobachtet!”

[1:0 für mich...]

“Und die Jeans?? Guck dir das doch mal an hier!”
“Was ist denn damit??”

“Die ist doch viel zu wenig verwaschen!”
“Verwaschen??”

“Die ist langweilig, meine ich!”
“Och, es kommt ja auch ein bisschen drauf an, was drin steckt…”

“Sollte das ein Kompliment für mich werden??”
“Ähm, ja?”

“Danke.”

[2:0 für mich...]

“Trotzdem ist die langweilig, die Jeans mag ich nicht!”
“Ähm, nur so interessenhalber: du hast sie doch mal gekauft, oder??”

“Natürlich habe ich sie gekauft!”
“Und dabei ist dir nicht schon aufgefallen, dass…”

“Ich dachte, dass die anders aussieht.”
“Aha…”

“So, und jetzt schau dir bitte mal die Schuhe an.”
“Zeig mal?”

[Die Liebste sitzt tatsächlich noch mit Schuhen an den Füßen auf dem Sofa; jetzt hebt sie beide Beine nach oben, damit ich mir die Schuhe ansehen kann...]

“So, und jetzt sag mal: die sind doch auch langweilig, oder??”
“Also, ich, ähm… Wieso findest du die denn jetzt langweilig?”

“Das Leder ist viel zu glatt und zu rund und…”
“…aber die Absätze, die sind doch ganz schön, oder?”

“Naja, das… Ja, das stimmt schon. Ausnahmsweise.”

[3:0 für mich! Jetzt kann mir nicht mehr viel passieren!]

“Trotzdem: ich weiß echt nicht mehr, was ich noch anziehen soll!”
“Hm…”

“Was soll ich denn jetzt machen??”
“Liebste, wie wäre es, wenn ich dich morgen zum Shoppen einlade?”

“Zum Shoppen??”
“Wir fahren in die Stadt und du kaufst dir was richtig Schönes.”

“Du bist echt ein Blödmann, weißt du das!”
“Ähm… Ich??”

“Ja, wie kann man nur so böse zu seiner Freundin sein!”
“Also Moment mal, ich…”

“Was soll denn das jetzt??”
“Entschuldigung, aber ich dachte, weil du doch…”

“Männer! Pff!”
“Ich wollte nur, dass du deine alten Klamotten da entsorgen kannst!”

“Meine alten Klamotten?? Diese hier??”
“Davon sprechen wir doch gerade die ganze Zeit oder??”

“Du meinst also die, die ich hier gerade an habe??”
“Den nicht passenden Pulli, die langweilige Jeans, die öden Schuhe.”

“Jetzt reicht es aber, BERND!”

[Uups... Wenn Sie BERND sagt, dann steht die Welt kurz vor dem Untergang; oder anders: ich stehe nahe am Abgrund und die Liebste überlegt, ob sie schubst...]

“Vielleicht bist du jetzt besser still, das ist gesünder für dich!”
“Normalerweise freust du dich doch, wenn wir shoppen gehen??”

“Ja, das ist wohl richtig.”
“Und was stimmt dann jetzt nicht??”

“ICH WAR HEUTE SHOPPEN, du Doof!”
“Oh… Und du hast dann wahrscheinlich diese Sachen da gek…”

“JA GENAU!”
“Ähm…”

“So, und jetzt noch mal: wie findest du den Pulli?”

Kopfschüttel…

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Schnell was nachfragen

27. Januar 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste kommt aufgeregt ins Wohnzimmer gerannt, während ich auf dem Sofa sitze und Zeitung lese.
Noch während ich bei ihrem Anblick spontan denke, dass sie bestimmt wieder irgendetwas angestellt hat, legt die Liebste auch schon los.
Aber mal ehrlich: es muss ja nicht immer gleich was Schlimmes sein…

“Du, Schatz? Ich müsst mal schnell was nachfragen!”
“Was denn, Süße?”

“Die gelbe Zahnbürste ist doch deine, oder??”
“Wieso?”

“Sag doch mal, stimmt doch, oder?”
“Nein. Die BLAUE ist meine. Wie immer, wie du weißt.”

“Und wofür ist dann die gelbe??”
“Die gelbe Zahnbürste ist zum Reinigen für den Abfluss.”

“Aha, und die blaue ist dann also…”
“…für meine Zähne, ja.”

“Oh…”

Kopfschüttel…

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Stopfen

14. Dezember 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich sitzen in der Küche an unserem kleinen Tisch und essen Quarkbällchen, die die Liebste vom Einkaufen mitgebracht hat.
Die Tür zum Wirtschaftsraum steht auf, wo sich auch die Waschmaschine befindet; vor der Maschine liegt ein kleiner Berg Wäsche, der auf Säuberung wartet.

“Schatz, hast du gesehen?”
“Was denn, Süße?”

“Da liegen deine Socken.”
“Ähm, das sehe ich, ja…”

“Und in der einen da ist ein kleines Loch drin, vorne am Zeh.”
“Tatsächlich? Ist mir gar nicht aufgefallen?”

“Mir schon.”
“Naja gut, dann…”

“Soll ich dir deine Socken stopfen?”
“Du willst meine Socken stopfen??”

“Nein, ich fragte, ob ich deine Socken stopfen SOLL.”
“Ach so… Nein, das ist nicht nötig.”

“Das ist Glück für dich.”
“Glück? Wieso??”

“Glaubst du etwa, ich würde dir deine Socken stopfen??”
“Ähm…”

“Du spinnst wohl!”

Kopfschüttel…

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Sag doch mal, hol ich dir!

16. November 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich kommen am Sonntagabend so gegen 20.45 Uhr nach Hause, nachdem wir einen Tag mit unseren Verwandten verbracht haben.
Irgendwie ist das eine blöde Uhrzeit; nicht gerade früh, aber auch nicht spät…
Was tun?

“Schatz, ich glaube, du möchtest noch fernsehen.”
“Was?? Süße, was ist denn mit dir los??”

“Wieso, was soll denn sein??”
“DU schlägst vor, dass ICH noch fernsehe??”

“Warum denn nicht?”
“Was ist los, hast du was angestellt??”

“Nein! Ich habe nichts angestellt! Warum??”
“Naja, ähm…”

“Ich dachte, du würdest das bestimmt gerne noch gucken.”
“Gucken?? Was denn?”

“Das Bourne Ultimatum. Auf RTL.”
“Oh! Und wann kommt der??”

“Läuft schon.”
“Läuft schon??”

“Läuft. Seit viertel nach acht.”
“Aber dann… Dann läuft der ja schon ne halbe Stunde??”

“Ja, na und?”
“Ähm…”

“Da ist doch bestimmt noch gar nichts passiert.”
“Schatz, gut ein Drittel des Filmes ist schon vorbei…”

“Wieso, ich meine, jeder weiß doch, was da passiert.”
“So?? Du kennst Jason Bourne??”

“Spielt der da mit?”
“Ähm, ja, der, ähm… Spielt da mit, ja…”

“Das war ja vorhersehbar.”
“Ja…”

“Also willst du den Film nun sehen oder nicht??”
“Nee; ich hasse es, erst nach einer halben Stunde einzuschalten.”

“Aber der soll super sein, der Film! Steht in der Zeitung!”
“Ja, ich weiß.”

“Also kennst du den schon oder was?”
“Klar.”

“Dann ist es doch erst recht OK, jetzt noch einzuschalten!”
“Nee, lass mal, danke.”

“Du guckst jetzt den Film und Basta!”
“Sag mal… Willst du mich irgendwie loswerden??”

“Nee, wieso?”
“Och, nur so ein Gedanke…”

“Du gehst schon mal aufs Sofa und ich hole Salzstangen.”
“Liebste! Da stimmt doch irgendwas nicht!?”

“Schatz, es ist alles in Ordnung!”
“Rück raus mit der Sprache!”

“Ich möchte dir nur einen Gefallen tun, sonst nichts!?”
“Aber…”

“Ich freue mich doch, wenn es dir gut geht!”
“Aha…”

“Ich bin so froh, dass ich dich habe und…”
“Ich freue mich auch, dass ich dich habe.”

“Ich hab dich soooo doll lieb!”
“Ich dich auch, Süße.”

“Gehst du jetzt aufs Sofa?”
“Ja.”

“Schön. Dann kannst du es dir gut gehen lassen.”
“Ja… Kommst du denn nicht mit??”

“Ich?? Nein. Mich interessiert der Film nicht so…”
“Na gut, aber was machst du denn dann jetzt??”

“Ich?”
“Du. Ja.”

“Ich ähm, ich wollte noch was alleine ausprobieren.”
“Aha, und was?”

“Naja, wie man Baumwolle bleicht und wieder weiß macht.”
“Wie man Baumwolle bleicht??”

“Ja. Das wollte ich immer schon mal ausprobieren…”
“Aber…”

“…mit Kaltentfärber, das ist keine leichte Sache!”
“Schön, aber wieso musst du denn…”

“…ist ja Baumwolle, denke ich, weil…”
“…Liebste! WAS zum Kuckuck willst du bleichen??”

“Ich WILL gar nichts!”
“Und was MUSST du bleichen, bitte?? Doch wohl nicht…”

“Schatz, du verpasst ja den ganzen Film!”
“Sag mal, sind meine Hemden nicht aus Baumw…”

“Salzstangen oder lieber Flips?? Sag doch mal, hol ich dir!”

Kopfschüttel…

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Viel zu grell!

1. Oktober 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste sitzt in der Küche am Tisch, als ich am Abend nach Hause komme.
Da sie jedoch die ganze Zeit – auch während ich sie begrüße – auffällig auf ihre Fingernägel schaut und dabei auch noch die Augenbrauen leicht nach oben zieht, klingelt es natürlich sofort bei mir:
Achtung! Aha! Jetzt bloß nichts falsch machen!

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße! Boah, deine Fingernägel sehen aber wieder toll aus!”

“Oh, ist dir das aufgefallen??”
“Ja, natürlich, sofort!”

“Habe ich vorhin neu gemacht.”
“Das hast du sehr gut gemacht, Liebste.”

“Danke.”
“Gerne.”

[Und?? War ich gut oder was?? Da hat die Liebste frisch lackierte Fingernägel und ich sehe es!
Noch schnell beglückwünscht und schon ist das Leben wieder schön! Denke ich zumindest...]

“Ach, was ich dir übrigens noch sagen wollte…”
“Was denn?”

“Die Lampe im Wohnzimmer ist kaputt.”
“Welche? Die unter der Decke??”

“Nein, die kleine auf dem Tisch.”
“Aha; naja, das ist ja nicht so schlimm.”

“Nicht schlimm?? Das ist eine Katastrophe!”
“Ähm, aber… Die Tischlampe haben wir doch nie an??”

“Zurecht.”
“Ähm…”

“Die ist ja auch viel zu grell, die ist ungemütlich.”
“Ja, ähm, aber…”

“Trotzdem musst du schnell eine neue Birne kaufen.”
“Aha, ja… Dann könnte ich ja auch gleich eine schwächere nehmen.”

“Nein! Es muss wieder genau so eine sein!”
“Eine helle Glühbirne??”

“Ja.”
“Aber…”

“Geht das? Ich meine, kann man solche Birnen noch kaufen?”
“Ja schon, denke ich, aber warum…”

“Sehr gut, kannst du das bitte schnell machen?”
“Aber ich muss noch mal fragen: ich dachte, das sei ungemütlich??”

“Ist es ja auch. Schrecklich. Gefällt mir gar nicht.”
“Aber warum kann ich denn dann keine schwache Birne nehmen??”

“Das hat ja nicht nur was mit dem Licht zu tun.”
“Sondern??”

“Die Lampe ist ohnehin hässlich.”
“Das sagst du nur, weil es MEINE ist und ich mich durchgesetzt habe!”

“Du hast dich nicht durchgesetzt, mir war das bloß nicht wichtig.”
“”Natürlich, natürlich! Wie großzügig von dir!”

“Aber ich gebe zu: ich brauche die helle Lampe eben manchmal.”
“Wofür??”

“Hallo?? Du hast doch eben meine Fingernägel selbst gesehen!?”
“Ach und dafür brauchst du ein starkes Licht in der Lampe??”

“Genau.”
“Und warum gehst du mit deinen Fingernägeln nicht in die Küche??”

“Warum denn in die Küche??”
“Weil es hier superhell ist vielleicht??”

“Wieso hell, was hat das denn damit jetzt zu tun??”
“Ähm… Damit du alles ganz genau sehen kannst??”

“Ach so, nein.”
“Nein??”

“Nein.”
“Und wofür zum Teufel brauchst du dann eine so helle Lampe??”

“Da trockne ich immer den Nagellack drunter!”

Kopfschüttel…

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Gut, wieso?

29. Juli 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste wirbelt in der Küche herum, als ich am Abend nach Hause komme. Ich kann zwar nicht genau sagen, was sie da macht, aber es sieht sehr nach bevorstehenden Bratkartoffeln aus. Nicht schlecht, nicht schlecht!
Allerdings verrät mir ihr Gemurre dabei, dass sie wohl entweder Stress oder Hunger oder beides hat…

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße, na, wie geht es dir?”

“Gut, wieso?”
“Ähm… Naja, nur so?”

“Nur so??”
“Ich wollte eben wissen, ob es dir gut geht?”

“Ja, aber du fragst das, als wenn es nicht so wäre!”
“Ich habe doch einfach nur gefragt, ob es dir gut geht??”

“Ja, aber mit so einem Unterton!”
“Du entdeckst einen Unterton in vier kleinen Wörtern??”

“Ich kenne dich eben.”
“Aha. Also heißt das, dass es dir NICHT gut geht??”

“DU hast doch eine Antwort bekommen, oder??”
“Ja schon, aber…”

“Nein, nein, du hast schon recht.”
“Ähm, womit jetzt??”

“Dass es mir nicht gut geht.”
“So?? Warum??”

“Weil ich mir einen Fingernagel abgebrochen habe, darum!”
“Oh… Naja, aber das ist ja kein Weltuntergang, oder??”

“Ach!? Und warum fragst du dann so blöd!?”

Kopfschüttel…

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Bloß ein Gefallen

25. Juli 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich haben am Samstagmorgen unsere Wohnung wieder auf Vordermann gebracht. Nachdem die Arbeit erledigt ist, setze ich mich gemütlich auf  unserer Terrasse in den Liegestuhl und lese Zeitung.
Da kommt die Liebste um die Ecke…

“Wie ich sehe, scheinst du fertig zu sein, Schatz?”
“Richtig, Süße. Ich mache jetzt Wochenende.”

“Aha. Ich wollte aber noch eben schnell in die Stadt.”
“In die Stadt??”

“Ja, ich will noch ein paar Klamotten kaufen.”
“Och nee, also da habe ich ja jetzt gar keine Lust zu!”

“Du sollst ja auch gar nicht mit.”
“Ach so?”

“Ich fahre mit Simone, wir treffen uns gleich.”
“Also wenn das so ist, dann wünsche ich euch viel Spaß!”

“Danke. Soll ich dir irgendwas mitbringen?”
“Nein.”

“Nicht?”
“Nee.”

“Brauchst du nicht noch ein paar neue Socken?”
“Nein.”

“Irgendwie hatte ich das noch in Erinnerung…”
“Danke, aber ich brauche nichts.”

“Hast du denn noch genug Socken?”
“Ja.”

“Aber wieso habe ich denn dann diesen Gedanken im Kopf??”

“Tja, das, ähm… Da musst du dich irren.”

“Also ich soll dir nichts mitbringen?”
“Nein.”

“Aber Socken kann man doch nie genug haben?”
“Ich habe genug, Liebste.”

“Wie viele denn??”
“Keine Ahnung, aber auf jeden Fall genug.”

“Hm…”
“Lass mich jetzt weiter Zeitung lesen, ja? Danke.”

“Soll ich mal nachgucken gehen?”

“Was willst du denn nachgucken??”

“Ob du genug Socken hast?”
“Nein, sollst du nicht!”

“Na schön, dann eben nicht.”
“Danke.”

“Wofür bedankst du dich denn dauernd??”
“Ähm… Dafür, dass du mich nicht mehr mit den Socken nervst.”

“Ich will dir doch aber bloß einen Gefallen tun??”
“Das ist ja auch sehr lieb, aber ich brauche nichts.”

“Ich biete dir an, für dich durch die Stadt zu rennen!”
“Ähm…”

“..und du, du tust das einfach so ab!”
“Also Moment mal, ich…”

“Als wäre das selbstverständlich, dass ich für dich einkaufe!”
“Aber Liebste, du SOLLST doch gar nicht für mich einkaufen!?”

“Tue ich auch nicht! Jetzt nicht mehr!”
“Gut, dann haben wir das ja geklärt.”

“SCHATZ!!”

“Was ist denn??”

“Wir haben GAR NICHTS geklärt!”
“Was ist denn noch??”

“Es geht darum, dass du mich ignorierst!”
“Ich dich?? Ich ignoriere dich doch nicht!?”

“Doch! Ich wollte dir nur ein paar Socken mitbringen!”

“Und??”

“Das mache ich nur, weil ich dir einen Gefallen tun will!”
“Ja, aber??”

“Und für dich ist das überhaupt gar nichts wert!”
“Deine Absicht schon, aber ich brauche nun mal keine Socken!?”

“Natürlich brauchst du Socken!”
“Himmelherrgott, dank bring mir eben zwei Paar Socken mit!”

“Ach! Jetzt plötzlich??”
“Ja, jetzt plötzlich.”

“Ich dachte, du brauchst gar keine??”
“Die Situation hat sich eben geändert.”

“Du willst ja jetzt nur Socken, damit ich nicht sauer bin!”

“Wenn die Socken auch diesen Zweck erfüllen, dann ist es gut.”

“Du bist sooo doof!”
“Also bringst du mir nun Socken mit oder nicht!?”

“Natürlich, du brauchst ja auch dringend welche!”
“Schön, dann wünsche ich dir viel Spaß jetzt mit Simone.”

“Moment, Moment; nun mal gaaanz langsam!”
“Was ist denn noch?”

“Ich soll dir Socken mitbringen?”
“Ja.”

“Zwei Paar, deine Üblichen von Hilfinger?”
“Das wäre nett, ja.”

“Wären vier Paar nicht besser??”
“Ähm…”

“Dann könntest du einige von deinen alten Socken entsorgen.”
“Na schön, dann eben vier Paar.”

“Mann, wenn du mich nicht hättest!”
“Ja, dann müsste ich dauernd nackt durch die Gegend rennen…”

“Ha – ha; sehr witzig. Also, ich warte.”
“Worauf wartest du denn??”

“Na, ich brauche mindestens 50 Euro von dir?!”
“50 Euro?? Für ein paar Socken??”

“Nee, für die Socken brauche ich ungefähr 20-30.”
“Und wofür den Rest??”

“Für unsere Unkosten, wir müssen bestimmt ne Pause machen.”
“Aha, und wieso muss ICH euren Kaffeeklatsch bezahlen??”

“Für wen rennen wir denn hier stundenlang durch die Stadt??”

Kopfschüttel…

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Meine Liebste sitzt in der Küche, als ich am Abend gut gelaunt nach Hause komme.
Schon bei der Begrüßung fällt mir auf, dass die Liebste etwas außer Atem zu sein scheint; was sie wohl wieder angestellt hat??
Die Erklärung lässt natürlich nicht lange auf sich warten…

“Hallo Schatz!”
“Guten Abend Süße, na? Was ist los?”

“Wieso, was soll denn sein?”
“Du scheinst etwas aus der Puste zu sein.”

“Ja, ich habe das Badezimmer umgeräumt.”
“Du hast was??”

“Ich habe das ganze Badezimmer umgeräumt!”
“Aha. Steht die Badewanne jetzt auf der anderen Seite?”

“Natürlich nicht, das geht ja gar nicht!”
“Ach so…”

“Oder geht das doch?”
“Ähm, nein, nein, das geht nicht.”

“Wäre aber eigentlich eine gute Idee!”
“Liebste, vergiss es einfach ganz schnell wieder, ja??”

“Wieso denn?? Wäre das viel Aufwand?”
“Ich glaube, es gäbe kaum etwas, was mehr Aufwand wäre…”

“Das wäre gut, weil dann wäre in der Ecke mehr Platz.”
“Mehr Platz wofür??”

“Weiß nicht, aber da fällt mir bestimmt was ein.”
“Die Badewanne bleibt bitte, wo sie ist. Basta!”

“Man wird doch wohl mal darüber nachdenken dürfen??”

“Nachdenken ja, machen nein.”

“…ich hätte ja gerne auch eine größere Badewanne, weißt du?”
“Wofür?? Wir benutzen die Badewanne doch sowieso nie!?”

“Du nicht, ich schon!”
“Du?? Wann warst du denn das letzte Mal in der Wanne??”

“Ich war nicht so direkt, meine ich, also nicht richtig drin.”
“Was??”

“Ich meine, ich würde ja baden, wenn die Wanne größer wäre.”
“Sie ist aber nicht größer.”

“Aber wenn sie es wäre, dann würde ich!”
“Ist sie aber nicht!”

“Du hast aber gesagt, es ginge!”
“Das habe ich NICHT gesagt!”

“Doch, das wäre nur etwas mehr Aufwand, hast du gesagt!”
“Etwas?? Dafür müssten wir das gesamte Badezimmer einreißen!”

“Das ganze Badezimmer??”
“Natürlich, da müssten ja neue Leitungen gelegt werden und alles!”

“Auch fürs Waschbecken?”

“Wieso denn jetzt fürs Waschbecken??”

“Bei der Gelegenheit könnten wir gleich ein zweites, ich meine…”
“Ein zweites Waschbecken?? Wofür denn das??”

“Also das ist jetzt das Stichwort für das eigentliche Problem.”
“Was?? Was denn für ein Problem??”

“Naja, das zweite Waschbecken brauchst eigentlich du.”
“Ich?? Für zweimal am Tag Zähne putzen??”

“Nicht so sehr das Waschbecken.”
“Sondern??”

“Sondern die Ablage, die da drüber ist.”
“Wir haben doch eine? Oder nicht??”

“Natürlich habe wir eine!”

“Und??”

“Die linke Hälfte für mich, die rechte für dich.”
“Pff! Du meinst wohl eher vier Fünftel für dich!”

“Ähm, das ist nicht ganz richtig, glaube ich…”

“Ach ja, ich wollte eigentlich acht Neuntel sagen, danke!”

“Nein, es sind jetzt nach dem Umräumen eher zehn Zehntel…”
“Was?? Soll das heißen, ich habe jetzt da gar keinen Platz mehr??”

“Aber es ging wirklich nicht anders, ehrlich!”
“Liebste, das bleibt auf gar keinen Fall so!”

“Aber…”
“Ich will MEINEN popeligen Platz auf der Ablage zurück!”

“Aber Schatz, ich…”
“Jetzt muss ich hier schon um 20 Quadratzentimeter kämpfen!”

“Ich sage doch, dass wir ein zweites Waschbecken brauchen!”
“Reicht nicht auch einfach eine zweite Ablage??”

“Wie sieht das denn aus, so ganz ohne Waschbecken, ts ts…”
“OK! Schön! Reißen wir doch gleich das ganze Haus nieder!”

“Das ganze Haus??”

“Klar! Und wir bauen ein riesen Badezimmer drauf, wie wäre das??”

“Ähm, ist das nicht ein bisschen übertrieben, Schatz?”
“Ach was! Wieso! Ein Badezimmer mit 10 Badewannen!”

“So viele??”
“Ja, und 20 Waschbecken mit 40 Ablagen!!”

“Schatz, geht es dir gut? Warum schwitzt du denn so??”

“Lass uns doch gleich anfangen! Wo ist der große Hammer??”

“Nee, nee, lass mal; ich habe es nicht so gemeint…”
“Nicht?? Du willst mich also doch nicht ins Irrenhaus bringen??”

“Jetzt reg dich mal wieder ab, ich habe doch nur laut gedacht…”
“Oh Gott, ich muss mich erst mal hinsetzen…”

“Wir brauchen kein neues Badezimmer, unseres ist völlig OK.”

“Wirklich?”

“Wirklich.”

“Keine neue Badewanne?”

“Nein.”
“Und auch kein zweites Waschbecken?”

“Nein, nein.”
“Jetzt bin ich echt etwas erleichtert, muss ich sagen…”

“Können wir denn eine zweite Ablage an die Wand machen?”
“Naja, das… Das ginge wohl…”

“Na dann können wir ja wohl auch gleich ne neue Badewanne und ein Waschbecken hinhängen!”

Kopfschüttel…

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Waschbären und Wiesel

3. Juni 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste kommt am Abend aufgeregt ins Wohnzimmer gerannt, wo ich gerade aufmerksam eine Fernsehreportage über Waschbären auf n-tv verfolge.
Aus den Augenwinkeln sehe ich allerdings schon, dass die Liebste ihre (eine ihrer) Lieblingshandtasche in der Hand hat…

“Du, Schatz! Schatz! Hilfe!”
“Was ist denn, Süße?”

“Meine Handtasche ist kaputt!”
“Aha, du, kann das vielleicht noch 5 Minuten warten?”

“Aber meine Handtasche ist kaputt!”
“Was ist denn damit?? Kriegst du nichts mehr reingestopft??”

“Sooo viele Sachen sind da gar nicht drin!”
“Naja, tragen kannst du sie ja wenigstens noch…”

“Jetzt hör mir doch mal zu, bei meiner Tasche ist…”
“Liebste ich gucke mir gerade was über Waschbären an und…”

“Waschbären??”
“Ja, Waschbären. Und gleich kommt was über Wiesel.”

“Och Schatz! Was ist da denn wohl wichtiger!?”
“Die Waschbären.”

“Meine Tasche!”
“Herrgott, was ist denn mit deiner Tasche??”

“Hier, der Reißverschluss an der Seitentasche ist kaputt, schau!”
“Ah ja. Und jetzt nimm bitte die Tasche wieder aus meinem Gesicht…”

“Was mache ich denn jetzt?”
“Das kann man nicht reparieren.”

“Warum nicht??”
“Weil am Anfang hier das kleine Ding kaputtgebrochen ist.”

“Und was kann man da machen? Sieht doch blöd aus so!”
“Nichts kann man da machen, das sagte ich bereits.”

“Aber ich kann doch jetzt nicht die ganze Tasche wegwerfen!?”
“Hm… Tja, also man könnte eventuell…”

“Oh, schau, jetzt kommen die Wiesel im Fernsehen!”
“Ja… INTERESSANT, ODER??”

“Ja, sehr! Das will ich auch sehen!”
“Ich dachte, deine Handtasche habe jetzt Priorität?”

“Hat sie ja auch. Kannst du das für mich reparieren?”
“Kann das nicht bis morgen warten??”

“Oh bitte, ich bin schon ganz nervös deswegen!”
“Merkt man gar nicht…”

“Ich gucke jetzt die Wiesel und erzähle dir gleich alles.”
“Aber dann sehe ich ja nichts von den Wieseln!?”

“Du wirst doch wohl wissen, wie Wiesel aussehen??”
“Ja schon, aber…”

“Für dich ist das doch ein Handgriff, bitte, bitte!!”
“Darf ich danach in Ruhe weiter fernsehen??”

“Ja. Und ich erzähle dir ausführlich, was du alles verp…”
“…danke, aber das muss nun wirklich nicht s…”

“Psst! Ich will das hören!”

[Na klar, ich hätte auch standhaft bleiben können... Bleiben müssen! Nun ja. Auf der anderen Seite finde ich Wiesel lange nicht so interessant, wie Waschbären... Ja, gut, mit diesem armseligen Argument kann ich leben. Muss ich leben.
Also gehe ich mit der Handtasche der Liebsten in die Küche und krame den Sekundenkleber aus einer der Schubladen; vielleicht kann ich den Anfang des Reißverschlusses ja zusammendrücken und mit dem Kleber fixieren. Wenigstens ist die kleine Seitentasche leer: aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der mir noch verbliebenen geistigen Gesundheit will ich auf keinen Fall mehr wissen, was die Liebste alles in ihrer Handtasche bunkert und täglich mit sich rumschleppt.
Nach gefühlten 533 Minuten und mehreren deutlichen Macken in meinen Fingernägeln habe ich den widerspenstigen Reißverschluss zugeklebt: leider im wahrsten Sinne des Wortes; denn der Reißverschluss ist nun zwar zu, aber er lässt sich auch nicht mehr öffnen... Oh, oh...]

“Hallo Schatz! Wo warst du denn so lange??”
“Naja, also, ich ähm…”

“Ist der Reißverschluss jetzt zu?”
“Ja, schon, aber…”

“Das ist ja super! Danke, danke, danke!!”
“Ähm, gern geschehen, nur…”

“Ich hab dich soooooo lieb!”
“Also der Reißverschluss ist jetzt zu, allerdings…”

“Sieht aus wie neu! ich wusste doch, dass du das hinkriegst!”
“Moment, also was ich noch dazu sagen muss, ähm…”

“Das ist meine absolute Lieblingshandtasche, weißt du?”
“Tatsächlich, aha…”

“Prima, dann kann ich die ja morgen mitnehmen, freut mich!”
“Liebste, ich muss dir aber noch was dazu sagen…”

“Was denn?”
“Naja, also es gab ein klitzekleines Problem und…”

“Wieso, hast du was aus der Tasche rausgenommen??”
“Nein, da war ich nicht dran, nur an der Seitentasche.”

“Dann ist ja gut, weil die Sachen sind alle wichtig.”
“Natürlich, ist klar, alles sehr wichtig.”

“Was ist denn nun? Was für ein Problem gibt es denn??”
“Also ich musste den Reißverschluss ja kleben und…”

“…und??”
“Und dabei habe ich ihn wohl dauerhaft zusammengeklebt.”

“Was? Was soll das heißen, verstehe ich nicht??”
“Naja, also, er lässt sich nicht mehr öffnen.”

“Soll das heißen, ich kann, also ich kann nicht mehr…”
“Ja, das heißt es leider. Er geht nicht mehr auf.”

“Willst du damit sagen, dass an MEINER LIEBLINGSTASCHE d…”
“…ich bin ja kein Reißverschlussprofi, tut mir leid!”

“Und der geht wirklich nicht mehr auf?? Ganz sicher??”
“Ja, Liebste. Tut mir leid. Da habe ich wohl irgendwas…”

“Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Ist schon gut…”
“Bist du jetzt traurig oder so?”

“Nein, warum??”
“Naja, ich meine, weil deine Lieblingstasche, und so?”

“Quatsch! Ist doch super, wenn der Reißverschluss zu ist.”
“Schon, aber er geht nicht mehr auf?”

“Na und?”
“Was heißt denn na und, bitte??”

“Die Seitentasche benutze ich sowieso nie!”

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Aber wo?

3. Mai 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich sind am Wochenende mit Freunden verabredet und wir sind kurz davor, dorthin loszufahren. Während ich bereits in der Tür stehe und mit meinem Schlüssel herumspiele, höre ich die Liebste noch in der Wohnung herumlaufen.
Es kann sich nur nur noch um Stunden handeln…

“Ich komme gleich!”
“Das ist schön, Süße…”

“Bist du schon fertig?”
“Ja, ich warte.”

“Komme gleich!”
“Schön, Schatz.”

“Es ist nur, weil ich sie nicht finde!”
“Wen findest du nicht?”

“Meine Sonnenbrille!”
“Ähm… Liebste, es regnet draußen in Strömen…”

“Ja, jetzt vieleicht, aber wer weiß, wie es gleich wird!”
“Liebste, du brauchst deine Sonnenbrille heute nicht.”

“Ohne meine Sonnenbrille fahre ich nicht!”
“Apropos fahren: liegt die Brille vielleicht noch im Auto?”

“Nee, das kann nicht sein.”
“Und warum nicht?”

“Weil ich sie extra mit raus genommen habe, um…”
“Um??”

“…um sie nicht im Auto zu vergessen.”
“Aha… Sehr gute Idee, Süße…”

“Aber wo habe ich sie jetzt hingelegt??”
“Ist doch egal, du kannst sie morgen suchen, komm jetzt!”

“Nicht ohne Sonnenbrille!”
“Aber du wirst sie heute nicht brauchen, glaube mir!”

“Ohne Brille gehe ich nicht weg!”
“Na schön, dann nimm eben meine.”

“Deine??”
“Meine. Sie liegt im Auto.”

“Hm… Das wäre zur Not eine Alternative…”
“Schön, können wir dann jetzt los?”

“Nein. Ich muss noch was holen, Moment…”
“Was fehlt denn jetzt noch??”

“Hallo?? Wir reden hier schließlich über deine Sonnenbrille!”
“Ja, und was brauchst du jetzt noch??”

“Moment, bin gleich wieder da…”

[Die Liebste dreht auf ihren Absätzen um und rennt erneut durch die ganze Wohnung... Natürlich frage ich mich, was sie jetzt wieder sucht, und ich kämpfe mit mir, ob ich sie nun auch noch danach fragen soll...]

“So ein Mist!”
“Liebste, was ist denn jetzt??”

“Ich finde es nicht!”
“Was denn??”

“Und das nur, weil ich deine blöde Sonnenbrille aufsetzen muss!”
“Oh, entschuldige bitte! Abgesehen davon regnet es draußen!”

“Ohne können wir aber nicht los!”
“Was fehlt denn?? Lippenstift?? Geld?? Handtasche?? Tampons??”

“Quatsch!”
“Sondern??”

“Das Brillenputztuch!”

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Drei zu Null, oder?

7. Februar 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste sitzt auf dem Sofa, als ich am späten Abend nach Hause komme.
Dass sie dort sitzt ist nichts Besonderes, aber sie trägt noch ihre volle Tagesbekleidung; gewöhnlich macht sie es sich abends etwas bequemer. Auch die verschränkten Arme lassen erahnen, dass…

“Hallo Schatz.”
“Hallo Süße! Na, alles gut bei dir?”

“Nein.”
“Nicht? Was ist denn los?”

“Ich habe mal wieder wirklich NICHTS anzuziehen!”
“Aha, und ähm, was ist das, was du da gerade an hast?”

“Eben! Eben! Guck dir das doch mal an!”
“Tja, also, ich…”

“Dieser Pulli hier, findest du den etwa schön??”
“Ähm…”

“Der passt doch gar nicht zu mir, oder??”
“Naja, du hast ihn ja auch noch nicht oft getragen…”

“Das kann man wohl sagen, sehr gut beobachtet!”

[1:0 für mich...]

“Und die Jeans?? Guck dir das doch mal an hier!”
“Was ist denn damit??”

“Die ist doch viel zu wenig verwaschen!”
“Verwaschen??”

“Die ist langweilig, meine ich!”
“Och, es kommt ja auch ein bisschen drauf an, was drin steckt…”

“Sollte das ein Kompliment für mich werden??”
“Ähm, ja?”

“Danke.”

[2:0 für mich...]

“Trotzdem ist die langweilig, die Jeans mag ich nicht!”
“Ähm, nur so interessenhalber: du hast sie doch mal gekauft, oder??”

“Natürlich habe ich sie gekauft!”
“Und dabei ist dir nicht schon aufgefallen, dass…”

“Ich dachte, dass die anders aussieht.”
“Aha…”

“So, und jetzt schau dir bitte mal die Schuhe an.”
“Zeig mal?”

[Die Liebste sitzt tatsächlich noch mit Schuhen an den Füßen auf dem Sofa; jetzt hebt sie beide Beine nach oben, damit ich mir die Schuhe ansehen kann...]

“So, und jetzt sag mal: die sind doch auch langweilig, oder??”
“Also, ich, ähm… Wieso findest du die denn jetzt langweilig?”

“Das Leder ist viel zu glatt und zu rund und…”
“…aber die Absätze, die sind doch ganz schön, oder?”

“Naja, das… Ja, das stimmt schon. Ausnahmsweise.”

[3:0 für mich! Jetzt kann mir nicht mehr viel passieren!]

“Trotzdem: ich weiß echt nicht mehr, was ich noch anziehen soll!”
“Hm…”

“Was soll ich denn jetzt machen??”
“Liebste, wie wäre es, wenn ich dich morgen zum Shoppen einlade?”

“Zum Shoppen??”
“Wir fahren in die Stadt und du kaufst dir was richtig Schönes.”

“Du bist echt ein Blödmann, weißt du das!”
“Ähm… Ich??”

“Ja, wie kann man nur so böse zu seiner Freundin sein!”
“Also Moment mal, ich…”

“Was soll denn das jetzt??”
“Entschuldigung, aber ich dachte, weil du doch…”

“Männer! Pff!”
“Ich wollte nur, dass du deine alten Klamotten da entsorgen kannst!”

“Meine alten Klamotten?? Diese hier??”
“Davon sprechen wir doch gerade die ganze Zeit oder??”

“Du meinst also die, die ich hier gerade an habe??”
“Den nicht passenden Pulli, die langweilige Jeans, die öden Schuhe.”

“Jetzt reicht es aber, BERND!”

[Uups... Wenn Sie BERND sagt, dann steht die Welt kurz vor dem Untergang; oder anders: ich stehe nahe am Abgrund und die Liebste überlegt, ob sie schubst...]

“Vielleicht bist du jetzt besser still, das ist gesünder für dich!”
“Normalerweise freust du dich doch, wenn wir shoppen gehen??”

“Ja, das ist wohl richtig.”
“Und was stimmt dann jetzt nicht??”

“ICH WAR HEUTE SHOPPEN, du Doof!”
“Oh… Und du hast dann wahrscheinlich diese Sachen da gek…”

“JA GENAU!”
“Ähm…”

“So, und jetzt noch mal: wie findest du den Pulli?”

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Schnell was nachfragen

27. Januar 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste kommt aufgeregt ins Wohnzimmer gerannt, während ich auf dem Sofa sitze und Zeitung lese.
Noch während ich bei ihrem Anblick spontan denke, dass sie bestimmt wieder irgendetwas angestellt hat, legt die Liebste auch schon los.
Aber mal ehrlich: es muss ja nicht immer gleich was Schlimmes sein…

“Du, Schatz? Ich müsst mal schnell was nachfragen!”
“Was denn, Süße?”

“Die gelbe Zahnbürste ist doch deine, oder??”
“Wieso?”

“Sag doch mal, stimmt doch, oder?”
“Nein. Die BLAUE ist meine. Wie immer, wie du weißt.”

“Und wofür ist dann die gelbe??”
“Die gelbe Zahnbürste ist zum Reinigen für den Abfluss.”

“Aha, und die blaue ist dann also…”
“…für meine Zähne, ja.”

“Oh…”

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Stopfen

14. Dezember 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich sitzen in der Küche an unserem kleinen Tisch und essen Quarkbällchen, die die Liebste vom Einkaufen mitgebracht hat.
Die Tür zum Wirtschaftsraum steht auf, wo sich auch die Waschmaschine befindet; vor der Maschine liegt ein kleiner Berg Wäsche, der auf Säuberung wartet.

“Schatz, hast du gesehen?”
“Was denn, Süße?”

“Da liegen deine Socken.”
“Ähm, das sehe ich, ja…”

“Und in der einen da ist ein kleines Loch drin, vorne am Zeh.”
“Tatsächlich? Ist mir gar nicht aufgefallen?”

“Mir schon.”
“Naja gut, dann…”

“Soll ich dir deine Socken stopfen?”
“Du willst meine Socken stopfen??”

“Nein, ich fragte, ob ich deine Socken stopfen SOLL.”
“Ach so… Nein, das ist nicht nötig.”

“Das ist Glück für dich.”
“Glück? Wieso??”

“Glaubst du etwa, ich würde dir deine Socken stopfen??”
“Ähm…”

“Du spinnst wohl!”

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Sag doch mal, hol ich dir!

16. November 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich kommen am Sonntagabend so gegen 20.45 Uhr nach Hause, nachdem wir einen Tag mit unseren Verwandten verbracht haben.
Irgendwie ist das eine blöde Uhrzeit; nicht gerade früh, aber auch nicht spät…
Was tun?

“Schatz, ich glaube, du möchtest noch fernsehen.”
“Was?? Süße, was ist denn mit dir los??”

“Wieso, was soll denn sein??”
“DU schlägst vor, dass ICH noch fernsehe??”

“Warum denn nicht?”
“Was ist los, hast du was angestellt??”

“Nein! Ich habe nichts angestellt! Warum??”
“Naja, ähm…”

“Ich dachte, du würdest das bestimmt gerne noch gucken.”
“Gucken?? Was denn?”

“Das Bourne Ultimatum. Auf RTL.”
“Oh! Und wann kommt der??”

“Läuft schon.”
“Läuft schon??”

“Läuft. Seit viertel nach acht.”
“Aber dann… Dann läuft der ja schon ne halbe Stunde??”

“Ja, na und?”
“Ähm…”

“Da ist doch bestimmt noch gar nichts passiert.”
“Schatz, gut ein Drittel des Filmes ist schon vorbei…”

“Wieso, ich meine, jeder weiß doch, was da passiert.”
“So?? Du kennst Jason Bourne??”

“Spielt der da mit?”
“Ähm, ja, der, ähm… Spielt da mit, ja…”

“Das war ja vorhersehbar.”
“Ja…”

“Also willst du den Film nun sehen oder nicht??”
“Nee; ich hasse es, erst nach einer halben Stunde einzuschalten.”

“Aber der soll super sein, der Film! Steht in der Zeitung!”
“Ja, ich weiß.”

“Also kennst du den schon oder was?”
“Klar.”

“Dann ist es doch erst recht OK, jetzt noch einzuschalten!”
“Nee, lass mal, danke.”

“Du guckst jetzt den Film und Basta!”
“Sag mal… Willst du mich irgendwie loswerden??”

“Nee, wieso?”
“Och, nur so ein Gedanke…”

“Du gehst schon mal aufs Sofa und ich hole Salzstangen.”
“Liebste! Da stimmt doch irgendwas nicht!?”

“Schatz, es ist alles in Ordnung!”
“Rück raus mit der Sprache!”

“Ich möchte dir nur einen Gefallen tun, sonst nichts!?”
“Aber…”

“Ich freue mich doch, wenn es dir gut geht!”
“Aha…”

“Ich bin so froh, dass ich dich habe und…”
“Ich freue mich auch, dass ich dich habe.”

“Ich hab dich soooo doll lieb!”
“Ich dich auch, Süße.”

“Gehst du jetzt aufs Sofa?”
“Ja.”

“Schön. Dann kannst du es dir gut gehen lassen.”
“Ja… Kommst du denn nicht mit??”

“Ich?? Nein. Mich interessiert der Film nicht so…”
“Na gut, aber was machst du denn dann jetzt??”

“Ich?”
“Du. Ja.”

“Ich ähm, ich wollte noch was alleine ausprobieren.”
“Aha, und was?”

“Naja, wie man Baumwolle bleicht und wieder weiß macht.”
“Wie man Baumwolle bleicht??”

“Ja. Das wollte ich immer schon mal ausprobieren…”
“Aber…”

“…mit Kaltentfärber, das ist keine leichte Sache!”
“Schön, aber wieso musst du denn…”

“…ist ja Baumwolle, denke ich, weil…”
“…Liebste! WAS zum Kuckuck willst du bleichen??”

“Ich WILL gar nichts!”
“Und was MUSST du bleichen, bitte?? Doch wohl nicht…”

“Schatz, du verpasst ja den ganzen Film!”
“Sag mal, sind meine Hemden nicht aus Baumw…”

“Salzstangen oder lieber Flips?? Sag doch mal, hol ich dir!”

Kopfschüttel…

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Viel zu grell!

1. Oktober 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste sitzt in der Küche am Tisch, als ich am Abend nach Hause komme.
Da sie jedoch die ganze Zeit – auch während ich sie begrüße – auffällig auf ihre Fingernägel schaut und dabei auch noch die Augenbrauen leicht nach oben zieht, klingelt es natürlich sofort bei mir:
Achtung! Aha! Jetzt bloß nichts falsch machen!

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße! Boah, deine Fingernägel sehen aber wieder toll aus!”

“Oh, ist dir das aufgefallen??”
“Ja, natürlich, sofort!”

“Habe ich vorhin neu gemacht.”
“Das hast du sehr gut gemacht, Liebste.”

“Danke.”
“Gerne.”

[Und?? War ich gut oder was?? Da hat die Liebste frisch lackierte Fingernägel und ich sehe es!
Noch schnell beglückwünscht und schon ist das Leben wieder schön! Denke ich zumindest...]

“Ach, was ich dir übrigens noch sagen wollte…”
“Was denn?”

“Die Lampe im Wohnzimmer ist kaputt.”
“Welche? Die unter der Decke??”

“Nein, die kleine auf dem Tisch.”
“Aha; naja, das ist ja nicht so schlimm.”

“Nicht schlimm?? Das ist eine Katastrophe!”
“Ähm, aber… Die Tischlampe haben wir doch nie an??”

“Zurecht.”
“Ähm…”

“Die ist ja auch viel zu grell, die ist ungemütlich.”
“Ja, ähm, aber…”

“Trotzdem musst du schnell eine neue Birne kaufen.”
“Aha, ja… Dann könnte ich ja auch gleich eine schwächere nehmen.”

“Nein! Es muss wieder genau so eine sein!”
“Eine helle Glühbirne??”

“Ja.”
“Aber…”

“Geht das? Ich meine, kann man solche Birnen noch kaufen?”
“Ja schon, denke ich, aber warum…”

“Sehr gut, kannst du das bitte schnell machen?”
“Aber ich muss noch mal fragen: ich dachte, das sei ungemütlich??”

“Ist es ja auch. Schrecklich. Gefällt mir gar nicht.”
“Aber warum kann ich denn dann keine schwache Birne nehmen??”

“Das hat ja nicht nur was mit dem Licht zu tun.”
“Sondern??”

“Die Lampe ist ohnehin hässlich.”
“Das sagst du nur, weil es MEINE ist und ich mich durchgesetzt habe!”

“Du hast dich nicht durchgesetzt, mir war das bloß nicht wichtig.”
“”Natürlich, natürlich! Wie großzügig von dir!”

“Aber ich gebe zu: ich brauche die helle Lampe eben manchmal.”
“Wofür??”

“Hallo?? Du hast doch eben meine Fingernägel selbst gesehen!?”
“Ach und dafür brauchst du ein starkes Licht in der Lampe??”

“Genau.”
“Und warum gehst du mit deinen Fingernägeln nicht in die Küche??”

“Warum denn in die Küche??”
“Weil es hier superhell ist vielleicht??”

“Wieso hell, was hat das denn damit jetzt zu tun??”
“Ähm… Damit du alles ganz genau sehen kannst??”

“Ach so, nein.”
“Nein??”

“Nein.”
“Und wofür zum Teufel brauchst du dann eine so helle Lampe??”

“Da trockne ich immer den Nagellack drunter!”

Kopfschüttel…

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Gut, wieso?

29. Juli 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste wirbelt in der Küche herum, als ich am Abend nach Hause komme. Ich kann zwar nicht genau sagen, was sie da macht, aber es sieht sehr nach bevorstehenden Bratkartoffeln aus. Nicht schlecht, nicht schlecht!
Allerdings verrät mir ihr Gemurre dabei, dass sie wohl entweder Stress oder Hunger oder beides hat…

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße, na, wie geht es dir?”

“Gut, wieso?”
“Ähm… Naja, nur so?”

“Nur so??”
“Ich wollte eben wissen, ob es dir gut geht?”

“Ja, aber du fragst das, als wenn es nicht so wäre!”
“Ich habe doch einfach nur gefragt, ob es dir gut geht??”

“Ja, aber mit so einem Unterton!”
“Du entdeckst einen Unterton in vier kleinen Wörtern??”

“Ich kenne dich eben.”
“Aha. Also heißt das, dass es dir NICHT gut geht??”

“DU hast doch eine Antwort bekommen, oder??”
“Ja schon, aber…”

“Nein, nein, du hast schon recht.”
“Ähm, womit jetzt??”

“Dass es mir nicht gut geht.”
“So?? Warum??”

“Weil ich mir einen Fingernagel abgebrochen habe, darum!”
“Oh… Naja, aber das ist ja kein Weltuntergang, oder??”

“Ach!? Und warum fragst du dann so blöd!?”

Kopfschüttel…

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