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Kein Tattoo

31. August 2011, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Heute kam die Liebste ganz nachdenklich heim, aber ich dachte mir, dass es wohl nichts Wichtiges sein könne. Beim Abendessen kam dann zur Sprache, worüber sie nachgrübelte:

„Meine Kollegin hat sich ein Tattoo machen lassen.“
„Ach, das ist doch mittlerweile völlig out.“

„Sieht aber gut aus.“
„Ein Arschgeweih etwa?“

„Nee, an der Schulter.“
„Pfff.“

„So eine geschlungene Pflanze und ein Schmetterling.“
„Naja. Wem’s gefällt.“

„Mir gefällt das Tattoo.“
„Bitte!? Was gefällt dir denn an Tattoos?“

„Das von meiner Kollegin ist schön farbig, es hat nicht jeder und es sieht echt gut aus. Sie hatte heute ein kurzes Top an und jeder hat das Tattoo sehen können.“
„Na und? Das ist nur, damit auch jeder guckt.“

„Klar damit jeder guckt. Sieht nämlich gut aus.“
„Wenn sie mal noch einige Jährchen älter ist, sieht’s nicht mehr gut aus. Die geschlungene Pflanze welkt dann nämlich und lässt die Blätter hängen.“

„Quatsch, an der Schulter doch nicht.“
„Doch, überall. Die Haut altert überall.“

„An der Schulter gibt’s doch keine Falten.“
„Außerdem tut das Stechen doch sicherlich ziemlich weh.“

„Meine Kollegin sagt, es war nicht so schlimm.“
„Dann ist es doch auch ziemlich teuer.“

„Meine Kollegin sagt, es ging.“
„Dann ist es bestimmt so ein drittklassiger Schuppen gewesen, der die Nadeln nicht sterilisiert, und man holt sich dort Hepatitis und sonst was. Wo der Tätowierer ein Ex-Hells-Angel ist. Oder auch nicht Ex.“

„Quatsch. Meine Kollegin sagt, das Tattoostudio war erstklassig, natürlich nur Einwegartikel, und der Tätowierer ist ein richtiger Künstler.“
„Soso. Kein Hells Angel also. Vielleicht ein Bandido.“

„Er ist echt nett!“
„Sagt deine Kollegin.“

„Nee, sag ich.“
„Wieso? Kennst du den?“

„Ja.“
„Du triffst dich mit Motorradrockern?“

„Das ist überhaupt kein Motorradrocker!“
„Woher weißt du das?“

„Weil ich heute dort war.“
„Wieso? Hast du deine Kollegin abgeholt?“

„Nee, ich hab mich beraten lassen.“
„Wie? Was? Beraten? Von so einem… Assi!?“

„Ich hab mal ein paar Motive mitgebracht, schau hier.“
„Spinnst du?“

„Wie findest du denn die Blüte hier?“
„Hässlich.“

„Und das Muster hier, sieht echt interessant aus.“
„Ja, die ersten drei Minuten, dann wird’s langweilig. Wie früher das Testbild im Fernsehen.“

„Oder das Kätzchen, ist doch total süß!“
„Willst du es auf der rechten oder der linken Pobacke?“

„Du bist blöd!“
„Dann lass dir doch hintätowieren, wo du dein Auto geparkt hast, dann sparen wir uns solche Nummern wie neulich.“

„Oh, bist du gemein!“
„Nee, ich will nur keine tätowierte Freundin, du gefällst mir so am allerbesten!“

„Echt? Dann lass ich mir „Mein Freund mag keine Tattoos“ hintätowieren. Mit Blume!“

Kopfschüttel…

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Falsches Öl

29. August 2011, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Gestern habe ich in der Drogerie einige Pröbchen geschenkt bekommen, und da ich mit Verwöhnbad und Massageöl eher nicht soviel anfangen kann, dachte ich mir, ich verwöhne meine Liebste. Also Badewanne hergerichtet, Kerzen und Duftlampe angemacht, das Badezimmerlicht aus und die Liebste überrascht…

„Oh, was ist denn hier passiert!“
„Für dich, Schatz.“

„Mensch, so romantisch kenne ich dich gar nicht.“
„Du kennst eben noch lange nicht alle Seiten von mir.“

„Hmm. Willst du mir etwas sagen?“
„Nein. Wieso?“

„Da ist doch was, also raus mit der Sprache!“
„Da gibt’s nichts. Ehrenwort! Soll ich dir noch was zu trinken holen?“

„Oh, das wäre was! Im Kühlschrank steht doch noch ein Piccolo, oder?“
„Ja, ich hol dir ein Glas.“

„Prima.“
„Hier, zum Wohl.“

„Danke.“
„Soll ich dir den Rücken schrubbern?“

„Gern. Jetzt sag schon, was ist los? Hast du was angestellt? Das Auto geschrottet? Versehentlich was von mir weggeworfen?“
„Nein, ich schwöre dir, es ist nichts. Ich hab das Badezeugs und das Massageöl geschenkt bekommen, in der Drogerie, als ich eingekauft hab.“

„Aha. Gut. Hmm, mir geht’s heute aber wirklich gut. Massiert werde ich auch noch?“
„Klar. Das Verwöhnprogramm ist inklusive Massage.“

„Super!“
„Na, dann komm raus der Wanne, dann massiere ich dich.“

„Das Öl riecht aber gut.“
„Ja, finde ich auch.“

„Das sollten wir auch mal kaufen.“
„Bingo, und schon hat sich das Pröbchen verteilen gelohnt.“

„Na und? Macht doch nichts. Hauptsache es riecht gut und ist auch sonst in Ordnung.“
„Ja, aber kauf bitte nur eine kleine Flasche, ich massier dich schließlich nicht jeden Abend.“

„Ach komm, du machst das gut.“
„Ja, du kannst mir nachher auch mal Rücken und Schulter massieren, ich bin auch ganz verspannt.“

„Jaja, mach ich. Massier aber erst mal fertig.“
„Ja. So, jetzt ist aber gut, jetzt bin ich dran.“

„Na, dann leg dich hin.“
„Also besonders die Schultern sind verspannt!“

„Jaja, wo ist denn das Öl?“
„Hier drüben hab ich’s hingestellt.“

„Gut. Was ist denn das?“
„Massageöl.“

„Nein, bist du verrückt: Das ist ein Cellulite-Öl!“
„Ja, und?“

„Ich hab keine Cellulite.“
„Na aber schaden tut’s doch auch nicht. Und wenn ich hier am Bein so ein bisschen die Haut zusammendrücke, dellt sich’s schon ein klitzekleines bisschen ein.“

„Spinnst du? Du sollst nicht an meinem Bein rumdrücken! Da hab ich ja wohl Glück gehabt, dass es keine Farbpröbchen gegen graue Haare gab und du nicht an meinem Kopf  auch noch auf Erkundungstour gehst!“

Kopfschüttel…

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Lipgloss gesucht!

15. April 2011, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Wenn meine Liebste Sachen sucht, geht sie immer recht planlos vor. Ich kann ihr dann meist wenig helfen, weil meine Hilfe sie anscheinend noch mehr durcheinander bringt, aber irgendwie findet sie das Gesuchte dann doch – manchmal sogar mit einem Plan, der aber vermutlich nur bei ihr funktioniert. Neulich suchte sie ein wichtiges Kosmetikutensil, das ich bis dahin noch gar nicht kannte:

„Hast du mein Lipgloss gesehen?“
„Vielleicht, Schatz. Wie sieht es denn aus?“

„Na ja, wie Lipgloss halt…“
„Hmm… Was ist das denn?“

„Was?“
„Na dieses Lipgloss!“

„So eine Art Lippenstift. Wo hab ich das nur hin?“
„Im Bad stand neulich so was rum. So was Schwarzes.“

„Nein, das ist die Wimperntusche…“
„Bestimmt ist es in deiner Handtasche.“

„Da hab ich auch schon gesucht…“
„Soll ich mal suchen?“

„In meiner Handtasche? Keinesfalls!“
„Misstraust du mir oder wieso darf ich dir keinesfalls beim Suchen in deiner Handtasche helfen?“

„Meine Handtasche… Das verstehst du nicht.“
„Wenn du mir’s erklärst, vielleicht schon.“

„Nein, das ist so eine Frauensache.“
„Hä? Braucht man zum Suchen in der Handtasche etwa weibliche Intuition?“

„Nein. Aber du würdest dann wieder Sachen dort finden…“
„Ja, das ist ja das Ziel der Suche: dass ich den Lippenstift finde!“

„Das Lipgloss…“
„Also, gib mir mal das Täschchen, dann…“

„Nein, das geht nicht! Du würdest dort alles mögliche finden!“
„Ach so, du hast Sorgen, dass ich den Bodensatz aufwühle?“

„Das ist kein Bodensatz, das sind halt die Dinge, die man so in der Handtasche hat. Du würdest ja auch nicht wollen, dass ich in deiner Werkzeugkiste rumkrame.“
„Kann sein, aber da ist kein Bodensatz drin…“

„In meiner Handtasche ja auch nicht.“
„Also in meinem Werkzeugkasten ist es auf jeden Fall ordentlich.“

„In meiner Handtasche auch. Im Prinzip.“
„Was soll das denn heißen? Im Prinzip ordentlich?“

„Na ja… es herrscht eine bestimmte Grundordnung darin, die du aber nicht verstehst.“
„Wenn du sie verstehst, dann findest du ja auch dein Lipdings da drin, oder?“

„Theoretisch ja, wenn es da drin wäre. Aber ich habe ja schon in der Handtasche gesucht.“
„Soll ich nicht auch nochmal…?“

„Nein! Es muss woanders rumliegen!“
„Geht es nicht auch ohne? Ich brauch das Zeug ja auch nicht und bin trotzdem schön.“

„Findest du etwa, dass ich geschminkt nicht schöner bin?“
„Nein, also… du bist natürlich hübsch, geschminkt oder ungeschminkt.“

„Es ist dir also egal, ob ich mir die Mühe mache, mich zu schminken.“
„Nein, ich meine nur…“

„Wenn ich nur ungeschminkt rumlaufen soll, musst du es nur sagen. Dann brauche ich auch das Lipgloss nicht mehr!“
„Nein, du kannst dich gern schminken, wenn du magst.“

„Ich muss mich nicht schminken! Ich mache das nur wegen dir, wenn du nicht willst, lass ich es weg!“
„Also suchen wir halt das Lipdings weiter… Wo hast du es denn zuletzt gebraucht?“

„Im Bad. Da hab ich’s aber auch nicht gefunden. Ach, mir ist das jetzt auch zu blöd, ich kauf mir schnell ein neues in der Drogerie.“
„Bis du wiederkommst hab ich es sicher gefunden!“

„Dann hab ich halt zwei… Oh! Ich hab’s! Es war hier in der Manteltasche!“
„Na endlich! Wie kommt es denn da hin?“

„Ah, ich erinnere mich! Ich habe es neulich schon mal gesucht und nicht gefunden und mir dann ein neues gekauft. Und damit ich es nicht doppelt kaufe, habe ich es in der Manteltasche gelassen, weil ich es so vor dem nächsten Einkaufen bemerke. Funktioniert!“

Kopfschüttel…

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Winterklamotten

6. Dezember 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich sind am Wochenende auf eine Adventsparty eingeladen und sind nun gerade dabei, uns dafür fertig zu machen.
Während ich – wen wundert´s – bereits so gut wie abfahrbereit bin, wühlt die Liebste noch in ihrem Schrank…
 

“Himmel, so ein Mist, blöder, so ein… Verdammt!”
“Liebste? Warum fluchst du hier so?? Was ist??”

“Weil ich einfach nichts finde, was ich anziehen könnte!”
“Ähm… Nichts?”

“Nichts!”
“OK, alles klar, ich lasse dich dann mal wieder alleine und…”

“…du bleibst jetzt hier!”
“Muss ich?”

“Du musst!”

“Aber Liebste, wir wissen doch beide, dass ich dir da keine Hilfe bin…”

“Guck dir das mal an hier!”
“Was jetzt genau?”

“Der Schrank ist?? Na? Was ist der Schrank??”
“Ähm… Was der Schrank ist, soll ich sagen??”

“Ja! Was ist der Schrank?? Schau hier mal genau rein!”
“Ähm… Der Schrank ist… Ziemlich voll?”

“Quatsch! Er ist total leer!”
“Aber, ähm…”

“Ich kriege noch einen Anfall, echt!”

“Aber Süße, da, ähm… Da liegen doch tausend Sachen drin??”

“Wo! Da oben??”
“Ja, ich meine, damit könnte man locker einen ganzen H&M füllen…”

“Ja, im Sommer vielleicht, wir haben aber jetzt Winter!”
“Ach so, dann sind das da also alles Sommersachen??”

“Ja.”
“Und wo sind die Wintersachen?”

“Na da ist ja heute jemand besonders schlau!!”
“Ähm…”

“Das IST ja das Problem, ich habe keine Wintersachen!”

“Aha, und, ähm… Wie hast du das dann letzten Winter gemacht??”

“Ich verstehe die Frage nicht.”
“Ähm… Du verstehst die Frage nicht??”

“Nein, ich verstehe die Frage nicht!”

“Welchen Teil davon hast du denn jetzt nicht verstanden??”

“Wieso, welchen Teil??”
“Naja, das mit dem Winter oder das mit dem letzten Jahr??”

“Schatz, ich suche nur was anzuziehen, verstehst du das nicht??”
“Ja, das verstehe ich schon, aber…”

“Was soll denn dann diese blöde Fragerei!?”

“Aber du hast doch gesagt, du hättest nichts??”

“Habe ich ja auch nicht!”
“Und letztes Jahr??”

“Was denn letztes Jahr??”

“Sag mal, du WILLST mich nicht verstehen, oder??”

“Wieso, was redest du denn auch für einen Schwachsinn!?”

“Liebste! Du sagst doch, du hast mal wieder nichts, richtig??”

“Richtig.”
“Genauer: du hast nichts für den WINTER, richtig??”

“Richtig.”
“Das da sind alles nur Sommerklamotten. Richtig??”

“Richtig.”
“Also: du hast jetzt leider gar keine Winterklamotten.”

“Das sagte ich bereits.”
“OK, und meine folgende Frage ist wirklich ganz simpel und einfach:”

“Nun frag schon…”
“WAS – hast du – LETZTEN – Winter denn dann angezogen??”

“Da hatte ich ja auch schon nichts!”

Kopfschüttel…

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Blindfisch!

20. September 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste sitzt am Abend gemütlich auf dem Sofa, als ich nach Hause komme.
Wie ich aus den Augenwinkeln sehen kann, genießt sie mal wieder eine Folge GZSZ… Es ist mir ein Rätsel, aber ich muss ja nicht alles verstehen, also was soll´s…

“Na, Schatz? Alles klar?”
“Ja, Süße, bin etwas spät, sorry, aber…”

“…du, stör mich jetzt nicht, ja?”

“Ach so, ähm… Ja, dann, ähm, gehe ich mal in die Küche…”

“Nee, Moment, eine Sache ist aber noch wichtig jetzt!”
“So? Was denn?”

“Ist dir gar nichts aufgefallen??”
“Ähm…”

“Na?”
“Was soll mir denn aufgefallen sein??”

“Meine neuen Schuhe zum Beispiel du Blindfisch??”
“Oha, ähm… Neue Schuhe??”

“Neue Schuhe!”
“Aber, Liebste, ähm… Du sitzt doch auf dem Sofa??”

“Und??”
“Naja, ähm… Wie ich sehe, hast du doch gar keine Schuhe an??”

“Und??”
“Ja, also, wie soll ich denn dann bitte s…”

“Trotzdem kannst du doch wissen, dass ich neue Schuhe habe!?”
“Und wie soll ich das wissen, bitte??”

“Die stehen doch vorne im Flur!?”

Kopfschüttel…

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Bloß ein Gefallen

25. Juli 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich haben am Samstagmorgen unsere Wohnung wieder auf Vordermann gebracht. Nachdem die Arbeit erledigt ist, setze ich mich gemütlich auf  unserer Terrasse in den Liegestuhl und lese Zeitung.
Da kommt die Liebste um die Ecke…

“Wie ich sehe, scheinst du fertig zu sein, Schatz?”
“Richtig, Süße. Ich mache jetzt Wochenende.”

“Aha. Ich wollte aber noch eben schnell in die Stadt.”
“In die Stadt??”

“Ja, ich will noch ein paar Klamotten kaufen.”
“Och nee, also da habe ich ja jetzt gar keine Lust zu!”

“Du sollst ja auch gar nicht mit.”
“Ach so?”

“Ich fahre mit Simone, wir treffen uns gleich.”
“Also wenn das so ist, dann wünsche ich euch viel Spaß!”

“Danke. Soll ich dir irgendwas mitbringen?”
“Nein.”

“Nicht?”
“Nee.”

“Brauchst du nicht noch ein paar neue Socken?”
“Nein.”

“Irgendwie hatte ich das noch in Erinnerung…”
“Danke, aber ich brauche nichts.”

“Hast du denn noch genug Socken?”
“Ja.”

“Aber wieso habe ich denn dann diesen Gedanken im Kopf??”

“Tja, das, ähm… Da musst du dich irren.”

“Also ich soll dir nichts mitbringen?”
“Nein.”

“Aber Socken kann man doch nie genug haben?”
“Ich habe genug, Liebste.”

“Wie viele denn??”
“Keine Ahnung, aber auf jeden Fall genug.”

“Hm…”
“Lass mich jetzt weiter Zeitung lesen, ja? Danke.”

“Soll ich mal nachgucken gehen?”

“Was willst du denn nachgucken??”

“Ob du genug Socken hast?”
“Nein, sollst du nicht!”

“Na schön, dann eben nicht.”
“Danke.”

“Wofür bedankst du dich denn dauernd??”
“Ähm… Dafür, dass du mich nicht mehr mit den Socken nervst.”

“Ich will dir doch aber bloß einen Gefallen tun??”
“Das ist ja auch sehr lieb, aber ich brauche nichts.”

“Ich biete dir an, für dich durch die Stadt zu rennen!”
“Ähm…”

“..und du, du tust das einfach so ab!”
“Also Moment mal, ich…”

“Als wäre das selbstverständlich, dass ich für dich einkaufe!”
“Aber Liebste, du SOLLST doch gar nicht für mich einkaufen!?”

“Tue ich auch nicht! Jetzt nicht mehr!”
“Gut, dann haben wir das ja geklärt.”

“SCHATZ!!”

“Was ist denn??”

“Wir haben GAR NICHTS geklärt!”
“Was ist denn noch??”

“Es geht darum, dass du mich ignorierst!”
“Ich dich?? Ich ignoriere dich doch nicht!?”

“Doch! Ich wollte dir nur ein paar Socken mitbringen!”

“Und??”

“Das mache ich nur, weil ich dir einen Gefallen tun will!”
“Ja, aber??”

“Und für dich ist das überhaupt gar nichts wert!”
“Deine Absicht schon, aber ich brauche nun mal keine Socken!?”

“Natürlich brauchst du Socken!”
“Himmelherrgott, dank bring mir eben zwei Paar Socken mit!”

“Ach! Jetzt plötzlich??”
“Ja, jetzt plötzlich.”

“Ich dachte, du brauchst gar keine??”
“Die Situation hat sich eben geändert.”

“Du willst ja jetzt nur Socken, damit ich nicht sauer bin!”

“Wenn die Socken auch diesen Zweck erfüllen, dann ist es gut.”

“Du bist sooo doof!”
“Also bringst du mir nun Socken mit oder nicht!?”

“Natürlich, du brauchst ja auch dringend welche!”
“Schön, dann wünsche ich dir viel Spaß jetzt mit Simone.”

“Moment, Moment; nun mal gaaanz langsam!”
“Was ist denn noch?”

“Ich soll dir Socken mitbringen?”
“Ja.”

“Zwei Paar, deine Üblichen von Hilfinger?”
“Das wäre nett, ja.”

“Wären vier Paar nicht besser??”
“Ähm…”

“Dann könntest du einige von deinen alten Socken entsorgen.”
“Na schön, dann eben vier Paar.”

“Mann, wenn du mich nicht hättest!”
“Ja, dann müsste ich dauernd nackt durch die Gegend rennen…”

“Ha – ha; sehr witzig. Also, ich warte.”
“Worauf wartest du denn??”

“Na, ich brauche mindestens 50 Euro von dir?!”
“50 Euro?? Für ein paar Socken??”

“Nee, für die Socken brauche ich ungefähr 20-30.”
“Und wofür den Rest??”

“Für unsere Unkosten, wir müssen bestimmt ne Pause machen.”
“Aha, und wieso muss ICH euren Kaffeeklatsch bezahlen??”

“Für wen rennen wir denn hier stundenlang durch die Stadt??”

Kopfschüttel…

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Meine Liebste sitzt in der Küche, als ich am Abend gut gelaunt nach Hause komme.
Schon bei der Begrüßung fällt mir auf, dass die Liebste etwas außer Atem zu sein scheint; was sie wohl wieder angestellt hat??
Die Erklärung lässt natürlich nicht lange auf sich warten…

“Hallo Schatz!”
“Guten Abend Süße, na? Was ist los?”

“Wieso, was soll denn sein?”
“Du scheinst etwas aus der Puste zu sein.”

“Ja, ich habe das Badezimmer umgeräumt.”
“Du hast was??”

“Ich habe das ganze Badezimmer umgeräumt!”
“Aha. Steht die Badewanne jetzt auf der anderen Seite?”

“Natürlich nicht, das geht ja gar nicht!”
“Ach so…”

“Oder geht das doch?”
“Ähm, nein, nein, das geht nicht.”

“Wäre aber eigentlich eine gute Idee!”
“Liebste, vergiss es einfach ganz schnell wieder, ja??”

“Wieso denn?? Wäre das viel Aufwand?”
“Ich glaube, es gäbe kaum etwas, was mehr Aufwand wäre…”

“Das wäre gut, weil dann wäre in der Ecke mehr Platz.”
“Mehr Platz wofür??”

“Weiß nicht, aber da fällt mir bestimmt was ein.”
“Die Badewanne bleibt bitte, wo sie ist. Basta!”

“Man wird doch wohl mal darüber nachdenken dürfen??”

“Nachdenken ja, machen nein.”

“…ich hätte ja gerne auch eine größere Badewanne, weißt du?”
“Wofür?? Wir benutzen die Badewanne doch sowieso nie!?”

“Du nicht, ich schon!”
“Du?? Wann warst du denn das letzte Mal in der Wanne??”

“Ich war nicht so direkt, meine ich, also nicht richtig drin.”
“Was??”

“Ich meine, ich würde ja baden, wenn die Wanne größer wäre.”
“Sie ist aber nicht größer.”

“Aber wenn sie es wäre, dann würde ich!”
“Ist sie aber nicht!”

“Du hast aber gesagt, es ginge!”
“Das habe ich NICHT gesagt!”

“Doch, das wäre nur etwas mehr Aufwand, hast du gesagt!”
“Etwas?? Dafür müssten wir das gesamte Badezimmer einreißen!”

“Das ganze Badezimmer??”
“Natürlich, da müssten ja neue Leitungen gelegt werden und alles!”

“Auch fürs Waschbecken?”

“Wieso denn jetzt fürs Waschbecken??”

“Bei der Gelegenheit könnten wir gleich ein zweites, ich meine…”
“Ein zweites Waschbecken?? Wofür denn das??”

“Also das ist jetzt das Stichwort für das eigentliche Problem.”
“Was?? Was denn für ein Problem??”

“Naja, das zweite Waschbecken brauchst eigentlich du.”
“Ich?? Für zweimal am Tag Zähne putzen??”

“Nicht so sehr das Waschbecken.”
“Sondern??”

“Sondern die Ablage, die da drüber ist.”
“Wir haben doch eine? Oder nicht??”

“Natürlich habe wir eine!”

“Und??”

“Die linke Hälfte für mich, die rechte für dich.”
“Pff! Du meinst wohl eher vier Fünftel für dich!”

“Ähm, das ist nicht ganz richtig, glaube ich…”

“Ach ja, ich wollte eigentlich acht Neuntel sagen, danke!”

“Nein, es sind jetzt nach dem Umräumen eher zehn Zehntel…”
“Was?? Soll das heißen, ich habe jetzt da gar keinen Platz mehr??”

“Aber es ging wirklich nicht anders, ehrlich!”
“Liebste, das bleibt auf gar keinen Fall so!”

“Aber…”
“Ich will MEINEN popeligen Platz auf der Ablage zurück!”

“Aber Schatz, ich…”
“Jetzt muss ich hier schon um 20 Quadratzentimeter kämpfen!”

“Ich sage doch, dass wir ein zweites Waschbecken brauchen!”
“Reicht nicht auch einfach eine zweite Ablage??”

“Wie sieht das denn aus, so ganz ohne Waschbecken, ts ts…”
“OK! Schön! Reißen wir doch gleich das ganze Haus nieder!”

“Das ganze Haus??”

“Klar! Und wir bauen ein riesen Badezimmer drauf, wie wäre das??”

“Ähm, ist das nicht ein bisschen übertrieben, Schatz?”
“Ach was! Wieso! Ein Badezimmer mit 10 Badewannen!”

“So viele??”
“Ja, und 20 Waschbecken mit 40 Ablagen!!”

“Schatz, geht es dir gut? Warum schwitzt du denn so??”

“Lass uns doch gleich anfangen! Wo ist der große Hammer??”

“Nee, nee, lass mal; ich habe es nicht so gemeint…”
“Nicht?? Du willst mich also doch nicht ins Irrenhaus bringen??”

“Jetzt reg dich mal wieder ab, ich habe doch nur laut gedacht…”
“Oh Gott, ich muss mich erst mal hinsetzen…”

“Wir brauchen kein neues Badezimmer, unseres ist völlig OK.”

“Wirklich?”

“Wirklich.”

“Keine neue Badewanne?”

“Nein.”
“Und auch kein zweites Waschbecken?”

“Nein, nein.”
“Jetzt bin ich echt etwas erleichtert, muss ich sagen…”

“Können wir denn eine zweite Ablage an die Wand machen?”
“Naja, das… Das ginge wohl…”

“Na dann können wir ja wohl auch gleich ne neue Badewanne und ein Waschbecken hinhängen!”

Kopfschüttel…

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Waschbären und Wiesel

3. Juni 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste kommt am Abend aufgeregt ins Wohnzimmer gerannt, wo ich gerade aufmerksam eine Fernsehreportage über Waschbären auf n-tv verfolge.
Aus den Augenwinkeln sehe ich allerdings schon, dass die Liebste ihre (eine ihrer) Lieblingshandtasche in der Hand hat…

“Du, Schatz! Schatz! Hilfe!”
“Was ist denn, Süße?”

“Meine Handtasche ist kaputt!”
“Aha, du, kann das vielleicht noch 5 Minuten warten?”

“Aber meine Handtasche ist kaputt!”
“Was ist denn damit?? Kriegst du nichts mehr reingestopft??”

“Sooo viele Sachen sind da gar nicht drin!”
“Naja, tragen kannst du sie ja wenigstens noch…”

“Jetzt hör mir doch mal zu, bei meiner Tasche ist…”
“Liebste ich gucke mir gerade was über Waschbären an und…”

“Waschbären??”
“Ja, Waschbären. Und gleich kommt was über Wiesel.”

“Och Schatz! Was ist da denn wohl wichtiger!?”
“Die Waschbären.”

“Meine Tasche!”
“Herrgott, was ist denn mit deiner Tasche??”

“Hier, der Reißverschluss an der Seitentasche ist kaputt, schau!”
“Ah ja. Und jetzt nimm bitte die Tasche wieder aus meinem Gesicht…”

“Was mache ich denn jetzt?”
“Das kann man nicht reparieren.”

“Warum nicht??”
“Weil am Anfang hier das kleine Ding kaputtgebrochen ist.”

“Und was kann man da machen? Sieht doch blöd aus so!”
“Nichts kann man da machen, das sagte ich bereits.”

“Aber ich kann doch jetzt nicht die ganze Tasche wegwerfen!?”
“Hm… Tja, also man könnte eventuell…”

“Oh, schau, jetzt kommen die Wiesel im Fernsehen!”
“Ja… INTERESSANT, ODER??”

“Ja, sehr! Das will ich auch sehen!”
“Ich dachte, deine Handtasche habe jetzt Priorität?”

“Hat sie ja auch. Kannst du das für mich reparieren?”
“Kann das nicht bis morgen warten??”

“Oh bitte, ich bin schon ganz nervös deswegen!”
“Merkt man gar nicht…”

“Ich gucke jetzt die Wiesel und erzähle dir gleich alles.”
“Aber dann sehe ich ja nichts von den Wieseln!?”

“Du wirst doch wohl wissen, wie Wiesel aussehen??”
“Ja schon, aber…”

“Für dich ist das doch ein Handgriff, bitte, bitte!!”
“Darf ich danach in Ruhe weiter fernsehen??”

“Ja. Und ich erzähle dir ausführlich, was du alles verp…”
“…danke, aber das muss nun wirklich nicht s…”

“Psst! Ich will das hören!”

[Na klar, ich hätte auch standhaft bleiben können... Bleiben müssen! Nun ja. Auf der anderen Seite finde ich Wiesel lange nicht so interessant, wie Waschbären... Ja, gut, mit diesem armseligen Argument kann ich leben. Muss ich leben.
Also gehe ich mit der Handtasche der Liebsten in die Küche und krame den Sekundenkleber aus einer der Schubladen; vielleicht kann ich den Anfang des Reißverschlusses ja zusammendrücken und mit dem Kleber fixieren. Wenigstens ist die kleine Seitentasche leer: aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der mir noch verbliebenen geistigen Gesundheit will ich auf keinen Fall mehr wissen, was die Liebste alles in ihrer Handtasche bunkert und täglich mit sich rumschleppt.
Nach gefühlten 533 Minuten und mehreren deutlichen Macken in meinen Fingernägeln habe ich den widerspenstigen Reißverschluss zugeklebt: leider im wahrsten Sinne des Wortes; denn der Reißverschluss ist nun zwar zu, aber er lässt sich auch nicht mehr öffnen... Oh, oh...]

“Hallo Schatz! Wo warst du denn so lange??”
“Naja, also, ich ähm…”

“Ist der Reißverschluss jetzt zu?”
“Ja, schon, aber…”

“Das ist ja super! Danke, danke, danke!!”
“Ähm, gern geschehen, nur…”

“Ich hab dich soooooo lieb!”
“Also der Reißverschluss ist jetzt zu, allerdings…”

“Sieht aus wie neu! ich wusste doch, dass du das hinkriegst!”
“Moment, also was ich noch dazu sagen muss, ähm…”

“Das ist meine absolute Lieblingshandtasche, weißt du?”
“Tatsächlich, aha…”

“Prima, dann kann ich die ja morgen mitnehmen, freut mich!”
“Liebste, ich muss dir aber noch was dazu sagen…”

“Was denn?”
“Naja, also es gab ein klitzekleines Problem und…”

“Wieso, hast du was aus der Tasche rausgenommen??”
“Nein, da war ich nicht dran, nur an der Seitentasche.”

“Dann ist ja gut, weil die Sachen sind alle wichtig.”
“Natürlich, ist klar, alles sehr wichtig.”

“Was ist denn nun? Was für ein Problem gibt es denn??”
“Also ich musste den Reißverschluss ja kleben und…”

“…und??”
“Und dabei habe ich ihn wohl dauerhaft zusammengeklebt.”

“Was? Was soll das heißen, verstehe ich nicht??”
“Naja, also, er lässt sich nicht mehr öffnen.”

“Soll das heißen, ich kann, also ich kann nicht mehr…”
“Ja, das heißt es leider. Er geht nicht mehr auf.”

“Willst du damit sagen, dass an MEINER LIEBLINGSTASCHE d…”
“…ich bin ja kein Reißverschlussprofi, tut mir leid!”

“Und der geht wirklich nicht mehr auf?? Ganz sicher??”
“Ja, Liebste. Tut mir leid. Da habe ich wohl irgendwas…”

“Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Ist schon gut…”
“Bist du jetzt traurig oder so?”

“Nein, warum??”
“Naja, ich meine, weil deine Lieblingstasche, und so?”

“Quatsch! Ist doch super, wenn der Reißverschluss zu ist.”
“Schon, aber er geht nicht mehr auf?”

“Na und?”
“Was heißt denn na und, bitte??”

“Die Seitentasche benutze ich sowieso nie!”

Kopfschüttel…

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Aber wo?

3. Mai 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich sind am Wochenende mit Freunden verabredet und wir sind kurz davor, dorthin loszufahren. Während ich bereits in der Tür stehe und mit meinem Schlüssel herumspiele, höre ich die Liebste noch in der Wohnung herumlaufen.
Es kann sich nur nur noch um Stunden handeln…

“Ich komme gleich!”
“Das ist schön, Süße…”

“Bist du schon fertig?”
“Ja, ich warte.”

“Komme gleich!”
“Schön, Schatz.”

“Es ist nur, weil ich sie nicht finde!”
“Wen findest du nicht?”

“Meine Sonnenbrille!”
“Ähm… Liebste, es regnet draußen in Strömen…”

“Ja, jetzt vieleicht, aber wer weiß, wie es gleich wird!”
“Liebste, du brauchst deine Sonnenbrille heute nicht.”

“Ohne meine Sonnenbrille fahre ich nicht!”
“Apropos fahren: liegt die Brille vielleicht noch im Auto?”

“Nee, das kann nicht sein.”
“Und warum nicht?”

“Weil ich sie extra mit raus genommen habe, um…”
“Um??”

“…um sie nicht im Auto zu vergessen.”
“Aha… Sehr gute Idee, Süße…”

“Aber wo habe ich sie jetzt hingelegt??”
“Ist doch egal, du kannst sie morgen suchen, komm jetzt!”

“Nicht ohne Sonnenbrille!”
“Aber du wirst sie heute nicht brauchen, glaube mir!”

“Ohne Brille gehe ich nicht weg!”
“Na schön, dann nimm eben meine.”

“Deine??”
“Meine. Sie liegt im Auto.”

“Hm… Das wäre zur Not eine Alternative…”
“Schön, können wir dann jetzt los?”

“Nein. Ich muss noch was holen, Moment…”
“Was fehlt denn jetzt noch??”

“Hallo?? Wir reden hier schließlich über deine Sonnenbrille!”
“Ja, und was brauchst du jetzt noch??”

“Moment, bin gleich wieder da…”

[Die Liebste dreht auf ihren Absätzen um und rennt erneut durch die ganze Wohnung... Natürlich frage ich mich, was sie jetzt wieder sucht, und ich kämpfe mit mir, ob ich sie nun auch noch danach fragen soll...]

“So ein Mist!”
“Liebste, was ist denn jetzt??”

“Ich finde es nicht!”
“Was denn??”

“Und das nur, weil ich deine blöde Sonnenbrille aufsetzen muss!”
“Oh, entschuldige bitte! Abgesehen davon regnet es draußen!”

“Ohne können wir aber nicht los!”
“Was fehlt denn?? Lippenstift?? Geld?? Handtasche?? Tampons??”

“Quatsch!”
“Sondern??”

“Das Brillenputztuch!”

Kopfschüttel…

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Drei zu Null, oder?

7. Februar 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste sitzt auf dem Sofa, als ich am späten Abend nach Hause komme.
Dass sie dort sitzt ist nichts Besonderes, aber sie trägt noch ihre volle Tagesbekleidung; gewöhnlich macht sie es sich abends etwas bequemer. Auch die verschränkten Arme lassen erahnen, dass…

“Hallo Schatz.”
“Hallo Süße! Na, alles gut bei dir?”

“Nein.”
“Nicht? Was ist denn los?”

“Ich habe mal wieder wirklich NICHTS anzuziehen!”
“Aha, und ähm, was ist das, was du da gerade an hast?”

“Eben! Eben! Guck dir das doch mal an!”
“Tja, also, ich…”

“Dieser Pulli hier, findest du den etwa schön??”
“Ähm…”

“Der passt doch gar nicht zu mir, oder??”
“Naja, du hast ihn ja auch noch nicht oft getragen…”

“Das kann man wohl sagen, sehr gut beobachtet!”

[1:0 für mich...]

“Und die Jeans?? Guck dir das doch mal an hier!”
“Was ist denn damit??”

“Die ist doch viel zu wenig verwaschen!”
“Verwaschen??”

“Die ist langweilig, meine ich!”
“Och, es kommt ja auch ein bisschen drauf an, was drin steckt…”

“Sollte das ein Kompliment für mich werden??”
“Ähm, ja?”

“Danke.”

[2:0 für mich...]

“Trotzdem ist die langweilig, die Jeans mag ich nicht!”
“Ähm, nur so interessenhalber: du hast sie doch mal gekauft, oder??”

“Natürlich habe ich sie gekauft!”
“Und dabei ist dir nicht schon aufgefallen, dass…”

“Ich dachte, dass die anders aussieht.”
“Aha…”

“So, und jetzt schau dir bitte mal die Schuhe an.”
“Zeig mal?”

[Die Liebste sitzt tatsächlich noch mit Schuhen an den Füßen auf dem Sofa; jetzt hebt sie beide Beine nach oben, damit ich mir die Schuhe ansehen kann...]

“So, und jetzt sag mal: die sind doch auch langweilig, oder??”
“Also, ich, ähm… Wieso findest du die denn jetzt langweilig?”

“Das Leder ist viel zu glatt und zu rund und…”
“…aber die Absätze, die sind doch ganz schön, oder?”

“Naja, das… Ja, das stimmt schon. Ausnahmsweise.”

[3:0 für mich! Jetzt kann mir nicht mehr viel passieren!]

“Trotzdem: ich weiß echt nicht mehr, was ich noch anziehen soll!”
“Hm…”

“Was soll ich denn jetzt machen??”
“Liebste, wie wäre es, wenn ich dich morgen zum Shoppen einlade?”

“Zum Shoppen??”
“Wir fahren in die Stadt und du kaufst dir was richtig Schönes.”

“Du bist echt ein Blödmann, weißt du das!”
“Ähm… Ich??”

“Ja, wie kann man nur so böse zu seiner Freundin sein!”
“Also Moment mal, ich…”

“Was soll denn das jetzt??”
“Entschuldigung, aber ich dachte, weil du doch…”

“Männer! Pff!”
“Ich wollte nur, dass du deine alten Klamotten da entsorgen kannst!”

“Meine alten Klamotten?? Diese hier??”
“Davon sprechen wir doch gerade die ganze Zeit oder??”

“Du meinst also die, die ich hier gerade an habe??”
“Den nicht passenden Pulli, die langweilige Jeans, die öden Schuhe.”

“Jetzt reicht es aber, BERND!”

[Uups... Wenn Sie BERND sagt, dann steht die Welt kurz vor dem Untergang; oder anders: ich stehe nahe am Abgrund und die Liebste überlegt, ob sie schubst...]

“Vielleicht bist du jetzt besser still, das ist gesünder für dich!”
“Normalerweise freust du dich doch, wenn wir shoppen gehen??”

“Ja, das ist wohl richtig.”
“Und was stimmt dann jetzt nicht??”

“ICH WAR HEUTE SHOPPEN, du Doof!”
“Oh… Und du hast dann wahrscheinlich diese Sachen da gek…”

“JA GENAU!”
“Ähm…”

“So, und jetzt noch mal: wie findest du den Pulli?”

Kopfschüttel…

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Kein Tattoo

31. August 2011, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Heute kam die Liebste ganz nachdenklich heim, aber ich dachte mir, dass es wohl nichts Wichtiges sein könne. Beim Abendessen kam dann zur Sprache, worüber sie nachgrübelte:

„Meine Kollegin hat sich ein Tattoo machen lassen.“
„Ach, das ist doch mittlerweile völlig out.“

„Sieht aber gut aus.“
„Ein Arschgeweih etwa?“

„Nee, an der Schulter.“
„Pfff.“

„So eine geschlungene Pflanze und ein Schmetterling.“
„Naja. Wem’s gefällt.“

„Mir gefällt das Tattoo.“
„Bitte!? Was gefällt dir denn an Tattoos?“

„Das von meiner Kollegin ist schön farbig, es hat nicht jeder und es sieht echt gut aus. Sie hatte heute ein kurzes Top an und jeder hat das Tattoo sehen können.“
„Na und? Das ist nur, damit auch jeder guckt.“

„Klar damit jeder guckt. Sieht nämlich gut aus.“
„Wenn sie mal noch einige Jährchen älter ist, sieht’s nicht mehr gut aus. Die geschlungene Pflanze welkt dann nämlich und lässt die Blätter hängen.“

„Quatsch, an der Schulter doch nicht.“
„Doch, überall. Die Haut altert überall.“

„An der Schulter gibt’s doch keine Falten.“
„Außerdem tut das Stechen doch sicherlich ziemlich weh.“

„Meine Kollegin sagt, es war nicht so schlimm.“
„Dann ist es doch auch ziemlich teuer.“

„Meine Kollegin sagt, es ging.“
„Dann ist es bestimmt so ein drittklassiger Schuppen gewesen, der die Nadeln nicht sterilisiert, und man holt sich dort Hepatitis und sonst was. Wo der Tätowierer ein Ex-Hells-Angel ist. Oder auch nicht Ex.“

„Quatsch. Meine Kollegin sagt, das Tattoostudio war erstklassig, natürlich nur Einwegartikel, und der Tätowierer ist ein richtiger Künstler.“
„Soso. Kein Hells Angel also. Vielleicht ein Bandido.“

„Er ist echt nett!“
„Sagt deine Kollegin.“

„Nee, sag ich.“
„Wieso? Kennst du den?“

„Ja.“
„Du triffst dich mit Motorradrockern?“

„Das ist überhaupt kein Motorradrocker!“
„Woher weißt du das?“

„Weil ich heute dort war.“
„Wieso? Hast du deine Kollegin abgeholt?“

„Nee, ich hab mich beraten lassen.“
„Wie? Was? Beraten? Von so einem… Assi!?“

„Ich hab mal ein paar Motive mitgebracht, schau hier.“
„Spinnst du?“

„Wie findest du denn die Blüte hier?“
„Hässlich.“

„Und das Muster hier, sieht echt interessant aus.“
„Ja, die ersten drei Minuten, dann wird’s langweilig. Wie früher das Testbild im Fernsehen.“

„Oder das Kätzchen, ist doch total süß!“
„Willst du es auf der rechten oder der linken Pobacke?“

„Du bist blöd!“
„Dann lass dir doch hintätowieren, wo du dein Auto geparkt hast, dann sparen wir uns solche Nummern wie neulich.“

„Oh, bist du gemein!“
„Nee, ich will nur keine tätowierte Freundin, du gefällst mir so am allerbesten!“

„Echt? Dann lass ich mir „Mein Freund mag keine Tattoos“ hintätowieren. Mit Blume!“

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Falsches Öl

29. August 2011, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Gestern habe ich in der Drogerie einige Pröbchen geschenkt bekommen, und da ich mit Verwöhnbad und Massageöl eher nicht soviel anfangen kann, dachte ich mir, ich verwöhne meine Liebste. Also Badewanne hergerichtet, Kerzen und Duftlampe angemacht, das Badezimmerlicht aus und die Liebste überrascht…

„Oh, was ist denn hier passiert!“
„Für dich, Schatz.“

„Mensch, so romantisch kenne ich dich gar nicht.“
„Du kennst eben noch lange nicht alle Seiten von mir.“

„Hmm. Willst du mir etwas sagen?“
„Nein. Wieso?“

„Da ist doch was, also raus mit der Sprache!“
„Da gibt’s nichts. Ehrenwort! Soll ich dir noch was zu trinken holen?“

„Oh, das wäre was! Im Kühlschrank steht doch noch ein Piccolo, oder?“
„Ja, ich hol dir ein Glas.“

„Prima.“
„Hier, zum Wohl.“

„Danke.“
„Soll ich dir den Rücken schrubbern?“

„Gern. Jetzt sag schon, was ist los? Hast du was angestellt? Das Auto geschrottet? Versehentlich was von mir weggeworfen?“
„Nein, ich schwöre dir, es ist nichts. Ich hab das Badezeugs und das Massageöl geschenkt bekommen, in der Drogerie, als ich eingekauft hab.“

„Aha. Gut. Hmm, mir geht’s heute aber wirklich gut. Massiert werde ich auch noch?“
„Klar. Das Verwöhnprogramm ist inklusive Massage.“

„Super!“
„Na, dann komm raus der Wanne, dann massiere ich dich.“

„Das Öl riecht aber gut.“
„Ja, finde ich auch.“

„Das sollten wir auch mal kaufen.“
„Bingo, und schon hat sich das Pröbchen verteilen gelohnt.“

„Na und? Macht doch nichts. Hauptsache es riecht gut und ist auch sonst in Ordnung.“
„Ja, aber kauf bitte nur eine kleine Flasche, ich massier dich schließlich nicht jeden Abend.“

„Ach komm, du machst das gut.“
„Ja, du kannst mir nachher auch mal Rücken und Schulter massieren, ich bin auch ganz verspannt.“

„Jaja, mach ich. Massier aber erst mal fertig.“
„Ja. So, jetzt ist aber gut, jetzt bin ich dran.“

„Na, dann leg dich hin.“
„Also besonders die Schultern sind verspannt!“

„Jaja, wo ist denn das Öl?“
„Hier drüben hab ich’s hingestellt.“

„Gut. Was ist denn das?“
„Massageöl.“

„Nein, bist du verrückt: Das ist ein Cellulite-Öl!“
„Ja, und?“

„Ich hab keine Cellulite.“
„Na aber schaden tut’s doch auch nicht. Und wenn ich hier am Bein so ein bisschen die Haut zusammendrücke, dellt sich’s schon ein klitzekleines bisschen ein.“

„Spinnst du? Du sollst nicht an meinem Bein rumdrücken! Da hab ich ja wohl Glück gehabt, dass es keine Farbpröbchen gegen graue Haare gab und du nicht an meinem Kopf  auch noch auf Erkundungstour gehst!“

Kopfschüttel…

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Lipgloss gesucht!

15. April 2011, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Wenn meine Liebste Sachen sucht, geht sie immer recht planlos vor. Ich kann ihr dann meist wenig helfen, weil meine Hilfe sie anscheinend noch mehr durcheinander bringt, aber irgendwie findet sie das Gesuchte dann doch – manchmal sogar mit einem Plan, der aber vermutlich nur bei ihr funktioniert. Neulich suchte sie ein wichtiges Kosmetikutensil, das ich bis dahin noch gar nicht kannte:

„Hast du mein Lipgloss gesehen?“
„Vielleicht, Schatz. Wie sieht es denn aus?“

„Na ja, wie Lipgloss halt…“
„Hmm… Was ist das denn?“

„Was?“
„Na dieses Lipgloss!“

„So eine Art Lippenstift. Wo hab ich das nur hin?“
„Im Bad stand neulich so was rum. So was Schwarzes.“

„Nein, das ist die Wimperntusche…“
„Bestimmt ist es in deiner Handtasche.“

„Da hab ich auch schon gesucht…“
„Soll ich mal suchen?“

„In meiner Handtasche? Keinesfalls!“
„Misstraust du mir oder wieso darf ich dir keinesfalls beim Suchen in deiner Handtasche helfen?“

„Meine Handtasche… Das verstehst du nicht.“
„Wenn du mir’s erklärst, vielleicht schon.“

„Nein, das ist so eine Frauensache.“
„Hä? Braucht man zum Suchen in der Handtasche etwa weibliche Intuition?“

„Nein. Aber du würdest dann wieder Sachen dort finden…“
„Ja, das ist ja das Ziel der Suche: dass ich den Lippenstift finde!“

„Das Lipgloss…“
„Also, gib mir mal das Täschchen, dann…“

„Nein, das geht nicht! Du würdest dort alles mögliche finden!“
„Ach so, du hast Sorgen, dass ich den Bodensatz aufwühle?“

„Das ist kein Bodensatz, das sind halt die Dinge, die man so in der Handtasche hat. Du würdest ja auch nicht wollen, dass ich in deiner Werkzeugkiste rumkrame.“
„Kann sein, aber da ist kein Bodensatz drin…“

„In meiner Handtasche ja auch nicht.“
„Also in meinem Werkzeugkasten ist es auf jeden Fall ordentlich.“

„In meiner Handtasche auch. Im Prinzip.“
„Was soll das denn heißen? Im Prinzip ordentlich?“

„Na ja… es herrscht eine bestimmte Grundordnung darin, die du aber nicht verstehst.“
„Wenn du sie verstehst, dann findest du ja auch dein Lipdings da drin, oder?“

„Theoretisch ja, wenn es da drin wäre. Aber ich habe ja schon in der Handtasche gesucht.“
„Soll ich nicht auch nochmal…?“

„Nein! Es muss woanders rumliegen!“
„Geht es nicht auch ohne? Ich brauch das Zeug ja auch nicht und bin trotzdem schön.“

„Findest du etwa, dass ich geschminkt nicht schöner bin?“
„Nein, also… du bist natürlich hübsch, geschminkt oder ungeschminkt.“

„Es ist dir also egal, ob ich mir die Mühe mache, mich zu schminken.“
„Nein, ich meine nur…“

„Wenn ich nur ungeschminkt rumlaufen soll, musst du es nur sagen. Dann brauche ich auch das Lipgloss nicht mehr!“
„Nein, du kannst dich gern schminken, wenn du magst.“

„Ich muss mich nicht schminken! Ich mache das nur wegen dir, wenn du nicht willst, lass ich es weg!“
„Also suchen wir halt das Lipdings weiter… Wo hast du es denn zuletzt gebraucht?“

„Im Bad. Da hab ich’s aber auch nicht gefunden. Ach, mir ist das jetzt auch zu blöd, ich kauf mir schnell ein neues in der Drogerie.“
„Bis du wiederkommst hab ich es sicher gefunden!“

„Dann hab ich halt zwei… Oh! Ich hab’s! Es war hier in der Manteltasche!“
„Na endlich! Wie kommt es denn da hin?“

„Ah, ich erinnere mich! Ich habe es neulich schon mal gesucht und nicht gefunden und mir dann ein neues gekauft. Und damit ich es nicht doppelt kaufe, habe ich es in der Manteltasche gelassen, weil ich es so vor dem nächsten Einkaufen bemerke. Funktioniert!“

Kopfschüttel…

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Winterklamotten

6. Dezember 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich sind am Wochenende auf eine Adventsparty eingeladen und sind nun gerade dabei, uns dafür fertig zu machen.
Während ich – wen wundert´s – bereits so gut wie abfahrbereit bin, wühlt die Liebste noch in ihrem Schrank…
 

“Himmel, so ein Mist, blöder, so ein… Verdammt!”
“Liebste? Warum fluchst du hier so?? Was ist??”

“Weil ich einfach nichts finde, was ich anziehen könnte!”
“Ähm… Nichts?”

“Nichts!”
“OK, alles klar, ich lasse dich dann mal wieder alleine und…”

“…du bleibst jetzt hier!”
“Muss ich?”

“Du musst!”

“Aber Liebste, wir wissen doch beide, dass ich dir da keine Hilfe bin…”

“Guck dir das mal an hier!”
“Was jetzt genau?”

“Der Schrank ist?? Na? Was ist der Schrank??”
“Ähm… Was der Schrank ist, soll ich sagen??”

“Ja! Was ist der Schrank?? Schau hier mal genau rein!”
“Ähm… Der Schrank ist… Ziemlich voll?”

“Quatsch! Er ist total leer!”
“Aber, ähm…”

“Ich kriege noch einen Anfall, echt!”

“Aber Süße, da, ähm… Da liegen doch tausend Sachen drin??”

“Wo! Da oben??”
“Ja, ich meine, damit könnte man locker einen ganzen H&M füllen…”

“Ja, im Sommer vielleicht, wir haben aber jetzt Winter!”
“Ach so, dann sind das da also alles Sommersachen??”

“Ja.”
“Und wo sind die Wintersachen?”

“Na da ist ja heute jemand besonders schlau!!”
“Ähm…”

“Das IST ja das Problem, ich habe keine Wintersachen!”

“Aha, und, ähm… Wie hast du das dann letzten Winter gemacht??”

“Ich verstehe die Frage nicht.”
“Ähm… Du verstehst die Frage nicht??”

“Nein, ich verstehe die Frage nicht!”

“Welchen Teil davon hast du denn jetzt nicht verstanden??”

“Wieso, welchen Teil??”
“Naja, das mit dem Winter oder das mit dem letzten Jahr??”

“Schatz, ich suche nur was anzuziehen, verstehst du das nicht??”
“Ja, das verstehe ich schon, aber…”

“Was soll denn dann diese blöde Fragerei!?”

“Aber du hast doch gesagt, du hättest nichts??”

“Habe ich ja auch nicht!”
“Und letztes Jahr??”

“Was denn letztes Jahr??”

“Sag mal, du WILLST mich nicht verstehen, oder??”

“Wieso, was redest du denn auch für einen Schwachsinn!?”

“Liebste! Du sagst doch, du hast mal wieder nichts, richtig??”

“Richtig.”
“Genauer: du hast nichts für den WINTER, richtig??”

“Richtig.”
“Das da sind alles nur Sommerklamotten. Richtig??”

“Richtig.”
“Also: du hast jetzt leider gar keine Winterklamotten.”

“Das sagte ich bereits.”
“OK, und meine folgende Frage ist wirklich ganz simpel und einfach:”

“Nun frag schon…”
“WAS – hast du – LETZTEN – Winter denn dann angezogen??”

“Da hatte ich ja auch schon nichts!”

Kopfschüttel…

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Blindfisch!

20. September 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste sitzt am Abend gemütlich auf dem Sofa, als ich nach Hause komme.
Wie ich aus den Augenwinkeln sehen kann, genießt sie mal wieder eine Folge GZSZ… Es ist mir ein Rätsel, aber ich muss ja nicht alles verstehen, also was soll´s…

“Na, Schatz? Alles klar?”
“Ja, Süße, bin etwas spät, sorry, aber…”

“…du, stör mich jetzt nicht, ja?”

“Ach so, ähm… Ja, dann, ähm, gehe ich mal in die Küche…”

“Nee, Moment, eine Sache ist aber noch wichtig jetzt!”
“So? Was denn?”

“Ist dir gar nichts aufgefallen??”
“Ähm…”

“Na?”
“Was soll mir denn aufgefallen sein??”

“Meine neuen Schuhe zum Beispiel du Blindfisch??”
“Oha, ähm… Neue Schuhe??”

“Neue Schuhe!”
“Aber, Liebste, ähm… Du sitzt doch auf dem Sofa??”

“Und??”
“Naja, ähm… Wie ich sehe, hast du doch gar keine Schuhe an??”

“Und??”
“Ja, also, wie soll ich denn dann bitte s…”

“Trotzdem kannst du doch wissen, dass ich neue Schuhe habe!?”
“Und wie soll ich das wissen, bitte??”

“Die stehen doch vorne im Flur!?”

Kopfschüttel…

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Bloß ein Gefallen

25. Juli 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich haben am Samstagmorgen unsere Wohnung wieder auf Vordermann gebracht. Nachdem die Arbeit erledigt ist, setze ich mich gemütlich auf  unserer Terrasse in den Liegestuhl und lese Zeitung.
Da kommt die Liebste um die Ecke…

“Wie ich sehe, scheinst du fertig zu sein, Schatz?”
“Richtig, Süße. Ich mache jetzt Wochenende.”

“Aha. Ich wollte aber noch eben schnell in die Stadt.”
“In die Stadt??”

“Ja, ich will noch ein paar Klamotten kaufen.”
“Och nee, also da habe ich ja jetzt gar keine Lust zu!”

“Du sollst ja auch gar nicht mit.”
“Ach so?”

“Ich fahre mit Simone, wir treffen uns gleich.”
“Also wenn das so ist, dann wünsche ich euch viel Spaß!”

“Danke. Soll ich dir irgendwas mitbringen?”
“Nein.”

“Nicht?”
“Nee.”

“Brauchst du nicht noch ein paar neue Socken?”
“Nein.”

“Irgendwie hatte ich das noch in Erinnerung…”
“Danke, aber ich brauche nichts.”

“Hast du denn noch genug Socken?”
“Ja.”

“Aber wieso habe ich denn dann diesen Gedanken im Kopf??”

“Tja, das, ähm… Da musst du dich irren.”

“Also ich soll dir nichts mitbringen?”
“Nein.”

“Aber Socken kann man doch nie genug haben?”
“Ich habe genug, Liebste.”

“Wie viele denn??”
“Keine Ahnung, aber auf jeden Fall genug.”

“Hm…”
“Lass mich jetzt weiter Zeitung lesen, ja? Danke.”

“Soll ich mal nachgucken gehen?”

“Was willst du denn nachgucken??”

“Ob du genug Socken hast?”
“Nein, sollst du nicht!”

“Na schön, dann eben nicht.”
“Danke.”

“Wofür bedankst du dich denn dauernd??”
“Ähm… Dafür, dass du mich nicht mehr mit den Socken nervst.”

“Ich will dir doch aber bloß einen Gefallen tun??”
“Das ist ja auch sehr lieb, aber ich brauche nichts.”

“Ich biete dir an, für dich durch die Stadt zu rennen!”
“Ähm…”

“..und du, du tust das einfach so ab!”
“Also Moment mal, ich…”

“Als wäre das selbstverständlich, dass ich für dich einkaufe!”
“Aber Liebste, du SOLLST doch gar nicht für mich einkaufen!?”

“Tue ich auch nicht! Jetzt nicht mehr!”
“Gut, dann haben wir das ja geklärt.”

“SCHATZ!!”

“Was ist denn??”

“Wir haben GAR NICHTS geklärt!”
“Was ist denn noch??”

“Es geht darum, dass du mich ignorierst!”
“Ich dich?? Ich ignoriere dich doch nicht!?”

“Doch! Ich wollte dir nur ein paar Socken mitbringen!”

“Und??”

“Das mache ich nur, weil ich dir einen Gefallen tun will!”
“Ja, aber??”

“Und für dich ist das überhaupt gar nichts wert!”
“Deine Absicht schon, aber ich brauche nun mal keine Socken!?”

“Natürlich brauchst du Socken!”
“Himmelherrgott, dank bring mir eben zwei Paar Socken mit!”

“Ach! Jetzt plötzlich??”
“Ja, jetzt plötzlich.”

“Ich dachte, du brauchst gar keine??”
“Die Situation hat sich eben geändert.”

“Du willst ja jetzt nur Socken, damit ich nicht sauer bin!”

“Wenn die Socken auch diesen Zweck erfüllen, dann ist es gut.”

“Du bist sooo doof!”
“Also bringst du mir nun Socken mit oder nicht!?”

“Natürlich, du brauchst ja auch dringend welche!”
“Schön, dann wünsche ich dir viel Spaß jetzt mit Simone.”

“Moment, Moment; nun mal gaaanz langsam!”
“Was ist denn noch?”

“Ich soll dir Socken mitbringen?”
“Ja.”

“Zwei Paar, deine Üblichen von Hilfinger?”
“Das wäre nett, ja.”

“Wären vier Paar nicht besser??”
“Ähm…”

“Dann könntest du einige von deinen alten Socken entsorgen.”
“Na schön, dann eben vier Paar.”

“Mann, wenn du mich nicht hättest!”
“Ja, dann müsste ich dauernd nackt durch die Gegend rennen…”

“Ha – ha; sehr witzig. Also, ich warte.”
“Worauf wartest du denn??”

“Na, ich brauche mindestens 50 Euro von dir?!”
“50 Euro?? Für ein paar Socken??”

“Nee, für die Socken brauche ich ungefähr 20-30.”
“Und wofür den Rest??”

“Für unsere Unkosten, wir müssen bestimmt ne Pause machen.”
“Aha, und wieso muss ICH euren Kaffeeklatsch bezahlen??”

“Für wen rennen wir denn hier stundenlang durch die Stadt??”

Kopfschüttel…

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Meine Liebste sitzt in der Küche, als ich am Abend gut gelaunt nach Hause komme.
Schon bei der Begrüßung fällt mir auf, dass die Liebste etwas außer Atem zu sein scheint; was sie wohl wieder angestellt hat??
Die Erklärung lässt natürlich nicht lange auf sich warten…

“Hallo Schatz!”
“Guten Abend Süße, na? Was ist los?”

“Wieso, was soll denn sein?”
“Du scheinst etwas aus der Puste zu sein.”

“Ja, ich habe das Badezimmer umgeräumt.”
“Du hast was??”

“Ich habe das ganze Badezimmer umgeräumt!”
“Aha. Steht die Badewanne jetzt auf der anderen Seite?”

“Natürlich nicht, das geht ja gar nicht!”
“Ach so…”

“Oder geht das doch?”
“Ähm, nein, nein, das geht nicht.”

“Wäre aber eigentlich eine gute Idee!”
“Liebste, vergiss es einfach ganz schnell wieder, ja??”

“Wieso denn?? Wäre das viel Aufwand?”
“Ich glaube, es gäbe kaum etwas, was mehr Aufwand wäre…”

“Das wäre gut, weil dann wäre in der Ecke mehr Platz.”
“Mehr Platz wofür??”

“Weiß nicht, aber da fällt mir bestimmt was ein.”
“Die Badewanne bleibt bitte, wo sie ist. Basta!”

“Man wird doch wohl mal darüber nachdenken dürfen??”

“Nachdenken ja, machen nein.”

“…ich hätte ja gerne auch eine größere Badewanne, weißt du?”
“Wofür?? Wir benutzen die Badewanne doch sowieso nie!?”

“Du nicht, ich schon!”
“Du?? Wann warst du denn das letzte Mal in der Wanne??”

“Ich war nicht so direkt, meine ich, also nicht richtig drin.”
“Was??”

“Ich meine, ich würde ja baden, wenn die Wanne größer wäre.”
“Sie ist aber nicht größer.”

“Aber wenn sie es wäre, dann würde ich!”
“Ist sie aber nicht!”

“Du hast aber gesagt, es ginge!”
“Das habe ich NICHT gesagt!”

“Doch, das wäre nur etwas mehr Aufwand, hast du gesagt!”
“Etwas?? Dafür müssten wir das gesamte Badezimmer einreißen!”

“Das ganze Badezimmer??”
“Natürlich, da müssten ja neue Leitungen gelegt werden und alles!”

“Auch fürs Waschbecken?”

“Wieso denn jetzt fürs Waschbecken??”

“Bei der Gelegenheit könnten wir gleich ein zweites, ich meine…”
“Ein zweites Waschbecken?? Wofür denn das??”

“Also das ist jetzt das Stichwort für das eigentliche Problem.”
“Was?? Was denn für ein Problem??”

“Naja, das zweite Waschbecken brauchst eigentlich du.”
“Ich?? Für zweimal am Tag Zähne putzen??”

“Nicht so sehr das Waschbecken.”
“Sondern??”

“Sondern die Ablage, die da drüber ist.”
“Wir haben doch eine? Oder nicht??”

“Natürlich habe wir eine!”

“Und??”

“Die linke Hälfte für mich, die rechte für dich.”
“Pff! Du meinst wohl eher vier Fünftel für dich!”

“Ähm, das ist nicht ganz richtig, glaube ich…”

“Ach ja, ich wollte eigentlich acht Neuntel sagen, danke!”

“Nein, es sind jetzt nach dem Umräumen eher zehn Zehntel…”
“Was?? Soll das heißen, ich habe jetzt da gar keinen Platz mehr??”

“Aber es ging wirklich nicht anders, ehrlich!”
“Liebste, das bleibt auf gar keinen Fall so!”

“Aber…”
“Ich will MEINEN popeligen Platz auf der Ablage zurück!”

“Aber Schatz, ich…”
“Jetzt muss ich hier schon um 20 Quadratzentimeter kämpfen!”

“Ich sage doch, dass wir ein zweites Waschbecken brauchen!”
“Reicht nicht auch einfach eine zweite Ablage??”

“Wie sieht das denn aus, so ganz ohne Waschbecken, ts ts…”
“OK! Schön! Reißen wir doch gleich das ganze Haus nieder!”

“Das ganze Haus??”

“Klar! Und wir bauen ein riesen Badezimmer drauf, wie wäre das??”

“Ähm, ist das nicht ein bisschen übertrieben, Schatz?”
“Ach was! Wieso! Ein Badezimmer mit 10 Badewannen!”

“So viele??”
“Ja, und 20 Waschbecken mit 40 Ablagen!!”

“Schatz, geht es dir gut? Warum schwitzt du denn so??”

“Lass uns doch gleich anfangen! Wo ist der große Hammer??”

“Nee, nee, lass mal; ich habe es nicht so gemeint…”
“Nicht?? Du willst mich also doch nicht ins Irrenhaus bringen??”

“Jetzt reg dich mal wieder ab, ich habe doch nur laut gedacht…”
“Oh Gott, ich muss mich erst mal hinsetzen…”

“Wir brauchen kein neues Badezimmer, unseres ist völlig OK.”

“Wirklich?”

“Wirklich.”

“Keine neue Badewanne?”

“Nein.”
“Und auch kein zweites Waschbecken?”

“Nein, nein.”
“Jetzt bin ich echt etwas erleichtert, muss ich sagen…”

“Können wir denn eine zweite Ablage an die Wand machen?”
“Naja, das… Das ginge wohl…”

“Na dann können wir ja wohl auch gleich ne neue Badewanne und ein Waschbecken hinhängen!”

Kopfschüttel…

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Waschbären und Wiesel

3. Juni 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste kommt am Abend aufgeregt ins Wohnzimmer gerannt, wo ich gerade aufmerksam eine Fernsehreportage über Waschbären auf n-tv verfolge.
Aus den Augenwinkeln sehe ich allerdings schon, dass die Liebste ihre (eine ihrer) Lieblingshandtasche in der Hand hat…

“Du, Schatz! Schatz! Hilfe!”
“Was ist denn, Süße?”

“Meine Handtasche ist kaputt!”
“Aha, du, kann das vielleicht noch 5 Minuten warten?”

“Aber meine Handtasche ist kaputt!”
“Was ist denn damit?? Kriegst du nichts mehr reingestopft??”

“Sooo viele Sachen sind da gar nicht drin!”
“Naja, tragen kannst du sie ja wenigstens noch…”

“Jetzt hör mir doch mal zu, bei meiner Tasche ist…”
“Liebste ich gucke mir gerade was über Waschbären an und…”

“Waschbären??”
“Ja, Waschbären. Und gleich kommt was über Wiesel.”

“Och Schatz! Was ist da denn wohl wichtiger!?”
“Die Waschbären.”

“Meine Tasche!”
“Herrgott, was ist denn mit deiner Tasche??”

“Hier, der Reißverschluss an der Seitentasche ist kaputt, schau!”
“Ah ja. Und jetzt nimm bitte die Tasche wieder aus meinem Gesicht…”

“Was mache ich denn jetzt?”
“Das kann man nicht reparieren.”

“Warum nicht??”
“Weil am Anfang hier das kleine Ding kaputtgebrochen ist.”

“Und was kann man da machen? Sieht doch blöd aus so!”
“Nichts kann man da machen, das sagte ich bereits.”

“Aber ich kann doch jetzt nicht die ganze Tasche wegwerfen!?”
“Hm… Tja, also man könnte eventuell…”

“Oh, schau, jetzt kommen die Wiesel im Fernsehen!”
“Ja… INTERESSANT, ODER??”

“Ja, sehr! Das will ich auch sehen!”
“Ich dachte, deine Handtasche habe jetzt Priorität?”

“Hat sie ja auch. Kannst du das für mich reparieren?”
“Kann das nicht bis morgen warten??”

“Oh bitte, ich bin schon ganz nervös deswegen!”
“Merkt man gar nicht…”

“Ich gucke jetzt die Wiesel und erzähle dir gleich alles.”
“Aber dann sehe ich ja nichts von den Wieseln!?”

“Du wirst doch wohl wissen, wie Wiesel aussehen??”
“Ja schon, aber…”

“Für dich ist das doch ein Handgriff, bitte, bitte!!”
“Darf ich danach in Ruhe weiter fernsehen??”

“Ja. Und ich erzähle dir ausführlich, was du alles verp…”
“…danke, aber das muss nun wirklich nicht s…”

“Psst! Ich will das hören!”

[Na klar, ich hätte auch standhaft bleiben können... Bleiben müssen! Nun ja. Auf der anderen Seite finde ich Wiesel lange nicht so interessant, wie Waschbären... Ja, gut, mit diesem armseligen Argument kann ich leben. Muss ich leben.
Also gehe ich mit der Handtasche der Liebsten in die Küche und krame den Sekundenkleber aus einer der Schubladen; vielleicht kann ich den Anfang des Reißverschlusses ja zusammendrücken und mit dem Kleber fixieren. Wenigstens ist die kleine Seitentasche leer: aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der mir noch verbliebenen geistigen Gesundheit will ich auf keinen Fall mehr wissen, was die Liebste alles in ihrer Handtasche bunkert und täglich mit sich rumschleppt.
Nach gefühlten 533 Minuten und mehreren deutlichen Macken in meinen Fingernägeln habe ich den widerspenstigen Reißverschluss zugeklebt: leider im wahrsten Sinne des Wortes; denn der Reißverschluss ist nun zwar zu, aber er lässt sich auch nicht mehr öffnen... Oh, oh...]

“Hallo Schatz! Wo warst du denn so lange??”
“Naja, also, ich ähm…”

“Ist der Reißverschluss jetzt zu?”
“Ja, schon, aber…”

“Das ist ja super! Danke, danke, danke!!”
“Ähm, gern geschehen, nur…”

“Ich hab dich soooooo lieb!”
“Also der Reißverschluss ist jetzt zu, allerdings…”

“Sieht aus wie neu! ich wusste doch, dass du das hinkriegst!”
“Moment, also was ich noch dazu sagen muss, ähm…”

“Das ist meine absolute Lieblingshandtasche, weißt du?”
“Tatsächlich, aha…”

“Prima, dann kann ich die ja morgen mitnehmen, freut mich!”
“Liebste, ich muss dir aber noch was dazu sagen…”

“Was denn?”
“Naja, also es gab ein klitzekleines Problem und…”

“Wieso, hast du was aus der Tasche rausgenommen??”
“Nein, da war ich nicht dran, nur an der Seitentasche.”

“Dann ist ja gut, weil die Sachen sind alle wichtig.”
“Natürlich, ist klar, alles sehr wichtig.”

“Was ist denn nun? Was für ein Problem gibt es denn??”
“Also ich musste den Reißverschluss ja kleben und…”

“…und??”
“Und dabei habe ich ihn wohl dauerhaft zusammengeklebt.”

“Was? Was soll das heißen, verstehe ich nicht??”
“Naja, also, er lässt sich nicht mehr öffnen.”

“Soll das heißen, ich kann, also ich kann nicht mehr…”
“Ja, das heißt es leider. Er geht nicht mehr auf.”

“Willst du damit sagen, dass an MEINER LIEBLINGSTASCHE d…”
“…ich bin ja kein Reißverschlussprofi, tut mir leid!”

“Und der geht wirklich nicht mehr auf?? Ganz sicher??”
“Ja, Liebste. Tut mir leid. Da habe ich wohl irgendwas…”

“Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Ist schon gut…”
“Bist du jetzt traurig oder so?”

“Nein, warum??”
“Naja, ich meine, weil deine Lieblingstasche, und so?”

“Quatsch! Ist doch super, wenn der Reißverschluss zu ist.”
“Schon, aber er geht nicht mehr auf?”

“Na und?”
“Was heißt denn na und, bitte??”

“Die Seitentasche benutze ich sowieso nie!”

Kopfschüttel…

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Aber wo?

3. Mai 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich sind am Wochenende mit Freunden verabredet und wir sind kurz davor, dorthin loszufahren. Während ich bereits in der Tür stehe und mit meinem Schlüssel herumspiele, höre ich die Liebste noch in der Wohnung herumlaufen.
Es kann sich nur nur noch um Stunden handeln…

“Ich komme gleich!”
“Das ist schön, Süße…”

“Bist du schon fertig?”
“Ja, ich warte.”

“Komme gleich!”
“Schön, Schatz.”

“Es ist nur, weil ich sie nicht finde!”
“Wen findest du nicht?”

“Meine Sonnenbrille!”
“Ähm… Liebste, es regnet draußen in Strömen…”

“Ja, jetzt vieleicht, aber wer weiß, wie es gleich wird!”
“Liebste, du brauchst deine Sonnenbrille heute nicht.”

“Ohne meine Sonnenbrille fahre ich nicht!”
“Apropos fahren: liegt die Brille vielleicht noch im Auto?”

“Nee, das kann nicht sein.”
“Und warum nicht?”

“Weil ich sie extra mit raus genommen habe, um…”
“Um??”

“…um sie nicht im Auto zu vergessen.”
“Aha… Sehr gute Idee, Süße…”

“Aber wo habe ich sie jetzt hingelegt??”
“Ist doch egal, du kannst sie morgen suchen, komm jetzt!”

“Nicht ohne Sonnenbrille!”
“Aber du wirst sie heute nicht brauchen, glaube mir!”

“Ohne Brille gehe ich nicht weg!”
“Na schön, dann nimm eben meine.”

“Deine??”
“Meine. Sie liegt im Auto.”

“Hm… Das wäre zur Not eine Alternative…”
“Schön, können wir dann jetzt los?”

“Nein. Ich muss noch was holen, Moment…”
“Was fehlt denn jetzt noch??”

“Hallo?? Wir reden hier schließlich über deine Sonnenbrille!”
“Ja, und was brauchst du jetzt noch??”

“Moment, bin gleich wieder da…”

[Die Liebste dreht auf ihren Absätzen um und rennt erneut durch die ganze Wohnung... Natürlich frage ich mich, was sie jetzt wieder sucht, und ich kämpfe mit mir, ob ich sie nun auch noch danach fragen soll...]

“So ein Mist!”
“Liebste, was ist denn jetzt??”

“Ich finde es nicht!”
“Was denn??”

“Und das nur, weil ich deine blöde Sonnenbrille aufsetzen muss!”
“Oh, entschuldige bitte! Abgesehen davon regnet es draußen!”

“Ohne können wir aber nicht los!”
“Was fehlt denn?? Lippenstift?? Geld?? Handtasche?? Tampons??”

“Quatsch!”
“Sondern??”

“Das Brillenputztuch!”

Kopfschüttel…

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Drei zu Null, oder?

7. Februar 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste sitzt auf dem Sofa, als ich am späten Abend nach Hause komme.
Dass sie dort sitzt ist nichts Besonderes, aber sie trägt noch ihre volle Tagesbekleidung; gewöhnlich macht sie es sich abends etwas bequemer. Auch die verschränkten Arme lassen erahnen, dass…

“Hallo Schatz.”
“Hallo Süße! Na, alles gut bei dir?”

“Nein.”
“Nicht? Was ist denn los?”

“Ich habe mal wieder wirklich NICHTS anzuziehen!”
“Aha, und ähm, was ist das, was du da gerade an hast?”

“Eben! Eben! Guck dir das doch mal an!”
“Tja, also, ich…”

“Dieser Pulli hier, findest du den etwa schön??”
“Ähm…”

“Der passt doch gar nicht zu mir, oder??”
“Naja, du hast ihn ja auch noch nicht oft getragen…”

“Das kann man wohl sagen, sehr gut beobachtet!”

[1:0 für mich...]

“Und die Jeans?? Guck dir das doch mal an hier!”
“Was ist denn damit??”

“Die ist doch viel zu wenig verwaschen!”
“Verwaschen??”

“Die ist langweilig, meine ich!”
“Och, es kommt ja auch ein bisschen drauf an, was drin steckt…”

“Sollte das ein Kompliment für mich werden??”
“Ähm, ja?”

“Danke.”

[2:0 für mich...]

“Trotzdem ist die langweilig, die Jeans mag ich nicht!”
“Ähm, nur so interessenhalber: du hast sie doch mal gekauft, oder??”

“Natürlich habe ich sie gekauft!”
“Und dabei ist dir nicht schon aufgefallen, dass…”

“Ich dachte, dass die anders aussieht.”
“Aha…”

“So, und jetzt schau dir bitte mal die Schuhe an.”
“Zeig mal?”

[Die Liebste sitzt tatsächlich noch mit Schuhen an den Füßen auf dem Sofa; jetzt hebt sie beide Beine nach oben, damit ich mir die Schuhe ansehen kann...]

“So, und jetzt sag mal: die sind doch auch langweilig, oder??”
“Also, ich, ähm… Wieso findest du die denn jetzt langweilig?”

“Das Leder ist viel zu glatt und zu rund und…”
“…aber die Absätze, die sind doch ganz schön, oder?”

“Naja, das… Ja, das stimmt schon. Ausnahmsweise.”

[3:0 für mich! Jetzt kann mir nicht mehr viel passieren!]

“Trotzdem: ich weiß echt nicht mehr, was ich noch anziehen soll!”
“Hm…”

“Was soll ich denn jetzt machen??”
“Liebste, wie wäre es, wenn ich dich morgen zum Shoppen einlade?”

“Zum Shoppen??”
“Wir fahren in die Stadt und du kaufst dir was richtig Schönes.”

“Du bist echt ein Blödmann, weißt du das!”
“Ähm… Ich??”

“Ja, wie kann man nur so böse zu seiner Freundin sein!”
“Also Moment mal, ich…”

“Was soll denn das jetzt??”
“Entschuldigung, aber ich dachte, weil du doch…”

“Männer! Pff!”
“Ich wollte nur, dass du deine alten Klamotten da entsorgen kannst!”

“Meine alten Klamotten?? Diese hier??”
“Davon sprechen wir doch gerade die ganze Zeit oder??”

“Du meinst also die, die ich hier gerade an habe??”
“Den nicht passenden Pulli, die langweilige Jeans, die öden Schuhe.”

“Jetzt reicht es aber, BERND!”

[Uups... Wenn Sie BERND sagt, dann steht die Welt kurz vor dem Untergang; oder anders: ich stehe nahe am Abgrund und die Liebste überlegt, ob sie schubst...]

“Vielleicht bist du jetzt besser still, das ist gesünder für dich!”
“Normalerweise freust du dich doch, wenn wir shoppen gehen??”

“Ja, das ist wohl richtig.”
“Und was stimmt dann jetzt nicht??”

“ICH WAR HEUTE SHOPPEN, du Doof!”
“Oh… Und du hast dann wahrscheinlich diese Sachen da gek…”

“JA GENAU!”
“Ähm…”

“So, und jetzt noch mal: wie findest du den Pulli?”

Kopfschüttel…

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