Ich zwinge dich zu nichts

Ich zwinge dich zu nichts (photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste und ich sind mit dem Auto auf dem Weg nach Kassel, um Freunde zu besuchen. Dafür dürfen wir uns über die volle Autobahn schieben.
Ich fahre heute, und das ist keinesfalls selbstverständlich; weil ich doch immer so dicht auffahren würde, sagt die Liebste stets.
Nunja.

„Fahr doch nicht so dicht auf!“
„Süße, ich fahre ganz normal.“

„Wenn der da jetzt bremst, dann hängst du ihm hinten drauf!“
„Quatsch! Ich habe ungefähr 500 Meter Abstand!“

„Gar nicht!“
„Wohl! Und jetzt lass mich.“

„Nie machst du, was ich dir sage!“
„Schatz! Ich mache viel zu oft, was du sagst!“

„Machst du ja gar nicht.“
„Ich müsste viel öfter mal Nein sagen…“

„Warum das denn??“
„Weil du viel zu oft deinen Willen durchsetzt.“

„Ich??“
„Ja, du!“

„Ich zwinge dich doch zu nichts?“
„Nein, aber du drehst dir die Sachen immer so hin.“

„Zum Beispiel??“
„Musste ich gestern zum Essen Wasser trinken?“

„Was soll das denn jetzt??“
„Hast du mir das Glas vollgeschüttet oder nicht!?“

„Habe ich, na und?“
„Ich wollte aber gar kein Wasser zum Essen!“

„Dann sag das doch einfach!“
„DAS HABE ICH GESAGT!! Zweimal.“

„Aber ich zwinge dich doch nicht, Wasser zu trinken??“
„Hast du gegen meinen Willen eingeschüttet oder nicht!?“

„Wasser trinken ist gesund.“
„Schön! Aber ich wollte keins.“

„Ich habe es doch aber nur gut gemeint!?“
„Aber ich wollte keins.“

„Und du trinkst immer viel zu wenig.“
„Aber ich wollte keins!“

„Und Wasser macht schlank.“
„Trotzdem wollte ich keins.“

„Ich trinke doch auch immer Wasser?“
„Ja. Und deshalb musst du auch dauernd aufs Klo rennen.“

„Gar nicht!“
„Wohl! Ich habe schon über eine Anhängerkupplung nachgedacht.“

„Fürs Auto?? Wofür brauchen wir die denn??“
„Dann könnte ich so ein blaues Dixi-Klo für dich hinten dranhängen.“

„Ich gehe grundsätzlich nicht auf Dixi-Klos.“
„Himmel, diese Frau, ich werde noch verrückt!“

„Was machst du da??“
„Ich fahre an der Tankstelle ran.“

„Ich muss doch aber gar nicht aufs Klo?“
„Schatz! Es dreht sich nicht immer alles nur um dich und Toiletten!“

„Was willst du denn dann da? Musst du etwa selber?“
„Nein, eigentlich wollte ich da für uns nur Kaffee kaufen.“

„Ich trinke doch aber gar keine Kaffee??“
„Das weiß ich! Du darfst auch gerne ein schönes Wasser kaufen.“

„Willst du nicht noch eine halbe Stunde weiterfahren?“
„Nee, warum!“

„Dann kann ich in einer halben Stunde aufs Klo gehen.“
„Ich möchte aber jetzt einen Kaffee und nicht in einer halben Stunde.“

„Dann müssen wir doch aber zweimal anhalten?“
„Na und?? Vielleicht schaffst du es ja auch bis Kassel ohne Klo.“

[Im gleichen Moment komme ich – Gott sei Dank – kurz hinter der Tankstelle auf dem kleinen Parkstreifen zum Stehen und schalte den Motor aus. Die Liebste zieht ihre Flip-Flops wieder an, setzt ihre Sonnenbrille auf, greift sich ihre Tasche und steigt aus.
Der Tankstellen-Eingang ist direkt um die Ecke, sehr praktisch.]

„Willst du jetzt wirklich Kaffee trinken?“
„Ja. Komm.“

„Bringst du mir ein Volvic mit?“
„Wieso! Kommst du denn nicht mit??“

„Nee.“
„Und warum nicht??“

„Ich gehe aufs Klo.“

Kopfschüttel…

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Halt, warte!

Halt, warte! (photocase.de © kunstfisch)Meine Liebste und ich sitzen in unserem Arbeitszimmer und erledigen die restlichen Todos des Tages. Gleich sind wir endlich fertig und können entspannen.
Wird aber auch Zeit!

„Du Schatz?“
„Ja, Süße?“

„Kannst du mir noch einen Gefallen tun?“
„Und das wäre?“

„Diese Kiste da müsste noch in mein Auto und die ist so schwer.“
„Also ich soll dir die Kiste ins Auto stellen, richtig?“

„Ja, das wäre ganz lieb!“
„Gut. Das kann ich wohl machen. Kein Problem, geht ja schnell.“

„Danke, danke, danke! Ich hab dich lieb!“
„Ich gehe jetzt gleich, dann habe ich das hinter mir.“

„Halt, warte!“
„Was denn?“

„Soll ich dir noch zeigen, wo mein Auto steht?“
„Vor der Tür wahrscheinlich.“

„Nee, das steht Stader Straße vor dem komischen großen Haus.“
„Ähm, Stader Straße?? Das ist ja total weit weg??“

„Das stimmt.“
„Wieso parkst du denn da??“

„Ich wollte noch einen Spaziergang machen.“
„Einen Spaziergang! Das hast du ja noch nie gemacht!“

„Mir war eben mal so danach.“
„Ich laufe doch jetzt nicht kilometerweit zu deinem Auto!“

„So weit ist das jetzt auch nicht.“
„Ich dachte, es ginge nur um die Kiste!“

„Geht es ja auch.“
„Aber du hast nicht gesagt, dass dein Auto gar nicht hier ist!““

„Heißt das jetzt, dass du mir doch nicht hilfst?“
„Ich fühle mich zunächst mal verschaukelt, das heißt das!“

„Aber es geht mir doch wirklich nur um die schwere Kiste…“
„Dann hol deinen Wagen vor die Tür und ich trage dann die Kiste runter.“

„Ich??“
„Du hast ihn ja schließlich auch dort geparkt.“

„Aber Schatz, ich habe doch noch nasse Haare vom Duschen!“
„Na und??“

„Damit kann ich doch jetzt nicht raus gehen!“
„Himmel, ich werde hier noch verrückt!“

„Schatz, bitte, bitte, bitte!“
„Mit anderen Worten, ich soll dein Auto hier hin holen, ja?“

„Ja!“
„Und dann die Kiste reinstellen.“

„Das wäre wirklich super!“
„Und dann bist zu zufrieden, richtig?“

„Ja!“
„Aber…! Was solls, dann latsche ich eben los und hole dein Auto…“

„Moment, hier hast du 50 Euro.“
„Danke Schatz, aber heute brauchst du mich mal nicht bezahlen…“

„Doch nicht für dich, du Blödmann!“
„Sondern?“

„Fahr doch auf dem Rückweg noch tanken, ja? Danke!“

Kopfschüttel…

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Wenn ich fahre…

Wenn ich fahre... (photocase.de © Sisk4)Meine Liebste und ich sind auf dem Weg zu einem kulinarischen Geheimtipp: Tintos Tapas Bar in Bremen-Nord.
Der Empfehlung folgend sitzen wir abends in meinem Auto und nähern uns bereits dem ersehnten Ziel.

„Warst du da schon mal?“
„Nein, Liebste. Aber gehört habe ich schon oft vom Tinto.“

„Kann man da parken?“
„Das glaube ich eher nicht…“

„Und wo parken wir dann?“
„Ich wollte eigentlich ins Parkhaus fahren, ist in der Nähe.“

„Und ist das weit weg?“
„Nö, vier bis fünf Minuten vielleicht.“

„Warum probieren wir es nicht einfach mal?“
„Was?“

„Na direkt davor?“
„Weil das sowieso nicht klappt, deswegen.“

„Ich will aber nicht so weit laufen!“
„Fünf Minuten?? Das wirst du ja wohl schaffen!“

„Es geht doch gar nicht um fünf Minuten.“
„Sondern?“

„Wenn ich fahre, parke ich immer direkt vorm Eingang.“
„Klar! – Lass uns einfach ins Parkhaus fahren, ja?“

„Du kannst es doch wohl mal probieren! Was macht das schon?“
„Also schön, probieren wir es. Aber du sagst, wo ich hinfahren soll!“

[Einen kurzen Moment später kommen wir vorm Tinto zum Stehen.
Es gibt hier tatsächlich einen Parkplatz, direkt neben dem Restaurant.
Allerdings – und ich wette, etwas anderes hat niemand erwartet – wird er von zahlreichen anderen Glücklichen belegt und es ist kein Platz mehr frei…]

„Siehst du, hier ist doch ein großer Parkplatz?“
„Schön Schatz, aber er ist belegt, wie du siehst. Und nun?“

„Stell dich doch hier noch daneben?“
„Das ist der Bürgersteig!“

„Na und?“
„Klar, ist ja auch nicht dein Auto, das abgeschleppt wird!“

„Na gut, dann fahren wir eben einmal um die Ecke.“
„Schatz. das Parkhaus ist AUCH um die Ecke…“

„Das Geld können wir sparen, vertrau mir!“
„Naja, ich weiß ja nicht… Also gut, fahren wir weiter…

„Da! Da! Hinter dem BMW! Perfekt!“
„Das geht nicht, da ist Halteverbot.“

„Aber der steht doch da auch?“
„Trotzdem ist da Halteverbot!“

„Wieso denn, da ist doch nichts, was soll da sein?“
„Woher soll ich das wissen, aber da stelle ich mich nicht hin!“

„Jetzt sei doch nicht so?“
„Doch! Und jetzt sag mir, wo ich hinfahren soll.“

„Hm… Fahr mal weiter und dann wieder links.“
„Wenn ich rechts abbiege, landen wir im Parkhaus…“

„Ich will nicht ins Parkhaus! Parkhäuser sind muffig!“
„Jaaa doch…“

[Ich kurve durch die Vegesacker Straßen und gehorche den schnittigen Weganweisungen meiner Liebsten. Ich muss zugeben, dass selbst ich erstaunt bin, wie voll das hier ist! Ich hätte eher erwartet, dass in Bremen-Nord um 19.00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden, aber dem ist anscheinend nicht so. Die Straßen sind alle voller Autos…]

„Wo sind wir denn jetzt hier eigentlich??“
„Keine Ahnung, sieht nach einem Wohnviertel aus…“

„Findest du denn überhaupt noch zurück?“
„Wieso ich?? Das ist ja wohl deine Aufgabe jetzt!“

„Nee! Das ist deine Schuld, ich hatte schon fünf Parkplätze!“
„Ja, im Halteverbot, vor einer Garage, zweite Reihe, auf dem Rasen…“

„Wenn ich fahre, kriege ich immer einen Parkplatz!“
„Dann fahr du doch! Los, lass uns tauschen!“

„Nee, dein Auto ist im Dunkeln so unübersichtlich.“
„Du bist auch unübersichtlich! Also ich sehe hier alles!“

„So? Dann sieh doch mal da, da ist ein Parkplatz rechts!“
„Tatsächlich… Der ginge…“

„Siehst du, habe ich doch gesagt. Aber erst immer meckern!“
„Gut, dann setze ich da jetzt rückwärts rein.“

„Nee!“
„Wieso denn nicht?? Du hast doch eben gesagt, dass…“

„Fahr mal zum Tinto zurück.“
„Wie bitte??“

„Vielleicht ist da ja zwischenzeitlich wieder einer frei?“
„Das ist jetzt nicht wirklich dein Ernst, oder??“

„Wieso? Kann doch sein?“
„Und wenn nicht?? Dann fangen wir wieder von vorne an??“

„Nee, dann lässt du mich da raus und fährst hier wieder hin!“

Kopfschüttel…

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Werder Bremen gegen Kuala Lumpur

Werder Bremen gegen Kuala Lumpur (photocase.de © Anni K.)Meine Liebste und ich sind heute Morgen zu Fuß auf dem Weg zu unseren Autos; die wir mal wieder weit weg von unserem Haus parken mussten, da das gestrige Fußballspiel Werder Bremen gegen Real Madrid für eine völlig aussichtslose Parksituation in unserer Straße gesorgt hat. Man gewöhnt sich dran…

„Wieso haben wir eigentlich keine Garage!“
„Weil es keine gibt, Süße.“

„Bitte?? Bei uns hinterm Haus sind doch jede Menge?“
„Ja schon, ich meinte ja auch, es gibt keine freien Garagen mehr.“

„Stell dir mal vor, es würde jetzt regnen!“
„Es regnet aber nicht und jetzt hör auf zu meckern.“

„Damals in Lübeck konnte ich immer direkt vorm Haus parken!“
„Dafür hattest du auch keine Weser und kein Weserstadion vor der Tür.“

„Na toll, und was habe ich hier jetzt davon??“
„Du hättest es nicht weit ins Stadion, wenn du dir ein Spiel ansehen…“

„Ich sehe mir doch aber gar keine Fußballspiele an??“
„Aber du könntest.“

„Und du doch auch nicht?“
„Naja, aber ich war wenigstens schon im Stadion bei Werder.“

„Aber nur, weil du einen Kunden da hinschleppen musstest!“
„War aber ein super Spiel, Werder gegen Barcelona, aber leider…“

„Barcelona kann das ja wohl kaum gewesen sein.“
„Was?“

„Du willst mich wohl veräppeln, so doof bin ich nun auch nicht!“
„Es war Werder gegen Barcelona! Und gestern war es Real Madrid!“

„Ja, und Paris war hier, und Hongkong und die Malediven und…“
„Hä? Sag mal, wovon redest du denn eigentlich??“

„Demnächst spielen sie dann noch gegen Kuala Lumpur.“
„Schatz! Werder spielte letzten Winter gegen Barcelona!“

„Barcelona ist doch in Spanien! Das weiß ja wohl jeder!“
„Richtig! In Spanien! Und die waren hier!“

„Die waren doch nicht in Bremen!“
„Und wo sonst??“

„Die haben doch nur in den großen Stadien gespielt, oder nicht?“
„Wer jetzt?“

„Die Spanier?“
„Welche Spanier denn??“

„Was fragst du mich! Du hast mit dem WM-Kram angefangen!“
„WM?? Du meinst die Weltmeisterschaft letztes Jahr??“

„Ja sicher!“
„Das hat doch überhaupt gar nichts mit Barcelona zu tun!“

„Sag ich doch.“
„Und mit Werder auch nicht!“

„Und gegen wen hat Werder nun gespielt, als du da warst?“
„GEGEN BARCELONA!!!“

„Aber sonst spielt Werder doch nur gegen Hamburg, München, Augsburg und so!“
„In der Bundesliga, ja. In der Champions League, NEIN!“

„Ach so, das ist dann die Europameisterschaft, richtig?“
„Schatz! Ich habe ja schon keine Ahnung, aber du…“

„Was interessiert mich das, wer da wo gegen wen…“
„Ein wenig Fußballwissen gehört ja wohl zur Allgemeinbildung!“

„Kannst du nicht mal so einen Spielplan von Werder besorgen?“
„Ähm… Sicher, gut Idee. Dann schauen wir uns das alles Mal an.“

„Wir könnten den dann auch in der Küche aufhängen.“
„In der Küche??“

„Ja sicher, da gehört er doch hin?“
„Wie bitte? Was soll denn das jetzt plötzlich??“

„Also ab jetzt will ich wissen, wann und gegen wen die spielen.“
„Werder??“

„Das ist doch unsere Mannschaft, oder gibt es noch eine andere?“
„Nein, nein, Werder ist schon richtig…“

„Prima.“
„Liebste, du verblüffst mich immer wieder…“

„Wieso?“
„Ich hätte nicht gedacht, dass du dich jetzt auch für Fußball…“

„Fußball? Ist mir total egal.“
„Aber…“

„Ich will nur wissen, wann die hier wieder alles zuparken!“

Kopfschüttel…

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