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Vertrau mir doch mal!

3. Februar 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Vertrau mir doch mal (photocase.de © hui_buh)Meine Liebste und ich sind mit dem Hausputz beschäftigt.
Während ich mich mit dem Staubsauger durch die Wohnung schiebe, hat sich die Liebste im Badezimmer verschanzt.
Nach einiger Zeit treffen wir uns dann zufällig in der Küche.

“Ich bin fertig im Bad.”
“Das ist gut, Süße.”

“Sag mal…
“Ja doch, ich bin auch gleich fertig.”

“Nein, ich wollte was anderes fragen.”
“Was denn?”

“Weißt du, wo das Autohaus Weller ist?”
“Wieso? Willst du ein neues Auto kaufen?”

“Nein, aber weißt du denn, wo das ist?”
“Das ist jetzt nicht dein ernst.”

“Wieso?”
“Weil das direkt vor der Tür ist! Am Osterdeich oben.”

“Ach der große da oben? der neue?”
“Ja.”

“Warst du da schon mal?”
“Ja, wieso? Was ist denn da?”

“Wollen wir da heute zusammen hingehen?”
“Können wir machen, aber warum denn?”

“Ich war da noch nie.”
“Aber… Gut, schön, du warst da noch nie.”

“Eben.”
“Du warst ja auch noch nie im Weserstadion.”

“Nö, aber da wird ja auch nur Fußball gespielt.”
“Und bei Weller gibt es nur Toyota. Seit wann stehst du auf Toyota?”

“Ich würde mir nie einen Toyota kaufen.”
“Ja aber… OK. Ganz ruhig. Also noch mal…”

“Wir können auch morgen hingehen, am Sonntag.”
“Ähm…”

“Bist du jetzt dabei oder nicht??”
“Naja schon, aber ich verstehe nicht, was du da willst!?”

“Kannst du dich denn nicht mal überraschen lassen?”
“Deine Überraschungen kenne ich!”

“Was denn? Ich habe dich doch schon öfter überrascht.”
“Doch, schon. Das hast du, das kann man wohl sagen…”

“Vertrau mir doch mal! Lass uns in das Autohaus gehen.”
“Schatz, ich möchte keinen Toyota haben.”

“Kriegst du auch nicht.”
“Können wir nicht lieber mal bei Audi vorbeischlendern?”

“Du kriegst auch keinen Audi.”
“Ich will aber einen!”

“Jetzt nicht. Zuerst ist Weller dran.”
“Süße, wenn du mir nicht sofort sagst, was bei Weller…”

“Och Manno, du machst aber auch jede Überraschung kaputt!”
“Eigentlich möchte ich bei Auto Weller nicht überrascht werden…”

“Gehen wir nun zusammen da hin oder nicht!”
“JAAA! WIR GEHEN ZUSAMMEN HIN! ABER WARUM??”

“Da ist heute und morgen Hochzeitsmesse! Gut, was?”

Kopfschüttel…

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Das ist biologisch so

27. Januar 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Das ist biologisch soMeine Liebste und ich sitzen am Abend gemütlich tratschend im Bierhaus. Der Name des kleinen Lokals trügt: stilvolle Atmosphäre, nette Leute und zahlreiche Leckereien machen das Bierhaus zu einem Ort, an dem man sich richtig wohl fühlt.

“Du?”
“Ja Süße?”

“Kannst du schielen?”
“Was?”

“Na ob du schielen kannst! Mit den Augen!”
“Ja. Kann ich. Kann doch jeder.”

“Mach doch mal.”
“Schatz! Ich will hier jetzt keine Fratzen machen.”

“Warum nicht?”
“Weil ich hier auch später gerne noch einmal hingehen möchte.”

“Man wird doch wohl schielen dürfen.”
“Man darf, aber man soll nicht.”

“Wer sagt das, dass man hier nicht schielen darf?”
“Was soll denn das überhaupt werden??”

“Also kannst du nun schielen oder nicht!?”
“Ja! Hier!”

[Ich schiele, was das Zeug hält. Einmal, zweimal, dreimal.]

“Das finde ich toll.”
“Toll? Ich hätte eher getippt, dass du das albern findest.”

“Ich würde auch gerne schielen können.”
“Was? Wieso? Kannst du etwa nicht schielen??”

“Nein, konnte ich noch nie.”
“Das ist doch ganz leicht! Einfach auf die Nase schauen und fertig!”

“Auf die Nase schauen geht, aber dann irgendwie nicht mehr.”
“Es gibt Schlimmeres, Schatz.”

“Ich kann auch mein rechtes Auge nicht zu machen.”
“Wie bitte??”

“Also nicht einzeln.”
“Ähm…”

“Deswegen kann ich auch nie so richtig einen Sehtest machen.”
“Aha! Daher weht der Wind. Verstehe.”

“Was verstehst du??”
“Na ich weiß doch, dass du eigentlich eine Brille brauchst.”

“Brauche ich gar nicht!”
“So? Was steht da hinten an der Wand auf der Tafel?”

“Das Gericht des Tages.”
“Ach was! Und was genau?”

“Hm… Spaghetti mit Medaillons. Ha!”
“Sehr gut Schatz. Und das macht dich nicht stutzig?”

“Was?”
“Naja, Nudeln und Medaillons??”

“Wieso? Die haben doch immer so ausgefallene Sachen hier.”
“Schatz!”

“Was denn??”
“Da steht SPAGHETTI CON MELANZANE!”

“Oh…”
“Du brauchst eine Brille!”

“Frauen sehen im Dunkeln immer schlechter als Männer!”
“So? Das ist mir aber ganz neu!”

“Doch, das ist biologisch so.”
“Biologisch?? Das ist nur eine Ausrede, sonst nichts!”

“Das gleichen wir mit unseren besseren Instinkten aus.”
“Moment mal, du meinst also… Ja was eigentlich?”

“Frauen sehen nachts etwas schlechter, aber ahnen dafür mehr.”
“Als wer jetzt? Als Männer??”

“Natürlich! Frauen fahren ja auch nachts nicht so gerne Auto.”
“Nicht? Weil sie dann nichts sehen, oder was??”

“Genau.”
“Ach und da hilft euch euer grandioser Instinkt dann nicht??”

“Doch, weil wir grundsätzlich viel vorausschauender fahren.”
“Aber du hast doch eben gesagt, dass Frauen nicht…”

“Wir ziehen eben instinktiv die Sicherheit vor und lassen es.”
“Das Autofahren im Dunkeln??”

“Ja.”
“Aber Schatz, das…”

“Ich ahne bereits, was du jetzt sagen willst.”
“Ach!? Na da bin ich jetzt aber mal gespannt!”

“Du denkst, dass das totaler Blödsinn ist.”
“Stimmt! DAS ist richtig!”

“Du vergisst dabei nur einen wichtigen Punkt.”
“Und der wäre??”

“Ich spüre, dass ich Recht habe!”

Kopfschüttel…

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Weil hier ständig das Navi quatscht

30. Dezember 2006, aus der Schublade Auto und Parken

NaviMeine Liebste und ich sind im Auto unterwegs, um Freunde zu besuchen. Während ich mich aufmerksam durch den Verkehr auf Deutschlands Autobahnen kämpfe, nickt meine Liebste auf dem Beifahrersitz für eine halbe Stunde ein.
Und wacht wieder auf.

“Wo sind wir denn?”
“Kurz vor Lübeck Süße.”

“Das ist ganz schön voll hier…”
“Es geht, du hast ja fein geschlafen.”

“Habe ich gar nicht. Und du bist schuld!”
“Bitte? Warum denn ich?”

“Weil hier ständig das Navi quatscht.”
“Das hast du doch selber angemacht; ich brauche das gar nicht.”

“Du hättest es ja leiser machen können.”
“Habe ich auch gedacht, aber ich habs nicht hingekriegt.”

“Hättest mich ja fragen können!”
“Aber Schatz, ich dachte, dass du schläfst?”

“Habe ich aber nicht, das sagte ich ja schon!”
“Sind wir ein bisschen gereizt jetzt?”

“Nein. Blödmann.”
“Aha, ja. Nein, gar nicht gereizt, natürlich nicht…”

“Wieso quatscht das Navi? Geht doch nur geradeaus.”
“Da waren ein paar Autobahnkreuze, aber eigentlich…”

“Eigentlich was?”
“Warum fährst du immer mit Navi, obwohl du den Weg kennst?”

“Ich habe das immer an.”
“Ja, ich weiß, aber warum?”

“Dann sehe ich, ob da ein Stau ist zum Beispiel.”
“Hier ist kein Stau.”

“Das wüsstest du ja ohne das Navi gar nicht.”
“Ich höre doch Radio?”

“Hörst du ja gar nicht!”
“Nein, weil ich es vorhin wegen dir leise gedreht habe.”

“Ich habe es aber trotzdem gehört.”
“Schatz, wir sind auf der Autobahn, nicht im Schlafzimmer.”

“Ich kann nicht schlafen, schon gar nicht, wenn du fährst.”
“Wie meinst du denn das jetzt?”

“Du fährst immer so dicht auf.”
“Das stimmt doch überhaupt nicht!”

“Wohl. Da! Jetzt schon wieder!”
“Schatz, der ist doch aber vor mir gerade reingezogen!”

“Damit rechnet man als guter Autofahrer.”
“Ach und ich bin ein schlechter Autofahrer, ja?”

“Du fährst eben wie ein Mann.”
“Und wie fahren Männer bitte schön??”

“Zu schnell, zu ungeduldig, zu riskant.”
“Ich fahre nicht zu schnell, sondern zügig.”

“Ja klar. Neben dir kriegt man nicht mal ein Auge zu.”
“Also für mich sah es aber so aus, als hättest du selig geschlafen!”

“Hörst du mir nie zu?? Das Navi hat mich wach gehalten!”
“Dann mache ich es jetzt aus.”

“Nein, lass das an!”
“Wieso denn?”

“Weil ich sehen will, wann wir da sind.”
“Halbe Stunde, reicht das nicht?”

“Nein, ich wollte gleich mal bei den beiden anrufen.”
“Warum?”

“Um ihnen zu sagen, wann wir ankommen.”
“Und dafür brauchst du es auf die Minute genau, oder was?”

“Nein, aber wenn jetzt gleich ein Stau kommt, dann ändert sich doch die Ankunftszeit.”
“Hier ist kein Stau! Und es kommt auch keiner!”

“Männer! Immer alles wissen! Es könnte doch sein?”
“Gut, na gut. Dann ruf an und dann mache ich es aus.”

“Nee, das beibt an!”
“Schatz!”

“Was denn?? Fahr langsamer, sonst verstehe ich ja nichts.”

[Meine Liebste ruft bei unseren Freunden an und teilt die Ankunftszeit mit; obwohl wir absolut pünktlich sind und das meiner Meinung nach gar nicht notwendig ist. Das Navi behaupte, dass wir um 15.37 Uhr da seien. Aber da ich so rasen würde, könnte es auch früher sein, vielleicht so 15.25 Uhr. Es könne aber natürlich auch noch ein Stau kommen; dann würde es später werden...]

“Wir sollen uns keinen Stress machen, hat sie gesagt.”
“Ach was! Tatsächlich?”

“Machst du mal das Navi aus?”
“Bitte?? Ich denke, das muss immer an bleiben??”

“Es zeigt eine Stauumfahrung an, Baustelle in 15km.”
“Was? Wo!”

“Da. Siehst du?”
“Das darf doch wohl nicht wahr sein…”

“Drück auf Stopp.”
“Warum denn? Ich meine, du hast doch recht gehabt!”

“Natürlich habe ich recht, aber drück jetzt Stopp!”
“Aber jetzt ist das Navi doch sinnvoll, warum denn nun aus?”

“Ich kenne die Baustelle da. Da ist in Wirklichkeit gar nichts.”
“Ähm… Bist du dir da ganz sicher??”

“Natürlich! Oder willst du schon wieder an mir zweifeln!?”
“Nein, nein. Ich mache aus. So.”

“OK. Und jetzt fahr einfach weiter. Da ist nichts.”

[Wir kommen 45 Minuten zu spät bei unseren Freunden an...]

“Wenn du schon mal fährst!”

Kopfschüttel…

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Aber ich konnte nichts dafür

4. September 2006, aus der Schublade Auto und Parken

Aber ich konnte nichts dafürMeine Liebste sitzt an ihrem Schreibtisch, als ich heute abend nach Hause komme. Ich sehe sie gerne da sitzen; meistens springt sie dann auf, fällt mir um den Hals und küsst mich zur Begrüßung. Heute ist sie aber in ihr Laptop vertieft.

“Na, wie war dein Tag, Schatz?”
“Hallo Süße, eigentlich so wie immer, nichts besonderes.”

“Du hast Post.”
“Ja? Wo? Ach hier, danke.”

“Was ist denn da drin?”
“Weiß nicht, mal sehen…”

[Mein geübtes Auge identifiziert sofort die Stadt Bremen als Absender. Das Aktenzeichen im Briefkopf ist sehr verräterisch und erinnert mich an...]

“Und? Was wichtiges?”
“Ähm, nö, nö, ach keine Ahnung, mache ich später mal auf…”

“Du bist wieder zu schnell gefahren, stimmt’s!?”

[Ich hasse es, wenn Sie so unzweifelhaft recht hat...]

“Habe ich gleich gesehen, schon unten am Briefkasten. Aber man kann nichts erkennen.”
“Bitte?? Hast du etwa schon versucht, reinzuschauen??”

“Klar! Aber man sieht nix.”
“Toll. Ganz toll, Schatz! Und wenn das jetzt was ganz anderes ist?”

“Ist es nicht! Hast du gar nicht erzählt, dass du …”
“Nun lass mich doch erstmal aufmachen…!”

[Wüsste ich nicht, dass es meine Liebste ist, jetzt würde ich sie für eine Giraffe halten, so lang macht sie ihren Hals...]

“Ich habe dir schon 1000-mal gesagt, fahr nicht so schnell!”
“Jaja, danke, Schatz. Also mal sehen… Geblitzt, Mist.”

“Fahrverbot?”
“MANN! Jetzt geh weg und lass mich doch erstmal…”

“Also Fahrverbot! Ich hab’s gewusst!”
“Fall mir nicht auf die Nerven! Hier, schau, 25 Euro. Geht ja noch.”

“Bist du sicher, dass die sich nicht vertan haben?”
“WIE JETZT! Du meinst also, das ist zu wenig, oder was??”

“Na ich weiß doch, wie du fährst!”
“DAS sagt ja gerade die Richtige!”

“Hast DU den Strafzettel oder ich?”
“Ich.”

“Na also! – Hemelingen?? Das ist doch da, wo…”
“Jaaaa doch, da wo ich jeden Tag vorbeifahre.”

“Du bist ein Trottel, Schatz. Aber ich habe dich lieb!”
“63 hatte ich drauf. Kein Mensch fährt da 50!”

“Ich schon.”
“Mist, ich war da so in Gedanken, ich erinnere mich…”

“Ich halte mich immer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit.”

[Sie sitzt dabei an ihrem Computer, wackelt schelmisch mit dem Kopf und trällert vor sich hin.]

“Schatzi wurde gebli-i-itzt, Schatzi wurde gebli-i-itzt…!”
“Boah, du nervst!”

“Soll ich ein bisschen Mitleid mit dir haben?”
“NEIN! Danke!”

“Habe ich aber! Vor allem, weil ich… Ach nichts.”
“Was?”

“Nichts!”
“Was wolltest du gerade sagen?”

“Es ist nur weil…”
“JAAA???”

“Mich haben die auch geblitzt.”
“Bitte?? An der gleichen Stelle?”

“Nein, in Hamburg. Aber ich konnte nichts dafür.”
“Schatzi wurde gebli-i-itzt, Schatzi wurde gebli-i-itzt…!”

“Du bist doof! Ich habe Mitleid mit dir und du!”
“Dann weißt du mal, wie sich das anfühlt!”

“Ich wusste ja nicht, dass da ein Blitzer steht. Du schon!”
“Geblitzt ist geblitzt. Sonst nix!”

“Du hast mich gar nicht lieb!”
“Doch!”

“Dann überweise doch gleich für mich mit, wenn du schon dabei bist!”

Kopfschüttel…

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Hallo ich bins!

29. August 2006, aus der Schublade Auto und Parken

Hallo ich bins!Meine Liebste ist heute morgen lange vor mir aus dem Haus gegangen, da sie einen weiten und zeitraubenden Anfahrtsweg zu einem ihrer Kunden hat. Um ihr trotzdem auch heute morgen sagen zu können, dass sie mein größter Schatz ist, rufe ich sie auf ihrem Autotelefon an.

“Ja? Hallo?”
“Guten Morgen Süße, ich bins!”

“Hallo??”
[Sie ist wahrscheinlich mit 250 Sachen unterwegs...]
“Jaaa, ich bins! Verstehst du mich? Fahr doch mal langsamer!”

“Ach du bist es! Was willst du denn? Hallo?”
“GUTEN MORGEN!!”

“Guten Morgen mein Schatz!”
“Ich wollte dir nur sagen, dass ich dich lieb hab.”

“Was?”
[Es hört sich immer noch nach 180 an...]
“…DASS ICH DICH LIEB HAB!!”

“Ach so! Und was willst du denn nun? Hallo?”
“Nichts, ich wollte dir nur sagen, dass ich dich…”

“Du rufst doch sonst nicht an morgens!”
“Ja, aber heute wollte ich eben einfach mal…”

“Sehr ungewöhnlich. Ist was passiert??”
“Nein, nein, es ist alles OK, keine Sorge!”

“Du wolltest mir bestimmt was beichten! Raus damit!”
“Nein, ja, aber doch nur, dass ich dich lieb hab!”

“Hallo? Bist du noch dran?”
“Ja Herrgott, ich bin noch dran! Fahr LANGSAMER!”

“Schrei doch nicht so! Ich habe es eilig und es ist gerade frei.”
“Sorry, also ich wollte dir nur nochmal sagen, dass…”

“Schön, dass du anrufst. Machst du ja sonst nicht.”
“Danke Schatz, es ist, weil du doch heute morgen so früh…”

“Damals bist du immer extra für mich morgens aufgestanden, wenn ich früher weg musste!”
“Ja, schon, nur…”

“Und hast mir auch immer noch Tee gekocht morgens…”
“Ja, sicher, aber…”

“Könntest du ja ruhig mal wieder machen, dann bräuchtest du auch nicht immer anzurufen!”
“Ja Schatz…”

Kopfschüttel…

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Richtig Parken

16. August 2006, aus der Schublade Auto und Parken

Richtig ParkenMeine Liebste kennt sich aus im Straßenverkehr und auch mit dem Autofahren im allgemeinen. Sie ist viel unterwegs und daher kennt sie alle Tricks im alltäglichen Kampf auf deutschen Straßen. Am Wochenende muss ich meistens fahren, da sie dann keine Lust hat. Wir kehren im Anschluss an ein paar gemeinsame Erledigungen nach Hause zurück.

“Hoffentlich kriegen wir einen Parkplatz.”
“Bestimmt, bislang hat es doch immer ganz gut geklappt.”

“Ja, aber ich will nicht so weit laufen müssen.”
“Musst du ja auch nicht, nun warte doch mal ab, bis wir da sind.”

“Und wenn es gleich regnet?”
“Schatz! Wir sind in 30 Sekunden da und kein Tropfen!”

“Mist, da ist nichts frei.”
“Da ist doch einer! Genau vor der Tür!”

“Nein, da kannst du nicht parken, das geht nicht.”
“Warum denn das bitte?? Ist doch so, wie du es haben wolltest!”

“Weil genau da die Tauben immer auf mein Auto plöddern.”
“PLÖDDERN??”

“Kacken sagt man nicht! Die Viecher sitzen da im Baum.”
“Tatsächlich? Also gut. Ich stehe da zwar immer, aber OK.”

“Wo willst du denn jetzt hin?”
“Da auf der anderen Seite ist auch noch einer.”

“Halt, da geht doch auch nicht.”
“Sind da etwa auch Tauben??”

“Nein, aber da parkt die komische Nachbarin mit ihrem Bulli.”
“Und?”

“Die kann nicht ein- und nicht ausparken. Die macht mir eine Schramme rein.”
“Ja, aber…Schatz, wenn ich dich nicht so lieb hätte… ich fahre nochmal rum, OK?”

“Jetzt hast du mein Auto ja ins Parkverbot gestellt!”
“Nein, bis morgen früh 9 Uhr darf man hier parken, schau.”

“Ach so. Dann setz aber noch 2 Meter zurück.”
“Warum denn jetzt das??”

“Um von dem Baum da wegzukommen.”
“Lass mich raten: die Tauben?”

“Du sagst das so, als sei ich doof. Und mich kacken die dann wieder voll!”
“Schon gut, schon gut. Stelle ich mich eben mitten drauf. Kann halt vorne und hinten kein anderer mehr parken.”

“Normalerweise mache ich das ja auch nicht. Finde ich blöd, wenn jemand so parkt.”
“Ja, so wie ich jetzt grade. Hoffentlich sieht mich keiner beim aussteigen.”

“Du willst jetzt aussteigen?”
“Ja du etwa nicht??”

“Du hast was vergessen.”
“Wieso? Telefon? Brille? – Was denn?”

“Du hast die Handbremse nicht angezogen!”
“Es ist doch ein Gang eingelegt! Und hier ist ein Gefälle von 0%.”

“Ich habe gelernt, man soll immer die Handbremse anziehen!”
“Jajaja, alles klar Schatz, also hier. So. Jetzt alles gut?”

“Ach Mist, jetzt habe ICH was vergessen.”
“Oh nein, bitte, das hört sich schon wieder nicht gut an! WAS??”

“Ich habe die Post nicht weggebracht. Fahr nochmal los!”

Kopfschüttel…

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Schleichen auf Rechts

25. Juli 2006, aus der Schublade Auto und Parken

Schleichen auf RechtsDer erste Tag unseres Kurzurlaubes, wunderbar. Meine Liebste und ich sind auf dem Weg zur Ostsee. Im Auto entwickeln sich immer attraktive Gespräche.

“Du, wir wollen heute noch an die Ostsee.”
“Wie meinst du denn das?”

“Naja warum schleichst du denn so. Die Autobahn ist frei!”
“Schatz, wir rasen doch sonst immer. Heute ist Urlaub.”

“Was hat denn das mit Urlaub zu tun?”
“Wir haben Zeit. Viel Zeit. Und ich fange schonmal an, mich zu entspannen.”

“Du entspannst dich auf der Autobahn??”
“Ich fahre halt nur etwas gemütlicher, verstehst du das nicht?”

“Das macht mich ganz nervös. Los, überhol jetzt.”
“Gut, fahre ich halt in die Mitte. – Besser so?”

“Etwas.”
“So, jetzt habe ich drei Autos überholt. Reicht das?”

“Nein.”
“Schatz, ich fahre 130 und hier sind 120 erlaubt.”

“Das stört dich doch sonst nicht!”
“BITTE??”

“Naja wenn du es eilig hast, fährst du doch auch schneller!”
“Ja aber wir haben es doch gar nicht eilig!”

“Ich kann eben nicht langsam fahren. Du erinnerst mich an meinen Ex, der ist auch immer so langsam gefahren, weil er Benzin sparen wollte.”
“Na das ist ja super! Ich erinnere dich an deinen Ex-Freund, weil ich im Urlaub langsamer Auto fahre??”

“Ja, und der hat mich auch nie verstanden!”
“Ach nee, so wie ich, oder was!??

“Das hast du jetzt falsch verstanden.”
“Und wie soll ich das bitte verstehen??”

“Ich hab dich lieb Schatz. Und jetzt überhol den da!”

Kopfschüttel…

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Vertrau mir doch mal!

3. Februar 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Vertrau mir doch mal (photocase.de © hui_buh)Meine Liebste und ich sind mit dem Hausputz beschäftigt.
Während ich mich mit dem Staubsauger durch die Wohnung schiebe, hat sich die Liebste im Badezimmer verschanzt.
Nach einiger Zeit treffen wir uns dann zufällig in der Küche.

“Ich bin fertig im Bad.”
“Das ist gut, Süße.”

“Sag mal…
“Ja doch, ich bin auch gleich fertig.”

“Nein, ich wollte was anderes fragen.”
“Was denn?”

“Weißt du, wo das Autohaus Weller ist?”
“Wieso? Willst du ein neues Auto kaufen?”

“Nein, aber weißt du denn, wo das ist?”
“Das ist jetzt nicht dein ernst.”

“Wieso?”
“Weil das direkt vor der Tür ist! Am Osterdeich oben.”

“Ach der große da oben? der neue?”
“Ja.”

“Warst du da schon mal?”
“Ja, wieso? Was ist denn da?”

“Wollen wir da heute zusammen hingehen?”
“Können wir machen, aber warum denn?”

“Ich war da noch nie.”
“Aber… Gut, schön, du warst da noch nie.”

“Eben.”
“Du warst ja auch noch nie im Weserstadion.”

“Nö, aber da wird ja auch nur Fußball gespielt.”
“Und bei Weller gibt es nur Toyota. Seit wann stehst du auf Toyota?”

“Ich würde mir nie einen Toyota kaufen.”
“Ja aber… OK. Ganz ruhig. Also noch mal…”

“Wir können auch morgen hingehen, am Sonntag.”
“Ähm…”

“Bist du jetzt dabei oder nicht??”
“Naja schon, aber ich verstehe nicht, was du da willst!?”

“Kannst du dich denn nicht mal überraschen lassen?”
“Deine Überraschungen kenne ich!”

“Was denn? Ich habe dich doch schon öfter überrascht.”
“Doch, schon. Das hast du, das kann man wohl sagen…”

“Vertrau mir doch mal! Lass uns in das Autohaus gehen.”
“Schatz, ich möchte keinen Toyota haben.”

“Kriegst du auch nicht.”
“Können wir nicht lieber mal bei Audi vorbeischlendern?”

“Du kriegst auch keinen Audi.”
“Ich will aber einen!”

“Jetzt nicht. Zuerst ist Weller dran.”
“Süße, wenn du mir nicht sofort sagst, was bei Weller…”

“Och Manno, du machst aber auch jede Überraschung kaputt!”
“Eigentlich möchte ich bei Auto Weller nicht überrascht werden…”

“Gehen wir nun zusammen da hin oder nicht!”
“JAAA! WIR GEHEN ZUSAMMEN HIN! ABER WARUM??”

“Da ist heute und morgen Hochzeitsmesse! Gut, was?”

Kopfschüttel…

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Das ist biologisch so

27. Januar 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Das ist biologisch soMeine Liebste und ich sitzen am Abend gemütlich tratschend im Bierhaus. Der Name des kleinen Lokals trügt: stilvolle Atmosphäre, nette Leute und zahlreiche Leckereien machen das Bierhaus zu einem Ort, an dem man sich richtig wohl fühlt.

“Du?”
“Ja Süße?”

“Kannst du schielen?”
“Was?”

“Na ob du schielen kannst! Mit den Augen!”
“Ja. Kann ich. Kann doch jeder.”

“Mach doch mal.”
“Schatz! Ich will hier jetzt keine Fratzen machen.”

“Warum nicht?”
“Weil ich hier auch später gerne noch einmal hingehen möchte.”

“Man wird doch wohl schielen dürfen.”
“Man darf, aber man soll nicht.”

“Wer sagt das, dass man hier nicht schielen darf?”
“Was soll denn das überhaupt werden??”

“Also kannst du nun schielen oder nicht!?”
“Ja! Hier!”

[Ich schiele, was das Zeug hält. Einmal, zweimal, dreimal.]

“Das finde ich toll.”
“Toll? Ich hätte eher getippt, dass du das albern findest.”

“Ich würde auch gerne schielen können.”
“Was? Wieso? Kannst du etwa nicht schielen??”

“Nein, konnte ich noch nie.”
“Das ist doch ganz leicht! Einfach auf die Nase schauen und fertig!”

“Auf die Nase schauen geht, aber dann irgendwie nicht mehr.”
“Es gibt Schlimmeres, Schatz.”

“Ich kann auch mein rechtes Auge nicht zu machen.”
“Wie bitte??”

“Also nicht einzeln.”
“Ähm…”

“Deswegen kann ich auch nie so richtig einen Sehtest machen.”
“Aha! Daher weht der Wind. Verstehe.”

“Was verstehst du??”
“Na ich weiß doch, dass du eigentlich eine Brille brauchst.”

“Brauche ich gar nicht!”
“So? Was steht da hinten an der Wand auf der Tafel?”

“Das Gericht des Tages.”
“Ach was! Und was genau?”

“Hm… Spaghetti mit Medaillons. Ha!”
“Sehr gut Schatz. Und das macht dich nicht stutzig?”

“Was?”
“Naja, Nudeln und Medaillons??”

“Wieso? Die haben doch immer so ausgefallene Sachen hier.”
“Schatz!”

“Was denn??”
“Da steht SPAGHETTI CON MELANZANE!”

“Oh…”
“Du brauchst eine Brille!”

“Frauen sehen im Dunkeln immer schlechter als Männer!”
“So? Das ist mir aber ganz neu!”

“Doch, das ist biologisch so.”
“Biologisch?? Das ist nur eine Ausrede, sonst nichts!”

“Das gleichen wir mit unseren besseren Instinkten aus.”
“Moment mal, du meinst also… Ja was eigentlich?”

“Frauen sehen nachts etwas schlechter, aber ahnen dafür mehr.”
“Als wer jetzt? Als Männer??”

“Natürlich! Frauen fahren ja auch nachts nicht so gerne Auto.”
“Nicht? Weil sie dann nichts sehen, oder was??”

“Genau.”
“Ach und da hilft euch euer grandioser Instinkt dann nicht??”

“Doch, weil wir grundsätzlich viel vorausschauender fahren.”
“Aber du hast doch eben gesagt, dass Frauen nicht…”

“Wir ziehen eben instinktiv die Sicherheit vor und lassen es.”
“Das Autofahren im Dunkeln??”

“Ja.”
“Aber Schatz, das…”

“Ich ahne bereits, was du jetzt sagen willst.”
“Ach!? Na da bin ich jetzt aber mal gespannt!”

“Du denkst, dass das totaler Blödsinn ist.”
“Stimmt! DAS ist richtig!”

“Du vergisst dabei nur einen wichtigen Punkt.”
“Und der wäre??”

“Ich spüre, dass ich Recht habe!”

Kopfschüttel…

19 Kommentare »

Weil hier ständig das Navi quatscht

30. Dezember 2006, aus der Schublade Auto und Parken

NaviMeine Liebste und ich sind im Auto unterwegs, um Freunde zu besuchen. Während ich mich aufmerksam durch den Verkehr auf Deutschlands Autobahnen kämpfe, nickt meine Liebste auf dem Beifahrersitz für eine halbe Stunde ein.
Und wacht wieder auf.

“Wo sind wir denn?”
“Kurz vor Lübeck Süße.”

“Das ist ganz schön voll hier…”
“Es geht, du hast ja fein geschlafen.”

“Habe ich gar nicht. Und du bist schuld!”
“Bitte? Warum denn ich?”

“Weil hier ständig das Navi quatscht.”
“Das hast du doch selber angemacht; ich brauche das gar nicht.”

“Du hättest es ja leiser machen können.”
“Habe ich auch gedacht, aber ich habs nicht hingekriegt.”

“Hättest mich ja fragen können!”
“Aber Schatz, ich dachte, dass du schläfst?”

“Habe ich aber nicht, das sagte ich ja schon!”
“Sind wir ein bisschen gereizt jetzt?”

“Nein. Blödmann.”
“Aha, ja. Nein, gar nicht gereizt, natürlich nicht…”

“Wieso quatscht das Navi? Geht doch nur geradeaus.”
“Da waren ein paar Autobahnkreuze, aber eigentlich…”

“Eigentlich was?”
“Warum fährst du immer mit Navi, obwohl du den Weg kennst?”

“Ich habe das immer an.”
“Ja, ich weiß, aber warum?”

“Dann sehe ich, ob da ein Stau ist zum Beispiel.”
“Hier ist kein Stau.”

“Das wüsstest du ja ohne das Navi gar nicht.”
“Ich höre doch Radio?”

“Hörst du ja gar nicht!”
“Nein, weil ich es vorhin wegen dir leise gedreht habe.”

“Ich habe es aber trotzdem gehört.”
“Schatz, wir sind auf der Autobahn, nicht im Schlafzimmer.”

“Ich kann nicht schlafen, schon gar nicht, wenn du fährst.”
“Wie meinst du denn das jetzt?”

“Du fährst immer so dicht auf.”
“Das stimmt doch überhaupt nicht!”

“Wohl. Da! Jetzt schon wieder!”
“Schatz, der ist doch aber vor mir gerade reingezogen!”

“Damit rechnet man als guter Autofahrer.”
“Ach und ich bin ein schlechter Autofahrer, ja?”

“Du fährst eben wie ein Mann.”
“Und wie fahren Männer bitte schön??”

“Zu schnell, zu ungeduldig, zu riskant.”
“Ich fahre nicht zu schnell, sondern zügig.”

“Ja klar. Neben dir kriegt man nicht mal ein Auge zu.”
“Also für mich sah es aber so aus, als hättest du selig geschlafen!”

“Hörst du mir nie zu?? Das Navi hat mich wach gehalten!”
“Dann mache ich es jetzt aus.”

“Nein, lass das an!”
“Wieso denn?”

“Weil ich sehen will, wann wir da sind.”
“Halbe Stunde, reicht das nicht?”

“Nein, ich wollte gleich mal bei den beiden anrufen.”
“Warum?”

“Um ihnen zu sagen, wann wir ankommen.”
“Und dafür brauchst du es auf die Minute genau, oder was?”

“Nein, aber wenn jetzt gleich ein Stau kommt, dann ändert sich doch die Ankunftszeit.”
“Hier ist kein Stau! Und es kommt auch keiner!”

“Männer! Immer alles wissen! Es könnte doch sein?”
“Gut, na gut. Dann ruf an und dann mache ich es aus.”

“Nee, das beibt an!”
“Schatz!”

“Was denn?? Fahr langsamer, sonst verstehe ich ja nichts.”

[Meine Liebste ruft bei unseren Freunden an und teilt die Ankunftszeit mit; obwohl wir absolut pünktlich sind und das meiner Meinung nach gar nicht notwendig ist. Das Navi behaupte, dass wir um 15.37 Uhr da seien. Aber da ich so rasen würde, könnte es auch früher sein, vielleicht so 15.25 Uhr. Es könne aber natürlich auch noch ein Stau kommen; dann würde es später werden...]

“Wir sollen uns keinen Stress machen, hat sie gesagt.”
“Ach was! Tatsächlich?”

“Machst du mal das Navi aus?”
“Bitte?? Ich denke, das muss immer an bleiben??”

“Es zeigt eine Stauumfahrung an, Baustelle in 15km.”
“Was? Wo!”

“Da. Siehst du?”
“Das darf doch wohl nicht wahr sein…”

“Drück auf Stopp.”
“Warum denn? Ich meine, du hast doch recht gehabt!”

“Natürlich habe ich recht, aber drück jetzt Stopp!”
“Aber jetzt ist das Navi doch sinnvoll, warum denn nun aus?”

“Ich kenne die Baustelle da. Da ist in Wirklichkeit gar nichts.”
“Ähm… Bist du dir da ganz sicher??”

“Natürlich! Oder willst du schon wieder an mir zweifeln!?”
“Nein, nein. Ich mache aus. So.”

“OK. Und jetzt fahr einfach weiter. Da ist nichts.”

[Wir kommen 45 Minuten zu spät bei unseren Freunden an...]

“Wenn du schon mal fährst!”

Kopfschüttel…

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Aber ich konnte nichts dafür

4. September 2006, aus der Schublade Auto und Parken

Aber ich konnte nichts dafürMeine Liebste sitzt an ihrem Schreibtisch, als ich heute abend nach Hause komme. Ich sehe sie gerne da sitzen; meistens springt sie dann auf, fällt mir um den Hals und küsst mich zur Begrüßung. Heute ist sie aber in ihr Laptop vertieft.

“Na, wie war dein Tag, Schatz?”
“Hallo Süße, eigentlich so wie immer, nichts besonderes.”

“Du hast Post.”
“Ja? Wo? Ach hier, danke.”

“Was ist denn da drin?”
“Weiß nicht, mal sehen…”

[Mein geübtes Auge identifiziert sofort die Stadt Bremen als Absender. Das Aktenzeichen im Briefkopf ist sehr verräterisch und erinnert mich an...]

“Und? Was wichtiges?”
“Ähm, nö, nö, ach keine Ahnung, mache ich später mal auf…”

“Du bist wieder zu schnell gefahren, stimmt’s!?”

[Ich hasse es, wenn Sie so unzweifelhaft recht hat...]

“Habe ich gleich gesehen, schon unten am Briefkasten. Aber man kann nichts erkennen.”
“Bitte?? Hast du etwa schon versucht, reinzuschauen??”

“Klar! Aber man sieht nix.”
“Toll. Ganz toll, Schatz! Und wenn das jetzt was ganz anderes ist?”

“Ist es nicht! Hast du gar nicht erzählt, dass du …”
“Nun lass mich doch erstmal aufmachen…!”

[Wüsste ich nicht, dass es meine Liebste ist, jetzt würde ich sie für eine Giraffe halten, so lang macht sie ihren Hals...]

“Ich habe dir schon 1000-mal gesagt, fahr nicht so schnell!”
“Jaja, danke, Schatz. Also mal sehen… Geblitzt, Mist.”

“Fahrverbot?”
“MANN! Jetzt geh weg und lass mich doch erstmal…”

“Also Fahrverbot! Ich hab’s gewusst!”
“Fall mir nicht auf die Nerven! Hier, schau, 25 Euro. Geht ja noch.”

“Bist du sicher, dass die sich nicht vertan haben?”
“WIE JETZT! Du meinst also, das ist zu wenig, oder was??”

“Na ich weiß doch, wie du fährst!”
“DAS sagt ja gerade die Richtige!”

“Hast DU den Strafzettel oder ich?”
“Ich.”

“Na also! – Hemelingen?? Das ist doch da, wo…”
“Jaaaa doch, da wo ich jeden Tag vorbeifahre.”

“Du bist ein Trottel, Schatz. Aber ich habe dich lieb!”
“63 hatte ich drauf. Kein Mensch fährt da 50!”

“Ich schon.”
“Mist, ich war da so in Gedanken, ich erinnere mich…”

“Ich halte mich immer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit.”

[Sie sitzt dabei an ihrem Computer, wackelt schelmisch mit dem Kopf und trällert vor sich hin.]

“Schatzi wurde gebli-i-itzt, Schatzi wurde gebli-i-itzt…!”
“Boah, du nervst!”

“Soll ich ein bisschen Mitleid mit dir haben?”
“NEIN! Danke!”

“Habe ich aber! Vor allem, weil ich… Ach nichts.”
“Was?”

“Nichts!”
“Was wolltest du gerade sagen?”

“Es ist nur weil…”
“JAAA???”

“Mich haben die auch geblitzt.”
“Bitte?? An der gleichen Stelle?”

“Nein, in Hamburg. Aber ich konnte nichts dafür.”
“Schatzi wurde gebli-i-itzt, Schatzi wurde gebli-i-itzt…!”

“Du bist doof! Ich habe Mitleid mit dir und du!”
“Dann weißt du mal, wie sich das anfühlt!”

“Ich wusste ja nicht, dass da ein Blitzer steht. Du schon!”
“Geblitzt ist geblitzt. Sonst nix!”

“Du hast mich gar nicht lieb!”
“Doch!”

“Dann überweise doch gleich für mich mit, wenn du schon dabei bist!”

Kopfschüttel…

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Hallo ich bins!

29. August 2006, aus der Schublade Auto und Parken

Hallo ich bins!Meine Liebste ist heute morgen lange vor mir aus dem Haus gegangen, da sie einen weiten und zeitraubenden Anfahrtsweg zu einem ihrer Kunden hat. Um ihr trotzdem auch heute morgen sagen zu können, dass sie mein größter Schatz ist, rufe ich sie auf ihrem Autotelefon an.

“Ja? Hallo?”
“Guten Morgen Süße, ich bins!”

“Hallo??”
[Sie ist wahrscheinlich mit 250 Sachen unterwegs...]
“Jaaa, ich bins! Verstehst du mich? Fahr doch mal langsamer!”

“Ach du bist es! Was willst du denn? Hallo?”
“GUTEN MORGEN!!”

“Guten Morgen mein Schatz!”
“Ich wollte dir nur sagen, dass ich dich lieb hab.”

“Was?”
[Es hört sich immer noch nach 180 an...]
“…DASS ICH DICH LIEB HAB!!”

“Ach so! Und was willst du denn nun? Hallo?”
“Nichts, ich wollte dir nur sagen, dass ich dich…”

“Du rufst doch sonst nicht an morgens!”
“Ja, aber heute wollte ich eben einfach mal…”

“Sehr ungewöhnlich. Ist was passiert??”
“Nein, nein, es ist alles OK, keine Sorge!”

“Du wolltest mir bestimmt was beichten! Raus damit!”
“Nein, ja, aber doch nur, dass ich dich lieb hab!”

“Hallo? Bist du noch dran?”
“Ja Herrgott, ich bin noch dran! Fahr LANGSAMER!”

“Schrei doch nicht so! Ich habe es eilig und es ist gerade frei.”
“Sorry, also ich wollte dir nur nochmal sagen, dass…”

“Schön, dass du anrufst. Machst du ja sonst nicht.”
“Danke Schatz, es ist, weil du doch heute morgen so früh…”

“Damals bist du immer extra für mich morgens aufgestanden, wenn ich früher weg musste!”
“Ja, schon, nur…”

“Und hast mir auch immer noch Tee gekocht morgens…”
“Ja, sicher, aber…”

“Könntest du ja ruhig mal wieder machen, dann bräuchtest du auch nicht immer anzurufen!”
“Ja Schatz…”

Kopfschüttel…

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Richtig Parken

16. August 2006, aus der Schublade Auto und Parken

Richtig ParkenMeine Liebste kennt sich aus im Straßenverkehr und auch mit dem Autofahren im allgemeinen. Sie ist viel unterwegs und daher kennt sie alle Tricks im alltäglichen Kampf auf deutschen Straßen. Am Wochenende muss ich meistens fahren, da sie dann keine Lust hat. Wir kehren im Anschluss an ein paar gemeinsame Erledigungen nach Hause zurück.

“Hoffentlich kriegen wir einen Parkplatz.”
“Bestimmt, bislang hat es doch immer ganz gut geklappt.”

“Ja, aber ich will nicht so weit laufen müssen.”
“Musst du ja auch nicht, nun warte doch mal ab, bis wir da sind.”

“Und wenn es gleich regnet?”
“Schatz! Wir sind in 30 Sekunden da und kein Tropfen!”

“Mist, da ist nichts frei.”
“Da ist doch einer! Genau vor der Tür!”

“Nein, da kannst du nicht parken, das geht nicht.”
“Warum denn das bitte?? Ist doch so, wie du es haben wolltest!”

“Weil genau da die Tauben immer auf mein Auto plöddern.”
“PLÖDDERN??”

“Kacken sagt man nicht! Die Viecher sitzen da im Baum.”
“Tatsächlich? Also gut. Ich stehe da zwar immer, aber OK.”

“Wo willst du denn jetzt hin?”
“Da auf der anderen Seite ist auch noch einer.”

“Halt, da geht doch auch nicht.”
“Sind da etwa auch Tauben??”

“Nein, aber da parkt die komische Nachbarin mit ihrem Bulli.”
“Und?”

“Die kann nicht ein- und nicht ausparken. Die macht mir eine Schramme rein.”
“Ja, aber…Schatz, wenn ich dich nicht so lieb hätte… ich fahre nochmal rum, OK?”

“Jetzt hast du mein Auto ja ins Parkverbot gestellt!”
“Nein, bis morgen früh 9 Uhr darf man hier parken, schau.”

“Ach so. Dann setz aber noch 2 Meter zurück.”
“Warum denn jetzt das??”

“Um von dem Baum da wegzukommen.”
“Lass mich raten: die Tauben?”

“Du sagst das so, als sei ich doof. Und mich kacken die dann wieder voll!”
“Schon gut, schon gut. Stelle ich mich eben mitten drauf. Kann halt vorne und hinten kein anderer mehr parken.”

“Normalerweise mache ich das ja auch nicht. Finde ich blöd, wenn jemand so parkt.”
“Ja, so wie ich jetzt grade. Hoffentlich sieht mich keiner beim aussteigen.”

“Du willst jetzt aussteigen?”
“Ja du etwa nicht??”

“Du hast was vergessen.”
“Wieso? Telefon? Brille? – Was denn?”

“Du hast die Handbremse nicht angezogen!”
“Es ist doch ein Gang eingelegt! Und hier ist ein Gefälle von 0%.”

“Ich habe gelernt, man soll immer die Handbremse anziehen!”
“Jajaja, alles klar Schatz, also hier. So. Jetzt alles gut?”

“Ach Mist, jetzt habe ICH was vergessen.”
“Oh nein, bitte, das hört sich schon wieder nicht gut an! WAS??”

“Ich habe die Post nicht weggebracht. Fahr nochmal los!”

Kopfschüttel…

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Schleichen auf Rechts

25. Juli 2006, aus der Schublade Auto und Parken

Schleichen auf RechtsDer erste Tag unseres Kurzurlaubes, wunderbar. Meine Liebste und ich sind auf dem Weg zur Ostsee. Im Auto entwickeln sich immer attraktive Gespräche.

“Du, wir wollen heute noch an die Ostsee.”
“Wie meinst du denn das?”

“Naja warum schleichst du denn so. Die Autobahn ist frei!”
“Schatz, wir rasen doch sonst immer. Heute ist Urlaub.”

“Was hat denn das mit Urlaub zu tun?”
“Wir haben Zeit. Viel Zeit. Und ich fange schonmal an, mich zu entspannen.”

“Du entspannst dich auf der Autobahn??”
“Ich fahre halt nur etwas gemütlicher, verstehst du das nicht?”

“Das macht mich ganz nervös. Los, überhol jetzt.”
“Gut, fahre ich halt in die Mitte. – Besser so?”

“Etwas.”
“So, jetzt habe ich drei Autos überholt. Reicht das?”

“Nein.”
“Schatz, ich fahre 130 und hier sind 120 erlaubt.”

“Das stört dich doch sonst nicht!”
“BITTE??”

“Naja wenn du es eilig hast, fährst du doch auch schneller!”
“Ja aber wir haben es doch gar nicht eilig!”

“Ich kann eben nicht langsam fahren. Du erinnerst mich an meinen Ex, der ist auch immer so langsam gefahren, weil er Benzin sparen wollte.”
“Na das ist ja super! Ich erinnere dich an deinen Ex-Freund, weil ich im Urlaub langsamer Auto fahre??”

“Ja, und der hat mich auch nie verstanden!”
“Ach nee, so wie ich, oder was!??

“Das hast du jetzt falsch verstanden.”
“Und wie soll ich das bitte verstehen??”

“Ich hab dich lieb Schatz. Und jetzt überhol den da!”

Kopfschüttel…

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