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Ich zwinge dich zu nichts

17. Mai 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Ich zwinge dich zu nichts (photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste und ich sind mit dem Auto auf dem Weg nach Kassel, um Freunde zu besuchen. Dafür dürfen wir uns über die volle Autobahn schieben.
Ich fahre heute, und das ist keinesfalls selbstverständlich; weil ich doch immer so dicht auffahren würde, sagt die Liebste stets.
Nunja.

“Fahr doch nicht so dicht auf!”
“Süße, ich fahre ganz normal.”

“Wenn der da jetzt bremst, dann hängst du ihm hinten drauf!”
“Quatsch! Ich habe ungefähr 500 Meter Abstand!”

“Gar nicht!”
“Wohl! Und jetzt lass mich.”

“Nie machst du, was ich dir sage!”
“Schatz! Ich mache viel zu oft, was du sagst!”

“Machst du ja gar nicht.”
“Ich müsste viel öfter mal Nein sagen…”

“Warum das denn??”
“Weil du viel zu oft deinen Willen durchsetzt.”

“Ich??”
“Ja, du!”

“Ich zwinge dich doch zu nichts?”
“Nein, aber du drehst dir die Sachen immer so hin.”

“Zum Beispiel??”
“Musste ich gestern zum Essen Wasser trinken?”

“Was soll das denn jetzt??”
“Hast du mir das Glas vollgeschüttet oder nicht!?”

“Habe ich, na und?”
“Ich wollte aber gar kein Wasser zum Essen!”

“Dann sag das doch einfach!”
“DAS HABE ICH GESAGT!! Zweimal.”

“Aber ich zwinge dich doch nicht, Wasser zu trinken??”
“Hast du gegen meinen Willen eingeschüttet oder nicht!?”

“Wasser trinken ist gesund.”
“Schön! Aber ich wollte keins.”

“Ich habe es doch aber nur gut gemeint!?”
“Aber ich wollte keins.”

“Und du trinkst immer viel zu wenig.”
“Aber ich wollte keins!”

“Und Wasser macht schlank.”
“Trotzdem wollte ich keins.”

“Ich trinke doch auch immer Wasser?”
“Ja. Und deshalb musst du auch dauernd aufs Klo rennen.”

“Gar nicht!”
“Wohl! Ich habe schon über eine Anhängerkupplung nachgedacht.”

“Fürs Auto?? Wofür brauchen wir die denn??”
“Dann könnte ich so ein blaues Dixi-Klo für dich hinten dranhängen.”

“Ich gehe grundsätzlich nicht auf Dixi-Klos.”
“Himmel, diese Frau, ich werde noch verrückt!”

“Was machst du da??”
“Ich fahre an der Tankstelle ran.”

“Ich muss doch aber gar nicht aufs Klo?”
“Schatz! Es dreht sich nicht immer alles nur um dich und Toiletten!”

“Was willst du denn dann da? Musst du etwa selber?”
“Nein, eigentlich wollte ich da für uns nur Kaffee kaufen.”

“Ich trinke doch aber gar keine Kaffee??”
“Das weiß ich! Du darfst auch gerne ein schönes Wasser kaufen.”

“Willst du nicht noch eine halbe Stunde weiterfahren?”
“Nee, warum!”

“Dann kann ich in einer halben Stunde aufs Klo gehen.”
“Ich möchte aber jetzt einen Kaffee und nicht in einer halben Stunde.”

“Dann müssen wir doch aber zweimal anhalten?”
“Na und?? Vielleicht schaffst du es ja auch bis Kassel ohne Klo.”

[Im gleichen Moment komme ich - Gott sei Dank - kurz hinter der Tankstelle auf dem kleinen Parkstreifen zum Stehen und schalte den Motor aus. Die Liebste zieht ihre Flip-Flops wieder an, setzt ihre Sonnenbrille auf, greift sich ihre Tasche und steigt aus.
Der Tankstellen-Eingang ist direkt um die Ecke, sehr praktisch.]

“Willst du jetzt wirklich Kaffee trinken?”
“Ja. Komm.”

“Bringst du mir ein Volvic mit?”
“Wieso! Kommst du denn nicht mit??”

“Nee.”
“Und warum nicht??”

“Ich gehe aufs Klo.”

Kopfschüttel…

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Halt, warte!

22. April 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Halt, warte! (photocase.de © kunstfisch)Meine Liebste und ich sitzen in unserem Arbeitszimmer und erledigen die restlichen Todos des Tages. Gleich sind wir endlich fertig und können entspannen.
Wird aber auch Zeit!

“Du Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Kannst du mir noch einen Gefallen tun?”
“Und das wäre?”

“Diese Kiste da müsste noch in mein Auto und die ist so schwer.”
“Also ich soll dir die Kiste ins Auto stellen, richtig?”

“Ja, das wäre ganz lieb!”
“Gut. Das kann ich wohl machen. Kein Problem, geht ja schnell.”

“Danke, danke, danke! Ich hab dich lieb!”
“Ich gehe jetzt gleich, dann habe ich das hinter mir.”

“Halt, warte!”
“Was denn?”

“Soll ich dir noch zeigen, wo mein Auto steht?”
“Vor der Tür wahrscheinlich.”

“Nee, das steht Stader Straße vor dem komischen großen Haus.”
“Ähm, Stader Straße?? Das ist ja total weit weg??”

“Das stimmt.”
“Wieso parkst du denn da??”

“Ich wollte noch einen Spaziergang machen.”
“Einen Spaziergang! Das hast du ja noch nie gemacht!”

“Mir war eben mal so danach.”
“Ich laufe doch jetzt nicht kilometerweit zu deinem Auto!”

“So weit ist das jetzt auch nicht.”
“Ich dachte, es ginge nur um die Kiste!”

“Geht es ja auch.”
“Aber du hast nicht gesagt, dass dein Auto gar nicht hier ist!”"

“Heißt das jetzt, dass du mir doch nicht hilfst?”
“Ich fühle mich zunächst mal verschaukelt, das heißt das!”

“Aber es geht mir doch wirklich nur um die schwere Kiste…”
“Dann hol deinen Wagen vor die Tür und ich trage dann die Kiste runter.”

“Ich??”
“Du hast ihn ja schließlich auch dort geparkt.”

“Aber Schatz, ich habe doch noch nasse Haare vom Duschen!”
“Na und??”

“Damit kann ich doch jetzt nicht raus gehen!”
“Himmel, ich werde hier noch verrückt!”

“Schatz, bitte, bitte, bitte!”
“Mit anderen Worten, ich soll dein Auto hier hin holen, ja?”

“Ja!”
“Und dann die Kiste reinstellen.”

“Das wäre wirklich super!”
“Und dann bist zu zufrieden, richtig?”

“Ja!”
“Aber…! Was solls, dann latsche ich eben los und hole dein Auto…”

“Moment, hier hast du 50 Euro.”
“Danke Schatz, aber heute brauchst du mich mal nicht bezahlen…”

“Doch nicht für dich, du Blödmann!”
“Sondern?”

“Fahr doch auf dem Rückweg noch tanken, ja? Danke!”

Kopfschüttel…

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Wenn ich fahre…

6. März 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Wenn ich fahre... (photocase.de © Sisk4)Meine Liebste und ich sind auf dem Weg zu einem kulinarischen Geheimtipp: Tintos Tapas Bar in Bremen-Nord.
Der Empfehlung folgend sitzen wir abends in meinem Auto und nähern uns bereits dem ersehnten Ziel.

“Warst du da schon mal?”
“Nein, Liebste. Aber gehört habe ich schon oft vom Tinto.”

“Kann man da parken?”
“Das glaube ich eher nicht…”

“Und wo parken wir dann?”
“Ich wollte eigentlich ins Parkhaus fahren, ist in der Nähe.”

“Und ist das weit weg?”
“Nö, vier bis fünf Minuten vielleicht.”

“Warum probieren wir es nicht einfach mal?”
“Was?”

“Na direkt davor?”
“Weil das sowieso nicht klappt, deswegen.”

“Ich will aber nicht so weit laufen!”
“Fünf Minuten?? Das wirst du ja wohl schaffen!”

“Es geht doch gar nicht um fünf Minuten.”
“Sondern?”

“Wenn ich fahre, parke ich immer direkt vorm Eingang.”
“Klar! – Lass uns einfach ins Parkhaus fahren, ja?”

“Du kannst es doch wohl mal probieren! Was macht das schon?”
“Also schön, probieren wir es. Aber du sagst, wo ich hinfahren soll!”

[Einen kurzen Moment später kommen wir vorm Tinto zum Stehen.
Es gibt hier tatsächlich einen Parkplatz, direkt neben dem Restaurant.
Allerdings - und ich wette, etwas anderes hat niemand erwartet - wird er von zahlreichen anderen Glücklichen belegt und es ist kein Platz mehr frei...]

“Siehst du, hier ist doch ein großer Parkplatz?”
“Schön Schatz, aber er ist belegt, wie du siehst. Und nun?”

“Stell dich doch hier noch daneben?”
“Das ist der Bürgersteig!”

“Na und?”
“Klar, ist ja auch nicht dein Auto, das abgeschleppt wird!”

“Na gut, dann fahren wir eben einmal um die Ecke.”
“Schatz. das Parkhaus ist AUCH um die Ecke…”

“Das Geld können wir sparen, vertrau mir!”
“Naja, ich weiß ja nicht… Also gut, fahren wir weiter…

“Da! Da! Hinter dem BMW! Perfekt!”
“Das geht nicht, da ist Halteverbot.”

“Aber der steht doch da auch?”
“Trotzdem ist da Halteverbot!”

“Wieso denn, da ist doch nichts, was soll da sein?”
“Woher soll ich das wissen, aber da stelle ich mich nicht hin!”

“Jetzt sei doch nicht so?”
“Doch! Und jetzt sag mir, wo ich hinfahren soll.”

“Hm… Fahr mal weiter und dann wieder links.”
“Wenn ich rechts abbiege, landen wir im Parkhaus…”

“Ich will nicht ins Parkhaus! Parkhäuser sind muffig!”
“Jaaa doch…”

[Ich kurve durch die Vegesacker Straßen und gehorche den schnittigen Weganweisungen meiner Liebsten. Ich muss zugeben, dass selbst ich erstaunt bin, wie voll das hier ist! Ich hätte eher erwartet, dass in Bremen-Nord um 19.00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden, aber dem ist anscheinend nicht so. Die Straßen sind alle voller Autos...]

“Wo sind wir denn jetzt hier eigentlich??”
“Keine Ahnung, sieht nach einem Wohnviertel aus…”

“Findest du denn überhaupt noch zurück?”
“Wieso ich?? Das ist ja wohl deine Aufgabe jetzt!”

“Nee! Das ist deine Schuld, ich hatte schon fünf Parkplätze!”
“Ja, im Halteverbot, vor einer Garage, zweite Reihe, auf dem Rasen…”

“Wenn ich fahre, kriege ich immer einen Parkplatz!”
“Dann fahr du doch! Los, lass uns tauschen!”

“Nee, dein Auto ist im Dunkeln so unübersichtlich.”
“Du bist auch unübersichtlich! Also ich sehe hier alles!”

“So? Dann sieh doch mal da, da ist ein Parkplatz rechts!”
“Tatsächlich… Der ginge…”

“Siehst du, habe ich doch gesagt. Aber erst immer meckern!”
“Gut, dann setze ich da jetzt rückwärts rein.”

“Nee!”
“Wieso denn nicht?? Du hast doch eben gesagt, dass…”

“Fahr mal zum Tinto zurück.”
“Wie bitte??”

“Vielleicht ist da ja zwischenzeitlich wieder einer frei?”
“Das ist jetzt nicht wirklich dein Ernst, oder??”

“Wieso? Kann doch sein?”
“Und wenn nicht?? Dann fangen wir wieder von vorne an??”

“Nee, dann lässt du mich da raus und fährst hier wieder hin!”

Kopfschüttel…

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Werder Bremen gegen Kuala Lumpur

29. November 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Werder Bremen gegen Kuala Lumpur (photocase.de © Anni K.)Meine Liebste und ich sind heute Morgen zu Fuß auf dem Weg zu unseren Autos; die wir mal wieder weit weg von unserem Haus parken mussten, da das gestrige Fußballspiel Werder Bremen gegen Real Madrid für eine völlig aussichtslose Parksituation in unserer Straße gesorgt hat. Man gewöhnt sich dran…

“Wieso haben wir eigentlich keine Garage!”
“Weil es keine gibt, Süße.”

“Bitte?? Bei uns hinterm Haus sind doch jede Menge?”
“Ja schon, ich meinte ja auch, es gibt keine freien Garagen mehr.”

“Stell dir mal vor, es würde jetzt regnen!”
“Es regnet aber nicht und jetzt hör auf zu meckern.”

“Damals in Lübeck konnte ich immer direkt vorm Haus parken!”
“Dafür hattest du auch keine Weser und kein Weserstadion vor der Tür.”

“Na toll, und was habe ich hier jetzt davon??”
“Du hättest es nicht weit ins Stadion, wenn du dir ein Spiel ansehen…”

“Ich sehe mir doch aber gar keine Fußballspiele an??”
“Aber du könntest.”

“Und du doch auch nicht?”
“Naja, aber ich war wenigstens schon im Stadion bei Werder.”

“Aber nur, weil du einen Kunden da hinschleppen musstest!”
“War aber ein super Spiel, Werder gegen Barcelona, aber leider…”

“Barcelona kann das ja wohl kaum gewesen sein.”
“Was?”

“Du willst mich wohl veräppeln, so doof bin ich nun auch nicht!”
“Es war Werder gegen Barcelona! Und gestern war es Real Madrid!”

“Ja, und Paris war hier, und Hongkong und die Malediven und…”
“Hä? Sag mal, wovon redest du denn eigentlich??”

“Demnächst spielen sie dann noch gegen Kuala Lumpur.”
“Schatz! Werder spielte letzten Winter gegen Barcelona!”

“Barcelona ist doch in Spanien! Das weiß ja wohl jeder!”
“Richtig! In Spanien! Und die waren hier!”

“Die waren doch nicht in Bremen!”
“Und wo sonst??”

“Die haben doch nur in den großen Stadien gespielt, oder nicht?”
“Wer jetzt?”

“Die Spanier?”
“Welche Spanier denn??”

“Was fragst du mich! Du hast mit dem WM-Kram angefangen!”
“WM?? Du meinst die Weltmeisterschaft letztes Jahr??”

“Ja sicher!”
“Das hat doch überhaupt gar nichts mit Barcelona zu tun!”

“Sag ich doch.”
“Und mit Werder auch nicht!”

“Und gegen wen hat Werder nun gespielt, als du da warst?”
“GEGEN BARCELONA!!!”

“Aber sonst spielt Werder doch nur gegen Hamburg, München, Augsburg und so!”
“In der Bundesliga, ja. In der Champions League, NEIN!”

“Ach so, das ist dann die Europameisterschaft, richtig?”
“Schatz! Ich habe ja schon keine Ahnung, aber du…”

“Was interessiert mich das, wer da wo gegen wen…”
“Ein wenig Fußballwissen gehört ja wohl zur Allgemeinbildung!”

“Kannst du nicht mal so einen Spielplan von Werder besorgen?”
“Ähm… Sicher, gut Idee. Dann schauen wir uns das alles Mal an.”

“Wir könnten den dann auch in der Küche aufhängen.”
“In der Küche??”

“Ja sicher, da gehört er doch hin?”
“Wie bitte? Was soll denn das jetzt plötzlich??”

“Also ab jetzt will ich wissen, wann und gegen wen die spielen.”
“Werder??”

“Das ist doch unsere Mannschaft, oder gibt es noch eine andere?”
“Nein, nein, Werder ist schon richtig…”

“Prima.”
“Liebste, du verblüffst mich immer wieder…”

“Wieso?”
“Ich hätte nicht gedacht, dass du dich jetzt auch für Fußball…”

“Fußball? Ist mir total egal.”
“Aber…”

“Ich will nur wissen, wann die hier wieder alles zuparken!”

Kopfschüttel…

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Grüner wird es nicht…

8. November 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Grüner wird es nicht... (photocase.de © diesas)Meine Liebste und ich sind in meinem Auto auf dem Weg zu Freunden. Es ist nicht unbedingt weit, aber bei dem Wetter begibt man sich ja nur sehr ungern zu Fuß auf die Straße…
Vor allem, weil meine Liebste gerade eben ihre Haare geföhnt hat. Wir stehen an einer Ampel.

“Schatz?”
“Ja, Liebste?”

“Es ist Grün.”
“Oh, stimmt, Mist…”

“Grüner wird es nicht, verstehste?”
“Verstehe.”

“Grün bedeutet, man darf fahren.”
“Jaaa doch, ich fahre ja schon…”

“Rot bedeutet, stehen bleiben.”
“Danke Schatz. Passiert mir aber auch nur sehr selten…”

“Ich bin ja nicht immer dabei.”
“Willst du damit sagen, dass ich ständig…”

“…dass du unkonzentriert bist, genau!”
“Bin ich nicht!”

“Doch, woran denkst du denn dauernd??”
“An nichts!”

“Man kann nicht an Nichts denken.”
“Aber…”

“Also woran nun.”
“Nichts!”

“Du könntest ja mal zur Abwechslung an mich denken.”
“Wenn ich an einer Ampel stehe??”

“Du verstehst das wieder mal überhaupt nicht!”
“Dann erkläre es mir doch, ja? Bitte sehr.”

“Du denkst immer an tausend Sachen, nur nicht an mich!”
“Und wohl denke ich an dich!”

“So?? Wann denn??”
“Was ist denn das für eine Frage!”

“Wann hast du an mich gedacht?!”
“Ähm… Eben, als ich vor der Ampel stand.”

“Da hast du an mich gedacht??”
“Ja, deshalb habe ich das Grün übersehen…”

“Schau mich mal an!”
“Was??”

“Ich will sehen, ob du nicht flunkerst, schau mich an!”
“Jetzt?? Schatz, ich fahre hier!”

“Nur ganz kurz!”
“Nein!”

“Dann hast du geflunkert!”
“Ich?? Niemals!”

“Doch! Du hast gar nicht an mich gedacht!”
“Und wenn doch?”

“Dann kannst du mich ja auch anschauen!”
“Ich könnte, aber ich will nicht.”

“Warum denn nicht??”
“WEIL ICH FAHRE!”

“Da hinten ist eine Ampel, da musst du dann ja wieder anhalten.”
“Pff! Schaffe ich noch!”

[Ich trete das Pedal meines Autos beherzt durch und husche gerade so eben noch über die Ampel...]

“Das hast du nur gemacht, um mich nicht ansehen zu müssen!”
“Das kannst du aber nicht beweisen.”

“Also stimmt es!”
“Nein.”

“Doch!”
“Nein!”

“Na warte, da ist schon die nächste Ampel!”
“Oh…”

[Tja. Diese Ampel ist leider deutlich Rot... Ich muss wohl anhalten...]

“So! Und jetzt schau mich mal an!”
“Bitte sehr…”

“Sag, dass du eben an mich gedacht hast!”
“Ich habe eben an der Ampel an dich gedacht, Liebste.”

“Pff! Du kannst ja lügen, ohne rot zu werden!”
“Na toll! Nun mache ich schon den Test und dann…”

“Du bist so doof, nun mach schon!”
“Ich habe eben an der Ampel an dich…”

“Nein, nicht das! Du sollst nichts sagen!”
“Sondern??”

“Du sollst fahren, es ist Grün!”

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Echt altbacken

27. September 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Echt altbacken (photocase.de © Frank Martin Dietrich)Meine Liebste und ich sitzen in meinem Auto und wir sind auf dem Weg zum Supermarkt, um unseren Kühlschrank mal wieder zur Arbeit anregen zu können.
Natürlich hat die Liebste einen strengen Einkaufszettel angefertigt; was so gar nicht meine Art ist, einkaufen zu gehen…

“Schau Schatz, da! Ein Parkplatz direkt am Eingang!”
“Jaja, habe ich gesehen, Süße. Moment…”

“Lass dir den nicht wegschnappen von der Tante da!”
“Tante? Wo?”

“Da links, siehste, die blinkt schon!”
“Dann lass sie doch, ich meine…”

“Nimm den! Es nieselt und ich will nicht durch den Regen laufen!”
“Jaaa doch…”

“Sehr gut, Schatz, sehr gut!”
“Ist es so recht, ja?”

“Ja!”

[Wir stehen. Die Dame links von uns freut das nicht gerade; ihr böser Blick schlägt haarscharf neben meinem Kopf ein und um unangenehmeren Dingen zu entgehen, tue ich völlig unbeteiligt.
Während ich noch so darüber nachdenke, ob mein "Keinerlei-Schuld-bewusst"-Gesicht wohl funktioniert, wird mein Wagen von einem heftigen Donnerschlag erschüttert, der mir sofort das Blut in den Adern gefrieren lässt!
Die Liebste hat die Autotür zugehauen! Ich steige taub aus...]

“Sag mal, hast du sie noch alle!?”

“Was denn??”
“Die ist jetzt zu, Schatz!”

“Wieso? War das wieder zu doll?”
“Nein! Das war VIEL ZU DOLL!”

“Ach was…”
“Ach was?? Das ist eine Tür und keine Dampfpresse!”

“Ja, aber…”
“Nein, nichts aber! Das wirst du NIE lernen!”

“Was stellst du dich denn jetzt so an?”
“Weil du das immer machst!”

“Dir ist dein Auto doch sonst auch egal?”
“Ist es nicht! Wieso machst du die Tür nicht normal zu??”

“Ach ja, stimmt.”
“Was stimmt?”

“Dir kann dein Auto nicht egal sein.”
“Gut erkannt.”

“Wer kauft sich schon einen Auto-Handstaubsauger, pff!”
“Das hatten wir doch schon, wieso reitest du da immer noch drauf rum??”

“Weil das echt altbacken ist und voll peinlich!”
“Ach nee! Und wer benutzt den jetzt die ganze Zeit??”

“Du meinst doch wohl nicht mich??”
“Doch, dich meine ich! Andauernd benutzt du den!”

“Aber doch nicht für mein Auto!”
“Nee, aber für die Krümel auf dem Wohnzimmerteppich.”

“Aber gekauft hast du ihn doch für dein Auto, oder?”
“Ja, richtig.”

“Und warum benutzt du ihn dann dafür nicht??”
“Ja weil er zu schwach ist, leider, darum!”

“Und wie machst du dein Auto nun sauber?”
“Gar nicht. Ist mir auch egal, was soll´s. Gibt ja noch Tankstellen…”

“Da gibt es noch eine andere Möglichkeit.”
“Aha. Und die wäre?”

“Kauf doch einfach ein neues, wenn das hier zu dreckig wird!”
“Sehr witzig! Danke Schatz! Immer schön, sich mit dir zu unterhalten!”

“Also kaufst du bald ein neues?”
“Klar! Vielleicht eins in Blau? Oder in Schwarz?”

“Schwarz bitte. Oder grau-metallic.”
“Natürlich, selbstverständlich! Ganz wie die Gnädigste es wünschen tut!”

“Sehr gut. Und denk dran.”
“Woran?”

“Nimm auch gleich ordentliche Türen dazu!”

Kopfschüttel…

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Nur blöde Parkplätze

10. September 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Nur blöde Parkplätze (photocase.de © es.war.einmal..)Meine Liebste und ich sind auf dem Weg in die Innenstadt, um eventuell eine neue Stehlampe fürs Wohnzimmer zu erwerben. Entgegen unserer sonstigen Gewohnheiten fahren wir heute mit dem schicken Kombi der Liebsten; da kriegt man einfach alles rein.

“Fährst du in das Parkhaus da?”
“Ja, das hatte ich vor, Süße.”

“Ich fahre da fast nie rein.”
“Warum nicht?”

“Weil das da so eng ist.”
“Eng? Ach was. Das mache ich schon, keine Sorge.”

[Das Parkhaus am Pressehaus ist tatsächlich ziemlich "platzsparend". Gleich an der Einfahrt muss man sich entscheiden, ob man ins Ober- oder Untergeschoss fahren möchte. Ich wähle das Untergeschoss und steure den Wagen die enge Kurve hinunter.]

“Pass auf!!”
“Was denn??”

“Du wärst hier rechts fast an die Wand gekommen!”
“Erschreck mich doch nicht so, das passt schon!”

“Man kann hier auch langsam fahren, verstehste?”
“Danke Schatz. Und schon sind wir da.”

“Willst du DA parken?”
“Soll ich nicht?”

“Der ist ganz schön eng, da komme ich doch gar nicht raus.”
“Dann steig doch vorher aus?”

“Nee, hier nicht, park bitte woanders.”
“Warum?”

“Weil da links und rechts zwei uralte Autos stehen.”
“Das ist bedauerlich, aber was hat das mit uns zu tun?”

“Die achten mit ihren alten Karren nicht auf mein Auto.”
“Ähm…”

“Wenn die die Türen öffnen und so. Ruckzuck ist ne Beule drin!”
“OK, ich nehme einen anderen.”

[Ich setze den Wagen zurück und rolle ein paar Meter weiter.]

“Nee, der hier geht auch nicht.”
“Und warum nicht? Hier steht doch ein Mercedes daneben?”

“Da tropft es von der Decke.”
“Was??”

“Da, siehst du das nicht? Es tropft!”
“Na schön, suche ich weiter…”

[Wieder kurbele ich ein wenig und fahre ohne weitere Anstrengungen bis ans Ende der Ebene. Hier gibt es reichlich Parkplätze; das wird der Liebsten wohl gefallen.]

“Willst du jetzt hier parken?”
“Das hatte ich vor. Ist doch alles frei?”

“Jetzt sind wir ja total weit weg vom Eingang?”
“Soll das heißen, hier gefällt es dir auch nicht?”

“Nicht so richtig…”
“Wie wäre es, wenn ich einfach direkt in der Fußgängerzone parke?”

“Geht denn das?”
“NEIN!”

“Warum bist du auch in den Keller gefahren, oben ist es besser!”
“Aber hier ist meistens viel mehr frei, deshalb.”

“Aber nur so blöde Parkplätze, da will ja auch keiner hin.”
“Soll ich nach oben fahren? Wäre der gnädigen Frau das angenehmer?”

“Ich glaube schon.”
“Schatz! Das war eine rein rhetorische Frage!”

“Oben sind bestimmt die Frauenparkplätze.”
“Was willst du damit sagen?”

“Na da hätten wir bestimmt besser parken können.”
“Das sind doch aber Frauenparkplätze!”

“Ja bin ich etwa keine?”
“Ach tatsächlich?? Und ich?”

“Du bist keine, aber ich parke immer auf den Frauenparkplätzen.”
“Kannst du ja auch, aber ich bin doch jetzt dabei?”

“Na und?”
“Frauenparkplätze sind doch für Frauen, die alleine unterwegs sind. Oder?”

“Und für Frauen mit Kindern.”
“Und mit Kindern, mag sein.”

“Na also!”
“Schatz, wir haben aber keine Kinder!”

“Du nicht, ich schon.”
“Ach so? Aha? Und wo hast du die versteckt??”

“Eins sitzt genau neben mir!”

Kopfschüttel…

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Ich rieche nichts

20. August 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Ich rieche nichts (photocase.de © Annni K.)Meine Liebste und ich sitzen im Auto und sind auf dem Weg zum Einkaufszentrum Dodenhof in Posthausen.
Das ist gut eine halbe Stunde von uns entfernt, aber es lohnt sich gewöhnlich. Die Autobahn ist erstaunlicherweise ziemlich voll…

“Welche Abfahrt war das noch mal?”
“Posthausen, Süße. Posthausen müssen wir runter.”

“Ach ja, stimmt. Das vergesse ich immer.”
“Wo wir ja auch erst 20-mal da waren…”

“Du fährst ja auch immer.”
“Ja, weil du ja nie willst.”

“Hast du mich schon mal gefragt??”
“Schon mehrmals.”

“Tatsächlich??”
“Ja, aber sag mal: warum stinkt das hier denn so!”

“Ich rieche nichts.”
“Wie bitte?? Das stinkt doch hier, kommt das von draußen??”

“Soll ich mal das Fenster aufmachen?”
“Aha! Also warst du das!”

“Was? Ich?? Ich stinke doch nicht!”
“Du hast einen ziehen lassen.”

“Habe ich nicht!”
“Es scheint aber so! Boah…”

“Schatz! Ich war das nicht! Ehrlich!”
“Und wohl! Wer denn sonst, ich jedenfalls nicht!”

“Das kommt von draußen.”
“Nee, nee! Du hast hier gekräutert!”

“Das mache ich doch nie!”
“Jetzt aber schon. Du hast gefurzt. Gib es zu!”

“Ich fu.. Ich pupse nie!”
“Nee, iss klar.”

“Oder hast du mich schon mal pupsen sehen??”
“Sehen nein, gerochen ja.”

“Wann denn??”
“Jetzt tu doch nicht so! Jeder lässt mal was ab.”

“Du vielleicht, ich nicht!”
“Wenigstens zugeben könntest du es ja. Stinkie!”

“Ich bin kein Stinkie! Frauen machen so etwas nicht.”
“Ja wohl machen Frauen das, aber eben nur ganz leise.”

“Leise?”
“Damit es keiner hört. So wie du. Und dann alles abstreiten.”

“Stimmt ja gar nicht!”
“Und dann immer hoffen, dass es keiner merkt.”

“Schatz! Ich war es doch aber nicht!”
“Gut, schön. Wahrscheinlich ist nur die Klimaanlage kaputt.”

“Ist die denn an?”
“Ja. Natürlich.”

“Dann ist die vielleicht wirklich kaputt?”
“Jetzt hör aber auf, das ist ja nicht zum aushalten!”

“Wieso? stinkt es schon wieder?”
“Nein, ich meinte dein ständiges Abstreiten!”

“Wenn du mir doch auch unterstellst, dass… Tue ich aber nicht!”
“Es heißt furzen. Schatz. FURZEN!”

“Wie schreibt man eigentlich furzen? Mit P?”
“Nein, mit F. Mit F wie Frauen. Kann man sich also leicht merken.”

“Das ist ja wohl ein total blöder Vergleich!”
“So?”

“Frauen tun – wenn überhaupt – pupsen. Und nur in Notfällen.”
“Aha. Also nur in Notfällen.”

“Ja genau.”
“Und was war eben der Notfall?”

“Wieso eben?”
“Ich dachte, du seiest vorhin in einer Notlage gewesen?”

“War ich auch.”
“Aha!”

“Aber ich habe nicht gepupst!”
“Sondern??”

“Nichts sondern!”
“Ich geb´s auf…”

“Sag mal, liegt dir die Käsesuppe auch so schwer im Magen??”

Kopfschüttel…

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Viel zu spät

3. Juni 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Viel zu spät (photocase.de © x-marco)Meine Liebste und ich sitzen an unserem Esstisch und essen Abendbrot.
Dabei tauschen wir natürlich die ganzen Geschichten aus, die wir heute den Tag über erlebt haben. Den letzten Bissen noch nicht verarbeitet, prustet meine Liebste los.

“Ich stand heute vorm Elbtunnel im Stau.”
“Da ist in letzter Zeit immer Stau, Süße.”

“Ja, ich weiß, aber heute war das echt gut.”
“Tatsächlich? Ich dachte, du stehst nicht gerne im Stau?”

“Natürlich nicht, wer steht schon gerne im Stau.”
“Und warum war es heute anders?”

“Weil ich heute morgen zu spät aufgestanden bin.”
“Ähm… Was?”

“Ich hätte eigentlich um spätestens acht Uhr los müssen.”
“Und? Wann bist du los?”

“Erst so um halb neun.”
“Das verstehe ich jetzt nicht…”

“Ich hatte einen Kundentermin in Hamburg.”
“Was wichtiges?”

“Meine Termine sind immer wichtig!”
“Natürlich, dumme Frage…”

“Man sollte nicht zu spät kommen, das gehört sich nicht.”
“Nun gut, aber du bist doch zu spät losgefahren, oder?”

“Eben.”
“Was eben?”

“Ich bin Gott sei Dank viel zu spät in Hamburg angekommen.”
“Aber du hast doch eben gesagt, dass…”

“Jaja, ich weiß, was ich gesagt habe.”
“Aber du bist nicht pünktlich da gewesen, oder?”

“Nein, das war nicht zu schaffen.”
“Was ist denn daran jetzt so gut?”

“Na nichts! War total peinlich.”
“Schatz! Bin ich doof oder was??”

“Ich habe mich tausendmal bei dem Kunden entschuldigt.”
“Aber… Was, was hast du ihm denn gesagt?”

“Sorry, aber ich stand ewig vorm Elbtunnel im Stau!”

Kopfschüttel…

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Eine seltsame Mischung

28. Februar 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Eine seltsame MischungMeine Liebste und ich sind im Auto unterwegs, um Freunde von uns zu besuchen. Wir nutzen die Gelegenheit, um über Gott und die Welt zu reden; was man eben so macht, wenn man im Auto nebeneinander sitzt und Langeweile bekommt. Natürlich gehören dazu auch die kleinen lästigen Alltagsaufgaben, die man stets berücksichtigen muss.

“Wir müssen morgen Mineralwasser kaufen, unseres ist alle.”
“Gut, dass du mich daran erinnerst, Süße. Mache ich morgen.”

“Wer das wohl erfunden hat.”
“Was? Das Mineralwasser?”

“Ja. Ich meine, irgendwer muss ja mal ausprobiert haben, wie Wasser mit viel Kohlensäure schmeckt.”
“Hm. Das stimmt, weiß ich auch nicht, wer das war.”

“Und dass das nicht mit anderen Sachen schmeckt.”
“Mit was für Sachen?”

“Na mit Tee zum Beispiel, oder mit Milch. Schmeckt nicht.”
“Das kann ich mir allerdings auch schlecht vorstellen…”

“Ich weiß das genau.”
“Was? Dass das nicht schmeckt?”

“Ja.”
“Wieso genau?”

“Weil ich es ausprobiert habe.”
“Was jetzt? Tee mit Kohlensäure??”

“Ja.”
“Schatz, veräppeln kann ich mich alleine.”

“Nein ehrlich!”
“Wie hast du das denn ausprobiert??”

“Na, ich habe den Tee vorsichtig mit Mineralwasser gekocht.”
“Geht da die Kohlensäure nicht verloren?”

“Doch, schon, größtenteils zumindest.”
“Und??”

“Na deswegen habe ich es ja auch noch mit Milch probiert.”
“Ach, und da hast du dann Kohlensäure rein gemacht?”

“Nein, ich habe Mineralwasser dazu geschüttet.”
“Schatz! Du kommst aber auch manchmal auf Ideen!”

“Und das schmeckte auch nicht.”
“Das kann ich mir vorstellen.”

“Kannst du gar nicht.”
“Und wieso nicht?”

“Na, weil du es nicht selber geschmeckt hast.”
“Und? Davon kann man sich auch so ein gutes Bild machen.”

“Nee, was man nicht ausprobiert hat, kann man nicht beurteilen.”
“Das ist ja wohl Blödsinn!”

“Wieso?”
“Ich weiß ja wohl, ob Senf zu Käsekuchen passt, ohne probiert zu haben!”

“Kannst du nicht, du vermutest das nur!”
“Oder Marmelade auf Leberwurst. Oder Salami.”

“Was ist damit??”
“Das schmeckt nicht.”

“Und das schmeckt wohl.”
“Wie bitte??”

“Also ich mag das!”
“Schatz! Du bist krank!”

“Wieso? Nur weil ich gerne Sachen ausprobiere?”
“Niemand mag Marmelade auf Leberwurst!”

“Das ist mir egal, ich finde das lecker.”
“Hast du sonst noch was ausprobiert? Spinat auf Kirschen vielleicht?”

“Nein, du?”
“NEIN!”

“Warum probierst du es dann nicht mal?”
“Ich habe schon genug mit dir am Hals…”

“Was habe ich denn jetzt damit zu tun?”
“Du bist manchmal auch eine sehr seltsame Mischung!”

“Ach und du probierst mich jetzt aus?”
“In gewisser Weise…”

“Und schmeckt es dir?”

[Mist. Ohne es zu wollen - geschweige denn zu ahnen - habe ich mich mal wieder in eine für Männer schwierige und meist aussichtslose Position manövriert. Wenn ich die Kurve nicht kriege, setzt sie mich in maximal drei Zügen Schachmatt...]

“Nun sag doch mal! Schmecke ich dir?”
“Ähm.. Ja Schatz. Sehr lecker…”

“Und das, obwohl ich so eine komische Mischung bin?”
“Ja.”

“Und was ist da so alles gemischt?”
“Alles mögliche.”

“Und was genau?”
“Das kann ich jetzt nicht so richtig, also ich meine…”

“Du redest dich raus!”
“Nein, aber ich kann dich nicht mit zwei, drei Worten beschreiben!”

“Bin ich denn eher ein Schnitzel oder ein Keks?”
“Ein Schnitzel?? Wie kommst du denn auf…”

“Ich wäre lieber der Keks.”
“Wieso?”

“Weil es für Kekse Schokolade drum herum gibt!”
“OK, also schön, du bist ein Keks. Mit Schokolade.”

“Und was schmeckt dir jetzt daran nicht??”
“Kekse mit Schokolade mag ich doch?”

“Also magst du mich nur, wenn ich mit Schokolade…”
“Ich werde verrückt… Du gehst mir langsam auf den KEKS!”

“Und wenn ich ein Schnitzel wäre, dann nicht??”
“Ich, ich… Auch, wenn du ein Schnitzel wärst, ich hätte dich gern.”

“Und wenn man das Schnitzel in Schokolade tauchen würde?”
“Oh nein, bitte nicht…”

“Ich könnte dir als Schnitzel meine Schokoladenseite zeigen!”
“Genau das meinte ich damit, dass du eine seltsame Mischung bist…”

“Und du magst mich trotzdem?”
“Ja Schatz. Trotzdem.”

“Verstehe ich nicht.”
“Was verstehst du denn jetzt daran wieder nicht!?”

“Kein Mensch mag Schnitzel mit Schokolade! Blödmann!”

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Ich zwinge dich zu nichts

17. Mai 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Ich zwinge dich zu nichts (photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste und ich sind mit dem Auto auf dem Weg nach Kassel, um Freunde zu besuchen. Dafür dürfen wir uns über die volle Autobahn schieben.
Ich fahre heute, und das ist keinesfalls selbstverständlich; weil ich doch immer so dicht auffahren würde, sagt die Liebste stets.
Nunja.

“Fahr doch nicht so dicht auf!”
“Süße, ich fahre ganz normal.”

“Wenn der da jetzt bremst, dann hängst du ihm hinten drauf!”
“Quatsch! Ich habe ungefähr 500 Meter Abstand!”

“Gar nicht!”
“Wohl! Und jetzt lass mich.”

“Nie machst du, was ich dir sage!”
“Schatz! Ich mache viel zu oft, was du sagst!”

“Machst du ja gar nicht.”
“Ich müsste viel öfter mal Nein sagen…”

“Warum das denn??”
“Weil du viel zu oft deinen Willen durchsetzt.”

“Ich??”
“Ja, du!”

“Ich zwinge dich doch zu nichts?”
“Nein, aber du drehst dir die Sachen immer so hin.”

“Zum Beispiel??”
“Musste ich gestern zum Essen Wasser trinken?”

“Was soll das denn jetzt??”
“Hast du mir das Glas vollgeschüttet oder nicht!?”

“Habe ich, na und?”
“Ich wollte aber gar kein Wasser zum Essen!”

“Dann sag das doch einfach!”
“DAS HABE ICH GESAGT!! Zweimal.”

“Aber ich zwinge dich doch nicht, Wasser zu trinken??”
“Hast du gegen meinen Willen eingeschüttet oder nicht!?”

“Wasser trinken ist gesund.”
“Schön! Aber ich wollte keins.”

“Ich habe es doch aber nur gut gemeint!?”
“Aber ich wollte keins.”

“Und du trinkst immer viel zu wenig.”
“Aber ich wollte keins!”

“Und Wasser macht schlank.”
“Trotzdem wollte ich keins.”

“Ich trinke doch auch immer Wasser?”
“Ja. Und deshalb musst du auch dauernd aufs Klo rennen.”

“Gar nicht!”
“Wohl! Ich habe schon über eine Anhängerkupplung nachgedacht.”

“Fürs Auto?? Wofür brauchen wir die denn??”
“Dann könnte ich so ein blaues Dixi-Klo für dich hinten dranhängen.”

“Ich gehe grundsätzlich nicht auf Dixi-Klos.”
“Himmel, diese Frau, ich werde noch verrückt!”

“Was machst du da??”
“Ich fahre an der Tankstelle ran.”

“Ich muss doch aber gar nicht aufs Klo?”
“Schatz! Es dreht sich nicht immer alles nur um dich und Toiletten!”

“Was willst du denn dann da? Musst du etwa selber?”
“Nein, eigentlich wollte ich da für uns nur Kaffee kaufen.”

“Ich trinke doch aber gar keine Kaffee??”
“Das weiß ich! Du darfst auch gerne ein schönes Wasser kaufen.”

“Willst du nicht noch eine halbe Stunde weiterfahren?”
“Nee, warum!”

“Dann kann ich in einer halben Stunde aufs Klo gehen.”
“Ich möchte aber jetzt einen Kaffee und nicht in einer halben Stunde.”

“Dann müssen wir doch aber zweimal anhalten?”
“Na und?? Vielleicht schaffst du es ja auch bis Kassel ohne Klo.”

[Im gleichen Moment komme ich - Gott sei Dank - kurz hinter der Tankstelle auf dem kleinen Parkstreifen zum Stehen und schalte den Motor aus. Die Liebste zieht ihre Flip-Flops wieder an, setzt ihre Sonnenbrille auf, greift sich ihre Tasche und steigt aus.
Der Tankstellen-Eingang ist direkt um die Ecke, sehr praktisch.]

“Willst du jetzt wirklich Kaffee trinken?”
“Ja. Komm.”

“Bringst du mir ein Volvic mit?”
“Wieso! Kommst du denn nicht mit??”

“Nee.”
“Und warum nicht??”

“Ich gehe aufs Klo.”

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Halt, warte!

22. April 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Halt, warte! (photocase.de © kunstfisch)Meine Liebste und ich sitzen in unserem Arbeitszimmer und erledigen die restlichen Todos des Tages. Gleich sind wir endlich fertig und können entspannen.
Wird aber auch Zeit!

“Du Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Kannst du mir noch einen Gefallen tun?”
“Und das wäre?”

“Diese Kiste da müsste noch in mein Auto und die ist so schwer.”
“Also ich soll dir die Kiste ins Auto stellen, richtig?”

“Ja, das wäre ganz lieb!”
“Gut. Das kann ich wohl machen. Kein Problem, geht ja schnell.”

“Danke, danke, danke! Ich hab dich lieb!”
“Ich gehe jetzt gleich, dann habe ich das hinter mir.”

“Halt, warte!”
“Was denn?”

“Soll ich dir noch zeigen, wo mein Auto steht?”
“Vor der Tür wahrscheinlich.”

“Nee, das steht Stader Straße vor dem komischen großen Haus.”
“Ähm, Stader Straße?? Das ist ja total weit weg??”

“Das stimmt.”
“Wieso parkst du denn da??”

“Ich wollte noch einen Spaziergang machen.”
“Einen Spaziergang! Das hast du ja noch nie gemacht!”

“Mir war eben mal so danach.”
“Ich laufe doch jetzt nicht kilometerweit zu deinem Auto!”

“So weit ist das jetzt auch nicht.”
“Ich dachte, es ginge nur um die Kiste!”

“Geht es ja auch.”
“Aber du hast nicht gesagt, dass dein Auto gar nicht hier ist!”"

“Heißt das jetzt, dass du mir doch nicht hilfst?”
“Ich fühle mich zunächst mal verschaukelt, das heißt das!”

“Aber es geht mir doch wirklich nur um die schwere Kiste…”
“Dann hol deinen Wagen vor die Tür und ich trage dann die Kiste runter.”

“Ich??”
“Du hast ihn ja schließlich auch dort geparkt.”

“Aber Schatz, ich habe doch noch nasse Haare vom Duschen!”
“Na und??”

“Damit kann ich doch jetzt nicht raus gehen!”
“Himmel, ich werde hier noch verrückt!”

“Schatz, bitte, bitte, bitte!”
“Mit anderen Worten, ich soll dein Auto hier hin holen, ja?”

“Ja!”
“Und dann die Kiste reinstellen.”

“Das wäre wirklich super!”
“Und dann bist zu zufrieden, richtig?”

“Ja!”
“Aber…! Was solls, dann latsche ich eben los und hole dein Auto…”

“Moment, hier hast du 50 Euro.”
“Danke Schatz, aber heute brauchst du mich mal nicht bezahlen…”

“Doch nicht für dich, du Blödmann!”
“Sondern?”

“Fahr doch auf dem Rückweg noch tanken, ja? Danke!”

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Wenn ich fahre…

6. März 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Wenn ich fahre... (photocase.de © Sisk4)Meine Liebste und ich sind auf dem Weg zu einem kulinarischen Geheimtipp: Tintos Tapas Bar in Bremen-Nord.
Der Empfehlung folgend sitzen wir abends in meinem Auto und nähern uns bereits dem ersehnten Ziel.

“Warst du da schon mal?”
“Nein, Liebste. Aber gehört habe ich schon oft vom Tinto.”

“Kann man da parken?”
“Das glaube ich eher nicht…”

“Und wo parken wir dann?”
“Ich wollte eigentlich ins Parkhaus fahren, ist in der Nähe.”

“Und ist das weit weg?”
“Nö, vier bis fünf Minuten vielleicht.”

“Warum probieren wir es nicht einfach mal?”
“Was?”

“Na direkt davor?”
“Weil das sowieso nicht klappt, deswegen.”

“Ich will aber nicht so weit laufen!”
“Fünf Minuten?? Das wirst du ja wohl schaffen!”

“Es geht doch gar nicht um fünf Minuten.”
“Sondern?”

“Wenn ich fahre, parke ich immer direkt vorm Eingang.”
“Klar! – Lass uns einfach ins Parkhaus fahren, ja?”

“Du kannst es doch wohl mal probieren! Was macht das schon?”
“Also schön, probieren wir es. Aber du sagst, wo ich hinfahren soll!”

[Einen kurzen Moment später kommen wir vorm Tinto zum Stehen.
Es gibt hier tatsächlich einen Parkplatz, direkt neben dem Restaurant.
Allerdings - und ich wette, etwas anderes hat niemand erwartet - wird er von zahlreichen anderen Glücklichen belegt und es ist kein Platz mehr frei...]

“Siehst du, hier ist doch ein großer Parkplatz?”
“Schön Schatz, aber er ist belegt, wie du siehst. Und nun?”

“Stell dich doch hier noch daneben?”
“Das ist der Bürgersteig!”

“Na und?”
“Klar, ist ja auch nicht dein Auto, das abgeschleppt wird!”

“Na gut, dann fahren wir eben einmal um die Ecke.”
“Schatz. das Parkhaus ist AUCH um die Ecke…”

“Das Geld können wir sparen, vertrau mir!”
“Naja, ich weiß ja nicht… Also gut, fahren wir weiter…

“Da! Da! Hinter dem BMW! Perfekt!”
“Das geht nicht, da ist Halteverbot.”

“Aber der steht doch da auch?”
“Trotzdem ist da Halteverbot!”

“Wieso denn, da ist doch nichts, was soll da sein?”
“Woher soll ich das wissen, aber da stelle ich mich nicht hin!”

“Jetzt sei doch nicht so?”
“Doch! Und jetzt sag mir, wo ich hinfahren soll.”

“Hm… Fahr mal weiter und dann wieder links.”
“Wenn ich rechts abbiege, landen wir im Parkhaus…”

“Ich will nicht ins Parkhaus! Parkhäuser sind muffig!”
“Jaaa doch…”

[Ich kurve durch die Vegesacker Straßen und gehorche den schnittigen Weganweisungen meiner Liebsten. Ich muss zugeben, dass selbst ich erstaunt bin, wie voll das hier ist! Ich hätte eher erwartet, dass in Bremen-Nord um 19.00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden, aber dem ist anscheinend nicht so. Die Straßen sind alle voller Autos...]

“Wo sind wir denn jetzt hier eigentlich??”
“Keine Ahnung, sieht nach einem Wohnviertel aus…”

“Findest du denn überhaupt noch zurück?”
“Wieso ich?? Das ist ja wohl deine Aufgabe jetzt!”

“Nee! Das ist deine Schuld, ich hatte schon fünf Parkplätze!”
“Ja, im Halteverbot, vor einer Garage, zweite Reihe, auf dem Rasen…”

“Wenn ich fahre, kriege ich immer einen Parkplatz!”
“Dann fahr du doch! Los, lass uns tauschen!”

“Nee, dein Auto ist im Dunkeln so unübersichtlich.”
“Du bist auch unübersichtlich! Also ich sehe hier alles!”

“So? Dann sieh doch mal da, da ist ein Parkplatz rechts!”
“Tatsächlich… Der ginge…”

“Siehst du, habe ich doch gesagt. Aber erst immer meckern!”
“Gut, dann setze ich da jetzt rückwärts rein.”

“Nee!”
“Wieso denn nicht?? Du hast doch eben gesagt, dass…”

“Fahr mal zum Tinto zurück.”
“Wie bitte??”

“Vielleicht ist da ja zwischenzeitlich wieder einer frei?”
“Das ist jetzt nicht wirklich dein Ernst, oder??”

“Wieso? Kann doch sein?”
“Und wenn nicht?? Dann fangen wir wieder von vorne an??”

“Nee, dann lässt du mich da raus und fährst hier wieder hin!”

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Werder Bremen gegen Kuala Lumpur

29. November 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Werder Bremen gegen Kuala Lumpur (photocase.de © Anni K.)Meine Liebste und ich sind heute Morgen zu Fuß auf dem Weg zu unseren Autos; die wir mal wieder weit weg von unserem Haus parken mussten, da das gestrige Fußballspiel Werder Bremen gegen Real Madrid für eine völlig aussichtslose Parksituation in unserer Straße gesorgt hat. Man gewöhnt sich dran…

“Wieso haben wir eigentlich keine Garage!”
“Weil es keine gibt, Süße.”

“Bitte?? Bei uns hinterm Haus sind doch jede Menge?”
“Ja schon, ich meinte ja auch, es gibt keine freien Garagen mehr.”

“Stell dir mal vor, es würde jetzt regnen!”
“Es regnet aber nicht und jetzt hör auf zu meckern.”

“Damals in Lübeck konnte ich immer direkt vorm Haus parken!”
“Dafür hattest du auch keine Weser und kein Weserstadion vor der Tür.”

“Na toll, und was habe ich hier jetzt davon??”
“Du hättest es nicht weit ins Stadion, wenn du dir ein Spiel ansehen…”

“Ich sehe mir doch aber gar keine Fußballspiele an??”
“Aber du könntest.”

“Und du doch auch nicht?”
“Naja, aber ich war wenigstens schon im Stadion bei Werder.”

“Aber nur, weil du einen Kunden da hinschleppen musstest!”
“War aber ein super Spiel, Werder gegen Barcelona, aber leider…”

“Barcelona kann das ja wohl kaum gewesen sein.”
“Was?”

“Du willst mich wohl veräppeln, so doof bin ich nun auch nicht!”
“Es war Werder gegen Barcelona! Und gestern war es Real Madrid!”

“Ja, und Paris war hier, und Hongkong und die Malediven und…”
“Hä? Sag mal, wovon redest du denn eigentlich??”

“Demnächst spielen sie dann noch gegen Kuala Lumpur.”
“Schatz! Werder spielte letzten Winter gegen Barcelona!”

“Barcelona ist doch in Spanien! Das weiß ja wohl jeder!”
“Richtig! In Spanien! Und die waren hier!”

“Die waren doch nicht in Bremen!”
“Und wo sonst??”

“Die haben doch nur in den großen Stadien gespielt, oder nicht?”
“Wer jetzt?”

“Die Spanier?”
“Welche Spanier denn??”

“Was fragst du mich! Du hast mit dem WM-Kram angefangen!”
“WM?? Du meinst die Weltmeisterschaft letztes Jahr??”

“Ja sicher!”
“Das hat doch überhaupt gar nichts mit Barcelona zu tun!”

“Sag ich doch.”
“Und mit Werder auch nicht!”

“Und gegen wen hat Werder nun gespielt, als du da warst?”
“GEGEN BARCELONA!!!”

“Aber sonst spielt Werder doch nur gegen Hamburg, München, Augsburg und so!”
“In der Bundesliga, ja. In der Champions League, NEIN!”

“Ach so, das ist dann die Europameisterschaft, richtig?”
“Schatz! Ich habe ja schon keine Ahnung, aber du…”

“Was interessiert mich das, wer da wo gegen wen…”
“Ein wenig Fußballwissen gehört ja wohl zur Allgemeinbildung!”

“Kannst du nicht mal so einen Spielplan von Werder besorgen?”
“Ähm… Sicher, gut Idee. Dann schauen wir uns das alles Mal an.”

“Wir könnten den dann auch in der Küche aufhängen.”
“In der Küche??”

“Ja sicher, da gehört er doch hin?”
“Wie bitte? Was soll denn das jetzt plötzlich??”

“Also ab jetzt will ich wissen, wann und gegen wen die spielen.”
“Werder??”

“Das ist doch unsere Mannschaft, oder gibt es noch eine andere?”
“Nein, nein, Werder ist schon richtig…”

“Prima.”
“Liebste, du verblüffst mich immer wieder…”

“Wieso?”
“Ich hätte nicht gedacht, dass du dich jetzt auch für Fußball…”

“Fußball? Ist mir total egal.”
“Aber…”

“Ich will nur wissen, wann die hier wieder alles zuparken!”

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Grüner wird es nicht…

8. November 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Grüner wird es nicht... (photocase.de © diesas)Meine Liebste und ich sind in meinem Auto auf dem Weg zu Freunden. Es ist nicht unbedingt weit, aber bei dem Wetter begibt man sich ja nur sehr ungern zu Fuß auf die Straße…
Vor allem, weil meine Liebste gerade eben ihre Haare geföhnt hat. Wir stehen an einer Ampel.

“Schatz?”
“Ja, Liebste?”

“Es ist Grün.”
“Oh, stimmt, Mist…”

“Grüner wird es nicht, verstehste?”
“Verstehe.”

“Grün bedeutet, man darf fahren.”
“Jaaa doch, ich fahre ja schon…”

“Rot bedeutet, stehen bleiben.”
“Danke Schatz. Passiert mir aber auch nur sehr selten…”

“Ich bin ja nicht immer dabei.”
“Willst du damit sagen, dass ich ständig…”

“…dass du unkonzentriert bist, genau!”
“Bin ich nicht!”

“Doch, woran denkst du denn dauernd??”
“An nichts!”

“Man kann nicht an Nichts denken.”
“Aber…”

“Also woran nun.”
“Nichts!”

“Du könntest ja mal zur Abwechslung an mich denken.”
“Wenn ich an einer Ampel stehe??”

“Du verstehst das wieder mal überhaupt nicht!”
“Dann erkläre es mir doch, ja? Bitte sehr.”

“Du denkst immer an tausend Sachen, nur nicht an mich!”
“Und wohl denke ich an dich!”

“So?? Wann denn??”
“Was ist denn das für eine Frage!”

“Wann hast du an mich gedacht?!”
“Ähm… Eben, als ich vor der Ampel stand.”

“Da hast du an mich gedacht??”
“Ja, deshalb habe ich das Grün übersehen…”

“Schau mich mal an!”
“Was??”

“Ich will sehen, ob du nicht flunkerst, schau mich an!”
“Jetzt?? Schatz, ich fahre hier!”

“Nur ganz kurz!”
“Nein!”

“Dann hast du geflunkert!”
“Ich?? Niemals!”

“Doch! Du hast gar nicht an mich gedacht!”
“Und wenn doch?”

“Dann kannst du mich ja auch anschauen!”
“Ich könnte, aber ich will nicht.”

“Warum denn nicht??”
“WEIL ICH FAHRE!”

“Da hinten ist eine Ampel, da musst du dann ja wieder anhalten.”
“Pff! Schaffe ich noch!”

[Ich trete das Pedal meines Autos beherzt durch und husche gerade so eben noch über die Ampel...]

“Das hast du nur gemacht, um mich nicht ansehen zu müssen!”
“Das kannst du aber nicht beweisen.”

“Also stimmt es!”
“Nein.”

“Doch!”
“Nein!”

“Na warte, da ist schon die nächste Ampel!”
“Oh…”

[Tja. Diese Ampel ist leider deutlich Rot... Ich muss wohl anhalten...]

“So! Und jetzt schau mich mal an!”
“Bitte sehr…”

“Sag, dass du eben an mich gedacht hast!”
“Ich habe eben an der Ampel an dich gedacht, Liebste.”

“Pff! Du kannst ja lügen, ohne rot zu werden!”
“Na toll! Nun mache ich schon den Test und dann…”

“Du bist so doof, nun mach schon!”
“Ich habe eben an der Ampel an dich…”

“Nein, nicht das! Du sollst nichts sagen!”
“Sondern??”

“Du sollst fahren, es ist Grün!”

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Echt altbacken

27. September 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Echt altbacken (photocase.de © Frank Martin Dietrich)Meine Liebste und ich sitzen in meinem Auto und wir sind auf dem Weg zum Supermarkt, um unseren Kühlschrank mal wieder zur Arbeit anregen zu können.
Natürlich hat die Liebste einen strengen Einkaufszettel angefertigt; was so gar nicht meine Art ist, einkaufen zu gehen…

“Schau Schatz, da! Ein Parkplatz direkt am Eingang!”
“Jaja, habe ich gesehen, Süße. Moment…”

“Lass dir den nicht wegschnappen von der Tante da!”
“Tante? Wo?”

“Da links, siehste, die blinkt schon!”
“Dann lass sie doch, ich meine…”

“Nimm den! Es nieselt und ich will nicht durch den Regen laufen!”
“Jaaa doch…”

“Sehr gut, Schatz, sehr gut!”
“Ist es so recht, ja?”

“Ja!”

[Wir stehen. Die Dame links von uns freut das nicht gerade; ihr böser Blick schlägt haarscharf neben meinem Kopf ein und um unangenehmeren Dingen zu entgehen, tue ich völlig unbeteiligt.
Während ich noch so darüber nachdenke, ob mein "Keinerlei-Schuld-bewusst"-Gesicht wohl funktioniert, wird mein Wagen von einem heftigen Donnerschlag erschüttert, der mir sofort das Blut in den Adern gefrieren lässt!
Die Liebste hat die Autotür zugehauen! Ich steige taub aus...]

“Sag mal, hast du sie noch alle!?”

“Was denn??”
“Die ist jetzt zu, Schatz!”

“Wieso? War das wieder zu doll?”
“Nein! Das war VIEL ZU DOLL!”

“Ach was…”
“Ach was?? Das ist eine Tür und keine Dampfpresse!”

“Ja, aber…”
“Nein, nichts aber! Das wirst du NIE lernen!”

“Was stellst du dich denn jetzt so an?”
“Weil du das immer machst!”

“Dir ist dein Auto doch sonst auch egal?”
“Ist es nicht! Wieso machst du die Tür nicht normal zu??”

“Ach ja, stimmt.”
“Was stimmt?”

“Dir kann dein Auto nicht egal sein.”
“Gut erkannt.”

“Wer kauft sich schon einen Auto-Handstaubsauger, pff!”
“Das hatten wir doch schon, wieso reitest du da immer noch drauf rum??”

“Weil das echt altbacken ist und voll peinlich!”
“Ach nee! Und wer benutzt den jetzt die ganze Zeit??”

“Du meinst doch wohl nicht mich??”
“Doch, dich meine ich! Andauernd benutzt du den!”

“Aber doch nicht für mein Auto!”
“Nee, aber für die Krümel auf dem Wohnzimmerteppich.”

“Aber gekauft hast du ihn doch für dein Auto, oder?”
“Ja, richtig.”

“Und warum benutzt du ihn dann dafür nicht??”
“Ja weil er zu schwach ist, leider, darum!”

“Und wie machst du dein Auto nun sauber?”
“Gar nicht. Ist mir auch egal, was soll´s. Gibt ja noch Tankstellen…”

“Da gibt es noch eine andere Möglichkeit.”
“Aha. Und die wäre?”

“Kauf doch einfach ein neues, wenn das hier zu dreckig wird!”
“Sehr witzig! Danke Schatz! Immer schön, sich mit dir zu unterhalten!”

“Also kaufst du bald ein neues?”
“Klar! Vielleicht eins in Blau? Oder in Schwarz?”

“Schwarz bitte. Oder grau-metallic.”
“Natürlich, selbstverständlich! Ganz wie die Gnädigste es wünschen tut!”

“Sehr gut. Und denk dran.”
“Woran?”

“Nimm auch gleich ordentliche Türen dazu!”

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Nur blöde Parkplätze

10. September 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Nur blöde Parkplätze (photocase.de © es.war.einmal..)Meine Liebste und ich sind auf dem Weg in die Innenstadt, um eventuell eine neue Stehlampe fürs Wohnzimmer zu erwerben. Entgegen unserer sonstigen Gewohnheiten fahren wir heute mit dem schicken Kombi der Liebsten; da kriegt man einfach alles rein.

“Fährst du in das Parkhaus da?”
“Ja, das hatte ich vor, Süße.”

“Ich fahre da fast nie rein.”
“Warum nicht?”

“Weil das da so eng ist.”
“Eng? Ach was. Das mache ich schon, keine Sorge.”

[Das Parkhaus am Pressehaus ist tatsächlich ziemlich "platzsparend". Gleich an der Einfahrt muss man sich entscheiden, ob man ins Ober- oder Untergeschoss fahren möchte. Ich wähle das Untergeschoss und steure den Wagen die enge Kurve hinunter.]

“Pass auf!!”
“Was denn??”

“Du wärst hier rechts fast an die Wand gekommen!”
“Erschreck mich doch nicht so, das passt schon!”

“Man kann hier auch langsam fahren, verstehste?”
“Danke Schatz. Und schon sind wir da.”

“Willst du DA parken?”
“Soll ich nicht?”

“Der ist ganz schön eng, da komme ich doch gar nicht raus.”
“Dann steig doch vorher aus?”

“Nee, hier nicht, park bitte woanders.”
“Warum?”

“Weil da links und rechts zwei uralte Autos stehen.”
“Das ist bedauerlich, aber was hat das mit uns zu tun?”

“Die achten mit ihren alten Karren nicht auf mein Auto.”
“Ähm…”

“Wenn die die Türen öffnen und so. Ruckzuck ist ne Beule drin!”
“OK, ich nehme einen anderen.”

[Ich setze den Wagen zurück und rolle ein paar Meter weiter.]

“Nee, der hier geht auch nicht.”
“Und warum nicht? Hier steht doch ein Mercedes daneben?”

“Da tropft es von der Decke.”
“Was??”

“Da, siehst du das nicht? Es tropft!”
“Na schön, suche ich weiter…”

[Wieder kurbele ich ein wenig und fahre ohne weitere Anstrengungen bis ans Ende der Ebene. Hier gibt es reichlich Parkplätze; das wird der Liebsten wohl gefallen.]

“Willst du jetzt hier parken?”
“Das hatte ich vor. Ist doch alles frei?”

“Jetzt sind wir ja total weit weg vom Eingang?”
“Soll das heißen, hier gefällt es dir auch nicht?”

“Nicht so richtig…”
“Wie wäre es, wenn ich einfach direkt in der Fußgängerzone parke?”

“Geht denn das?”
“NEIN!”

“Warum bist du auch in den Keller gefahren, oben ist es besser!”
“Aber hier ist meistens viel mehr frei, deshalb.”

“Aber nur so blöde Parkplätze, da will ja auch keiner hin.”
“Soll ich nach oben fahren? Wäre der gnädigen Frau das angenehmer?”

“Ich glaube schon.”
“Schatz! Das war eine rein rhetorische Frage!”

“Oben sind bestimmt die Frauenparkplätze.”
“Was willst du damit sagen?”

“Na da hätten wir bestimmt besser parken können.”
“Das sind doch aber Frauenparkplätze!”

“Ja bin ich etwa keine?”
“Ach tatsächlich?? Und ich?”

“Du bist keine, aber ich parke immer auf den Frauenparkplätzen.”
“Kannst du ja auch, aber ich bin doch jetzt dabei?”

“Na und?”
“Frauenparkplätze sind doch für Frauen, die alleine unterwegs sind. Oder?”

“Und für Frauen mit Kindern.”
“Und mit Kindern, mag sein.”

“Na also!”
“Schatz, wir haben aber keine Kinder!”

“Du nicht, ich schon.”
“Ach so? Aha? Und wo hast du die versteckt??”

“Eins sitzt genau neben mir!”

Kopfschüttel…

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Ich rieche nichts

20. August 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Ich rieche nichts (photocase.de © Annni K.)Meine Liebste und ich sitzen im Auto und sind auf dem Weg zum Einkaufszentrum Dodenhof in Posthausen.
Das ist gut eine halbe Stunde von uns entfernt, aber es lohnt sich gewöhnlich. Die Autobahn ist erstaunlicherweise ziemlich voll…

“Welche Abfahrt war das noch mal?”
“Posthausen, Süße. Posthausen müssen wir runter.”

“Ach ja, stimmt. Das vergesse ich immer.”
“Wo wir ja auch erst 20-mal da waren…”

“Du fährst ja auch immer.”
“Ja, weil du ja nie willst.”

“Hast du mich schon mal gefragt??”
“Schon mehrmals.”

“Tatsächlich??”
“Ja, aber sag mal: warum stinkt das hier denn so!”

“Ich rieche nichts.”
“Wie bitte?? Das stinkt doch hier, kommt das von draußen??”

“Soll ich mal das Fenster aufmachen?”
“Aha! Also warst du das!”

“Was? Ich?? Ich stinke doch nicht!”
“Du hast einen ziehen lassen.”

“Habe ich nicht!”
“Es scheint aber so! Boah…”

“Schatz! Ich war das nicht! Ehrlich!”
“Und wohl! Wer denn sonst, ich jedenfalls nicht!”

“Das kommt von draußen.”
“Nee, nee! Du hast hier gekräutert!”

“Das mache ich doch nie!”
“Jetzt aber schon. Du hast gefurzt. Gib es zu!”

“Ich fu.. Ich pupse nie!”
“Nee, iss klar.”

“Oder hast du mich schon mal pupsen sehen??”
“Sehen nein, gerochen ja.”

“Wann denn??”
“Jetzt tu doch nicht so! Jeder lässt mal was ab.”

“Du vielleicht, ich nicht!”
“Wenigstens zugeben könntest du es ja. Stinkie!”

“Ich bin kein Stinkie! Frauen machen so etwas nicht.”
“Ja wohl machen Frauen das, aber eben nur ganz leise.”

“Leise?”
“Damit es keiner hört. So wie du. Und dann alles abstreiten.”

“Stimmt ja gar nicht!”
“Und dann immer hoffen, dass es keiner merkt.”

“Schatz! Ich war es doch aber nicht!”
“Gut, schön. Wahrscheinlich ist nur die Klimaanlage kaputt.”

“Ist die denn an?”
“Ja. Natürlich.”

“Dann ist die vielleicht wirklich kaputt?”
“Jetzt hör aber auf, das ist ja nicht zum aushalten!”

“Wieso? stinkt es schon wieder?”
“Nein, ich meinte dein ständiges Abstreiten!”

“Wenn du mir doch auch unterstellst, dass… Tue ich aber nicht!”
“Es heißt furzen. Schatz. FURZEN!”

“Wie schreibt man eigentlich furzen? Mit P?”
“Nein, mit F. Mit F wie Frauen. Kann man sich also leicht merken.”

“Das ist ja wohl ein total blöder Vergleich!”
“So?”

“Frauen tun – wenn überhaupt – pupsen. Und nur in Notfällen.”
“Aha. Also nur in Notfällen.”

“Ja genau.”
“Und was war eben der Notfall?”

“Wieso eben?”
“Ich dachte, du seiest vorhin in einer Notlage gewesen?”

“War ich auch.”
“Aha!”

“Aber ich habe nicht gepupst!”
“Sondern??”

“Nichts sondern!”
“Ich geb´s auf…”

“Sag mal, liegt dir die Käsesuppe auch so schwer im Magen??”

Kopfschüttel…

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Viel zu spät

3. Juni 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Viel zu spät (photocase.de © x-marco)Meine Liebste und ich sitzen an unserem Esstisch und essen Abendbrot.
Dabei tauschen wir natürlich die ganzen Geschichten aus, die wir heute den Tag über erlebt haben. Den letzten Bissen noch nicht verarbeitet, prustet meine Liebste los.

“Ich stand heute vorm Elbtunnel im Stau.”
“Da ist in letzter Zeit immer Stau, Süße.”

“Ja, ich weiß, aber heute war das echt gut.”
“Tatsächlich? Ich dachte, du stehst nicht gerne im Stau?”

“Natürlich nicht, wer steht schon gerne im Stau.”
“Und warum war es heute anders?”

“Weil ich heute morgen zu spät aufgestanden bin.”
“Ähm… Was?”

“Ich hätte eigentlich um spätestens acht Uhr los müssen.”
“Und? Wann bist du los?”

“Erst so um halb neun.”
“Das verstehe ich jetzt nicht…”

“Ich hatte einen Kundentermin in Hamburg.”
“Was wichtiges?”

“Meine Termine sind immer wichtig!”
“Natürlich, dumme Frage…”

“Man sollte nicht zu spät kommen, das gehört sich nicht.”
“Nun gut, aber du bist doch zu spät losgefahren, oder?”

“Eben.”
“Was eben?”

“Ich bin Gott sei Dank viel zu spät in Hamburg angekommen.”
“Aber du hast doch eben gesagt, dass…”

“Jaja, ich weiß, was ich gesagt habe.”
“Aber du bist nicht pünktlich da gewesen, oder?”

“Nein, das war nicht zu schaffen.”
“Was ist denn daran jetzt so gut?”

“Na nichts! War total peinlich.”
“Schatz! Bin ich doof oder was??”

“Ich habe mich tausendmal bei dem Kunden entschuldigt.”
“Aber… Was, was hast du ihm denn gesagt?”

“Sorry, aber ich stand ewig vorm Elbtunnel im Stau!”

Kopfschüttel…

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Eine seltsame Mischung

28. Februar 2007, aus der Schublade Auto und Parken

Eine seltsame MischungMeine Liebste und ich sind im Auto unterwegs, um Freunde von uns zu besuchen. Wir nutzen die Gelegenheit, um über Gott und die Welt zu reden; was man eben so macht, wenn man im Auto nebeneinander sitzt und Langeweile bekommt. Natürlich gehören dazu auch die kleinen lästigen Alltagsaufgaben, die man stets berücksichtigen muss.

“Wir müssen morgen Mineralwasser kaufen, unseres ist alle.”
“Gut, dass du mich daran erinnerst, Süße. Mache ich morgen.”

“Wer das wohl erfunden hat.”
“Was? Das Mineralwasser?”

“Ja. Ich meine, irgendwer muss ja mal ausprobiert haben, wie Wasser mit viel Kohlensäure schmeckt.”
“Hm. Das stimmt, weiß ich auch nicht, wer das war.”

“Und dass das nicht mit anderen Sachen schmeckt.”
“Mit was für Sachen?”

“Na mit Tee zum Beispiel, oder mit Milch. Schmeckt nicht.”
“Das kann ich mir allerdings auch schlecht vorstellen…”

“Ich weiß das genau.”
“Was? Dass das nicht schmeckt?”

“Ja.”
“Wieso genau?”

“Weil ich es ausprobiert habe.”
“Was jetzt? Tee mit Kohlensäure??”

“Ja.”
“Schatz, veräppeln kann ich mich alleine.”

“Nein ehrlich!”
“Wie hast du das denn ausprobiert??”

“Na, ich habe den Tee vorsichtig mit Mineralwasser gekocht.”
“Geht da die Kohlensäure nicht verloren?”

“Doch, schon, größtenteils zumindest.”
“Und??”

“Na deswegen habe ich es ja auch noch mit Milch probiert.”
“Ach, und da hast du dann Kohlensäure rein gemacht?”

“Nein, ich habe Mineralwasser dazu geschüttet.”
“Schatz! Du kommst aber auch manchmal auf Ideen!”

“Und das schmeckte auch nicht.”
“Das kann ich mir vorstellen.”

“Kannst du gar nicht.”
“Und wieso nicht?”

“Na, weil du es nicht selber geschmeckt hast.”
“Und? Davon kann man sich auch so ein gutes Bild machen.”

“Nee, was man nicht ausprobiert hat, kann man nicht beurteilen.”
“Das ist ja wohl Blödsinn!”

“Wieso?”
“Ich weiß ja wohl, ob Senf zu Käsekuchen passt, ohne probiert zu haben!”

“Kannst du nicht, du vermutest das nur!”
“Oder Marmelade auf Leberwurst. Oder Salami.”

“Was ist damit??”
“Das schmeckt nicht.”

“Und das schmeckt wohl.”
“Wie bitte??”

“Also ich mag das!”
“Schatz! Du bist krank!”

“Wieso? Nur weil ich gerne Sachen ausprobiere?”
“Niemand mag Marmelade auf Leberwurst!”

“Das ist mir egal, ich finde das lecker.”
“Hast du sonst noch was ausprobiert? Spinat auf Kirschen vielleicht?”

“Nein, du?”
“NEIN!”

“Warum probierst du es dann nicht mal?”
“Ich habe schon genug mit dir am Hals…”

“Was habe ich denn jetzt damit zu tun?”
“Du bist manchmal auch eine sehr seltsame Mischung!”

“Ach und du probierst mich jetzt aus?”
“In gewisser Weise…”

“Und schmeckt es dir?”

[Mist. Ohne es zu wollen - geschweige denn zu ahnen - habe ich mich mal wieder in eine für Männer schwierige und meist aussichtslose Position manövriert. Wenn ich die Kurve nicht kriege, setzt sie mich in maximal drei Zügen Schachmatt...]

“Nun sag doch mal! Schmecke ich dir?”
“Ähm.. Ja Schatz. Sehr lecker…”

“Und das, obwohl ich so eine komische Mischung bin?”
“Ja.”

“Und was ist da so alles gemischt?”
“Alles mögliche.”

“Und was genau?”
“Das kann ich jetzt nicht so richtig, also ich meine…”

“Du redest dich raus!”
“Nein, aber ich kann dich nicht mit zwei, drei Worten beschreiben!”

“Bin ich denn eher ein Schnitzel oder ein Keks?”
“Ein Schnitzel?? Wie kommst du denn auf…”

“Ich wäre lieber der Keks.”
“Wieso?”

“Weil es für Kekse Schokolade drum herum gibt!”
“OK, also schön, du bist ein Keks. Mit Schokolade.”

“Und was schmeckt dir jetzt daran nicht??”
“Kekse mit Schokolade mag ich doch?”

“Also magst du mich nur, wenn ich mit Schokolade…”
“Ich werde verrückt… Du gehst mir langsam auf den KEKS!”

“Und wenn ich ein Schnitzel wäre, dann nicht??”
“Ich, ich… Auch, wenn du ein Schnitzel wärst, ich hätte dich gern.”

“Und wenn man das Schnitzel in Schokolade tauchen würde?”
“Oh nein, bitte nicht…”

“Ich könnte dir als Schnitzel meine Schokoladenseite zeigen!”
“Genau das meinte ich damit, dass du eine seltsame Mischung bist…”

“Und du magst mich trotzdem?”
“Ja Schatz. Trotzdem.”

“Verstehe ich nicht.”
“Was verstehst du denn jetzt daran wieder nicht!?”

“Kein Mensch mag Schnitzel mit Schokolade! Blödmann!”

Kopfschüttel…

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