Schlagloch


Dass die Denkwege von Frauen sehr verschlungen sind, habe ich schon öfters gemerkt. Neulich habe ich wieder ein schönes Beispiel dafür bekommen. Es war dermaßen verschlungen, dass ich erst ganz am Schluss begriffen habe, warum sich meine Liebste neuerdings über den Zustand der Straßen aufregt – eigentlich ein frauenuntypisches Gebiet. Als sie nach Hause kam, rief sie aufgebracht:

„Hast du eigentlich schon mal dieses riesige Schlagloch vor unserer Einfahrt bemerkt?“
„Ja, sicher. Was ist damit?“

„Na es ist riesig!“
„-“

„Findest du das nicht skandalös?“
„Nein, höchstens ärgerlich.“

„Wir sind doch hier nicht in Osteuropa, wo alle Straßen so geflickt sind…“
„Das ist dort heute auch nicht mehr so…“

„Ja, aber hier ist es heute so! Wenn man mit ordentlich Geschwindigkeit in dieses Loch reinfährt, riskiert man doch einen Achsbruch!“
„Du hast ja recht, Schatz, aber was willst du machen? Steine reinschütten?“

„Nein, aber man könnte dem Bürgermeister schreiben…“
„Man?“

„Ja, also du oder ich…“
„Ich? Was hab denn ich mit deinem Schlagloch zu tun?“

„Es ist nicht mein Schlagloch, es ist auch deins! Es ist unser aller Schlagloch!“
„Du hörst dich ja an wie eine Wahlkämpferin!“

„Nein, im Ernst, da muss man doch was machen, bevor man sich da einen Schaden holt.“
„Ja, dann schreib doch an den Bürgermeister…“

„Ja, das werde ich machen. Damit das Schlagloch verschwindet.“
„Es wird ihn sicherlich sehr interessieren…“

„Wie meinst du das denn?“
„Na ja, vielleicht gibt es in unserer schönen Stadt noch mehr Schlaglöcher?“

„Na dann soll er sich mal drum kümmern, der Herr Bürgermeister!“
„Ich denke, er wird wichtigeres zu tun haben.“

„Aber irgendjemand muss doch danach schauen? Und dazu muss man ihm das ja erst mal berichten?“
„Ja ja, aber es ist nun mal so, dass sich die Welt nicht um unsere Straße dreht. Oder um dein Schlagloch.“

„Es ist nicht mein Schlagloch!“
„…unser aller Schlagloch…“

„Du nimmst mich nicht ernst!“
„Hauptsache, der Bürgermeister nimmt dich ernst, Schatz!“

„Wenn ich ihm schreibe, würdest du aber schon mitunterschreiben, oder?“
„Na ja…“

„Oder? Du musst dem Schlagloch auch jedesmal ausweichen!“
„Ja, aber das wird doch automatisch repariert, wenn die vom Straßenbauamt mit ihrem Teerwägelchen kommen…“

„Mit ihrem Teerwägelchen! Ha, dass ich nicht lache! Und ihre Schäufelchen haben sie auch dabei, oder? Und süße Mützchen auf, wie die sieben Zwerge…“
„Nein, das war ernst gemeint! Die fahren doch nicht wegen ein paar Schlaglöchern gleich mit schwerem Gerät rum!“

„Na ja, mir egal ob sie dann mit schwerem Gerät oder mit einem Wägelchen kommen. Hauptsache sie kommen, wenn ich da mal schreibe. Also wenn WIR da mal schreiben.“
„Ich.. wir… also was willst du denn dann schreiben?“

„‘Sehr geehrter Herr Bürgermeister, leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir in unserer Straße sehr von Schlaglöchern geplagt werden…‘“
„Ha ha, der wird lachen, wenn er das liest!“

„Wieso? Also weiter: ‚Bitte sorgen sie dafür, dass dieses Problem bald behoben wird, bevor es zu einem Achsbruch kommt.‘ Ist doch gut, oder?“
„Also so kann ich das nicht unterschreiben. Das muss doch seriöser klingen.“

„Dann machen wir halt noch ein bisschen Blabla dazu: ‚…bald behoben wird. Solche Schlaglöcher sind nicht nur für den Autoverkehr gefährlich, weil sie Achsbrüche verursachen können, sondern auch für Fußgänger…‘“
„Jetzt bin ich aber gespannt!“

„‘…wie mich, denn wenn man mit Stöckelschuhen versehentlich in ein solches Loch tritt, sind oftmals die Schuhe ruiniert.‘“
„Daher weht der Wind! Und das soll ich unterschreiben?“

„Ja!“
„Aber ich trage doch gar keine Stöckelschuhe, Schatz!“

„Aber du fährst ein Auto, also bist du auch betroffen. Das ist doch Grund genug, oder? Und überleg mal, was neue Schuhe kosten!“

Kopfschüttel…

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Frau am Steuer…

Frau am SteuerMeine Liebste und ich sind gerade unterwegs ins Kino. Als Liebhaber einiger Kinoneuheiten mussten wir uns einfach mal wieder einen Kinofilm anschauen. Dieses Mal wollten wir uns „Der Auftragslover“ angucken. Ein lustiger Film mit Romain Duris, Vanessa Paradis und Julie Ferrier. Für einen Abend mit Eurer Liebsten kann ich den nur empfehlen. Wir fahren also schon ein paar Minuten und sind bereits auf der Autobahn als mein Schatz mich plötzlich fragt…

„Sag mal, warum fährst DU eigtl. immer?“
„Naja, warum nicht. Ich fahr doch sonst auch immer. „

„Ja EBEN! Warum kann ICH denn nicht mal fahren?“
„Kannst du meinetwegen gerne machen. Aber jetzt fahr ich erstmal…“

„Und wenn ich jetzt fahren will?“
„Aber Schatz, wir sind doch schon auf der Autobahn, wie sollen wir das denn jetzt machen? Soll ich jetzt extra auf den Seitenstreifen fahren und halten? “

„Nein! Darum gehts mir nicht. Ich will halt ab und zu auch mal fahren, nicht immer nur du du du!
Und du sollst das halt verstehen!“

„Ok Schatz, keine Aufregung… also nächstes Mal fährst du uns ins Kino, ok?“

„Wie, jetzt muss ich uns nächstes Mal fahren? Ich will nur mal AB und ZU fahren, halt dann wenn ich Lust dazu habe…“
„*stöhn*… Ok Mausi, also du fährst uns dann beim nächsten Mal, sofern du dann Lust verspürst zu fahren… jetzt zufrieden? “

„Ja dieses „nächstes Mal“ kenne ich. Das waird eh wieder nix. Nach dem Kinofilm hast du bestimmt schon wieder vergessen, dass ich auch mal fahren wollte.“
„Dann erinnerst du mich halt dran oder am besten du setzt dich einfach ans Steuer beim nächsten Mal. Ich hab da nichts gegen, Schatz.“

„Naja… ich könnte heute ja z.B. auch zurückfahren…“
„Ehrlich? Das wäre gar nicht mal so schlecht, dann könnte ich ja auch was trinken, wenn wir nachher noch Essen gehen…. “

„Das ist mal wieder typisch…“
„Was ist typisch? “

„Na, dass du bei jeder kleinen Gelegenheit was trinken musst.“
„Aber es bietet sich doch an, wenn du schon unbedingt fahren willst… und alle paar Jubeljahre ein Bierchen wird ja wohl noch erlaubt sein oder???“

[Die Liebste scheint mit ihren Gedanken plötzlich ganz woanders zu sein. Jedenfalls wird das „Bier-Thema“ nicht weiter vertieft. Dafür geht es so weiter:]

„Hmm… aber das heißt dann ja, dass ICH gar nichts trinken kann beim Essen… dabei hätte ich heute mal Lust auf ein, zwei Sektchen. „
„DU TRINKST SEKT? Seit wann das denn? “

„Seit gerade!… Dein Gerede übers Trinken hat mich halt durstig gemacht und jetzt habe ich Lust auf Sekt…“
„Jesses neee…
Also Schatz, wir sind jetzt da, was ist nun? Willst du heute zurückfahren oder nicht? “

„JAJA gut, du hast gewonnen! „
„*Lach*… WAS hab ich gewonnen? “

„Na, DU darfst heute zurückfahren!“
Kopfschüttel…

Ein kleiner Hinweis am Rande: Das Gewinnspiel hier auf dem Kopfschüttel-Blog läuft nicht mehr allzu lange. Einige haben auch schon mitgemacht und es sind ein paar wirklich nette Geschichten dabei, aber noch hält sich die Beteiligung in Grenzen. Wer also noch einen der 3 Amazon Gutscheine gewinnen möchte, der hat noch bis zum 01. Februar Zeit mitzumachen :-)

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Was willst du denn hören?

Meine Liebste ist mit ihrem Auto auf dem Weg zu einer 3-tägigen Fortbildung und hat noch gut 2 Stunden Fahrzeit vor sich.
Das ist mir klar, als ich am Abend nach Hause komme und daher beschließe ich, sie mal anzurufen und zu fragen, wie es ihr so geht und ob sie gut durchkommt.

„Hallo??“
„Hallo Süße, hier ist…“

„Schatz, bist du das??“
„Ja, ich bin´s.“

„Warte mal, ich muss dich lauter machen!“
„-„

„Sag jetzt mal was!“
„Ähm, Eins, Zwei, Drei, Test… Eins, Zwei…“

„Was??“
„TEST, TEST!“

„Ah, jetzt geht´s! Hallo??“
„Ja, ich bin noch da.“

„Weißt du, ich hatte hier nämlich alles verstellt!“
„Aha, und warum?“

„Warum was?“
„Warum hast du, ähm… Ach egal, vergiss es besser…“

„Wieso, was ist denn??“
„Nichts, lass mal, ich frage mich nur, wie man…“

„Was fragst du dich?? Du bist schon wieder so leise!“
„Ich bin nicht leise, deine Freisprecheinrichtung ist leise!“

„Sag noch mal was jetzt, ja?“
„Himmel… Eins, Zwei, Drei, Test…“

„Weiter bitte!“
„Eins, Zwei, Drei, Vier, Test, Test…“

„Schon besser, aber was redest du denn da eigentlich??“
„Ich rede gar nicht, ich zähle.“

„Kannst du nicht mal was Vernünftiges sagen??“
„Ich dachte, du wolltest deine Anlage da richtig einstellen?“

„Welche Anlage denn??“
„Deine Freisprechanlage.“

„Was?? Was hast du gesagt??“
„DEINE FREISPRECHANLAGE!!“

„Was ist damit??“
„Liebste, kannst du mich nun hören oder nicht?!“

„Geht so, sprich ruhig weiter.“
„Ich kann aber nicht weitersprechen!“

„Kannst du nicht??“
„Nein, weil ich ja noch gar nichts gesagt habe!“

„Warum rufst du denn an, wenn du gar nichts sagen willst!?“
„Ich will ja was sagen!“

„Was denn??“
„Ähm…“

„Hallo??“
„Ja, ich bin noch da.“

„Was??“
„ICH BIN NOCH DA!“

„Was wolltest du denn nun sagen??“
„Ich wollte eigentlich nur mal fragen, wie es dir geht!“

„Gut!“
„-„

„-“
„-„

„Schatz?“
„Ja, ich höre.“

„Du hörst??“
„Vielmehr warte ich darauf, ob du noch was sagst!“

„Wieso, was soll ich denn sagen??“
„Na ja, ich meine, mehr hast du nicht zu sagen??“

„Hä??“
„Ich frage, wie es dir geht, und du sagst: gut!?“

„Was willst du denn hören?? Wie geht es dir denn??“
„Mir??“

„Ja, dir!“
„Mir geht es auch gut.“

„-“
„-„

„OK, ich rufe dann noch mal an, wenn ich da bin, ja?“
„Ja…“

„Dann können wir in Ruhe telefonieren.“
„Wir könnten aber auch jetzt in Ruhe telefonieren, wenn…“

„…wenn was??“
„…wenn deine Freisprecheinrichtung lauter wäre!“

„Meine Freisprecheinrichtung ist völlig in Ordnung!“
„Und warum hörst du mich dann nicht?“

„Was??“
„WARUM HÖRST DU MICH DANN NICHT??“

„Also an der Freisprecheinrichtung liegt das nicht.“
„Und woran dann?? Spreche ich so undeutlich, oder was??“

„Nein, nein, du sprichst ausreichend deutlich.“
„Und was stimmt dann nicht??“

„Ich kriege das Radio irgendwie nicht leiser!“

Kopfschüttel…

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Froschmörder

Meine Liebste und ich sind in meinem Auto unterwegs zu Freunden, die uns zu einem „Mal wieder treffen“-Abend eingeladen haben.

Die Autofahrt dauert zirka eine Dreiviertelstunde und führt uns über Land durch viele kleine Dörfer.

„Du, Schatz?“
„Ja, Süße?“

„Ist dir auch so kalt?“
„Nein, dir?“

„Ja.“
„Dann mach es doch wärmer?“

„Nee.“
„Und wieso nicht?“

„Die Heizung steht ja schon auf 23 Grad.“
„Na und??“

„Mehr ist ja peinlich.“
„Ich sage es keinem, versprochen.“

„Pff! Das kenne ich!“
„Was soll das denn jetzt heißen??“

„Das ist doch das Erste, was du gleich rausposaunen wirst!“
„Wie bitte?? Was denn??“

„Dass mir sowieso immer kalt sei und Frauen und Laberafasel!“
„Warum sollte ich??“

„Damit du dich wieder über mich lustig machen kannst.“
„Würde ich nie machen!“

„Ach nein?? Und was war letzte Woche??“
„Was war denn letzte Woche??“

„Da sind wir auch Auto gefahren!“
„Und??“

„Da hast du gesagt, ich sei unberechenbar!“
„Du hast mir ja auch ins Lenkrad gegriffen!“

„Was ja auch nötig war!“
„War es nicht! Ich hasse es, wenn man mir…“

„…du hättest den armen Frosch einfach platt gefahren!“
„Das war kein Frosch!“

„Froschmörder!“
„Quatsch! Es gibt zu dieser Jahreszeit keine Frösche!“

„Das war aber einer.“
„Wir wären fast im Graben gelandet!“

„Ich mag Frösche aber.“
„Ja, und du bist auch so ein Frosch, echt…“

„Ich?? Wieso bin ich ein Frosch??“
„Weil du ununterbrochen komisches Zeug am quaken bist!“

„Nur weil ich mich für Frösche einsetze??“
„Nein, weil du die Heizung nicht wärmer drehen willst!“

„Ach ja, mir war ja kalt…“
„War klar, dass du das schon wieder vergessen hast…“

„Ich habe es ja gar nicht vergessen!“
„Dann ist dir jetzt also wieder warm?“

„Nein.“
„Dann mach die Heizung wärmer.“

„Nee.“
„Wieso denn nicht??“

„Ich darf ja hier im Auto nichts!“
„Was??“

„Nicht mal Frösche retten.“
„Schön, dann mache ich eben die Heizung für dich wärmer!“

„Nein!“
„Gut, auch gut, dann frier eben weiter.“

„Ich glaube, mir ist nur kalt, weil ich Hunger habe.“
„Sollen wir anhalten und ein paar Froschschenkel essen?“

„Bäh! Du bist so ekelig!“
„Naja, ich dachte, wo du doch Hunger hast und so und…“

„Ich würde niemals Froschschenkel essen!“
„Gut, haben wir das also auch endlich mal geklärt.“

„Wieso? War dir das nicht klar??“
„Sagen wir, ich hätte es stark vermutet.“

„Da solltest du mich aber besser kennen, du Blödmann!“
„Ich kenne dich ja auch. Du Quakfrosch.“

„Ich bin kein Frosch!“
„Und ich kein Blödmann!“

„Bist du doch!“
„Dann bist du auch ein Frosch!“

„Fahr sofort langsamer!“
„Pff!“

„Du musst hier langsam fahren, bremsen!“
„Wieso? Gibt´s hier einen großen Tümpel mit deinen Freunden drin?“

„Nein, weil…“

[Noch bevor die Liebste ihren Satz beenden kann, blitzt es am rechten Straßenrand in drei Meter Höhe, wo ein so genannter fest installierter Starenkasten steht. Mist!
Ein Blick auf den Tacho verrät, dass ich ungefähr 15 Stundenkilometer drüber gewesen sein muss…
Kein wirklicher Beinbruch also, aber das eigentliche Problem ist, dass die Liebste nun alle Trumpfkarten auf der Hand hat, um mich richtig alt aussehen zu lassen…]

„Das hast du nun davon!“
„Mist… So, komm, bringen wir es also hinter uns.“

„Hinter uns bringen? Was denn?“
„Na fang schon an, mach mich fertig.“

„Ich??“
„Dir juckt es doch schon in den Fingern, also los jetzt.“

„Warum sollte ich dich denn fertig machen wollen??“
„Weil das ist doch ein gefundenes Fressen für dich ist!“

„Blödsinn! Das tut mir total Leid für dich!“
„Tatsächlich?“

„Natürlich, diese blöden Blitzer sind eh nur Geldmacherei.“
„Aha, naja, dann… Danke.“

„Nein, nein, ich habe dir zu danken.“
„Du?? Wofür bedankst du dich denn jetzt bei mir??“

„Mir ist plötzlich ganz warm geworden!“

Kopfschüttel…

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