Auto verlegt

Die Liebste hatte eine stressige Woche hinter sich und war gestern abend noch mit ihren Freundinnen aus. Daher ließ ich sie heute ausschlafen, holte Brötchen, deckte den Tisch und schmiss schon mal die Kaffeemaschine an. Als ich grade fertig gefrühstückt hatte, erschien sie etwas verkatert und unausgeschlafen und begrüßte mich leise:

„Ohh, du warst fleißig…“
„Guten Morgen erstmal, Schatz.“

„Ach, was soll an einem Morgen gut sein, der mit Aufstehen anfängt.“
„War wohl etwas später gestern?“

„Hmmja.“
„Wann bist du denn heimgekommen?“

„So gegen halb drei.“
„Das geht ja noch.“

„Ich werde halt auch älter und vertrag das Feiern nicht mehr so.“
„Da musst du durch. Was habt ihr denn eigentlich gefeiert?“

„Petras Beförderung. Und dann noch in Melanies Geburtstag reingefeiert.“
„Na, da hat es sich doch wenigstens gelohnt.“

„Ja. Schön war‘s schon.“
„Na, dann frühstücke in Ruhe, dann können wir ja zusammen die Wochenendeinkäufe machen.“

„Hmm.“
„Ich räum schonmal das Leergut in dein Auto, meins steht zu weit weg. Gib mir mal den Schlüssel.“

„In meiner Handtasche.“
„Ha! Auf Anhieb gefunden! Wo hast du denn geparkt?“

„Auf der Straße. Schau halt.“
„Ja.“
(Nach einer Weile komme ich zurück, weil ich ihr Auto nicht finde.)

„Das muss aber da sein. Vielleicht wurde es gestohlen?“
„Glaub ich nicht. Da stehen viel bessere Autos draußen als deins.“

„Hast du auch in den Nebenstraßen geguckt? Vielleicht war gestern kein Parkplatz frei und ich hab deshalb weiter weg geparkt?“
„Direkt vorm Haus sind mehrere freie Parkplätze…“

„Es muss gestohlen worden sein. Ruf die Polizei!“
„Mal langsam. Überleg nochmal, wo du geparkt haben könntest.“

„Ach, ich bin mit dem Taxi heimgekommen! Jetzt fällt‘s mir wieder ein. Wir haben bei Melanie noch Cocktails getrunken und dann habe ich das Auto selbstverständlich stehengelassen.“
„Das ist recht so. Nur wäre gut, wenn dir einfällt, wo du es stehengelassen hast.“

„Öh… Bestimmt bei Melanie. Wir können ja mit deinem Auto hinfahren und es dann holen.“
„Ja. Aber ruf erstmal Melanie an, ob dein Auto auch bei ihr steht.“

„Ja, mach ich.“
„Gut.“

„Melanie sagt, dass bei ihr kein Auto von mir steht. Und sie sagt, dass wir doch nur mit zwei Autos von Petra zu ihr gefahren sind.“
„Na, dann steht es noch bei Petra.“

„Ja, aber bei Petra gibt’s so wenig Parkplätze. Jetzt fällt‘s mir wieder ein, gib mal meine Handtasche her.“
„Hier, bitte.“

„Ha, hier: die Parkhauskarte. Dort steht mein Auto.“
„Meine Güte, musst du einen Filmriss gehabt haben… aber gut. Immerhin wissen wir jetzt ja schon mal, wo es ist.“

„Ja, jetzt müssen wir nur hinfahren und die sieben Etagen durchsuchen…ich schließe jetzt erstmal eine Autoversicherung für Dich auf www.toptarif24.com ab. Bei Dir kann man ja nie wissen…“

Kopfschüttel…

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Teure “Reparatur”

Heute kam die Liebste mit einem ganz langen Gesicht heim. Es war spät geworden, sie hatte morgens das Auto, welches seit einigen Tagen beim Fahren immer klapperte, noch zur Werkstatt gebracht und konnte es heute abend schon wieder abholen. Ihre Begrüßung war aber etwas einsilbig:

„Hallo.“
„Hallo Schatz, na, wie schaust du denn aus?“

„Ach, frag mich bloß nicht.“
„Oh, sie haben den Fehler im Auto nicht gefunden und jetzt musst du dein geliebtes Auto verschrotten, stimmt‘s?“

„Nein.“
„Oh, dann weiß ich: Sie haben den Fehler gefunden, aber es lohnt nicht mehr, es zu reparieren, also wirtschaftlicher Totalschaden. Stimmt‘s?“

„Nein.“
„Ha, dann hab ich‘s: Sie haben den Fehler gefunden, gleich ein Ersatzteil bestellt, es wird aber frühestens im September geliefert. Stimmt‘s?“

„Nein.“
„Tja, dann weiß ich auch nicht, warum du so grimmig schaust. Ärger auf Arbeit?“

„Nein, kein Ärger auf Arbeit. Die sch… Werkstatt.“
„Haben sie den Fehler doch nicht gefunden?“

„Doch. So schwer war es ja auch nicht, das Klappern während der Fahrt war deutlich zu hören.“
„Ja, und warum bist du mit der Werkstatt nicht zufrieden? Fährt das Auto nicht mehr? Wie bist du denn heimgekommen?“

„Doch, es fährt und klappert nicht mehr. Der Fehler ist behoben.“
„Und warum bist du dann so unzufrieden?“

„Weil sie mir drei Stunden Arbeit für die Fehlersuche berechnet haben.“
„Aber Liebste, das ist doch normal. Mein Arzt bekommt auch das meiste Geld für die Diagnostik.“

„Pah, das kann man ja jetzt nicht vergleichen. Die wollen für die drei Stunden fast 150 Euro.“
„Naja, ich weiß ja jetzt nicht, wie aufwändig die Fehlersuche war und vielleicht ist bei den 150 Euro auch schon die Reparatur und das Material dabei. Zeig doch mal die Rechnung.“

„Die hab ich weggeworfen.“
„Schatz, man wirft doch nicht einfach die Reparaturrechnung weg. Wenn zum Beispiel die eingebauten Teile jetzt gleich kaputtgehen, hast du da doch Garantie drauf. Was war denn jetzt eigentlich kaputt?“

„Ich brauch keine Garantie. Da geht nichts mehr kaputt.“
„Das kannst du doch nicht wissen oder bist du jetzt KFZ-Mechanikerin und reparierst das nächste Mal dein Auto selbst?“

„Ja, diese Reparatur hätte ich auch noch gekonnt und keine drei Stunden gebraucht.“
„Aber du kannst ja nicht mal die Winter- und Sommerreifen wechseln, wie willst du da auf einmal Autos reparieren können?“

„Ich brauch keine Winter- und Sommerreifen zu wechseln, dafür habe ich ja dich.“
„Das stimmt, das ist ja auch kein Problem. Aber was war denn jetzt mit deinem Auto und warum kostet es fast 150 Euro?“

„Naja, 148,50 Euro war die Rechnung und 3,45 Euro hab ich rausbekommen.“
„Wie bekommt man denn bei 148,50 Euro 3,45 Euro raus? Wenn du 150 Euro hingibst, bekommst du doch genau 1,50 Euro raus?“

„Ich hab mit EC-Karte bezahlt, ich hatte gar nicht soviel Geld dabei.“
„Na dann versteh ich jetzt gar nichts mehr. Wieso bekommst du Geld raus und was war denn jetzt überhaupt mit deinem Auto?“

„Na, die 3,45 Euro habe ich neulich im Drive-in bei McDonalds rausbekommen, hatte keine Hand frei und hab das Kleingeld in den Aschenbecher gelegt und da hat es dann geklappert. Und um das rauszukriegen, haben die drei Stunden gebraucht. Aber immerhin hab ich die 3,45 Euro rausgekriegt.“

Kopfschüttel…

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Platz im Auto

Im Auto sitzt jeder etwas anders, eben nicht so wie im Hotel München Airport. Es ist ja auch jeder anders gebaut. Ich zum Beispiel habe gern etwas Beinfreiheit und nicht die Pedale direkt an meinen Füßen kleben, andere wieder wollen da etwas weniger Abstand haben. Meine Liebste will aber nicht nur an den Pedalen, sondern auch am Lenkrad ganz nah dabei sein, weswegen der Sitz im Auto bei wechselnden Fahrern ständig verstellt ist. Neulich wollte sie fahren, und der Sitz war noch auf mich eingestellt. Nach der Fahrt eröffnete sie mir:

„Hast du eigentlich im Auto geschlafen?“
„Nein, wieso?“

„Na, weil der Sitz so weit von allen Bedienelementen weg ist, dass man sich auch hinlegen und schlafen könnte!“
„Von den Bedienelementen, aha. Welche meinst du denn?“

„Mit der Sitzeinstellung von vorhin komm ich ja gar nicht bis zu den Pedalen!“
„Na ja, du musst aber auch zugeben, dass deine Sitzeinstellung extrem weit vorne ist. Du klebst ja quasi am Lenkrad.“

„Nein, ich stell mir das immer nur so ein, dass ich bequem dranreichen kann.“
„Dranreichen schon, aber bewegen kannst du dich doch dann nicht mehr. Von ‚bequem‘ ganz zu schweigen…“

„Doch, so wie ich das mache, ist das gut.“
„Bei einem Unfall hat der Airbag ja gar keinen Platz mehr, um aufzugehen. Und ich komme ja kaum an den Verstellbügel des Sitzes, so weit ist der vorgeschoben.“

„Ja du, du hast auch so lange Beine und riesige Füße, kein Wunder.“
„Wenn der Sitz richtig eingestellt ist, pass ich aber komplett ins Auto. Ohne mich zum Schlangenmenschen zu machen. Aber um noch mehr Platz zu schaffen, könnte man natürlich auch mal den ganzen Müll aus dem Auto räumen…“

„Welchen Müll?“
„Na ja, wenn du mal in der Türe guckst, da sieht’s aus wie nach einer Schokoriegelorgie, die auf einem Bezahlparkplatz stattgefunden hat – lauter Verpackunegen und Parkzettel.“

„Brauchst du für deine Beine auch den Stauraum der Türfächer? Ich muss doch mal genauer zuschauen, wie du fährst…“
„Nein, das nicht, Schatz. Aber der Müll im Auto könnte trotzdem…“

„Der ist doch gar nicht von mir!“
„Von mir ist er auch nicht!“

„Ich esse doch keine Schokoriegel, weißt du, wieviele Kalorien die haben? Höchstens, wenn ich Stress habe!“
„Ab und zu hast du ja auch mal Stress…“

„Ja, aber nicht so viel, dass das Auto deswegen vermüllt wäre.“
„Vielleicht hat sich das ja über längere Zeit angesammelt.“

„Und bei den Parkzetteln sind bestimmt auch welche von dir dabei.“
„Na ja, ist ja auch egal. Das nächste mal nehme ich halt einfach eine Handvoll von dem Zeug mit in den Müll, dann ist bald wieder Ordnung.“

„Und Platz ist dann ja auch wieder.“
„Schatz, ich brauche den Platz ja hinterm Lenkrad, nicht in der Türe.“

„Wieso erzählst du mir dann vom Müll in der Tür?“
„Ich wollte doch nur darauf hinweisen, dass…“

„Also reden wir jetzt vom Müll oder vom Platz? Was ist denn nun dein Problem?“
„Ich hab doch eigentlich gar kein Problem! Du hast doch gesagt, dass der Sitz so weit hinten ist!“

„Na siehst du! Wenn der Sitz so weit hinten ist, kann es ja gar kein Platzproblem für dich geben!“

Kopfschüttel…

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Wieder mal zu schnell

Wenn man geblitzt wird, ist das natürlich unerfreulich. Und zugegebenermaßen kann das ja schnell mal passieren – kurz nicht aufgepasst, schon hat man ein Foto. Anschließend fährt man eine Weile ganz StVO-konform, bis man wieder normal fährt und es wieder mal blitzt. Da das immer wieder mal vorkommt, lohnt es sich auch nicht, sich drüber zu ärgern. Meine Liebste machte dies trotzdem, als sie heimkam:

„So ein Mist! Schon wieder geblitzt worden!“
„Mist! Wieviel?“

„Keine Ahnung, der Bescheid kommt ja erst noch.“
„Nein, ich meine wieviel zuviel?“

„Puuhh… was weiß ich. Ich weiß ja gar nicht, wieviel da erlaubt war!“
„Also wie schnell bist du denn gefahren?“

„Hmm.. etwa 60 km/h. Schätze ich mal.“
„Dann war’s hoffentlich eine 50er-Zone…“

„Vielleicht waren’s auch nur 50…“
„Dann hätte es ja in einer 50er-Zone nicht geblitzt!“

„Du meinst, ich bin 50 in einer 30er-Zone gefahren?“
„Kann sein. Oder gar 60, so wie du geschätzt hast.“

„Um Himmels willen! 60 in einer 30er-Zone! Da ist ja mein Führerschein weg!“
„Mal doch nicht gleich den Teufel an die Wand, Schatz! Vielleicht waren’s ja nur 60 in einer 50er-Zone, das wäre dann gar nicht so schlimm.“

„Aber wenn es jetzt doch eine 30er-Zone war? Ich weiß es halt nicht mehr! Och Mann, wieso müssen die auch grade heute…“
„Manchmal wird der Bescheid aus irgendwelchen Gründen auch einfach nicht zugestellt.“

„Bei meinem Pech wird das nicht der Fall sein. Was wird das denn kosten, außer Führerscheinentzug?“
„Hmm… etwas mehr als deine neuen Schuhe neulich.“

„Witzbold. Die werde ich bald häufiger brauchen, wenn ich zu Fuß gehen muss.“
„Na warte doch mal ab. Noch hast du ja deinen Führerschein. Und ich kann dich ja auch fahren.“

„Diese blöden Blitzer, die gehören zugehängt oder umgetreten!“
„Na na na! Es war ja nicht der Blitzer schuld, sondern vermutlich du.“

„Jetzt fall du mir auch noch in den Rücken!“
„Ich mein ja nur…“

„Vielleicht ist das Foto auch nicht zu gebrauchen. Unscharf oder so, einfach nichts zu erkennen.“
„Ich weiß ja nicht…“

„Die moderne Technik hat da bestimmt auch so ihre Tücken.“
„Ja, deswegen wird ja schon ein bisschen was abgezogen. Wird aber beim Verhältnis 60 zu 30 wenig bringen. Das ist aber auch ordentlich drüber…“

„Na ja, manchmal fährt man halt so in Gedanken dahin und guckt nicht, und Zack! – schon ist es passiert. Du bist doch auch schon oft geblitzt worden!“
„Ja, aber noch nie mit der doppelten Geschwindigkeit!“

„Es tut mir ja auch leid, aber was soll ich denn jetzt machen?“
„Abwarten, Schatz. Viel mehr kannst du jetzt eh nicht tun.“

„Dann kann ich aber heute nacht nicht schlafen. Ich denke dann die ganze Zeit, ob es eine 30er-Zone war…“
„Irgendwann wird dir das Gegrübel zu blöd, dann schläfst du schon.“

„Du hast leicht reden!“
„Solange du nicht laut im Bett grübelst…“

„Ich hab’s! Wenn ich nicht schlafen kann, fahr ich heute nacht nochmal hin und schaue nach, ob es eine 30er-Zone war oder nicht!“

Kopfschüttel…

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