Ich verstehe kein Wort

9. März 2010, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste ist noch nicht zuhause, als ich am Abend in die Wohnung komme. Sie ist heute auf einer Weiterbildung in Walsrode gewesen und wahrscheinlich ist es etwas später geworden. Noch während ich meine Jacke aufhänge, klingelt das Telefon; und instinktiv weiß ich schon, wer das jetzt sein wird…

“Hallo Schatz, ich bin´s!”
“Hallo Süße, schön, dass du anrufst.”

“Was? Wie bitte?”
“SCHÖN, DASS DU ANRUFST!”

“Ich verstehe dich nicht, was?”
“Fahr langsamer!”

“Hörst du mich??”
“DU SOLLST LANGSAMER FAHREN!!”

“Langsamer??”
“JA, LANGSAMER! LANGSAMER ALS 380!”

“Ich fahre nicht 380, das geht ja gar nicht!”
“Ach, wirklich??”

“Ich fahre nur 340!”
“Ha-ha, SEHR WITZIG!”

“Ich wollte nur sagen, dass ich jetzt nach Hause komme.”
“Das ist schön, aber du sollst vorsichtig fahren.”

“Ich will doch aber ganz schnell bei dir sein!”
“Das freut mich, aber auf 5 Minuten kommt es nicht an.”

“Was? Was hast du gesagt?”
“AUF 5 MINUTEN KOMMT ES NICHT AN!”

“Ich komme nicht in 5 Minuten an, das schaffe ich nicht!”
“Nein, ich sagte…”

“Jetzt drängel mich doch nicht, schneller kann ich nicht!”
“Du sollst dir ja auch Zeit lassen!”

“Ich soll den Streit lassen??”
“Nein, Herr Gott nochmal, du sollst…”

“Wer streitet denn?? Ich wollte doch nur Bescheid sagen!”
“FAHR DOCH BITTE LANGSAMER, das ist doch total doof so!”

“Ich bin nicht doof!”
“Das habe ich auch nicht gesagt!”

“DU BIST DOOF!”
“Komisch, DAS war jetzt laut und deutlich zu verstehen!”

“Das können wir gerne machen!”
“WAS KÖNNEN WIR MACHEN!?”

“Nachher noch Weggehen, hast du doch eben vorgeschlagen!?”
“Ich sagte VERSTEHEN, nicht WEGGEHEN!”

“Was denn verstehen??”
“Liebste, können wir das jetzt bitte beenden?”

“Das vergiss mal, ich komme schön nach Hause!”
“Was??”

“Ich werde ganz bestimmt nicht wenden!”
“Sag mal, du willst mich doch verarschen, oder!?”

“Du willst mich verarschen??”
“Nein, DU MICH! NICHT ICH DICH!!”

“NICHT ICH DICH??”
“DOCH, DU MICH! HAST DU DAS JETZT VERSTANDEN!?”

“Ich verstehe kein Wort, was meinst du denn??”
“Himmel, ich kriege einen Nervenzusammenbruch, diese Frau, ich…”

“Was? Ich verstehe dich nicht!?”
“Ach, ich sprach auch nur mit mir selbst…”

“Mit wem??”
“BIS GLEICH SCHATZ, AUF WIEDERSEHEN!”

“Willst du schon auflegen??”
“JA! ICH – WILL – AUFLEGEN – JA – AUFLEGEN!”

“Na schön, aber eines muss ich dir schnell noch sagen!”
“Und was?”

“Isabelle versteht dich auch nicht!”
“Wer ist bitte Isabell??”

“Die sitzt hier neben mir, wir fahren zusammen!”
“Ähm, da sitzt noch jemand neben dir??”

“Ja, und sie schüttelt die ganze Zeit mit dem Kopf!”
“Warum sagst du mir das denn nicht!?”

“Kann ich vorher ahnen, dass du dich so aufführst??”

Kopfschüttel…

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Komisch…

10. Dezember 2009, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend im Wohnzimmer auf der Couch und schauen uns die neuesten Nachrichten zum Thema VW und Suzuki auf N24 an.
Die Fachleute sagen, VW mache das richtig.
Ich aber lese immer nur von Kurzarbeit, Nullrunden, Betriebsräten, Krisen, etc…
Komisch, oder?

“Du Schatz, wie ist das denn möglich??”
“Was denn, Süße?”

“Naja, wieso kann VW denn Suzuki kaufen??”
“VW kauft nicht Suzuki, sondern VW kauft ANTEILE von Suzuki.”

“Ach so.”
“Ja.”

“Trotzdem ist das komisch.”
“Komisch? Was denn?”

“Naja, warum kaufen die nicht einfach Toyota zum Beispiel?”
“Ähm…”

“Toyota finde ich viel besser als Suzuki.”
“Ja, das ist schön, aber…”

“Oder Yamaha!”
“Yamaha?? Die bauen doch gar keine Autos!?”

“Nee, aber Motorräder, Orgeln und Kopfhörer.”
“Orgeln, genau… Und was bitte soll VW damit??”

“Keine Ahnung, aber besser als Suzuki wäre das allemal!”
“Liebste, da wird doch gerade erklärt, warum VW das macht!”

“Ach, das ist doch alles nur wieder so Analysten-Geschwafel.”
“Geschwafel, ach tatsächlich?? Komisch, dass dich niemand fragt!”

“Ja, eine Frechheit ist das…”
“Ich dachte, du magst VW sowieso nicht??”

“Na und??”
“Warum soll dich Herr Winterkorn dann fragen??”

“Winterkorn kenne ich, mit dem habe ich schon gesprochen.”
“Wie bitte??”

“Ist doch nichts dabei??”
“Du hast mit dem Vorstandsvorsitzenden von VW gesprochen??”

“Naja, Vorstand würde ich das jetzt nicht gerade nennen…”
“Aha, und wie würdest DU dann seine Position nennen??”

“Naja, Werkstattleiter oder Kundenserviceleiter oder so!”
“Liebste, ich kriege schon wieder Kopfschmerzen…”

“Wieso denn?? Ich habe mit dem gesprochen, vorletzte Woche!”
“Du hast wohl kaum mit Martin Winterkorn gesprochen!!”

“Wie der mit Vornamen heißt, weiß ich nicht mehr…”
“Das ist doch auch egal, aber du hast doch nicht mit…”

“…weil ich doch einen Audi haben will, deswegen!?”
“In Bremen??”

“Ja, bei Autohaus Schmidt & Koch. Oder hieß der Hagedorn??”
“Oh Gott, meine Nerven…”

“Was ist denn??”
“Wir reden hier doch von einem ganz anderen Ha…, äh, Winterkorn!!”

“Ach so, heißt der im Vorstand da auch so??”
“Ja, der auch…”

“Deswegen wusste der so gut Bescheid…”
“Bescheid?? Wer jetzt! Wer weiß was?”

“Der Hagedorn, mit dem ich gesprochen habe, der wusste alles!”
“So? Was wusste der denn??”

“Der kennt sich echt gut aus und so mit Audi, VW und so Sachen.”
“Ist das nicht sein Job??”

“Nee, nee, der wusste irgendwie mehr als alle anderen.”
“Und was soll mir das jetzt sagen??”

“Kein Wunder, dass der mehr weiß, jetzt verstehe ich das auch!”
“Wie bitte?? Was??”

“Wegen den Emails.”
“Emails??”

“Na wenn da einer was Geheimes an den Vorstand schreibt?”
“Ja? Was ist dann??”

“Dann kann der sich leicht vertippen und schreibt an Hagedorn.”
“Ähm…”

“Und nicht an Winterkorn!”
“Das ist, ähm, wieder mal eine dermaßen haarsträubende…”

“Aber der Winterkorn bekommt jetzt ja das gleiche Problem.”
“Ich weiß gar nicht, ob ich das wirklich noch wissen möchte…”

“Der muss aufpassen, dass er nicht beim Griechen landet.”
“Liebste… Bring es bitte zum Ende, ich kann einfach nicht mehr…”

“Beim Griechen, haha!”
“Na schön, also… WARUM UM ALLES IN DER WELT BEIM GRIECHEN??”

“Weil er anstatt an Suzuki aus Versehen an Tzaziki schreibt!”

Kopfschüttel…

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Das ist ja gerade das Schlimme

31. Juli 2009, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sitzen im Auto und sind auf dem Weg zu einem großen Einrichtungshaus. Es besteht laut Liebste Bedarf an Accessoires für verschiedene Ecken der Wohnung, alles schon längst überfällig.
Soweit so gut, allerdings stehen Wir im Augenblick auf der A1 im Stau.

“Wieso ist denn jetzt hier so ein blöder Stau??”
“Hier ist IMMER Stau, Süße.”

“Immer??”
“Immer. Wegen der großen Baustelle.”

“Also wenn ich hier lang fahre, ist nie Stau.”
“Ja nee, iss klar…”

“Ich habe hier noch nie im Stau gestanden.”
“Schön, und was willst du mir damit jetzt sagen??”

“Dass das an dir liegen muss.”
“Ach so, ja klar, warum bin ich da nicht gleich drauf gekommen!”

“Du fährst aber auch immer so komisch…”
“Zurzeit stehe ich.”

“Das merke ich. Fahr doch mal rechts, da geht´s viel schneller!”
“Schatz, hier stehen alle im Stau, egal ob rechte oder linke Spur.”

“Das ist nicht egal.”
“Mal geht es links schneller, mal rechts.”

“Und genau deshalb sollte man mit dir nicht einkaufen gehen.”
“Wie bitte??”

“Weil du dich dann auch immer an der falschen Kasse anstellst.”
“Sag mal, du spinnst ja wohl!”

“Ist doch wahr!”
“Das ist NICHT wahr, das ist lediglich Zufall!”

“Quatsch, Zufall, pff!”
“Mal stehst du an der falschen Kasse, mal ich!?”

“Das stimmt.”
“Eben.”

“Das ist ja gerade das Schlimme.”
“Was??”

“Du oder ich, wir stehen 1-mal pro Monat an der falschen Kasse.”
“Mag sein, schön, und??”

“Deswegen stehst du viel häufiger falsch, als ich.”
“Liebste, könntest du mir bitte diese faszinierende Logik mal…”

“Ist doch ganz einfach!”
“Was auch immer es ist, es ist bestimmt Schwachsinn!”

“Ist es nicht! Immer denkst du, ich würde nur Blödsinn reden!”
“Tust du ja auch!”

“Nur weil du nicht rechnen kannst! DU bist hier der Blödmann!”
“Hallo?? Wenn du und ich jeweils 1-mal falsch stehen, dann…”

“…dann stehst du 5-mal mehr falsch, als ich.”
“Warum??”

“Weil ich 10-mal pro Monat einkaufe und du nur 2-mal.”
“Wie bitte??”

“Ich muss ja immer alles erledigen, du machst ja nichts!”
“Was soll das denn jetzt bitte heißen??”

“Du könntest ruhig auch mal!”
“Aber wir wechseln uns doch immer ab mit Einkaufen gehen??”

“Denkst du…”
“Tun wir nicht??”

“Nein! Ich muss immer noch mal los zwischendurch!”
“Weshalb denn?? Wir haben doch einen Einkaufszettel??”

“Man kann nicht alles aufschreiben, da muss man mitdenken.”
“Wenn wir nicht schon stehen würden, JETZT müsste ich anhalten!!”

“Anhalten? Wieso?”
“UM DICH RAUSZUSCHMEISSEN!”

“Das würde ich an deiner Stelle aber nicht tun…”
“Und wieso nicht??”

“Weil du ohne mich wieder an der falschen Kasse stehen wirst!”

Kopfschüttel…

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Keine Schnitte

4. Mai 2009, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich fahren durch Zufall an der großen Open-Air Kartbahn in Bassum vorbei; kurzentschlossen halten wir an, um bei dem schönen Wetter einen Blick auf die Bahn und die Fahrer zu werfen.
Kart fahren ist eine tolle Sache, finde ich!

“Mann, ist das laut und dreckig…”
“Süße, das muss so sein.”

“Wieso muss das so sein??”
“Weil es sonst keinen Spaß macht, deswegen.”

“Bist du schon mal Kart gefahren?”
“Natürlich.”

“Wo denn??”
“Damals in Stuttgart, mit den Kollegen.”

“Ich noch nicht.”
“Echt nicht? Sollen wir mal ne Runde drehen?”

“Was! Hier?? Jetzt??”
“Schatz, wir sind auf einer Kartbahn, oder??”

“Das weiß ich, ich bin ja nicht doof!”
“Und hier stehen Karts, also was hindert uns??”

“Ich steig doch nicht in so ein Ding ein!”
“Und warum nicht??”

“Das ist mir zu gefährlich.”
“Quatsch! Da passiert gar nichts.”

“Und die fahren da ja alle mit Helm!”
“Und?”

“Ich setze doch nicht so einen verlausten Helm auf!”
“Da kommt ja auch noch die Haube drunter.”

“Was für eine Haube??”
“Die Sturmhaube, die zieht man unter dem Helm an.”

“HALLO?? Sturmhaube?? Über MEINE Haare??”
“Die bindest du doch sonst auch zusammen!?”

“Vergiss es! Du kannst ja fahren, wenn du willst!”
“Aber lass und doch zusammen fahren, das macht mehr Spaß!”

“Was bitte soll denn daran Spaß machen??”
“Naja, so hintereinander her und so…”

“Da hättest du doch eh keine Schnitte gegen mich.”
“Was? Was hast du gerade gesagt?”

“Dass du gegen mich keine Chance hättest.”
“Wie kommst du denn darauf??”

“Also bitte, das liegt doch wohl auf der Hand.”
“Ich dachte, du bist noch nie Kart gefahren??”

“Na und?”
“Woher willst du dann wissen, dass du mich abhängen würdest??”

“Das hängt mit meinem Gürtel zusammen.”
“Was?? Mit deinem Gürtel??”

[Die Liebste öffnet ihren Gürtel und zieht ihn aus den Gürtelschlaufen hinaus.]

“Hier, nimm.”
“Was soll ich mit deinem Gürtel??”

“Mach mal um.”
“Ich??”

“Nun mach!”
“Wozu??”

“Immer diese Fragerei, nun mach meinen Gürtel um!”
“Das brauche ich gar nicht erst probieren, der ist eh zu klein!”

“Eben.”
“Eben??”

“Noch Fragen?”
“Ja! Ich verstehe KEIN Wort!”

“Weil dir mein Gürtel nicht passt, verlierst du.”
“Was redest du denn da für einen Blödsinn!?”

“Das ist einfachste Physik.”
“Hä??”

“Weniger Masse braucht weniger Energie zum beschleunigen.”
“Ach nee! Und du meinst also, dass beim Kart fahren…”

“Genau, deine Masse hat gegen meine Masse keine Chance!”
“Ich glaube, ich höre gerade nicht richtig!?”

“Bis du auf der Geraden beschleunigt hast, bin ich schon weg!”
“Ach so!? Und Können und Geschick zählen gar nicht, oder was??”

“Nein.”
“Dann lass uns fahren, dann belehre ich dich eines besseren!”

“Wozu? Ich weiß doch, dass ich gewinne.”
“Ich werde dich elendig im Staub stehen lassen!”

“In deinen Träumen vielleicht!”
“Ich hole uns jetzt zwei Tickets, und dann werden wir ja sehen!”

“Hm… OK, aber ich möchte ein Kart mit guten Bremsen.”
“Natürlich. Fahrtauglich muss es schon sein.”

“Deswegen nicht! Zum Fahren brauche ich die Bremsen nicht!”
“Und warum dann??”

“Damit ich bremsen und auf dich warten kann.”
“Sehr witzig! Wirklich sehr witzig!”

“…und einem großen Rückspiegel.”
“Zum Schminken oder was?? HAHA!!”

“Nee.”
“Ach! Nicht??”

“Nein, den brauche ich, damit ich dich immer gut sehen kann!”
“DU kannst ja richtig lustig sein, Respekt!”

“Also schön, worauf warten wir noch!?”
“Prima! Gleich geht´s los!”

“Der Sieger kriegt ein Pistazien-Eis.”
“Pistazie? Aber du magst doch gar kein Pistazie??”

“Ich nicht, aber du.”
“Und was ist, wenn du gewinnst??”

“Ich gewinne ja nicht.”
“Aber du hast doch eben noch groß rumgetönt, dass du…”

“Ja, aber ich werde dich natürlich gewinnen lassen.”
“Wie bitte?? Warum das denn??”

“Sonst muss ich ja mit dir hier jahrelang jedes Wochenende hin!”

Kopfschüttel…

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Mit Autos kenne ich mich aus

24. März 2009, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend im Wohnzimmer und warten auf den Start der Tagesschau; naja, zumindest ich warte darauf.
Die Liebste frisiert derweil ihre Fingernägel und versucht anscheinend zu retten, was noch ohne Neulackierung zu retten ist.
Gut drei Minuten dauert es noch, also habe ich noch ein bisschen Zeit, meine Gedanken schweifen zu lassen.

“Schatz, warum machst du so ein nachdenkliches Gesicht?”
“Och, ich überlege nur was, Süße.”

“Und was?”
“Ich denke über mein Auto nach.”

“Wieso? Ist es schon wieder kaputt?”
“Bitte?? Es war doch noch nie kaputt!”

“Aber letzte Woche warst du doch in der Werkstatt?”
“Ja, aber da…”

“…da hast du dich tierisch aufgeregt, weiß ich doch!?”
“Ja, aber nur wegen der Scheibenwischer.”

“Deine Scheibenwischer waren kaputt??”
“Nein! Sie waren nicht kaputt, sie waren alt!”

“Und weswegen warst du da dann noch mal sauer?”
“Weil die Werkstatt für die neuen 63 Euro haben wollte!”

“Ist das denn viel?”
“Ja, das ist viel!! Wie kannst du bloß so eine Frage stellen!”

“Aber ich weiß doch nicht, was so Scheibenwischer sonst kosten.”
“Ja, weil du ja auch so ein Dienstwagenfuzzi bist!”

“Ich bin kein Fuzzi!”
“Ein Fuzzi ist, wer über Sachen redet, von denen er gar nichts weiß.”

“Ich weiß über mein Auto gut Bescheid!”
“So?? Was kostet denn zur Zeit ein Liter Diesel?”

“Ähm…”
“Was kostet eine Standardinspektion für deinen Wagen?”

“Hm…”
“Was hat der neue Tankdeckel gekostet, den du abgerissen hattest?”

“Tja…”
“Eben, du weißt es nicht! Weil du es ja auch nicht bezahlen musst!”

“Na und??”
“Ist ja egal, zahlt ja die Firma!”

“Naja, vielleicht, aber trotzdem kenne ich mich mit Autos aus.”
“Aha. Dann kannst du mir ja vielleicht bei meinem Problem helfen.”

“Ich kann dir helfen?? Au ja! Was denn?”
“Also mein Auto, also der Vertrag, der läuft im August aus.”

“Verstehe.”
“Ja, und dann brauche ich ja ein neues.”

“Und wo ist das Problem??”
“Ich weiß nicht, was ich dann nehmen soll. Hast du ne Idee?”

“Was ist dir denn an einem neuen Auto am wichtigsten?”
“Naja, also, geringer Verbrauch, Komfort, leise soll er sein, und…”

“Das finde ich auch, ja.”
“…und Airbags, und ein paar mehr PS dürfen es auch sein, und…”

“Ja, verstehe, ja.”
“Genau, und dann vielleicht ein festes Navi, vielleicht Tempomat?”

“OK, ja.”
“Audi fände ich ja gut, aber ist ganz schön teuer.”

“Stimmt.”
“Und BMW ist im Unterhalt so teuer.”

“Ja.”
“Naja, und Golf oder einen Opel, nee…”

“Jaja.”
“Schatz, also du bist nicht gerade hilfreich!?”

“Wieso?”
“Naja, du hilfst mir ja nicht!”

“Was soll ich denn machen??”
“Du hast doch eben gesagt, dass du dich mit Autos gut auskennst!?”

“Ja, das stimmt ja auch, und??”
“Na dann gib mir doch mal einen fachlichen Rat, was ich nehmen soll!”

“Ach so! Tue ich doch gerne!”
“Ja schön, und was ist dein Rat jetzt?”

“Nimm auf jeden Fall ein schwarzes. Silber-metallic ist out!”

Kopfschüttel…

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Eine Sache vielleicht noch…

1. Dezember 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste hat vor 2 Minuten unsere Wohnung verlassen, um sich auf den Weg zu einer Freundin zu machen.
Die beiden wollen mal “tratschen”; so unter Frauen eben. Ich sitze bereits auf dem Sofa und will es mir gerade gemütlich machen, da klingelt das Telefon…

“Schatz?? Hallo??”
“Ja Süße, ich bin hier, was ist denn??”

“Ich stehe hier gerade vor meinem Auto!”
“Schön. Und?”

“Es ist ganz zugefroren!”
“Das glaube ich, alle anderen Autos ja auch.”

“Aber ich kann meinen Eiskratzer nicht finden!”
“Ach so, na dann mach doch den Motor an und warte?”

“Das macht man aber nicht, das ist Umweltverschmutzung!”
“Dann nimm deine EC-Karte und kratz damit.”

“Nee! Dann bricht die noch durch und dann ist sie kaputt!”
“Schatz! Warum rufst du mich denn jetzt eigentlich an??”

“Hast du nicht eine Idee, wie ich die Scheibe jetzt frei kriege??”
“Tja… Ich habe einen Eiskratzer bei mir im Auto…”

“Kann ich den haben?? Bitte, bitte, bitte!”
“Aber dann muss ich ja jetzt runterkommen!”

“Bitte, bitte, bitte!!”
“Na schön, ich komme gleich, warte… Tschüss.”

“Halt, Schatz, nicht auflegen!”
“Was ist denn noch!?”

“Kannst du mir dann bitte auch meine Handschuhe mitbringen?”
“Ja… Wo sind die denn…”

“In meiner Schublade im Schrank.”
“Schön. Sonst noch was?”

“Naja, eine Sache vielleicht noch…”
“Himmelherrgott! Was denn??”

“Bring doch am besten auch deine eigenen Handschuhe mit, ja?”
“Meine?? Wofür brauche ich denn jetzt meine Handschuhe??”

“Naja, damit dir die Hände nicht so kalt werden beim Kratzen?”
“Mir?? Ich kratze doch nicht DEIN Auto frei!”

“Aber Schatz, es ist doch dein Eiskratzer??”
“…den ich dir gerne leihe!”

“Mit deinem Eiskratzer komme ich aber nicht zurecht!”
“Liebste! Man nimmt ihn und kratzt, fertig!”

“Ich kann aber nur mit meinem eigenen Eiskratzer kratzen.”
“…den du ja nun aber leider verschlunzt hast!”

“An meinem ist so ein Handschuh dran, an deinem nicht!”
“Na und?? Handschuhe bringe ich dir ja mit!”

“Also willst du mir nicht helfen, wenn du runter kommst??”
“Ich kann dich gerne anfeuern, wenn dir das hilft!”

“Früher hättest du mir gerne mein Auto freigekratzt!”
“Jajaja. Früher war eben alles besser.”

“War es auch!”
“Kein Wunder, da hattest du ja auch noch deinen eigenen Eiskratzer.”

“Blödmann!”
“Also soll ich jetzt runter kommen oder nicht!?”

“Ja.”
“Dann lege ich jetzt auf.”

“Halt! Warte!”
“Oh Mann, du bringst mich noch zur Verzweiflung! WAS DENN!!”

“Ich habe eine Idee.”
“Oh nein, nicht auch noch eine Idee!!”

“Kannst du mich nicht eben mit deinem Auto zu Anne fahren?”
“Warum das denn jetzt??”

“Dann brauchen wir mein Auto doch nicht freikratzen.”
“Aber dann muss ich ja meins freikratzen??”

“Ich kann dich gerne anfeuern, wenn dir das hilft!”

Kopfschüttel…

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Lieblingspost

2. Oktober 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sitzen beide an unseren Schreibtischen im Arbeitszimmer und erledigen so dies und das.
Aus den Augenwinkeln bemerke ich, dass die Liebste ihre heutige Post öffnet und verschiedene Briefe durchschaut.

“Schatz? Hast du mal ne Minute?”
“Was denn, Süße?”

“Ich habe mal wieder meine Lieblingspost gekriegt.”
“Lieblingspost? Was ist denn bitte deine Lieblingspost?”

“Ein Spendenaufruf aus Hamburg.”
“Aha, und wofür sollst du spenden?”

“Für die Verkehrssicherheit. 35 Euro soll ich spenden.”
“Ach! Bist du also mal wieder geblitzt worden, ja?”

“Dabei konnte ich gar nichts dafür, ich…”
“Klar, du kannst ja nie was dafür, dass dein Auto immer so schnell fährt.”

“Genau, aber das ist hier jetzt gar nicht das Problem.”
“Sondern??”

“Ich bin gar nicht gefahren.”
“Wie bitte??”

“Na schau dir doch mal das Foto an, das bin doch nicht ich!”
“Ähm…”

“Hier!”
“Schatz, also… Ich denke schon, dass du das bist…”

“Schau dir mal die schrecklichen Haare an und die Sonnenbrille!”
“Ja, und?”

“So sehe ich doch gar nicht aus!”
“Was stimmt denn damit nicht??”

“Die Haare sind ganz platt und die Brille viel zu groß.”
“Naja, also, ähm…”

“So sehe ich aus im Auto?? Nee, auf keinen Fall!”
“Na schön, und was soll ich da jetzt machen?”

“Du sollst mir sagen, dass mir das überhaupt nicht ähnlich sieht!”
“Schatz, das Foto sieht dir überhaupt nicht ähnlich.”

“Sage ich doch!”
“Und jetzt?”

“Jetzt bezahlst du das Knöllchen.”
“Ich?? Warum denn ich?”

“Weil ich das da nicht bin auf dem Foto!”
“Aber ich doch auch nicht!”

“Es dürfen nur zwei Leute mit dem Wagen fahren, ich und du.”
“Schön! Und??”

“Da ich das auf dem Foto nicht bin, musst du es gewesen sein!”
“Ich?? Haha!!”

“Ich meine das absolut ernst!”
“Ich bin doch aber nicht mit deinem Auto gefahren!?”

“Dir sieht das Foto aber ähnlicher, als mir!”
“Habe ich vielleicht lange Haare??”

“Trotzdem…”
“Schatz! Wie kommst du bloß immer auf solche Ideen!”

“Bezahlst du jetzt dein Knöllchen?”
“Nein!”

“Möchtest du vielleicht den Anhörungsbogen ausfüllen?”
“Nein, möchte ich nicht… Und jetzt lass mich!”

“Na gut, dann bezahle ich eben jetzt für dich.”
“Oh! Wie überaus großzügig! Vielen Dank!”

“Gern geschehen! Aber eins sage ich dir…”
“So? Und was, bitte sehr??”

“Geh mal zum Friseur, du siehst unmöglich aus auf dem Foto!”

Kopfschüttel…

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Abgebrochene Fingernägel

31. Juli 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste sitzt an ihrem Schreibtisch und tippt konzentriert auf ihrem Notebook rum, als ich heute nach getaner Arbeit nach Hause komme.
Unsere Begrüßung fällt herzlich aus wie immer, allerdings ist heute irgendetwas anders…
Aber was??

“Und? Wie war dein Tag, Schatz?”
“Gut, Süße, aber sag mal: stimmt irgendetwas nicht?”

“Wie kommst du darauf??”
“Ich weiß nicht, irgendwie habe ich so ein Gefühl…”

“Das kann man wohl sagen, dass was nicht stimmt!”
“Oh… Hat es was mit mir zu tun?”

“Ja!!”
“Und was?”

“Du bist schuld, dass ich mir heute einen meiner Fingernägel abgebrochen habe! Hier!”
“Ähm… Ich??”

“Ja, du! Schau, das kann ich auch nicht mehr wegfeilen!”
“Oh je! Komisch, davon stand heute gar nichts in der BILD-Zeitung…”

“Mach dich nur lustig, wirklich sehr witzig!”
“Gut, und wieso bin ICH schuld, wenn DU dir einen Nagel abbrichst??”

“Weil du mir dein Navi geliehen hast.”
“Ähm…”

“Weil ich ja zurzeit den Leihwagen habe, erinnerst du dich?”
“Ja schon, aber ich gebe dir netterweise MEIN Navi und wieso…”

“Der Bildschirm ist zu klein, da kann man nicht drauf tippen!”
“Ach, jetzt verstehe ich, und dabei hast du dir einen Nagel abgebrochen?”

“Nein.”
“Aha, nicht… Und wobei dann?”

“Ich benutze ja immer den Stift, der im Navi hinten drin steckt.”
“Ach so, und beim Rausziehen hast du dir den Nagel abgebrochen.”

“Nein.”
“Auch nicht, soso… Schatz, nur so beiläufig: WOBEI DENN??”

“Dann ist mir der blöde Navi-Stift im Auto runter gefallen…”
“Na und??”

“…und irgendwo in der blöden Sitzschiene gelandet!”
“Oh, das ist schlecht, das kenne ich! Und dann?”

“Dann wollte ich ihn da rausholen und dabei…”
“…ah, DABEI ist dir dann dein Nagel abgebrochen!”

“Genau! So ein Mist! Hier, guck mal, guck mal!”
“OK, das sieht grauenhaft aus, wirklich hässlich… Und weiter?”

“Was denn weiter! Reicht das denn noch nicht??”
“Ähm, doch, also, aber… Ich meine, und der kleine Stift??”

“Was soll damit sein??”
“Naja, wie hast du ihn denn da dann wieder raus gekriegt?”

“Gar nicht.”
“GAR NICHT?? Soll das heißen, dass…”

“Der Stift ist futsch. Ich ruiniere mir doch nicht noch mehr Nägel!”
“GIB MIR SOFORT DEN AUTOSCHLÜSSEL!”

“Geht nicht, habe das Auto schon wieder abgegeben vorhin.”
“Wie bitte?? Mit MEINEM Stift drin??”

“Da hättest du auch nichts machen können!”
“Das wage ich zu bezweifeln!”

“Ehrlich, das war da ganz doof gemacht!”
“Himmel! Frauen… So, und jetzt ist der Stift also weg. Toll.”

“UND mein Nagel ist hin, schon vergessen??”
“Du kaufst mir morgen sofort einen neuen Stift!”

“Habe ich schon.”
“Was?? Dann ist ja alles in Ordnung, warum sagst du das nicht gleich??”

“Ich wollte dich überraschen.”
“Aha… Und wo ist er? Im Navi?”

“Nee, der neue Stift liegt da auf deinem Schreibtisch.”
“Wo?”

“Na da!”
“Aber Schatz, das ist ja ein Bleistift!”

“Ich weiß, das ist ein bisschen doof. Aber andere gab´s da nicht!”

Kopfschüttel…

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Einmal Mini, zweimal Maxi

19. Juni 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Einmal Mini, zweimal Maxi (photocase.de © Jelka)Meine Liebste sitzt an ihrem Schreibtisch, als ich von einer zweitägigen Dienstreise aus London zurückkehre.
Wie üblich freuen wir uns über das Wiedersehen und fallen uns glücklich in die Arme. Mal sehen, was es bei der Liebsten so Neues gibt!

“Und Schatz? Wie war deine Reise?”
“Alles gut, Süße, hat alles geklappt.”

“Sehr schön!”
“Was gibt´s denn Neues hier bei dir?”

“Och, nichts eigentlich… Nichts Besonderes.”
“Aha. Das ist nicht viel.”

“Aber was ich dich noch fragen wollte…”
“Ja? Was?”

“…und ich muss noch betonen, dass ich gar nichts dafür konnte!”
“Wieso, was ist denn??”

“Kann man Kratzer am Kotflügel irgendwie wegpolieren oder so?”
“Was für Kratzer denn??”

“Wenn man zum Beispiel beim Rückwärtsfahren was übersieht?”
“Wie bitte?? Hast du etwa einen Unfall gehabt??”

“Nein, da war nur so ein blöder Dornenbusch und den habe ich…”
“Den hast du schön mitgenommen, ja?!”

“Öhm… Sind halt zwei, drei Kratzer hinten von den Dornen…”
“Wo war das denn??”

“Auf dem Parkplatz, als ich gestern Abend zum Sport wollte.”
“Aha… Also wenn es Mini-Kratzer sind, kann man die sicher
wegpolieren…”

“Ah so, gut. Und wenn es keine Mini-Kratzer sind?”
“Also was denn nun, Mini oder Maxi??”

“Tja, eher einmal Mini, zweimal Maxi, würde ich sagen…”
“Da musst du aber ganz schön reingebrezelt sein!”

“Ich war ganz langsam, aber im Spiegel war nichts zu sehen!”
“Klar! Ich kenne dich doch, du hast es bestimmt wieder eilig gehabt!”

“Gar nicht, ich war eine Minute vorher da!”
“Das ist natürlich wirklich ganz gemütlich!”

“Ist doch jetzt egal, also wie kriegt man die Kratzer nun weg?”
“Hm… Beim Lackdoktor kostet das vielleicht… 200 Euro?”

“Oh… Das ist aber ganz schön viel für zwei Kratzer…”
“Ist ein Kratzer denn überhaupt so schlimm bei deinem Dienstwagen??”

“Naja, ich glaube schon…”
“Wieso? Ich meine, sehen wird man das doch wohl kaum, oder?”

“Also… Sehen tut man das, denke ich…”
“Frag erst mal deinen Chef, ob du das überhaupt machen lassen
musst.”

“Meinen Chef?? Hm, das wird mich nicht wirklich weiterbringen…”
“Wieso! Ich meine, ein paar Kratzer, was soll´s?”

“Ich glaube eher, das wird noch richtig stressig werden…”
“Ach komm, ich meine, wir reden doch nur von ein paar Kratzern!”

“Trotzdem wird das sehr schwierig, das weiß ich.”
“Aha? Und warum, bitte?”

“Weil ich mit deinem Auto gefahren bin!”

Kopfschüttel…

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Ich zwinge dich zu nichts

17. Mai 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Ich zwinge dich zu nichts (photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste und ich sind mit dem Auto auf dem Weg nach Kassel, um Freunde zu besuchen. Dafür dürfen wir uns über die volle Autobahn schieben.
Ich fahre heute, und das ist keinesfalls selbstverständlich; weil ich doch immer so dicht auffahren würde, sagt die Liebste stets.
Nunja.

“Fahr doch nicht so dicht auf!”
“Süße, ich fahre ganz normal.”

“Wenn der da jetzt bremst, dann hängst du ihm hinten drauf!”
“Quatsch! Ich habe ungefähr 500 Meter Abstand!”

“Gar nicht!”
“Wohl! Und jetzt lass mich.”

“Nie machst du, was ich dir sage!”
“Schatz! Ich mache viel zu oft, was du sagst!”

“Machst du ja gar nicht.”
“Ich müsste viel öfter mal Nein sagen…”

“Warum das denn??”
“Weil du viel zu oft deinen Willen durchsetzt.”

“Ich??”
“Ja, du!”

“Ich zwinge dich doch zu nichts?”
“Nein, aber du drehst dir die Sachen immer so hin.”

“Zum Beispiel??”
“Musste ich gestern zum Essen Wasser trinken?”

“Was soll das denn jetzt??”
“Hast du mir das Glas vollgeschüttet oder nicht!?”

“Habe ich, na und?”
“Ich wollte aber gar kein Wasser zum Essen!”

“Dann sag das doch einfach!”
“DAS HABE ICH GESAGT!! Zweimal.”

“Aber ich zwinge dich doch nicht, Wasser zu trinken??”
“Hast du gegen meinen Willen eingeschüttet oder nicht!?”

“Wasser trinken ist gesund.”
“Schön! Aber ich wollte keins.”

“Ich habe es doch aber nur gut gemeint!?”
“Aber ich wollte keins.”

“Und du trinkst immer viel zu wenig.”
“Aber ich wollte keins!”

“Und Wasser macht schlank.”
“Trotzdem wollte ich keins.”

“Ich trinke doch auch immer Wasser?”
“Ja. Und deshalb musst du auch dauernd aufs Klo rennen.”

“Gar nicht!”
“Wohl! Ich habe schon über eine Anhängerkupplung nachgedacht.”

“Fürs Auto?? Wofür brauchen wir die denn??”
“Dann könnte ich so ein blaues Dixi-Klo für dich hinten dranhängen.”

“Ich gehe grundsätzlich nicht auf Dixi-Klos.”
“Himmel, diese Frau, ich werde noch verrückt!”

“Was machst du da??”
“Ich fahre an der Tankstelle ran.”

“Ich muss doch aber gar nicht aufs Klo?”
“Schatz! Es dreht sich nicht immer alles nur um dich und Toiletten!”

“Was willst du denn dann da? Musst du etwa selber?”
“Nein, eigentlich wollte ich da für uns nur Kaffee kaufen.”

“Ich trinke doch aber gar keine Kaffee??”
“Das weiß ich! Du darfst auch gerne ein schönes Wasser kaufen.”

“Willst du nicht noch eine halbe Stunde weiterfahren?”
“Nee, warum!”

“Dann kann ich in einer halben Stunde aufs Klo gehen.”
“Ich möchte aber jetzt einen Kaffee und nicht in einer halben Stunde.”

“Dann müssen wir doch aber zweimal anhalten?”
“Na und?? Vielleicht schaffst du es ja auch bis Kassel ohne Klo.”

[Im gleichen Moment komme ich - Gott sei Dank - kurz hinter der Tankstelle auf dem kleinen Parkstreifen zum Stehen und schalte den Motor aus. Die Liebste zieht ihre Flip-Flops wieder an, setzt ihre Sonnenbrille auf, greift sich ihre Tasche und steigt aus.
Der Tankstellen-Eingang ist direkt um die Ecke, sehr praktisch.]

“Willst du jetzt wirklich Kaffee trinken?”
“Ja. Komm.”

“Bringst du mir ein Volvic mit?”
“Wieso! Kommst du denn nicht mit??”

“Nee.”
“Und warum nicht??”

“Ich gehe aufs Klo.”

Kopfschüttel…

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Ich verstehe kein Wort

9. März 2010, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste ist noch nicht zuhause, als ich am Abend in die Wohnung komme. Sie ist heute auf einer Weiterbildung in Walsrode gewesen und wahrscheinlich ist es etwas später geworden. Noch während ich meine Jacke aufhänge, klingelt das Telefon; und instinktiv weiß ich schon, wer das jetzt sein wird…

“Hallo Schatz, ich bin´s!”
“Hallo Süße, schön, dass du anrufst.”

“Was? Wie bitte?”
“SCHÖN, DASS DU ANRUFST!”

“Ich verstehe dich nicht, was?”
“Fahr langsamer!”

“Hörst du mich??”
“DU SOLLST LANGSAMER FAHREN!!”

“Langsamer??”
“JA, LANGSAMER! LANGSAMER ALS 380!”

“Ich fahre nicht 380, das geht ja gar nicht!”
“Ach, wirklich??”

“Ich fahre nur 340!”
“Ha-ha, SEHR WITZIG!”

“Ich wollte nur sagen, dass ich jetzt nach Hause komme.”
“Das ist schön, aber du sollst vorsichtig fahren.”

“Ich will doch aber ganz schnell bei dir sein!”
“Das freut mich, aber auf 5 Minuten kommt es nicht an.”

“Was? Was hast du gesagt?”
“AUF 5 MINUTEN KOMMT ES NICHT AN!”

“Ich komme nicht in 5 Minuten an, das schaffe ich nicht!”
“Nein, ich sagte…”

“Jetzt drängel mich doch nicht, schneller kann ich nicht!”
“Du sollst dir ja auch Zeit lassen!”

“Ich soll den Streit lassen??”
“Nein, Herr Gott nochmal, du sollst…”

“Wer streitet denn?? Ich wollte doch nur Bescheid sagen!”
“FAHR DOCH BITTE LANGSAMER, das ist doch total doof so!”

“Ich bin nicht doof!”
“Das habe ich auch nicht gesagt!”

“DU BIST DOOF!”
“Komisch, DAS war jetzt laut und deutlich zu verstehen!”

“Das können wir gerne machen!”
“WAS KÖNNEN WIR MACHEN!?”

“Nachher noch Weggehen, hast du doch eben vorgeschlagen!?”
“Ich sagte VERSTEHEN, nicht WEGGEHEN!”

“Was denn verstehen??”
“Liebste, können wir das jetzt bitte beenden?”

“Das vergiss mal, ich komme schön nach Hause!”
“Was??”

“Ich werde ganz bestimmt nicht wenden!”
“Sag mal, du willst mich doch verarschen, oder!?”

“Du willst mich verarschen??”
“Nein, DU MICH! NICHT ICH DICH!!”

“NICHT ICH DICH??”
“DOCH, DU MICH! HAST DU DAS JETZT VERSTANDEN!?”

“Ich verstehe kein Wort, was meinst du denn??”
“Himmel, ich kriege einen Nervenzusammenbruch, diese Frau, ich…”

“Was? Ich verstehe dich nicht!?”
“Ach, ich sprach auch nur mit mir selbst…”

“Mit wem??”
“BIS GLEICH SCHATZ, AUF WIEDERSEHEN!”

“Willst du schon auflegen??”
“JA! ICH – WILL – AUFLEGEN – JA – AUFLEGEN!”

“Na schön, aber eines muss ich dir schnell noch sagen!”
“Und was?”

“Isabelle versteht dich auch nicht!”
“Wer ist bitte Isabell??”

“Die sitzt hier neben mir, wir fahren zusammen!”
“Ähm, da sitzt noch jemand neben dir??”

“Ja, und sie schüttelt die ganze Zeit mit dem Kopf!”
“Warum sagst du mir das denn nicht!?”

“Kann ich vorher ahnen, dass du dich so aufführst??”

Kopfschüttel…

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Komisch…

10. Dezember 2009, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend im Wohnzimmer auf der Couch und schauen uns die neuesten Nachrichten zum Thema VW und Suzuki auf N24 an.
Die Fachleute sagen, VW mache das richtig.
Ich aber lese immer nur von Kurzarbeit, Nullrunden, Betriebsräten, Krisen, etc…
Komisch, oder?

“Du Schatz, wie ist das denn möglich??”
“Was denn, Süße?”

“Naja, wieso kann VW denn Suzuki kaufen??”
“VW kauft nicht Suzuki, sondern VW kauft ANTEILE von Suzuki.”

“Ach so.”
“Ja.”

“Trotzdem ist das komisch.”
“Komisch? Was denn?”

“Naja, warum kaufen die nicht einfach Toyota zum Beispiel?”
“Ähm…”

“Toyota finde ich viel besser als Suzuki.”
“Ja, das ist schön, aber…”

“Oder Yamaha!”
“Yamaha?? Die bauen doch gar keine Autos!?”

“Nee, aber Motorräder, Orgeln und Kopfhörer.”
“Orgeln, genau… Und was bitte soll VW damit??”

“Keine Ahnung, aber besser als Suzuki wäre das allemal!”
“Liebste, da wird doch gerade erklärt, warum VW das macht!”

“Ach, das ist doch alles nur wieder so Analysten-Geschwafel.”
“Geschwafel, ach tatsächlich?? Komisch, dass dich niemand fragt!”

“Ja, eine Frechheit ist das…”
“Ich dachte, du magst VW sowieso nicht??”

“Na und??”
“Warum soll dich Herr Winterkorn dann fragen??”

“Winterkorn kenne ich, mit dem habe ich schon gesprochen.”
“Wie bitte??”

“Ist doch nichts dabei??”
“Du hast mit dem Vorstandsvorsitzenden von VW gesprochen??”

“Naja, Vorstand würde ich das jetzt nicht gerade nennen…”
“Aha, und wie würdest DU dann seine Position nennen??”

“Naja, Werkstattleiter oder Kundenserviceleiter oder so!”
“Liebste, ich kriege schon wieder Kopfschmerzen…”

“Wieso denn?? Ich habe mit dem gesprochen, vorletzte Woche!”
“Du hast wohl kaum mit Martin Winterkorn gesprochen!!”

“Wie der mit Vornamen heißt, weiß ich nicht mehr…”
“Das ist doch auch egal, aber du hast doch nicht mit…”

“…weil ich doch einen Audi haben will, deswegen!?”
“In Bremen??”

“Ja, bei Autohaus Schmidt & Koch. Oder hieß der Hagedorn??”
“Oh Gott, meine Nerven…”

“Was ist denn??”
“Wir reden hier doch von einem ganz anderen Ha…, äh, Winterkorn!!”

“Ach so, heißt der im Vorstand da auch so??”
“Ja, der auch…”

“Deswegen wusste der so gut Bescheid…”
“Bescheid?? Wer jetzt! Wer weiß was?”

“Der Hagedorn, mit dem ich gesprochen habe, der wusste alles!”
“So? Was wusste der denn??”

“Der kennt sich echt gut aus und so mit Audi, VW und so Sachen.”
“Ist das nicht sein Job??”

“Nee, nee, der wusste irgendwie mehr als alle anderen.”
“Und was soll mir das jetzt sagen??”

“Kein Wunder, dass der mehr weiß, jetzt verstehe ich das auch!”
“Wie bitte?? Was??”

“Wegen den Emails.”
“Emails??”

“Na wenn da einer was Geheimes an den Vorstand schreibt?”
“Ja? Was ist dann??”

“Dann kann der sich leicht vertippen und schreibt an Hagedorn.”
“Ähm…”

“Und nicht an Winterkorn!”
“Das ist, ähm, wieder mal eine dermaßen haarsträubende…”

“Aber der Winterkorn bekommt jetzt ja das gleiche Problem.”
“Ich weiß gar nicht, ob ich das wirklich noch wissen möchte…”

“Der muss aufpassen, dass er nicht beim Griechen landet.”
“Liebste… Bring es bitte zum Ende, ich kann einfach nicht mehr…”

“Beim Griechen, haha!”
“Na schön, also… WARUM UM ALLES IN DER WELT BEIM GRIECHEN??”

“Weil er anstatt an Suzuki aus Versehen an Tzaziki schreibt!”

Kopfschüttel…

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Das ist ja gerade das Schlimme

31. Juli 2009, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sitzen im Auto und sind auf dem Weg zu einem großen Einrichtungshaus. Es besteht laut Liebste Bedarf an Accessoires für verschiedene Ecken der Wohnung, alles schon längst überfällig.
Soweit so gut, allerdings stehen Wir im Augenblick auf der A1 im Stau.

“Wieso ist denn jetzt hier so ein blöder Stau??”
“Hier ist IMMER Stau, Süße.”

“Immer??”
“Immer. Wegen der großen Baustelle.”

“Also wenn ich hier lang fahre, ist nie Stau.”
“Ja nee, iss klar…”

“Ich habe hier noch nie im Stau gestanden.”
“Schön, und was willst du mir damit jetzt sagen??”

“Dass das an dir liegen muss.”
“Ach so, ja klar, warum bin ich da nicht gleich drauf gekommen!”

“Du fährst aber auch immer so komisch…”
“Zurzeit stehe ich.”

“Das merke ich. Fahr doch mal rechts, da geht´s viel schneller!”
“Schatz, hier stehen alle im Stau, egal ob rechte oder linke Spur.”

“Das ist nicht egal.”
“Mal geht es links schneller, mal rechts.”

“Und genau deshalb sollte man mit dir nicht einkaufen gehen.”
“Wie bitte??”

“Weil du dich dann auch immer an der falschen Kasse anstellst.”
“Sag mal, du spinnst ja wohl!”

“Ist doch wahr!”
“Das ist NICHT wahr, das ist lediglich Zufall!”

“Quatsch, Zufall, pff!”
“Mal stehst du an der falschen Kasse, mal ich!?”

“Das stimmt.”
“Eben.”

“Das ist ja gerade das Schlimme.”
“Was??”

“Du oder ich, wir stehen 1-mal pro Monat an der falschen Kasse.”
“Mag sein, schön, und??”

“Deswegen stehst du viel häufiger falsch, als ich.”
“Liebste, könntest du mir bitte diese faszinierende Logik mal…”

“Ist doch ganz einfach!”
“Was auch immer es ist, es ist bestimmt Schwachsinn!”

“Ist es nicht! Immer denkst du, ich würde nur Blödsinn reden!”
“Tust du ja auch!”

“Nur weil du nicht rechnen kannst! DU bist hier der Blödmann!”
“Hallo?? Wenn du und ich jeweils 1-mal falsch stehen, dann…”

“…dann stehst du 5-mal mehr falsch, als ich.”
“Warum??”

“Weil ich 10-mal pro Monat einkaufe und du nur 2-mal.”
“Wie bitte??”

“Ich muss ja immer alles erledigen, du machst ja nichts!”
“Was soll das denn jetzt bitte heißen??”

“Du könntest ruhig auch mal!”
“Aber wir wechseln uns doch immer ab mit Einkaufen gehen??”

“Denkst du…”
“Tun wir nicht??”

“Nein! Ich muss immer noch mal los zwischendurch!”
“Weshalb denn?? Wir haben doch einen Einkaufszettel??”

“Man kann nicht alles aufschreiben, da muss man mitdenken.”
“Wenn wir nicht schon stehen würden, JETZT müsste ich anhalten!!”

“Anhalten? Wieso?”
“UM DICH RAUSZUSCHMEISSEN!”

“Das würde ich an deiner Stelle aber nicht tun…”
“Und wieso nicht??”

“Weil du ohne mich wieder an der falschen Kasse stehen wirst!”

Kopfschüttel…

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Keine Schnitte

4. Mai 2009, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich fahren durch Zufall an der großen Open-Air Kartbahn in Bassum vorbei; kurzentschlossen halten wir an, um bei dem schönen Wetter einen Blick auf die Bahn und die Fahrer zu werfen.
Kart fahren ist eine tolle Sache, finde ich!

“Mann, ist das laut und dreckig…”
“Süße, das muss so sein.”

“Wieso muss das so sein??”
“Weil es sonst keinen Spaß macht, deswegen.”

“Bist du schon mal Kart gefahren?”
“Natürlich.”

“Wo denn??”
“Damals in Stuttgart, mit den Kollegen.”

“Ich noch nicht.”
“Echt nicht? Sollen wir mal ne Runde drehen?”

“Was! Hier?? Jetzt??”
“Schatz, wir sind auf einer Kartbahn, oder??”

“Das weiß ich, ich bin ja nicht doof!”
“Und hier stehen Karts, also was hindert uns??”

“Ich steig doch nicht in so ein Ding ein!”
“Und warum nicht??”

“Das ist mir zu gefährlich.”
“Quatsch! Da passiert gar nichts.”

“Und die fahren da ja alle mit Helm!”
“Und?”

“Ich setze doch nicht so einen verlausten Helm auf!”
“Da kommt ja auch noch die Haube drunter.”

“Was für eine Haube??”
“Die Sturmhaube, die zieht man unter dem Helm an.”

“HALLO?? Sturmhaube?? Über MEINE Haare??”
“Die bindest du doch sonst auch zusammen!?”

“Vergiss es! Du kannst ja fahren, wenn du willst!”
“Aber lass und doch zusammen fahren, das macht mehr Spaß!”

“Was bitte soll denn daran Spaß machen??”
“Naja, so hintereinander her und so…”

“Da hättest du doch eh keine Schnitte gegen mich.”
“Was? Was hast du gerade gesagt?”

“Dass du gegen mich keine Chance hättest.”
“Wie kommst du denn darauf??”

“Also bitte, das liegt doch wohl auf der Hand.”
“Ich dachte, du bist noch nie Kart gefahren??”

“Na und?”
“Woher willst du dann wissen, dass du mich abhängen würdest??”

“Das hängt mit meinem Gürtel zusammen.”
“Was?? Mit deinem Gürtel??”

[Die Liebste öffnet ihren Gürtel und zieht ihn aus den Gürtelschlaufen hinaus.]

“Hier, nimm.”
“Was soll ich mit deinem Gürtel??”

“Mach mal um.”
“Ich??”

“Nun mach!”
“Wozu??”

“Immer diese Fragerei, nun mach meinen Gürtel um!”
“Das brauche ich gar nicht erst probieren, der ist eh zu klein!”

“Eben.”
“Eben??”

“Noch Fragen?”
“Ja! Ich verstehe KEIN Wort!”

“Weil dir mein Gürtel nicht passt, verlierst du.”
“Was redest du denn da für einen Blödsinn!?”

“Das ist einfachste Physik.”
“Hä??”

“Weniger Masse braucht weniger Energie zum beschleunigen.”
“Ach nee! Und du meinst also, dass beim Kart fahren…”

“Genau, deine Masse hat gegen meine Masse keine Chance!”
“Ich glaube, ich höre gerade nicht richtig!?”

“Bis du auf der Geraden beschleunigt hast, bin ich schon weg!”
“Ach so!? Und Können und Geschick zählen gar nicht, oder was??”

“Nein.”
“Dann lass uns fahren, dann belehre ich dich eines besseren!”

“Wozu? Ich weiß doch, dass ich gewinne.”
“Ich werde dich elendig im Staub stehen lassen!”

“In deinen Träumen vielleicht!”
“Ich hole uns jetzt zwei Tickets, und dann werden wir ja sehen!”

“Hm… OK, aber ich möchte ein Kart mit guten Bremsen.”
“Natürlich. Fahrtauglich muss es schon sein.”

“Deswegen nicht! Zum Fahren brauche ich die Bremsen nicht!”
“Und warum dann??”

“Damit ich bremsen und auf dich warten kann.”
“Sehr witzig! Wirklich sehr witzig!”

“…und einem großen Rückspiegel.”
“Zum Schminken oder was?? HAHA!!”

“Nee.”
“Ach! Nicht??”

“Nein, den brauche ich, damit ich dich immer gut sehen kann!”
“DU kannst ja richtig lustig sein, Respekt!”

“Also schön, worauf warten wir noch!?”
“Prima! Gleich geht´s los!”

“Der Sieger kriegt ein Pistazien-Eis.”
“Pistazie? Aber du magst doch gar kein Pistazie??”

“Ich nicht, aber du.”
“Und was ist, wenn du gewinnst??”

“Ich gewinne ja nicht.”
“Aber du hast doch eben noch groß rumgetönt, dass du…”

“Ja, aber ich werde dich natürlich gewinnen lassen.”
“Wie bitte?? Warum das denn??”

“Sonst muss ich ja mit dir hier jahrelang jedes Wochenende hin!”

Kopfschüttel…

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Mit Autos kenne ich mich aus

24. März 2009, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend im Wohnzimmer und warten auf den Start der Tagesschau; naja, zumindest ich warte darauf.
Die Liebste frisiert derweil ihre Fingernägel und versucht anscheinend zu retten, was noch ohne Neulackierung zu retten ist.
Gut drei Minuten dauert es noch, also habe ich noch ein bisschen Zeit, meine Gedanken schweifen zu lassen.

“Schatz, warum machst du so ein nachdenkliches Gesicht?”
“Och, ich überlege nur was, Süße.”

“Und was?”
“Ich denke über mein Auto nach.”

“Wieso? Ist es schon wieder kaputt?”
“Bitte?? Es war doch noch nie kaputt!”

“Aber letzte Woche warst du doch in der Werkstatt?”
“Ja, aber da…”

“…da hast du dich tierisch aufgeregt, weiß ich doch!?”
“Ja, aber nur wegen der Scheibenwischer.”

“Deine Scheibenwischer waren kaputt??”
“Nein! Sie waren nicht kaputt, sie waren alt!”

“Und weswegen warst du da dann noch mal sauer?”
“Weil die Werkstatt für die neuen 63 Euro haben wollte!”

“Ist das denn viel?”
“Ja, das ist viel!! Wie kannst du bloß so eine Frage stellen!”

“Aber ich weiß doch nicht, was so Scheibenwischer sonst kosten.”
“Ja, weil du ja auch so ein Dienstwagenfuzzi bist!”

“Ich bin kein Fuzzi!”
“Ein Fuzzi ist, wer über Sachen redet, von denen er gar nichts weiß.”

“Ich weiß über mein Auto gut Bescheid!”
“So?? Was kostet denn zur Zeit ein Liter Diesel?”

“Ähm…”
“Was kostet eine Standardinspektion für deinen Wagen?”

“Hm…”
“Was hat der neue Tankdeckel gekostet, den du abgerissen hattest?”

“Tja…”
“Eben, du weißt es nicht! Weil du es ja auch nicht bezahlen musst!”

“Na und??”
“Ist ja egal, zahlt ja die Firma!”

“Naja, vielleicht, aber trotzdem kenne ich mich mit Autos aus.”
“Aha. Dann kannst du mir ja vielleicht bei meinem Problem helfen.”

“Ich kann dir helfen?? Au ja! Was denn?”
“Also mein Auto, also der Vertrag, der läuft im August aus.”

“Verstehe.”
“Ja, und dann brauche ich ja ein neues.”

“Und wo ist das Problem??”
“Ich weiß nicht, was ich dann nehmen soll. Hast du ne Idee?”

“Was ist dir denn an einem neuen Auto am wichtigsten?”
“Naja, also, geringer Verbrauch, Komfort, leise soll er sein, und…”

“Das finde ich auch, ja.”
“…und Airbags, und ein paar mehr PS dürfen es auch sein, und…”

“Ja, verstehe, ja.”
“Genau, und dann vielleicht ein festes Navi, vielleicht Tempomat?”

“OK, ja.”
“Audi fände ich ja gut, aber ist ganz schön teuer.”

“Stimmt.”
“Und BMW ist im Unterhalt so teuer.”

“Ja.”
“Naja, und Golf oder einen Opel, nee…”

“Jaja.”
“Schatz, also du bist nicht gerade hilfreich!?”

“Wieso?”
“Naja, du hilfst mir ja nicht!”

“Was soll ich denn machen??”
“Du hast doch eben gesagt, dass du dich mit Autos gut auskennst!?”

“Ja, das stimmt ja auch, und??”
“Na dann gib mir doch mal einen fachlichen Rat, was ich nehmen soll!”

“Ach so! Tue ich doch gerne!”
“Ja schön, und was ist dein Rat jetzt?”

“Nimm auf jeden Fall ein schwarzes. Silber-metallic ist out!”

Kopfschüttel…

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Eine Sache vielleicht noch…

1. Dezember 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste hat vor 2 Minuten unsere Wohnung verlassen, um sich auf den Weg zu einer Freundin zu machen.
Die beiden wollen mal “tratschen”; so unter Frauen eben. Ich sitze bereits auf dem Sofa und will es mir gerade gemütlich machen, da klingelt das Telefon…

“Schatz?? Hallo??”
“Ja Süße, ich bin hier, was ist denn??”

“Ich stehe hier gerade vor meinem Auto!”
“Schön. Und?”

“Es ist ganz zugefroren!”
“Das glaube ich, alle anderen Autos ja auch.”

“Aber ich kann meinen Eiskratzer nicht finden!”
“Ach so, na dann mach doch den Motor an und warte?”

“Das macht man aber nicht, das ist Umweltverschmutzung!”
“Dann nimm deine EC-Karte und kratz damit.”

“Nee! Dann bricht die noch durch und dann ist sie kaputt!”
“Schatz! Warum rufst du mich denn jetzt eigentlich an??”

“Hast du nicht eine Idee, wie ich die Scheibe jetzt frei kriege??”
“Tja… Ich habe einen Eiskratzer bei mir im Auto…”

“Kann ich den haben?? Bitte, bitte, bitte!”
“Aber dann muss ich ja jetzt runterkommen!”

“Bitte, bitte, bitte!!”
“Na schön, ich komme gleich, warte… Tschüss.”

“Halt, Schatz, nicht auflegen!”
“Was ist denn noch!?”

“Kannst du mir dann bitte auch meine Handschuhe mitbringen?”
“Ja… Wo sind die denn…”

“In meiner Schublade im Schrank.”
“Schön. Sonst noch was?”

“Naja, eine Sache vielleicht noch…”
“Himmelherrgott! Was denn??”

“Bring doch am besten auch deine eigenen Handschuhe mit, ja?”
“Meine?? Wofür brauche ich denn jetzt meine Handschuhe??”

“Naja, damit dir die Hände nicht so kalt werden beim Kratzen?”
“Mir?? Ich kratze doch nicht DEIN Auto frei!”

“Aber Schatz, es ist doch dein Eiskratzer??”
“…den ich dir gerne leihe!”

“Mit deinem Eiskratzer komme ich aber nicht zurecht!”
“Liebste! Man nimmt ihn und kratzt, fertig!”

“Ich kann aber nur mit meinem eigenen Eiskratzer kratzen.”
“…den du ja nun aber leider verschlunzt hast!”

“An meinem ist so ein Handschuh dran, an deinem nicht!”
“Na und?? Handschuhe bringe ich dir ja mit!”

“Also willst du mir nicht helfen, wenn du runter kommst??”
“Ich kann dich gerne anfeuern, wenn dir das hilft!”

“Früher hättest du mir gerne mein Auto freigekratzt!”
“Jajaja. Früher war eben alles besser.”

“War es auch!”
“Kein Wunder, da hattest du ja auch noch deinen eigenen Eiskratzer.”

“Blödmann!”
“Also soll ich jetzt runter kommen oder nicht!?”

“Ja.”
“Dann lege ich jetzt auf.”

“Halt! Warte!”
“Oh Mann, du bringst mich noch zur Verzweiflung! WAS DENN!!”

“Ich habe eine Idee.”
“Oh nein, nicht auch noch eine Idee!!”

“Kannst du mich nicht eben mit deinem Auto zu Anne fahren?”
“Warum das denn jetzt??”

“Dann brauchen wir mein Auto doch nicht freikratzen.”
“Aber dann muss ich ja meins freikratzen??”

“Ich kann dich gerne anfeuern, wenn dir das hilft!”

Kopfschüttel…

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Lieblingspost

2. Oktober 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sitzen beide an unseren Schreibtischen im Arbeitszimmer und erledigen so dies und das.
Aus den Augenwinkeln bemerke ich, dass die Liebste ihre heutige Post öffnet und verschiedene Briefe durchschaut.

“Schatz? Hast du mal ne Minute?”
“Was denn, Süße?”

“Ich habe mal wieder meine Lieblingspost gekriegt.”
“Lieblingspost? Was ist denn bitte deine Lieblingspost?”

“Ein Spendenaufruf aus Hamburg.”
“Aha, und wofür sollst du spenden?”

“Für die Verkehrssicherheit. 35 Euro soll ich spenden.”
“Ach! Bist du also mal wieder geblitzt worden, ja?”

“Dabei konnte ich gar nichts dafür, ich…”
“Klar, du kannst ja nie was dafür, dass dein Auto immer so schnell fährt.”

“Genau, aber das ist hier jetzt gar nicht das Problem.”
“Sondern??”

“Ich bin gar nicht gefahren.”
“Wie bitte??”

“Na schau dir doch mal das Foto an, das bin doch nicht ich!”
“Ähm…”

“Hier!”
“Schatz, also… Ich denke schon, dass du das bist…”

“Schau dir mal die schrecklichen Haare an und die Sonnenbrille!”
“Ja, und?”

“So sehe ich doch gar nicht aus!”
“Was stimmt denn damit nicht??”

“Die Haare sind ganz platt und die Brille viel zu groß.”
“Naja, also, ähm…”

“So sehe ich aus im Auto?? Nee, auf keinen Fall!”
“Na schön, und was soll ich da jetzt machen?”

“Du sollst mir sagen, dass mir das überhaupt nicht ähnlich sieht!”
“Schatz, das Foto sieht dir überhaupt nicht ähnlich.”

“Sage ich doch!”
“Und jetzt?”

“Jetzt bezahlst du das Knöllchen.”
“Ich?? Warum denn ich?”

“Weil ich das da nicht bin auf dem Foto!”
“Aber ich doch auch nicht!”

“Es dürfen nur zwei Leute mit dem Wagen fahren, ich und du.”
“Schön! Und??”

“Da ich das auf dem Foto nicht bin, musst du es gewesen sein!”
“Ich?? Haha!!”

“Ich meine das absolut ernst!”
“Ich bin doch aber nicht mit deinem Auto gefahren!?”

“Dir sieht das Foto aber ähnlicher, als mir!”
“Habe ich vielleicht lange Haare??”

“Trotzdem…”
“Schatz! Wie kommst du bloß immer auf solche Ideen!”

“Bezahlst du jetzt dein Knöllchen?”
“Nein!”

“Möchtest du vielleicht den Anhörungsbogen ausfüllen?”
“Nein, möchte ich nicht… Und jetzt lass mich!”

“Na gut, dann bezahle ich eben jetzt für dich.”
“Oh! Wie überaus großzügig! Vielen Dank!”

“Gern geschehen! Aber eins sage ich dir…”
“So? Und was, bitte sehr??”

“Geh mal zum Friseur, du siehst unmöglich aus auf dem Foto!”

Kopfschüttel…

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Abgebrochene Fingernägel

31. Juli 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste sitzt an ihrem Schreibtisch und tippt konzentriert auf ihrem Notebook rum, als ich heute nach getaner Arbeit nach Hause komme.
Unsere Begrüßung fällt herzlich aus wie immer, allerdings ist heute irgendetwas anders…
Aber was??

“Und? Wie war dein Tag, Schatz?”
“Gut, Süße, aber sag mal: stimmt irgendetwas nicht?”

“Wie kommst du darauf??”
“Ich weiß nicht, irgendwie habe ich so ein Gefühl…”

“Das kann man wohl sagen, dass was nicht stimmt!”
“Oh… Hat es was mit mir zu tun?”

“Ja!!”
“Und was?”

“Du bist schuld, dass ich mir heute einen meiner Fingernägel abgebrochen habe! Hier!”
“Ähm… Ich??”

“Ja, du! Schau, das kann ich auch nicht mehr wegfeilen!”
“Oh je! Komisch, davon stand heute gar nichts in der BILD-Zeitung…”

“Mach dich nur lustig, wirklich sehr witzig!”
“Gut, und wieso bin ICH schuld, wenn DU dir einen Nagel abbrichst??”

“Weil du mir dein Navi geliehen hast.”
“Ähm…”

“Weil ich ja zurzeit den Leihwagen habe, erinnerst du dich?”
“Ja schon, aber ich gebe dir netterweise MEIN Navi und wieso…”

“Der Bildschirm ist zu klein, da kann man nicht drauf tippen!”
“Ach, jetzt verstehe ich, und dabei hast du dir einen Nagel abgebrochen?”

“Nein.”
“Aha, nicht… Und wobei dann?”

“Ich benutze ja immer den Stift, der im Navi hinten drin steckt.”
“Ach so, und beim Rausziehen hast du dir den Nagel abgebrochen.”

“Nein.”
“Auch nicht, soso… Schatz, nur so beiläufig: WOBEI DENN??”

“Dann ist mir der blöde Navi-Stift im Auto runter gefallen…”
“Na und??”

“…und irgendwo in der blöden Sitzschiene gelandet!”
“Oh, das ist schlecht, das kenne ich! Und dann?”

“Dann wollte ich ihn da rausholen und dabei…”
“…ah, DABEI ist dir dann dein Nagel abgebrochen!”

“Genau! So ein Mist! Hier, guck mal, guck mal!”
“OK, das sieht grauenhaft aus, wirklich hässlich… Und weiter?”

“Was denn weiter! Reicht das denn noch nicht??”
“Ähm, doch, also, aber… Ich meine, und der kleine Stift??”

“Was soll damit sein??”
“Naja, wie hast du ihn denn da dann wieder raus gekriegt?”

“Gar nicht.”
“GAR NICHT?? Soll das heißen, dass…”

“Der Stift ist futsch. Ich ruiniere mir doch nicht noch mehr Nägel!”
“GIB MIR SOFORT DEN AUTOSCHLÜSSEL!”

“Geht nicht, habe das Auto schon wieder abgegeben vorhin.”
“Wie bitte?? Mit MEINEM Stift drin??”

“Da hättest du auch nichts machen können!”
“Das wage ich zu bezweifeln!”

“Ehrlich, das war da ganz doof gemacht!”
“Himmel! Frauen… So, und jetzt ist der Stift also weg. Toll.”

“UND mein Nagel ist hin, schon vergessen??”
“Du kaufst mir morgen sofort einen neuen Stift!”

“Habe ich schon.”
“Was?? Dann ist ja alles in Ordnung, warum sagst du das nicht gleich??”

“Ich wollte dich überraschen.”
“Aha… Und wo ist er? Im Navi?”

“Nee, der neue Stift liegt da auf deinem Schreibtisch.”
“Wo?”

“Na da!”
“Aber Schatz, das ist ja ein Bleistift!”

“Ich weiß, das ist ein bisschen doof. Aber andere gab´s da nicht!”

Kopfschüttel…

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Einmal Mini, zweimal Maxi

19. Juni 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Einmal Mini, zweimal Maxi (photocase.de © Jelka)Meine Liebste sitzt an ihrem Schreibtisch, als ich von einer zweitägigen Dienstreise aus London zurückkehre.
Wie üblich freuen wir uns über das Wiedersehen und fallen uns glücklich in die Arme. Mal sehen, was es bei der Liebsten so Neues gibt!

“Und Schatz? Wie war deine Reise?”
“Alles gut, Süße, hat alles geklappt.”

“Sehr schön!”
“Was gibt´s denn Neues hier bei dir?”

“Och, nichts eigentlich… Nichts Besonderes.”
“Aha. Das ist nicht viel.”

“Aber was ich dich noch fragen wollte…”
“Ja? Was?”

“…und ich muss noch betonen, dass ich gar nichts dafür konnte!”
“Wieso, was ist denn??”

“Kann man Kratzer am Kotflügel irgendwie wegpolieren oder so?”
“Was für Kratzer denn??”

“Wenn man zum Beispiel beim Rückwärtsfahren was übersieht?”
“Wie bitte?? Hast du etwa einen Unfall gehabt??”

“Nein, da war nur so ein blöder Dornenbusch und den habe ich…”
“Den hast du schön mitgenommen, ja?!”

“Öhm… Sind halt zwei, drei Kratzer hinten von den Dornen…”
“Wo war das denn??”

“Auf dem Parkplatz, als ich gestern Abend zum Sport wollte.”
“Aha… Also wenn es Mini-Kratzer sind, kann man die sicher
wegpolieren…”

“Ah so, gut. Und wenn es keine Mini-Kratzer sind?”
“Also was denn nun, Mini oder Maxi??”

“Tja, eher einmal Mini, zweimal Maxi, würde ich sagen…”
“Da musst du aber ganz schön reingebrezelt sein!”

“Ich war ganz langsam, aber im Spiegel war nichts zu sehen!”
“Klar! Ich kenne dich doch, du hast es bestimmt wieder eilig gehabt!”

“Gar nicht, ich war eine Minute vorher da!”
“Das ist natürlich wirklich ganz gemütlich!”

“Ist doch jetzt egal, also wie kriegt man die Kratzer nun weg?”
“Hm… Beim Lackdoktor kostet das vielleicht… 200 Euro?”

“Oh… Das ist aber ganz schön viel für zwei Kratzer…”
“Ist ein Kratzer denn überhaupt so schlimm bei deinem Dienstwagen??”

“Naja, ich glaube schon…”
“Wieso? Ich meine, sehen wird man das doch wohl kaum, oder?”

“Also… Sehen tut man das, denke ich…”
“Frag erst mal deinen Chef, ob du das überhaupt machen lassen
musst.”

“Meinen Chef?? Hm, das wird mich nicht wirklich weiterbringen…”
“Wieso! Ich meine, ein paar Kratzer, was soll´s?”

“Ich glaube eher, das wird noch richtig stressig werden…”
“Ach komm, ich meine, wir reden doch nur von ein paar Kratzern!”

“Trotzdem wird das sehr schwierig, das weiß ich.”
“Aha? Und warum, bitte?”

“Weil ich mit deinem Auto gefahren bin!”

Kopfschüttel…

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Ich zwinge dich zu nichts

17. Mai 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Ich zwinge dich zu nichts (photocase.de © onesecondupndown)Meine Liebste und ich sind mit dem Auto auf dem Weg nach Kassel, um Freunde zu besuchen. Dafür dürfen wir uns über die volle Autobahn schieben.
Ich fahre heute, und das ist keinesfalls selbstverständlich; weil ich doch immer so dicht auffahren würde, sagt die Liebste stets.
Nunja.

“Fahr doch nicht so dicht auf!”
“Süße, ich fahre ganz normal.”

“Wenn der da jetzt bremst, dann hängst du ihm hinten drauf!”
“Quatsch! Ich habe ungefähr 500 Meter Abstand!”

“Gar nicht!”
“Wohl! Und jetzt lass mich.”

“Nie machst du, was ich dir sage!”
“Schatz! Ich mache viel zu oft, was du sagst!”

“Machst du ja gar nicht.”
“Ich müsste viel öfter mal Nein sagen…”

“Warum das denn??”
“Weil du viel zu oft deinen Willen durchsetzt.”

“Ich??”
“Ja, du!”

“Ich zwinge dich doch zu nichts?”
“Nein, aber du drehst dir die Sachen immer so hin.”

“Zum Beispiel??”
“Musste ich gestern zum Essen Wasser trinken?”

“Was soll das denn jetzt??”
“Hast du mir das Glas vollgeschüttet oder nicht!?”

“Habe ich, na und?”
“Ich wollte aber gar kein Wasser zum Essen!”

“Dann sag das doch einfach!”
“DAS HABE ICH GESAGT!! Zweimal.”

“Aber ich zwinge dich doch nicht, Wasser zu trinken??”
“Hast du gegen meinen Willen eingeschüttet oder nicht!?”

“Wasser trinken ist gesund.”
“Schön! Aber ich wollte keins.”

“Ich habe es doch aber nur gut gemeint!?”
“Aber ich wollte keins.”

“Und du trinkst immer viel zu wenig.”
“Aber ich wollte keins!”

“Und Wasser macht schlank.”
“Trotzdem wollte ich keins.”

“Ich trinke doch auch immer Wasser?”
“Ja. Und deshalb musst du auch dauernd aufs Klo rennen.”

“Gar nicht!”
“Wohl! Ich habe schon über eine Anhängerkupplung nachgedacht.”

“Fürs Auto?? Wofür brauchen wir die denn??”
“Dann könnte ich so ein blaues Dixi-Klo für dich hinten dranhängen.”

“Ich gehe grundsätzlich nicht auf Dixi-Klos.”
“Himmel, diese Frau, ich werde noch verrückt!”

“Was machst du da??”
“Ich fahre an der Tankstelle ran.”

“Ich muss doch aber gar nicht aufs Klo?”
“Schatz! Es dreht sich nicht immer alles nur um dich und Toiletten!”

“Was willst du denn dann da? Musst du etwa selber?”
“Nein, eigentlich wollte ich da für uns nur Kaffee kaufen.”

“Ich trinke doch aber gar keine Kaffee??”
“Das weiß ich! Du darfst auch gerne ein schönes Wasser kaufen.”

“Willst du nicht noch eine halbe Stunde weiterfahren?”
“Nee, warum!”

“Dann kann ich in einer halben Stunde aufs Klo gehen.”
“Ich möchte aber jetzt einen Kaffee und nicht in einer halben Stunde.”

“Dann müssen wir doch aber zweimal anhalten?”
“Na und?? Vielleicht schaffst du es ja auch bis Kassel ohne Klo.”

[Im gleichen Moment komme ich - Gott sei Dank - kurz hinter der Tankstelle auf dem kleinen Parkstreifen zum Stehen und schalte den Motor aus. Die Liebste zieht ihre Flip-Flops wieder an, setzt ihre Sonnenbrille auf, greift sich ihre Tasche und steigt aus.
Der Tankstellen-Eingang ist direkt um die Ecke, sehr praktisch.]

“Willst du jetzt wirklich Kaffee trinken?”
“Ja. Komm.”

“Bringst du mir ein Volvic mit?”
“Wieso! Kommst du denn nicht mit??”

“Nee.”
“Und warum nicht??”

“Ich gehe aufs Klo.”

Kopfschüttel…

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