War ja eigentlich ganz einfach

25. Mai 2010, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste kommt am Pfingstmontag abends von einer Verabredung nach Hause; sie hatte sich mit zwei Freundinnen im Einkaufszentrum “Waterfront” zum Kaffee trinken und anschließendem Kinobesuch verabredet.
Allerdings zieht die Liebste ein ziemlich langes Gesicht…

“Hallo, ich bin wieder da.”
“Prima, Süße! Und? Wie war´s?”

“Wir hatten einen netten Nachmittag.”
“Aha. Allerdings machst du gar nicht den Eindruck?”

“Ich bin ja auch sauer auf dich.”
“Auf mich?? Warum??”

“Weil ich dich gefragt hatte, wie man zur Waterfront kommt!”
“Und? War doch ganz einfach, oder?”

“Ich bin da abgefahren, wo du gesagt hast!”
“Und??”

“Und dann stand ich plötzlich irgendwo in der Pampa!”
“Wie bitte??”

“B6 und dann die Abfahrt Richtung Walle, hast du gesagt!”
“Das stimmt ja auch!?”

“Das stimmt eben nicht! Da kommt man ganz woanders hin!”
“Du bist bestimmt nur falsch abgebogen oder so…”

“Bin ich nicht! Und wegen dir musste ich Birgit anrufen!”
“Birgit??”

“Damit sie mir sagt, wie ich zur Waterfront komme!”
“Und konnte sie dir helfen?”

“Natürlich, BIRGIT kennt sich ja in Bremen auch aus!”
“Moment mal, soll das heißen, dass ich mich nicht auskenne??”

“Offensichtlich nicht!”
“Hallo?? Wie kann man denn bitte Bremen-Walle nicht finden??”

“Das frage ich mich auch, war ja eigentlich ganz einfach.”
“Also hör mal, einfacher konnte ich es dir doch gar nicht erklären!”

“Quatsch, du wolltest dir bloß keine Mühe geben!”
“B6, dann Walle runter und immer geradeaus, das ist doch…”

“…das ist falsch, denn da kommt man nicht zur Waterfront!”
“Bin ich doch selbst schon tausendmal gefahren!?”

“Kann ja sein, aber du fährst sowieso immer so komisch.”
“Was??”

“Das war mir echt peinlich, Birgit anrufen zu müssen…”
“Du hättest ja auch mich anrufen können??”

“Dich?? Wo du mir das doch eingebrockt hast?? Nee!”
“Und warum hast du kein Navi mitgenommen??”

“Weil du gesagt hast, das sei puppieinfach!”
“Was ja auch stimmt!?”

“Gar nicht! Warte, ich zeige dir das schnell bei Google.”

[Meine Liebste rennt ins Arbeitszimmer, kramt ihr Notebook aus der Tasche und kommt zu mir zurück ins Wohnzimmer.
Nach einer kleinen Ewigkeit startet dann auch endlich Google Maps und die Liebste sucht gefühlte 1.240 Minuten die Straßen, auf denen sie gefahren und hier und da abgebogen ist...]

“Hier, da! Da sollte ich abbiegen!”
“Liebste, das ist nicht die B6, das ist die A27!”

“Na und?”
“Was heißt denn na und?? Da warst du doch gar nicht!?”

“Natürlich war ich auf der A27!”
“Das kann ja gar nicht sein, du warst doch auf der B6??”

“Nein. Ich war auf der A27.”
“Und warum dort??”

“Weil ich vorher aus Versehen auf die A28 gefahren bin.”
“Was?? Das verstehe ich jetzt nicht??”

“Ich habe halt die Abfahrt verpasst, na und??”
“Aber was wolltest du denn überhaupt auf der A28??”

“Weiß ich auch nicht, auf jeden Fall war ich da plötzlich.”
“Und wie bist du dann von dort auf die A27 gekommen??”

“Naja, ich habe jemanden an einer Tankstelle gefragt.”
“Und der hat dich zur A27 geschickt??”

“Nee, der hat gesagt, ich soll auf die B6.”
“Das stimmt ja auch!?”

“Da war aber keine B6!”
“Naja, zuerst ist es die B75, die wird dann zur B6…”

“Woher soll ich das denn wissen??”
“Hat dich der Tankwart denn da nicht hingeschickt??”

“Doch, aber ich dachte, der spinnt!”
“Oh Mann, Liebste, das ist ja mal wieder so typisch!”

“Was denn?? Hättest du mir das richtig erklärt, dann…”
“Ich habe dir das richtig erklärt!”

“Da kam aber links keine Waterfront, wie du es gesagt hast!”
“Aber Liebste, du bist doch auch total woanders gewesen!?”

“Aber meinem Gefühl nach hätte das passen müssen!”
“Deinem Gefühl nach??”

“Ich wusste ja, dass ich ungefähr da bin, wo du gesagt hast!”
“Himmel, ich brech zusammen…”

“Typisch! Erst mir den falschen Weg sagen und jetzt jammern!”
“Wärst du gefahren, wie ich es dir gesagt habe, dann…”

“…dann wäre ich wahrscheinlich jetzt noch unterwegs!”

Kopfschüttel…

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Ist das ein Problem?

6. Mai 2010, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste kommt heute irgendwie später nach Hause, als sonst.
Sie wirkt etwas gestresst und außerdem hat sie einen Zettel in der Hand, der mir verdächtig nach Rechnung aussieht…
Was war denn da, war da was?

“Hallo Schatz!”
“Guten Abend Süße, na? Alles klar bei dir?”

“Ja, ist nur etwas spät geworden alles.”
“Wieso, was war denn?”

“Ich war noch in der Werkstatt.”
“Warum? War dein Auto kaputt?”

“Naja, war eigentlich nur eine Kleinigkeit.”
“Wieso, was denn?”

“Blinker hinten links war die Birne kaputt.”
“Ah, und die hast du austauschen lassen?”

“Ja.”
“Aber… Das geht doch eigentlich ganz schnell, oder?”

“Richtig, ich war aber trotzdem ganz schön lange da.”
“Wieso? Wie lange warst du denn da??”

“Naja… So gut drei Stunden?”
“Wie bitte??”

“Ja, um vier Uhr so ungefähr bin ich da auf den Hof gefahren.”
“Aber Liebste, jetzt ist es sieben Uhr??”

“Ja, ich weiß, ich wollte eigentlich auch längst hier sein.”
“Ja aber, ähm… Drei Stunden?? Für einen Birnenwechsel??”

“Ich hab gar nicht gemerkt, wie die Zeit verronnen ist…”
“Aha, ja, aber nochmal: drei Stunden??”

“Naja, das kann doch mal vorkommen? Ist das ein Problem?”
“Wenn eine Werkstatt dafür drei Stunden braucht, dann ja!”

“Die Werkstatt ist super, da gehe ich immer sehr gerne hin.”
“Also Moment mal, das kann doch wohl nicht…”

“Die sind alle so nett da und zuvorkommend!”
“Aber…”

“…und Kekse gibt´s da auch immer!”
“Na toll! Kekse! Aber keiner kann einen Blinker wechseln??”

“Wieso, läuft doch wieder??”
“Ja… Und die Rechnung? Was haben die dafür berechnet??”

“Ganz normal?”
“Also nicht drei Stunden Dienstleistung??”

“Nee, warum auch??”
“Aber du hast doch gesagt, dass es drei Stunden gedauert hat!?”

“Ja, aber doch nicht der Blinker!? Pff, du Dummerchen!”
“Ähm, was denn dann??”

“Ich habe zufällig meine alte Freundin Julia dort getroffen!”

Kopfschüttel…

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Darf ich?

16. März 2010, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sind auf dem Weg in den Bremer Weserpark, um dort ein paar Kleinigkeiten einzukaufen und anschließend vielleicht noch ins Kino zu gehen, mal sehen.
Wir sitzen im Auto und plaudern über dies und das, während wir über die volle Autobahn schleichen… Manche Paare reden ja gar nicht mehr miteinander, verstehe ich nicht…

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Wolltest du mir nicht noch was erzählen?”
“Ja? Wollte ich??”

“Ja, du hast vorhin gesagt, du müsstest mir noch was erzählen.”
“Ach ja! Stimmt!”

“Und was?”
“Ich habe heute Morgen in der Zeitung gelesen, dass…”

“Ach, das ist ja witzig!”
“Ähm, ich habe doch noch gar nichts gesagt??”

“Jaja, aber ich meine, ich habe auch was gelesen!”
“Heute?”

“Nein, gestern.”
“Aha, naja, also ich habe gelesen, dass…”

“…das wollte ich dir auch noch erzählen!”
“Schön, also ICH habe heute gelesen, dass…”

“Darf ich zuerst erzählen, ja?”
“Zuerst?? Wieso das denn jetzt??”

“Weil ich das sonst wieder vergesse.”
“Wie bitte??”

“Ich warte ja schließlich schon viel länger, als du!”
“Du wartest länger?? Worauf denn??”

“Dass ich dir das erzählen kann!”
“Du kannst ja gleich auch alles erzählen!?”

“Ich bin aber eigentlich zuerst dran!”
“Fangen wir jetzt schon an, Erzählprioritäten festzulegen??”

“Ich nicht, aber dir scheint das ja wahnsinnig wichtig zu sein.”
“Das ist mir ALLES ANDERE als wichtig, Liebste!”

“Schön, dann kann ich doch erzählen jetzt, oder??”
“Der Klügere gibt nach… Von mir aus… Erzähl.”

“Nee, nee, nee, das hat gar nicht mit klüger sein zu tun!”
“Herrgott, WAS willst du mir erzählen??”

“Ach, da geht der feine Herr jetzt schön drüber weg, was?!”
“Worüber gehe ich denn weg??”

“Du hast gesagt, dass ich die Dümmere bin!”
“Das habe ich NICHT gesagt!”

“Aber gemeint!”
“OK, OK. Ich nehme alles zurück. Geht das?”

“Hm…”
“Liebste, würdest du mir jetzt BITTE erzählen, was du gelesen hast?”

“Na schön.”
“Ich höre aufmerksam zu. Solange ich kann zumindest…”

“Also, ich habe gelesen, dass Menschen schnell alt werden.”
“-”

“-”
“Ähm…”

“-”
“Und?”

“Und? Was denn und??”
“Naja, UND?? Wie geht es weiter??”

“Was soll denn da weitergehen??”
“Menschen werden alt, ja, UND??”

“Nein, nein, nein, gemeint ist: sie werden SCHNELL alt!”
“Ja. Das habe ich verstanden. U-N-D??”

“Ich verstehe dich nicht?”
“Was heißt denn das jetzt??”

“Das heißt, dass ich nicht verstehe, was du nicht verstehst??”
“Nein, nein; ich meinte das von vorher?!”

“Vorher??”
“Himmel, ich kriege gleich einen Herzinfarkt, wenn das so w…!”

“…dann fahr aber bitte vorher rechts ran, ja?”
“SEHR WITZIG!!”

“..du und der Klügere, pff!”
“Was soll das denn jetzt??”

“Konzentrier dich wenigstens ein bisschen auf die Straße, ja?”
“Ja, sich mit dir zu unterhalten ist gefährlicher, als Handy am Steuer!”

“Dass sich Männer im Auto immer so aufregen müssen…”
“Es liegt sicher NICHT am Auto, DAS kann ich dir versichern!”

“Jetzt reg dich wieder ab, es ist doch alles in Ordnung!?”
“Ja, alles in Ordnung, alles in Ordnung, alles…”

“…also Schätzchen, was wolltest du mir denn nun erzählen?”
“Hm…”

“Ja?”
“Ähm… Tja, das habe ich jetzt dann wohl mal vergessen…”

“Macht nichts, das sagte ich ja bereits.”
“Was sagtest du bereits??”

“Dass Männer schnell alt werden!”

Kopfschüttel…

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Ich verstehe kein Wort

9. März 2010, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste ist noch nicht zuhause, als ich am Abend in die Wohnung komme. Sie ist heute auf einer Weiterbildung in Walsrode gewesen und wahrscheinlich ist es etwas später geworden. Noch während ich meine Jacke aufhänge, klingelt das Telefon; und instinktiv weiß ich schon, wer das jetzt sein wird…

“Hallo Schatz, ich bin´s!”
“Hallo Süße, schön, dass du anrufst.”

“Was? Wie bitte?”
“SCHÖN, DASS DU ANRUFST!”

“Ich verstehe dich nicht, was?”
“Fahr langsamer!”

“Hörst du mich??”
“DU SOLLST LANGSAMER FAHREN!!”

“Langsamer??”
“JA, LANGSAMER! LANGSAMER ALS 380!”

“Ich fahre nicht 380, das geht ja gar nicht!”
“Ach, wirklich??”

“Ich fahre nur 340!”
“Ha-ha, SEHR WITZIG!”

“Ich wollte nur sagen, dass ich jetzt nach Hause komme.”
“Das ist schön, aber du sollst vorsichtig fahren.”

“Ich will doch aber ganz schnell bei dir sein!”
“Das freut mich, aber auf 5 Minuten kommt es nicht an.”

“Was? Was hast du gesagt?”
“AUF 5 MINUTEN KOMMT ES NICHT AN!”

“Ich komme nicht in 5 Minuten an, das schaffe ich nicht!”
“Nein, ich sagte…”

“Jetzt drängel mich doch nicht, schneller kann ich nicht!”
“Du sollst dir ja auch Zeit lassen!”

“Ich soll den Streit lassen??”
“Nein, Herr Gott nochmal, du sollst…”

“Wer streitet denn?? Ich wollte doch nur Bescheid sagen!”
“FAHR DOCH BITTE LANGSAMER, das ist doch total doof so!”

“Ich bin nicht doof!”
“Das habe ich auch nicht gesagt!”

“DU BIST DOOF!”
“Komisch, DAS war jetzt laut und deutlich zu verstehen!”

“Das können wir gerne machen!”
“WAS KÖNNEN WIR MACHEN!?”

“Nachher noch Weggehen, hast du doch eben vorgeschlagen!?”
“Ich sagte VERSTEHEN, nicht WEGGEHEN!”

“Was denn verstehen??”
“Liebste, können wir das jetzt bitte beenden?”

“Das vergiss mal, ich komme schön nach Hause!”
“Was??”

“Ich werde ganz bestimmt nicht wenden!”
“Sag mal, du willst mich doch verarschen, oder!?”

“Du willst mich verarschen??”
“Nein, DU MICH! NICHT ICH DICH!!”

“NICHT ICH DICH??”
“DOCH, DU MICH! HAST DU DAS JETZT VERSTANDEN!?”

“Ich verstehe kein Wort, was meinst du denn??”
“Himmel, ich kriege einen Nervenzusammenbruch, diese Frau, ich…”

“Was? Ich verstehe dich nicht!?”
“Ach, ich sprach auch nur mit mir selbst…”

“Mit wem??”
“BIS GLEICH SCHATZ, AUF WIEDERSEHEN!”

“Willst du schon auflegen??”
“JA! ICH – WILL – AUFLEGEN – JA – AUFLEGEN!”

“Na schön, aber eines muss ich dir schnell noch sagen!”
“Und was?”

“Isabelle versteht dich auch nicht!”
“Wer ist bitte Isabell??”

“Die sitzt hier neben mir, wir fahren zusammen!”
“Ähm, da sitzt noch jemand neben dir??”

“Ja, und sie schüttelt die ganze Zeit mit dem Kopf!”
“Warum sagst du mir das denn nicht!?”

“Kann ich vorher ahnen, dass du dich so aufführst??”

Kopfschüttel…

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Komisch…

10. Dezember 2009, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend im Wohnzimmer auf der Couch und schauen uns die neuesten Nachrichten zum Thema VW und Suzuki auf N24 an.
Die Fachleute sagen, VW mache das richtig.
Ich aber lese immer nur von Kurzarbeit, Nullrunden, Betriebsräten, Krisen, etc…
Komisch, oder?

“Du Schatz, wie ist das denn möglich??”
“Was denn, Süße?”

“Naja, wieso kann VW denn Suzuki kaufen??”
“VW kauft nicht Suzuki, sondern VW kauft ANTEILE von Suzuki.”

“Ach so.”
“Ja.”

“Trotzdem ist das komisch.”
“Komisch? Was denn?”

“Naja, warum kaufen die nicht einfach Toyota zum Beispiel?”
“Ähm…”

“Toyota finde ich viel besser als Suzuki.”
“Ja, das ist schön, aber…”

“Oder Yamaha!”
“Yamaha?? Die bauen doch gar keine Autos!?”

“Nee, aber Motorräder, Orgeln und Kopfhörer.”
“Orgeln, genau… Und was bitte soll VW damit??”

“Keine Ahnung, aber besser als Suzuki wäre das allemal!”
“Liebste, da wird doch gerade erklärt, warum VW das macht!”

“Ach, das ist doch alles nur wieder so Analysten-Geschwafel.”
“Geschwafel, ach tatsächlich?? Komisch, dass dich niemand fragt!”

“Ja, eine Frechheit ist das…”
“Ich dachte, du magst VW sowieso nicht??”

“Na und??”
“Warum soll dich Herr Winterkorn dann fragen??”

“Winterkorn kenne ich, mit dem habe ich schon gesprochen.”
“Wie bitte??”

“Ist doch nichts dabei??”
“Du hast mit dem Vorstandsvorsitzenden von VW gesprochen??”

“Naja, Vorstand würde ich das jetzt nicht gerade nennen…”
“Aha, und wie würdest DU dann seine Position nennen??”

“Naja, Werkstattleiter oder Kundenserviceleiter oder so!”
“Liebste, ich kriege schon wieder Kopfschmerzen…”

“Wieso denn?? Ich habe mit dem gesprochen, vorletzte Woche!”
“Du hast wohl kaum mit Martin Winterkorn gesprochen!!”

“Wie der mit Vornamen heißt, weiß ich nicht mehr…”
“Das ist doch auch egal, aber du hast doch nicht mit…”

“…weil ich doch einen Audi haben will, deswegen!?”
“In Bremen??”

“Ja, bei Autohaus Schmidt & Koch. Oder hieß der Hagedorn??”
“Oh Gott, meine Nerven…”

“Was ist denn??”
“Wir reden hier doch von einem ganz anderen Ha…, äh, Winterkorn!!”

“Ach so, heißt der im Vorstand da auch so??”
“Ja, der auch…”

“Deswegen wusste der so gut Bescheid…”
“Bescheid?? Wer jetzt! Wer weiß was?”

“Der Hagedorn, mit dem ich gesprochen habe, der wusste alles!”
“So? Was wusste der denn??”

“Der kennt sich echt gut aus und so mit Audi, VW und so Sachen.”
“Ist das nicht sein Job??”

“Nee, nee, der wusste irgendwie mehr als alle anderen.”
“Und was soll mir das jetzt sagen??”

“Kein Wunder, dass der mehr weiß, jetzt verstehe ich das auch!”
“Wie bitte?? Was??”

“Wegen den Emails.”
“Emails??”

“Na wenn da einer was Geheimes an den Vorstand schreibt?”
“Ja? Was ist dann??”

“Dann kann der sich leicht vertippen und schreibt an Hagedorn.”
“Ähm…”

“Und nicht an Winterkorn!”
“Das ist, ähm, wieder mal eine dermaßen haarsträubende…”

“Aber der Winterkorn bekommt jetzt ja das gleiche Problem.”
“Ich weiß gar nicht, ob ich das wirklich noch wissen möchte…”

“Der muss aufpassen, dass er nicht beim Griechen landet.”
“Liebste… Bring es bitte zum Ende, ich kann einfach nicht mehr…”

“Beim Griechen, haha!”
“Na schön, also… WARUM UM ALLES IN DER WELT BEIM GRIECHEN??”

“Weil er anstatt an Suzuki aus Versehen an Tzaziki schreibt!”

Kopfschüttel…

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Das ist ja gerade das Schlimme

31. Juli 2009, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sitzen im Auto und sind auf dem Weg zu einem großen Einrichtungshaus. Es besteht laut Liebste Bedarf an Accessoires für verschiedene Ecken der Wohnung, alles schon längst überfällig.
Soweit so gut, allerdings stehen Wir im Augenblick auf der A1 im Stau.

“Wieso ist denn jetzt hier so ein blöder Stau??”
“Hier ist IMMER Stau, Süße.”

“Immer??”
“Immer. Wegen der großen Baustelle.”

“Also wenn ich hier lang fahre, ist nie Stau.”
“Ja nee, iss klar…”

“Ich habe hier noch nie im Stau gestanden.”
“Schön, und was willst du mir damit jetzt sagen??”

“Dass das an dir liegen muss.”
“Ach so, ja klar, warum bin ich da nicht gleich drauf gekommen!”

“Du fährst aber auch immer so komisch…”
“Zurzeit stehe ich.”

“Das merke ich. Fahr doch mal rechts, da geht´s viel schneller!”
“Schatz, hier stehen alle im Stau, egal ob rechte oder linke Spur.”

“Das ist nicht egal.”
“Mal geht es links schneller, mal rechts.”

“Und genau deshalb sollte man mit dir nicht einkaufen gehen.”
“Wie bitte??”

“Weil du dich dann auch immer an der falschen Kasse anstellst.”
“Sag mal, du spinnst ja wohl!”

“Ist doch wahr!”
“Das ist NICHT wahr, das ist lediglich Zufall!”

“Quatsch, Zufall, pff!”
“Mal stehst du an der falschen Kasse, mal ich!?”

“Das stimmt.”
“Eben.”

“Das ist ja gerade das Schlimme.”
“Was??”

“Du oder ich, wir stehen 1-mal pro Monat an der falschen Kasse.”
“Mag sein, schön, und??”

“Deswegen stehst du viel häufiger falsch, als ich.”
“Liebste, könntest du mir bitte diese faszinierende Logik mal…”

“Ist doch ganz einfach!”
“Was auch immer es ist, es ist bestimmt Schwachsinn!”

“Ist es nicht! Immer denkst du, ich würde nur Blödsinn reden!”
“Tust du ja auch!”

“Nur weil du nicht rechnen kannst! DU bist hier der Blödmann!”
“Hallo?? Wenn du und ich jeweils 1-mal falsch stehen, dann…”

“…dann stehst du 5-mal mehr falsch, als ich.”
“Warum??”

“Weil ich 10-mal pro Monat einkaufe und du nur 2-mal.”
“Wie bitte??”

“Ich muss ja immer alles erledigen, du machst ja nichts!”
“Was soll das denn jetzt bitte heißen??”

“Du könntest ruhig auch mal!”
“Aber wir wechseln uns doch immer ab mit Einkaufen gehen??”

“Denkst du…”
“Tun wir nicht??”

“Nein! Ich muss immer noch mal los zwischendurch!”
“Weshalb denn?? Wir haben doch einen Einkaufszettel??”

“Man kann nicht alles aufschreiben, da muss man mitdenken.”
“Wenn wir nicht schon stehen würden, JETZT müsste ich anhalten!!”

“Anhalten? Wieso?”
“UM DICH RAUSZUSCHMEISSEN!”

“Das würde ich an deiner Stelle aber nicht tun…”
“Und wieso nicht??”

“Weil du ohne mich wieder an der falschen Kasse stehen wirst!”

Kopfschüttel…

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Keine Schnitte

4. Mai 2009, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich fahren durch Zufall an der großen Open-Air Kartbahn in Bassum vorbei; kurzentschlossen halten wir an, um bei dem schönen Wetter einen Blick auf die Bahn und die Fahrer zu werfen.
Kart fahren ist eine tolle Sache, finde ich!

“Mann, ist das laut und dreckig…”
“Süße, das muss so sein.”

“Wieso muss das so sein??”
“Weil es sonst keinen Spaß macht, deswegen.”

“Bist du schon mal Kart gefahren?”
“Natürlich.”

“Wo denn??”
“Damals in Stuttgart, mit den Kollegen.”

“Ich noch nicht.”
“Echt nicht? Sollen wir mal ne Runde drehen?”

“Was! Hier?? Jetzt??”
“Schatz, wir sind auf einer Kartbahn, oder??”

“Das weiß ich, ich bin ja nicht doof!”
“Und hier stehen Karts, also was hindert uns??”

“Ich steig doch nicht in so ein Ding ein!”
“Und warum nicht??”

“Das ist mir zu gefährlich.”
“Quatsch! Da passiert gar nichts.”

“Und die fahren da ja alle mit Helm!”
“Und?”

“Ich setze doch nicht so einen verlausten Helm auf!”
“Da kommt ja auch noch die Haube drunter.”

“Was für eine Haube??”
“Die Sturmhaube, die zieht man unter dem Helm an.”

“HALLO?? Sturmhaube?? Über MEINE Haare??”
“Die bindest du doch sonst auch zusammen!?”

“Vergiss es! Du kannst ja fahren, wenn du willst!”
“Aber lass und doch zusammen fahren, das macht mehr Spaß!”

“Was bitte soll denn daran Spaß machen??”
“Naja, so hintereinander her und so…”

“Da hättest du doch eh keine Schnitte gegen mich.”
“Was? Was hast du gerade gesagt?”

“Dass du gegen mich keine Chance hättest.”
“Wie kommst du denn darauf??”

“Also bitte, das liegt doch wohl auf der Hand.”
“Ich dachte, du bist noch nie Kart gefahren??”

“Na und?”
“Woher willst du dann wissen, dass du mich abhängen würdest??”

“Das hängt mit meinem Gürtel zusammen.”
“Was?? Mit deinem Gürtel??”

[Die Liebste öffnet ihren Gürtel und zieht ihn aus den Gürtelschlaufen hinaus.]

“Hier, nimm.”
“Was soll ich mit deinem Gürtel??”

“Mach mal um.”
“Ich??”

“Nun mach!”
“Wozu??”

“Immer diese Fragerei, nun mach meinen Gürtel um!”
“Das brauche ich gar nicht erst probieren, der ist eh zu klein!”

“Eben.”
“Eben??”

“Noch Fragen?”
“Ja! Ich verstehe KEIN Wort!”

“Weil dir mein Gürtel nicht passt, verlierst du.”
“Was redest du denn da für einen Blödsinn!?”

“Das ist einfachste Physik.”
“Hä??”

“Weniger Masse braucht weniger Energie zum beschleunigen.”
“Ach nee! Und du meinst also, dass beim Kart fahren…”

“Genau, deine Masse hat gegen meine Masse keine Chance!”
“Ich glaube, ich höre gerade nicht richtig!?”

“Bis du auf der Geraden beschleunigt hast, bin ich schon weg!”
“Ach so!? Und Können und Geschick zählen gar nicht, oder was??”

“Nein.”
“Dann lass uns fahren, dann belehre ich dich eines besseren!”

“Wozu? Ich weiß doch, dass ich gewinne.”
“Ich werde dich elendig im Staub stehen lassen!”

“In deinen Träumen vielleicht!”
“Ich hole uns jetzt zwei Tickets, und dann werden wir ja sehen!”

“Hm… OK, aber ich möchte ein Kart mit guten Bremsen.”
“Natürlich. Fahrtauglich muss es schon sein.”

“Deswegen nicht! Zum Fahren brauche ich die Bremsen nicht!”
“Und warum dann??”

“Damit ich bremsen und auf dich warten kann.”
“Sehr witzig! Wirklich sehr witzig!”

“…und einem großen Rückspiegel.”
“Zum Schminken oder was?? HAHA!!”

“Nee.”
“Ach! Nicht??”

“Nein, den brauche ich, damit ich dich immer gut sehen kann!”
“DU kannst ja richtig lustig sein, Respekt!”

“Also schön, worauf warten wir noch!?”
“Prima! Gleich geht´s los!”

“Der Sieger kriegt ein Pistazien-Eis.”
“Pistazie? Aber du magst doch gar kein Pistazie??”

“Ich nicht, aber du.”
“Und was ist, wenn du gewinnst??”

“Ich gewinne ja nicht.”
“Aber du hast doch eben noch groß rumgetönt, dass du…”

“Ja, aber ich werde dich natürlich gewinnen lassen.”
“Wie bitte?? Warum das denn??”

“Sonst muss ich ja mit dir hier jahrelang jedes Wochenende hin!”

Kopfschüttel…

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Mit Autos kenne ich mich aus

24. März 2009, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend im Wohnzimmer und warten auf den Start der Tagesschau; naja, zumindest ich warte darauf.
Die Liebste frisiert derweil ihre Fingernägel und versucht anscheinend zu retten, was noch ohne Neulackierung zu retten ist.
Gut drei Minuten dauert es noch, also habe ich noch ein bisschen Zeit, meine Gedanken schweifen zu lassen.

“Schatz, warum machst du so ein nachdenkliches Gesicht?”
“Och, ich überlege nur was, Süße.”

“Und was?”
“Ich denke über mein Auto nach.”

“Wieso? Ist es schon wieder kaputt?”
“Bitte?? Es war doch noch nie kaputt!”

“Aber letzte Woche warst du doch in der Werkstatt?”
“Ja, aber da…”

“…da hast du dich tierisch aufgeregt, weiß ich doch!?”
“Ja, aber nur wegen der Scheibenwischer.”

“Deine Scheibenwischer waren kaputt??”
“Nein! Sie waren nicht kaputt, sie waren alt!”

“Und weswegen warst du da dann noch mal sauer?”
“Weil die Werkstatt für die neuen 63 Euro haben wollte!”

“Ist das denn viel?”
“Ja, das ist viel!! Wie kannst du bloß so eine Frage stellen!”

“Aber ich weiß doch nicht, was so Scheibenwischer sonst kosten.”
“Ja, weil du ja auch so ein Dienstwagenfuzzi bist!”

“Ich bin kein Fuzzi!”
“Ein Fuzzi ist, wer über Sachen redet, von denen er gar nichts weiß.”

“Ich weiß über mein Auto gut Bescheid!”
“So?? Was kostet denn zur Zeit ein Liter Diesel?”

“Ähm…”
“Was kostet eine Standardinspektion für deinen Wagen?”

“Hm…”
“Was hat der neue Tankdeckel gekostet, den du abgerissen hattest?”

“Tja…”
“Eben, du weißt es nicht! Weil du es ja auch nicht bezahlen musst!”

“Na und??”
“Ist ja egal, zahlt ja die Firma!”

“Naja, vielleicht, aber trotzdem kenne ich mich mit Autos aus.”
“Aha. Dann kannst du mir ja vielleicht bei meinem Problem helfen.”

“Ich kann dir helfen?? Au ja! Was denn?”
“Also mein Auto, also der Vertrag, der läuft im August aus.”

“Verstehe.”
“Ja, und dann brauche ich ja ein neues.”

“Und wo ist das Problem??”
“Ich weiß nicht, was ich dann nehmen soll. Hast du ne Idee?”

“Was ist dir denn an einem neuen Auto am wichtigsten?”
“Naja, also, geringer Verbrauch, Komfort, leise soll er sein, und…”

“Das finde ich auch, ja.”
“…und Airbags, und ein paar mehr PS dürfen es auch sein, und…”

“Ja, verstehe, ja.”
“Genau, und dann vielleicht ein festes Navi, vielleicht Tempomat?”

“OK, ja.”
“Audi fände ich ja gut, aber ist ganz schön teuer.”

“Stimmt.”
“Und BMW ist im Unterhalt so teuer.”

“Ja.”
“Naja, und Golf oder einen Opel, nee…”

“Jaja.”
“Schatz, also du bist nicht gerade hilfreich!?”

“Wieso?”
“Naja, du hilfst mir ja nicht!”

“Was soll ich denn machen??”
“Du hast doch eben gesagt, dass du dich mit Autos gut auskennst!?”

“Ja, das stimmt ja auch, und??”
“Na dann gib mir doch mal einen fachlichen Rat, was ich nehmen soll!”

“Ach so! Tue ich doch gerne!”
“Ja schön, und was ist dein Rat jetzt?”

“Nimm auf jeden Fall ein schwarzes. Silber-metallic ist out!”

Kopfschüttel…

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Eine Sache vielleicht noch…

1. Dezember 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste hat vor 2 Minuten unsere Wohnung verlassen, um sich auf den Weg zu einer Freundin zu machen.
Die beiden wollen mal “tratschen”; so unter Frauen eben. Ich sitze bereits auf dem Sofa und will es mir gerade gemütlich machen, da klingelt das Telefon…

“Schatz?? Hallo??”
“Ja Süße, ich bin hier, was ist denn??”

“Ich stehe hier gerade vor meinem Auto!”
“Schön. Und?”

“Es ist ganz zugefroren!”
“Das glaube ich, alle anderen Autos ja auch.”

“Aber ich kann meinen Eiskratzer nicht finden!”
“Ach so, na dann mach doch den Motor an und warte?”

“Das macht man aber nicht, das ist Umweltverschmutzung!”
“Dann nimm deine EC-Karte und kratz damit.”

“Nee! Dann bricht die noch durch und dann ist sie kaputt!”
“Schatz! Warum rufst du mich denn jetzt eigentlich an??”

“Hast du nicht eine Idee, wie ich die Scheibe jetzt frei kriege??”
“Tja… Ich habe einen Eiskratzer bei mir im Auto…”

“Kann ich den haben?? Bitte, bitte, bitte!”
“Aber dann muss ich ja jetzt runterkommen!”

“Bitte, bitte, bitte!!”
“Na schön, ich komme gleich, warte… Tschüss.”

“Halt, Schatz, nicht auflegen!”
“Was ist denn noch!?”

“Kannst du mir dann bitte auch meine Handschuhe mitbringen?”
“Ja… Wo sind die denn…”

“In meiner Schublade im Schrank.”
“Schön. Sonst noch was?”

“Naja, eine Sache vielleicht noch…”
“Himmelherrgott! Was denn??”

“Bring doch am besten auch deine eigenen Handschuhe mit, ja?”
“Meine?? Wofür brauche ich denn jetzt meine Handschuhe??”

“Naja, damit dir die Hände nicht so kalt werden beim Kratzen?”
“Mir?? Ich kratze doch nicht DEIN Auto frei!”

“Aber Schatz, es ist doch dein Eiskratzer??”
“…den ich dir gerne leihe!”

“Mit deinem Eiskratzer komme ich aber nicht zurecht!”
“Liebste! Man nimmt ihn und kratzt, fertig!”

“Ich kann aber nur mit meinem eigenen Eiskratzer kratzen.”
“…den du ja nun aber leider verschlunzt hast!”

“An meinem ist so ein Handschuh dran, an deinem nicht!”
“Na und?? Handschuhe bringe ich dir ja mit!”

“Also willst du mir nicht helfen, wenn du runter kommst??”
“Ich kann dich gerne anfeuern, wenn dir das hilft!”

“Früher hättest du mir gerne mein Auto freigekratzt!”
“Jajaja. Früher war eben alles besser.”

“War es auch!”
“Kein Wunder, da hattest du ja auch noch deinen eigenen Eiskratzer.”

“Blödmann!”
“Also soll ich jetzt runter kommen oder nicht!?”

“Ja.”
“Dann lege ich jetzt auf.”

“Halt! Warte!”
“Oh Mann, du bringst mich noch zur Verzweiflung! WAS DENN!!”

“Ich habe eine Idee.”
“Oh nein, nicht auch noch eine Idee!!”

“Kannst du mich nicht eben mit deinem Auto zu Anne fahren?”
“Warum das denn jetzt??”

“Dann brauchen wir mein Auto doch nicht freikratzen.”
“Aber dann muss ich ja meins freikratzen??”

“Ich kann dich gerne anfeuern, wenn dir das hilft!”

Kopfschüttel…

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Lieblingspost

2. Oktober 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sitzen beide an unseren Schreibtischen im Arbeitszimmer und erledigen so dies und das.
Aus den Augenwinkeln bemerke ich, dass die Liebste ihre heutige Post öffnet und verschiedene Briefe durchschaut.

“Schatz? Hast du mal ne Minute?”
“Was denn, Süße?”

“Ich habe mal wieder meine Lieblingspost gekriegt.”
“Lieblingspost? Was ist denn bitte deine Lieblingspost?”

“Ein Spendenaufruf aus Hamburg.”
“Aha, und wofür sollst du spenden?”

“Für die Verkehrssicherheit. 35 Euro soll ich spenden.”
“Ach! Bist du also mal wieder geblitzt worden, ja?”

“Dabei konnte ich gar nichts dafür, ich…”
“Klar, du kannst ja nie was dafür, dass dein Auto immer so schnell fährt.”

“Genau, aber das ist hier jetzt gar nicht das Problem.”
“Sondern??”

“Ich bin gar nicht gefahren.”
“Wie bitte??”

“Na schau dir doch mal das Foto an, das bin doch nicht ich!”
“Ähm…”

“Hier!”
“Schatz, also… Ich denke schon, dass du das bist…”

“Schau dir mal die schrecklichen Haare an und die Sonnenbrille!”
“Ja, und?”

“So sehe ich doch gar nicht aus!”
“Was stimmt denn damit nicht??”

“Die Haare sind ganz platt und die Brille viel zu groß.”
“Naja, also, ähm…”

“So sehe ich aus im Auto?? Nee, auf keinen Fall!”
“Na schön, und was soll ich da jetzt machen?”

“Du sollst mir sagen, dass mir das überhaupt nicht ähnlich sieht!”
“Schatz, das Foto sieht dir überhaupt nicht ähnlich.”

“Sage ich doch!”
“Und jetzt?”

“Jetzt bezahlst du das Knöllchen.”
“Ich?? Warum denn ich?”

“Weil ich das da nicht bin auf dem Foto!”
“Aber ich doch auch nicht!”

“Es dürfen nur zwei Leute mit dem Wagen fahren, ich und du.”
“Schön! Und??”

“Da ich das auf dem Foto nicht bin, musst du es gewesen sein!”
“Ich?? Haha!!”

“Ich meine das absolut ernst!”
“Ich bin doch aber nicht mit deinem Auto gefahren!?”

“Dir sieht das Foto aber ähnlicher, als mir!”
“Habe ich vielleicht lange Haare??”

“Trotzdem…”
“Schatz! Wie kommst du bloß immer auf solche Ideen!”

“Bezahlst du jetzt dein Knöllchen?”
“Nein!”

“Möchtest du vielleicht den Anhörungsbogen ausfüllen?”
“Nein, möchte ich nicht… Und jetzt lass mich!”

“Na gut, dann bezahle ich eben jetzt für dich.”
“Oh! Wie überaus großzügig! Vielen Dank!”

“Gern geschehen! Aber eins sage ich dir…”
“So? Und was, bitte sehr??”

“Geh mal zum Friseur, du siehst unmöglich aus auf dem Foto!”

Kopfschüttel…

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War ja eigentlich ganz einfach

25. Mai 2010, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste kommt am Pfingstmontag abends von einer Verabredung nach Hause; sie hatte sich mit zwei Freundinnen im Einkaufszentrum “Waterfront” zum Kaffee trinken und anschließendem Kinobesuch verabredet.
Allerdings zieht die Liebste ein ziemlich langes Gesicht…

“Hallo, ich bin wieder da.”
“Prima, Süße! Und? Wie war´s?”

“Wir hatten einen netten Nachmittag.”
“Aha. Allerdings machst du gar nicht den Eindruck?”

“Ich bin ja auch sauer auf dich.”
“Auf mich?? Warum??”

“Weil ich dich gefragt hatte, wie man zur Waterfront kommt!”
“Und? War doch ganz einfach, oder?”

“Ich bin da abgefahren, wo du gesagt hast!”
“Und??”

“Und dann stand ich plötzlich irgendwo in der Pampa!”
“Wie bitte??”

“B6 und dann die Abfahrt Richtung Walle, hast du gesagt!”
“Das stimmt ja auch!?”

“Das stimmt eben nicht! Da kommt man ganz woanders hin!”
“Du bist bestimmt nur falsch abgebogen oder so…”

“Bin ich nicht! Und wegen dir musste ich Birgit anrufen!”
“Birgit??”

“Damit sie mir sagt, wie ich zur Waterfront komme!”
“Und konnte sie dir helfen?”

“Natürlich, BIRGIT kennt sich ja in Bremen auch aus!”
“Moment mal, soll das heißen, dass ich mich nicht auskenne??”

“Offensichtlich nicht!”
“Hallo?? Wie kann man denn bitte Bremen-Walle nicht finden??”

“Das frage ich mich auch, war ja eigentlich ganz einfach.”
“Also hör mal, einfacher konnte ich es dir doch gar nicht erklären!”

“Quatsch, du wolltest dir bloß keine Mühe geben!”
“B6, dann Walle runter und immer geradeaus, das ist doch…”

“…das ist falsch, denn da kommt man nicht zur Waterfront!”
“Bin ich doch selbst schon tausendmal gefahren!?”

“Kann ja sein, aber du fährst sowieso immer so komisch.”
“Was??”

“Das war mir echt peinlich, Birgit anrufen zu müssen…”
“Du hättest ja auch mich anrufen können??”

“Dich?? Wo du mir das doch eingebrockt hast?? Nee!”
“Und warum hast du kein Navi mitgenommen??”

“Weil du gesagt hast, das sei puppieinfach!”
“Was ja auch stimmt!?”

“Gar nicht! Warte, ich zeige dir das schnell bei Google.”

[Meine Liebste rennt ins Arbeitszimmer, kramt ihr Notebook aus der Tasche und kommt zu mir zurück ins Wohnzimmer.
Nach einer kleinen Ewigkeit startet dann auch endlich Google Maps und die Liebste sucht gefühlte 1.240 Minuten die Straßen, auf denen sie gefahren und hier und da abgebogen ist...]

“Hier, da! Da sollte ich abbiegen!”
“Liebste, das ist nicht die B6, das ist die A27!”

“Na und?”
“Was heißt denn na und?? Da warst du doch gar nicht!?”

“Natürlich war ich auf der A27!”
“Das kann ja gar nicht sein, du warst doch auf der B6??”

“Nein. Ich war auf der A27.”
“Und warum dort??”

“Weil ich vorher aus Versehen auf die A28 gefahren bin.”
“Was?? Das verstehe ich jetzt nicht??”

“Ich habe halt die Abfahrt verpasst, na und??”
“Aber was wolltest du denn überhaupt auf der A28??”

“Weiß ich auch nicht, auf jeden Fall war ich da plötzlich.”
“Und wie bist du dann von dort auf die A27 gekommen??”

“Naja, ich habe jemanden an einer Tankstelle gefragt.”
“Und der hat dich zur A27 geschickt??”

“Nee, der hat gesagt, ich soll auf die B6.”
“Das stimmt ja auch!?”

“Da war aber keine B6!”
“Naja, zuerst ist es die B75, die wird dann zur B6…”

“Woher soll ich das denn wissen??”
“Hat dich der Tankwart denn da nicht hingeschickt??”

“Doch, aber ich dachte, der spinnt!”
“Oh Mann, Liebste, das ist ja mal wieder so typisch!”

“Was denn?? Hättest du mir das richtig erklärt, dann…”
“Ich habe dir das richtig erklärt!”

“Da kam aber links keine Waterfront, wie du es gesagt hast!”
“Aber Liebste, du bist doch auch total woanders gewesen!?”

“Aber meinem Gefühl nach hätte das passen müssen!”
“Deinem Gefühl nach??”

“Ich wusste ja, dass ich ungefähr da bin, wo du gesagt hast!”
“Himmel, ich brech zusammen…”

“Typisch! Erst mir den falschen Weg sagen und jetzt jammern!”
“Wärst du gefahren, wie ich es dir gesagt habe, dann…”

“…dann wäre ich wahrscheinlich jetzt noch unterwegs!”

Kopfschüttel…

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Ist das ein Problem?

6. Mai 2010, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste kommt heute irgendwie später nach Hause, als sonst.
Sie wirkt etwas gestresst und außerdem hat sie einen Zettel in der Hand, der mir verdächtig nach Rechnung aussieht…
Was war denn da, war da was?

“Hallo Schatz!”
“Guten Abend Süße, na? Alles klar bei dir?”

“Ja, ist nur etwas spät geworden alles.”
“Wieso, was war denn?”

“Ich war noch in der Werkstatt.”
“Warum? War dein Auto kaputt?”

“Naja, war eigentlich nur eine Kleinigkeit.”
“Wieso, was denn?”

“Blinker hinten links war die Birne kaputt.”
“Ah, und die hast du austauschen lassen?”

“Ja.”
“Aber… Das geht doch eigentlich ganz schnell, oder?”

“Richtig, ich war aber trotzdem ganz schön lange da.”
“Wieso? Wie lange warst du denn da??”

“Naja… So gut drei Stunden?”
“Wie bitte??”

“Ja, um vier Uhr so ungefähr bin ich da auf den Hof gefahren.”
“Aber Liebste, jetzt ist es sieben Uhr??”

“Ja, ich weiß, ich wollte eigentlich auch längst hier sein.”
“Ja aber, ähm… Drei Stunden?? Für einen Birnenwechsel??”

“Ich hab gar nicht gemerkt, wie die Zeit verronnen ist…”
“Aha, ja, aber nochmal: drei Stunden??”

“Naja, das kann doch mal vorkommen? Ist das ein Problem?”
“Wenn eine Werkstatt dafür drei Stunden braucht, dann ja!”

“Die Werkstatt ist super, da gehe ich immer sehr gerne hin.”
“Also Moment mal, das kann doch wohl nicht…”

“Die sind alle so nett da und zuvorkommend!”
“Aber…”

“…und Kekse gibt´s da auch immer!”
“Na toll! Kekse! Aber keiner kann einen Blinker wechseln??”

“Wieso, läuft doch wieder??”
“Ja… Und die Rechnung? Was haben die dafür berechnet??”

“Ganz normal?”
“Also nicht drei Stunden Dienstleistung??”

“Nee, warum auch??”
“Aber du hast doch gesagt, dass es drei Stunden gedauert hat!?”

“Ja, aber doch nicht der Blinker!? Pff, du Dummerchen!”
“Ähm, was denn dann??”

“Ich habe zufällig meine alte Freundin Julia dort getroffen!”

Kopfschüttel…

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Darf ich?

16. März 2010, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sind auf dem Weg in den Bremer Weserpark, um dort ein paar Kleinigkeiten einzukaufen und anschließend vielleicht noch ins Kino zu gehen, mal sehen.
Wir sitzen im Auto und plaudern über dies und das, während wir über die volle Autobahn schleichen… Manche Paare reden ja gar nicht mehr miteinander, verstehe ich nicht…

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Wolltest du mir nicht noch was erzählen?”
“Ja? Wollte ich??”

“Ja, du hast vorhin gesagt, du müsstest mir noch was erzählen.”
“Ach ja! Stimmt!”

“Und was?”
“Ich habe heute Morgen in der Zeitung gelesen, dass…”

“Ach, das ist ja witzig!”
“Ähm, ich habe doch noch gar nichts gesagt??”

“Jaja, aber ich meine, ich habe auch was gelesen!”
“Heute?”

“Nein, gestern.”
“Aha, naja, also ich habe gelesen, dass…”

“…das wollte ich dir auch noch erzählen!”
“Schön, also ICH habe heute gelesen, dass…”

“Darf ich zuerst erzählen, ja?”
“Zuerst?? Wieso das denn jetzt??”

“Weil ich das sonst wieder vergesse.”
“Wie bitte??”

“Ich warte ja schließlich schon viel länger, als du!”
“Du wartest länger?? Worauf denn??”

“Dass ich dir das erzählen kann!”
“Du kannst ja gleich auch alles erzählen!?”

“Ich bin aber eigentlich zuerst dran!”
“Fangen wir jetzt schon an, Erzählprioritäten festzulegen??”

“Ich nicht, aber dir scheint das ja wahnsinnig wichtig zu sein.”
“Das ist mir ALLES ANDERE als wichtig, Liebste!”

“Schön, dann kann ich doch erzählen jetzt, oder??”
“Der Klügere gibt nach… Von mir aus… Erzähl.”

“Nee, nee, nee, das hat gar nicht mit klüger sein zu tun!”
“Herrgott, WAS willst du mir erzählen??”

“Ach, da geht der feine Herr jetzt schön drüber weg, was?!”
“Worüber gehe ich denn weg??”

“Du hast gesagt, dass ich die Dümmere bin!”
“Das habe ich NICHT gesagt!”

“Aber gemeint!”
“OK, OK. Ich nehme alles zurück. Geht das?”

“Hm…”
“Liebste, würdest du mir jetzt BITTE erzählen, was du gelesen hast?”

“Na schön.”
“Ich höre aufmerksam zu. Solange ich kann zumindest…”

“Also, ich habe gelesen, dass Menschen schnell alt werden.”
“-”

“-”
“Ähm…”

“-”
“Und?”

“Und? Was denn und??”
“Naja, UND?? Wie geht es weiter??”

“Was soll denn da weitergehen??”
“Menschen werden alt, ja, UND??”

“Nein, nein, nein, gemeint ist: sie werden SCHNELL alt!”
“Ja. Das habe ich verstanden. U-N-D??”

“Ich verstehe dich nicht?”
“Was heißt denn das jetzt??”

“Das heißt, dass ich nicht verstehe, was du nicht verstehst??”
“Nein, nein; ich meinte das von vorher?!”

“Vorher??”
“Himmel, ich kriege gleich einen Herzinfarkt, wenn das so w…!”

“…dann fahr aber bitte vorher rechts ran, ja?”
“SEHR WITZIG!!”

“..du und der Klügere, pff!”
“Was soll das denn jetzt??”

“Konzentrier dich wenigstens ein bisschen auf die Straße, ja?”
“Ja, sich mit dir zu unterhalten ist gefährlicher, als Handy am Steuer!”

“Dass sich Männer im Auto immer so aufregen müssen…”
“Es liegt sicher NICHT am Auto, DAS kann ich dir versichern!”

“Jetzt reg dich wieder ab, es ist doch alles in Ordnung!?”
“Ja, alles in Ordnung, alles in Ordnung, alles…”

“…also Schätzchen, was wolltest du mir denn nun erzählen?”
“Hm…”

“Ja?”
“Ähm… Tja, das habe ich jetzt dann wohl mal vergessen…”

“Macht nichts, das sagte ich ja bereits.”
“Was sagtest du bereits??”

“Dass Männer schnell alt werden!”

Kopfschüttel…

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Ich verstehe kein Wort

9. März 2010, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste ist noch nicht zuhause, als ich am Abend in die Wohnung komme. Sie ist heute auf einer Weiterbildung in Walsrode gewesen und wahrscheinlich ist es etwas später geworden. Noch während ich meine Jacke aufhänge, klingelt das Telefon; und instinktiv weiß ich schon, wer das jetzt sein wird…

“Hallo Schatz, ich bin´s!”
“Hallo Süße, schön, dass du anrufst.”

“Was? Wie bitte?”
“SCHÖN, DASS DU ANRUFST!”

“Ich verstehe dich nicht, was?”
“Fahr langsamer!”

“Hörst du mich??”
“DU SOLLST LANGSAMER FAHREN!!”

“Langsamer??”
“JA, LANGSAMER! LANGSAMER ALS 380!”

“Ich fahre nicht 380, das geht ja gar nicht!”
“Ach, wirklich??”

“Ich fahre nur 340!”
“Ha-ha, SEHR WITZIG!”

“Ich wollte nur sagen, dass ich jetzt nach Hause komme.”
“Das ist schön, aber du sollst vorsichtig fahren.”

“Ich will doch aber ganz schnell bei dir sein!”
“Das freut mich, aber auf 5 Minuten kommt es nicht an.”

“Was? Was hast du gesagt?”
“AUF 5 MINUTEN KOMMT ES NICHT AN!”

“Ich komme nicht in 5 Minuten an, das schaffe ich nicht!”
“Nein, ich sagte…”

“Jetzt drängel mich doch nicht, schneller kann ich nicht!”
“Du sollst dir ja auch Zeit lassen!”

“Ich soll den Streit lassen??”
“Nein, Herr Gott nochmal, du sollst…”

“Wer streitet denn?? Ich wollte doch nur Bescheid sagen!”
“FAHR DOCH BITTE LANGSAMER, das ist doch total doof so!”

“Ich bin nicht doof!”
“Das habe ich auch nicht gesagt!”

“DU BIST DOOF!”
“Komisch, DAS war jetzt laut und deutlich zu verstehen!”

“Das können wir gerne machen!”
“WAS KÖNNEN WIR MACHEN!?”

“Nachher noch Weggehen, hast du doch eben vorgeschlagen!?”
“Ich sagte VERSTEHEN, nicht WEGGEHEN!”

“Was denn verstehen??”
“Liebste, können wir das jetzt bitte beenden?”

“Das vergiss mal, ich komme schön nach Hause!”
“Was??”

“Ich werde ganz bestimmt nicht wenden!”
“Sag mal, du willst mich doch verarschen, oder!?”

“Du willst mich verarschen??”
“Nein, DU MICH! NICHT ICH DICH!!”

“NICHT ICH DICH??”
“DOCH, DU MICH! HAST DU DAS JETZT VERSTANDEN!?”

“Ich verstehe kein Wort, was meinst du denn??”
“Himmel, ich kriege einen Nervenzusammenbruch, diese Frau, ich…”

“Was? Ich verstehe dich nicht!?”
“Ach, ich sprach auch nur mit mir selbst…”

“Mit wem??”
“BIS GLEICH SCHATZ, AUF WIEDERSEHEN!”

“Willst du schon auflegen??”
“JA! ICH – WILL – AUFLEGEN – JA – AUFLEGEN!”

“Na schön, aber eines muss ich dir schnell noch sagen!”
“Und was?”

“Isabelle versteht dich auch nicht!”
“Wer ist bitte Isabell??”

“Die sitzt hier neben mir, wir fahren zusammen!”
“Ähm, da sitzt noch jemand neben dir??”

“Ja, und sie schüttelt die ganze Zeit mit dem Kopf!”
“Warum sagst du mir das denn nicht!?”

“Kann ich vorher ahnen, dass du dich so aufführst??”

Kopfschüttel…

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Komisch…

10. Dezember 2009, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend im Wohnzimmer auf der Couch und schauen uns die neuesten Nachrichten zum Thema VW und Suzuki auf N24 an.
Die Fachleute sagen, VW mache das richtig.
Ich aber lese immer nur von Kurzarbeit, Nullrunden, Betriebsräten, Krisen, etc…
Komisch, oder?

“Du Schatz, wie ist das denn möglich??”
“Was denn, Süße?”

“Naja, wieso kann VW denn Suzuki kaufen??”
“VW kauft nicht Suzuki, sondern VW kauft ANTEILE von Suzuki.”

“Ach so.”
“Ja.”

“Trotzdem ist das komisch.”
“Komisch? Was denn?”

“Naja, warum kaufen die nicht einfach Toyota zum Beispiel?”
“Ähm…”

“Toyota finde ich viel besser als Suzuki.”
“Ja, das ist schön, aber…”

“Oder Yamaha!”
“Yamaha?? Die bauen doch gar keine Autos!?”

“Nee, aber Motorräder, Orgeln und Kopfhörer.”
“Orgeln, genau… Und was bitte soll VW damit??”

“Keine Ahnung, aber besser als Suzuki wäre das allemal!”
“Liebste, da wird doch gerade erklärt, warum VW das macht!”

“Ach, das ist doch alles nur wieder so Analysten-Geschwafel.”
“Geschwafel, ach tatsächlich?? Komisch, dass dich niemand fragt!”

“Ja, eine Frechheit ist das…”
“Ich dachte, du magst VW sowieso nicht??”

“Na und??”
“Warum soll dich Herr Winterkorn dann fragen??”

“Winterkorn kenne ich, mit dem habe ich schon gesprochen.”
“Wie bitte??”

“Ist doch nichts dabei??”
“Du hast mit dem Vorstandsvorsitzenden von VW gesprochen??”

“Naja, Vorstand würde ich das jetzt nicht gerade nennen…”
“Aha, und wie würdest DU dann seine Position nennen??”

“Naja, Werkstattleiter oder Kundenserviceleiter oder so!”
“Liebste, ich kriege schon wieder Kopfschmerzen…”

“Wieso denn?? Ich habe mit dem gesprochen, vorletzte Woche!”
“Du hast wohl kaum mit Martin Winterkorn gesprochen!!”

“Wie der mit Vornamen heißt, weiß ich nicht mehr…”
“Das ist doch auch egal, aber du hast doch nicht mit…”

“…weil ich doch einen Audi haben will, deswegen!?”
“In Bremen??”

“Ja, bei Autohaus Schmidt & Koch. Oder hieß der Hagedorn??”
“Oh Gott, meine Nerven…”

“Was ist denn??”
“Wir reden hier doch von einem ganz anderen Ha…, äh, Winterkorn!!”

“Ach so, heißt der im Vorstand da auch so??”
“Ja, der auch…”

“Deswegen wusste der so gut Bescheid…”
“Bescheid?? Wer jetzt! Wer weiß was?”

“Der Hagedorn, mit dem ich gesprochen habe, der wusste alles!”
“So? Was wusste der denn??”

“Der kennt sich echt gut aus und so mit Audi, VW und so Sachen.”
“Ist das nicht sein Job??”

“Nee, nee, der wusste irgendwie mehr als alle anderen.”
“Und was soll mir das jetzt sagen??”

“Kein Wunder, dass der mehr weiß, jetzt verstehe ich das auch!”
“Wie bitte?? Was??”

“Wegen den Emails.”
“Emails??”

“Na wenn da einer was Geheimes an den Vorstand schreibt?”
“Ja? Was ist dann??”

“Dann kann der sich leicht vertippen und schreibt an Hagedorn.”
“Ähm…”

“Und nicht an Winterkorn!”
“Das ist, ähm, wieder mal eine dermaßen haarsträubende…”

“Aber der Winterkorn bekommt jetzt ja das gleiche Problem.”
“Ich weiß gar nicht, ob ich das wirklich noch wissen möchte…”

“Der muss aufpassen, dass er nicht beim Griechen landet.”
“Liebste… Bring es bitte zum Ende, ich kann einfach nicht mehr…”

“Beim Griechen, haha!”
“Na schön, also… WARUM UM ALLES IN DER WELT BEIM GRIECHEN??”

“Weil er anstatt an Suzuki aus Versehen an Tzaziki schreibt!”

Kopfschüttel…

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Das ist ja gerade das Schlimme

31. Juli 2009, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sitzen im Auto und sind auf dem Weg zu einem großen Einrichtungshaus. Es besteht laut Liebste Bedarf an Accessoires für verschiedene Ecken der Wohnung, alles schon längst überfällig.
Soweit so gut, allerdings stehen Wir im Augenblick auf der A1 im Stau.

“Wieso ist denn jetzt hier so ein blöder Stau??”
“Hier ist IMMER Stau, Süße.”

“Immer??”
“Immer. Wegen der großen Baustelle.”

“Also wenn ich hier lang fahre, ist nie Stau.”
“Ja nee, iss klar…”

“Ich habe hier noch nie im Stau gestanden.”
“Schön, und was willst du mir damit jetzt sagen??”

“Dass das an dir liegen muss.”
“Ach so, ja klar, warum bin ich da nicht gleich drauf gekommen!”

“Du fährst aber auch immer so komisch…”
“Zurzeit stehe ich.”

“Das merke ich. Fahr doch mal rechts, da geht´s viel schneller!”
“Schatz, hier stehen alle im Stau, egal ob rechte oder linke Spur.”

“Das ist nicht egal.”
“Mal geht es links schneller, mal rechts.”

“Und genau deshalb sollte man mit dir nicht einkaufen gehen.”
“Wie bitte??”

“Weil du dich dann auch immer an der falschen Kasse anstellst.”
“Sag mal, du spinnst ja wohl!”

“Ist doch wahr!”
“Das ist NICHT wahr, das ist lediglich Zufall!”

“Quatsch, Zufall, pff!”
“Mal stehst du an der falschen Kasse, mal ich!?”

“Das stimmt.”
“Eben.”

“Das ist ja gerade das Schlimme.”
“Was??”

“Du oder ich, wir stehen 1-mal pro Monat an der falschen Kasse.”
“Mag sein, schön, und??”

“Deswegen stehst du viel häufiger falsch, als ich.”
“Liebste, könntest du mir bitte diese faszinierende Logik mal…”

“Ist doch ganz einfach!”
“Was auch immer es ist, es ist bestimmt Schwachsinn!”

“Ist es nicht! Immer denkst du, ich würde nur Blödsinn reden!”
“Tust du ja auch!”

“Nur weil du nicht rechnen kannst! DU bist hier der Blödmann!”
“Hallo?? Wenn du und ich jeweils 1-mal falsch stehen, dann…”

“…dann stehst du 5-mal mehr falsch, als ich.”
“Warum??”

“Weil ich 10-mal pro Monat einkaufe und du nur 2-mal.”
“Wie bitte??”

“Ich muss ja immer alles erledigen, du machst ja nichts!”
“Was soll das denn jetzt bitte heißen??”

“Du könntest ruhig auch mal!”
“Aber wir wechseln uns doch immer ab mit Einkaufen gehen??”

“Denkst du…”
“Tun wir nicht??”

“Nein! Ich muss immer noch mal los zwischendurch!”
“Weshalb denn?? Wir haben doch einen Einkaufszettel??”

“Man kann nicht alles aufschreiben, da muss man mitdenken.”
“Wenn wir nicht schon stehen würden, JETZT müsste ich anhalten!!”

“Anhalten? Wieso?”
“UM DICH RAUSZUSCHMEISSEN!”

“Das würde ich an deiner Stelle aber nicht tun…”
“Und wieso nicht??”

“Weil du ohne mich wieder an der falschen Kasse stehen wirst!”

Kopfschüttel…

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Keine Schnitte

4. Mai 2009, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich fahren durch Zufall an der großen Open-Air Kartbahn in Bassum vorbei; kurzentschlossen halten wir an, um bei dem schönen Wetter einen Blick auf die Bahn und die Fahrer zu werfen.
Kart fahren ist eine tolle Sache, finde ich!

“Mann, ist das laut und dreckig…”
“Süße, das muss so sein.”

“Wieso muss das so sein??”
“Weil es sonst keinen Spaß macht, deswegen.”

“Bist du schon mal Kart gefahren?”
“Natürlich.”

“Wo denn??”
“Damals in Stuttgart, mit den Kollegen.”

“Ich noch nicht.”
“Echt nicht? Sollen wir mal ne Runde drehen?”

“Was! Hier?? Jetzt??”
“Schatz, wir sind auf einer Kartbahn, oder??”

“Das weiß ich, ich bin ja nicht doof!”
“Und hier stehen Karts, also was hindert uns??”

“Ich steig doch nicht in so ein Ding ein!”
“Und warum nicht??”

“Das ist mir zu gefährlich.”
“Quatsch! Da passiert gar nichts.”

“Und die fahren da ja alle mit Helm!”
“Und?”

“Ich setze doch nicht so einen verlausten Helm auf!”
“Da kommt ja auch noch die Haube drunter.”

“Was für eine Haube??”
“Die Sturmhaube, die zieht man unter dem Helm an.”

“HALLO?? Sturmhaube?? Über MEINE Haare??”
“Die bindest du doch sonst auch zusammen!?”

“Vergiss es! Du kannst ja fahren, wenn du willst!”
“Aber lass und doch zusammen fahren, das macht mehr Spaß!”

“Was bitte soll denn daran Spaß machen??”
“Naja, so hintereinander her und so…”

“Da hättest du doch eh keine Schnitte gegen mich.”
“Was? Was hast du gerade gesagt?”

“Dass du gegen mich keine Chance hättest.”
“Wie kommst du denn darauf??”

“Also bitte, das liegt doch wohl auf der Hand.”
“Ich dachte, du bist noch nie Kart gefahren??”

“Na und?”
“Woher willst du dann wissen, dass du mich abhängen würdest??”

“Das hängt mit meinem Gürtel zusammen.”
“Was?? Mit deinem Gürtel??”

[Die Liebste öffnet ihren Gürtel und zieht ihn aus den Gürtelschlaufen hinaus.]

“Hier, nimm.”
“Was soll ich mit deinem Gürtel??”

“Mach mal um.”
“Ich??”

“Nun mach!”
“Wozu??”

“Immer diese Fragerei, nun mach meinen Gürtel um!”
“Das brauche ich gar nicht erst probieren, der ist eh zu klein!”

“Eben.”
“Eben??”

“Noch Fragen?”
“Ja! Ich verstehe KEIN Wort!”

“Weil dir mein Gürtel nicht passt, verlierst du.”
“Was redest du denn da für einen Blödsinn!?”

“Das ist einfachste Physik.”
“Hä??”

“Weniger Masse braucht weniger Energie zum beschleunigen.”
“Ach nee! Und du meinst also, dass beim Kart fahren…”

“Genau, deine Masse hat gegen meine Masse keine Chance!”
“Ich glaube, ich höre gerade nicht richtig!?”

“Bis du auf der Geraden beschleunigt hast, bin ich schon weg!”
“Ach so!? Und Können und Geschick zählen gar nicht, oder was??”

“Nein.”
“Dann lass uns fahren, dann belehre ich dich eines besseren!”

“Wozu? Ich weiß doch, dass ich gewinne.”
“Ich werde dich elendig im Staub stehen lassen!”

“In deinen Träumen vielleicht!”
“Ich hole uns jetzt zwei Tickets, und dann werden wir ja sehen!”

“Hm… OK, aber ich möchte ein Kart mit guten Bremsen.”
“Natürlich. Fahrtauglich muss es schon sein.”

“Deswegen nicht! Zum Fahren brauche ich die Bremsen nicht!”
“Und warum dann??”

“Damit ich bremsen und auf dich warten kann.”
“Sehr witzig! Wirklich sehr witzig!”

“…und einem großen Rückspiegel.”
“Zum Schminken oder was?? HAHA!!”

“Nee.”
“Ach! Nicht??”

“Nein, den brauche ich, damit ich dich immer gut sehen kann!”
“DU kannst ja richtig lustig sein, Respekt!”

“Also schön, worauf warten wir noch!?”
“Prima! Gleich geht´s los!”

“Der Sieger kriegt ein Pistazien-Eis.”
“Pistazie? Aber du magst doch gar kein Pistazie??”

“Ich nicht, aber du.”
“Und was ist, wenn du gewinnst??”

“Ich gewinne ja nicht.”
“Aber du hast doch eben noch groß rumgetönt, dass du…”

“Ja, aber ich werde dich natürlich gewinnen lassen.”
“Wie bitte?? Warum das denn??”

“Sonst muss ich ja mit dir hier jahrelang jedes Wochenende hin!”

Kopfschüttel…

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Mit Autos kenne ich mich aus

24. März 2009, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend im Wohnzimmer und warten auf den Start der Tagesschau; naja, zumindest ich warte darauf.
Die Liebste frisiert derweil ihre Fingernägel und versucht anscheinend zu retten, was noch ohne Neulackierung zu retten ist.
Gut drei Minuten dauert es noch, also habe ich noch ein bisschen Zeit, meine Gedanken schweifen zu lassen.

“Schatz, warum machst du so ein nachdenkliches Gesicht?”
“Och, ich überlege nur was, Süße.”

“Und was?”
“Ich denke über mein Auto nach.”

“Wieso? Ist es schon wieder kaputt?”
“Bitte?? Es war doch noch nie kaputt!”

“Aber letzte Woche warst du doch in der Werkstatt?”
“Ja, aber da…”

“…da hast du dich tierisch aufgeregt, weiß ich doch!?”
“Ja, aber nur wegen der Scheibenwischer.”

“Deine Scheibenwischer waren kaputt??”
“Nein! Sie waren nicht kaputt, sie waren alt!”

“Und weswegen warst du da dann noch mal sauer?”
“Weil die Werkstatt für die neuen 63 Euro haben wollte!”

“Ist das denn viel?”
“Ja, das ist viel!! Wie kannst du bloß so eine Frage stellen!”

“Aber ich weiß doch nicht, was so Scheibenwischer sonst kosten.”
“Ja, weil du ja auch so ein Dienstwagenfuzzi bist!”

“Ich bin kein Fuzzi!”
“Ein Fuzzi ist, wer über Sachen redet, von denen er gar nichts weiß.”

“Ich weiß über mein Auto gut Bescheid!”
“So?? Was kostet denn zur Zeit ein Liter Diesel?”

“Ähm…”
“Was kostet eine Standardinspektion für deinen Wagen?”

“Hm…”
“Was hat der neue Tankdeckel gekostet, den du abgerissen hattest?”

“Tja…”
“Eben, du weißt es nicht! Weil du es ja auch nicht bezahlen musst!”

“Na und??”
“Ist ja egal, zahlt ja die Firma!”

“Naja, vielleicht, aber trotzdem kenne ich mich mit Autos aus.”
“Aha. Dann kannst du mir ja vielleicht bei meinem Problem helfen.”

“Ich kann dir helfen?? Au ja! Was denn?”
“Also mein Auto, also der Vertrag, der läuft im August aus.”

“Verstehe.”
“Ja, und dann brauche ich ja ein neues.”

“Und wo ist das Problem??”
“Ich weiß nicht, was ich dann nehmen soll. Hast du ne Idee?”

“Was ist dir denn an einem neuen Auto am wichtigsten?”
“Naja, also, geringer Verbrauch, Komfort, leise soll er sein, und…”

“Das finde ich auch, ja.”
“…und Airbags, und ein paar mehr PS dürfen es auch sein, und…”

“Ja, verstehe, ja.”
“Genau, und dann vielleicht ein festes Navi, vielleicht Tempomat?”

“OK, ja.”
“Audi fände ich ja gut, aber ist ganz schön teuer.”

“Stimmt.”
“Und BMW ist im Unterhalt so teuer.”

“Ja.”
“Naja, und Golf oder einen Opel, nee…”

“Jaja.”
“Schatz, also du bist nicht gerade hilfreich!?”

“Wieso?”
“Naja, du hilfst mir ja nicht!”

“Was soll ich denn machen??”
“Du hast doch eben gesagt, dass du dich mit Autos gut auskennst!?”

“Ja, das stimmt ja auch, und??”
“Na dann gib mir doch mal einen fachlichen Rat, was ich nehmen soll!”

“Ach so! Tue ich doch gerne!”
“Ja schön, und was ist dein Rat jetzt?”

“Nimm auf jeden Fall ein schwarzes. Silber-metallic ist out!”

Kopfschüttel…

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Eine Sache vielleicht noch…

1. Dezember 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste hat vor 2 Minuten unsere Wohnung verlassen, um sich auf den Weg zu einer Freundin zu machen.
Die beiden wollen mal “tratschen”; so unter Frauen eben. Ich sitze bereits auf dem Sofa und will es mir gerade gemütlich machen, da klingelt das Telefon…

“Schatz?? Hallo??”
“Ja Süße, ich bin hier, was ist denn??”

“Ich stehe hier gerade vor meinem Auto!”
“Schön. Und?”

“Es ist ganz zugefroren!”
“Das glaube ich, alle anderen Autos ja auch.”

“Aber ich kann meinen Eiskratzer nicht finden!”
“Ach so, na dann mach doch den Motor an und warte?”

“Das macht man aber nicht, das ist Umweltverschmutzung!”
“Dann nimm deine EC-Karte und kratz damit.”

“Nee! Dann bricht die noch durch und dann ist sie kaputt!”
“Schatz! Warum rufst du mich denn jetzt eigentlich an??”

“Hast du nicht eine Idee, wie ich die Scheibe jetzt frei kriege??”
“Tja… Ich habe einen Eiskratzer bei mir im Auto…”

“Kann ich den haben?? Bitte, bitte, bitte!”
“Aber dann muss ich ja jetzt runterkommen!”

“Bitte, bitte, bitte!!”
“Na schön, ich komme gleich, warte… Tschüss.”

“Halt, Schatz, nicht auflegen!”
“Was ist denn noch!?”

“Kannst du mir dann bitte auch meine Handschuhe mitbringen?”
“Ja… Wo sind die denn…”

“In meiner Schublade im Schrank.”
“Schön. Sonst noch was?”

“Naja, eine Sache vielleicht noch…”
“Himmelherrgott! Was denn??”

“Bring doch am besten auch deine eigenen Handschuhe mit, ja?”
“Meine?? Wofür brauche ich denn jetzt meine Handschuhe??”

“Naja, damit dir die Hände nicht so kalt werden beim Kratzen?”
“Mir?? Ich kratze doch nicht DEIN Auto frei!”

“Aber Schatz, es ist doch dein Eiskratzer??”
“…den ich dir gerne leihe!”

“Mit deinem Eiskratzer komme ich aber nicht zurecht!”
“Liebste! Man nimmt ihn und kratzt, fertig!”

“Ich kann aber nur mit meinem eigenen Eiskratzer kratzen.”
“…den du ja nun aber leider verschlunzt hast!”

“An meinem ist so ein Handschuh dran, an deinem nicht!”
“Na und?? Handschuhe bringe ich dir ja mit!”

“Also willst du mir nicht helfen, wenn du runter kommst??”
“Ich kann dich gerne anfeuern, wenn dir das hilft!”

“Früher hättest du mir gerne mein Auto freigekratzt!”
“Jajaja. Früher war eben alles besser.”

“War es auch!”
“Kein Wunder, da hattest du ja auch noch deinen eigenen Eiskratzer.”

“Blödmann!”
“Also soll ich jetzt runter kommen oder nicht!?”

“Ja.”
“Dann lege ich jetzt auf.”

“Halt! Warte!”
“Oh Mann, du bringst mich noch zur Verzweiflung! WAS DENN!!”

“Ich habe eine Idee.”
“Oh nein, nicht auch noch eine Idee!!”

“Kannst du mich nicht eben mit deinem Auto zu Anne fahren?”
“Warum das denn jetzt??”

“Dann brauchen wir mein Auto doch nicht freikratzen.”
“Aber dann muss ich ja meins freikratzen??”

“Ich kann dich gerne anfeuern, wenn dir das hilft!”

Kopfschüttel…

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Lieblingspost

2. Oktober 2008, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sitzen beide an unseren Schreibtischen im Arbeitszimmer und erledigen so dies und das.
Aus den Augenwinkeln bemerke ich, dass die Liebste ihre heutige Post öffnet und verschiedene Briefe durchschaut.

“Schatz? Hast du mal ne Minute?”
“Was denn, Süße?”

“Ich habe mal wieder meine Lieblingspost gekriegt.”
“Lieblingspost? Was ist denn bitte deine Lieblingspost?”

“Ein Spendenaufruf aus Hamburg.”
“Aha, und wofür sollst du spenden?”

“Für die Verkehrssicherheit. 35 Euro soll ich spenden.”
“Ach! Bist du also mal wieder geblitzt worden, ja?”

“Dabei konnte ich gar nichts dafür, ich…”
“Klar, du kannst ja nie was dafür, dass dein Auto immer so schnell fährt.”

“Genau, aber das ist hier jetzt gar nicht das Problem.”
“Sondern??”

“Ich bin gar nicht gefahren.”
“Wie bitte??”

“Na schau dir doch mal das Foto an, das bin doch nicht ich!”
“Ähm…”

“Hier!”
“Schatz, also… Ich denke schon, dass du das bist…”

“Schau dir mal die schrecklichen Haare an und die Sonnenbrille!”
“Ja, und?”

“So sehe ich doch gar nicht aus!”
“Was stimmt denn damit nicht??”

“Die Haare sind ganz platt und die Brille viel zu groß.”
“Naja, also, ähm…”

“So sehe ich aus im Auto?? Nee, auf keinen Fall!”
“Na schön, und was soll ich da jetzt machen?”

“Du sollst mir sagen, dass mir das überhaupt nicht ähnlich sieht!”
“Schatz, das Foto sieht dir überhaupt nicht ähnlich.”

“Sage ich doch!”
“Und jetzt?”

“Jetzt bezahlst du das Knöllchen.”
“Ich?? Warum denn ich?”

“Weil ich das da nicht bin auf dem Foto!”
“Aber ich doch auch nicht!”

“Es dürfen nur zwei Leute mit dem Wagen fahren, ich und du.”
“Schön! Und??”

“Da ich das auf dem Foto nicht bin, musst du es gewesen sein!”
“Ich?? Haha!!”

“Ich meine das absolut ernst!”
“Ich bin doch aber nicht mit deinem Auto gefahren!?”

“Dir sieht das Foto aber ähnlicher, als mir!”
“Habe ich vielleicht lange Haare??”

“Trotzdem…”
“Schatz! Wie kommst du bloß immer auf solche Ideen!”

“Bezahlst du jetzt dein Knöllchen?”
“Nein!”

“Möchtest du vielleicht den Anhörungsbogen ausfüllen?”
“Nein, möchte ich nicht… Und jetzt lass mich!”

“Na gut, dann bezahle ich eben jetzt für dich.”
“Oh! Wie überaus großzügig! Vielen Dank!”

“Gern geschehen! Aber eins sage ich dir…”
“So? Und was, bitte sehr??”

“Geh mal zum Friseur, du siehst unmöglich aus auf dem Foto!”

Kopfschüttel…

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