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Mal richtig dänisch essen

29. September 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Ein Kurzurlaub mit meiner Liebsten im benachbarten Dänemark an einem wunderbaren, sonnigen Wochenende. Tolle Spaziergänge, ein gutes Hotel und gemütlich Essen gehen machten das Wochenende nahezu perfekt – zumindest für mich. Sie wusste wieder mal nicht, was sie wollte, außer was zu Essen:

„Oh, ich hab Hunger nach dem Strandspaziergang.“
„Na, dann lass uns was Essen gehen, ich lad dich ja schließlich ein.“

„Ja, unten hab ich eine Pizzeria gesehen und vorhin sind wir an einem Chinesen vorbeigekommen. Worauf hast du denn Lust?“
„Och, wollen wir nicht lieber was typisch dänisches essen, wenn wir schon hier sind?“

„Was ist denn typisch dänisch?“
„Na zum Beispiel Smörrebröd.“

„Hmmm. Trockenes Brot.“
„Belegtes Brot!“

„Ich mag lieber was Warmes essen.“
„Na, da gibt’s bestimmt irgendein leckeres Fischgericht, hier am Meer…“

„Jaaa….“
„Ach, komm. Die Pizza und Pasta gibt’s doch überall und im Urlaub kann man ruhig mal was ausprobieren.“

„Na gut. Dann suchen wir mal.“
„Das hier hat immerhin schon mal einen Fisch im Logo, und es ist nicht die ‚Nordsee‘…“

„Aber wir schauen erst mal außen auf der Karte, ja?“
„Gut. Immerhin erkennt man da auch die Preise.“

„Ja. Aber den Rest verstehe ich nicht. Wie ist dein Dänisch?“
„Öhh… Ach egal, hier hat’s einen schönen Biergarten, und du kannst ja auf die Teller der anderen Gäste schauen und dir bestellen, was lecker aussieht. Also nichts wie rein!“

„Das ist doch total peinlich!“
„Wieso?“

„Erstens mag ich nicht neugierig rumgucken und dann ist das viel zu auffällig.“
„Also ich guck dezent rum und bestell mir den Braten, den der Herr dahinten isst.“

„Pah. Oh, die Bedienung kommt schon.“
„Äh… ein Öl… Carlsberg Öl. Und da hinten das, was der Herr isst.“

„Sie hat glaube ich nur das Bier verstanden…“
„Na das was der da hinten hat…“

[Meine Liebste zeigt mit dem Finger hin.]

„Siehst du, jetzt hat sie’s verstanden! Ich nehme einen Orangensaft… äh…“
„Das war jetzt aber schon fast peinlich! Und das was du suchst, heißt Appelsinsaft oder so.“

„Also einen Appelsinsaft. Äh.. und einen Salat.“
„Sie versteht Salat wohl nicht…“

[Die Bedienung zeigt Richtung Innenraum und bedeutet meiner Liebsten, mitzukommen.]

„Äh nein… Ach so, sie will mir was zeigen!“
„Na dann mal los!“

[Einige Minuten später kommt meine Liebste wieder zurück.]

„So, bestellt!“
„Was war denn an dem Salat so kompliziert?“

„Sie hat’s mir in der Küche gezeigt: Es gibt ‚Grön Salat‘, das ist ein einfacher grüner Salat, oder ‚Blandet Salat‘, das ist so ein gemischter Salat.“
„Und, was hast du nun genommen?“

„Ich hab dann ein Schnitzel bestellt, das hatte der Koch grade in der Pfanne und das sah so lecker aus!“

Kopfschüttel…

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Hauptsache weg

23. September 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Als ich gestern heimkam, kam mir meine Liebste freudestrahlend mit einem Brief entgegen. Es stellte sich dann aber heraus, dass der Inhalt doch nicht sooo toll war. Sie rief aufgeregt:

„Guck mal Schatz, ich hab gewonnen!“
„Was denn? Wo denn?

„Na hier, bei einem Preisrätsel! Ein Wochenende in Tirol mit Hotelübernachtung für zwei! Ist das nicht toll?“
„Ja. Zeig mal.“

„Hier. Guck mal, wie hübsch es dort ist!“
„Ja… aber ist das auch nicht so eine Rentner-Neppveranstaltung?“

„Wie kommst du denn darauf?“
„Man liest ja immer von sowas.“

„Kann ich mir nicht vorstellen. Das macht ein Busunternehmen.“
„Das sind auch keine Heiligen…“

„Du denkst zu schlecht von den Menschen. Freu dich doch über den Gewinn!“
„Wo hast du denn da mitgerätselt?“

„Keine Ahnung… ich mach mal hier, mal dort mit, und irgendwann gewinne ich eben auch mal!“
„Diese ganzen Rätsel dienen doch nur dazu, den Leuten ihre Daten abzuschwatzen. Und ob der Gewinn dann auch verlost wird, überprüft doch auch keiner.“

„Also hier hab ich den Gewinn. Und meine Adresse haben sie ja gebraucht, um ihn mir zuzusenden.“
„Hast du das eigentlich genau gelesen?“

„Nein, wieso? Im Kleingedruckten steht auch bloß das Übliche.“
„Na ja… ‚Eine Zustiegsmöglichkeit besteht an folgenden Orten: Göttingen, Kassel und Fulda.“

„Ääh… das ist ja blöd. Da muss man ja erstmal hinkommen…“
„Und hier: ‘Frühstück und Abendessen sind zusätzlich zur Übernachtung fakultativ buchbar.‘“

„So ein Mist!“
„Haha… das ist gut: ‚Die Abbildungen stellen lediglich ein Anschauungsbeispiel dar und müssen nicht zwingend mit der Übernachtungsmöglichkeit übereinstimmen.‘ Das ist Nepp, wenn du mich fragst. Am Ende wird man da in einer Turnhalle am A… der Welt untergebracht.“

„Ach Mensch! Ich hab mich so gefreut, dass ich endlich mal was gewonnen habe!“
„Tja. Ich glaube, wenn wir da mitfahren, dürfte deine Enttäuschung nicht weniger werden.“

„Das gehört doch verboten! Da ist man vor lauter Freude mal nicht so kritisch und schon wird man abgezockt!“
„Ach, ärger dich nicht! Dann machen wir eben auf eigene Kosten ein Urlaubswochenende! Ich lade dich ein!“

„Ohh! Schatz, das ist ja toll! Nach Tirol?“
„Ähh… also wir müssen ja nicht ganz so weit, das wäre ein bisschen viel Fahrerei für ein Wochenende. Wo würde es dir denn noch gefallen?“

„Was mit Bergen wäre schon schön!“
„Ja, die sind aber alle so weit weg… Wie wär’s denn mit einem Kurztrip nach Dänemark?“

„Oh ja! Wenn wir mit dem Wetter auch noch Glück haben…“
„…dann könnten wir sogar einen Strandspaziergang machen.“

„Gute Idee! Suchen wir im Internet mal schnell ein Hotel?“
„Ja. Und es macht dir nichts, dass es da keine Berge gibt?

„Ach, das ist egal. Mir würde es sogar in einer Turnhalle am A… der Welt gefallen, wenn du dabei bist.“
„Seit wann hast du’s denn so mit Turnen?“

„Nein, das sag ich ja nur so. Obwohl… Wenn schlechtes Wetter ist, könnten wir auch in unserem Hotelbett turnen…“

Kopfschüttel…

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Tatort Klo

19. September 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Gestern abend sah ich gerade den Tatort an und fand ihn sehr gelungen. Bis meine Liebste aus dem Klo kam und ich mich dann nicht mehr so recht auf die Handlung konzentrieren konnte, weil sie mit einem Thema kam, das meilenweit vom Krimi entfernt war:

„Sag mal, was haben wir denn neuerdings für Klopapier?“
„Wieso?“

„Das ist ja einlagig!“
„Was meinst du?“

„Das ist einlagig! Ganz dünn. Und überhaupt nicht weich.“
„Hab ich noch nicht gemerkt.“

„Aber du hast das doch gekauft, oder? Mir wäre sowas nicht in den Einkaufswagen gekommen.“
„Ach, die sind doch alle gleich. Nur eine andere Verpackung.“

„Quatsch, da gibt es welche, die fühlen sich wie Schmirgelpapier an, und andere sind ganz weich.“
„Und welches haben wir?“

„Einlagiges Klopapier eben, na ja, so ein Zwischending, finde ich.“
„Hauptsache es funktioniert. Meine Oma hat früher sogar Zeitung genommen.“

„Ja natürlich. Und bei der Deutschen Bahn gab’s früher auch so eine Mischung aus Karton und Baumrinde, aber das hat ja jetzt nichts mit unserem Klopapier zu tun!“
„Ja, nimm eben ein anderes.“

„Das ist doch das Problem: Wir haben kein anderes!“
„Heute gibt’s auch kein anderes mehr, es ist Sonntag abend…“

„Ich will doch grade auch gar kein anderes! Ich meine nur, dass…“
„Na also. Dann ist ja alles prima und ich kann hier weitergucken.“

„Also ich will mindestens zweilagiges Papier! Die restlichen Rollen von diesem Schrott darfst gerne du verbrauchen – du hast sie ja auch gekauft!“
„Ist es denn so schlimm?“

„Es ist eben einfach sehr unangenehm. Kannst ja gerne mal selbst probieren!“
„Ich muss grade aber gar nicht auf’s Klo, außerdem will ich in Ruhe den Tatort gucken.“

„Dir ist das Klopapier völlig egal, oder?“
„Ja, also das heißt im Moment ja. Kann ich mich nachher drum kümmern?“

„Außerdem hängst du es immer falschrum auf den Halter.“
„Hochkant?“

„Nein, aber so, dass der Anfang immer an der Wand ist.“
„Hä?“

„Da kann man ihn so schlecht greifen!“
„Sag mal… Welche Studien treibst du da eigentlich, wenn du auf dem Klo sitzt? Nimm dir doch mal ein Buch mit…“

„Du willst mich gar nicht verstehen! Es stört mich eben, wenn das Klopapier falschrum dahängt, und ich würde mich freuen, wenn Du diese Störung beseitigst!“
„Ich soll jetzt ins Klo und das Klopapierrolle umdrehen?“

„Nein! Du sollst sie einfach richtigrum aufhängen, wenn du beim nächsten Mal eine neue Rolle nimmst.“
„Schatz, ich werde in Zukunft alle Deine Klopapierwünsche beachten, wenn du mich nun bitte den Tatort fertigschauen lässt. In Ruhe.“

[Nachdem die Liebste eine halbe Stunde mit mir den Tatort angeschaut hat:]
„Weißt du was?“
„Was denn?“

„Dieser Boerne hat bestimmt auch zweilagiges Klopapier.“

Kopfschüttel…

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Ein ruhiger Abend

17. September 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Als ich gestern abend heimkam, war ich froh, dass diese Arbeitswoche vorbei war – es war eine Woche zum Abhaken gewesen. Ich wollte abends nur noch ein Bier trinken und dabei ein bisschen Musik hören und sonst nichts. Die Entspannung gelang aber nicht, denn die Liebste fing nach dem Abendessen an:

„Und, was machen wir jetzt?“
„Ein Bier trinken, Musik aus den 80ern hören und ab in die Falle! Darauf freue ich mich schon seit gestern.“

„Pöööh… Mit dir ist ja auch nichts mehr anzufangen. Aber gut – morgen bist du wieder besser drauf. Oder?“
„Ja.“

„Schön. Dann richte ich dir einen schönen Wohnzimmerentspannungsabend mit Bier und Musik bei Kerzenlicht.“
„Au, das ist nett. Danke!“

„Sind ‘The 80’s‘ genehm? Lehnen Sie sich zurück und entspannen Sie!“
„Ja, mach ich.“

„Wieso kommt da keine Musik?“
„In Bedienungsanleitungen steht in solchen Fällen: ‚Überprüfen Sie, ob das Gerät an die Stromversorgung…‘“

„Jaja, ich bin ja nicht von 1840. Es ist alles an, komisch.“
„Vielleicht ist die Lautstärke versehentlich zu leise eingestellt?“

„Ich dreh’s mal hoch… Nichts!“
„Dann muss ich mich wohl doch von meinem Entspannungsplatz erheben…“

„Moment! So schnell geb ich das nicht ab.“
„Schön. Es geht doch nichts über eine hübsche und hartnäckige Servicetechnikerin.“

„Ich hab da eine Idee…“
[BAUTZ! Ein Radiomoderator brüllt mit seinem Spruch von den besten Hits der 70er, 80er, 90er und allen anderen Epochen in unsere kleine Wohnung, dass ich beinahe die ewige Entspannung gefunden hätte. Die Liebste dreht ihn schnell wieder auf Normallautstärke, während ich mich mit schreckgeweiteten Augen im Sessel festkralle.]
„-!“

„Huch! Hab ich mich erschrocken!“
„Was zur Hölle hast du denn gemacht?“

„Ich hab nur mal auf Radio umgeschalten, um auszuschließen, dass das Problem am Verstärker liegt! Problemausschlussverfahren nennt sich das…“
„Aha. Es geht doch nichts über eine hübsche, hartnäckige und taube Servicetechnikerin… Weißt du eigentlich, dass ich für einen kurzen Moment gar nicht mehr so entspannt war?“

„Jaja, jetzt stell dich doch nicht so an. Ich hab’s ja gleich. Außerdem bin ich nur logisch vorgegangen, also genau so, wie es die Technik erfordert.“
„Vielleicht stellst du das Ganze das nächste Mal leiser. Vorher! Wenigstens ein bisschen, so dass ich nicht mit einem Herzkrampf aus dem Sessel falle!“

„Meine Güte… Kann doch jedem mal passieren…“
„Ich steh vielleicht doch besser auf…“

„Nein, ich bin doch gleich soweit. Der Verstärker war’s nicht, also muss es der CD-Player sein. Na bitte: ‚No Disc‘!“
„Oh Mann!“

„Moment, ich hab sie aber eingelegt! Und ‚Play‘ gedrückt!“
„Und wieso kommt trotzdem nix?“

„Ich mach das nochmal von vorne: CD nochmal rein… Oh! Ich hab sie falschrum reingelegt! Kein Wunder!“
„In der Tat kein Wunder, dass DA nichts kommt…“

„Nein, ich meine, es ist kein Wunder, dass sie falschrum drinliegt. Hier ist so schummriges Licht mit der Kerze, man sieht ja kaum was. Mit Kassetten ist mir früher sowas nie passiert!“

Kopfschüttel…

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Ein Suchbild

13. September 2011, aus der Schublade Familie und Feste

Heute kam Post – ich fand das Bild darin weniger aufregend, aber meine Liebste war hin und weg. OK, vielleicht sollte ich es mir mal in Ruhe anschauen, aber dass man wegen sowas so aufgeregt sein kann:

„Guck mal, Post von meiner Schwester!“
„Was ist denn das?“

„Na ein Ultraschallbild von meiner Nichte!“
„Hä? Ich erkenn da nur so Grau…“

„Quatsch. Schau doch mal richtig hin, dann siehst du Kopf, Körper, Arme und Beine. Also das ist doch deutlich zu erkennen…“
„Vielleicht wenn ich’s drehe… Hier das Dicke, was ist das?“

„Das ist der Kopf. Sag mal, brauchst du eine Brille?“
„Nein, ich frag ja nur. Die Haare kann man aber nicht erkennen, oder?“

„Ach, Männer. Ich glaube, sie lächelt sogar!“
„Aha. Wo denn?“

„Na da! Ist sie nicht süß?“
„Ja, wenn man das alles erkennt… Woher weißt du eigentlich, dass es eine Nichte wird? Steht dazu was im Brief?“

„Nein, das sieht man doch auch hier. Guck mal zwischen den Beinen…“
„Die liegen aber komisch.“

„Wieso? Ganz normal, zwei Stück nebeneinander. Wahrscheinlich bist du bei einem Arm gelandet, gib mal her…“
„Hier. Was ist das, wo mein Finger hinzeigt?“

„Na ein Arm natürlich. Mann, du bist ein hoffnungsloser Fall. Guck, hier sind die Beine, und was ist dazwischen?“
„Da ist natürlich nichts zu erkennen. Kein Wunder bei der Farbgebung. Kann man so ein Foto nicht besser machen? So, dass man auch was erkennt?“

„Das ist superscharf! Besser geht nicht! Und es ist deutlich zu sehen, dass es ein Mädchen wird!“
„Ist ja auch egal.“

„Bitte? Es ist doch nicht egal ob Junge oder Mädchen!“
„Na ja, Hauptsache gesund.“

„Natürlich Hauptsache gesund, aber der Rest ist doch nicht egal?“
„Wieso? Ich denke, man nimmt, was man kriegt, oder?“

„Ja, aber man muss sich doch mental vorbereiten…“
„Ach, die Diskussionen über Schminken, abends ausgehen und Alkohol trinken stehen ja nicht gleich im Kreißsaal an. Angenommen, es wird ein Mädchen, was dann?“

„Na dann freue ich mich wie verrückt!“
„Aha. Und wenn’s ein Junge wird?“

„Wieso? Es wird ein Mädchen, da siehst du’s doch.“
„Ich meine ja nur, wenn…“

„Wieso soll ich jetzt so einen theoretischen Fall durchspielen?“
„Du würdest dich also nicht freuen?“

„Doch, natürlich.“
„Aber eher so aus Pflichtgefühl heraus, oder?“

„Quatsch! Man kann sich doch nicht aus Pflichtgefühl heraus freuen! Ich würde mich dann auch freuen. Halt nicht so arg wie bei einem Mädchen.“
„Also weniger. Ihr Frauen habt doch was von den Amazonen an euch…“

„Das ist gemein! Über was würdest du dich mehr freuen? Junge oder Mädchen?“
„Ähh…“

„Nicht überlegen! Gleich sagen!“
„Jun… also eigentlich wär mir das egal…“

„Du wolltest ‚Junge‘ sagen!“
„Das ist mir nur so rausgerutscht…“

„Du denkst, Mädchen interessieren sich nicht für Fußball und Autos, machen keine Männerwitze und keine Übernachtungen im Zelt mit ihrem Vater, oder?“
„Also…“

„Wußte ich’s doch!“
„Und selbst? Was würdest du mit deinem Neffen unternehmen, wenn er groß genug ist? Würdest du mit ihm auch mal zum Fußballspiel gehen, weil das echte Kerle halt interessiert? Oder doch lieber zum Eiskunstlauf?“

„Nein, wenn’s ein Junge wird, gehe ich mit ihm auch mal zum Fußball. Zum Frauenfußball natürlich!“

Kopfschüttel…

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Ich packe in meinen Koffer…

8. September 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Die Liebste gönnt sich ein Freundinnen-Wochenende in irgend so einem Wellnesshotel und ist seit Stunden am Packen und Planen und Organisieren…

„Wo ist denn der große Koffer, der dunkelblaue mit den Rollen?“
„Im Keller.“

„Hol den doch mal bitte hoch, in dieses kleine Teil hier geht ja gar nichts rein.“
„Ja, ich hol ihn dir. Aber du fährst doch nur zwei Tage weg, wieviel willst du denn mitnehmen?“

„Nur das Nötigste.“
„Das passt doch in den Koffer hier.“

„Quatsch. Ich brauch eine normale Hose und eine Ersatzhose, falls ich die irgendwie schmutzig mache. Susi hat neulich beim Italiener versehentlich ein Glas Rotwein auf die Hose gekriegt, der Kellner hat nicht aufgepasst und zack, war’s passiert.
„Aber das passiert doch extrem selten!“

„Aber wenn es passiert, ist es doch gut, wenn ich noch eine Hose in Reserve habe.“
„Ja.“

„Na, und dann brauch ich was Schickeres für abends, dann noch Wäsche, Badesachen und Bademantel und auch noch was zum Drüberziehen, falls wir draußen sitzen und…“
„Ja, ich glaub es dir. Ich hol den Koffer.“

„Danke.“
„Ja, gern geschehen.“

„Vermisst du mich, wenn ich weg bin?“
„Bestimmt. Aber es sind ja nur zwei Tage und wir werden bestimmt eine Menge Spaß haben.“

„Wieso wir? Ich fahre doch mit den Mädels weg?“
„Jaja, ich meinte ja ‚Ihr werdet bestimmt Spaß haben.‘“

„Ja. Was machst du denn am Wochenende?“
„Och, nichts besonderes. Ausschlafen, vielleicht gehe ich abends mal wieder mit Jörg weg.“

„Ja. Macht das. Ihr habt auch ewig nichts mehr zusammen gemacht.“
„Ja, das stimmt.“

„Was wollt ihr denn machen?“
„Weiß ich doch nicht. Ich weiß ja noch nicht mal, ob Jörg Zeit hat.“

„Dann ruf ihn doch an!“
„Ja, aber das hat noch Zeit, wir machen das spontan.“

„Aha. Was wollt ihr denn spontan machen?“
„Keine Ahnung. Was trinken gehen vielleicht.“

„Oh, diese neue Bar, warte mal, ich glaub, die heißt ‚Wunder-Bar‘, da soll es total leckere Cocktails geben.“
„Och, ich denke wir werden eher ein Bier trinken gehen. Vielleicht im Biergarten, wenn das Wetter einigermaßen gut ist.“

„Das ist gut, dann kannst du dort auch was essen.“
„Ja, oder ich mach mir hier was.“

„Ja. Oder soll ich dir noch was vorbereiten?“
„Nee, musst du nicht.“

„Im Gefrierfach ist auch noch eine Portion Gulasch. Da musst du dir nur ein paar Nudeln kochen und bist schnell fertig.“
„Ja, das kann ich machen.“

„Oder du gehst essen, dann hast du gar keine Arbeit.“
„Ich komme schon klar.“

„Ja. Aber ich nicht.“
„Wieso?“

„Der Koffer geht nicht mehr zu!.“

Kopfschüttel…

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Desktop

2. September 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Gestern abend hatte ich Bilder von einem Wochenendausflug auf unserem Rechner gesucht. Ich wurde aber nicht fündig, was vielleicht daran lag, dass meine Liebste sie gespeichert hatte. Sie werkelte grade in der Küche, und ich grummelte schon eine Weile am Rechner vor mich hin, bis sie meinen Unmut bemerkte:

„Was ist denn, Schatz?“
„Ich finde die Bilder von dem Wochenendausflug nicht. Von der kurzen Wanderung, wo wir diese ‚Abkürzung‘ genommen haben…“

„Die müssen aber auf dem Rechner sein!“
„Ich find sie aber nicht.“

„Schau halt mal ordentlich.“
„‘Ordentlich‘ ist ein gutes Stichwort…“

„Wie meinst du das denn?“
„Na ja… Man kann auf dem Rechner Ordner erstellen, das kommt von Ordnung…“

„Hab ich doch! Und in einem solchen Ordner sind die Bilder drin.“
„Und wie heißt der? ‚Neuer Ordner‘? Oder ‚Neuer Ordner (2)‘? Oder ‚Neue Bilder‘? Oder ist es der ‚Wichtige Bilder‘-Ordner?“

„Nein, das sind doch ganz andere Bilder. Ich hab sie unter ‚Eigene Dateien‘ gespeichert, glaub ich.“
„Da sind auch nur Unterordner…“

„Such sie halt mal durch…“
„Dafür, dass so ein PC Arbeit und Zeit sparen soll, sitz ich schon ganz schön lange hier rum.“

„Was meinst du?“
„Nichts, nichts. Ich such halt.“

„Gut.“
„Zum Beispiel im Unterordner ‚ganzneuebilder‘… Mist, auch nichts. Bist du dir sicher, dass du die Bilder von der Kamera rübergezogen hast?“

„Ja natürlich.“
„Oh Mann… Ich reproduziere das Ganze einfach.“

„Was sagst du?“
„Ich lade die Bilder einfach nochmal auf den Rechner.“

„Aha. Aber in fünf Minuten ist das Essen fertig!“
„Ja, ich rieche es schon. So, fertig. Da sind sie.“

„Gut.“
„HA! Und jetzt sehe ich auch, wo du die Bilder gespeichert hast!“

„Wo denn?“
„Auf dem Dektop!“

„Wo ist denn der?“
„Na… Ach, ich zeig’s dir nachher. Es waren nur fünf Bilder, deswegen hab ich die Symbole nicht gesehen.“

„Na dann ist ja jetzt alles prima.“
„Na ja… Auf dem Desktop speichert man doch eigentlich keine Einzeldateien.“

„Wieso denn nicht?“
„Weil man sie sonst ewig suchen muss, wenn man das nicht weiß! Extra dafür gibt’s Ordner und Unterordner.“

„Aber jetzt hast du sie doch gefunden, also war mein Speicherort wohl nicht so schlecht! Aber egal, komm zum Essen.“
„Ja. Mmmh, Lasagne!“

„Du kannst ja schon mal den Tisch decken.“
„Ja, mach ich. Wo ist denn eigentlich der Untersetzer für die Auflaufform?“

„Keine Ahnung. Den hast du vermutlich aufgeräumt, ich hänge ihn immer an den Haken neben dem Wasserkocher.“
„Ach so. Ah ja, ich erinnere mich… ich hab ihn in die Schublade geräumt und mir beim Aufräumen noch gedacht, dass ich den hier eigentlich noch nie gesehen habe. Komisch.“

„In die Schublade? Zu dem ganzen Krimskrams? Die ist eigentlich der Desktop der Küche!“

Kopfschüttel…

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Mal richtig dänisch essen

29. September 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Ein Kurzurlaub mit meiner Liebsten im benachbarten Dänemark an einem wunderbaren, sonnigen Wochenende. Tolle Spaziergänge, ein gutes Hotel und gemütlich Essen gehen machten das Wochenende nahezu perfekt – zumindest für mich. Sie wusste wieder mal nicht, was sie wollte, außer was zu Essen:

„Oh, ich hab Hunger nach dem Strandspaziergang.“
„Na, dann lass uns was Essen gehen, ich lad dich ja schließlich ein.“

„Ja, unten hab ich eine Pizzeria gesehen und vorhin sind wir an einem Chinesen vorbeigekommen. Worauf hast du denn Lust?“
„Och, wollen wir nicht lieber was typisch dänisches essen, wenn wir schon hier sind?“

„Was ist denn typisch dänisch?“
„Na zum Beispiel Smörrebröd.“

„Hmmm. Trockenes Brot.“
„Belegtes Brot!“

„Ich mag lieber was Warmes essen.“
„Na, da gibt’s bestimmt irgendein leckeres Fischgericht, hier am Meer…“

„Jaaa….“
„Ach, komm. Die Pizza und Pasta gibt’s doch überall und im Urlaub kann man ruhig mal was ausprobieren.“

„Na gut. Dann suchen wir mal.“
„Das hier hat immerhin schon mal einen Fisch im Logo, und es ist nicht die ‚Nordsee‘…“

„Aber wir schauen erst mal außen auf der Karte, ja?“
„Gut. Immerhin erkennt man da auch die Preise.“

„Ja. Aber den Rest verstehe ich nicht. Wie ist dein Dänisch?“
„Öhh… Ach egal, hier hat’s einen schönen Biergarten, und du kannst ja auf die Teller der anderen Gäste schauen und dir bestellen, was lecker aussieht. Also nichts wie rein!“

„Das ist doch total peinlich!“
„Wieso?“

„Erstens mag ich nicht neugierig rumgucken und dann ist das viel zu auffällig.“
„Also ich guck dezent rum und bestell mir den Braten, den der Herr dahinten isst.“

„Pah. Oh, die Bedienung kommt schon.“
„Äh… ein Öl… Carlsberg Öl. Und da hinten das, was der Herr isst.“

„Sie hat glaube ich nur das Bier verstanden…“
„Na das was der da hinten hat…“

[Meine Liebste zeigt mit dem Finger hin.]

„Siehst du, jetzt hat sie’s verstanden! Ich nehme einen Orangensaft… äh…“
„Das war jetzt aber schon fast peinlich! Und das was du suchst, heißt Appelsinsaft oder so.“

„Also einen Appelsinsaft. Äh.. und einen Salat.“
„Sie versteht Salat wohl nicht…“

[Die Bedienung zeigt Richtung Innenraum und bedeutet meiner Liebsten, mitzukommen.]

„Äh nein… Ach so, sie will mir was zeigen!“
„Na dann mal los!“

[Einige Minuten später kommt meine Liebste wieder zurück.]

„So, bestellt!“
„Was war denn an dem Salat so kompliziert?“

„Sie hat’s mir in der Küche gezeigt: Es gibt ‚Grön Salat‘, das ist ein einfacher grüner Salat, oder ‚Blandet Salat‘, das ist so ein gemischter Salat.“
„Und, was hast du nun genommen?“

„Ich hab dann ein Schnitzel bestellt, das hatte der Koch grade in der Pfanne und das sah so lecker aus!“

Kopfschüttel…

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Hauptsache weg

23. September 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Als ich gestern heimkam, kam mir meine Liebste freudestrahlend mit einem Brief entgegen. Es stellte sich dann aber heraus, dass der Inhalt doch nicht sooo toll war. Sie rief aufgeregt:

„Guck mal Schatz, ich hab gewonnen!“
„Was denn? Wo denn?

„Na hier, bei einem Preisrätsel! Ein Wochenende in Tirol mit Hotelübernachtung für zwei! Ist das nicht toll?“
„Ja. Zeig mal.“

„Hier. Guck mal, wie hübsch es dort ist!“
„Ja… aber ist das auch nicht so eine Rentner-Neppveranstaltung?“

„Wie kommst du denn darauf?“
„Man liest ja immer von sowas.“

„Kann ich mir nicht vorstellen. Das macht ein Busunternehmen.“
„Das sind auch keine Heiligen…“

„Du denkst zu schlecht von den Menschen. Freu dich doch über den Gewinn!“
„Wo hast du denn da mitgerätselt?“

„Keine Ahnung… ich mach mal hier, mal dort mit, und irgendwann gewinne ich eben auch mal!“
„Diese ganzen Rätsel dienen doch nur dazu, den Leuten ihre Daten abzuschwatzen. Und ob der Gewinn dann auch verlost wird, überprüft doch auch keiner.“

„Also hier hab ich den Gewinn. Und meine Adresse haben sie ja gebraucht, um ihn mir zuzusenden.“
„Hast du das eigentlich genau gelesen?“

„Nein, wieso? Im Kleingedruckten steht auch bloß das Übliche.“
„Na ja… ‚Eine Zustiegsmöglichkeit besteht an folgenden Orten: Göttingen, Kassel und Fulda.“

„Ääh… das ist ja blöd. Da muss man ja erstmal hinkommen…“
„Und hier: ‘Frühstück und Abendessen sind zusätzlich zur Übernachtung fakultativ buchbar.‘“

„So ein Mist!“
„Haha… das ist gut: ‚Die Abbildungen stellen lediglich ein Anschauungsbeispiel dar und müssen nicht zwingend mit der Übernachtungsmöglichkeit übereinstimmen.‘ Das ist Nepp, wenn du mich fragst. Am Ende wird man da in einer Turnhalle am A… der Welt untergebracht.“

„Ach Mensch! Ich hab mich so gefreut, dass ich endlich mal was gewonnen habe!“
„Tja. Ich glaube, wenn wir da mitfahren, dürfte deine Enttäuschung nicht weniger werden.“

„Das gehört doch verboten! Da ist man vor lauter Freude mal nicht so kritisch und schon wird man abgezockt!“
„Ach, ärger dich nicht! Dann machen wir eben auf eigene Kosten ein Urlaubswochenende! Ich lade dich ein!“

„Ohh! Schatz, das ist ja toll! Nach Tirol?“
„Ähh… also wir müssen ja nicht ganz so weit, das wäre ein bisschen viel Fahrerei für ein Wochenende. Wo würde es dir denn noch gefallen?“

„Was mit Bergen wäre schon schön!“
„Ja, die sind aber alle so weit weg… Wie wär’s denn mit einem Kurztrip nach Dänemark?“

„Oh ja! Wenn wir mit dem Wetter auch noch Glück haben…“
„…dann könnten wir sogar einen Strandspaziergang machen.“

„Gute Idee! Suchen wir im Internet mal schnell ein Hotel?“
„Ja. Und es macht dir nichts, dass es da keine Berge gibt?

„Ach, das ist egal. Mir würde es sogar in einer Turnhalle am A… der Welt gefallen, wenn du dabei bist.“
„Seit wann hast du’s denn so mit Turnen?“

„Nein, das sag ich ja nur so. Obwohl… Wenn schlechtes Wetter ist, könnten wir auch in unserem Hotelbett turnen…“

Kopfschüttel…

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Tatort Klo

19. September 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Gestern abend sah ich gerade den Tatort an und fand ihn sehr gelungen. Bis meine Liebste aus dem Klo kam und ich mich dann nicht mehr so recht auf die Handlung konzentrieren konnte, weil sie mit einem Thema kam, das meilenweit vom Krimi entfernt war:

„Sag mal, was haben wir denn neuerdings für Klopapier?“
„Wieso?“

„Das ist ja einlagig!“
„Was meinst du?“

„Das ist einlagig! Ganz dünn. Und überhaupt nicht weich.“
„Hab ich noch nicht gemerkt.“

„Aber du hast das doch gekauft, oder? Mir wäre sowas nicht in den Einkaufswagen gekommen.“
„Ach, die sind doch alle gleich. Nur eine andere Verpackung.“

„Quatsch, da gibt es welche, die fühlen sich wie Schmirgelpapier an, und andere sind ganz weich.“
„Und welches haben wir?“

„Einlagiges Klopapier eben, na ja, so ein Zwischending, finde ich.“
„Hauptsache es funktioniert. Meine Oma hat früher sogar Zeitung genommen.“

„Ja natürlich. Und bei der Deutschen Bahn gab’s früher auch so eine Mischung aus Karton und Baumrinde, aber das hat ja jetzt nichts mit unserem Klopapier zu tun!“
„Ja, nimm eben ein anderes.“

„Das ist doch das Problem: Wir haben kein anderes!“
„Heute gibt’s auch kein anderes mehr, es ist Sonntag abend…“

„Ich will doch grade auch gar kein anderes! Ich meine nur, dass…“
„Na also. Dann ist ja alles prima und ich kann hier weitergucken.“

„Also ich will mindestens zweilagiges Papier! Die restlichen Rollen von diesem Schrott darfst gerne du verbrauchen – du hast sie ja auch gekauft!“
„Ist es denn so schlimm?“

„Es ist eben einfach sehr unangenehm. Kannst ja gerne mal selbst probieren!“
„Ich muss grade aber gar nicht auf’s Klo, außerdem will ich in Ruhe den Tatort gucken.“

„Dir ist das Klopapier völlig egal, oder?“
„Ja, also das heißt im Moment ja. Kann ich mich nachher drum kümmern?“

„Außerdem hängst du es immer falschrum auf den Halter.“
„Hochkant?“

„Nein, aber so, dass der Anfang immer an der Wand ist.“
„Hä?“

„Da kann man ihn so schlecht greifen!“
„Sag mal… Welche Studien treibst du da eigentlich, wenn du auf dem Klo sitzt? Nimm dir doch mal ein Buch mit…“

„Du willst mich gar nicht verstehen! Es stört mich eben, wenn das Klopapier falschrum dahängt, und ich würde mich freuen, wenn Du diese Störung beseitigst!“
„Ich soll jetzt ins Klo und das Klopapierrolle umdrehen?“

„Nein! Du sollst sie einfach richtigrum aufhängen, wenn du beim nächsten Mal eine neue Rolle nimmst.“
„Schatz, ich werde in Zukunft alle Deine Klopapierwünsche beachten, wenn du mich nun bitte den Tatort fertigschauen lässt. In Ruhe.“

[Nachdem die Liebste eine halbe Stunde mit mir den Tatort angeschaut hat:]
„Weißt du was?“
„Was denn?“

„Dieser Boerne hat bestimmt auch zweilagiges Klopapier.“

Kopfschüttel…

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Ein ruhiger Abend

17. September 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Als ich gestern abend heimkam, war ich froh, dass diese Arbeitswoche vorbei war – es war eine Woche zum Abhaken gewesen. Ich wollte abends nur noch ein Bier trinken und dabei ein bisschen Musik hören und sonst nichts. Die Entspannung gelang aber nicht, denn die Liebste fing nach dem Abendessen an:

„Und, was machen wir jetzt?“
„Ein Bier trinken, Musik aus den 80ern hören und ab in die Falle! Darauf freue ich mich schon seit gestern.“

„Pöööh… Mit dir ist ja auch nichts mehr anzufangen. Aber gut – morgen bist du wieder besser drauf. Oder?“
„Ja.“

„Schön. Dann richte ich dir einen schönen Wohnzimmerentspannungsabend mit Bier und Musik bei Kerzenlicht.“
„Au, das ist nett. Danke!“

„Sind ‘The 80’s‘ genehm? Lehnen Sie sich zurück und entspannen Sie!“
„Ja, mach ich.“

„Wieso kommt da keine Musik?“
„In Bedienungsanleitungen steht in solchen Fällen: ‚Überprüfen Sie, ob das Gerät an die Stromversorgung…‘“

„Jaja, ich bin ja nicht von 1840. Es ist alles an, komisch.“
„Vielleicht ist die Lautstärke versehentlich zu leise eingestellt?“

„Ich dreh’s mal hoch… Nichts!“
„Dann muss ich mich wohl doch von meinem Entspannungsplatz erheben…“

„Moment! So schnell geb ich das nicht ab.“
„Schön. Es geht doch nichts über eine hübsche und hartnäckige Servicetechnikerin.“

„Ich hab da eine Idee…“
[BAUTZ! Ein Radiomoderator brüllt mit seinem Spruch von den besten Hits der 70er, 80er, 90er und allen anderen Epochen in unsere kleine Wohnung, dass ich beinahe die ewige Entspannung gefunden hätte. Die Liebste dreht ihn schnell wieder auf Normallautstärke, während ich mich mit schreckgeweiteten Augen im Sessel festkralle.]
„-!“

„Huch! Hab ich mich erschrocken!“
„Was zur Hölle hast du denn gemacht?“

„Ich hab nur mal auf Radio umgeschalten, um auszuschließen, dass das Problem am Verstärker liegt! Problemausschlussverfahren nennt sich das…“
„Aha. Es geht doch nichts über eine hübsche, hartnäckige und taube Servicetechnikerin… Weißt du eigentlich, dass ich für einen kurzen Moment gar nicht mehr so entspannt war?“

„Jaja, jetzt stell dich doch nicht so an. Ich hab’s ja gleich. Außerdem bin ich nur logisch vorgegangen, also genau so, wie es die Technik erfordert.“
„Vielleicht stellst du das Ganze das nächste Mal leiser. Vorher! Wenigstens ein bisschen, so dass ich nicht mit einem Herzkrampf aus dem Sessel falle!“

„Meine Güte… Kann doch jedem mal passieren…“
„Ich steh vielleicht doch besser auf…“

„Nein, ich bin doch gleich soweit. Der Verstärker war’s nicht, also muss es der CD-Player sein. Na bitte: ‚No Disc‘!“
„Oh Mann!“

„Moment, ich hab sie aber eingelegt! Und ‚Play‘ gedrückt!“
„Und wieso kommt trotzdem nix?“

„Ich mach das nochmal von vorne: CD nochmal rein… Oh! Ich hab sie falschrum reingelegt! Kein Wunder!“
„In der Tat kein Wunder, dass DA nichts kommt…“

„Nein, ich meine, es ist kein Wunder, dass sie falschrum drinliegt. Hier ist so schummriges Licht mit der Kerze, man sieht ja kaum was. Mit Kassetten ist mir früher sowas nie passiert!“

Kopfschüttel…

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Ein Suchbild

13. September 2011, aus der Schublade Familie und Feste

Heute kam Post – ich fand das Bild darin weniger aufregend, aber meine Liebste war hin und weg. OK, vielleicht sollte ich es mir mal in Ruhe anschauen, aber dass man wegen sowas so aufgeregt sein kann:

„Guck mal, Post von meiner Schwester!“
„Was ist denn das?“

„Na ein Ultraschallbild von meiner Nichte!“
„Hä? Ich erkenn da nur so Grau…“

„Quatsch. Schau doch mal richtig hin, dann siehst du Kopf, Körper, Arme und Beine. Also das ist doch deutlich zu erkennen…“
„Vielleicht wenn ich’s drehe… Hier das Dicke, was ist das?“

„Das ist der Kopf. Sag mal, brauchst du eine Brille?“
„Nein, ich frag ja nur. Die Haare kann man aber nicht erkennen, oder?“

„Ach, Männer. Ich glaube, sie lächelt sogar!“
„Aha. Wo denn?“

„Na da! Ist sie nicht süß?“
„Ja, wenn man das alles erkennt… Woher weißt du eigentlich, dass es eine Nichte wird? Steht dazu was im Brief?“

„Nein, das sieht man doch auch hier. Guck mal zwischen den Beinen…“
„Die liegen aber komisch.“

„Wieso? Ganz normal, zwei Stück nebeneinander. Wahrscheinlich bist du bei einem Arm gelandet, gib mal her…“
„Hier. Was ist das, wo mein Finger hinzeigt?“

„Na ein Arm natürlich. Mann, du bist ein hoffnungsloser Fall. Guck, hier sind die Beine, und was ist dazwischen?“
„Da ist natürlich nichts zu erkennen. Kein Wunder bei der Farbgebung. Kann man so ein Foto nicht besser machen? So, dass man auch was erkennt?“

„Das ist superscharf! Besser geht nicht! Und es ist deutlich zu sehen, dass es ein Mädchen wird!“
„Ist ja auch egal.“

„Bitte? Es ist doch nicht egal ob Junge oder Mädchen!“
„Na ja, Hauptsache gesund.“

„Natürlich Hauptsache gesund, aber der Rest ist doch nicht egal?“
„Wieso? Ich denke, man nimmt, was man kriegt, oder?“

„Ja, aber man muss sich doch mental vorbereiten…“
„Ach, die Diskussionen über Schminken, abends ausgehen und Alkohol trinken stehen ja nicht gleich im Kreißsaal an. Angenommen, es wird ein Mädchen, was dann?“

„Na dann freue ich mich wie verrückt!“
„Aha. Und wenn’s ein Junge wird?“

„Wieso? Es wird ein Mädchen, da siehst du’s doch.“
„Ich meine ja nur, wenn…“

„Wieso soll ich jetzt so einen theoretischen Fall durchspielen?“
„Du würdest dich also nicht freuen?“

„Doch, natürlich.“
„Aber eher so aus Pflichtgefühl heraus, oder?“

„Quatsch! Man kann sich doch nicht aus Pflichtgefühl heraus freuen! Ich würde mich dann auch freuen. Halt nicht so arg wie bei einem Mädchen.“
„Also weniger. Ihr Frauen habt doch was von den Amazonen an euch…“

„Das ist gemein! Über was würdest du dich mehr freuen? Junge oder Mädchen?“
„Ähh…“

„Nicht überlegen! Gleich sagen!“
„Jun… also eigentlich wär mir das egal…“

„Du wolltest ‚Junge‘ sagen!“
„Das ist mir nur so rausgerutscht…“

„Du denkst, Mädchen interessieren sich nicht für Fußball und Autos, machen keine Männerwitze und keine Übernachtungen im Zelt mit ihrem Vater, oder?“
„Also…“

„Wußte ich’s doch!“
„Und selbst? Was würdest du mit deinem Neffen unternehmen, wenn er groß genug ist? Würdest du mit ihm auch mal zum Fußballspiel gehen, weil das echte Kerle halt interessiert? Oder doch lieber zum Eiskunstlauf?“

„Nein, wenn’s ein Junge wird, gehe ich mit ihm auch mal zum Fußball. Zum Frauenfußball natürlich!“

Kopfschüttel…

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Ich packe in meinen Koffer…

8. September 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Die Liebste gönnt sich ein Freundinnen-Wochenende in irgend so einem Wellnesshotel und ist seit Stunden am Packen und Planen und Organisieren…

„Wo ist denn der große Koffer, der dunkelblaue mit den Rollen?“
„Im Keller.“

„Hol den doch mal bitte hoch, in dieses kleine Teil hier geht ja gar nichts rein.“
„Ja, ich hol ihn dir. Aber du fährst doch nur zwei Tage weg, wieviel willst du denn mitnehmen?“

„Nur das Nötigste.“
„Das passt doch in den Koffer hier.“

„Quatsch. Ich brauch eine normale Hose und eine Ersatzhose, falls ich die irgendwie schmutzig mache. Susi hat neulich beim Italiener versehentlich ein Glas Rotwein auf die Hose gekriegt, der Kellner hat nicht aufgepasst und zack, war’s passiert.
„Aber das passiert doch extrem selten!“

„Aber wenn es passiert, ist es doch gut, wenn ich noch eine Hose in Reserve habe.“
„Ja.“

„Na, und dann brauch ich was Schickeres für abends, dann noch Wäsche, Badesachen und Bademantel und auch noch was zum Drüberziehen, falls wir draußen sitzen und…“
„Ja, ich glaub es dir. Ich hol den Koffer.“

„Danke.“
„Ja, gern geschehen.“

„Vermisst du mich, wenn ich weg bin?“
„Bestimmt. Aber es sind ja nur zwei Tage und wir werden bestimmt eine Menge Spaß haben.“

„Wieso wir? Ich fahre doch mit den Mädels weg?“
„Jaja, ich meinte ja ‚Ihr werdet bestimmt Spaß haben.‘“

„Ja. Was machst du denn am Wochenende?“
„Och, nichts besonderes. Ausschlafen, vielleicht gehe ich abends mal wieder mit Jörg weg.“

„Ja. Macht das. Ihr habt auch ewig nichts mehr zusammen gemacht.“
„Ja, das stimmt.“

„Was wollt ihr denn machen?“
„Weiß ich doch nicht. Ich weiß ja noch nicht mal, ob Jörg Zeit hat.“

„Dann ruf ihn doch an!“
„Ja, aber das hat noch Zeit, wir machen das spontan.“

„Aha. Was wollt ihr denn spontan machen?“
„Keine Ahnung. Was trinken gehen vielleicht.“

„Oh, diese neue Bar, warte mal, ich glaub, die heißt ‚Wunder-Bar‘, da soll es total leckere Cocktails geben.“
„Och, ich denke wir werden eher ein Bier trinken gehen. Vielleicht im Biergarten, wenn das Wetter einigermaßen gut ist.“

„Das ist gut, dann kannst du dort auch was essen.“
„Ja, oder ich mach mir hier was.“

„Ja. Oder soll ich dir noch was vorbereiten?“
„Nee, musst du nicht.“

„Im Gefrierfach ist auch noch eine Portion Gulasch. Da musst du dir nur ein paar Nudeln kochen und bist schnell fertig.“
„Ja, das kann ich machen.“

„Oder du gehst essen, dann hast du gar keine Arbeit.“
„Ich komme schon klar.“

„Ja. Aber ich nicht.“
„Wieso?“

„Der Koffer geht nicht mehr zu!.“

Kopfschüttel…

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Desktop

2. September 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Gestern abend hatte ich Bilder von einem Wochenendausflug auf unserem Rechner gesucht. Ich wurde aber nicht fündig, was vielleicht daran lag, dass meine Liebste sie gespeichert hatte. Sie werkelte grade in der Küche, und ich grummelte schon eine Weile am Rechner vor mich hin, bis sie meinen Unmut bemerkte:

„Was ist denn, Schatz?“
„Ich finde die Bilder von dem Wochenendausflug nicht. Von der kurzen Wanderung, wo wir diese ‚Abkürzung‘ genommen haben…“

„Die müssen aber auf dem Rechner sein!“
„Ich find sie aber nicht.“

„Schau halt mal ordentlich.“
„‘Ordentlich‘ ist ein gutes Stichwort…“

„Wie meinst du das denn?“
„Na ja… Man kann auf dem Rechner Ordner erstellen, das kommt von Ordnung…“

„Hab ich doch! Und in einem solchen Ordner sind die Bilder drin.“
„Und wie heißt der? ‚Neuer Ordner‘? Oder ‚Neuer Ordner (2)‘? Oder ‚Neue Bilder‘? Oder ist es der ‚Wichtige Bilder‘-Ordner?“

„Nein, das sind doch ganz andere Bilder. Ich hab sie unter ‚Eigene Dateien‘ gespeichert, glaub ich.“
„Da sind auch nur Unterordner…“

„Such sie halt mal durch…“
„Dafür, dass so ein PC Arbeit und Zeit sparen soll, sitz ich schon ganz schön lange hier rum.“

„Was meinst du?“
„Nichts, nichts. Ich such halt.“

„Gut.“
„Zum Beispiel im Unterordner ‚ganzneuebilder‘… Mist, auch nichts. Bist du dir sicher, dass du die Bilder von der Kamera rübergezogen hast?“

„Ja natürlich.“
„Oh Mann… Ich reproduziere das Ganze einfach.“

„Was sagst du?“
„Ich lade die Bilder einfach nochmal auf den Rechner.“

„Aha. Aber in fünf Minuten ist das Essen fertig!“
„Ja, ich rieche es schon. So, fertig. Da sind sie.“

„Gut.“
„HA! Und jetzt sehe ich auch, wo du die Bilder gespeichert hast!“

„Wo denn?“
„Auf dem Dektop!“

„Wo ist denn der?“
„Na… Ach, ich zeig’s dir nachher. Es waren nur fünf Bilder, deswegen hab ich die Symbole nicht gesehen.“

„Na dann ist ja jetzt alles prima.“
„Na ja… Auf dem Desktop speichert man doch eigentlich keine Einzeldateien.“

„Wieso denn nicht?“
„Weil man sie sonst ewig suchen muss, wenn man das nicht weiß! Extra dafür gibt’s Ordner und Unterordner.“

„Aber jetzt hast du sie doch gefunden, also war mein Speicherort wohl nicht so schlecht! Aber egal, komm zum Essen.“
„Ja. Mmmh, Lasagne!“

„Du kannst ja schon mal den Tisch decken.“
„Ja, mach ich. Wo ist denn eigentlich der Untersetzer für die Auflaufform?“

„Keine Ahnung. Den hast du vermutlich aufgeräumt, ich hänge ihn immer an den Haken neben dem Wasserkocher.“
„Ach so. Ah ja, ich erinnere mich… ich hab ihn in die Schublade geräumt und mir beim Aufräumen noch gedacht, dass ich den hier eigentlich noch nie gesehen habe. Komisch.“

„In die Schublade? Zu dem ganzen Krimskrams? Die ist eigentlich der Desktop der Küche!“

Kopfschüttel…

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