Tennisshop

Auto verlegt

23. Juli 2011, aus der Schublade Auto und Parken

Die Liebste hatte eine stressige Woche hinter sich und war gestern abend noch mit ihren Freundinnen aus. Daher ließ ich sie heute ausschlafen, holte Brötchen, deckte den Tisch und schmiss schon mal die Kaffeemaschine an. Als ich grade fertig gefrühstückt hatte, erschien sie etwas verkatert und unausgeschlafen und begrüßte mich leise:

„Ohh, du warst fleißig…“
„Guten Morgen erstmal, Schatz.“

„Ach, was soll an einem Morgen gut sein, der mit Aufstehen anfängt.“
„War wohl etwas später gestern?“

„Hmmja.“
„Wann bist du denn heimgekommen?“

„So gegen halb drei.“
„Das geht ja noch.“

„Ich werde halt auch älter und vertrag das Feiern nicht mehr so.“
„Da musst du durch. Was habt ihr denn eigentlich gefeiert?“

„Petras Beförderung. Und dann noch in Melanies Geburtstag reingefeiert.“
„Na, da hat es sich doch wenigstens gelohnt.“

„Ja. Schön war‘s schon.“
„Na, dann frühstücke in Ruhe, dann können wir ja zusammen die Wochenendeinkäufe machen.“

„Hmm.“
„Ich räum schonmal das Leergut in dein Auto, meins steht zu weit weg. Gib mir mal den Schlüssel.“

„In meiner Handtasche.“
„Ha! Auf Anhieb gefunden! Wo hast du denn geparkt?“

„Auf der Straße. Schau halt.“
„Ja.“
(Nach einer Weile komme ich zurück, weil ich ihr Auto nicht finde.)

„Das muss aber da sein. Vielleicht wurde es gestohlen?“
„Glaub ich nicht. Da stehen viel bessere Autos draußen als deins.“

„Hast du auch in den Nebenstraßen geguckt? Vielleicht war gestern kein Parkplatz frei und ich hab deshalb weiter weg geparkt?“
„Direkt vorm Haus sind mehrere freie Parkplätze…“

„Es muss gestohlen worden sein. Ruf die Polizei!“
„Mal langsam. Überleg nochmal, wo du geparkt haben könntest.“

„Ach, ich bin mit dem Taxi heimgekommen! Jetzt fällt‘s mir wieder ein. Wir haben bei Melanie noch Cocktails getrunken und dann habe ich das Auto selbstverständlich stehengelassen.“
„Das ist recht so. Nur wäre gut, wenn dir einfällt, wo du es stehengelassen hast.“

„Öh… Bestimmt bei Melanie. Wir können ja mit deinem Auto hinfahren und es dann holen.“
„Ja. Aber ruf erstmal Melanie an, ob dein Auto auch bei ihr steht.“

„Ja, mach ich.“
„Gut.“

„Melanie sagt, dass bei ihr kein Auto von mir steht. Und sie sagt, dass wir doch nur mit zwei Autos von Petra zu ihr gefahren sind.“
„Na, dann steht es noch bei Petra.“

„Ja, aber bei Petra gibt’s so wenig Parkplätze. Jetzt fällt‘s mir wieder ein, gib mal meine Handtasche her.“
„Hier, bitte.“

„Ha, hier: die Parkhauskarte. Dort steht mein Auto.“
„Meine Güte, musst du einen Filmriss gehabt haben… aber gut. Immerhin wissen wir jetzt ja schon mal, wo es ist.“

„Ja, jetzt müssen wir nur hinfahren und die sieben Etagen durchsuchen…“

Kopfschüttel…

39 Kommentare »

Riskante Investition

22. Juli 2011, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Normalerweise kümmert sich meine Liebste ja eher weniger ums Finanzielle, hauptsache, es bleibt am Ende des Geldes nicht zu viel Monat übrig. Doch gestern lernte ich sie von einer ganz neuen Seite kennen.

„Weißt du, was ich gelesen habe?“
„Nein, aber du wirst es mir sicher gleich sagen.“

„Ja. Wir sollten in Immobilien anlegen.“
„Soll ich ein Gartenhaus kaufen?“

„Quatsch. In der Zeitung stand, dass Immobilien zurzeit die sicherste und beliebteste Geldanlage sind.“
„Soso.“

„Und dass sogar reiche Italiener in Berlin Häuser kaufen, weil es wegen der bevorstehenden Wirtschaftskrise besser wäre.“
„Haben die keine Häuser mehr in Bella Italia?“

„Keine Ahnung. Vielleicht ist es in Berlin einfach schöner als in Italien.“
„Ja, weil hier die Müllabfuhr funktioniert und Currywurst mit Pommes leckerer ist als Pizza und Pasta.“

„Na, gegen Pizza und Pasta kannst du jetzt nichts sagen.“
„Sollen wir in Pizza investieren und uns eine bestellen?“

„Ja, ich nehme eine Hawaiipizza. Oder halt, lieber eine Spinat mit Fetakäse …aber du nimmst mich wieder nicht ernst!“
„Doch, ich ruf gleich an und bestelle!“

„Ja, das ist recht. Aber ich meine, du nimmst mich mit dem Investieren nicht ernst.“
„Ach, wir haben nicht genug Geld für Immobilien, das weißt du doch.“

„Aber irgendwas sollten wir machen, für die Zukunft meine ich.“
„Willst du mir einen Bausparvertrag aufschwatzen?“

„Nein, natürlich nicht. Aber es steht doch in jeder Zeitung, dass eine Inflation droht und die Leute jetzt in Sachwerte investieren.“
„Aha.“

„Ja, am beliebtesten sind Immobilien, Gold und alter Whisky.“
„Das nenn ich mal eine gute Geldanlage. Bitte einen guten alten schottischen Single Malt! Ich investiere gleich morgen auf deinen Wunsch hin in Whisky!“

„Ja. Aber bei deiner Begeisterung scheint es mir keine so sichere Investition zu sein…“
„Ach was, mehr Prozente für‘s Geld kriegst du nirgendwo.“

„Aber wenn du den leer trinkst, ist die Geldanlage futsch.“
„Trinkflation sozusagen.“

„Nee, das ist mir nicht sicher genug, dann kann ich das Geld auch gleich bei der Bank lassen.“
„Tja, wenn ich aber doch lieber Whisky besorgen soll, dann sag‘s nur.“

„Wenn Immobilien und Whisky ausscheiden, bleibt eigentlich  nur noch Gold.“
„Aha, daher weht der Wind.“

„Wieso? Ich mache mir nur Gedanken um unsere finanzielle Zukunft.“
„Ja soll ich jetzt etwa Gold kaufen?“

„Oh, das wär was!“
„Aber ich kaufe einen Barren, keinen Ring, keine Kette, keine Ohrstecker.“

„Wieso? Der Goldpreis ist auch bei Ringen, Ketten und Ohrsteckern wertbeständig.“
„Aber mir scheint diese Geldanlage auch nicht sicher. Schließlich hast du an Ostern erst deinen goldenen Ohrstecker verloren.“

„Ja, total ärgerlich. Aber so eine Kette oder ein Ring wäre schon wertbeständig.“
„Ein Barren Gold erfüllt den gleichen Zweck.“

„Nicht den gleichen Zweck wie zum Beispiel, sagen wir mal zwei Ringe aus Gold, für die Zukunft, meine ich…

Kopfschüttel…

25 Kommentare »

Wie damals bei Adam…

19. Juli 2011, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Das Handy der Liebsten hat nach langen Jahren treuer Dienste endgültig den Geist aufgegeben und ein neues Handy muss her. Die Liebste hat genaue Vorstellungen, was sie will. Meine Ideen sind da aber eher anders…

„Schau mal, hier, das will ich mir bestellen!“
„Ein iPhone. Hast du schon mal auf den Preis geschaut?“

„Naja, es ist schon etwas teurer, aber so schön!“
„Etwas teurer ist gut.“

„Meinetwegen etwas sehr teurer. Aber ich hab noch etwas Geburtstagsgeld, und ein neues Handy brauch ich eh.“
„Ja schon, aber warum muss es ein iPhone sein?“

„Weil es total schön aussieht und Kult ist.“
„Was machst du denn damit?“

„Dich anrufen oder dir eine SMS schicken oder mal ein Foto, wenn ich was Tolles sehe.“
„Ja, aber das kann jedes andere Handy auch, für einen Bruchteil des Preises.“

„Ach, jetzt willst du es mir ausreden.“
„Natürlich. Es ist einfach zu teuer und mir würde es leid tun, so viel Geld dafür auszugeben.“

„Aber so ein iPhone hat man doch auch lange und ich würde mich immer freuen, wenn ich es benutze.“
„Apple freut sich auch, wenn wegen eines Bildes von einem angebissenen Apfel auf dem Telefon die Kasse klingelt. Von der Überwachung ganz abgesehen…“

„Wieso? Willst du mich überwachen? Ich sag dir doch immer, wo ich hingehe.“
„Quatsch, ich doch nicht. Apple überwacht dich.“

„Echt? Ich hab keine Geheimnisse.“
„Es ist doch egal, ob du Geheimnisse hast oder nicht, es ist doch nicht in Ordnung, wenn die einfach deine Daten speichern!“

„Es ist dir also egal, ob ich Geheimnisse habe?“
„Nein, mir ist es nicht egal. Ich will schon wissen, wo und mit wem du unterwegs bist.“

„Eben hast du doch gesagt, es ist dir egal und jetzt willst du es doch wissen, dabei sage ich dir doch sowieso immer alles Wichtige.“
„Das ist ja auch richtig so, schließlich sage ich dir auch, was ich mit wem mache.“

„Ja, ich würde auch fragen, wenn du es nicht sagst.“
„Eben. Deshalb sage ich es ja auch. Ich hab schließlich auch keine Geheimnisse.“

„Tja. Welches Telefon soll ich denn nun nehmen?“
„Egal, nur kein zu teures. Schließlich willst du nur telefonieren.“

„Ja, und SMS schicken und Fotos machen.“
„Aber das können doch alle Handys. Nach welchen Kriterien willst du denn gehen?“

„Es muss mir gefallen.“
„Dann nimm wenigstens noch den Preis als Kriterium, und vielleicht wäre es gut, bei der gleichen Marke zu bleiben, dann musst du dich nicht an eine neue Bedienung gewöhnen.“

„Ja, das stimmt. Soll ich hier das in Rosa nehmen?“
„Zeig mal. Ein Nokia, wie gehabt. Immer noch ein stolzer Preis, aber besser als das iPhone.“

„Hmm. Aber wenn mir Rosa in einem halben Jahr nicht mehr gefällt?“
„Dann nimm das Schwarze. Das ist zeitlos.“

„Und langweilig.“
„Oder hier, das gleiche Modell in Weiß.“

„Ja, aber hier das Weiße mit dem Apfel drauf sieht noch besser aus…“

Kopfschüttel…

14 Kommentare »

Kreuzworträtsel

17. Juli 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Manchmal ist es ganz schön, wenn das Wochenende nicht so komplett verplant ist. Natürlich sind Besuche und Unternehmungen toll, aber mal so ein verregneter Nachmittag ganz ohne Verpflichtungen ist auch schön, finde ich zumindest…

„Hach, ist mir langweilig. Was machst du denn grade?“
„Ich lieg hier und lese was.“

„Was liest du denn?“
„Die Autozeitschrift von letzter Woche.“

„Wie langweilig.“
„Mir gefällt es. Lies doch auch was.“

„Hach, ich weiß nicht.“
„Hier sind noch Zeitschriften, hast du die schon ausgelesen?“

„Ja, die kenn ich schon.“
„Dann wirf sie doch weg, die brauchen doch nicht hier rumzuliegen.“

„Die Rätsel habe ich noch nicht gemacht.“
„Dann lös doch die Rätsel, dann kannst du die Hefte auch wegwerfen.“

„Ja, das könnte ich machen.“
„Prima.“

„Schatz, ein Bundespräsident mit sechs Buchstaben?“
„Wulff, nee, kann nicht sein, der hat nur fünf Buchstaben. Herzog müsste es sein.“

„Passt nicht. Weißt du keinen anderen?“
„Hmm… Warte mal. Scheel fällt mir da noch ein.“

„Passt auch nicht. Naja, dann mach ich hier weiter. Fluss in Polen mit R?“
„Keine Ahnung.“

„Oh, das hier weiß ich: Luftzug, Wind. Das muss Brise sein. Passt, prima. Dann hat der Präsident als vierten Buchstabe ein „B“. Weißt du jetzt, wer es ist?“
„Nee.“

„Dann komme ich aber nicht weiter.“
„Jaja.“

„Oh, das weißt du bestimmt: Mut, Tapferkeit mit sieben Buchstaben?“
„Hast du schon Buchstaben vorgegeben?“

„Am Ende ein E und der dritte ein U.“
„Mehr hast du nicht?“

„Du weißt es nicht, stimmt’s?“
„Ich wollte hier nur mein Autoheft lesen und keine Rätsel machen.“

„Ach, komm. Du weißt es einfach nicht.“
„Zeig mal das Heft her.“

„Hier, bitteschön.“
„Was ist denn das für ein komisches Rätsel? Aber Mut ist bestimmt Courage. Gib mal den Stift her, warte, es passt!“

„Aha, Courage. Sagt doch heute kein Mensch mehr.“
„Dein Bundespräsident heißt dann übrigens Lübke.“

„Aha. Noch nie gehört. Ist nicht mein Bundespräsident.“
„Du wolltest es doch wissen.“

„Ja, aber nur wegen des Rätsels.“
„Hier hast du dein Heft wieder. Jetzt kannst du es fertig machen.“

„Ja, und eine Kosmetiktasche mit Inhalt gewinnen!“
„Du hast doch schon zwei Taschen – und deren Inhalte füllen den halben Badschrank!“

„Man kann immer mal eine in Reserve haben.“
„Du hast bereits eine in Reserve.“

„Naja, stimmt schon. Zum Glück sehe ich grad, dass der Einsendetermin des Lösungswortes sowieso schon abgelaufen ist…“

Kopfschüttel…

3 Kommentare »

Traumdeutung

15. Juli 2011, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Als wir heute früh beim Frühstück saßen, erzählte ich der Liebsten von dem seltsamen Traum, den ich heute Nacht geträumt hatte. Dass mein Schatz über so einen reichen Fundus an küchenpsychologischem Fachwissen verfügt, wusste ich da allerdings noch nicht…

„Na, du siehst aber müde aus!“
„Kein Wunder, ich habe eine total stressige Nacht hinter mir.“

„Wieso denn das? Wir sind doch recht früh ins Bett gegangen.“
„Ach, ich hab die ganze Nacht nur einen Quatsch nach dem anderen geträumt.“

„Deshalb hast du mich zweimal getreten und dich so rumgewälzt. Was hast du denn geträumt?“
„Ach, irgendwie lauter zusammenhangloses, sinnloses Zeug.“

„Erzähl mal, das hat bestimmt eine tiefere Bedeutung!“
„Quatsch.“

„Doch, Träume haben immer eine tiefere Bedeutung.“
„Aha. Was bedeutet es dann, dass ich heute Nacht zusammen mit einem braunen Pferd mit dunkler Mähne mit dem ICE von Berlin nach Stuttgart gefahren bin und wir über zwei Stunden Verspätung hatten?“

„Naja, von Berlin nach Stuttgart sind zwei Stunden Verspätung doch gar nicht so viel! Außerdem kann es doch immer mal Verspätung geben. Ich hab neulich erst gelesen, dass die Bahn auch deshalb immer Verspätung hat, weil wegen der hohen Kupferpreise Schienen geklaut werden und die Bahn gar nichts für die Verspätung kann.“
„Aber Eisenbahnschienen sind doch gar nicht aus Kupfer.“

„Naja, dann eben die Kabel oder so. Auf jeden Fall will die Bahn die Schienen und Kabel jetzt markieren, damit die Diebe sie nicht mehr so einfach verkaufen können.“
„Aha.“

„Ja, immer denken alle, die Bahn ist an den Verspätungen schuld, dabei wurden die Schienen und Kabel abgebaut.“
„Naja, wenn sie dann pünktlicher werden, soll’s mir recht sein.“

„Ja. Du hättest doch heute nacht auch reiten können.“
„Wie?“

„Naja, mit deinem braunen Pferd im Traum.“
„Ach so, tja, da hab ich nicht dran gedacht.“

„Warum hattest du überhaupt ein Pferd dabei?“
„Weiß ich doch nicht. Du bist doch hier die Traumdeutungsexpertin.“

„War es denn eine Stute oder ein Hengst?“
„Weiß ich doch nicht. Ich kenn mich mit Pferden überhaupt nicht aus.“

„Das sieht man doch.“
„So? Ob das Pferd das Bein hebt oder sich hinhockt oder was?“

„Nein, aber an der Stelle mußt du halt mal hinschauen.“
„Hab ich aber nicht. Aber wenn ich heute Nacht wieder von dem Pferd träume, schau ich nach und dann sag ich es dir.“

„Gut. Was wolltest du überhaupt in Stuttgart?“
„Nichts. Ich weiß es nicht. Eigentlich wollte ich gar nicht nach Stuttgart, nur der Zug fuhr halt dahin.“

„Wollte das Pferd nach Stuttgart?“
„Was weiß ich. Jetzt hör auf mit dem Gefrage, das war nur ein komischer Traum.“

„Ja. Ich hab heute Nacht nichts geträumt.“
„Vielleicht erinnerst du dich nur nicht.“

„Nee, wenn ich was geträumt hätte, würde ich mich auch erinnern.“
„Jeder Mensch träumt jede Nacht, nur die meisten erinnern sich nicht an ihre Träume.“

„Echt? Du hast dich aber dran erinnert.“
„Ja, es war aber auch ein komischer Traum. Mit einem Pferd Zug fahren, so ein Quatsch.“

„Ja. So ein Quatsch.“
„Also, da sind wir uns ja immerhin einig.“

„Ja.“
„Gut.“

„Was hast du eigentlich in Berlin gemacht?“

Kopfschüttel…

4 Kommentare »

Bullshit-Bingo

13. Juli 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Völlig genervt und grummelig kam ich von der Arbeit heim. Die Liebste hatte schon den Tisch gedeckt, frische selbstgemachte Pizza im Ofen und schaffte es auch, mich wieder zum Schmunzeln zu bringen:

„Hallo, mein Schatz. Essen ist gleich fertig.“
„Ach, prima. Das riecht nach Pizza! Mmh, lecker…“

„Ja, ich hab doch noch ein paar Überstunden und heute war‘s ruhig und ich dachte, ich bummle mal ein paar ab und geh einkaufen und koche dir was Schönes. Und das Bad hab ich auch geputzt.“
„Fleißig. Oh, die Pizza sieht aber lecker aus!“

„Ja, und wie war dein Tag? Müde siehst du aus.“
„Nervig war mein Tag und ich bin müde.“

„Wieso? Was war denn los?“
„Es gibt ein neues Konzept in der Firma.“

„Aha. War das alte nicht mehr gut?“
„Doch, aber ein neues verbraucht Ressourcen, die sonst zuviel vorhanden wären.“

„Wie? Ich versteh gar nix. Es hieß bei euch doch immer ‚Ressourcen schonen‘ und so weiter.“
„Schatz, das war ein Witz. Es nervt eigentlich nur, wozu es gut ist, weiß kein Mensch.“

„Aber irgendwer hat es doch eingeführt? Wer ist denn verantwortlich dafür?“
„Es gibt da so eine Beratungsfirma, die verkauft solche Schnapsideen an Firmen und macht sich dann aus dem Staub und bemüht sich, nie wieder einem Mitarbeiter dieser Firma über den Weg zu laufen.“

„Ach je. So schlimm?“
„Schlimmer. Ich hab gar keine Lust mehr hinzugehen. Morgen ist dann die Kick-Off-Veranstaltung und dann geht der Quark erst richtig los. Ich hab schon mit meinem Kollegen eine Vorlage für‘s Bullshit-Bingo entworfen.“

„Was ist denn Bullshit-Bingo?“
„Kennst du nicht? Das ist das einzige, was dich in solchen Veranstaltungen wach halten kann! Wir haben eine Liste entworfen mit den klassischen Phrasen, die in solchen Veranstaltungen gedroschen werden, und wenn das Wort oder die Phrase gefallen ist, kann sie abgehakt werden und wer zuerst alle Begriffe abgehakt hat, steht auf und ruft laut ‚Bullshit‘ und hat gewonnen.“

„Was sagt denn die Chefetage dazu?“
„Die spielt nicht mit. Sag mal, was riecht hier denn?“

„Oh, Bullshit, die Pizza! Naja, geht noch, nur am Rand ein bisschen   knuspriger als sonst.“
„Mhhh… die sieht trotzdem total lecker aus.“

„Ja, sie schmeckt auch bestimmt noch. Was habt ihr denn für Worte gesammelt?“
„Och, auswendig weiß ich die jetzt nicht mehr alle, aber Claim, Wertschöpfungskette, Umstrukturierung, Arbeitsverdichtung, Qualitätsmanagement, ergebnisorientiert, zeitnah, Marketing und so was war dabei.“

„Das klingt wirklich sterbenslangweilig.“
„Sag ich doch. Und der Ärger geht ja dann erst richtig los. Umsetzung und so.“

„Tja, da kannst du aber wenig machen, wenn‘s von oben kommt.“
„Ja, leider.“

„Was gibt’s denn zu gewinnen?“
„Wo zu gewinnen?“

„Beim Bullshit-Bingo.“
„Nichts. Schatz, das war nur ein Spaß. Das spielen wir nur ganz leise und jeder für sich.“

„Ach, schade. Die Idee klingt gut.“
„Naja, schon. Aber ich würde sowieso gewinnen, meine Kollegen lassen sich immer zu schnell ablenken.“

„Oh, wenn du gewinnst gibt es auch einen Preis!“
„Ach, was denn?“

„Einen Abend mit mir!“

Kopfschüttel…

8 Kommentare »

Hauptsache kein Öl

11. Juli 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Am Wochenende waren wir einige Zeit draußen unterwegs, und da hatte ich mir eine Zecke eingefangen. Das Biest saß zwischen Schulter und Achsel und sollte natürlich schnell das Zeitliche segnen. Meine Liebste leitete die Operation mit folgenden Worten ein:

„Was für ein widerliches Biest!“
„Ja. Aber sie hat sich noch nicht richtig festgebissen, oder? Ich seh das aus dem Augenwinkel so schlecht.“

„Nein, ich glaube, sie beginnt ihr übles Werk gerade. Ich such mal die Zeckenkarte.“
„Ja, man darf die Viecher ja nicht mit Öl umbringen.“

„Nein, keinesfalls! Ich hab das mal gelesen, die scheiden dann ihre ganzen Viren und Bakterien und was weiß ich noch aus, und dann hast du den Salat. Ich mach das mit der Zeckenkarte, wenn ich sie finde. Natürlich kein Öl, bist du verrückt!“
„Sag ich doch, kein Öl. Beruhig dich doch wieder, das Vieh sitzt ja außerdem bei mir.“

„Ja,bloß kein Öl.“
„Hab ich doch grade…“

„Nur, um sicherzugehen. Das kann man nicht oft genug erwähnen. Falls ich mal nicht da bin und du hast sowas, dann mach bloß kein Öl drauf.“
„Sag mal, Schatz, hast du einen Hörsturz? Ich sagte doch: Kein Öl!“

„Mein Reden! Bloß kein Öl drauf, das sag ich doch schon die ganze Zeit!“
„Moment. ICH hab das zuerst gesagt.“

„DU hast irgendwie die Idee ins Spiel gebracht, dass man Zecken auch mit Öl umbringen könnte. Das darf man aber keinesfalls!“
„Ja, das weiß ich mittlerweile. Also eigentlich wusste ich es ja schon vorher. Aber ich habe es zuerst gesagt!“

„Ich habe gesagt, dass ich das Viech mit der Zeckenkarte rausmache, wenn ich sie finde.“
„Ja, das ist ja in Ordnung.“

„Hauptsache nicht mit Öl!“
„Schatz, kannst du jetzt das mit dem Öl mal lassen und…“

„Ich will doch gar kein Öl nehmen! Grade hab ich doch gesagt, dass ich die Zeckenkarte nehmen werde! Hörst du mir denn überhaupt zu? Irgendwo muss das Ding doch rumfahren…“
„Ich hab dir doch gar nicht unterstellen wollen, dass du Öl nehmen wolltest. Es ist nur…“

„Natürlich! Du hast gesagt, ich soll das mit dem Öl mal lassen!“
„Ja, aber das habe ich doch ganz anders…“

„Ich wollte überhaupt kein Öl nehmen!“
„Jaja, ich weiß. Ich meinte doch nur…“

„Du willst mich einfach nicht verstehen oder dein Hörvermögen hat unter dem Zeckenbiss gelitten. Hilf mir doch mal, die blöde Zeckenkarte zu suchen!“
„Ja, ich suche. Aber das mit dem Öl würde ich schon noch gerne klären!“

„ICH NEHME KEIN ÖL!“
„Ich weiß doch!“

„Wo ist dann das Problem?“
„Dass du mich falsch verstehst!“

„Moment. Ich verstehe dich falsch?“
„Ja. Pass auf…“

„ICH verstehe DICH falsch? Wegen dem Öl?“
„Jetzt wart doch mal… Hör mir doch mal zu! Ich will kein Öl, du willst kein Öl. Soweit richtig?“

„Ja.“
„Wo ist dann also dein Problem?“

„Ich hab kein Problem. Du hast ein Problem!“
„Ja, die Zecke. Sonst nichts.“

„Eben, und die mache ich jetzt mit der Zeckenkarte ab, wenn ich sie finde.“
„Ja, aber bald, sonst frisst sie mich auf!“

„Such halt mal besser!“
„Hier hätte ich immerhin eine Pinzette, die geht zur Not auch.“

„Gut, dann probier ich’s damit. Ich muss nur aufpassen, dass ich das ganze Vieh erwische.“
„Ja. Leg los.“

„Halt still, es ist nur eine Notlösung. Aber besser als Öl!“

Kopfschüttel…

6 Kommentare »

Kaffee am Morgen

7. Juli 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Heute beim Frühstück war der Kaffee irgendwie… anders. Ich mecker ja ungern, wenn mir meine Liebste extra Kaffee macht, aber er hat einfach BÄÄHH geschmeckt. Sie reichte ihn mit mit den Worten:

„Hier Schatz, Kaffee ist fertig.“
„Mmh, danke!“

„Was schaust du so?“
„Der sieht anders aus.“

„Anders als was?“
„Na anders als er sonst ist.“

„Ich hab ihn so wie immer gemacht.“
„Aber trotzdem sieht er anders aus.“

„Ist ja egal. Hauptsache, er schmeckt. Neulich hab ich im Radio gehört, dass man in Bayern sagt ‚Schmecke muaß ‘s. ‘S muaß schmecke.‘ Gut, oder?“
„Bitte? Was soll das denn heißen?“

„Na sowas wie: Hauptsache es schmeckt.“
„Ich sag ja nicht, dass der Kaffee nicht schmeckt, er sieht halt nur komisch aus… so wässrig. Und was für seltsame Sender hörst du da eigentlich?“

„Ach, da hab ich einen anderen Sender gesucht und dann kam da irgendwo grad so ein Quatsch. Und dass dein Kaffee anders aussieht, finde ich nicht. Vielleicht liegt’s daran, dass noch keine Milch drin ist. Hier ist sie, probier ihn dann mal.“
(Ich probiere einen kleinen Schluck)„Uäähhh, der ist ja eklig. Als ob er zum zehnten Mal aufgebrüht worden wäre!“

„Hmm… ich hab dieselbe Sort wie immer genommen. Ich bin mir keiner Schuld bewusst!“
„Brrr… den kann man grade wegschütten. Widerlich!“

„Das tut mir leid, Schatz. Soll ich dir einen neuen kochen?“
„Nein, lass mal. Da wird mir die Zeit zu knapp, bin eh schon ein bisschen spät dran.“

„Lass mich auch mal probieren.“
„Hier,bitte.“

„Bäh, der ist wirklich schlecht!“
„Sag ich doch.“

„Das würde mich jetzt aber schon interessieren, an was das liegt. Ich mach doch nochmal einen.“
„Ich hab aber keine Zeit mehr, ich muss los!“

„Ja, es geht ja nur darum, dass ich rausfinde, an was das liegt.“
„Und was machst du dann mit dem Kaffee? Steigst du jetzt extra deswegen von Tee auf Kaffee um?“

„Nein, ich kann ihn ja kalt werden lassen und heute nachmittag Eiskaffee draus machen.“
„Ja, das wär eine Idee.“

„Also, dann wollen wir mal sehen… Oha.“
„Was ist?“

„Also… es ist wohl ein technisches Problem. Sozusagen.“
„Kann nicht sein. Wenn Kaffee durchläuft, funktioniert die Maschine.“

„Also ein technisches Problem im weiteren Sinne. Der Kaffeefilter ist umgeknickt gewesen und das Wasser ist dran vorbeigelaufen.“
„Aha. Klassischer Bedienfehler.“

„Wie meinst du denn das?“
„Na ja, du hättest den Filter sorgfältiger reinsetzen müssen.“

„Und was heißt da ‚klassischer Bedienfehler‘? Was soll daran ‚klassisch‘ sein? Frau und Maschine, oder? Sowas passiert auch Männern.“
„Das kann ich mir nicht vorstellen. An der großen Kaffeemaschine bei uns im Büro passiert das ganz selten, und wenn, dann hatte eine Kollegin ihre Finger dran.“

„So ein Quatsch. Es ist doch keine besondere Herausforderung, so einen Filter richtig einzusetzen, egal ob für Mann oder Frau.“
„Na ja, anscheinend schon…“

„Ich kann dir sagen, warum das überwiegend bei Frauen passiert: Bestimmt sind sie es, die in eurer Firma dauernd Kaffee kochen! Wenn die Männer keinen Kaffee kochen, kann ja bei denen auch kein Filter umknicken.“
„Soll ich mir meinen Kaffee morgens in Zukunft immer selbst kochen?“

„Nein, ich mach das gerne für dich. Bei so einer Maschine mit Kaffeepads passiert das allerdings nicht…“

Kopfschüttel…

15 Kommentare »

Fleur de Sel

4. Juli 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Manchmal übernehme ich die Wochenendeinkäufe und die Liebste schreibt mir dann, ganz altmodisch, einen Einkaufszettel – so auch dieses Wochenende:

„Schau, hier ist der Zettel, das bräuchte ich alles. Ach, schreib noch Geschirrspültabs auf, die sind auch bald leer.“
„Okay, bring ich mit.“

„Und Getränke auch.“
„Ja, hab schon das Leergut eingepackt. Aber Schatz, was willst du denn mit Zucchiniblüten?“

„Füllen und backen.“
„Wie? Füllen und backen? Hab ich ja noch nie gesehen. Und was ist denn ‚Fleur de Sel‘? Blumen oder was?“

„Nee, brauche ich alles fürs morgige Mittagessen.“
„Wo gibt’s denn sowas? Wie sieht das denn überhaupt aus?“

„Naja, im Supermarkt wird’s das geben. Schau halt, steht bestimmt ein Schild dran.“
„Wo soll ich denn suchen? Beim Gemüse, bei der Milch, bei den Fertigsachen?“

„Weiß ich nicht. Aber ich brauch es, steht so im Rezept.“
„Wo hast du denn das Rezept her?“

„Na, aus so einem Heft. Ich dachte, ich probier mal was Neues aus, ich kann dir natürlich auch immerzu das Gleiche kochen.“
„Na, jetzt sei nicht beleidigt, ich freu mich ja, wenn du was Leckeres kochst. Nur: Wie und wo soll ich die Zutaten einkaufen, wenn ich nicht weiß, was es ist, wie es aussieht und wo es in etwa im Supermarkt steht?“

„Naja, Zucchiniblüten sind sicher beim Gemüse. Oder du fragst mal. Oder du gehst gleich auf dem Markt vorbei, die sehen so gelb und länglich aus.“
„Hhmmm. Ja, ich schau mal. Aber wozu braucht man ‚Fleur de Sel‘?“

„Zum Würzen. Steht da im Rezept.“
„Was ist das denn?“

„Ich glaube, so ein spezielles Salz.“
„Ach, dann nimm doch normales Salz. Ich kauf doch nicht für ein einziges Rezept so ein Spezialzeugs.“

„Naja, dann wird’s aber nicht so gut, weil im Rezept steht ‚Fleur de Sel‘.“
„Ach, wir sind ja auch keine Gourmets, das ist doch egal.“

„Also ist dir egal, wie ich koche, du isst alles, oder wie?“
„Nein, so war das doch nicht gemeint, nur werde ich den Unterschied zwischen verschiedenen Salzarten nicht bemerken.“

„Dann nehm ich eben normales Salz und streiche das vom Einkaufszettel.“
„Also: Zucchiniblüten, Vanilleschoten, Fleur de Sel… Zeig mal das Rezept her.“

„Hier, das gibt’s morgen Mittag und das hier probier ich als Nachtisch aus. Sieht superlecker aus.“
„Stimmt. Aber Schatz, bei deinem Nachtisch steht: Die Zuckerkruste mit einem Bunsenbrenner karamellisieren.“

„Ja, und?“
„Wir haben keinen Bunsenbrenner.“

„Na, dann nehm ich halt ein Feuerzeug.“
„Das wird nichts. Du verbrennst dir die Finger, wenn du das Feuerzeug so kippst, dass du den Zucker karamellisieren kannst.“

„Dann stell ich das ganze Zeug halt kurz in den Herd.“
„Dann wird’s nicht richtig braun und karamellig.“

„Na, dann bringst du halt noch einen Bunsenbrenner mit, gehst doch jetzt eh einkaufen.“

Kopfschüttel…

9 Kommentare »

Einmal um die Welt

1. Juli 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Neulich ist meine Liebste an einem Bericht über zwei Aussteiger hängengeblieben, die mit dem Fahrrad um die Welt radelten. Interessant anzuschauen, aber nachmachen würde ich sowas nicht. Meine Liebste sicherlich auch nicht, auch wenn sie das in der Theorie anders sieht:

„Guck mal Schatz, das ist doch mal ein Abenteuer!“
„Für andere schon. Du bist ja nach zwei Wochen Urlaub schon froh, wieder daheim zu sein.“

„Nein, Urlaub ist ja auch ganz was anderes. Stell dir mal vor, du bist ein ganzes Jahr unterwegs, da gibt es sicherlich viele Situationen, die spannend sind.“
„Hmm… ob sie dir in dem Moment dann spannend vorkommen, ist die Frage. Vermutlich will man in diesem Moment einfach seine Ruhe und keinen Ärger. Stell dir mal vor, die fahren durch eine Wüste und der Fahrradrahmen bricht!“

„Na ja, das wäre ja ein Extremfall.“
„Kann aber vorkommen. Und was machst du dann, um nicht zu verdursten?“

„Man muss ja nicht grade mit dem Fahrrad durch die Wüste fahren.“
„Außenrum ist’s halt länger…“

„Nein, ich meine, man kann doch auch was anderes machen. Stell dir mal vor, mit dem Segelboot um die Welt!“
„Ich glaube, das wäre ziemlich langweilig. Da sieht man ja tagein, tagaus nur das Meer und den Mitsegler.“

„Würdest du dich nicht freuen, wenn du allein mit mir auf einem Boot um die Welt reisen würdest?“
„Doch schon, aber das meine ich doch gar nicht.“

„Grade hast du gesagt, dass man da ‘nur’ seinen Mitsegler sieht.“
„Nein, ich meine, dass man doch auch mal was anderes sehen will.“

„Also wäre ich dir als Begleitung zu wenig?“
„Nein, nein! Aber stell dir mal vor, wir wären hier im Zimmer eingesperrt, ein ganzes Jahr lang. Wir würden ja verrückt werden!“

„Ja, weil wir hier keinen Meerblick haben!“
„Mit Meerblick wäre das doch genauso. Du könntest nicht shoppen, nicht telefonieren…“

„Ach so, kein Telefon? Das wäre dann ja was anderes. Ich denke aber, dass die Radler schon ein Handy dabeihaben. Nur für den Fall, dass sie in der Wüste einen Rahmenbruch haben.“
„Und wen sollten sie dann anrufen, wenn sie grade in der Wüste Gobi stehen?“

„Na was weiß ich? Ein Fahrradfachgeschäft oder einen Klempner.“
„Einen Klempner?“

„Na ja, halt jemanden, der das wieder zusammenflicken kann. Das kann ein Klempner doch auch.“
„Und wie soll man ihm das Problem dann schildern?“

„Na mit dem Handy. Ich hab doch grade gesagt, dass die sicher…“
„Schon mit dem Handy. Aber in welcher Sprache? Und woher die Nummer nehmen?

„Na da muss man sich natürlich vorher drum kümmern, das kann man ja alles einspeichern. Oder man hat eben ein internetfähiges Handy.“
„Gut, und wenn der Akku leer ist?“

„Dann nimmt man eben den Ersatzakku.“
„Der ist auch irgendwann leer. Und du kannst in deinem Gepäck ja nicht nur Akkus mitnehmen.“

„Bestimmt gibt’s Ladegeräte, die mit Solarstrom funktionieren.“
„Ach… Kannst du dir denn gar nicht vorstellen, dass man da auch in ausweglose Situationen geraten kann?“

„Nein, sag ich ja, da kann man ja jemanden anrufen, der hilft.“
„Also ich würde sowas nicht machen. Erst recht nicht so blauäugig. Was da alles passieren kann!“

„Also interessant finde ich das schon. Aber ich würde sowas auch nicht machen.“
„Und wieso nicht, wenn du für alle Probleme eine Lösung hast?“

„Das ist doch kein Urlaub, wenn man sich ständig bewegen muss! Außerdem ist mein Fahrrad platt und einen Segelschein hab ich auch nicht.“

Kopfschüttel…

3 Kommentare »

Auto verlegt

23. Juli 2011, aus der Schublade Auto und Parken

Die Liebste hatte eine stressige Woche hinter sich und war gestern abend noch mit ihren Freundinnen aus. Daher ließ ich sie heute ausschlafen, holte Brötchen, deckte den Tisch und schmiss schon mal die Kaffeemaschine an. Als ich grade fertig gefrühstückt hatte, erschien sie etwas verkatert und unausgeschlafen und begrüßte mich leise:

„Ohh, du warst fleißig…“
„Guten Morgen erstmal, Schatz.“

„Ach, was soll an einem Morgen gut sein, der mit Aufstehen anfängt.“
„War wohl etwas später gestern?“

„Hmmja.“
„Wann bist du denn heimgekommen?“

„So gegen halb drei.“
„Das geht ja noch.“

„Ich werde halt auch älter und vertrag das Feiern nicht mehr so.“
„Da musst du durch. Was habt ihr denn eigentlich gefeiert?“

„Petras Beförderung. Und dann noch in Melanies Geburtstag reingefeiert.“
„Na, da hat es sich doch wenigstens gelohnt.“

„Ja. Schön war‘s schon.“
„Na, dann frühstücke in Ruhe, dann können wir ja zusammen die Wochenendeinkäufe machen.“

„Hmm.“
„Ich räum schonmal das Leergut in dein Auto, meins steht zu weit weg. Gib mir mal den Schlüssel.“

„In meiner Handtasche.“
„Ha! Auf Anhieb gefunden! Wo hast du denn geparkt?“

„Auf der Straße. Schau halt.“
„Ja.“
(Nach einer Weile komme ich zurück, weil ich ihr Auto nicht finde.)

„Das muss aber da sein. Vielleicht wurde es gestohlen?“
„Glaub ich nicht. Da stehen viel bessere Autos draußen als deins.“

„Hast du auch in den Nebenstraßen geguckt? Vielleicht war gestern kein Parkplatz frei und ich hab deshalb weiter weg geparkt?“
„Direkt vorm Haus sind mehrere freie Parkplätze…“

„Es muss gestohlen worden sein. Ruf die Polizei!“
„Mal langsam. Überleg nochmal, wo du geparkt haben könntest.“

„Ach, ich bin mit dem Taxi heimgekommen! Jetzt fällt‘s mir wieder ein. Wir haben bei Melanie noch Cocktails getrunken und dann habe ich das Auto selbstverständlich stehengelassen.“
„Das ist recht so. Nur wäre gut, wenn dir einfällt, wo du es stehengelassen hast.“

„Öh… Bestimmt bei Melanie. Wir können ja mit deinem Auto hinfahren und es dann holen.“
„Ja. Aber ruf erstmal Melanie an, ob dein Auto auch bei ihr steht.“

„Ja, mach ich.“
„Gut.“

„Melanie sagt, dass bei ihr kein Auto von mir steht. Und sie sagt, dass wir doch nur mit zwei Autos von Petra zu ihr gefahren sind.“
„Na, dann steht es noch bei Petra.“

„Ja, aber bei Petra gibt’s so wenig Parkplätze. Jetzt fällt‘s mir wieder ein, gib mal meine Handtasche her.“
„Hier, bitte.“

„Ha, hier: die Parkhauskarte. Dort steht mein Auto.“
„Meine Güte, musst du einen Filmriss gehabt haben… aber gut. Immerhin wissen wir jetzt ja schon mal, wo es ist.“

„Ja, jetzt müssen wir nur hinfahren und die sieben Etagen durchsuchen…“

Kopfschüttel…

39 Kommentare »

Riskante Investition

22. Juli 2011, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Normalerweise kümmert sich meine Liebste ja eher weniger ums Finanzielle, hauptsache, es bleibt am Ende des Geldes nicht zu viel Monat übrig. Doch gestern lernte ich sie von einer ganz neuen Seite kennen.

„Weißt du, was ich gelesen habe?“
„Nein, aber du wirst es mir sicher gleich sagen.“

„Ja. Wir sollten in Immobilien anlegen.“
„Soll ich ein Gartenhaus kaufen?“

„Quatsch. In der Zeitung stand, dass Immobilien zurzeit die sicherste und beliebteste Geldanlage sind.“
„Soso.“

„Und dass sogar reiche Italiener in Berlin Häuser kaufen, weil es wegen der bevorstehenden Wirtschaftskrise besser wäre.“
„Haben die keine Häuser mehr in Bella Italia?“

„Keine Ahnung. Vielleicht ist es in Berlin einfach schöner als in Italien.“
„Ja, weil hier die Müllabfuhr funktioniert und Currywurst mit Pommes leckerer ist als Pizza und Pasta.“

„Na, gegen Pizza und Pasta kannst du jetzt nichts sagen.“
„Sollen wir in Pizza investieren und uns eine bestellen?“

„Ja, ich nehme eine Hawaiipizza. Oder halt, lieber eine Spinat mit Fetakäse …aber du nimmst mich wieder nicht ernst!“
„Doch, ich ruf gleich an und bestelle!“

„Ja, das ist recht. Aber ich meine, du nimmst mich mit dem Investieren nicht ernst.“
„Ach, wir haben nicht genug Geld für Immobilien, das weißt du doch.“

„Aber irgendwas sollten wir machen, für die Zukunft meine ich.“
„Willst du mir einen Bausparvertrag aufschwatzen?“

„Nein, natürlich nicht. Aber es steht doch in jeder Zeitung, dass eine Inflation droht und die Leute jetzt in Sachwerte investieren.“
„Aha.“

„Ja, am beliebtesten sind Immobilien, Gold und alter Whisky.“
„Das nenn ich mal eine gute Geldanlage. Bitte einen guten alten schottischen Single Malt! Ich investiere gleich morgen auf deinen Wunsch hin in Whisky!“

„Ja. Aber bei deiner Begeisterung scheint es mir keine so sichere Investition zu sein…“
„Ach was, mehr Prozente für‘s Geld kriegst du nirgendwo.“

„Aber wenn du den leer trinkst, ist die Geldanlage futsch.“
„Trinkflation sozusagen.“

„Nee, das ist mir nicht sicher genug, dann kann ich das Geld auch gleich bei der Bank lassen.“
„Tja, wenn ich aber doch lieber Whisky besorgen soll, dann sag‘s nur.“

„Wenn Immobilien und Whisky ausscheiden, bleibt eigentlich  nur noch Gold.“
„Aha, daher weht der Wind.“

„Wieso? Ich mache mir nur Gedanken um unsere finanzielle Zukunft.“
„Ja soll ich jetzt etwa Gold kaufen?“

„Oh, das wär was!“
„Aber ich kaufe einen Barren, keinen Ring, keine Kette, keine Ohrstecker.“

„Wieso? Der Goldpreis ist auch bei Ringen, Ketten und Ohrsteckern wertbeständig.“
„Aber mir scheint diese Geldanlage auch nicht sicher. Schließlich hast du an Ostern erst deinen goldenen Ohrstecker verloren.“

„Ja, total ärgerlich. Aber so eine Kette oder ein Ring wäre schon wertbeständig.“
„Ein Barren Gold erfüllt den gleichen Zweck.“

„Nicht den gleichen Zweck wie zum Beispiel, sagen wir mal zwei Ringe aus Gold, für die Zukunft, meine ich…

Kopfschüttel…

25 Kommentare »

Wie damals bei Adam…

19. Juli 2011, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Das Handy der Liebsten hat nach langen Jahren treuer Dienste endgültig den Geist aufgegeben und ein neues Handy muss her. Die Liebste hat genaue Vorstellungen, was sie will. Meine Ideen sind da aber eher anders…

„Schau mal, hier, das will ich mir bestellen!“
„Ein iPhone. Hast du schon mal auf den Preis geschaut?“

„Naja, es ist schon etwas teurer, aber so schön!“
„Etwas teurer ist gut.“

„Meinetwegen etwas sehr teurer. Aber ich hab noch etwas Geburtstagsgeld, und ein neues Handy brauch ich eh.“
„Ja schon, aber warum muss es ein iPhone sein?“

„Weil es total schön aussieht und Kult ist.“
„Was machst du denn damit?“

„Dich anrufen oder dir eine SMS schicken oder mal ein Foto, wenn ich was Tolles sehe.“
„Ja, aber das kann jedes andere Handy auch, für einen Bruchteil des Preises.“

„Ach, jetzt willst du es mir ausreden.“
„Natürlich. Es ist einfach zu teuer und mir würde es leid tun, so viel Geld dafür auszugeben.“

„Aber so ein iPhone hat man doch auch lange und ich würde mich immer freuen, wenn ich es benutze.“
„Apple freut sich auch, wenn wegen eines Bildes von einem angebissenen Apfel auf dem Telefon die Kasse klingelt. Von der Überwachung ganz abgesehen…“

„Wieso? Willst du mich überwachen? Ich sag dir doch immer, wo ich hingehe.“
„Quatsch, ich doch nicht. Apple überwacht dich.“

„Echt? Ich hab keine Geheimnisse.“
„Es ist doch egal, ob du Geheimnisse hast oder nicht, es ist doch nicht in Ordnung, wenn die einfach deine Daten speichern!“

„Es ist dir also egal, ob ich Geheimnisse habe?“
„Nein, mir ist es nicht egal. Ich will schon wissen, wo und mit wem du unterwegs bist.“

„Eben hast du doch gesagt, es ist dir egal und jetzt willst du es doch wissen, dabei sage ich dir doch sowieso immer alles Wichtige.“
„Das ist ja auch richtig so, schließlich sage ich dir auch, was ich mit wem mache.“

„Ja, ich würde auch fragen, wenn du es nicht sagst.“
„Eben. Deshalb sage ich es ja auch. Ich hab schließlich auch keine Geheimnisse.“

„Tja. Welches Telefon soll ich denn nun nehmen?“
„Egal, nur kein zu teures. Schließlich willst du nur telefonieren.“

„Ja, und SMS schicken und Fotos machen.“
„Aber das können doch alle Handys. Nach welchen Kriterien willst du denn gehen?“

„Es muss mir gefallen.“
„Dann nimm wenigstens noch den Preis als Kriterium, und vielleicht wäre es gut, bei der gleichen Marke zu bleiben, dann musst du dich nicht an eine neue Bedienung gewöhnen.“

„Ja, das stimmt. Soll ich hier das in Rosa nehmen?“
„Zeig mal. Ein Nokia, wie gehabt. Immer noch ein stolzer Preis, aber besser als das iPhone.“

„Hmm. Aber wenn mir Rosa in einem halben Jahr nicht mehr gefällt?“
„Dann nimm das Schwarze. Das ist zeitlos.“

„Und langweilig.“
„Oder hier, das gleiche Modell in Weiß.“

„Ja, aber hier das Weiße mit dem Apfel drauf sieht noch besser aus…“

Kopfschüttel…

14 Kommentare »

Kreuzworträtsel

17. Juli 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Manchmal ist es ganz schön, wenn das Wochenende nicht so komplett verplant ist. Natürlich sind Besuche und Unternehmungen toll, aber mal so ein verregneter Nachmittag ganz ohne Verpflichtungen ist auch schön, finde ich zumindest…

„Hach, ist mir langweilig. Was machst du denn grade?“
„Ich lieg hier und lese was.“

„Was liest du denn?“
„Die Autozeitschrift von letzter Woche.“

„Wie langweilig.“
„Mir gefällt es. Lies doch auch was.“

„Hach, ich weiß nicht.“
„Hier sind noch Zeitschriften, hast du die schon ausgelesen?“

„Ja, die kenn ich schon.“
„Dann wirf sie doch weg, die brauchen doch nicht hier rumzuliegen.“

„Die Rätsel habe ich noch nicht gemacht.“
„Dann lös doch die Rätsel, dann kannst du die Hefte auch wegwerfen.“

„Ja, das könnte ich machen.“
„Prima.“

„Schatz, ein Bundespräsident mit sechs Buchstaben?“
„Wulff, nee, kann nicht sein, der hat nur fünf Buchstaben. Herzog müsste es sein.“

„Passt nicht. Weißt du keinen anderen?“
„Hmm… Warte mal. Scheel fällt mir da noch ein.“

„Passt auch nicht. Naja, dann mach ich hier weiter. Fluss in Polen mit R?“
„Keine Ahnung.“

„Oh, das hier weiß ich: Luftzug, Wind. Das muss Brise sein. Passt, prima. Dann hat der Präsident als vierten Buchstabe ein „B“. Weißt du jetzt, wer es ist?“
„Nee.“

„Dann komme ich aber nicht weiter.“
„Jaja.“

„Oh, das weißt du bestimmt: Mut, Tapferkeit mit sieben Buchstaben?“
„Hast du schon Buchstaben vorgegeben?“

„Am Ende ein E und der dritte ein U.“
„Mehr hast du nicht?“

„Du weißt es nicht, stimmt’s?“
„Ich wollte hier nur mein Autoheft lesen und keine Rätsel machen.“

„Ach, komm. Du weißt es einfach nicht.“
„Zeig mal das Heft her.“

„Hier, bitteschön.“
„Was ist denn das für ein komisches Rätsel? Aber Mut ist bestimmt Courage. Gib mal den Stift her, warte, es passt!“

„Aha, Courage. Sagt doch heute kein Mensch mehr.“
„Dein Bundespräsident heißt dann übrigens Lübke.“

„Aha. Noch nie gehört. Ist nicht mein Bundespräsident.“
„Du wolltest es doch wissen.“

„Ja, aber nur wegen des Rätsels.“
„Hier hast du dein Heft wieder. Jetzt kannst du es fertig machen.“

„Ja, und eine Kosmetiktasche mit Inhalt gewinnen!“
„Du hast doch schon zwei Taschen – und deren Inhalte füllen den halben Badschrank!“

„Man kann immer mal eine in Reserve haben.“
„Du hast bereits eine in Reserve.“

„Naja, stimmt schon. Zum Glück sehe ich grad, dass der Einsendetermin des Lösungswortes sowieso schon abgelaufen ist…“

Kopfschüttel…

3 Kommentare »

Traumdeutung

15. Juli 2011, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Als wir heute früh beim Frühstück saßen, erzählte ich der Liebsten von dem seltsamen Traum, den ich heute Nacht geträumt hatte. Dass mein Schatz über so einen reichen Fundus an küchenpsychologischem Fachwissen verfügt, wusste ich da allerdings noch nicht…

„Na, du siehst aber müde aus!“
„Kein Wunder, ich habe eine total stressige Nacht hinter mir.“

„Wieso denn das? Wir sind doch recht früh ins Bett gegangen.“
„Ach, ich hab die ganze Nacht nur einen Quatsch nach dem anderen geträumt.“

„Deshalb hast du mich zweimal getreten und dich so rumgewälzt. Was hast du denn geträumt?“
„Ach, irgendwie lauter zusammenhangloses, sinnloses Zeug.“

„Erzähl mal, das hat bestimmt eine tiefere Bedeutung!“
„Quatsch.“

„Doch, Träume haben immer eine tiefere Bedeutung.“
„Aha. Was bedeutet es dann, dass ich heute Nacht zusammen mit einem braunen Pferd mit dunkler Mähne mit dem ICE von Berlin nach Stuttgart gefahren bin und wir über zwei Stunden Verspätung hatten?“

„Naja, von Berlin nach Stuttgart sind zwei Stunden Verspätung doch gar nicht so viel! Außerdem kann es doch immer mal Verspätung geben. Ich hab neulich erst gelesen, dass die Bahn auch deshalb immer Verspätung hat, weil wegen der hohen Kupferpreise Schienen geklaut werden und die Bahn gar nichts für die Verspätung kann.“
„Aber Eisenbahnschienen sind doch gar nicht aus Kupfer.“

„Naja, dann eben die Kabel oder so. Auf jeden Fall will die Bahn die Schienen und Kabel jetzt markieren, damit die Diebe sie nicht mehr so einfach verkaufen können.“
„Aha.“

„Ja, immer denken alle, die Bahn ist an den Verspätungen schuld, dabei wurden die Schienen und Kabel abgebaut.“
„Naja, wenn sie dann pünktlicher werden, soll’s mir recht sein.“

„Ja. Du hättest doch heute nacht auch reiten können.“
„Wie?“

„Naja, mit deinem braunen Pferd im Traum.“
„Ach so, tja, da hab ich nicht dran gedacht.“

„Warum hattest du überhaupt ein Pferd dabei?“
„Weiß ich doch nicht. Du bist doch hier die Traumdeutungsexpertin.“

„War es denn eine Stute oder ein Hengst?“
„Weiß ich doch nicht. Ich kenn mich mit Pferden überhaupt nicht aus.“

„Das sieht man doch.“
„So? Ob das Pferd das Bein hebt oder sich hinhockt oder was?“

„Nein, aber an der Stelle mußt du halt mal hinschauen.“
„Hab ich aber nicht. Aber wenn ich heute Nacht wieder von dem Pferd träume, schau ich nach und dann sag ich es dir.“

„Gut. Was wolltest du überhaupt in Stuttgart?“
„Nichts. Ich weiß es nicht. Eigentlich wollte ich gar nicht nach Stuttgart, nur der Zug fuhr halt dahin.“

„Wollte das Pferd nach Stuttgart?“
„Was weiß ich. Jetzt hör auf mit dem Gefrage, das war nur ein komischer Traum.“

„Ja. Ich hab heute Nacht nichts geträumt.“
„Vielleicht erinnerst du dich nur nicht.“

„Nee, wenn ich was geträumt hätte, würde ich mich auch erinnern.“
„Jeder Mensch träumt jede Nacht, nur die meisten erinnern sich nicht an ihre Träume.“

„Echt? Du hast dich aber dran erinnert.“
„Ja, es war aber auch ein komischer Traum. Mit einem Pferd Zug fahren, so ein Quatsch.“

„Ja. So ein Quatsch.“
„Also, da sind wir uns ja immerhin einig.“

„Ja.“
„Gut.“

„Was hast du eigentlich in Berlin gemacht?“

Kopfschüttel…

4 Kommentare »

Bullshit-Bingo

13. Juli 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Völlig genervt und grummelig kam ich von der Arbeit heim. Die Liebste hatte schon den Tisch gedeckt, frische selbstgemachte Pizza im Ofen und schaffte es auch, mich wieder zum Schmunzeln zu bringen:

„Hallo, mein Schatz. Essen ist gleich fertig.“
„Ach, prima. Das riecht nach Pizza! Mmh, lecker…“

„Ja, ich hab doch noch ein paar Überstunden und heute war‘s ruhig und ich dachte, ich bummle mal ein paar ab und geh einkaufen und koche dir was Schönes. Und das Bad hab ich auch geputzt.“
„Fleißig. Oh, die Pizza sieht aber lecker aus!“

„Ja, und wie war dein Tag? Müde siehst du aus.“
„Nervig war mein Tag und ich bin müde.“

„Wieso? Was war denn los?“
„Es gibt ein neues Konzept in der Firma.“

„Aha. War das alte nicht mehr gut?“
„Doch, aber ein neues verbraucht Ressourcen, die sonst zuviel vorhanden wären.“

„Wie? Ich versteh gar nix. Es hieß bei euch doch immer ‚Ressourcen schonen‘ und so weiter.“
„Schatz, das war ein Witz. Es nervt eigentlich nur, wozu es gut ist, weiß kein Mensch.“

„Aber irgendwer hat es doch eingeführt? Wer ist denn verantwortlich dafür?“
„Es gibt da so eine Beratungsfirma, die verkauft solche Schnapsideen an Firmen und macht sich dann aus dem Staub und bemüht sich, nie wieder einem Mitarbeiter dieser Firma über den Weg zu laufen.“

„Ach je. So schlimm?“
„Schlimmer. Ich hab gar keine Lust mehr hinzugehen. Morgen ist dann die Kick-Off-Veranstaltung und dann geht der Quark erst richtig los. Ich hab schon mit meinem Kollegen eine Vorlage für‘s Bullshit-Bingo entworfen.“

„Was ist denn Bullshit-Bingo?“
„Kennst du nicht? Das ist das einzige, was dich in solchen Veranstaltungen wach halten kann! Wir haben eine Liste entworfen mit den klassischen Phrasen, die in solchen Veranstaltungen gedroschen werden, und wenn das Wort oder die Phrase gefallen ist, kann sie abgehakt werden und wer zuerst alle Begriffe abgehakt hat, steht auf und ruft laut ‚Bullshit‘ und hat gewonnen.“

„Was sagt denn die Chefetage dazu?“
„Die spielt nicht mit. Sag mal, was riecht hier denn?“

„Oh, Bullshit, die Pizza! Naja, geht noch, nur am Rand ein bisschen   knuspriger als sonst.“
„Mhhh… die sieht trotzdem total lecker aus.“

„Ja, sie schmeckt auch bestimmt noch. Was habt ihr denn für Worte gesammelt?“
„Och, auswendig weiß ich die jetzt nicht mehr alle, aber Claim, Wertschöpfungskette, Umstrukturierung, Arbeitsverdichtung, Qualitätsmanagement, ergebnisorientiert, zeitnah, Marketing und so was war dabei.“

„Das klingt wirklich sterbenslangweilig.“
„Sag ich doch. Und der Ärger geht ja dann erst richtig los. Umsetzung und so.“

„Tja, da kannst du aber wenig machen, wenn‘s von oben kommt.“
„Ja, leider.“

„Was gibt’s denn zu gewinnen?“
„Wo zu gewinnen?“

„Beim Bullshit-Bingo.“
„Nichts. Schatz, das war nur ein Spaß. Das spielen wir nur ganz leise und jeder für sich.“

„Ach, schade. Die Idee klingt gut.“
„Naja, schon. Aber ich würde sowieso gewinnen, meine Kollegen lassen sich immer zu schnell ablenken.“

„Oh, wenn du gewinnst gibt es auch einen Preis!“
„Ach, was denn?“

„Einen Abend mit mir!“

Kopfschüttel…

8 Kommentare »

Hauptsache kein Öl

11. Juli 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Am Wochenende waren wir einige Zeit draußen unterwegs, und da hatte ich mir eine Zecke eingefangen. Das Biest saß zwischen Schulter und Achsel und sollte natürlich schnell das Zeitliche segnen. Meine Liebste leitete die Operation mit folgenden Worten ein:

„Was für ein widerliches Biest!“
„Ja. Aber sie hat sich noch nicht richtig festgebissen, oder? Ich seh das aus dem Augenwinkel so schlecht.“

„Nein, ich glaube, sie beginnt ihr übles Werk gerade. Ich such mal die Zeckenkarte.“
„Ja, man darf die Viecher ja nicht mit Öl umbringen.“

„Nein, keinesfalls! Ich hab das mal gelesen, die scheiden dann ihre ganzen Viren und Bakterien und was weiß ich noch aus, und dann hast du den Salat. Ich mach das mit der Zeckenkarte, wenn ich sie finde. Natürlich kein Öl, bist du verrückt!“
„Sag ich doch, kein Öl. Beruhig dich doch wieder, das Vieh sitzt ja außerdem bei mir.“

„Ja,bloß kein Öl.“
„Hab ich doch grade…“

„Nur, um sicherzugehen. Das kann man nicht oft genug erwähnen. Falls ich mal nicht da bin und du hast sowas, dann mach bloß kein Öl drauf.“
„Sag mal, Schatz, hast du einen Hörsturz? Ich sagte doch: Kein Öl!“

„Mein Reden! Bloß kein Öl drauf, das sag ich doch schon die ganze Zeit!“
„Moment. ICH hab das zuerst gesagt.“

„DU hast irgendwie die Idee ins Spiel gebracht, dass man Zecken auch mit Öl umbringen könnte. Das darf man aber keinesfalls!“
„Ja, das weiß ich mittlerweile. Also eigentlich wusste ich es ja schon vorher. Aber ich habe es zuerst gesagt!“

„Ich habe gesagt, dass ich das Viech mit der Zeckenkarte rausmache, wenn ich sie finde.“
„Ja, das ist ja in Ordnung.“

„Hauptsache nicht mit Öl!“
„Schatz, kannst du jetzt das mit dem Öl mal lassen und…“

„Ich will doch gar kein Öl nehmen! Grade hab ich doch gesagt, dass ich die Zeckenkarte nehmen werde! Hörst du mir denn überhaupt zu? Irgendwo muss das Ding doch rumfahren…“
„Ich hab dir doch gar nicht unterstellen wollen, dass du Öl nehmen wolltest. Es ist nur…“

„Natürlich! Du hast gesagt, ich soll das mit dem Öl mal lassen!“
„Ja, aber das habe ich doch ganz anders…“

„Ich wollte überhaupt kein Öl nehmen!“
„Jaja, ich weiß. Ich meinte doch nur…“

„Du willst mich einfach nicht verstehen oder dein Hörvermögen hat unter dem Zeckenbiss gelitten. Hilf mir doch mal, die blöde Zeckenkarte zu suchen!“
„Ja, ich suche. Aber das mit dem Öl würde ich schon noch gerne klären!“

„ICH NEHME KEIN ÖL!“
„Ich weiß doch!“

„Wo ist dann das Problem?“
„Dass du mich falsch verstehst!“

„Moment. Ich verstehe dich falsch?“
„Ja. Pass auf…“

„ICH verstehe DICH falsch? Wegen dem Öl?“
„Jetzt wart doch mal… Hör mir doch mal zu! Ich will kein Öl, du willst kein Öl. Soweit richtig?“

„Ja.“
„Wo ist dann also dein Problem?“

„Ich hab kein Problem. Du hast ein Problem!“
„Ja, die Zecke. Sonst nichts.“

„Eben, und die mache ich jetzt mit der Zeckenkarte ab, wenn ich sie finde.“
„Ja, aber bald, sonst frisst sie mich auf!“

„Such halt mal besser!“
„Hier hätte ich immerhin eine Pinzette, die geht zur Not auch.“

„Gut, dann probier ich’s damit. Ich muss nur aufpassen, dass ich das ganze Vieh erwische.“
„Ja. Leg los.“

„Halt still, es ist nur eine Notlösung. Aber besser als Öl!“

Kopfschüttel…

6 Kommentare »

Kaffee am Morgen

7. Juli 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Heute beim Frühstück war der Kaffee irgendwie… anders. Ich mecker ja ungern, wenn mir meine Liebste extra Kaffee macht, aber er hat einfach BÄÄHH geschmeckt. Sie reichte ihn mit mit den Worten:

„Hier Schatz, Kaffee ist fertig.“
„Mmh, danke!“

„Was schaust du so?“
„Der sieht anders aus.“

„Anders als was?“
„Na anders als er sonst ist.“

„Ich hab ihn so wie immer gemacht.“
„Aber trotzdem sieht er anders aus.“

„Ist ja egal. Hauptsache, er schmeckt. Neulich hab ich im Radio gehört, dass man in Bayern sagt ‚Schmecke muaß ‘s. ‘S muaß schmecke.‘ Gut, oder?“
„Bitte? Was soll das denn heißen?“

„Na sowas wie: Hauptsache es schmeckt.“
„Ich sag ja nicht, dass der Kaffee nicht schmeckt, er sieht halt nur komisch aus… so wässrig. Und was für seltsame Sender hörst du da eigentlich?“

„Ach, da hab ich einen anderen Sender gesucht und dann kam da irgendwo grad so ein Quatsch. Und dass dein Kaffee anders aussieht, finde ich nicht. Vielleicht liegt’s daran, dass noch keine Milch drin ist. Hier ist sie, probier ihn dann mal.“
(Ich probiere einen kleinen Schluck)„Uäähhh, der ist ja eklig. Als ob er zum zehnten Mal aufgebrüht worden wäre!“

„Hmm… ich hab dieselbe Sort wie immer genommen. Ich bin mir keiner Schuld bewusst!“
„Brrr… den kann man grade wegschütten. Widerlich!“

„Das tut mir leid, Schatz. Soll ich dir einen neuen kochen?“
„Nein, lass mal. Da wird mir die Zeit zu knapp, bin eh schon ein bisschen spät dran.“

„Lass mich auch mal probieren.“
„Hier,bitte.“

„Bäh, der ist wirklich schlecht!“
„Sag ich doch.“

„Das würde mich jetzt aber schon interessieren, an was das liegt. Ich mach doch nochmal einen.“
„Ich hab aber keine Zeit mehr, ich muss los!“

„Ja, es geht ja nur darum, dass ich rausfinde, an was das liegt.“
„Und was machst du dann mit dem Kaffee? Steigst du jetzt extra deswegen von Tee auf Kaffee um?“

„Nein, ich kann ihn ja kalt werden lassen und heute nachmittag Eiskaffee draus machen.“
„Ja, das wär eine Idee.“

„Also, dann wollen wir mal sehen… Oha.“
„Was ist?“

„Also… es ist wohl ein technisches Problem. Sozusagen.“
„Kann nicht sein. Wenn Kaffee durchläuft, funktioniert die Maschine.“

„Also ein technisches Problem im weiteren Sinne. Der Kaffeefilter ist umgeknickt gewesen und das Wasser ist dran vorbeigelaufen.“
„Aha. Klassischer Bedienfehler.“

„Wie meinst du denn das?“
„Na ja, du hättest den Filter sorgfältiger reinsetzen müssen.“

„Und was heißt da ‚klassischer Bedienfehler‘? Was soll daran ‚klassisch‘ sein? Frau und Maschine, oder? Sowas passiert auch Männern.“
„Das kann ich mir nicht vorstellen. An der großen Kaffeemaschine bei uns im Büro passiert das ganz selten, und wenn, dann hatte eine Kollegin ihre Finger dran.“

„So ein Quatsch. Es ist doch keine besondere Herausforderung, so einen Filter richtig einzusetzen, egal ob für Mann oder Frau.“
„Na ja, anscheinend schon…“

„Ich kann dir sagen, warum das überwiegend bei Frauen passiert: Bestimmt sind sie es, die in eurer Firma dauernd Kaffee kochen! Wenn die Männer keinen Kaffee kochen, kann ja bei denen auch kein Filter umknicken.“
„Soll ich mir meinen Kaffee morgens in Zukunft immer selbst kochen?“

„Nein, ich mach das gerne für dich. Bei so einer Maschine mit Kaffeepads passiert das allerdings nicht…“

Kopfschüttel…

15 Kommentare »

Fleur de Sel

4. Juli 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Manchmal übernehme ich die Wochenendeinkäufe und die Liebste schreibt mir dann, ganz altmodisch, einen Einkaufszettel – so auch dieses Wochenende:

„Schau, hier ist der Zettel, das bräuchte ich alles. Ach, schreib noch Geschirrspültabs auf, die sind auch bald leer.“
„Okay, bring ich mit.“

„Und Getränke auch.“
„Ja, hab schon das Leergut eingepackt. Aber Schatz, was willst du denn mit Zucchiniblüten?“

„Füllen und backen.“
„Wie? Füllen und backen? Hab ich ja noch nie gesehen. Und was ist denn ‚Fleur de Sel‘? Blumen oder was?“

„Nee, brauche ich alles fürs morgige Mittagessen.“
„Wo gibt’s denn sowas? Wie sieht das denn überhaupt aus?“

„Naja, im Supermarkt wird’s das geben. Schau halt, steht bestimmt ein Schild dran.“
„Wo soll ich denn suchen? Beim Gemüse, bei der Milch, bei den Fertigsachen?“

„Weiß ich nicht. Aber ich brauch es, steht so im Rezept.“
„Wo hast du denn das Rezept her?“

„Na, aus so einem Heft. Ich dachte, ich probier mal was Neues aus, ich kann dir natürlich auch immerzu das Gleiche kochen.“
„Na, jetzt sei nicht beleidigt, ich freu mich ja, wenn du was Leckeres kochst. Nur: Wie und wo soll ich die Zutaten einkaufen, wenn ich nicht weiß, was es ist, wie es aussieht und wo es in etwa im Supermarkt steht?“

„Naja, Zucchiniblüten sind sicher beim Gemüse. Oder du fragst mal. Oder du gehst gleich auf dem Markt vorbei, die sehen so gelb und länglich aus.“
„Hhmmm. Ja, ich schau mal. Aber wozu braucht man ‚Fleur de Sel‘?“

„Zum Würzen. Steht da im Rezept.“
„Was ist das denn?“

„Ich glaube, so ein spezielles Salz.“
„Ach, dann nimm doch normales Salz. Ich kauf doch nicht für ein einziges Rezept so ein Spezialzeugs.“

„Naja, dann wird’s aber nicht so gut, weil im Rezept steht ‚Fleur de Sel‘.“
„Ach, wir sind ja auch keine Gourmets, das ist doch egal.“

„Also ist dir egal, wie ich koche, du isst alles, oder wie?“
„Nein, so war das doch nicht gemeint, nur werde ich den Unterschied zwischen verschiedenen Salzarten nicht bemerken.“

„Dann nehm ich eben normales Salz und streiche das vom Einkaufszettel.“
„Also: Zucchiniblüten, Vanilleschoten, Fleur de Sel… Zeig mal das Rezept her.“

„Hier, das gibt’s morgen Mittag und das hier probier ich als Nachtisch aus. Sieht superlecker aus.“
„Stimmt. Aber Schatz, bei deinem Nachtisch steht: Die Zuckerkruste mit einem Bunsenbrenner karamellisieren.“

„Ja, und?“
„Wir haben keinen Bunsenbrenner.“

„Na, dann nehm ich halt ein Feuerzeug.“
„Das wird nichts. Du verbrennst dir die Finger, wenn du das Feuerzeug so kippst, dass du den Zucker karamellisieren kannst.“

„Dann stell ich das ganze Zeug halt kurz in den Herd.“
„Dann wird’s nicht richtig braun und karamellig.“

„Na, dann bringst du halt noch einen Bunsenbrenner mit, gehst doch jetzt eh einkaufen.“

Kopfschüttel…

9 Kommentare »

Einmal um die Welt

1. Juli 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Neulich ist meine Liebste an einem Bericht über zwei Aussteiger hängengeblieben, die mit dem Fahrrad um die Welt radelten. Interessant anzuschauen, aber nachmachen würde ich sowas nicht. Meine Liebste sicherlich auch nicht, auch wenn sie das in der Theorie anders sieht:

„Guck mal Schatz, das ist doch mal ein Abenteuer!“
„Für andere schon. Du bist ja nach zwei Wochen Urlaub schon froh, wieder daheim zu sein.“

„Nein, Urlaub ist ja auch ganz was anderes. Stell dir mal vor, du bist ein ganzes Jahr unterwegs, da gibt es sicherlich viele Situationen, die spannend sind.“
„Hmm… ob sie dir in dem Moment dann spannend vorkommen, ist die Frage. Vermutlich will man in diesem Moment einfach seine Ruhe und keinen Ärger. Stell dir mal vor, die fahren durch eine Wüste und der Fahrradrahmen bricht!“

„Na ja, das wäre ja ein Extremfall.“
„Kann aber vorkommen. Und was machst du dann, um nicht zu verdursten?“

„Man muss ja nicht grade mit dem Fahrrad durch die Wüste fahren.“
„Außenrum ist’s halt länger…“

„Nein, ich meine, man kann doch auch was anderes machen. Stell dir mal vor, mit dem Segelboot um die Welt!“
„Ich glaube, das wäre ziemlich langweilig. Da sieht man ja tagein, tagaus nur das Meer und den Mitsegler.“

„Würdest du dich nicht freuen, wenn du allein mit mir auf einem Boot um die Welt reisen würdest?“
„Doch schon, aber das meine ich doch gar nicht.“

„Grade hast du gesagt, dass man da ‘nur’ seinen Mitsegler sieht.“
„Nein, ich meine, dass man doch auch mal was anderes sehen will.“

„Also wäre ich dir als Begleitung zu wenig?“
„Nein, nein! Aber stell dir mal vor, wir wären hier im Zimmer eingesperrt, ein ganzes Jahr lang. Wir würden ja verrückt werden!“

„Ja, weil wir hier keinen Meerblick haben!“
„Mit Meerblick wäre das doch genauso. Du könntest nicht shoppen, nicht telefonieren…“

„Ach so, kein Telefon? Das wäre dann ja was anderes. Ich denke aber, dass die Radler schon ein Handy dabeihaben. Nur für den Fall, dass sie in der Wüste einen Rahmenbruch haben.“
„Und wen sollten sie dann anrufen, wenn sie grade in der Wüste Gobi stehen?“

„Na was weiß ich? Ein Fahrradfachgeschäft oder einen Klempner.“
„Einen Klempner?“

„Na ja, halt jemanden, der das wieder zusammenflicken kann. Das kann ein Klempner doch auch.“
„Und wie soll man ihm das Problem dann schildern?“

„Na mit dem Handy. Ich hab doch grade gesagt, dass die sicher…“
„Schon mit dem Handy. Aber in welcher Sprache? Und woher die Nummer nehmen?

„Na da muss man sich natürlich vorher drum kümmern, das kann man ja alles einspeichern. Oder man hat eben ein internetfähiges Handy.“
„Gut, und wenn der Akku leer ist?“

„Dann nimmt man eben den Ersatzakku.“
„Der ist auch irgendwann leer. Und du kannst in deinem Gepäck ja nicht nur Akkus mitnehmen.“

„Bestimmt gibt’s Ladegeräte, die mit Solarstrom funktionieren.“
„Ach… Kannst du dir denn gar nicht vorstellen, dass man da auch in ausweglose Situationen geraten kann?“

„Nein, sag ich ja, da kann man ja jemanden anrufen, der hilft.“
„Also ich würde sowas nicht machen. Erst recht nicht so blauäugig. Was da alles passieren kann!“

„Also interessant finde ich das schon. Aber ich würde sowas auch nicht machen.“
„Und wieso nicht, wenn du für alle Probleme eine Lösung hast?“

„Das ist doch kein Urlaub, wenn man sich ständig bewegen muss! Außerdem ist mein Fahrrad platt und einen Segelschein hab ich auch nicht.“

Kopfschüttel…

3 Kommentare »

Gefällt Dir dieser Blog?

Kopfschüttel Ratgeber »





Blog der Woche