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Frauen-Fußball-WM

27. Juni 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Am Wochenende hatte mich meine Liebste überrascht. Sie wollte Fußball gucken. Freiwillig! Gut, es war Frauenfußball, aber immerhin. Und sie wollte es sogar mit mir zusammen schauen:

„Schaust du mit mir Fußball an?“
„Wie bitte?“

„Ob du mit mir Fußball anschaust.“
„Äh… ja. Seit wann interessierst du dich für Fußball? Wer spielt denn überhaupt?“

„Na hör mal! Es ist Fußball-WM der Frauen!“
„Ja, das weiß ich auch. Ich meine, wer gegen wen spielt.

„Deutschland gegen Kanada.“
„Da guck ich natürlich gerne mit. Ist ja bestimmt auch was für’s Auge.“

„Wie meinst du das?“
„Äh… also… Du weißt ja, der Frauensport ist nicht so… äh… athletisch. Also eher technisch. Das sind sicherlich interessante Spiele, weil da die Bälle ganz anders laufen.“

„Ist das Männersprech, wenn du sagst ‚die Bälle laufen‘?“
„Wie bitte? Nein!“

„Und was soll denn da für’s Auge sein, außer den Spielerinnen?“
„Na die Technik. Kaum gelbe und rote Karten, das ist doch interessant.“

„Du schaust also nicht nur, weil du die Mädels knackig findest? Und weil ihre ‚Bälle‘ so hüpfen?“
„Also hör mal! Ich werde doch Frauenfußball schauen können, ohne dass mir hier irgendwas unterstellt wird!“

„Ich frag ja nur.“
„Wenn du Männerfußball anschauen würdest, würde ich dir ja auch nicht unterstellen, dass du 90 Minuten lang zuschaust, nur weil die Kerls so athletisch sind.“

„Und welche Spielerin gefällt dir am besten?“
„Halt, Schatz. Das ist eine Fangfrage.“

„Ich meine fußballerisch.“
„Da kenn ich mich zu wenig aus.“

„Ich dachte, du kennst dich im Fußball aus?“
„Ja schon, aber nicht im Frauenfußball.“

„Und so vom ersten Eindruck her?“
„Also diese Babett Peter hat schon was…“

„Wie? Was hat die?“
„Technisch. Sie ist technisch sehr beschlagen.“

„Ach. Und das siehst du schon mit einem ersten Eindruck?“
„Also nein. Ich meine ja. Natürlich sehe ich das.“

„Du bist ja schon ganz verwirrt. Vielleicht ist es besser, wenn ich alleine weitergucke?“
„Nein, das ist doch hübsch.“

„Was?“
„Das Fußballspiel, mein ich.“

„Ein Fußballspiel ist hübsch?“
„Ähh… ja.“

„Das sagt man doch nicht so.“
„Jetzt nimm mich doch nicht andauernd ins Kreuzverhör und genieße lieber die schönen…“

„Die schönen was?“
„…die schönen Spielzüge.“

„Grade nochmal die Kurve gekriegt!“
„Jetzt ist’s aber mal gut! Erst fragst du mich, ob ich Fußball mitgucke, und dann versuchst du die ganze Zeit, mir sonstwas zu unterstellen! Da kann ich ja gleich die Reportage im Radio hören!“

„Ist ja schon gut, Schatz. Ich wollte dich nur ein bisschen ärgern.“
„Aha. Dann mach bitte in der Halbzeitpause weiter.“

„Ich weiß nicht, ob ich mir das noch so lange anschaue.“
„Wieso denn? Ist doch ein gutes Spiel?“

„Ja, aber weißt du… Wenn da richtige Männer spielen, finde ich das irgendwie besser. Also rein vom optischen Aufbau her. Also vom Spielaufbau, mein ich…“

Kopfschüttel…

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Abwarten und…

20. Juni 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Ich trinke so ziemlich alles, was mir in die Quere kommt, manche Sachen natürlich lieber als andere. Tee trinke ich zum Beispiel nur, wenn’s nötig ist oder wenn’s nichts anderes gibt. Ich war deswegen etwas erstaunt, als die Liebste vom Shopping heimkam und mir stolz ein Tütchen Tee präsentierte:

„Schau mal, hab ich dir mitgebracht.“
„Äh, Tee. Danke.“

„Nicht irgendein Tee: Glückstee.“
„Glückstee.“

„Ja, hier steht: Glück braucht man immer. Diese ausgewogene Kräuterteemischung versorgt uns mit einem kleinen Stück vom Glück und macht uns darauf aufmerksam, dass manche Kleinigkeiten nicht selbstverständlich sind. Der Glückstee ist eine kraftvolle Mischung, ein beliebter Frühstückstee und ein köstliches Geschenk für mehr oder weniger Glückliche.“
„Aber Schatz, ich trink doch morgens immer Kaffee. Ich trink doch gar keinen Tee.“

„Ja, aber du bist doch in letzter Zeit immer so gestresst. Öfter mal eine Tasse Tee würde dir sicher gut tun.“
„Öfter mal ein Bier auch.“

„Quatsch. Den Tee kannst du ja auch auf Arbeit trinken, und das wäre mit Bier ja ganz schlecht.“
„Ja, aber ich trink auf Arbeit schon Kaffee und Wasser. Und Mittags manchmal Saftschorle.“

„Ja, aber Tee hast du doch auch schon getrunken.“
„Klar: Erkältungstee oder Kamillentee bei verdorbenem Magen.“

„Aber wir haben doch so viele tolle Tees hier!“
„Ja Schatz, aber ich mach mir nicht soviel aus Tee.“

„Aber guck mal: Glückstee, Entspannungstee, Faulenzertee von Janosch, Alles Liebe-Tee und Adventstee. Hier ist noch Harmonietee und Rooibos-Orange und normaler Pfefferminz-, Hagebutte-, Kamille- und Schwarztee. Da wird doch einer für dich dabei sein!“
„So viele Sorten! Wo kommen die denn alle her?“

„Na, die sind schon ewig hier im Teeschubfach und in den beiden Dosen.“
„Ja, aber wo kommen sie her?“

„Na, den Adventstee hat Susi mir mal geschenkt, den Harmonietee hab ich damals im Urlaub gekauft und den Entspannungstee hab ich… Ich weiß nicht mehr woher.“
„Aber trinkst du den denn auch?“

„Ja, manchmal.“
„Aber dann trink die Tees doch mal leer, bevor du neuen kaufst!“

„Naja, für Adventstee ist ja jetzt echt nicht die richtige Zeit!“
„Stimmt, aber die anderen Tees kannst du ruhig trinken.“

„Der Rooibostee schmeckt mir nicht.“
„Wieso wirfst du ihn dann nicht weg?“

„Der ist ja schon noch gut, nur mir schmeckt er halt nicht, vielleicht magst du ihn? Soll ich dir schnell eine Tasse machen?“
„Nee, ich mag den auch nicht. Aber warum kaufst du ständig neuen Tee, wenn das ganze Fach voll ist?“

„Naja, voll ist das Fach ja nun nicht. Und es sind ja immer andere Tees.“
„Ja, aber Tee bleibt Tee.“

„Quatsch. Glückstee ist was ganz anderes als Faulenzertee oder Alles Liebe-Tee.“
„Aber dann sortier halt mal durch, was du trinkst, hebst du auf und die anderen Sorten sortierst du aus.“

„Ja, das mach ich. Die kannst du dann auf Arbeit trinken!“

Kopfschüttel…

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Entspannung

18. Juni 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Nach einer Woche mit viel Arbeit und viel Ärger auf Arbeit kam ich am Freitag ziemlich geschafft heim und wollte nur noch auf mein Sofa. Doch die Liebste hatte andere Pläne:

„Hallo Schatz, prima, dass du da bist!“
„Ja. Bin ich froh, dass Wochenende ist.“

„Oh ja! Es ist so viel los an diesem Wochenende!“
„So. Was denn?“

„Naja, wir könnten heute abend den neuen Film ‘Eine Insel namens Udo’ ansehen, der soll total lustig sein. Susi war schon drin.“
„Ja, äh…“

„Prima. Dann ziehe ich mich um, dann können wir vorher noch irgendwo eine Kleinigeit essen!“
„Halt, nicht so schnell. Ich will heute abend gar nicht ausgehen. Wir könnten doch auch mal daheim bleiben. Du kochst was Leckeres, wir gucken gemütlich Fernsehen und bleiben auf unserem kuscheligen Sofa liegen und wenn du noch ganz viel Energie übrig hast, kannst du mir Rücken und Schultern massieren. Das wäre doch was!“

„Och, nö. Daheim bleiben ist doch langweilig. Schatz, es ist WOCHENENDE!“
„Eben, es ist Wochenende. Das heißt wir erholen und entspannen uns.“

„Dann könnten wir ja morgen endlich mal frühs zum Trödelmarkt, da wollten wir doch schon lange mal hin.“
„Ja, schon. Aber wie früh ist bei dir denn früh?“

„Naja, früh halt. Nicht vorm Aufstehen, aber Mittags brauchen wir da auch nicht mehr hin, dann sind alle Schnäppchen weg.“
„Quatsch, Schnäppchen. Du kaufst dann nur irgendeinen nutzlosen Kram, der dann hier vor sich hinstaubt.“

„Ha, wer hat dir mal die eine spezielle CD da mitgebracht? Von diesem … hab den Namen vergessen. Ist ja auch egal, die war auf jeden Fall vom Flohmarkt!“
„Okay, manchmal kaufst du auch was Sinnvolles.“

„Prima, dann gehen wir also morgen früh dahin.“
„Ach, Schatz. Ich will ausschlafen, nichts tun, vielleicht mal bis zum See fahren und mich dort hinlegen. Heimkommen und mich vom Nichtstun ausruhen.“

„Oh, wie langweilig.“
„Nein, nicht langweilig, erholsam.“

„Wir könnten ja auch heute ausruhen und morgen wegfahren, dann hättest du heute deine Erholung und ich morgen meine Abwechslung.“
„Ja. Wo willst du denn hin?“

„Wir könnten mal ans Meer fahren.“
„Ach was, wenn ich den See seh, brauch ich kein Meer mehr.“

„Ach, hör auf mit dem Quatsch, es wird dir auch guttun, mal rauszukommen und was anderes zu sehen.“
„Naja, wenn du unbedingt willst, dann fahren wir halt morgen mal ans Meer.“

„Oh, du bist ein Schatz! Ich freu mich.“
„Prima, dann hab ich heute abend meine Ruhe, kann morgen ausschlafen und dann geht’s los ans Meer. Was willst du denn am Meer?“

„Na an den Strand legen und entspannen.“

Kopfschüttel…

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Rosenstrauß

14. Juni 2011, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Vor kurzem kam ein Riesenrosenstrauß für meine Liebste. Sie schaute nur kurz auf die beiliegende Karte und steckte die dann ein. Sie stellte die Blumen ins Wohnzimmer und ich fragte sie natürlich, wer ihr solche Blumen schickt.

„Ach, kennst du nicht.“
„Was soll denn das?“

„Was soll was?“
„Naja, deine Mutter schickt dir ja kaum rote Rosen!“

„Stimmt. Von meiner Mutter sind die nicht.“
„Also? Jemand kennengelernt?“

„Ich lerne ständig Leute kennen. Du doch auch.“
„Ja, aber ich krieg keine Rosen geschickt.“

„Na, das wäre ja auch komisch. Ein Mann kriegt Rosen geschickt, hab ich noch nie gehört.“
„Eben. Frauen kriegen Rosen geschickt.“

„Eben.“
„Ja. Von wem sind die Rosen?“

„Eifersüchtig?“
„Ja. Sind die protzigen Dinger etwa von dem neuen Kollegen, von dem du neulich erzählt hast?“

„Nein. Und die sind doch nicht protzig. Und Schatz, für Eifersucht gibt es keinen Grund.“
„Da bin ich aber beruhigt. Trotzdem will ich wissen, von wem hier diese Dinger sind.“

„Was heißt Dinger? Das sind total schöne Rosen! Und die duften auch so gut. Hier, schnupper mal.“
„Nein. Ich will jetzt wissen, was das soll!“

„Ich freue mich über die Rosen.“
„Wer schickt dir rote Rosen? Zeig mal die Karte vom Strauß her!“

„Du kannst ja richtig eifersüchtig sein! So kenne ich dich ja gar nicht!“
„Ja. Meine Freundin soll keine roten Rosen von anderen Männern bekommen.“

„Warum? Wenn sie sich über Rosen freut.“
„Ja, aber wenn sie Rosen will, kriegt sie Rosen von mir!“

„Eben nicht! Wann gab’s den letzten Rosenstrauß?“
„Neulich erst.“

„Wann war neulich?“
„Naja, vor einiger Zeit.“

„Vor sehr, sehr langer Zeit.“
„Ja. Stimmt. Ich bin unaufmerksam in letzter Zeit. Tut mir leid. Ich lieb dich doch trotzdem. Ich hatte halt die letzte Zeit viel Ärger und Stress auf Arbeit. Von wem sind denn jetzt die Rosen?“

„Das tut nichts zur Sache. Ich wollte nur mal wieder hören, dass du mich liebst.“
„Aber Schatz! Natürlich liebe ich dich, auch wenn ich es nicht dauernd sage. Wollen wir heute abend schön essen gehen? Ich bestelle einen Tisch beim Italiener.“

„Gern. Das können wir machen.“
„Gut. Könntest du die Rosen dann vielleicht aus dem Wohnzimmer entfernen?“

„Ach, Schatz. Die sind von mir.“
„Wie? Die sind von dir?“

„Naja, ich dachte ich schick mir mal Rosen, wenn von dir keine kommen.“
„Jetzt bin ich platt. Auf was für Ideen du kommst! Du hättest doch einfach was sagen können!“

„Ach, Schatz. Ich geh mich jetzt mal umziehen für den Italiener!“
„Ja, mach das.“

„Hier ist übrigens noch die Karte: ‘Für den neugierigen Schatz als Erinnerung, damit er ab und zu auch mal Blumen bringt.’“

Kopfschüttel…

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Gefährliche Lektüre II

12. Juni 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Die Liebste ist bereits seit Stunden am Telefonieren. Es muss wohl um irgendwas Wichtiges gehen, aber da kann ich mich auch täuschen – als sie endlich wieder ansprechbar ist, frage ich natürlich, warum sie so ewig telefoniert.

„Ich hab nur mit Elke gesprochen.”
„Was gibt’s denn da so lange zu besprechen? Ihr seht euch doch regelmäßig.“

„Ach, das war ein Notfall.“
„Was ist denn los?“

„Ach, nichts für Männer.“
„Na, dann eben ein Frauenthema.“

„Obwohl es doch um Männer geht. Elke ist ganz fertig.“
„Wieso? Ist sie nicht glücklich verheiratet?“

„Doch, dachte sie bisher.“
„Oha, sie hat lange blonde Haare auf seinem Hemd gefunden.“

„Nein, das nun nicht gerade.“
„Ach, dann hat sie fremde Damenunterwäsche in seinem Auto gefunden?“

„Nein, wieso kommst du überhaupt auf sowas?“
„Naja, Elke war doch schon immer so eifersüchtig und kaum, dass er mal später heimkam, gab’s Verhöre, wo und mit wem er unterwegs war. Erinnerst du dich noch an das eine Silvester? Da gab’s doch auch Stress, weil er zu oft mit anderen getanzt hat, dabei wollte sie doch gar nicht tanzen…“

„Ja, das stimmt schon. Aber jetzt hat sie wirklich einen Grund.“
„Grad hast du gesagt, sowas ist nicht der Grund.“

„Naja, direkt fremdgehen ist ja auch nicht der Grund, aber sie hat im Schrank zwischen seinen Klamotten so Hefte gefunden.“
„Paah, Schatz, das ist doch kein Grund für Aufregung.“

„Wieso?“
„Naja, so ein Heft hat doch nichts zu sagen.“

„Wieso nimmst du ihn in Schutz?“
„Nehme ich doch gar nicht.“

„Hast du auch so einen Kram im Schrank?“
„Nein, natürlich nicht.“

„Soll ich gucken gehen?“
„Quatsch, ich hab nichts zu verbergen. Aber über sowas muss sich Elke doch nicht aufregen.“

„Aber warum liest er so ein Zeug, wenn er doch Elke hat und verheiratet ist?“
„Naja, man kann sich ja mal woanders Anregungen holen. Du weißt doch: Appetit holen ist erlaubt, nur gegessen wird daheim.“

„Meinst du?“
„Klar. Nur an ihrer Eifersucht sollte sie mal arbeiten.“

„Naja, aber er gibt ihr ja jetzt schon einen Grund. Also ich wäre auch sauer, wenn du so ein Zeugs jetzt plötzlich lesen würdest!“
„Ach was. Das ist wie ihr mit euren Liebesschnulzen. Wir sind doch auch nicht eifersüchtig auf Johnny Depp, Brad Pitt und wie diese Kasper alle heißen.“

„Was heißt hier Kasper? Die sehen doch sehr appetitlich aus!“
„Naja, die Damen in den Heften auch.“

„Hhhmmm. So hab ich das noch gar nicht betrachtet. Aber stimmt schon. Wir gucken ja auch Filme und freuen uns über die knackigen Männer dort.“
„Eben. Dabei habt ihr selbst knackige Männer daheim!“

„Naja.“
„Was heißt hier naja?“

„Schatz, mit knackig ist nicht gemeint, dass es jeden Morgen beim Aufstehen knackt.“
„Sehr witzig! Du wirst auch nicht jünger, Schatz.“

„Stimmt. Und du bist mir auch lieber als jeder Film-Kasper, sei er noch so knackig.“
„Dann bin ich ja beruhigt.“

„Und ich muß jetzt nochmal Elke anrufen.“

Kopfschüttel…

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Nummer gesucht

8. Juni 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Gestern war die Liebste mit ihren Freundinnen unterwegs – Shopping, Café und solcher Klimbim. Ich hatte es mir grade gemütlich gemacht, als ihr Anruf kam:

„Hallo Schatz, kannst du mir mal einen Gefallen tun?“
„Aber klar, was denn?“

„Schau mal bitte für mich nach Melanies Telefonnummer.“
„Wo soll ich da schauen?“

„In meinen E-Mails. Melanie hat eine neue Handynummer und hat sie mir neulich gemailt und ich hab vergessen, die Nummer gleich in mein Handy zu speichern.“
„Kein Problem, Schatz. Der Rechner fährt schon hoch. Gleich hast du die Nummer.“

„Hach, du bist der Beste.“
„Wie war nochmal dein Kennwort?“

„Na, der Name vom Restaurant, wo wir das erste Mal essen waren plus unser Kennenlerntag.“
„Oh. Ähhh… verrätst du es mir nochmal?“

„Du hast es vergessen?“
„Naja, also… ja.“

„Also: Francescos215.“
„Danke. Jetzt fällt‘s mir wieder ein. Also, wie hieß der Betreff der Mail?“

„Das weiß ich nicht mehr, aber sie mailte das so Anfang letzten Monats.“
„Schatz, du hast 487 Mails im Postfach! Warum löschst du gelesene Mails nicht? Wo finde ich das denn jetzt?“

„Einfach zurückblättern.“
„Ha, hier eine Mail von Melanie. Ich mach sie mal auf. Das ist ein Rezept für einen Kuchen.“

„Nicht irgendein Kuchen. Das ist eine Limetten-Joghurt-Torte, superlecker!“
„Tja, aber keine Telefonnummer.“

„Dann such mal weiter…“
„Sag mal, du lässt ja sogar die Spammails drin, hier werben sie für ein Potenzmittel.“

„Vielleicht brauchen wir es ja mal…“
„Haha, sehr witzig.“

„Ach, Schatz, war nur Spaß. Suchst du mir jetzt die Nummer raus?“
„Hier ist noch eine Mail von Melanie. Nein, nur ein weitergeleiteter Link.“

„Weitersuchen. Bei welchem Datum bist du denn?“
„Anfang des letzten Monats. Hier ist noch eine. Nein, auch keine Telefonnummer…“

„Vielleicht war es auch schon vor zwei Monaten?“
„Ach Schatz, ich kann doch jetzt nicht über 400 Mails durchgucken. Dann bin ich doch morgen noch beschäftigt. Hat denn keins von den anderen Mädels die Nummer von Melanie?“

„Nein.“
„Kannst du nicht die Auskunft anrufen?“

„Ich glaube nicht, dass Melanie ihre Handynummer ins Telefonbuch schreibt. Und am Festnetz geht sie nicht ran.“
„Dann sprich doch auf den Anrufbeantworter.“

„Nein, Melanie hat vorhin gesagt, dass sie später kommt und wir gehen jetzt noch woanders hin und dann findet sie uns doch nicht.“
„Wenn Melanie gesagt hat, sie kommt später, hast du sie doch gesprochen.“

„Nein. Sie hat eine SMS geschrieben.“
„Dann hast du doch ihre Handynummer als SMS-Absender.“

„Oh, das stimmt! Manchmal steht man echt auf dem Schlauch. Danke Schatz und bis heute abend!“

Kopfschüttel…

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Gefährliche Lektüre

6. Juni 2011, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Am Wochenende – ohne Termine oder sonstige Verpflichtungen – haben wir es ganz ruhig angehen lassen. Ich habe in der Küche zwei Tassen Kaffee geholt und mich wieder zur Liebsten ins Bett gelegt, die dort in einer Zeitschrift blätterte.

„Oh, mein Kaffee. Dankeschön. Werde ich heute verwöhnt, ist etwa Valentinstag?“
„Nö, nur so. Was liest du denn da?“

„Och, nur so ein Frauenheft, nichts für dich.“
„Zeig doch mal.“

„Hier, interessiert dich aber eh nicht.“
„‚Eltern family‘. Was soll denn das sein?“

„Das Heft hab ich bei Susi mitgenommen, sie hat es ausgelesen. Hier hab ich auch noch ‚Eltern‘, ‚Baby & Co‘ und ‚Leben & erziehen‘.“
„Aha. Aber steht denn da nicht überall das Gleiche drin? Da hätte doch ein Heft gereicht.“

„Nö, da steht überall was anderes drin. Hier zum Beispiel: ‚So wird ihr Kind ein liebenswerter Mensch‘ oder hier: ‚Alles über Hebammen‘ oder hier: ‚So entwickelt sich ihr Kind‘ oder da: ‚Von der Muttermilch zum Familientisch‘ oder…“
„Schon gut, schon gut. Ich glaub es ja. Zeig mal her den Stapel.“

„Außerdem: In deinen Autoheften steht doch auch immer das Gleiche drin.“
„Quatsch. Da werden immer andere Autos getestet und vorgestellt. Aber warum lest ihr denn ‚Leben & erziehen‘, passender wäre doch ‚Brüten und abwarten‘?“

„Susi hat bei ihrer Ärztin so eine Tasche mit Heften, Infos und Pröbchen bekommen und die Hefte hat sie mir weitergereicht. Aber ‚Brüten & abwarten‘ klingt gut, ich werde es Susi mal vorschlagen.“
„Ja, mach das. Und jetzt gib mir mal einen Kuß. Schließlich hab ich dir Kaffee mitgebracht.“

„Ja. Oh, schau mal hier, wie süß das schlafende Baby hier aussieht. Ach, wie niedlich.
„Ja, sehr niedlich. In letzter Zeit schaust du oft nach Babys, fällt mir auf…“

„Ja. Und?“
„Aber dann wäre Schluss mit Kaffee im Bett. Dann würdest du jetzt schon längst aufstehen müssen, Füttern, wickeln, spazierengehen…“

„Ja.“
„Was meinst du mit ‚Ja‘?“

„Ja eben. Dann würden wir halt einen Sonntagsspaziergang machen und mit dem Kinderwagen durch den Park gehen.“
„Du vergisst, dass du unausgeschlafen wärst. Und dass du unausgeschlafen total unausstehlich bist.“

„Ach, die Natur hat es schon so eingerichtet, dass Mütter dann weniger Schlaf brauchen, dass machen die Hormone.“
„Könnte es sein, dass die Hormone grad noch ganz andere Sachen machen?“

„Naja, irgendwann wollten wir ja schon Kinder. Jetzt wäre doch sehr gut. Dann könnte unser Kind immer mit Susis Kind spielen, die wären ja fast gleich alt.“
„Ja, schon. Irgendwann will ich auch Kinder, aber jetzt haben wir‘s doch grad so gemütlich und du wolltest doch beruflich erst noch ein bisschen schauen…“

„Ja, aber schön wär‘s doch. Oder willst du keine Kinder mit mir?“
„Doch schon, wenn Kinder, dann nur mit dir, Schatz. Aber doch nicht gleich!“

„Naja, wenn wir alt und grau sind ist es aber zu spät.“
„Gianna Nannini ist doch jetzt mit 54 Mutter geworden, wir haben also noch jede Menge Zeit.“

„Pah. Das wäre mir viel zu alt. Dann wäre ich zur Schuleinführung schon 60!“
„Siehst du – im Ruhestand hättest du dann genug Zeit, um dich mit den Hausaufgaben zu beschäftigen. Wäre doch prima.“

„Quatsch, du nimmst mich gar nicht ernst.“
„Ach, Schatz, das geht mir jetzt einfach zu schnell. Außerdem kann man das doch gar nicht so planen.“

„Dann warten wir eben noch ein bisschen. Dann kann unser Kind auch von Susis Kind die ganzen Sachen bekommen.“

Kopfschüttel…

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Mal eben die Fenster ölen

4. Juni 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Neulich bin ich meinen Pflichten als Mann im Haus nachgekommen und habe endlich mal wieder die Fenster geölt. Solche Arbeiten macht man immer am besten, wenn die Liebste nicht in der Nähe ist, was sich wiederum sogleich bestätigt hat, als sie heimkam:

„Was machst du denn da auf dem Stuhl?“
„Nach was sieht es denn aus? Ich öle die Fensterscharniere.“

„Du ölst die Fensterscharniere?“
„Ja. Das muss ab und zu mal gemacht werden, damit die Fenster nicht quietschen.“

„Davon hab ich ja noch nie gehört. Außerdem quietschen unsere Fenster doch nicht!“
„Natürlich quietschen sie nicht. Weil ich sie hin und wieder öle.“

„Also Schatz… Bei unserer Nachbarin quietschen die Fenster sicherlich auch nicht. Und die ist über 70 Jahre alt. Du glaubst doch nicht, dass die ihre Fenster ölt?“
„Vielleich hat sie ja jemanden, der das für sie macht. Oder sie ist mittlerweile so taub, dass sie es nicht mehr hört.“

„Also ich weiß ja nicht… Leg doch bitte wenigstens eine Zeitung unter, damit nichts auf den Boden tropft.“
„Ich pass schon auf. Ich hab ja schon bald alle Fenster durch.“

„Lieber ein quietschendes Fenster als einen schwarzen Ölfleck!“
„Wieso schwarz? Das ist Nähmaschinenöl, das ist durchsichtig.“

„Nähmaschinenöl? Was du nicht alles hast! Aber pass bitte trotzdem auf den Teppich auf. Und auf die Pflanzen auf der Fensterbank. Und vor allem auf die Vorhänge!“
„Ja ja, ich pass schon… HOPPLA!“

„SCHATZ! Um Himmels willen, hast du dir weh getan?“
„Ich… Aua! Ich glaube, es ist nichts passiert. Ich habe Glück gehabt, dass ich mich am Vorhang festhalten konnte!“

„Der ist jetzt natürlich hin! Mist. Na ja, Hauptsache, dir ist nichts passiert.“
„Ich hab einen Moment nicht aufgepasst, und schon war’s passiert! Wo ist denn jetzt mein Ölfläschchen?“

„Da, auf der Fensterbank. Ist zum Glück nicht ausgelaufen. Aber du wirst doch jetzt nicht weitermachen wollen?“
„Natürlich. Mir ist ja nichts passiert.“

„Nein, Schatz, kommt nicht in Frage. Du ruhst dich jetzt erst mal aus. Ich mach das hier fertig.“
„Aber…“

„Kein aber, ich mach das.“
„Gut. Dann leg ich mich auf die Couch“

(Nach einer kleinen Weile:) „Schaaaaatz?“
„Ja?“

„Wo genau muss ich denn ölen?“
„Na da, wo diese Metalleinsätze sind mit den Löchern.“

„Aha.“
„Siehst du sie?“

„Ich glaube schon!“
„Wie: Ich glaube?“

„Na da sind so Metalldinger. Da mach ich mal Öl drauf.“
„Wart mal! Ich komme!“

„Schon erledigt! Oh! Wieso läuft das denn jetzt da runter? Das ist ja eine Sauerei!“
„Warte, Schatz, du musst das Öl in das Loch tröpfeln!“

„Ach IN das Loch? Gut. Aber da muss man nachher mal mit einem Lappen den Rahmen abwischen. Und die Fensterbank auch, sehe ich grade…“
„Mach doch mal langsam!“

„Wieviel Öl passt denn eigentlich in das Loch rein?“
„Nur ein paar Tropfen braucht es da.“

„Da passt aber mehr rein, merke ich grade!“
„Halt, halt! Nicht so viel!“

„Wieso, viel hilft viel!“
„Aber das überflüssige Öl muss doch irgendwo hin! Lass bitte mich weitermachen, nicht dass du das Fenster ruinierst!“

„Du traust mir so was wohl nicht zu?“
„Doch, schon, aber mach das doch nicht so hektisch… Und pass auf! Jetzt hast du selbst Öl in die Pflanze getropft, weil du das Fläschchen so komisch hältst!“

„Hoppla! Na ja, sie wird’s überleben. Und wenn nicht… eigentlich gefällt sie mir eh nicht. Ich kann das gut, oder? Ich mach gleich mit dem nächsten Fenster weiter!“

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Teure “Reparatur”

2. Juni 2011, aus der Schublade Auto und Parken

Heute kam die Liebste mit einem ganz langen Gesicht heim. Es war spät geworden, sie hatte morgens das Auto, welches seit einigen Tagen beim Fahren immer klapperte, noch zur Werkstatt gebracht und konnte es heute abend schon wieder abholen. Ihre Begrüßung war aber etwas einsilbig:

„Hallo.“
„Hallo Schatz, na, wie schaust du denn aus?“

„Ach, frag mich bloß nicht.“
„Oh, sie haben den Fehler im Auto nicht gefunden und jetzt musst du dein geliebtes Auto verschrotten, stimmt‘s?“

„Nein.“
„Oh, dann weiß ich: Sie haben den Fehler gefunden, aber es lohnt nicht mehr, es zu reparieren, also wirtschaftlicher Totalschaden. Stimmt‘s?“

„Nein.“
„Ha, dann hab ich‘s: Sie haben den Fehler gefunden, gleich ein Ersatzteil bestellt, es wird aber frühestens im September geliefert. Stimmt‘s?“

„Nein.“
„Tja, dann weiß ich auch nicht, warum du so grimmig schaust. Ärger auf Arbeit?“

„Nein, kein Ärger auf Arbeit. Die sch… Werkstatt.“
„Haben sie den Fehler doch nicht gefunden?“

„Doch. So schwer war es ja auch nicht, das Klappern während der Fahrt war deutlich zu hören.“
„Ja, und warum bist du mit der Werkstatt nicht zufrieden? Fährt das Auto nicht mehr? Wie bist du denn heimgekommen?“

„Doch, es fährt und klappert nicht mehr. Der Fehler ist behoben.“
„Und warum bist du dann so unzufrieden?“

„Weil sie mir drei Stunden Arbeit für die Fehlersuche berechnet haben.“
„Aber Liebste, das ist doch normal. Mein Arzt bekommt auch das meiste Geld für die Diagnostik.“

„Pah, das kann man ja jetzt nicht vergleichen. Die wollen für die drei Stunden fast 150 Euro.“
„Naja, ich weiß ja jetzt nicht, wie aufwändig die Fehlersuche war und vielleicht ist bei den 150 Euro auch schon die Reparatur und das Material dabei. Zeig doch mal die Rechnung.“

„Die hab ich weggeworfen.“
„Schatz, man wirft doch nicht einfach die Reparaturrechnung weg. Wenn zum Beispiel die eingebauten Teile jetzt gleich kaputtgehen, hast du da doch Garantie drauf. Was war denn jetzt eigentlich kaputt?“

„Ich brauch keine Garantie. Da geht nichts mehr kaputt.“
„Das kannst du doch nicht wissen oder bist du jetzt KFZ-Mechanikerin und reparierst das nächste Mal dein Auto selbst?“

„Ja, diese Reparatur hätte ich auch noch gekonnt und keine drei Stunden gebraucht.“
„Aber du kannst ja nicht mal die Winter- und Sommerreifen wechseln, wie willst du da auf einmal Autos reparieren können?“

„Ich brauch keine Winter- und Sommerreifen zu wechseln, dafür habe ich ja dich.“
„Das stimmt, das ist ja auch kein Problem. Aber was war denn jetzt mit deinem Auto und warum kostet es fast 150 Euro?“

„Naja, 148,50 Euro war die Rechnung und 3,45 Euro hab ich rausbekommen.“
„Wie bekommt man denn bei 148,50 Euro 3,45 Euro raus? Wenn du 150 Euro hingibst, bekommst du doch genau 1,50 Euro raus?“

„Ich hab mit EC-Karte bezahlt, ich hatte gar nicht soviel Geld dabei.“
„Na dann versteh ich jetzt gar nichts mehr. Wieso bekommst du Geld raus und was war denn jetzt überhaupt mit deinem Auto?“

„Na, die 3,45 Euro habe ich neulich im Drive-in bei McDonalds rausbekommen, hatte keine Hand frei und hab das Kleingeld in den Aschenbecher gelegt und da hat es dann geklappert. Und um das rauszukriegen, haben die drei Stunden gebraucht. Aber immerhin hab ich die 3,45 Euro rausgekriegt.“

Kopfschüttel…

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Frauen-Fußball-WM

27. Juni 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Am Wochenende hatte mich meine Liebste überrascht. Sie wollte Fußball gucken. Freiwillig! Gut, es war Frauenfußball, aber immerhin. Und sie wollte es sogar mit mir zusammen schauen:

„Schaust du mit mir Fußball an?“
„Wie bitte?“

„Ob du mit mir Fußball anschaust.“
„Äh… ja. Seit wann interessierst du dich für Fußball? Wer spielt denn überhaupt?“

„Na hör mal! Es ist Fußball-WM der Frauen!“
„Ja, das weiß ich auch. Ich meine, wer gegen wen spielt.

„Deutschland gegen Kanada.“
„Da guck ich natürlich gerne mit. Ist ja bestimmt auch was für’s Auge.“

„Wie meinst du das?“
„Äh… also… Du weißt ja, der Frauensport ist nicht so… äh… athletisch. Also eher technisch. Das sind sicherlich interessante Spiele, weil da die Bälle ganz anders laufen.“

„Ist das Männersprech, wenn du sagst ‚die Bälle laufen‘?“
„Wie bitte? Nein!“

„Und was soll denn da für’s Auge sein, außer den Spielerinnen?“
„Na die Technik. Kaum gelbe und rote Karten, das ist doch interessant.“

„Du schaust also nicht nur, weil du die Mädels knackig findest? Und weil ihre ‚Bälle‘ so hüpfen?“
„Also hör mal! Ich werde doch Frauenfußball schauen können, ohne dass mir hier irgendwas unterstellt wird!“

„Ich frag ja nur.“
„Wenn du Männerfußball anschauen würdest, würde ich dir ja auch nicht unterstellen, dass du 90 Minuten lang zuschaust, nur weil die Kerls so athletisch sind.“

„Und welche Spielerin gefällt dir am besten?“
„Halt, Schatz. Das ist eine Fangfrage.“

„Ich meine fußballerisch.“
„Da kenn ich mich zu wenig aus.“

„Ich dachte, du kennst dich im Fußball aus?“
„Ja schon, aber nicht im Frauenfußball.“

„Und so vom ersten Eindruck her?“
„Also diese Babett Peter hat schon was…“

„Wie? Was hat die?“
„Technisch. Sie ist technisch sehr beschlagen.“

„Ach. Und das siehst du schon mit einem ersten Eindruck?“
„Also nein. Ich meine ja. Natürlich sehe ich das.“

„Du bist ja schon ganz verwirrt. Vielleicht ist es besser, wenn ich alleine weitergucke?“
„Nein, das ist doch hübsch.“

„Was?“
„Das Fußballspiel, mein ich.“

„Ein Fußballspiel ist hübsch?“
„Ähh… ja.“

„Das sagt man doch nicht so.“
„Jetzt nimm mich doch nicht andauernd ins Kreuzverhör und genieße lieber die schönen…“

„Die schönen was?“
„…die schönen Spielzüge.“

„Grade nochmal die Kurve gekriegt!“
„Jetzt ist’s aber mal gut! Erst fragst du mich, ob ich Fußball mitgucke, und dann versuchst du die ganze Zeit, mir sonstwas zu unterstellen! Da kann ich ja gleich die Reportage im Radio hören!“

„Ist ja schon gut, Schatz. Ich wollte dich nur ein bisschen ärgern.“
„Aha. Dann mach bitte in der Halbzeitpause weiter.“

„Ich weiß nicht, ob ich mir das noch so lange anschaue.“
„Wieso denn? Ist doch ein gutes Spiel?“

„Ja, aber weißt du… Wenn da richtige Männer spielen, finde ich das irgendwie besser. Also rein vom optischen Aufbau her. Also vom Spielaufbau, mein ich…“

Kopfschüttel…

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Abwarten und…

20. Juni 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Ich trinke so ziemlich alles, was mir in die Quere kommt, manche Sachen natürlich lieber als andere. Tee trinke ich zum Beispiel nur, wenn’s nötig ist oder wenn’s nichts anderes gibt. Ich war deswegen etwas erstaunt, als die Liebste vom Shopping heimkam und mir stolz ein Tütchen Tee präsentierte:

„Schau mal, hab ich dir mitgebracht.“
„Äh, Tee. Danke.“

„Nicht irgendein Tee: Glückstee.“
„Glückstee.“

„Ja, hier steht: Glück braucht man immer. Diese ausgewogene Kräuterteemischung versorgt uns mit einem kleinen Stück vom Glück und macht uns darauf aufmerksam, dass manche Kleinigkeiten nicht selbstverständlich sind. Der Glückstee ist eine kraftvolle Mischung, ein beliebter Frühstückstee und ein köstliches Geschenk für mehr oder weniger Glückliche.“
„Aber Schatz, ich trink doch morgens immer Kaffee. Ich trink doch gar keinen Tee.“

„Ja, aber du bist doch in letzter Zeit immer so gestresst. Öfter mal eine Tasse Tee würde dir sicher gut tun.“
„Öfter mal ein Bier auch.“

„Quatsch. Den Tee kannst du ja auch auf Arbeit trinken, und das wäre mit Bier ja ganz schlecht.“
„Ja, aber ich trink auf Arbeit schon Kaffee und Wasser. Und Mittags manchmal Saftschorle.“

„Ja, aber Tee hast du doch auch schon getrunken.“
„Klar: Erkältungstee oder Kamillentee bei verdorbenem Magen.“

„Aber wir haben doch so viele tolle Tees hier!“
„Ja Schatz, aber ich mach mir nicht soviel aus Tee.“

„Aber guck mal: Glückstee, Entspannungstee, Faulenzertee von Janosch, Alles Liebe-Tee und Adventstee. Hier ist noch Harmonietee und Rooibos-Orange und normaler Pfefferminz-, Hagebutte-, Kamille- und Schwarztee. Da wird doch einer für dich dabei sein!“
„So viele Sorten! Wo kommen die denn alle her?“

„Na, die sind schon ewig hier im Teeschubfach und in den beiden Dosen.“
„Ja, aber wo kommen sie her?“

„Na, den Adventstee hat Susi mir mal geschenkt, den Harmonietee hab ich damals im Urlaub gekauft und den Entspannungstee hab ich… Ich weiß nicht mehr woher.“
„Aber trinkst du den denn auch?“

„Ja, manchmal.“
„Aber dann trink die Tees doch mal leer, bevor du neuen kaufst!“

„Naja, für Adventstee ist ja jetzt echt nicht die richtige Zeit!“
„Stimmt, aber die anderen Tees kannst du ruhig trinken.“

„Der Rooibostee schmeckt mir nicht.“
„Wieso wirfst du ihn dann nicht weg?“

„Der ist ja schon noch gut, nur mir schmeckt er halt nicht, vielleicht magst du ihn? Soll ich dir schnell eine Tasse machen?“
„Nee, ich mag den auch nicht. Aber warum kaufst du ständig neuen Tee, wenn das ganze Fach voll ist?“

„Naja, voll ist das Fach ja nun nicht. Und es sind ja immer andere Tees.“
„Ja, aber Tee bleibt Tee.“

„Quatsch. Glückstee ist was ganz anderes als Faulenzertee oder Alles Liebe-Tee.“
„Aber dann sortier halt mal durch, was du trinkst, hebst du auf und die anderen Sorten sortierst du aus.“

„Ja, das mach ich. Die kannst du dann auf Arbeit trinken!“

Kopfschüttel…

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Entspannung

18. Juni 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Nach einer Woche mit viel Arbeit und viel Ärger auf Arbeit kam ich am Freitag ziemlich geschafft heim und wollte nur noch auf mein Sofa. Doch die Liebste hatte andere Pläne:

„Hallo Schatz, prima, dass du da bist!“
„Ja. Bin ich froh, dass Wochenende ist.“

„Oh ja! Es ist so viel los an diesem Wochenende!“
„So. Was denn?“

„Naja, wir könnten heute abend den neuen Film ‘Eine Insel namens Udo’ ansehen, der soll total lustig sein. Susi war schon drin.“
„Ja, äh…“

„Prima. Dann ziehe ich mich um, dann können wir vorher noch irgendwo eine Kleinigeit essen!“
„Halt, nicht so schnell. Ich will heute abend gar nicht ausgehen. Wir könnten doch auch mal daheim bleiben. Du kochst was Leckeres, wir gucken gemütlich Fernsehen und bleiben auf unserem kuscheligen Sofa liegen und wenn du noch ganz viel Energie übrig hast, kannst du mir Rücken und Schultern massieren. Das wäre doch was!“

„Och, nö. Daheim bleiben ist doch langweilig. Schatz, es ist WOCHENENDE!“
„Eben, es ist Wochenende. Das heißt wir erholen und entspannen uns.“

„Dann könnten wir ja morgen endlich mal frühs zum Trödelmarkt, da wollten wir doch schon lange mal hin.“
„Ja, schon. Aber wie früh ist bei dir denn früh?“

„Naja, früh halt. Nicht vorm Aufstehen, aber Mittags brauchen wir da auch nicht mehr hin, dann sind alle Schnäppchen weg.“
„Quatsch, Schnäppchen. Du kaufst dann nur irgendeinen nutzlosen Kram, der dann hier vor sich hinstaubt.“

„Ha, wer hat dir mal die eine spezielle CD da mitgebracht? Von diesem … hab den Namen vergessen. Ist ja auch egal, die war auf jeden Fall vom Flohmarkt!“
„Okay, manchmal kaufst du auch was Sinnvolles.“

„Prima, dann gehen wir also morgen früh dahin.“
„Ach, Schatz. Ich will ausschlafen, nichts tun, vielleicht mal bis zum See fahren und mich dort hinlegen. Heimkommen und mich vom Nichtstun ausruhen.“

„Oh, wie langweilig.“
„Nein, nicht langweilig, erholsam.“

„Wir könnten ja auch heute ausruhen und morgen wegfahren, dann hättest du heute deine Erholung und ich morgen meine Abwechslung.“
„Ja. Wo willst du denn hin?“

„Wir könnten mal ans Meer fahren.“
„Ach was, wenn ich den See seh, brauch ich kein Meer mehr.“

„Ach, hör auf mit dem Quatsch, es wird dir auch guttun, mal rauszukommen und was anderes zu sehen.“
„Naja, wenn du unbedingt willst, dann fahren wir halt morgen mal ans Meer.“

„Oh, du bist ein Schatz! Ich freu mich.“
„Prima, dann hab ich heute abend meine Ruhe, kann morgen ausschlafen und dann geht’s los ans Meer. Was willst du denn am Meer?“

„Na an den Strand legen und entspannen.“

Kopfschüttel…

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Rosenstrauß

14. Juni 2011, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Vor kurzem kam ein Riesenrosenstrauß für meine Liebste. Sie schaute nur kurz auf die beiliegende Karte und steckte die dann ein. Sie stellte die Blumen ins Wohnzimmer und ich fragte sie natürlich, wer ihr solche Blumen schickt.

„Ach, kennst du nicht.“
„Was soll denn das?“

„Was soll was?“
„Naja, deine Mutter schickt dir ja kaum rote Rosen!“

„Stimmt. Von meiner Mutter sind die nicht.“
„Also? Jemand kennengelernt?“

„Ich lerne ständig Leute kennen. Du doch auch.“
„Ja, aber ich krieg keine Rosen geschickt.“

„Na, das wäre ja auch komisch. Ein Mann kriegt Rosen geschickt, hab ich noch nie gehört.“
„Eben. Frauen kriegen Rosen geschickt.“

„Eben.“
„Ja. Von wem sind die Rosen?“

„Eifersüchtig?“
„Ja. Sind die protzigen Dinger etwa von dem neuen Kollegen, von dem du neulich erzählt hast?“

„Nein. Und die sind doch nicht protzig. Und Schatz, für Eifersucht gibt es keinen Grund.“
„Da bin ich aber beruhigt. Trotzdem will ich wissen, von wem hier diese Dinger sind.“

„Was heißt Dinger? Das sind total schöne Rosen! Und die duften auch so gut. Hier, schnupper mal.“
„Nein. Ich will jetzt wissen, was das soll!“

„Ich freue mich über die Rosen.“
„Wer schickt dir rote Rosen? Zeig mal die Karte vom Strauß her!“

„Du kannst ja richtig eifersüchtig sein! So kenne ich dich ja gar nicht!“
„Ja. Meine Freundin soll keine roten Rosen von anderen Männern bekommen.“

„Warum? Wenn sie sich über Rosen freut.“
„Ja, aber wenn sie Rosen will, kriegt sie Rosen von mir!“

„Eben nicht! Wann gab’s den letzten Rosenstrauß?“
„Neulich erst.“

„Wann war neulich?“
„Naja, vor einiger Zeit.“

„Vor sehr, sehr langer Zeit.“
„Ja. Stimmt. Ich bin unaufmerksam in letzter Zeit. Tut mir leid. Ich lieb dich doch trotzdem. Ich hatte halt die letzte Zeit viel Ärger und Stress auf Arbeit. Von wem sind denn jetzt die Rosen?“

„Das tut nichts zur Sache. Ich wollte nur mal wieder hören, dass du mich liebst.“
„Aber Schatz! Natürlich liebe ich dich, auch wenn ich es nicht dauernd sage. Wollen wir heute abend schön essen gehen? Ich bestelle einen Tisch beim Italiener.“

„Gern. Das können wir machen.“
„Gut. Könntest du die Rosen dann vielleicht aus dem Wohnzimmer entfernen?“

„Ach, Schatz. Die sind von mir.“
„Wie? Die sind von dir?“

„Naja, ich dachte ich schick mir mal Rosen, wenn von dir keine kommen.“
„Jetzt bin ich platt. Auf was für Ideen du kommst! Du hättest doch einfach was sagen können!“

„Ach, Schatz. Ich geh mich jetzt mal umziehen für den Italiener!“
„Ja, mach das.“

„Hier ist übrigens noch die Karte: ‘Für den neugierigen Schatz als Erinnerung, damit er ab und zu auch mal Blumen bringt.’“

Kopfschüttel…

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Gefährliche Lektüre II

12. Juni 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Die Liebste ist bereits seit Stunden am Telefonieren. Es muss wohl um irgendwas Wichtiges gehen, aber da kann ich mich auch täuschen – als sie endlich wieder ansprechbar ist, frage ich natürlich, warum sie so ewig telefoniert.

„Ich hab nur mit Elke gesprochen.”
„Was gibt’s denn da so lange zu besprechen? Ihr seht euch doch regelmäßig.“

„Ach, das war ein Notfall.“
„Was ist denn los?“

„Ach, nichts für Männer.“
„Na, dann eben ein Frauenthema.“

„Obwohl es doch um Männer geht. Elke ist ganz fertig.“
„Wieso? Ist sie nicht glücklich verheiratet?“

„Doch, dachte sie bisher.“
„Oha, sie hat lange blonde Haare auf seinem Hemd gefunden.“

„Nein, das nun nicht gerade.“
„Ach, dann hat sie fremde Damenunterwäsche in seinem Auto gefunden?“

„Nein, wieso kommst du überhaupt auf sowas?“
„Naja, Elke war doch schon immer so eifersüchtig und kaum, dass er mal später heimkam, gab’s Verhöre, wo und mit wem er unterwegs war. Erinnerst du dich noch an das eine Silvester? Da gab’s doch auch Stress, weil er zu oft mit anderen getanzt hat, dabei wollte sie doch gar nicht tanzen…“

„Ja, das stimmt schon. Aber jetzt hat sie wirklich einen Grund.“
„Grad hast du gesagt, sowas ist nicht der Grund.“

„Naja, direkt fremdgehen ist ja auch nicht der Grund, aber sie hat im Schrank zwischen seinen Klamotten so Hefte gefunden.“
„Paah, Schatz, das ist doch kein Grund für Aufregung.“

„Wieso?“
„Naja, so ein Heft hat doch nichts zu sagen.“

„Wieso nimmst du ihn in Schutz?“
„Nehme ich doch gar nicht.“

„Hast du auch so einen Kram im Schrank?“
„Nein, natürlich nicht.“

„Soll ich gucken gehen?“
„Quatsch, ich hab nichts zu verbergen. Aber über sowas muss sich Elke doch nicht aufregen.“

„Aber warum liest er so ein Zeug, wenn er doch Elke hat und verheiratet ist?“
„Naja, man kann sich ja mal woanders Anregungen holen. Du weißt doch: Appetit holen ist erlaubt, nur gegessen wird daheim.“

„Meinst du?“
„Klar. Nur an ihrer Eifersucht sollte sie mal arbeiten.“

„Naja, aber er gibt ihr ja jetzt schon einen Grund. Also ich wäre auch sauer, wenn du so ein Zeugs jetzt plötzlich lesen würdest!“
„Ach was. Das ist wie ihr mit euren Liebesschnulzen. Wir sind doch auch nicht eifersüchtig auf Johnny Depp, Brad Pitt und wie diese Kasper alle heißen.“

„Was heißt hier Kasper? Die sehen doch sehr appetitlich aus!“
„Naja, die Damen in den Heften auch.“

„Hhhmmm. So hab ich das noch gar nicht betrachtet. Aber stimmt schon. Wir gucken ja auch Filme und freuen uns über die knackigen Männer dort.“
„Eben. Dabei habt ihr selbst knackige Männer daheim!“

„Naja.“
„Was heißt hier naja?“

„Schatz, mit knackig ist nicht gemeint, dass es jeden Morgen beim Aufstehen knackt.“
„Sehr witzig! Du wirst auch nicht jünger, Schatz.“

„Stimmt. Und du bist mir auch lieber als jeder Film-Kasper, sei er noch so knackig.“
„Dann bin ich ja beruhigt.“

„Und ich muß jetzt nochmal Elke anrufen.“

Kopfschüttel…

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Nummer gesucht

8. Juni 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Gestern war die Liebste mit ihren Freundinnen unterwegs – Shopping, Café und solcher Klimbim. Ich hatte es mir grade gemütlich gemacht, als ihr Anruf kam:

„Hallo Schatz, kannst du mir mal einen Gefallen tun?“
„Aber klar, was denn?“

„Schau mal bitte für mich nach Melanies Telefonnummer.“
„Wo soll ich da schauen?“

„In meinen E-Mails. Melanie hat eine neue Handynummer und hat sie mir neulich gemailt und ich hab vergessen, die Nummer gleich in mein Handy zu speichern.“
„Kein Problem, Schatz. Der Rechner fährt schon hoch. Gleich hast du die Nummer.“

„Hach, du bist der Beste.“
„Wie war nochmal dein Kennwort?“

„Na, der Name vom Restaurant, wo wir das erste Mal essen waren plus unser Kennenlerntag.“
„Oh. Ähhh… verrätst du es mir nochmal?“

„Du hast es vergessen?“
„Naja, also… ja.“

„Also: Francescos215.“
„Danke. Jetzt fällt‘s mir wieder ein. Also, wie hieß der Betreff der Mail?“

„Das weiß ich nicht mehr, aber sie mailte das so Anfang letzten Monats.“
„Schatz, du hast 487 Mails im Postfach! Warum löschst du gelesene Mails nicht? Wo finde ich das denn jetzt?“

„Einfach zurückblättern.“
„Ha, hier eine Mail von Melanie. Ich mach sie mal auf. Das ist ein Rezept für einen Kuchen.“

„Nicht irgendein Kuchen. Das ist eine Limetten-Joghurt-Torte, superlecker!“
„Tja, aber keine Telefonnummer.“

„Dann such mal weiter…“
„Sag mal, du lässt ja sogar die Spammails drin, hier werben sie für ein Potenzmittel.“

„Vielleicht brauchen wir es ja mal…“
„Haha, sehr witzig.“

„Ach, Schatz, war nur Spaß. Suchst du mir jetzt die Nummer raus?“
„Hier ist noch eine Mail von Melanie. Nein, nur ein weitergeleiteter Link.“

„Weitersuchen. Bei welchem Datum bist du denn?“
„Anfang des letzten Monats. Hier ist noch eine. Nein, auch keine Telefonnummer…“

„Vielleicht war es auch schon vor zwei Monaten?“
„Ach Schatz, ich kann doch jetzt nicht über 400 Mails durchgucken. Dann bin ich doch morgen noch beschäftigt. Hat denn keins von den anderen Mädels die Nummer von Melanie?“

„Nein.“
„Kannst du nicht die Auskunft anrufen?“

„Ich glaube nicht, dass Melanie ihre Handynummer ins Telefonbuch schreibt. Und am Festnetz geht sie nicht ran.“
„Dann sprich doch auf den Anrufbeantworter.“

„Nein, Melanie hat vorhin gesagt, dass sie später kommt und wir gehen jetzt noch woanders hin und dann findet sie uns doch nicht.“
„Wenn Melanie gesagt hat, sie kommt später, hast du sie doch gesprochen.“

„Nein. Sie hat eine SMS geschrieben.“
„Dann hast du doch ihre Handynummer als SMS-Absender.“

„Oh, das stimmt! Manchmal steht man echt auf dem Schlauch. Danke Schatz und bis heute abend!“

Kopfschüttel…

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Gefährliche Lektüre

6. Juni 2011, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Am Wochenende – ohne Termine oder sonstige Verpflichtungen – haben wir es ganz ruhig angehen lassen. Ich habe in der Küche zwei Tassen Kaffee geholt und mich wieder zur Liebsten ins Bett gelegt, die dort in einer Zeitschrift blätterte.

„Oh, mein Kaffee. Dankeschön. Werde ich heute verwöhnt, ist etwa Valentinstag?“
„Nö, nur so. Was liest du denn da?“

„Och, nur so ein Frauenheft, nichts für dich.“
„Zeig doch mal.“

„Hier, interessiert dich aber eh nicht.“
„‚Eltern family‘. Was soll denn das sein?“

„Das Heft hab ich bei Susi mitgenommen, sie hat es ausgelesen. Hier hab ich auch noch ‚Eltern‘, ‚Baby & Co‘ und ‚Leben & erziehen‘.“
„Aha. Aber steht denn da nicht überall das Gleiche drin? Da hätte doch ein Heft gereicht.“

„Nö, da steht überall was anderes drin. Hier zum Beispiel: ‚So wird ihr Kind ein liebenswerter Mensch‘ oder hier: ‚Alles über Hebammen‘ oder hier: ‚So entwickelt sich ihr Kind‘ oder da: ‚Von der Muttermilch zum Familientisch‘ oder…“
„Schon gut, schon gut. Ich glaub es ja. Zeig mal her den Stapel.“

„Außerdem: In deinen Autoheften steht doch auch immer das Gleiche drin.“
„Quatsch. Da werden immer andere Autos getestet und vorgestellt. Aber warum lest ihr denn ‚Leben & erziehen‘, passender wäre doch ‚Brüten und abwarten‘?“

„Susi hat bei ihrer Ärztin so eine Tasche mit Heften, Infos und Pröbchen bekommen und die Hefte hat sie mir weitergereicht. Aber ‚Brüten & abwarten‘ klingt gut, ich werde es Susi mal vorschlagen.“
„Ja, mach das. Und jetzt gib mir mal einen Kuß. Schließlich hab ich dir Kaffee mitgebracht.“

„Ja. Oh, schau mal hier, wie süß das schlafende Baby hier aussieht. Ach, wie niedlich.
„Ja, sehr niedlich. In letzter Zeit schaust du oft nach Babys, fällt mir auf…“

„Ja. Und?“
„Aber dann wäre Schluss mit Kaffee im Bett. Dann würdest du jetzt schon längst aufstehen müssen, Füttern, wickeln, spazierengehen…“

„Ja.“
„Was meinst du mit ‚Ja‘?“

„Ja eben. Dann würden wir halt einen Sonntagsspaziergang machen und mit dem Kinderwagen durch den Park gehen.“
„Du vergisst, dass du unausgeschlafen wärst. Und dass du unausgeschlafen total unausstehlich bist.“

„Ach, die Natur hat es schon so eingerichtet, dass Mütter dann weniger Schlaf brauchen, dass machen die Hormone.“
„Könnte es sein, dass die Hormone grad noch ganz andere Sachen machen?“

„Naja, irgendwann wollten wir ja schon Kinder. Jetzt wäre doch sehr gut. Dann könnte unser Kind immer mit Susis Kind spielen, die wären ja fast gleich alt.“
„Ja, schon. Irgendwann will ich auch Kinder, aber jetzt haben wir‘s doch grad so gemütlich und du wolltest doch beruflich erst noch ein bisschen schauen…“

„Ja, aber schön wär‘s doch. Oder willst du keine Kinder mit mir?“
„Doch schon, wenn Kinder, dann nur mit dir, Schatz. Aber doch nicht gleich!“

„Naja, wenn wir alt und grau sind ist es aber zu spät.“
„Gianna Nannini ist doch jetzt mit 54 Mutter geworden, wir haben also noch jede Menge Zeit.“

„Pah. Das wäre mir viel zu alt. Dann wäre ich zur Schuleinführung schon 60!“
„Siehst du – im Ruhestand hättest du dann genug Zeit, um dich mit den Hausaufgaben zu beschäftigen. Wäre doch prima.“

„Quatsch, du nimmst mich gar nicht ernst.“
„Ach, Schatz, das geht mir jetzt einfach zu schnell. Außerdem kann man das doch gar nicht so planen.“

„Dann warten wir eben noch ein bisschen. Dann kann unser Kind auch von Susis Kind die ganzen Sachen bekommen.“

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Mal eben die Fenster ölen

4. Juni 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Neulich bin ich meinen Pflichten als Mann im Haus nachgekommen und habe endlich mal wieder die Fenster geölt. Solche Arbeiten macht man immer am besten, wenn die Liebste nicht in der Nähe ist, was sich wiederum sogleich bestätigt hat, als sie heimkam:

„Was machst du denn da auf dem Stuhl?“
„Nach was sieht es denn aus? Ich öle die Fensterscharniere.“

„Du ölst die Fensterscharniere?“
„Ja. Das muss ab und zu mal gemacht werden, damit die Fenster nicht quietschen.“

„Davon hab ich ja noch nie gehört. Außerdem quietschen unsere Fenster doch nicht!“
„Natürlich quietschen sie nicht. Weil ich sie hin und wieder öle.“

„Also Schatz… Bei unserer Nachbarin quietschen die Fenster sicherlich auch nicht. Und die ist über 70 Jahre alt. Du glaubst doch nicht, dass die ihre Fenster ölt?“
„Vielleich hat sie ja jemanden, der das für sie macht. Oder sie ist mittlerweile so taub, dass sie es nicht mehr hört.“

„Also ich weiß ja nicht… Leg doch bitte wenigstens eine Zeitung unter, damit nichts auf den Boden tropft.“
„Ich pass schon auf. Ich hab ja schon bald alle Fenster durch.“

„Lieber ein quietschendes Fenster als einen schwarzen Ölfleck!“
„Wieso schwarz? Das ist Nähmaschinenöl, das ist durchsichtig.“

„Nähmaschinenöl? Was du nicht alles hast! Aber pass bitte trotzdem auf den Teppich auf. Und auf die Pflanzen auf der Fensterbank. Und vor allem auf die Vorhänge!“
„Ja ja, ich pass schon… HOPPLA!“

„SCHATZ! Um Himmels willen, hast du dir weh getan?“
„Ich… Aua! Ich glaube, es ist nichts passiert. Ich habe Glück gehabt, dass ich mich am Vorhang festhalten konnte!“

„Der ist jetzt natürlich hin! Mist. Na ja, Hauptsache, dir ist nichts passiert.“
„Ich hab einen Moment nicht aufgepasst, und schon war’s passiert! Wo ist denn jetzt mein Ölfläschchen?“

„Da, auf der Fensterbank. Ist zum Glück nicht ausgelaufen. Aber du wirst doch jetzt nicht weitermachen wollen?“
„Natürlich. Mir ist ja nichts passiert.“

„Nein, Schatz, kommt nicht in Frage. Du ruhst dich jetzt erst mal aus. Ich mach das hier fertig.“
„Aber…“

„Kein aber, ich mach das.“
„Gut. Dann leg ich mich auf die Couch“

(Nach einer kleinen Weile:) „Schaaaaatz?“
„Ja?“

„Wo genau muss ich denn ölen?“
„Na da, wo diese Metalleinsätze sind mit den Löchern.“

„Aha.“
„Siehst du sie?“

„Ich glaube schon!“
„Wie: Ich glaube?“

„Na da sind so Metalldinger. Da mach ich mal Öl drauf.“
„Wart mal! Ich komme!“

„Schon erledigt! Oh! Wieso läuft das denn jetzt da runter? Das ist ja eine Sauerei!“
„Warte, Schatz, du musst das Öl in das Loch tröpfeln!“

„Ach IN das Loch? Gut. Aber da muss man nachher mal mit einem Lappen den Rahmen abwischen. Und die Fensterbank auch, sehe ich grade…“
„Mach doch mal langsam!“

„Wieviel Öl passt denn eigentlich in das Loch rein?“
„Nur ein paar Tropfen braucht es da.“

„Da passt aber mehr rein, merke ich grade!“
„Halt, halt! Nicht so viel!“

„Wieso, viel hilft viel!“
„Aber das überflüssige Öl muss doch irgendwo hin! Lass bitte mich weitermachen, nicht dass du das Fenster ruinierst!“

„Du traust mir so was wohl nicht zu?“
„Doch, schon, aber mach das doch nicht so hektisch… Und pass auf! Jetzt hast du selbst Öl in die Pflanze getropft, weil du das Fläschchen so komisch hältst!“

„Hoppla! Na ja, sie wird’s überleben. Und wenn nicht… eigentlich gefällt sie mir eh nicht. Ich kann das gut, oder? Ich mach gleich mit dem nächsten Fenster weiter!“

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Teure “Reparatur”

2. Juni 2011, aus der Schublade Auto und Parken

Heute kam die Liebste mit einem ganz langen Gesicht heim. Es war spät geworden, sie hatte morgens das Auto, welches seit einigen Tagen beim Fahren immer klapperte, noch zur Werkstatt gebracht und konnte es heute abend schon wieder abholen. Ihre Begrüßung war aber etwas einsilbig:

„Hallo.“
„Hallo Schatz, na, wie schaust du denn aus?“

„Ach, frag mich bloß nicht.“
„Oh, sie haben den Fehler im Auto nicht gefunden und jetzt musst du dein geliebtes Auto verschrotten, stimmt‘s?“

„Nein.“
„Oh, dann weiß ich: Sie haben den Fehler gefunden, aber es lohnt nicht mehr, es zu reparieren, also wirtschaftlicher Totalschaden. Stimmt‘s?“

„Nein.“
„Ha, dann hab ich‘s: Sie haben den Fehler gefunden, gleich ein Ersatzteil bestellt, es wird aber frühestens im September geliefert. Stimmt‘s?“

„Nein.“
„Tja, dann weiß ich auch nicht, warum du so grimmig schaust. Ärger auf Arbeit?“

„Nein, kein Ärger auf Arbeit. Die sch… Werkstatt.“
„Haben sie den Fehler doch nicht gefunden?“

„Doch. So schwer war es ja auch nicht, das Klappern während der Fahrt war deutlich zu hören.“
„Ja, und warum bist du mit der Werkstatt nicht zufrieden? Fährt das Auto nicht mehr? Wie bist du denn heimgekommen?“

„Doch, es fährt und klappert nicht mehr. Der Fehler ist behoben.“
„Und warum bist du dann so unzufrieden?“

„Weil sie mir drei Stunden Arbeit für die Fehlersuche berechnet haben.“
„Aber Liebste, das ist doch normal. Mein Arzt bekommt auch das meiste Geld für die Diagnostik.“

„Pah, das kann man ja jetzt nicht vergleichen. Die wollen für die drei Stunden fast 150 Euro.“
„Naja, ich weiß ja jetzt nicht, wie aufwändig die Fehlersuche war und vielleicht ist bei den 150 Euro auch schon die Reparatur und das Material dabei. Zeig doch mal die Rechnung.“

„Die hab ich weggeworfen.“
„Schatz, man wirft doch nicht einfach die Reparaturrechnung weg. Wenn zum Beispiel die eingebauten Teile jetzt gleich kaputtgehen, hast du da doch Garantie drauf. Was war denn jetzt eigentlich kaputt?“

„Ich brauch keine Garantie. Da geht nichts mehr kaputt.“
„Das kannst du doch nicht wissen oder bist du jetzt KFZ-Mechanikerin und reparierst das nächste Mal dein Auto selbst?“

„Ja, diese Reparatur hätte ich auch noch gekonnt und keine drei Stunden gebraucht.“
„Aber du kannst ja nicht mal die Winter- und Sommerreifen wechseln, wie willst du da auf einmal Autos reparieren können?“

„Ich brauch keine Winter- und Sommerreifen zu wechseln, dafür habe ich ja dich.“
„Das stimmt, das ist ja auch kein Problem. Aber was war denn jetzt mit deinem Auto und warum kostet es fast 150 Euro?“

„Naja, 148,50 Euro war die Rechnung und 3,45 Euro hab ich rausbekommen.“
„Wie bekommt man denn bei 148,50 Euro 3,45 Euro raus? Wenn du 150 Euro hingibst, bekommst du doch genau 1,50 Euro raus?“

„Ich hab mit EC-Karte bezahlt, ich hatte gar nicht soviel Geld dabei.“
„Na dann versteh ich jetzt gar nichts mehr. Wieso bekommst du Geld raus und was war denn jetzt überhaupt mit deinem Auto?“

„Na, die 3,45 Euro habe ich neulich im Drive-in bei McDonalds rausbekommen, hatte keine Hand frei und hab das Kleingeld in den Aschenbecher gelegt und da hat es dann geklappert. Und um das rauszukriegen, haben die drei Stunden gebraucht. Aber immerhin hab ich die 3,45 Euro rausgekriegt.“

Kopfschüttel…

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