Im Auto sitzt jeder etwas anders, eben nicht so wie im Hotel München Airport. Es ist ja auch jeder anders gebaut. Ich zum Beispiel habe gern etwas Beinfreiheit und nicht die Pedale direkt an meinen Füßen kleben, andere wieder wollen da etwas weniger Abstand haben. Meine Liebste will aber nicht nur an den Pedalen, sondern auch am Lenkrad ganz nah dabei sein, weswegen der Sitz im Auto bei wechselnden Fahrern ständig verstellt ist. Neulich wollte sie fahren, und der Sitz war noch auf mich eingestellt. Nach der Fahrt eröffnete sie mir:

„Hast du eigentlich im Auto geschlafen?“
„Nein, wieso?“

„Na, weil der Sitz so weit von allen Bedienelementen weg ist, dass man sich auch hinlegen und schlafen könnte!“
„Von den Bedienelementen, aha. Welche meinst du denn?“

„Mit der Sitzeinstellung von vorhin komm ich ja gar nicht bis zu den Pedalen!“
„Na ja, du musst aber auch zugeben, dass deine Sitzeinstellung extrem weit vorne ist. Du klebst ja quasi am Lenkrad.“

„Nein, ich stell mir das immer nur so ein, dass ich bequem dranreichen kann.“
„Dranreichen schon, aber bewegen kannst du dich doch dann nicht mehr. Von ‚bequem‘ ganz zu schweigen…“

„Doch, so wie ich das mache, ist das gut.“
„Bei einem Unfall hat der Airbag ja gar keinen Platz mehr, um aufzugehen. Und ich komme ja kaum an den Verstellbügel des Sitzes, so weit ist der vorgeschoben.“

„Ja du, du hast auch so lange Beine und riesige Füße, kein Wunder.“
„Wenn der Sitz richtig eingestellt ist, pass ich aber komplett ins Auto. Ohne mich zum Schlangenmenschen zu machen. Aber um noch mehr Platz zu schaffen, könnte man natürlich auch mal den ganzen Müll aus dem Auto räumen…“

„Welchen Müll?“
„Na ja, wenn du mal in der Türe guckst, da sieht’s aus wie nach einer Schokoriegelorgie, die auf einem Bezahlparkplatz stattgefunden hat – lauter Verpackunegen und Parkzettel.“

„Brauchst du für deine Beine auch den Stauraum der Türfächer? Ich muss doch mal genauer zuschauen, wie du fährst…“
„Nein, das nicht, Schatz. Aber der Müll im Auto könnte trotzdem…“

„Der ist doch gar nicht von mir!“
„Von mir ist er auch nicht!“

„Ich esse doch keine Schokoriegel, weißt du, wieviele Kalorien die haben? Höchstens, wenn ich Stress habe!“
„Ab und zu hast du ja auch mal Stress…“

„Ja, aber nicht so viel, dass das Auto deswegen vermüllt wäre.“
„Vielleicht hat sich das ja über längere Zeit angesammelt.“

„Und bei den Parkzetteln sind bestimmt auch welche von dir dabei.“
„Na ja, ist ja auch egal. Das nächste mal nehme ich halt einfach eine Handvoll von dem Zeug mit in den Müll, dann ist bald wieder Ordnung.“

„Und Platz ist dann ja auch wieder.“
„Schatz, ich brauche den Platz ja hinterm Lenkrad, nicht in der Türe.“

„Wieso erzählst du mir dann vom Müll in der Tür?“
„Ich wollte doch nur darauf hinweisen, dass…“

„Also reden wir jetzt vom Müll oder vom Platz? Was ist denn nun dein Problem?“
„Ich hab doch eigentlich gar kein Problem! Du hast doch gesagt, dass der Sitz so weit hinten ist!“

„Na siehst du! Wenn der Sitz so weit hinten ist, kann es ja gar kein Platzproblem für dich geben!“

Kopfschüttel…