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Nomen est omen

31. Mai 2011, aus der Schublade Familie und Feste

Seit meine Liebste weiß, dass sie Tante wird, ist sie völlig im Babyfieber. Neulich las sie mir die Namen der neugeborenen Babys aus der Zeitung vor:

„Oh, hör mal, hier ist ein Liam geboren. Das klingt doch schön!“
„Na ja, in Vietnam ist das bestimmt ein super Name…“

„Wieso? Gefällt er dir nicht?“
„Also Schatz, da weiß man ja nicht mal genau ob Junge oder Mädchen.“

„Dann vielleicht der hier: Hannah Arwen.“
„Hannah geht so, aber was soll Arwen? Wurde das Kind bei ‚Herr der Ringe‘ gezeugt?“

„Also, dann den hier: Leon.“
„Im Seat gezeugt.“

„Jesper?“
„Ikea?“

„Hier, da kannst du nicht mäkeln: Johannes.“
„Da fällt mir nur ein – ach, ich sag‘s lieber nicht.“

„Shirley Joli gibt’s hier noch, oder Laurin Elias.“
„Wenn das Kind gern seinen Namen lebenslänglich buchstabieren will…“

„Was gefallen dir denn für Namen?“
„Na ja, auf jeden Fall muss man sie auf Anhieb schreiben und sprechen können. Es wäre auch schön, wenn man am Namen erkennt, ob Junge oder Mädchen, und allzu lang dürfen sie auch nicht sein.“

„Meine Kollegin erzählte neulich von ihrem Neffen, der heißt Tim. Das wäre doch ein schöner Name: Kurz, männlich, keine Schreibfehler.“
„Genau. Und den Bruder nennen sie dann Struppi.“

„Aber hier, hier ist doch tatsächlich ein normaler Name: Udo.“
„Das ist jetzt wieder ein bisschen kurz. Da könnte man denken, bei den Eltern hat’s nicht zu mehr gereicht.“

„Und der hier? Lukas?“
„Das klingt mir zu religiös.“

„Madonna hat ihre Tochter auch Lourdes Maria genannt, das ist zwar sehr religiös, aber schön.“
„Na ja, wenn man selbst schon ‚Madonna‘ heißt…“

„Oder hier: Mohammed.“
„Da sind die Eltern vermutlich Muslime. Sag mal, Schatz, willst Du das alles Susi vorschlagen?“

„Ich kann ihr doch beratend zur Seite stehen, oder nicht?“
„Also ich weiß ja nicht… es ist doch noch Zeit. Und das Geschlecht steht immer noch nicht fest.“

„Kein Problem. Ich geb ihr schonmal eine Liste mit Namen für Jungs und Mädels.“
„Vielleicht will sie das selbst in die Hand nehmen?“

„Das kann sie ja trotzdem machen. Eine große Auswahl hat da noch nie geschadet.“
„Weißt Du, was am besten wäre? Wenn das Kind seinen Namen erst bekäme, wenn es schon einen eigenen Charakter hat. Wie bei den Indianern.“

„Wie bitte? Und dann heißt es ‚Schnuckeliger Fratz, der hin und wieder bockt‘?“
„Quatsch, da müßte man dann mal sehen. Aber das wäre doch viel besser als diese sinnlose Namenssuche.“

„Wieso sinnlos? Selbst wenn man es so machen würde, bräuchte man immer noch einen Namen für die Zeit zwischen Geburt und Indianername. Ich such also weiter!“

Kopfschüttel…

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Duschöl

23. Mai 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Da meine Liebste oft nur schwer aus dem Bett kommt, wird es morgens hin und wieder etwas knapp. Dann heißt es schnell duschen, Kaffee trinken, Brötchen essen, Zeitung durchblättern und los. Neulich ließ ich der Liebsten – nett wie ich bin – den Vortritt im Bad und machte schon mal die Kaffeemaschine an. Als ich dann in der Dusche war, hörte sie wohl meinen lauten Fluch und kam herbeigeeilt:

„Was ist denn los?“
„Verfluchter Mist!“

„Schatz, was ist denn? Bist du gestürzt?“
„Die Dusche ist ja wie Schmierseife! Ein Wunder, dass ich mir nichts gebrochen habe, nur mein Handgelenk tut furchtbar weh!“

„Oh, lass mal sehen. Ich hol gleich den Kühlakku aus dem Gefrierschrank, den kannst du in ein Handtuch wickeln und dein Handgelenk kühlen.“
„Danke, hoffentlich hilft’s…“

„Siehst du, es wird gleich besser.“
„Ja. Aber warum ist denn die Dusche so rutschig? Ich bin noch nie in der Dusche ausgerutscht.“

„Ach, das ist mein neues Duschöl. Siehst du, hier. Es macht die Haut beim Duschen schon schön weich und geschmeidig und ich spare jeden Morgen fünf Minuten Zeit, weil ich mich ja nicht mehr eincremen muss.“
„Ja, prima. Und ich hab das nächste Mal sechs Wochen Zeit, weil ich mir den Arm breche.“

„Ach Quatsch, jetzt weißt du es ja und bist vorsichtiger.“
„Schatz, du musst die Dusche putzen, wenn du geduscht hast. Schau, es steht sogar auf der Flasche: Nach Gebrauch mit heißem Wasser Reste des Duschöls entfernen!“

„Das schreiben die nur drauf, damit niemand Schadensersatz fordern kann. Wie bei McDonalds auf den Kaffeebechern: Vorsicht heiß!“
„Naja, wie auch immer. Du musst die Dusche putzen.“

„Dann ist meine Zeitersparnis dahin. Fürs Dusche putzen brauch ich mindestens so lang wie fürs Eincremen. Wir könnten doch eine Duschmatte kaufen.“
„Die versifft aber auch, wenn man sie nicht regelmässig putzt. Außerdem will ich keine Duschmatte, wir sind ja hier nicht bei alten Leuten mit erhöhter Sturzgefahr. Am Ende empfiehlst du mir noch einen Haltegriff, damit ich mich festhalten kann und nicht ausrutsche…“

„Oh, das ist eine gute Idee. An den Haltegriff könnte ich dann auch mein Zeug hängen, die Ablage hier ist eh viel zu klein.“
„Das war ein Witz. Was brauchst du denn alles zum Duschen?“

„Na mein Duschöl, mein normales Duschbad, mein Shampoo, meine Haarkur und mein Peelingduschbad.  Okay, das Peelingduschbad brauch ich nicht so oft.“
„Also, ich brauch nur ein Duschbad, das kann man auch zum Haarewaschen nehmen. Wieso brauchst du so viel?“

„Das Duschöl morgens, damit ich mir das Eincremen spare, und den Rest, wenn ich abends nochmal weggehe und genug Zeit habe, mich einzucremen und so. Soll ich heute so einen Griff besorgen, dann kannst du ihn heute abend festmachen?“
„Nein. Ich will sowas nicht, da komme ich mir alt vor. Du sollst lediglich die Dusche so hinterlassen, dass ich sie gefahrlos betreten kann und nicht ausrutsche.“

„Wenn ich aber jeden Morgen die Dusche putzen muss, dann kann ich auch wieder mein normales Duschbad nehmen und mich morgens wieder eincremen, weil ich dann sowieso keine Zeit spare. Dann reicht auch die Ablagefläche, wenn mein Duschöl da nicht mehr steht und wir können uns den Haltegriff sparen.“
„Mein Reden. Und jetzt komm frühstücken, der Kaffee ist bestimmt längst fertig.“

„Keine Zeit mehr, ich muss los. Das Verarzten mit dem Kühlakku hat jetzt zu lange gedauert, da hätte ich auch normales Duschbad nehmen können.“

Kopfschüttel…

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Die rosa Hölle

20. Mai 2011, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Das Babythema ließ meine Liebste – Tante in spe – gar nicht mehr los. Es beeinflusst mittlerweile sogar ihr Shoppingverhalten. Neulich kam sie vom Einkaufen heim und hatte was „Klitzekleines“ dabei:

„Schau mal, ist das nicht süß!“
„Hmm… Wer zieht denn freiwillig einen rosa Schneeanzug mit Öhrchen an?“

„Na Susis Baby! Im Winter ist es bestimmt kalt und so eine kleine Maus braucht doch was Warmes.“
„Ja, aber Öhrchen am Schneeanzug sind dem Baby bestimmt auch peinlich.“

„Quatsch. Das ist dem Baby doch völlig egal.“
„Dann hättest du auch was weniger peinliches kaufen können.“

„Der Babyladen hatte Ausverkauf und es gab nur noch zwei Schneeanzüge.“
„Bist du nicht ein bisschen früh dran?“

„Wieso?“
„Der Winter ist noch furchtbar lang hin. Hast du mal mit Susi gesprochen, ob und was sie überhaupt brauchen?“

„Nein, das soll doch eine Überraschung sein.“
„Mag Susi überhaupt rosa Sachen für ihr Kind?“

„Wieso? Alle kleinen Mädchen haben rosa an!“
„Also ich finde, dass man die Kleinen ja nicht von Geburt an auf eine Farbe festlegen sollte. Dann ist ja klar, dass sie später schon so geprägt sind.“

„Hätte ich denn einen blauen Schneeanzug kaufen sollen?“
„Wieso nicht? Dem Baby wird’s ja egal sein.“

„Dann sagt jeder ‚Oh, was für ein niedlicher Junge!‘, dabei ist es doch ein Mädchen.“
„Susi kann’s ja erklären. Aber wäre nicht auch eine neutrale Farbe gegangen? Gelb zum Beispiel?“

„Gelb? Willst du die Kleine zu einem Teletubby machen??“
„Wieso, gelb ist doch eine schöne Farbe.“

„Aber doch nicht für einen Babyschneeanzug!“
„Dann eben grün.“

„Das ist ja noch schlimmer! Da würde es mich nicht wundern, wenn das Kind traumatisiert wird!“
„Also ich wäre auf jeden Fall mit rosa traumatisiert.“

„Jetzt hab ich auf jeden Fall einen rosa Schneeanzug gekauft, und Susi wird sich bestimmt drüber freuen.“
„Vielleicht wird sie später aber auch über die rosa Hölle fluchen, die du ihr da eingebrockt hast. Stell dir mal vor: rosa Püppchenwagen, rosa Fahrrad, rosa Teller, rosa Schuhe…“

„Ach Schatz, du übertreibst. Ich schenk ihr dann auch mal was in anderen Farben.“
„Ja, aber stell dir mal vor, jeder schenkt am Anfang schon was in rosa…“

„Mein Gott, die Kleine wird’s überleben. Wenn sie groß ist, kannst du ihr ja sagen, dass du damals alles versucht hast, um ihr den ersten Schneeanzug in einer anderen Farbe zukommen zu lassen, aber die böse Tante war damals eben stärker.“
„Gut, mach ich. Wird es denn eigentlich überhaupt ein Mädchen?“

„Das weiß Susi noch nicht, dafür ist es doch noch viel zu früh.“

Kopfschüttel…

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Schock nach Feierabend

18. Mai 2011, aus der Schublade Familie und Feste

Nach einem langen Arbeitstag auf dem Heimweg hatte ich noch schnell was eingekauft und bekam an der Kasse des Supermarkts noch live ein Erziehungsdrama vorgeführt. Ein niedlicher kleiner Blondschopf wollte unbedingt Süßigkeiten, seine Mutter allerdings nicht. Die Brüll- und Tobvorführung des Jungen war filmreif und ich war froh, dass ich nicht erziehen musste und freute mich schon auf einen ruhigen, entspannten Abend daheim. Zuhause war die Liebste allerdings völlig aus dem Häuschen. Sie hatte gerade erfahren, dass sie Tante wird.

„Schatz, stell dir vor: Ich werde Tante! Susi ist schwanger! Oh, ich freu mich so!“
„Prima, wann ist es denn soweit?“

„Irgendwann zum Jahresende. Ach, stell dir vor, es wird vielleicht ein Weihnachtskind!“
„Das ist für das Kind doch total doof, an Weihnachten Geburtstag zu haben. Na ja, immerhin sparen wir dann jedes Jahr ein Geschenk.“

„Quatsch, da geht’s doch gar nicht drum. Naja, vielleicht kommt es ja auch erst nach Weihnachten. Ach, stell dir mal vor, so ein klitzekleines Baby, wie niedlich.“
„Naja, natürlich ist es erst einmal ein kleines Baby, wie jedes Baby. Dann wird es größer und dann tobt es an der Supermarktkasse und will alles haben und hört nicht und schmeißt sich auf den Boden und brüllt laut ‘Blöde Mama’ durch den ganzen Supermarkt, sehr niedlich…“

„Ach was, alles Erziehungssache. Und Babies riechen immer so gut.“
„Wenn sie die Windel vollhaben wohl eher nicht.“

„Das macht doch bei einem Baby nichts. Oh, jetzt müssen sie bestimmt in eine größere Wohnung umziehen, damit der Wickeltisch und alles auch Platz hat.“
„Ach was, soviel Platz braucht doch so ein kleines Kind noch gar nicht.“

„Naja, es braucht ein Bettchen, einen Schrank, einen Wickeltisch, einen Stubenwagen und einen schönen Platz für die Babydecke und später für den Laufstall… „
„Klar, und in den Sportwagen passt bestimmt kein Kindersitz, daher gleich noch ein neues Auto dazu…“

„Quatsch, jetzt nimmst du mich nicht ernst. Bestimmt fragen sie uns bald, ob wir beim Umzug helfen können, Susi kann ja auch nicht mehr schwer heben.“
„Wenn sie fragen, helfen wir natürlich, aber ich glaub nicht, dass sie jetzt umziehen wollen, die Wohnung ist doch mindestens so groß wie unsere.“

„Ja, wir haben schon viel Platz. Da würde alles reinpassen für ein Baby.“
„Was willst du denn damit sagen?“

„Wie was sagen?“
„Doch nicht was mit schwanger?“

„Ja, da rede ich doch die ganze Zeit von.“
„Oh. Ich muss mich erstmal setzen…“

„Was ist denn, du bist so blass geworden!“
„Naja, man erfährt ja nicht alle Tage, dass man Vater wird. So plötzlich.“

„Wieso wirst du Vater?“
„Hast du nicht grade gesagt, dass du schwanger bist?“

„Nein, hörst du mir eigentlich nie zu? Susi ist schwanger! Du kannst deinen Puls wieder auf normal stellen…“

Kopfschüttel…

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Grillabend

15. Mai 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Zum Grillen gehören bei mir eigentlich schon immer saftige Steaks, Würstchen und Bauchfleisch. Und Grillfackeln. Und Spieße. Und und und… Meine Liebste war allerdings der Meinung, dass wir für den Grillabend mit Freunden vielleicht etwas weniger Fleisch nehmen sollten:

„Hast du jetzt alles eingekauft, Schatz?“
„Ja. Hier in der Tüte ist alles drin.“

„Mal sehen… Steaks… Würste… noch mehr Steaks. Willst du denn nichts außer Steaks und Würsten grillen?“
„Doch. Da ist ja noch Bauchfleisch drin. Und ein paar Spieße hab ich auch genommen.“

„Ich dachte, wir grillen auch ein bisschen Gemüse?“
„Ist doch auf den Spießen drauf.“

„Na diese paar Paprika- und Zwiebelschnipsel kannst du doch nicht Gemüse nennen!“
„Also Fleisch nenne ich sie auch nicht!“

„Ich dachte eher an Auberginen und Zucchini. Die kann man lecker würzen und dann grillen. Und Kartoffeln auch.“
„Ich weiß ja nicht… Als Beilage haben wir doch Salat. Und außerdem reicht es doch, wenn es Brötchen zum Steak und zur Wurst gibt. Mehr braucht’s gar nicht.“

„Na du bist ja ein einseitiger Griller! Neulich habe ich erst bei so einer Kochshow gesehen, dass man zum Beispiel auch Fisch wunderbar grillen kann.“
„Ich weiß nicht… Der zerfleddert dann in lauter Stückchen. Und versaut mein Steak.“

„Da gibt’s extra so eine Art Klammern für Fische… also wie soll ich das beschreiben… na auf jeden Fall kann man sie damit super einfach grillen.“
„Denkst du, das würde heute abend jemand essen?“

„Natürlich!“
„Also die männliche Hälfte wäre mit meinem Programm sicherlich sehr einverstanden. Und der weiblichen Hälfte reicht meistens eh der Salat, wegen den Kalorien. Außerdem ist Fleisch ja irgendwie auch Gemüse, nur halt schon einmal durchs Schwein gejagt.“

„Nein, nix da! Da geh ich nochmal los und hole noch Auberginen, Kartoffeln und Zucchini. Die kann man ganz raffiniert grillen.“
„Sagt wer?“

„Na das wurde in der Kochshow gezeigt. Das war echt ganz einfach!“
„Ja natürlich. Da heißt es ja auch ständig ‚…hat meine bezaubernde Assistentin schon mal vorbereitet‘. Davon wird man doch außerdem nicht satt!“

„Doch! Man darf nur nicht so auf Fleisch fixiert sein wie du! Und weißt du was? Bei den Grillmeisterschaften wird sogar Eis gegrillt!“
„Eis grillen! Na wenn das nicht für sich spricht! So ein Quatsch!“

„Ich sehe schon, du bist für modernes Grillen nicht so zu begeistern. Aber wenn ich das Gemüse vorbereite, dann grillst du es mit, ja?“
„Wenn ich dafür nicht irgendwelche Grill-Kochshow-Spezialkenntnisse benötige…“

„Nein, aber du musst dann auch mal probieren. Du wirst danach gar keine Steaks mehr wollen!“
„Aha. Und wer isst die dann?“

„Ich würde mich eventuell opfern…“

Kopfschüttel…

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Ausgeschlossen

13. Mai 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Manchmal hat man einen schwarzen Tag erwischt, das kennt ja jeder. Was meine Liebste aber neulich gebracht hat, war schon tiefschwarz. Ich war grade im Auto unterwegs, als sie mich auf dem Handy anrief:

„Schaaatz, du musst dringend heimkommen!“
„Wieso? Was ist denn?“

„Ich hab mich ausgesperrt!“
„Ich bin grad unterwegs!“

„Ja, aber ich komm nicht rein!“
„Wart mal… ich fahr mal rechts ran. So.“

„Ich hab nur kurz den Müll rausgebracht, dann ist die Haustüre hinter mir zugefallen.“
„Ist wenigstens die Wohnungstüre offen? Dann kann dir doch ein Nachbar die Haustüre öffnen.“

„Ich hab schon überall geklingelt, die sind alle weg!“
„So ein Mist. Da muss ich ja wieder quer durch die Stadt zurück. Hast Du auch wirklich bei allen geklingelt?“

„Ja. Außer bei der Müller-Schorscheidt…“
„Dann probier’s doch bitte zuerst bei der.“

„Die ist aber so blöd… diese neugierige alte Ziege!“
„Schatz, bitte klingel bei ihr, sonst hab ich hier ein riesiges Rumgeeier!“

„Ich kann die auf den Tod nicht ausstehen! Weißt du, wie das wird?“
„Aber…“

„Die macht auf, und als erstes sagt sie dann so überfreundlich ‚Einen schönen guten Morgen! Na, haben wir uns ausgesperrt?‘ – Das willst du mir antun?“
„Na ja, eigentlich hast du es dir ja selbst angetan…“

„Och komm! Statt Mitleid und Hilfe bekomme ich jetzt auch noch Belehrungen!“
„Du wirst doch die halbe Minute Konversation mit ihr überstehen…“

„Halbe Minute? Die fängt dann wieder an, über Gott und die Welt zu lästern. Außerdem hat sie so eine intrigante Art. Und ich hab meine Frisur nicht gerichtet.“
„Aber Schatz – was ist schon deine ungerichtete Frisur gegen meine zusätzliche Fahrerei!“

„Wie bitte? Du würdest von mir verlangen, dass ich so unfrisiert bei der Müller-Schorscheidt klingele? Weißt du, was für ein Getratsch das dann auslöst? Für den Rest des Jahres?“
„Ja und? Was schert es die Eiche, wenn ein Schwein…“

„Nein nein, ausgeschlossen. lieber setze ich mich vor die Türe und warte.“
„Und hast du auch sicher keinen Schlüssel einstecken?“

„Ja, ich hab doch in allen Hosentaschen gesucht!“
„Dann klingel doch mal bei ihr. Vielleicht ist sie ja auch gar nicht da.“

„Dann brauch ich ja auch nicht klingeln, das ist ja witzlos.“
„Ja, aber dann weißt du es wenigstens sicher.“

„Und wenn sie aber da ist?“
„Na dann macht sie dir auf!“

„Und textet mich mit Tratsch zu!“
„Du kannst ja sagen, dass du es eilig hast, weil du was im Herd hast.“

„Dann wird sie fragen, was ich backe.“
„Sag ihr halt… Käsekuchen… oder Hähnchen, was weiß ich, ist doch egal.“

„Ach, Schatz, du kennst sie nicht richtig. Weißt du, was dann kommt? ‚Ach, Hähnchen, das ist aber lecker! Wissen Sie, wie das besonders knusprig wird?‘ Bla bla bla…“
„Meine Güte, ich habe noch nicht bemerkt, dass wir mit solchen Labertaschen im Haus wohnen… Ich soll also wirklich EXTRA herfahren?“

„Ja bitte, Schatz.“
„Also gut. Dauert halt ‘ne halbe Stunde.“

„Ist gut. Ich setz mich vor die Haustür.“
„Ja.“

„Huuuch! Grad wollte ich mich an die Tür anlehnen, da
falle ich beinahe ins Haus! Sie war entriegelt! Also so was…“

Kopfschüttel…

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Die richtige Richtung

10. Mai 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Wenn man in dieser Jahreszeit auf dem Balkon sitzt, kann man mit Erstaunen feststellen, wie viele Vögel sich draußen rumtreiben. Wir haben das beim ersten Frühstück dieses Jahres im Freien bemerkt, bzw. eigentlich habe nur ich es bemerkt – meine Liebste erst etwas später, sie war grade voll mit dem Frühstück beschäftigt:

„Schatz, kannst du mir bitte mal die Milch geben?“
„Moment…“

„Was ist denn?“
„Ich schau grad nach dem Vogel da drüben im Baum.“

„Was für ein Vogel?“
„Keine Ahnung. Deswegen schau ich ja.“

„Wo denn?“
„Na da drüben, in dem hohen Baum.“

„Hmm… ich seh keinen.“
„Doch, schau mal, wo ich hinzeige. Rechts vom Stamm.“

„Ich seh nix.“
„Vielleicht sitzt du ungünstig… stell dich mal hinter mich.“

„Und jetzt?“
„Na kannst du ihn jetzt sehen?“

„Nö.“
„Na guck doch mal… da drüben!“

„Da ist doch kein Vogel!“
„Natürlich! Sei mal einen Moment still, dann hörst du ihn vielleicht sogar.“

„Ich hör nix.“
„Ja, da ist auch zuviel Hintergrundlärm… Aber guck mal, jetzt ist er auf den nächsthöheren Ast geflogen!“

„Also ich kann da immer noch nichts sehen…“
„Das gibt’s doch gar nicht! Du musst mal zum Augenarzt.“

„Wieso? Ich sehe doch gut!“
„Du siehst vielleicht gut aus, aber gut sehen tust du schlecht, glaub ich.“

„Vielleicht hast du auch einen schwarzen Fleck auf deiner Netzhaut?“
„Nein, ich habe Augen wie ein Adler! Guck mal zwei Fingerbreit rechts vom Stamm.“

„Was ist denn das für eine Angabe? Zwei Fingerbreit? Ich hab doch viel schmalere Finger als du!“
„Na ja, aber ungefähr passt es.“

„Also ich seh da wirklich nichts.“
„Das kann doch nicht sein. Das Laub ist noch gar nicht so dicht, da fällt der Vogel im Baum doch auf! Das ist bestimmt eine Amsel, der ist schwarz.“

„Nee, da ist nix.“
„Schatz, kann es sein, dass du wieder einen Rechts-Links-Schwächeanfall hast? Schau mal auf der anderen Seite.“

„Dort! Ja klar, das ist eine Amsel. Ach so, ich dachte, du meinst links…“

Kopfschüttel…

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Sonnenbrand

8. Mai 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Am Samstag waren wir nachmittags zum Faulenzen am Unisee. Während ich immerhin ein T-Shirt anhatte, war meine Liebste so sonnenhungrig, dass sie gleich zum Bikini gegriffen hatte. Ein Nickerchen im Sonnenschein brachte ihr dann den ersten Sonnenbrand des Jahres ein, der abends im Bett seinen Höhepunkt erreichte. Sie jammerte:

„Aua, mein Rücken! So ein Mist!“
„Das war aber auch unvorsichtig!“

„Danke für die Hilfe! Das merke ich grade auch!“
„Na ja, was soll ich machen…“

„Du könntest mir den Rücken kühlen. So kann ich unmöglich schlafen!“
„Soll ich draufpusten?“

„Quatsch, schau mal im Kühlschrank, ob da noch Quark drin ist.“
„Quark?“

„Ja, Quark! Das hilft!“
„Und den isst du dann?“

„Nein, der ist zum Draufschmieren, der kühlt.“
„Du willst mich auf den Arm nehmen, oder?“

„Nein, nicht in dem Zustand. Also schau doch mal bitte, ob Quark da ist.“
(Nach kurzem Suchen kam ich wieder zurück.)
„Hier, wir hatten noch was. Und das soll ich jetzt wirklich auf deinen Rücken streichen?“

„Ja bitte.“
„Gut. Man könnte auch noch Zwiebeln drauftun…“

„Oooch Schatz, spar dir bitte deine Witze.“
„Gut.“

„Sag mal, nach was riecht das denn?“
„Na ja, nach Quark. Ich hab doch gleich gewusst, dass das eine komische Idee ist.“

„Zeig mir mal die Packung.“
„Bitteschön.“

„Das ist ja Kräuterquark!“
„Na und? Quark ist Quark ist Quark.“

„Jetzt rieche ich nach Schnittlauch! Und all den anderen Kräutern!“
„Du wolltest es so. Hilft es wenigstens?“

„Ähh… ich komme mir grad wie eine Folienkartoffel vor. Heiß und mit Kräuterquark!“
„Schatz, du hast so gejammert, da musst du jetzt eben durch. Du kannst es ja nachher abduschen.“

„Ich dachte an ganz normalen Quark… Erzähl das bloß niemandem!“
„Was ist denn daran so schlimm? Andere Frauen machen sich auch Gurkenmasken und sind damit hochzufrieden! Hilft es denn jetzt?“

„Ein bisschen schon… Glaub ich. Weißt du aber, was das größte Problem an deiner alternativen Behandlung ist?“
„Nein.“

„Das war der kalorienreduzierte Quark für meine Diät. Was soll ich denn jetzt morgen früh frühstücken?“

Kopfschüttel…

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Platz im Auto

5. Mai 2011, aus der Schublade Auto und Parken

Im Auto sitzt jeder etwas anders, eben nicht so wie im Hotel München Airport. Es ist ja auch jeder anders gebaut. Ich zum Beispiel habe gern etwas Beinfreiheit und nicht die Pedale direkt an meinen Füßen kleben, andere wieder wollen da etwas weniger Abstand haben. Meine Liebste will aber nicht nur an den Pedalen, sondern auch am Lenkrad ganz nah dabei sein, weswegen der Sitz im Auto bei wechselnden Fahrern ständig verstellt ist. Neulich wollte sie fahren, und der Sitz war noch auf mich eingestellt. Nach der Fahrt eröffnete sie mir:

„Hast du eigentlich im Auto geschlafen?“
„Nein, wieso?“

„Na, weil der Sitz so weit von allen Bedienelementen weg ist, dass man sich auch hinlegen und schlafen könnte!“
„Von den Bedienelementen, aha. Welche meinst du denn?“

„Mit der Sitzeinstellung von vorhin komm ich ja gar nicht bis zu den Pedalen!“
„Na ja, du musst aber auch zugeben, dass deine Sitzeinstellung extrem weit vorne ist. Du klebst ja quasi am Lenkrad.“

„Nein, ich stell mir das immer nur so ein, dass ich bequem dranreichen kann.“
„Dranreichen schon, aber bewegen kannst du dich doch dann nicht mehr. Von ‚bequem‘ ganz zu schweigen…“

„Doch, so wie ich das mache, ist das gut.“
„Bei einem Unfall hat der Airbag ja gar keinen Platz mehr, um aufzugehen. Und ich komme ja kaum an den Verstellbügel des Sitzes, so weit ist der vorgeschoben.“

„Ja du, du hast auch so lange Beine und riesige Füße, kein Wunder.“
„Wenn der Sitz richtig eingestellt ist, pass ich aber komplett ins Auto. Ohne mich zum Schlangenmenschen zu machen. Aber um noch mehr Platz zu schaffen, könnte man natürlich auch mal den ganzen Müll aus dem Auto räumen…“

„Welchen Müll?“
„Na ja, wenn du mal in der Türe guckst, da sieht’s aus wie nach einer Schokoriegelorgie, die auf einem Bezahlparkplatz stattgefunden hat – lauter Verpackunegen und Parkzettel.“

„Brauchst du für deine Beine auch den Stauraum der Türfächer? Ich muss doch mal genauer zuschauen, wie du fährst…“
„Nein, das nicht, Schatz. Aber der Müll im Auto könnte trotzdem…“

„Der ist doch gar nicht von mir!“
„Von mir ist er auch nicht!“

„Ich esse doch keine Schokoriegel, weißt du, wieviele Kalorien die haben? Höchstens, wenn ich Stress habe!“
„Ab und zu hast du ja auch mal Stress…“

„Ja, aber nicht so viel, dass das Auto deswegen vermüllt wäre.“
„Vielleicht hat sich das ja über längere Zeit angesammelt.“

„Und bei den Parkzetteln sind bestimmt auch welche von dir dabei.“
„Na ja, ist ja auch egal. Das nächste mal nehme ich halt einfach eine Handvoll von dem Zeug mit in den Müll, dann ist bald wieder Ordnung.“

„Und Platz ist dann ja auch wieder.“
„Schatz, ich brauche den Platz ja hinterm Lenkrad, nicht in der Türe.“

„Wieso erzählst du mir dann vom Müll in der Tür?“
„Ich wollte doch nur darauf hinweisen, dass…“

„Also reden wir jetzt vom Müll oder vom Platz? Was ist denn nun dein Problem?“
„Ich hab doch eigentlich gar kein Problem! Du hast doch gesagt, dass der Sitz so weit hinten ist!“

„Na siehst du! Wenn der Sitz so weit hinten ist, kann es ja gar kein Platzproblem für dich geben!“

Kopfschüttel…

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Spaziergang mit Hindernissen

2. Mai 2011, aus der Schublade Familie und Feste

Bei Festen in meiner Verwandschaft wird oft nach dem Mittagessen zu einem Spaziergang aufgebrochen. So auch bei Tante Annes 60. Geburtstag. Was ein schöner Gang durch die Lüneburger Heide werden sollte, wurde für meine Liebste zunehmend zu einer Art Survivaltraining. Wir blieben daher etwas zurück, und sie fluchte:

„Dieser dämliche Spaziergang hätte nicht gleich rund um die Heide gehen können? Ich hab mir an jedem Fuß eine Blase gelaufen!“
„Aber wir sind doch noch keine zwei Kilometer gelaufen!“

„Ja und? Ich hab trotzdem Blasen!“
„Vielleicht passen Deine Schuhe nicht?

„Meine Schuhe passen immer. Ich probier sie ja beim Kauf extra an! Mist, blöder!“
„Hmm… Du hast aber auch nur so eine dünne Strumpfhose an. Da ist es ja kein Wunder, dass du dir eine Blase läufst!“

„Ja soll ich vielleicht in Kniesocken daherkommen? Und noch einen Filzhut mit Gamsbart dazu?“
„Na ich mein ja nur, die sind halt sehr dünn und deswegen…“

„Ach, es ist einfach eine blöde Idee, so einen Spaziergang zu machen. Man kann sich doch auch nett unterhalten, ohne dass man dabei laufen muss!“
„Aber wenn man sich richtig anzieht – also ich hab ja keine Probleme…“

„DU bist ja auch ein Mann. Männer haben bei sowas NIE Probleme. Ihr kauft eure Schuhe, und Zack! passen sie wie angegossen.“
„Nein, ich hab halt normale Socken an. Du könntest ja genausogut barfuß in den Schuhen stecken.“

„Und was machen wir jetzt? Das tut verflucht weh!“
„Du kannst die Stellen im Schuh ja mit einem Papiertaschentuch polstern, das sollte als Notlösung helfen. Oder du läufst barfuß.“

„Bitte? Weißt du, was das für Hornhaut an den Fußsohlen gibt? Ich seh ja aus wie ein Elefant!“
„Ich kann dich ja schlecht huckepack herumtragen…“

„Nein, aber ein paar sinnvollere Vorschläge wären mir sehr willkommen!“
„Dann mach das mit der Polsterung halt mal. Und beim nächsten Schuhkauf gibst Du besser acht.“

„Ich hab dir doch schon gesagt, dass ich die Schuhe immer kurz anprobiere!“
„Ja, aber du musst damit auch mal rumlaufen!“

„Wieso denn das? Wenn ich sie anprobiere und sie passen, dann passen sie. Egal, ob ich sitze oder laufe. Mein Fuß wächst ja nicht, nur weil ich grade laufe.“
„Aber neue Schuhe probiert man natürlich aus! Ziehst du sie im Schuhgeschäft einfach an und packst sie dann ein, ohne damit nur einen Schritt gelaufen zu sein?“

„Aber ja doch. Und die passen immer!“
„Seh ich ja grade…“

„Ich kann doch nicht im Schuhgeschäft hin- und her laufen, ohne Ziel und ohne Sinn!“
„Aber das hat ja einen Sinn – Du sollst merken, ob die Schuhe passen!“

„Also das wäre mir zu blöd. Und heute ist vielleicht auch ein schlechter Tag oder was weiß ich. Heute morgen, als wir losgefahren sind, haben sie auf jeden Fall noch gepasst.“
„Tja, und was machen wir jetzt? Der Rest der Truppe ist schon weit voraus. Mit deinen Folterschuhen werden wir sie nicht mehr einholen.“

„Könntest du nochmal zurück ins Ort gehen?“
„Äh… und was soll ich da? Einen Schuhmacher suchen?“

„Du könntest mit zwei Leihrädern zurückkommen, dann ging’s wieder…“

Kopfschüttel…

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Nomen est omen

31. Mai 2011, aus der Schublade Familie und Feste

Seit meine Liebste weiß, dass sie Tante wird, ist sie völlig im Babyfieber. Neulich las sie mir die Namen der neugeborenen Babys aus der Zeitung vor:

„Oh, hör mal, hier ist ein Liam geboren. Das klingt doch schön!“
„Na ja, in Vietnam ist das bestimmt ein super Name…“

„Wieso? Gefällt er dir nicht?“
„Also Schatz, da weiß man ja nicht mal genau ob Junge oder Mädchen.“

„Dann vielleicht der hier: Hannah Arwen.“
„Hannah geht so, aber was soll Arwen? Wurde das Kind bei ‚Herr der Ringe‘ gezeugt?“

„Also, dann den hier: Leon.“
„Im Seat gezeugt.“

„Jesper?“
„Ikea?“

„Hier, da kannst du nicht mäkeln: Johannes.“
„Da fällt mir nur ein – ach, ich sag‘s lieber nicht.“

„Shirley Joli gibt’s hier noch, oder Laurin Elias.“
„Wenn das Kind gern seinen Namen lebenslänglich buchstabieren will…“

„Was gefallen dir denn für Namen?“
„Na ja, auf jeden Fall muss man sie auf Anhieb schreiben und sprechen können. Es wäre auch schön, wenn man am Namen erkennt, ob Junge oder Mädchen, und allzu lang dürfen sie auch nicht sein.“

„Meine Kollegin erzählte neulich von ihrem Neffen, der heißt Tim. Das wäre doch ein schöner Name: Kurz, männlich, keine Schreibfehler.“
„Genau. Und den Bruder nennen sie dann Struppi.“

„Aber hier, hier ist doch tatsächlich ein normaler Name: Udo.“
„Das ist jetzt wieder ein bisschen kurz. Da könnte man denken, bei den Eltern hat’s nicht zu mehr gereicht.“

„Und der hier? Lukas?“
„Das klingt mir zu religiös.“

„Madonna hat ihre Tochter auch Lourdes Maria genannt, das ist zwar sehr religiös, aber schön.“
„Na ja, wenn man selbst schon ‚Madonna‘ heißt…“

„Oder hier: Mohammed.“
„Da sind die Eltern vermutlich Muslime. Sag mal, Schatz, willst Du das alles Susi vorschlagen?“

„Ich kann ihr doch beratend zur Seite stehen, oder nicht?“
„Also ich weiß ja nicht… es ist doch noch Zeit. Und das Geschlecht steht immer noch nicht fest.“

„Kein Problem. Ich geb ihr schonmal eine Liste mit Namen für Jungs und Mädels.“
„Vielleicht will sie das selbst in die Hand nehmen?“

„Das kann sie ja trotzdem machen. Eine große Auswahl hat da noch nie geschadet.“
„Weißt Du, was am besten wäre? Wenn das Kind seinen Namen erst bekäme, wenn es schon einen eigenen Charakter hat. Wie bei den Indianern.“

„Wie bitte? Und dann heißt es ‚Schnuckeliger Fratz, der hin und wieder bockt‘?“
„Quatsch, da müßte man dann mal sehen. Aber das wäre doch viel besser als diese sinnlose Namenssuche.“

„Wieso sinnlos? Selbst wenn man es so machen würde, bräuchte man immer noch einen Namen für die Zeit zwischen Geburt und Indianername. Ich such also weiter!“

Kopfschüttel…

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Duschöl

23. Mai 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Da meine Liebste oft nur schwer aus dem Bett kommt, wird es morgens hin und wieder etwas knapp. Dann heißt es schnell duschen, Kaffee trinken, Brötchen essen, Zeitung durchblättern und los. Neulich ließ ich der Liebsten – nett wie ich bin – den Vortritt im Bad und machte schon mal die Kaffeemaschine an. Als ich dann in der Dusche war, hörte sie wohl meinen lauten Fluch und kam herbeigeeilt:

„Was ist denn los?“
„Verfluchter Mist!“

„Schatz, was ist denn? Bist du gestürzt?“
„Die Dusche ist ja wie Schmierseife! Ein Wunder, dass ich mir nichts gebrochen habe, nur mein Handgelenk tut furchtbar weh!“

„Oh, lass mal sehen. Ich hol gleich den Kühlakku aus dem Gefrierschrank, den kannst du in ein Handtuch wickeln und dein Handgelenk kühlen.“
„Danke, hoffentlich hilft’s…“

„Siehst du, es wird gleich besser.“
„Ja. Aber warum ist denn die Dusche so rutschig? Ich bin noch nie in der Dusche ausgerutscht.“

„Ach, das ist mein neues Duschöl. Siehst du, hier. Es macht die Haut beim Duschen schon schön weich und geschmeidig und ich spare jeden Morgen fünf Minuten Zeit, weil ich mich ja nicht mehr eincremen muss.“
„Ja, prima. Und ich hab das nächste Mal sechs Wochen Zeit, weil ich mir den Arm breche.“

„Ach Quatsch, jetzt weißt du es ja und bist vorsichtiger.“
„Schatz, du musst die Dusche putzen, wenn du geduscht hast. Schau, es steht sogar auf der Flasche: Nach Gebrauch mit heißem Wasser Reste des Duschöls entfernen!“

„Das schreiben die nur drauf, damit niemand Schadensersatz fordern kann. Wie bei McDonalds auf den Kaffeebechern: Vorsicht heiß!“
„Naja, wie auch immer. Du musst die Dusche putzen.“

„Dann ist meine Zeitersparnis dahin. Fürs Dusche putzen brauch ich mindestens so lang wie fürs Eincremen. Wir könnten doch eine Duschmatte kaufen.“
„Die versifft aber auch, wenn man sie nicht regelmässig putzt. Außerdem will ich keine Duschmatte, wir sind ja hier nicht bei alten Leuten mit erhöhter Sturzgefahr. Am Ende empfiehlst du mir noch einen Haltegriff, damit ich mich festhalten kann und nicht ausrutsche…“

„Oh, das ist eine gute Idee. An den Haltegriff könnte ich dann auch mein Zeug hängen, die Ablage hier ist eh viel zu klein.“
„Das war ein Witz. Was brauchst du denn alles zum Duschen?“

„Na mein Duschöl, mein normales Duschbad, mein Shampoo, meine Haarkur und mein Peelingduschbad.  Okay, das Peelingduschbad brauch ich nicht so oft.“
„Also, ich brauch nur ein Duschbad, das kann man auch zum Haarewaschen nehmen. Wieso brauchst du so viel?“

„Das Duschöl morgens, damit ich mir das Eincremen spare, und den Rest, wenn ich abends nochmal weggehe und genug Zeit habe, mich einzucremen und so. Soll ich heute so einen Griff besorgen, dann kannst du ihn heute abend festmachen?“
„Nein. Ich will sowas nicht, da komme ich mir alt vor. Du sollst lediglich die Dusche so hinterlassen, dass ich sie gefahrlos betreten kann und nicht ausrutsche.“

„Wenn ich aber jeden Morgen die Dusche putzen muss, dann kann ich auch wieder mein normales Duschbad nehmen und mich morgens wieder eincremen, weil ich dann sowieso keine Zeit spare. Dann reicht auch die Ablagefläche, wenn mein Duschöl da nicht mehr steht und wir können uns den Haltegriff sparen.“
„Mein Reden. Und jetzt komm frühstücken, der Kaffee ist bestimmt längst fertig.“

„Keine Zeit mehr, ich muss los. Das Verarzten mit dem Kühlakku hat jetzt zu lange gedauert, da hätte ich auch normales Duschbad nehmen können.“

Kopfschüttel…

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Die rosa Hölle

20. Mai 2011, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Das Babythema ließ meine Liebste – Tante in spe – gar nicht mehr los. Es beeinflusst mittlerweile sogar ihr Shoppingverhalten. Neulich kam sie vom Einkaufen heim und hatte was „Klitzekleines“ dabei:

„Schau mal, ist das nicht süß!“
„Hmm… Wer zieht denn freiwillig einen rosa Schneeanzug mit Öhrchen an?“

„Na Susis Baby! Im Winter ist es bestimmt kalt und so eine kleine Maus braucht doch was Warmes.“
„Ja, aber Öhrchen am Schneeanzug sind dem Baby bestimmt auch peinlich.“

„Quatsch. Das ist dem Baby doch völlig egal.“
„Dann hättest du auch was weniger peinliches kaufen können.“

„Der Babyladen hatte Ausverkauf und es gab nur noch zwei Schneeanzüge.“
„Bist du nicht ein bisschen früh dran?“

„Wieso?“
„Der Winter ist noch furchtbar lang hin. Hast du mal mit Susi gesprochen, ob und was sie überhaupt brauchen?“

„Nein, das soll doch eine Überraschung sein.“
„Mag Susi überhaupt rosa Sachen für ihr Kind?“

„Wieso? Alle kleinen Mädchen haben rosa an!“
„Also ich finde, dass man die Kleinen ja nicht von Geburt an auf eine Farbe festlegen sollte. Dann ist ja klar, dass sie später schon so geprägt sind.“

„Hätte ich denn einen blauen Schneeanzug kaufen sollen?“
„Wieso nicht? Dem Baby wird’s ja egal sein.“

„Dann sagt jeder ‚Oh, was für ein niedlicher Junge!‘, dabei ist es doch ein Mädchen.“
„Susi kann’s ja erklären. Aber wäre nicht auch eine neutrale Farbe gegangen? Gelb zum Beispiel?“

„Gelb? Willst du die Kleine zu einem Teletubby machen??“
„Wieso, gelb ist doch eine schöne Farbe.“

„Aber doch nicht für einen Babyschneeanzug!“
„Dann eben grün.“

„Das ist ja noch schlimmer! Da würde es mich nicht wundern, wenn das Kind traumatisiert wird!“
„Also ich wäre auf jeden Fall mit rosa traumatisiert.“

„Jetzt hab ich auf jeden Fall einen rosa Schneeanzug gekauft, und Susi wird sich bestimmt drüber freuen.“
„Vielleicht wird sie später aber auch über die rosa Hölle fluchen, die du ihr da eingebrockt hast. Stell dir mal vor: rosa Püppchenwagen, rosa Fahrrad, rosa Teller, rosa Schuhe…“

„Ach Schatz, du übertreibst. Ich schenk ihr dann auch mal was in anderen Farben.“
„Ja, aber stell dir mal vor, jeder schenkt am Anfang schon was in rosa…“

„Mein Gott, die Kleine wird’s überleben. Wenn sie groß ist, kannst du ihr ja sagen, dass du damals alles versucht hast, um ihr den ersten Schneeanzug in einer anderen Farbe zukommen zu lassen, aber die böse Tante war damals eben stärker.“
„Gut, mach ich. Wird es denn eigentlich überhaupt ein Mädchen?“

„Das weiß Susi noch nicht, dafür ist es doch noch viel zu früh.“

Kopfschüttel…

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Schock nach Feierabend

18. Mai 2011, aus der Schublade Familie und Feste

Nach einem langen Arbeitstag auf dem Heimweg hatte ich noch schnell was eingekauft und bekam an der Kasse des Supermarkts noch live ein Erziehungsdrama vorgeführt. Ein niedlicher kleiner Blondschopf wollte unbedingt Süßigkeiten, seine Mutter allerdings nicht. Die Brüll- und Tobvorführung des Jungen war filmreif und ich war froh, dass ich nicht erziehen musste und freute mich schon auf einen ruhigen, entspannten Abend daheim. Zuhause war die Liebste allerdings völlig aus dem Häuschen. Sie hatte gerade erfahren, dass sie Tante wird.

„Schatz, stell dir vor: Ich werde Tante! Susi ist schwanger! Oh, ich freu mich so!“
„Prima, wann ist es denn soweit?“

„Irgendwann zum Jahresende. Ach, stell dir vor, es wird vielleicht ein Weihnachtskind!“
„Das ist für das Kind doch total doof, an Weihnachten Geburtstag zu haben. Na ja, immerhin sparen wir dann jedes Jahr ein Geschenk.“

„Quatsch, da geht’s doch gar nicht drum. Naja, vielleicht kommt es ja auch erst nach Weihnachten. Ach, stell dir mal vor, so ein klitzekleines Baby, wie niedlich.“
„Naja, natürlich ist es erst einmal ein kleines Baby, wie jedes Baby. Dann wird es größer und dann tobt es an der Supermarktkasse und will alles haben und hört nicht und schmeißt sich auf den Boden und brüllt laut ‘Blöde Mama’ durch den ganzen Supermarkt, sehr niedlich…“

„Ach was, alles Erziehungssache. Und Babies riechen immer so gut.“
„Wenn sie die Windel vollhaben wohl eher nicht.“

„Das macht doch bei einem Baby nichts. Oh, jetzt müssen sie bestimmt in eine größere Wohnung umziehen, damit der Wickeltisch und alles auch Platz hat.“
„Ach was, soviel Platz braucht doch so ein kleines Kind noch gar nicht.“

„Naja, es braucht ein Bettchen, einen Schrank, einen Wickeltisch, einen Stubenwagen und einen schönen Platz für die Babydecke und später für den Laufstall… „
„Klar, und in den Sportwagen passt bestimmt kein Kindersitz, daher gleich noch ein neues Auto dazu…“

„Quatsch, jetzt nimmst du mich nicht ernst. Bestimmt fragen sie uns bald, ob wir beim Umzug helfen können, Susi kann ja auch nicht mehr schwer heben.“
„Wenn sie fragen, helfen wir natürlich, aber ich glaub nicht, dass sie jetzt umziehen wollen, die Wohnung ist doch mindestens so groß wie unsere.“

„Ja, wir haben schon viel Platz. Da würde alles reinpassen für ein Baby.“
„Was willst du denn damit sagen?“

„Wie was sagen?“
„Doch nicht was mit schwanger?“

„Ja, da rede ich doch die ganze Zeit von.“
„Oh. Ich muss mich erstmal setzen…“

„Was ist denn, du bist so blass geworden!“
„Naja, man erfährt ja nicht alle Tage, dass man Vater wird. So plötzlich.“

„Wieso wirst du Vater?“
„Hast du nicht grade gesagt, dass du schwanger bist?“

„Nein, hörst du mir eigentlich nie zu? Susi ist schwanger! Du kannst deinen Puls wieder auf normal stellen…“

Kopfschüttel…

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Grillabend

15. Mai 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Zum Grillen gehören bei mir eigentlich schon immer saftige Steaks, Würstchen und Bauchfleisch. Und Grillfackeln. Und Spieße. Und und und… Meine Liebste war allerdings der Meinung, dass wir für den Grillabend mit Freunden vielleicht etwas weniger Fleisch nehmen sollten:

„Hast du jetzt alles eingekauft, Schatz?“
„Ja. Hier in der Tüte ist alles drin.“

„Mal sehen… Steaks… Würste… noch mehr Steaks. Willst du denn nichts außer Steaks und Würsten grillen?“
„Doch. Da ist ja noch Bauchfleisch drin. Und ein paar Spieße hab ich auch genommen.“

„Ich dachte, wir grillen auch ein bisschen Gemüse?“
„Ist doch auf den Spießen drauf.“

„Na diese paar Paprika- und Zwiebelschnipsel kannst du doch nicht Gemüse nennen!“
„Also Fleisch nenne ich sie auch nicht!“

„Ich dachte eher an Auberginen und Zucchini. Die kann man lecker würzen und dann grillen. Und Kartoffeln auch.“
„Ich weiß ja nicht… Als Beilage haben wir doch Salat. Und außerdem reicht es doch, wenn es Brötchen zum Steak und zur Wurst gibt. Mehr braucht’s gar nicht.“

„Na du bist ja ein einseitiger Griller! Neulich habe ich erst bei so einer Kochshow gesehen, dass man zum Beispiel auch Fisch wunderbar grillen kann.“
„Ich weiß nicht… Der zerfleddert dann in lauter Stückchen. Und versaut mein Steak.“

„Da gibt’s extra so eine Art Klammern für Fische… also wie soll ich das beschreiben… na auf jeden Fall kann man sie damit super einfach grillen.“
„Denkst du, das würde heute abend jemand essen?“

„Natürlich!“
„Also die männliche Hälfte wäre mit meinem Programm sicherlich sehr einverstanden. Und der weiblichen Hälfte reicht meistens eh der Salat, wegen den Kalorien. Außerdem ist Fleisch ja irgendwie auch Gemüse, nur halt schon einmal durchs Schwein gejagt.“

„Nein, nix da! Da geh ich nochmal los und hole noch Auberginen, Kartoffeln und Zucchini. Die kann man ganz raffiniert grillen.“
„Sagt wer?“

„Na das wurde in der Kochshow gezeigt. Das war echt ganz einfach!“
„Ja natürlich. Da heißt es ja auch ständig ‚…hat meine bezaubernde Assistentin schon mal vorbereitet‘. Davon wird man doch außerdem nicht satt!“

„Doch! Man darf nur nicht so auf Fleisch fixiert sein wie du! Und weißt du was? Bei den Grillmeisterschaften wird sogar Eis gegrillt!“
„Eis grillen! Na wenn das nicht für sich spricht! So ein Quatsch!“

„Ich sehe schon, du bist für modernes Grillen nicht so zu begeistern. Aber wenn ich das Gemüse vorbereite, dann grillst du es mit, ja?“
„Wenn ich dafür nicht irgendwelche Grill-Kochshow-Spezialkenntnisse benötige…“

„Nein, aber du musst dann auch mal probieren. Du wirst danach gar keine Steaks mehr wollen!“
„Aha. Und wer isst die dann?“

„Ich würde mich eventuell opfern…“

Kopfschüttel…

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Ausgeschlossen

13. Mai 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Manchmal hat man einen schwarzen Tag erwischt, das kennt ja jeder. Was meine Liebste aber neulich gebracht hat, war schon tiefschwarz. Ich war grade im Auto unterwegs, als sie mich auf dem Handy anrief:

„Schaaatz, du musst dringend heimkommen!“
„Wieso? Was ist denn?“

„Ich hab mich ausgesperrt!“
„Ich bin grad unterwegs!“

„Ja, aber ich komm nicht rein!“
„Wart mal… ich fahr mal rechts ran. So.“

„Ich hab nur kurz den Müll rausgebracht, dann ist die Haustüre hinter mir zugefallen.“
„Ist wenigstens die Wohnungstüre offen? Dann kann dir doch ein Nachbar die Haustüre öffnen.“

„Ich hab schon überall geklingelt, die sind alle weg!“
„So ein Mist. Da muss ich ja wieder quer durch die Stadt zurück. Hast Du auch wirklich bei allen geklingelt?“

„Ja. Außer bei der Müller-Schorscheidt…“
„Dann probier’s doch bitte zuerst bei der.“

„Die ist aber so blöd… diese neugierige alte Ziege!“
„Schatz, bitte klingel bei ihr, sonst hab ich hier ein riesiges Rumgeeier!“

„Ich kann die auf den Tod nicht ausstehen! Weißt du, wie das wird?“
„Aber…“

„Die macht auf, und als erstes sagt sie dann so überfreundlich ‚Einen schönen guten Morgen! Na, haben wir uns ausgesperrt?‘ – Das willst du mir antun?“
„Na ja, eigentlich hast du es dir ja selbst angetan…“

„Och komm! Statt Mitleid und Hilfe bekomme ich jetzt auch noch Belehrungen!“
„Du wirst doch die halbe Minute Konversation mit ihr überstehen…“

„Halbe Minute? Die fängt dann wieder an, über Gott und die Welt zu lästern. Außerdem hat sie so eine intrigante Art. Und ich hab meine Frisur nicht gerichtet.“
„Aber Schatz – was ist schon deine ungerichtete Frisur gegen meine zusätzliche Fahrerei!“

„Wie bitte? Du würdest von mir verlangen, dass ich so unfrisiert bei der Müller-Schorscheidt klingele? Weißt du, was für ein Getratsch das dann auslöst? Für den Rest des Jahres?“
„Ja und? Was schert es die Eiche, wenn ein Schwein…“

„Nein nein, ausgeschlossen. lieber setze ich mich vor die Türe und warte.“
„Und hast du auch sicher keinen Schlüssel einstecken?“

„Ja, ich hab doch in allen Hosentaschen gesucht!“
„Dann klingel doch mal bei ihr. Vielleicht ist sie ja auch gar nicht da.“

„Dann brauch ich ja auch nicht klingeln, das ist ja witzlos.“
„Ja, aber dann weißt du es wenigstens sicher.“

„Und wenn sie aber da ist?“
„Na dann macht sie dir auf!“

„Und textet mich mit Tratsch zu!“
„Du kannst ja sagen, dass du es eilig hast, weil du was im Herd hast.“

„Dann wird sie fragen, was ich backe.“
„Sag ihr halt… Käsekuchen… oder Hähnchen, was weiß ich, ist doch egal.“

„Ach, Schatz, du kennst sie nicht richtig. Weißt du, was dann kommt? ‚Ach, Hähnchen, das ist aber lecker! Wissen Sie, wie das besonders knusprig wird?‘ Bla bla bla…“
„Meine Güte, ich habe noch nicht bemerkt, dass wir mit solchen Labertaschen im Haus wohnen… Ich soll also wirklich EXTRA herfahren?“

„Ja bitte, Schatz.“
„Also gut. Dauert halt ‘ne halbe Stunde.“

„Ist gut. Ich setz mich vor die Haustür.“
„Ja.“

„Huuuch! Grad wollte ich mich an die Tür anlehnen, da
falle ich beinahe ins Haus! Sie war entriegelt! Also so was…“

Kopfschüttel…

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Die richtige Richtung

10. Mai 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Wenn man in dieser Jahreszeit auf dem Balkon sitzt, kann man mit Erstaunen feststellen, wie viele Vögel sich draußen rumtreiben. Wir haben das beim ersten Frühstück dieses Jahres im Freien bemerkt, bzw. eigentlich habe nur ich es bemerkt – meine Liebste erst etwas später, sie war grade voll mit dem Frühstück beschäftigt:

„Schatz, kannst du mir bitte mal die Milch geben?“
„Moment…“

„Was ist denn?“
„Ich schau grad nach dem Vogel da drüben im Baum.“

„Was für ein Vogel?“
„Keine Ahnung. Deswegen schau ich ja.“

„Wo denn?“
„Na da drüben, in dem hohen Baum.“

„Hmm… ich seh keinen.“
„Doch, schau mal, wo ich hinzeige. Rechts vom Stamm.“

„Ich seh nix.“
„Vielleicht sitzt du ungünstig… stell dich mal hinter mich.“

„Und jetzt?“
„Na kannst du ihn jetzt sehen?“

„Nö.“
„Na guck doch mal… da drüben!“

„Da ist doch kein Vogel!“
„Natürlich! Sei mal einen Moment still, dann hörst du ihn vielleicht sogar.“

„Ich hör nix.“
„Ja, da ist auch zuviel Hintergrundlärm… Aber guck mal, jetzt ist er auf den nächsthöheren Ast geflogen!“

„Also ich kann da immer noch nichts sehen…“
„Das gibt’s doch gar nicht! Du musst mal zum Augenarzt.“

„Wieso? Ich sehe doch gut!“
„Du siehst vielleicht gut aus, aber gut sehen tust du schlecht, glaub ich.“

„Vielleicht hast du auch einen schwarzen Fleck auf deiner Netzhaut?“
„Nein, ich habe Augen wie ein Adler! Guck mal zwei Fingerbreit rechts vom Stamm.“

„Was ist denn das für eine Angabe? Zwei Fingerbreit? Ich hab doch viel schmalere Finger als du!“
„Na ja, aber ungefähr passt es.“

„Also ich seh da wirklich nichts.“
„Das kann doch nicht sein. Das Laub ist noch gar nicht so dicht, da fällt der Vogel im Baum doch auf! Das ist bestimmt eine Amsel, der ist schwarz.“

„Nee, da ist nix.“
„Schatz, kann es sein, dass du wieder einen Rechts-Links-Schwächeanfall hast? Schau mal auf der anderen Seite.“

„Dort! Ja klar, das ist eine Amsel. Ach so, ich dachte, du meinst links…“

Kopfschüttel…

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Sonnenbrand

8. Mai 2011, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Am Samstag waren wir nachmittags zum Faulenzen am Unisee. Während ich immerhin ein T-Shirt anhatte, war meine Liebste so sonnenhungrig, dass sie gleich zum Bikini gegriffen hatte. Ein Nickerchen im Sonnenschein brachte ihr dann den ersten Sonnenbrand des Jahres ein, der abends im Bett seinen Höhepunkt erreichte. Sie jammerte:

„Aua, mein Rücken! So ein Mist!“
„Das war aber auch unvorsichtig!“

„Danke für die Hilfe! Das merke ich grade auch!“
„Na ja, was soll ich machen…“

„Du könntest mir den Rücken kühlen. So kann ich unmöglich schlafen!“
„Soll ich draufpusten?“

„Quatsch, schau mal im Kühlschrank, ob da noch Quark drin ist.“
„Quark?“

„Ja, Quark! Das hilft!“
„Und den isst du dann?“

„Nein, der ist zum Draufschmieren, der kühlt.“
„Du willst mich auf den Arm nehmen, oder?“

„Nein, nicht in dem Zustand. Also schau doch mal bitte, ob Quark da ist.“
(Nach kurzem Suchen kam ich wieder zurück.)
„Hier, wir hatten noch was. Und das soll ich jetzt wirklich auf deinen Rücken streichen?“

„Ja bitte.“
„Gut. Man könnte auch noch Zwiebeln drauftun…“

„Oooch Schatz, spar dir bitte deine Witze.“
„Gut.“

„Sag mal, nach was riecht das denn?“
„Na ja, nach Quark. Ich hab doch gleich gewusst, dass das eine komische Idee ist.“

„Zeig mir mal die Packung.“
„Bitteschön.“

„Das ist ja Kräuterquark!“
„Na und? Quark ist Quark ist Quark.“

„Jetzt rieche ich nach Schnittlauch! Und all den anderen Kräutern!“
„Du wolltest es so. Hilft es wenigstens?“

„Ähh… ich komme mir grad wie eine Folienkartoffel vor. Heiß und mit Kräuterquark!“
„Schatz, du hast so gejammert, da musst du jetzt eben durch. Du kannst es ja nachher abduschen.“

„Ich dachte an ganz normalen Quark… Erzähl das bloß niemandem!“
„Was ist denn daran so schlimm? Andere Frauen machen sich auch Gurkenmasken und sind damit hochzufrieden! Hilft es denn jetzt?“

„Ein bisschen schon… Glaub ich. Weißt du aber, was das größte Problem an deiner alternativen Behandlung ist?“
„Nein.“

„Das war der kalorienreduzierte Quark für meine Diät. Was soll ich denn jetzt morgen früh frühstücken?“

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Platz im Auto

5. Mai 2011, aus der Schublade Auto und Parken

Im Auto sitzt jeder etwas anders, eben nicht so wie im Hotel München Airport. Es ist ja auch jeder anders gebaut. Ich zum Beispiel habe gern etwas Beinfreiheit und nicht die Pedale direkt an meinen Füßen kleben, andere wieder wollen da etwas weniger Abstand haben. Meine Liebste will aber nicht nur an den Pedalen, sondern auch am Lenkrad ganz nah dabei sein, weswegen der Sitz im Auto bei wechselnden Fahrern ständig verstellt ist. Neulich wollte sie fahren, und der Sitz war noch auf mich eingestellt. Nach der Fahrt eröffnete sie mir:

„Hast du eigentlich im Auto geschlafen?“
„Nein, wieso?“

„Na, weil der Sitz so weit von allen Bedienelementen weg ist, dass man sich auch hinlegen und schlafen könnte!“
„Von den Bedienelementen, aha. Welche meinst du denn?“

„Mit der Sitzeinstellung von vorhin komm ich ja gar nicht bis zu den Pedalen!“
„Na ja, du musst aber auch zugeben, dass deine Sitzeinstellung extrem weit vorne ist. Du klebst ja quasi am Lenkrad.“

„Nein, ich stell mir das immer nur so ein, dass ich bequem dranreichen kann.“
„Dranreichen schon, aber bewegen kannst du dich doch dann nicht mehr. Von ‚bequem‘ ganz zu schweigen…“

„Doch, so wie ich das mache, ist das gut.“
„Bei einem Unfall hat der Airbag ja gar keinen Platz mehr, um aufzugehen. Und ich komme ja kaum an den Verstellbügel des Sitzes, so weit ist der vorgeschoben.“

„Ja du, du hast auch so lange Beine und riesige Füße, kein Wunder.“
„Wenn der Sitz richtig eingestellt ist, pass ich aber komplett ins Auto. Ohne mich zum Schlangenmenschen zu machen. Aber um noch mehr Platz zu schaffen, könnte man natürlich auch mal den ganzen Müll aus dem Auto räumen…“

„Welchen Müll?“
„Na ja, wenn du mal in der Türe guckst, da sieht’s aus wie nach einer Schokoriegelorgie, die auf einem Bezahlparkplatz stattgefunden hat – lauter Verpackunegen und Parkzettel.“

„Brauchst du für deine Beine auch den Stauraum der Türfächer? Ich muss doch mal genauer zuschauen, wie du fährst…“
„Nein, das nicht, Schatz. Aber der Müll im Auto könnte trotzdem…“

„Der ist doch gar nicht von mir!“
„Von mir ist er auch nicht!“

„Ich esse doch keine Schokoriegel, weißt du, wieviele Kalorien die haben? Höchstens, wenn ich Stress habe!“
„Ab und zu hast du ja auch mal Stress…“

„Ja, aber nicht so viel, dass das Auto deswegen vermüllt wäre.“
„Vielleicht hat sich das ja über längere Zeit angesammelt.“

„Und bei den Parkzetteln sind bestimmt auch welche von dir dabei.“
„Na ja, ist ja auch egal. Das nächste mal nehme ich halt einfach eine Handvoll von dem Zeug mit in den Müll, dann ist bald wieder Ordnung.“

„Und Platz ist dann ja auch wieder.“
„Schatz, ich brauche den Platz ja hinterm Lenkrad, nicht in der Türe.“

„Wieso erzählst du mir dann vom Müll in der Tür?“
„Ich wollte doch nur darauf hinweisen, dass…“

„Also reden wir jetzt vom Müll oder vom Platz? Was ist denn nun dein Problem?“
„Ich hab doch eigentlich gar kein Problem! Du hast doch gesagt, dass der Sitz so weit hinten ist!“

„Na siehst du! Wenn der Sitz so weit hinten ist, kann es ja gar kein Platzproblem für dich geben!“

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Spaziergang mit Hindernissen

2. Mai 2011, aus der Schublade Familie und Feste

Bei Festen in meiner Verwandschaft wird oft nach dem Mittagessen zu einem Spaziergang aufgebrochen. So auch bei Tante Annes 60. Geburtstag. Was ein schöner Gang durch die Lüneburger Heide werden sollte, wurde für meine Liebste zunehmend zu einer Art Survivaltraining. Wir blieben daher etwas zurück, und sie fluchte:

„Dieser dämliche Spaziergang hätte nicht gleich rund um die Heide gehen können? Ich hab mir an jedem Fuß eine Blase gelaufen!“
„Aber wir sind doch noch keine zwei Kilometer gelaufen!“

„Ja und? Ich hab trotzdem Blasen!“
„Vielleicht passen Deine Schuhe nicht?

„Meine Schuhe passen immer. Ich probier sie ja beim Kauf extra an! Mist, blöder!“
„Hmm… Du hast aber auch nur so eine dünne Strumpfhose an. Da ist es ja kein Wunder, dass du dir eine Blase läufst!“

„Ja soll ich vielleicht in Kniesocken daherkommen? Und noch einen Filzhut mit Gamsbart dazu?“
„Na ich mein ja nur, die sind halt sehr dünn und deswegen…“

„Ach, es ist einfach eine blöde Idee, so einen Spaziergang zu machen. Man kann sich doch auch nett unterhalten, ohne dass man dabei laufen muss!“
„Aber wenn man sich richtig anzieht – also ich hab ja keine Probleme…“

„DU bist ja auch ein Mann. Männer haben bei sowas NIE Probleme. Ihr kauft eure Schuhe, und Zack! passen sie wie angegossen.“
„Nein, ich hab halt normale Socken an. Du könntest ja genausogut barfuß in den Schuhen stecken.“

„Und was machen wir jetzt? Das tut verflucht weh!“
„Du kannst die Stellen im Schuh ja mit einem Papiertaschentuch polstern, das sollte als Notlösung helfen. Oder du läufst barfuß.“

„Bitte? Weißt du, was das für Hornhaut an den Fußsohlen gibt? Ich seh ja aus wie ein Elefant!“
„Ich kann dich ja schlecht huckepack herumtragen…“

„Nein, aber ein paar sinnvollere Vorschläge wären mir sehr willkommen!“
„Dann mach das mit der Polsterung halt mal. Und beim nächsten Schuhkauf gibst Du besser acht.“

„Ich hab dir doch schon gesagt, dass ich die Schuhe immer kurz anprobiere!“
„Ja, aber du musst damit auch mal rumlaufen!“

„Wieso denn das? Wenn ich sie anprobiere und sie passen, dann passen sie. Egal, ob ich sitze oder laufe. Mein Fuß wächst ja nicht, nur weil ich grade laufe.“
„Aber neue Schuhe probiert man natürlich aus! Ziehst du sie im Schuhgeschäft einfach an und packst sie dann ein, ohne damit nur einen Schritt gelaufen zu sein?“

„Aber ja doch. Und die passen immer!“
„Seh ich ja grade…“

„Ich kann doch nicht im Schuhgeschäft hin- und her laufen, ohne Ziel und ohne Sinn!“
„Aber das hat ja einen Sinn – Du sollst merken, ob die Schuhe passen!“

„Also das wäre mir zu blöd. Und heute ist vielleicht auch ein schlechter Tag oder was weiß ich. Heute morgen, als wir losgefahren sind, haben sie auf jeden Fall noch gepasst.“
„Tja, und was machen wir jetzt? Der Rest der Truppe ist schon weit voraus. Mit deinen Folterschuhen werden wir sie nicht mehr einholen.“

„Könntest du nochmal zurück ins Ort gehen?“
„Äh… und was soll ich da? Einen Schuhmacher suchen?“

„Du könntest mit zwei Leihrädern zurückkommen, dann ging’s wieder…“

Kopfschüttel…

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