Am Samstag war ich aus. Alleine – es war so ein Männerabend, und, nun ja, es wurde auch ordentlich gezecht. Am Sonntag vormittag war ich zu nichts zu gebrauchen. Irgendwie fand ich mich dann am Frühstücks- oder Mittagstisch ein und meine Liebste hätte gerne gewusst, wie die Feier so war:

„Jetzt erzähl doch mal, wie’s war! Du sitzt bloß rum und hältst deinen Kopf fest!“
„Hmmja…“

„Du bist immer noch ganz blass! Wann bist du denn heimgekommen? Ich hab mitten in der Nacht einen Knall gehört, warst du das?“
„Keine Ahnung… also wann ich heimgekommen bin.“

„Und der Knall?“
„Da muss mir wohl was runtergefallen sein… Im Bad oder wo…“

„Deswegen riecht das ganze Bad nach Rasierwasser! Hast du zuviel getrunken?“
„Phhh…“

„Dir muss man ja alles aus der Nase ziehen! Wer war denn da?“
„Äh… Heiko und Ingo. Glaub ich.“

„Wie? Ihr wart nur zu dritt?“
„Ich weiß nicht. Ja. Also Stefan ist irgendwann gegangen.“

„Über was habt ihr denn geredet?“
„Phhh… das Übliche halt.“

„Also da weiss ich ja über meine letzte exzessive Party besser Bescheid als du! Das war der Junggesellinnenabschied von Tina!“
„-“

„Da waren wir ganz schön unterwegs. Zuerst Pizza essen, natürlich mit Grappa als Abschluss, und dann eine Kneipentour, und Tina hatte so ein furchtbares Kostüm anziehen müssen!“
„Äh… kannst du…“

„Und Tina war eh schon ganz betüdelt, weil sie noch vor dem Aufbruch ein paar Likörchen getrunken hat. Und Carmen hat mit ihr…“
„Pssst!“

„Was denn?“
„Kannst du mal leise sein?“

„Wieso denn?“
„Mein Kopf…“

„Kopfweh? Soll ich dir eine Tablette geben?“
„Nein, danke. Nur Ruhe…“

„Leg dich doch nochmal hin, wenn dir nicht so wohl ist.“
„Ach, es geht ja, wenn ich hier sitze und wenn es ruhig ist.“

„Dann erzähl ich dir das ein andermal fertig, okay?“
„Jaja…“

„Essen willst du vermutlich nichts, oder?“
„Nein.“

„Du siehst aber auch elend aus. Willst du einen Tee?“
“Nein, gar nichts. Nur meine Ruhe!“

„Ich bin ja schon ruhig. Ich wollte dir ja nur helfen.“
„Ja, danke.“

„Eine Cola soll auch gut gegen Magendurcheinander helfen!“
„Soll sie halt…“

„Ich mein ja nur. Ein bisschen frische Luft täte dir bestimmt auch gut.“
„Schatz! Jetzt ist es aber mal gut!“

„Ja ja, reg dich doch nicht gleich auf.“
„-“

„Weißt du eigentlich, wie wir beim Junggesellinnenabschied am nächsten Morgen nach dem Aufstehen weitergemacht haben? Mit einem Sektfrühstück!“

Kopfschüttel…