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Ein Platz für den Spüllappen

11. April 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Bei uns ist es manchmal ein bisschen unaufgeräumt, so dass man sich wohlfühlt, aber immer so sauber, dass man nicht krank wird. Klinisch rein und steril ist es bei uns natürlich nicht (wir sind ja auch keine Klinik), und diesen Anspruch habe ich ja auch nicht. Was ich aber nicht leiden kann, ist ein nasser Spüllappen in der Spüle. Den kann man auch auswringen und auf die Seite legen oder meinetwegen über den Wasserhahn hängen. Meine Liebste hat neulich gespült und beendete ihre Arbeit mit den Worten:

„So, fertig. Eigentlich gehört die Spüle auch mal wieder gründlich geputzt…“
„Ja, da hast du recht!“

„Ich hatte jetzt eigentlich darauf gehofft, dass du das übernimmst!“
„Ja gut, du hast ja schon gespült, sonst bekommst du noch Schrumpelhände.“

„Eben. Und es ist doch auch schön, wenn mal wieder alles glänzt!“
„Ja. Aber kannst du das nächste mal den Spüllappen bitte auswringen und nicht einfach nass in der Spüle liegen lassen?“

„Wieso, ist doch nur nass. Ich hab ihn ja ausgespült.“
„Ja, aber Bakterien finden das schön, wenn da ein nasser Lappen rumliegt. Ich nicht.“

„Ach Schatz, jetzt bist du aber pingelig! Hier sind doch keine Bakterien!“
„Natürlich, Bakterien sind überall. Aber man muss sich ja nicht mehr züchten als nötig.“

„Aber im großen und ganzen ist es hier doch sauber?“
„Ja schon, aber wenn in der Spüle eben ein nasser Lappen liegt, dann ist das nicht mehr so hygienisch, finde ich.“

„Es kommt ja keiner vom Gesundheitsamt zur Kontrolle…“
„Ja, zum Glück. Aber so ein nasser, kalter Lappen ist schon eklig!“

„Soll ich ihn für dich auswringen?“
„Nein, das geht schon. Aber das nächste Mal kannst du das nach dem Spülen vielleicht machen.“

„Aber wenn er dann über dem Wasserhahn hängt, ist er immer im Weg.“
„Dann leg ihn halt auf die Abtropffläche.“

„Das ist aber auch nicht hygienisch: ein feuchter Lappen auf der Abtropffläche.“
„Der trocknet dann ja auch…“

„Mein nasser Lappen in der Spüle trocknet auch! Er ist nur etwas feuchter als deiner auf der Abtropffläche.“
„Nein, er ist komplett nass. Der braucht ja zwei Tage, bis er trocken ist. Und immer, wenn man dann Wasser vom Wasserhahn nimmt oder was in die Spüle schüttet, wird er wieder nass!“

„Aber die Abtropffläche ist für das saubere Geschirr gedacht. Wenn du das keim- und bakterienverseuchte Ding dahinlegst, schmeckt mir das Essen nicht mehr!“
„Ich finde, da ist er noch am besten aufgehoben.“

„Ich weiß nicht… Was würde denn das Gesundheitsamt raten?“
„Ich ruf doch jetzt nicht das Gesundheitsamt an und frage, wo wir unseren Spüllappen aufbewahren sollen!“

„Nein, ich meine nur so hypothetisch…“
„Phhh… keine Ahnung. Vielleicht sollten wir da einfach mal beim nächsten Restaurantbesuch versuchen, einen Blick in die Küche zu erhaschen.“

„Das ist eine gute Idee. Du hast mich schon lange nicht mehr zum Essen eingeladen. Wie wär’s damit heute abend?“

Kopfschüttel…



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16 Kommentare zu “Ein Platz für den Spüllappen”

  1. EngelchenFiona sagt:

    die idee ist gut, werd ich doch gleich mal an meinem schatz testen, wollt eh schon lange mal wieder essen gehen :D

  2. oggy sagt:

    Hehe, wirklich eine geniale Taktik. :D

  3. Christine sagt:

    Ooooh ja, nasse Lappen in der Spüle kann ich auch überhaupt nicht leiden!! Kann Sie da sehr gut verstehen ;-)

  4. AudyCan sagt:

    Wir benutzen zwar einen Schwamm, aber mein Liebster lässt den leider auch öfters nass IN dem Spülbecken liegen statt NEBEN dem Spülbecken. Das ist total bäh!

  5. shoojo sagt:

    „Aber die Abtropffläche ist für das saubere Geschirr gedacht. Wenn du das keim- und bakterienverseuchte Ding dahinlegst, schmeckt mir das Essen nicht mehr!“

    Ich dachte bei euch gäb’s (lt. Liebster) keine Bakterien??? ;-)

  6. No_fan sagt:

    Interessanter Beitrag!

  7. Miffy sagt:

    Die Diskussion kenne ich von der Arbeit -.- Leicht Abhilfe zu schaffen ist mit einem kleinen Häkchen (gibts auch in selbstklebend für keine Bohrlöcher) über der Spüle ;)

  8. Hajo sagt:

    „So, fertig. Eigentlich gehört die Spüle auch mal wieder gründlich geputzt…“
    wie lange kennst Du eigentlich die Liebste?
    DAS IST DAS SIGNAL!!!

    nebenbei bemerkt: man merkt, dass es nicht mehr der “alte” Kopfschüttler ist :-(

  9. nadine sagt:

    lasst dem neuen kopfschüttler doch auch mal seine zeit. seine geschichten sind garnicht schlecht, jeder schreibt halt anders wäre ja auch blöd wenn jeder gleich schreibt, finde das nicht schön das dass hier immer wieder azfgegriffen wird.

  10. Broken Spirits sagt:

    Solange der Lappen nicht auf einer Tastatur liegt… dort sollen ja angeblich mehr Keime sein, als auf dem Klo ;-)

  11. Anja sagt:

    Genau aus dem Grund mag ich Spüllappen überhaupt nicht. Sie sind ständig im Weg und grundsätzlich schmuddelig ;) Daher hab ich mich für Microfaser entschieden, die haben viele Vorteile…..

    Aber ein kleines Körbchen auf der Ablage lässt ihn aufgeräumt erscheinen, auch wenn er da nur selten liegt und seinen Weg immer wieder ins nasse Becken findet :)

  12. Ralf sagt:

    So kommt Frau zu einer Einladung zum Essen

  13. Will Sagen sagt:

    Hach, ein Bruder im Geiste!
    Ich hab darum meinen eigenen Spülschwamm. Diese stinkende Bakterienzucht packe ich nimmer an. :)

  14. AbidiText sagt:

    Jetzt musste ich doch glatt mittendrin noch mal zum Anfang hochscrollen und checken, was der Kopfschüttler sagt und was die Liebste …

    • Broken Spirits sagt:

      Stimmt, stellenweise muß man jetzt mit umgekehrten Vorzeichen lesen. Oder das Blog umbenennen in “die alltäglichen charmanten Dinge der Männer” – dann tut’s.

      Oder die fettgedruckten Passagen sind eine Homage an die altrömische Figur des alten Kopfschüttlers. Wer weiß? :-P

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