Tennisshop

Wie man eine Erkältung kuriert

29. April 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Ich war kürzlich leider etwas krank (schwere Erkältung) und lag einige Tage flach. Ich hatte eigentlich mit guter Pflege und viel Zuspruch seitens meiner Liebsten gerechnet, aber das traf nur zum Teil zu. Stattdessen bekam ich in meiner hilflosen Lage schon frühmorgens auch noch einiges an Spott von ihr zu hören:

„Naaa, wie geht’s uns denn heute?“
„Immer noch schlecht. Ich bin total erkältet!“

„Oooch! Du Armer! Eine schwere Erkältung, die nicht weichen will! Soll ich den Krankenwagen rufen?“
„Nein, aber ein bißchen Ernsthaftigkeit täte mir auch gut. Und ein heißer Erkältungstee.“

„Natürlich, Schatz. Mach ich dir gerne.“
„Danke.“

„Weißt du, was auch gut hilft? Eine Spezialmixtur von meiner Oma. Soll ich dir die zubereiten?“
„Wie sieht die denn aus?“

„Zwiebeln kleinschneiden und mit Honig verrühren, eine Weile stehenlassen und dann trinken oder essen, Hauptsache runter damit. Das hilft!“
„Äh ja… fragt sich nur, wem – dem Imker vermutlich….“

„Ach was, ich mach dir das mal, du wirst sehen, dann wird’s gleich viel besser!“
„Und als Getränk dazu vielleicht noch warme Milch mit Honig, oder? Uääääh! Nein danke!“

„Ja dann bleibst du halt schwer krank ans Bett gefesselt. Wer sich nicht helfen lässt, ist selbst schuld!“
„Wieso, ich kann doch nichts dazu, dass ausgerechnet mich diese schlimme Erkältung erwischt hat!“

„Na ja, du wirst nicht gleich dran sterben. Da muss man nicht so jammern.“
„Ich jammere doch gar nicht. Es nervt halt. Und Taschentücher habe ich auch keine mehr hier…“

„Ich bring dir welche. Ich kann dir ja auch noch Musik anschalten, damit’s dir besser geht.“
„Ach, ich hör nicht so gut wegen der Erkältung. Meine Ohren sind wie mit Watte verstopft.“

„Ach, ach, ach. Fast müsste man dich abwracken.“
„Ha ha. Wenn du so eine fiese Erkältung hättest, wäre dir auch nicht nach Spotten zumute.“

„Ich spotte ja nicht. Ich beschreibe nur die Realität!“
„Ja, und die ist hart und grausam.“

„Was machst du denn erst, wenn du mal ernsthaft krank bist?“
„Ich BIN ernsthaft krank! Oder würdest du behaupten, dass es mir eigentlich gut geht und ich nur etwas blass um die Nase bin?“

„Na ja… fast. Du hast’s halt ein bisschen im Hals und dazu Schnupfen, landläufig als Erkältung bekannt. Mehr nicht.“
„Ich kann bald nicht mehr sprechen vor lauter Erkältung!“

„Aber wenn’s dir doch so schlecht geht, dann nimm doch wenigstens mal was dagegen!“
„Nee, deine Mixturen kannst du behalten. Die kann man zum Foltern nehmen, aber nicht zum Gesundwerden.“

„Moment, was ich vorhin aufgezählt habe, ist noch nicht alles aus meinem Medizinschrank! Ich hab noch mehr in petto!“
„Um Himmels Willen, womit willst du mich noch foltern?“

„Nix Folter! Es handelt sich um ein Rezept speziell für Männer, die unter schwerer Erkältung leiden.“
„Und das wäre?“

„Warmes Bier!“

Kopfschüttel…

8 Kommentare »

Sonntagmorgen

18. April 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Am Samstag war ich aus. Alleine – es war so ein Männerabend, und, nun ja, es wurde auch ordentlich gezecht. Am Sonntag vormittag war ich zu nichts zu gebrauchen. Irgendwie fand ich mich dann am Frühstücks- oder Mittagstisch ein und meine Liebste hätte gerne gewusst, wie die Feier so war:

„Jetzt erzähl doch mal, wie’s war! Du sitzt bloß rum und hältst deinen Kopf fest!“
„Hmmja…“

„Du bist immer noch ganz blass! Wann bist du denn heimgekommen? Ich hab mitten in der Nacht einen Knall gehört, warst du das?“
„Keine Ahnung… also wann ich heimgekommen bin.“

„Und der Knall?“
„Da muss mir wohl was runtergefallen sein… Im Bad oder wo…“

„Deswegen riecht das ganze Bad nach Rasierwasser! Hast du zuviel getrunken?“
„Phhh…“

„Dir muss man ja alles aus der Nase ziehen! Wer war denn da?“
„Äh… Heiko und Ingo. Glaub ich.“

„Wie? Ihr wart nur zu dritt?“
„Ich weiß nicht. Ja. Also Stefan ist irgendwann gegangen.“

„Über was habt ihr denn geredet?“
„Phhh… das Übliche halt.“

„Also da weiss ich ja über meine letzte exzessive Party besser Bescheid als du! Das war der Junggesellinnenabschied von Tina!“
„-“

„Da waren wir ganz schön unterwegs. Zuerst Pizza essen, natürlich mit Grappa als Abschluss, und dann eine Kneipentour, und Tina hatte so ein furchtbares Kostüm anziehen müssen!“
„Äh… kannst du…“

„Und Tina war eh schon ganz betüdelt, weil sie noch vor dem Aufbruch ein paar Likörchen getrunken hat. Und Carmen hat mit ihr…“
„Pssst!“

„Was denn?“
„Kannst du mal leise sein?“

„Wieso denn?“
„Mein Kopf…“

„Kopfweh? Soll ich dir eine Tablette geben?“
„Nein, danke. Nur Ruhe…“

„Leg dich doch nochmal hin, wenn dir nicht so wohl ist.“
„Ach, es geht ja, wenn ich hier sitze und wenn es ruhig ist.“

„Dann erzähl ich dir das ein andermal fertig, okay?“
„Jaja…“

„Essen willst du vermutlich nichts, oder?“
„Nein.“

„Du siehst aber auch elend aus. Willst du einen Tee?“
“Nein, gar nichts. Nur meine Ruhe!“

„Ich bin ja schon ruhig. Ich wollte dir ja nur helfen.“
„Ja, danke.“

„Eine Cola soll auch gut gegen Magendurcheinander helfen!“
„Soll sie halt…“

„Ich mein ja nur. Ein bisschen frische Luft täte dir bestimmt auch gut.“
„Schatz! Jetzt ist es aber mal gut!“

„Ja ja, reg dich doch nicht gleich auf.“
„-“

„Weißt du eigentlich, wie wir beim Junggesellinnenabschied am nächsten Morgen nach dem Aufstehen weitergemacht haben? Mit einem Sektfrühstück!“

Kopfschüttel…

20 Kommentare »

Lipgloss gesucht!

15. April 2011, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Wenn meine Liebste Sachen sucht, geht sie immer recht planlos vor. Ich kann ihr dann meist wenig helfen, weil meine Hilfe sie anscheinend noch mehr durcheinander bringt, aber irgendwie findet sie das Gesuchte dann doch – manchmal sogar mit einem Plan, der aber vermutlich nur bei ihr funktioniert. Neulich suchte sie ein wichtiges Kosmetikutensil, das ich bis dahin noch gar nicht kannte:

„Hast du mein Lipgloss gesehen?“
„Vielleicht, Schatz. Wie sieht es denn aus?“

„Na ja, wie Lipgloss halt…“
„Hmm… Was ist das denn?“

„Was?“
„Na dieses Lipgloss!“

„So eine Art Lippenstift. Wo hab ich das nur hin?“
„Im Bad stand neulich so was rum. So was Schwarzes.“

„Nein, das ist die Wimperntusche…“
„Bestimmt ist es in deiner Handtasche.“

„Da hab ich auch schon gesucht…“
„Soll ich mal suchen?“

„In meiner Handtasche? Keinesfalls!“
„Misstraust du mir oder wieso darf ich dir keinesfalls beim Suchen in deiner Handtasche helfen?“

„Meine Handtasche… Das verstehst du nicht.“
„Wenn du mir’s erklärst, vielleicht schon.“

„Nein, das ist so eine Frauensache.“
„Hä? Braucht man zum Suchen in der Handtasche etwa weibliche Intuition?“

„Nein. Aber du würdest dann wieder Sachen dort finden…“
„Ja, das ist ja das Ziel der Suche: dass ich den Lippenstift finde!“

„Das Lipgloss…“
„Also, gib mir mal das Täschchen, dann…“

„Nein, das geht nicht! Du würdest dort alles mögliche finden!“
„Ach so, du hast Sorgen, dass ich den Bodensatz aufwühle?“

„Das ist kein Bodensatz, das sind halt die Dinge, die man so in der Handtasche hat. Du würdest ja auch nicht wollen, dass ich in deiner Werkzeugkiste rumkrame.“
„Kann sein, aber da ist kein Bodensatz drin…“

„In meiner Handtasche ja auch nicht.“
„Also in meinem Werkzeugkasten ist es auf jeden Fall ordentlich.“

„In meiner Handtasche auch. Im Prinzip.“
„Was soll das denn heißen? Im Prinzip ordentlich?“

„Na ja… es herrscht eine bestimmte Grundordnung darin, die du aber nicht verstehst.“
„Wenn du sie verstehst, dann findest du ja auch dein Lipdings da drin, oder?“

„Theoretisch ja, wenn es da drin wäre. Aber ich habe ja schon in der Handtasche gesucht.“
„Soll ich nicht auch nochmal…?“

„Nein! Es muss woanders rumliegen!“
„Geht es nicht auch ohne? Ich brauch das Zeug ja auch nicht und bin trotzdem schön.“

„Findest du etwa, dass ich geschminkt nicht schöner bin?“
„Nein, also… du bist natürlich hübsch, geschminkt oder ungeschminkt.“

„Es ist dir also egal, ob ich mir die Mühe mache, mich zu schminken.“
„Nein, ich meine nur…“

„Wenn ich nur ungeschminkt rumlaufen soll, musst du es nur sagen. Dann brauche ich auch das Lipgloss nicht mehr!“
„Nein, du kannst dich gern schminken, wenn du magst.“

„Ich muss mich nicht schminken! Ich mache das nur wegen dir, wenn du nicht willst, lass ich es weg!“
„Also suchen wir halt das Lipdings weiter… Wo hast du es denn zuletzt gebraucht?“

„Im Bad. Da hab ich’s aber auch nicht gefunden. Ach, mir ist das jetzt auch zu blöd, ich kauf mir schnell ein neues in der Drogerie.“
„Bis du wiederkommst hab ich es sicher gefunden!“

„Dann hab ich halt zwei… Oh! Ich hab’s! Es war hier in der Manteltasche!“
„Na endlich! Wie kommt es denn da hin?“

„Ah, ich erinnere mich! Ich habe es neulich schon mal gesucht und nicht gefunden und mir dann ein neues gekauft. Und damit ich es nicht doppelt kaufe, habe ich es in der Manteltasche gelassen, weil ich es so vor dem nächsten Einkaufen bemerke. Funktioniert!“

Kopfschüttel…

13 Kommentare »

Wieder mal zu schnell

13. April 2011, aus der Schublade Auto und Parken

Wenn man geblitzt wird, ist das natürlich unerfreulich. Und zugegebenermaßen kann das ja schnell mal passieren – kurz nicht aufgepasst, schon hat man ein Foto. Anschließend fährt man eine Weile ganz StVO-konform, bis man wieder normal fährt und es wieder mal blitzt. Da das immer wieder mal vorkommt, lohnt es sich auch nicht, sich drüber zu ärgern. Meine Liebste machte dies trotzdem, als sie heimkam:

„So ein Mist! Schon wieder geblitzt worden!“
„Mist! Wieviel?“

„Keine Ahnung, der Bescheid kommt ja erst noch.“
„Nein, ich meine wieviel zuviel?“

„Puuhh… was weiß ich. Ich weiß ja gar nicht, wieviel da erlaubt war!“
„Also wie schnell bist du denn gefahren?“

„Hmm.. etwa 60 km/h. Schätze ich mal.“
„Dann war’s hoffentlich eine 50er-Zone…“

„Vielleicht waren’s auch nur 50…“
„Dann hätte es ja in einer 50er-Zone nicht geblitzt!“

„Du meinst, ich bin 50 in einer 30er-Zone gefahren?“
„Kann sein. Oder gar 60, so wie du geschätzt hast.“

„Um Himmels willen! 60 in einer 30er-Zone! Da ist ja mein Führerschein weg!“
„Mal doch nicht gleich den Teufel an die Wand, Schatz! Vielleicht waren’s ja nur 60 in einer 50er-Zone, das wäre dann gar nicht so schlimm.“

„Aber wenn es jetzt doch eine 30er-Zone war? Ich weiß es halt nicht mehr! Och Mann, wieso müssen die auch grade heute…“
„Manchmal wird der Bescheid aus irgendwelchen Gründen auch einfach nicht zugestellt.“

„Bei meinem Pech wird das nicht der Fall sein. Was wird das denn kosten, außer Führerscheinentzug?“
„Hmm… etwas mehr als deine neuen Schuhe neulich.“

„Witzbold. Die werde ich bald häufiger brauchen, wenn ich zu Fuß gehen muss.“
„Na warte doch mal ab. Noch hast du ja deinen Führerschein. Und ich kann dich ja auch fahren.“

„Diese blöden Blitzer, die gehören zugehängt oder umgetreten!“
„Na na na! Es war ja nicht der Blitzer schuld, sondern vermutlich du.“

„Jetzt fall du mir auch noch in den Rücken!“
„Ich mein ja nur…“

„Vielleicht ist das Foto auch nicht zu gebrauchen. Unscharf oder so, einfach nichts zu erkennen.“
„Ich weiß ja nicht…“

„Die moderne Technik hat da bestimmt auch so ihre Tücken.“
„Ja, deswegen wird ja schon ein bisschen was abgezogen. Wird aber beim Verhältnis 60 zu 30 wenig bringen. Das ist aber auch ordentlich drüber…“

„Na ja, manchmal fährt man halt so in Gedanken dahin und guckt nicht, und Zack! – schon ist es passiert. Du bist doch auch schon oft geblitzt worden!“
„Ja, aber noch nie mit der doppelten Geschwindigkeit!“

„Es tut mir ja auch leid, aber was soll ich denn jetzt machen?“
„Abwarten, Schatz. Viel mehr kannst du jetzt eh nicht tun.“

„Dann kann ich aber heute nacht nicht schlafen. Ich denke dann die ganze Zeit, ob es eine 30er-Zone war…“
„Irgendwann wird dir das Gegrübel zu blöd, dann schläfst du schon.“

„Du hast leicht reden!“
„Solange du nicht laut im Bett grübelst…“

„Ich hab’s! Wenn ich nicht schlafen kann, fahr ich heute nacht nochmal hin und schaue nach, ob es eine 30er-Zone war oder nicht!“

Kopfschüttel…

5 Kommentare »

Ein Platz für den Spüllappen

11. April 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Bei uns ist es manchmal ein bisschen unaufgeräumt, so dass man sich wohlfühlt, aber immer so sauber, dass man nicht krank wird. Klinisch rein und steril ist es bei uns natürlich nicht (wir sind ja auch keine Klinik), und diesen Anspruch habe ich ja auch nicht. Was ich aber nicht leiden kann, ist ein nasser Spüllappen in der Spüle. Den kann man auch auswringen und auf die Seite legen oder meinetwegen über den Wasserhahn hängen. Meine Liebste hat neulich gespült und beendete ihre Arbeit mit den Worten:

„So, fertig. Eigentlich gehört die Spüle auch mal wieder gründlich geputzt…“
„Ja, da hast du recht!“

„Ich hatte jetzt eigentlich darauf gehofft, dass du das übernimmst!“
„Ja gut, du hast ja schon gespült, sonst bekommst du noch Schrumpelhände.“

„Eben. Und es ist doch auch schön, wenn mal wieder alles glänzt!“
„Ja. Aber kannst du das nächste mal den Spüllappen bitte auswringen und nicht einfach nass in der Spüle liegen lassen?“

„Wieso, ist doch nur nass. Ich hab ihn ja ausgespült.“
„Ja, aber Bakterien finden das schön, wenn da ein nasser Lappen rumliegt. Ich nicht.“

„Ach Schatz, jetzt bist du aber pingelig! Hier sind doch keine Bakterien!“
„Natürlich, Bakterien sind überall. Aber man muss sich ja nicht mehr züchten als nötig.“

„Aber im großen und ganzen ist es hier doch sauber?“
„Ja schon, aber wenn in der Spüle eben ein nasser Lappen liegt, dann ist das nicht mehr so hygienisch, finde ich.“

„Es kommt ja keiner vom Gesundheitsamt zur Kontrolle…“
„Ja, zum Glück. Aber so ein nasser, kalter Lappen ist schon eklig!“

„Soll ich ihn für dich auswringen?“
„Nein, das geht schon. Aber das nächste Mal kannst du das nach dem Spülen vielleicht machen.“

„Aber wenn er dann über dem Wasserhahn hängt, ist er immer im Weg.“
„Dann leg ihn halt auf die Abtropffläche.“

„Das ist aber auch nicht hygienisch: ein feuchter Lappen auf der Abtropffläche.“
„Der trocknet dann ja auch…“

„Mein nasser Lappen in der Spüle trocknet auch! Er ist nur etwas feuchter als deiner auf der Abtropffläche.“
„Nein, er ist komplett nass. Der braucht ja zwei Tage, bis er trocken ist. Und immer, wenn man dann Wasser vom Wasserhahn nimmt oder was in die Spüle schüttet, wird er wieder nass!“

„Aber die Abtropffläche ist für das saubere Geschirr gedacht. Wenn du das keim- und bakterienverseuchte Ding dahinlegst, schmeckt mir das Essen nicht mehr!“
„Ich finde, da ist er noch am besten aufgehoben.“

„Ich weiß nicht… Was würde denn das Gesundheitsamt raten?“
„Ich ruf doch jetzt nicht das Gesundheitsamt an und frage, wo wir unseren Spüllappen aufbewahren sollen!“

„Nein, ich meine nur so hypothetisch…“
„Phhh… keine Ahnung. Vielleicht sollten wir da einfach mal beim nächsten Restaurantbesuch versuchen, einen Blick in die Küche zu erhaschen.“

„Das ist eine gute Idee. Du hast mich schon lange nicht mehr zum Essen eingeladen. Wie wär’s damit heute abend?“

Kopfschüttel…

16 Kommentare »

Nippes

8. April 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Frauen kaufen Nippes. Das ist nun mal so. Ich habe aber so meine Probleme damit, zu ergründen, warum in aller Welt man so etwas kauft. Es steht im Weg rum, kostet Geld und sieht meistens hässlich aus. Meine Liebste sieht das – ganz Frau – natürlich anders, und so kam sie neulich mit einem besonderen „Prachtstück“ und überraschte mich damit:

„Guck mal Schatz, was ich Schönes gekauft habe!“
„Was ist denn DAS?“

„Ein süßes Keramik-Hündchen. Ist es nicht niedlich?“
„Hmm… Und wozu ist das gut?“

„Wie – wozu ist es gut? Man stellt es ins Regal und freut sich daran!“
„Aber Schatz, das Ding verstaubt doch!“

„Na und? Dann staub ich’s eben wieder ab. Das stellt ja kein Problem dar. Aber ist der nicht süß? Hat nur 13,99 € gekostet!“
„WAS, 13,99 € für so ein Ding? Für das Geld kriegt man ja ‘nen ganzen Kasten Bier!“

„Das mag ja sein, aber der sieht nicht annähernd so niedlich aus.“
„Also darüber ließe sich streiten…“

„Außerdem war es reduziert – von 19,99 € auf 13,99 €!“
„Immer noch überteuert, finde ich…“

„Aber überleg mal, was ich da gespart habe!“
„Hä?“

„Glatte sechs Euro!“
„Also ich hätte ja sogar 13,99 € gespart.“

„Ach, du Quatschkopf! Ich finde das Hündchen ganz knuddelig!“
„Wieso hast du eigentlich nicht zwei gekauft?“

„Öh… ich dachte, der eine wird reichen… Wieso?“
„Na dann hättest du ja sogar zwölf Euro gespart, hihi!“

„Ach, du machst dich lustig über mich. Und das Hündchen gefällt dir auch nicht!“
„Na ja, ist halt Geschmackssache.“

„Siehst du, sag ich doch – es gefällt dir nicht.“
„Ja, du musst aber auch zugeben, dass es sehr…“

„Was?“
„Also sehr… hmm, wie soll ich sagen… kitschig ist.“

„Was? Kitschig? Du meinst, ich kaufe für 13,99 € Kitsch? Das ist Kunst!“
„Ich glaube ja eher, dass es Kunst ist, solchen Kitsch für 13,99 € loszuwerden.“

„Moment, Moment! Nicht nur, dass ich Kitsch kaufe, nein, auch noch überteuert? Wieviel wäre dir denn dieses Hundchen wert gewesen?“
„Also ehrlich gesagt – ich hätte es nicht einmal geschenkt genommen!“

„Du hast einfach keinen Geschmack!“
„Nein, Schatz, DU hast keinen Geschmack – zumindest nicht in diesem Fall!“

„Also mir gefällt das Hündchen sehr gut. Wir könnten es auf den Fernseher stellen, dann kann es uns immer zuschauen, wie wir Filme anschauen.“
„Dürfte ein langweiliges Programm für den Hund sein, aber mir soll’s recht sein.“

„Im Bücherregal ist es halt nicht so praktisch, da muss man ihn immer zur Seite räumen, wenn man an ein Buch will, vor dem er grade steht.“
„Aha, siehst du, jetzt hast du auch gesagt, er sei nicht so praktisch!“

„Im Bücherregal ist er nicht so praktisch!“
„Wo ist er denn dann praktisch, Schatz?“

„Hab ich doch grade gesagt – auf dem Fernseher. Oder findest du nicht?“
„Na ja, ‘praktisch’ kann etwas ja eigentlich nur dann sein, wenn man es überhaupt zu etwas brauchen kann…“

„Eben: Ich kann das Hündchen brauchen, um es anzuschauen.“
„Ich weiß nicht… Da schaut man dann einen Film an, und ständig glotzt mich dieser Hund an. Ich weiß nicht, ob ich mich da konzentrieren kann.“

„Du kannst ihn ja umdrehen, wenn du einen Film schaust.“
„Dann zeigt er mir ja seinen Hintern. Der ist ja auch nicht gerade hübsch. Das will ich auch nicht sehen.“

„Siehst du? Dann wirst du deine Aufmerksamkeit automatisch auf den Film lenken. Ist er also doch zu etwas nütze!“

Kopfschüttel…

12 Kommentare »

Bitte keine Margarine

6. April 2011, aus der Schublade Essen und Trinken


Die meisten Frauen achten auf ihre Linie, das ist bekannt. Ich schätze mal, dass über die Hälfte ihrer Ausgaben für Produkte draufgehen, die mit Schlankheit, Abnehmen, schöner Figur und Diät zu tun haben. Das könnte mir ja egal sein, wenn ich nicht darunter leiden müsste. Neulich beim Abendbrot fragte ich nach der Butter und bekam von meiner Liebsten Margarine gereicht – mit folgenden Worten:

„Bitteschön, Schatz. Ich hab mal Margarine gekauft.“
„Wieso denn Margarine? Die kann man zum Backen nehmen, aber doch nicht aufs Brot!“

„Natürlich, steht doch groß drauf: ‚Der leichte Brotaufstrich!‘. Ist außerdem gesund!“
„…schreibt der Hersteller, oder? Margarine ist nicht dasselbe wie Butter. Wenn ich mir Käse aufs Brot lege und vorher dick Butter draufmache, schmeckt das viel leckerer.“

„Aber ich werde von Butter zu dick!“
„Ach Schatz, das ist doch Quatsch. Selbst wenn ich dick Butter auf mein Brot mache, ist das höchstens einen Milimeter dick, und davon nimmt man doch nicht zu.“

„Ich schon!“
„Das kann gar nicht sein, du streichst ja immer nur einen Hauch Butter aufs Brot. Eigentlich nix.“

„Na ja, ich glaube, bei dir ist da jegliches Maß verlorengegangen. Du isst ja sogar Leberwurst mit Butter!“
„Es schmeckt halt besser!“

„Brrrr… da vergeht mir fast der Appetit! Wenn ich allein an die Kalorien denke!“
„Ja ja, Kalorien, das sind die kleinen Tierchen, die nachts die Kleidung enger nähen… Wenn das Essen nicht nahrhaft ist, kann man es ja gleich bleiben lassen.“

„Margarine ist aber auch nahrhaft. Hier: ‚Mit vielen Vitaminen‘ steht da.“
„Na ja, ‚Mit viel Chemie‘ werden sie wohl kaum draufschreiben…“

„Aber dafür wird man eben nicht dick davon. So wie von Butter.“
„Also die Margarine werd ich dir nicht streitig machen. Damit kannst du alleine hungern, aber bring mir bitte das nächste Mal wieder ein Päckchen Butter mit. Außerdem finde ich, dass du gar nicht zugenommen hast.“

„Das sagst du jetzt nur, damit ich keine Margarine mehr kaufe, oder?“
„Nein, Schatz, das ist ein ehrliches Kompliment!“

„Dann freut mich das natürlich!“
„Und du kannst wieder Butter essen!“

„Ich weiß nicht… Also die Margarine esse ich trotzdem. Ich mache einen Vergleich auf der Waage – jetziges Gewicht und in einer Woche oder so, wenn die Schale leer ist, nochmal gucken. Wenn ich abgenommen habe, spricht das ja für die Margarine.“
„Ähh…“

„Komm jetzt nicht wieder mit komplizierten Berechnungen!“
„Vielleicht spielt es ja auch eine Rolle, was du auf dein Margarinebrot drauflegst?“

„Du hast natürlich recht. Ich kaufe morgen gleich diese Light-Leberwurst mit 3 % Fett!“

Kopfschüttel…

27 Kommentare »

Wer wird Millionär?

2. April 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben


Manchmal gestaltet sich ein Abend völlig anders als geplant. Nicht, weil die Arbeit über mich hereinbricht oder meine Liebste schlechte Laune hat, sondern weil sie Fernsehen schaut – „Wer wird Millionär?“, um genauer zu sein. Ich wollte eigentlich was am Computer machen, aber ich wurde dann doch durch sie davon abgehalten:

„Guck mal schnell, Schatz, weißt du die Antwort: ‘Franz Grillparzer schrieb die Erzählung «Der arme… – A) Müllmann B) Spielmann C) Buhmann D) Sensenmann»?’”
„Franz wer? Keine Ahnung.“

„Komm, das ist erst die 2.000-Euro-Frage!“
„Ich weiß es trotzdem nicht!“

„Also ich würde ja A) und C) ausschließen. Das wäre ja zu blöd als Buchtitel.“
„Aber wissen tust du’s nicht, oder?“

„Nein, natürlich nicht. Aber so vom Gefühl her…“
„Aber da geht’s doch um Wissen, nicht um Gefühl.“

„Na ja, aber die zwei kann ich eigentlich ausschließen.“
„Eigentlich. Und wenn’s dann doch eine von beiden Antworten ist?“

„Na ja, ich sitz ja nicht im Studio.“
„Klar. Wenn du nämlich dort sitzen würdest, würdest du dich nicht trauen, mal einfach so vom Gefühl her zwei Antworten auszuschließen.“

„Natürlich. Aber guck mal, der Kandidat ist sich auch nicht sicher.“
„Du wärst ja noch viel unsicherer. Stell dir mal vor, der Jauch würde dich dann fragen: ‚Sind Sie sich da so sicher? «Der arme Müllmann», das könnte ja ein gesellschaftskritisches Werk sein. Und «Der arme Buhmann» klingt jetzt nicht so komisch, wie sie behaupten.‘ Da würdest du aussteigen, oder?“

„Nee, ich hätte ja noch alle Joker! Ich würde zuerst den 50/50-Joker nehmen. Und dann…“
„Und wenn dann noch A) und C) übrigblieben?“

„Dann könnte ich immer noch das Publikum fragen!“
„Das hat doch von sowas auch keine Ahnung!“

„Dann halt mit dem Telefonjoker!“
„Wenn würdest du denn anrufen?“

„Na dich!“
„Aber ich hab doch auch keine Ahnung! Außerdem würdest du mich doch sicher mit ins Studio nehmen, oder?“

„Ja… Na dann halt… Wer könnte das denn wissen… Also ich würde A) und C) ausschließen. Mut zum Risiko!“
„Du spinnst ja! 2.000 Euro riskieren?“

„Das ist nicht richtig riskiert… Ich hab das im Gefühl!“
„Ja ja, Frauen und ihr Gefühl…“

„Pssst, guck mal, jetzt will der sich ohne Joker entscheiden! Der zockt! Der hat nämlich auch so ein Gefühl wie ich!“
„Und gleich hat er auch keine 2.000 Euro mehr…“

„Wieso, 500 darf er ja auf jeden Fall behalten.“
„Was sind schon 500 Euro im Vergleich zu den 2.000! Weißt du, wie lange man dafür arbeiten muss?“

„Und guck mal, der Jauch hat ihn jetzt komplett schwindlig geredet. Jetzt nimmt er doch den 50/50-Joker!“
„Wußt ich’s doch!“

„A) und B) sind übriggeblieben! Müllmann und Spielmann!“
„Und was würdest du jetzt nehmen?“

„A) ist garantiert falsch, das hab ich ja schon vorhin gesagt. Dann heißt das Ding also ‚Der arme Spielmann‘.“
„Wieso denn, es könnte auch ‚Der arme Müllmann‘ heißen.“

„Mein Gefühl sagt, dass A) falsch ist, und dann ist das auch so.“
„Also ich würde jetzt noch jemanden anrufen.“

„Wen denn?“
„Na dich zum Beispiel.“

„Aber ich wäre doch wohl auch im Studio, wenn du…“
„Dann könntest du ja nicht mein Joker sein!“

„Du würdest mich also nicht mit ins Studio nehmen?“
„Na ja…“

„Ach! Und wen würdest du stattdessen mitnehmen?“
„Vielleicht einen Kollegen oder so…“

„Na prima! Da bist du einmal im Fernsehen und ich darf nicht mit!“
„Aber wenn ich dich doch als Joker brauchen würde! Außerdem ist das doch nur so ein Gedankenspiel!“

„Du würdest mich anrufen, obwohl ich die Antwort nicht weiß?“
„Das weiß ich ja in dem Moment noch nicht!“

„Was?“
„Na dass du die Antwort nicht weißt! Und dass du stattdessen so aus dem Bauch heraus was sagen würdest.“

„Nicht aus dem Bauch heraus! Mit Gefühl!“
„Na sag ich doch! Ohne Wissen eben.“

„Das ist eine ganz andere Ebene, aber das verstehst du nicht. Wieso würdest du mich eigentlich überhaupt anrufen, wenn du weißt, dass ich nichts weiß?“
„Ach, lassen wir das. Ich wollte da ja nie hin.“

„Wieso eigentlich nicht?“

Kopfschüttel…

8 Kommentare »

Wie man eine Erkältung kuriert

29. April 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Ich war kürzlich leider etwas krank (schwere Erkältung) und lag einige Tage flach. Ich hatte eigentlich mit guter Pflege und viel Zuspruch seitens meiner Liebsten gerechnet, aber das traf nur zum Teil zu. Stattdessen bekam ich in meiner hilflosen Lage schon frühmorgens auch noch einiges an Spott von ihr zu hören:

„Naaa, wie geht’s uns denn heute?“
„Immer noch schlecht. Ich bin total erkältet!“

„Oooch! Du Armer! Eine schwere Erkältung, die nicht weichen will! Soll ich den Krankenwagen rufen?“
„Nein, aber ein bißchen Ernsthaftigkeit täte mir auch gut. Und ein heißer Erkältungstee.“

„Natürlich, Schatz. Mach ich dir gerne.“
„Danke.“

„Weißt du, was auch gut hilft? Eine Spezialmixtur von meiner Oma. Soll ich dir die zubereiten?“
„Wie sieht die denn aus?“

„Zwiebeln kleinschneiden und mit Honig verrühren, eine Weile stehenlassen und dann trinken oder essen, Hauptsache runter damit. Das hilft!“
„Äh ja… fragt sich nur, wem – dem Imker vermutlich….“

„Ach was, ich mach dir das mal, du wirst sehen, dann wird’s gleich viel besser!“
„Und als Getränk dazu vielleicht noch warme Milch mit Honig, oder? Uääääh! Nein danke!“

„Ja dann bleibst du halt schwer krank ans Bett gefesselt. Wer sich nicht helfen lässt, ist selbst schuld!“
„Wieso, ich kann doch nichts dazu, dass ausgerechnet mich diese schlimme Erkältung erwischt hat!“

„Na ja, du wirst nicht gleich dran sterben. Da muss man nicht so jammern.“
„Ich jammere doch gar nicht. Es nervt halt. Und Taschentücher habe ich auch keine mehr hier…“

„Ich bring dir welche. Ich kann dir ja auch noch Musik anschalten, damit’s dir besser geht.“
„Ach, ich hör nicht so gut wegen der Erkältung. Meine Ohren sind wie mit Watte verstopft.“

„Ach, ach, ach. Fast müsste man dich abwracken.“
„Ha ha. Wenn du so eine fiese Erkältung hättest, wäre dir auch nicht nach Spotten zumute.“

„Ich spotte ja nicht. Ich beschreibe nur die Realität!“
„Ja, und die ist hart und grausam.“

„Was machst du denn erst, wenn du mal ernsthaft krank bist?“
„Ich BIN ernsthaft krank! Oder würdest du behaupten, dass es mir eigentlich gut geht und ich nur etwas blass um die Nase bin?“

„Na ja… fast. Du hast’s halt ein bisschen im Hals und dazu Schnupfen, landläufig als Erkältung bekannt. Mehr nicht.“
„Ich kann bald nicht mehr sprechen vor lauter Erkältung!“

„Aber wenn’s dir doch so schlecht geht, dann nimm doch wenigstens mal was dagegen!“
„Nee, deine Mixturen kannst du behalten. Die kann man zum Foltern nehmen, aber nicht zum Gesundwerden.“

„Moment, was ich vorhin aufgezählt habe, ist noch nicht alles aus meinem Medizinschrank! Ich hab noch mehr in petto!“
„Um Himmels Willen, womit willst du mich noch foltern?“

„Nix Folter! Es handelt sich um ein Rezept speziell für Männer, die unter schwerer Erkältung leiden.“
„Und das wäre?“

„Warmes Bier!“

Kopfschüttel…

8 Kommentare »

Sonntagmorgen

18. April 2011, aus der Schublade Essen und Trinken

Am Samstag war ich aus. Alleine – es war so ein Männerabend, und, nun ja, es wurde auch ordentlich gezecht. Am Sonntag vormittag war ich zu nichts zu gebrauchen. Irgendwie fand ich mich dann am Frühstücks- oder Mittagstisch ein und meine Liebste hätte gerne gewusst, wie die Feier so war:

„Jetzt erzähl doch mal, wie’s war! Du sitzt bloß rum und hältst deinen Kopf fest!“
„Hmmja…“

„Du bist immer noch ganz blass! Wann bist du denn heimgekommen? Ich hab mitten in der Nacht einen Knall gehört, warst du das?“
„Keine Ahnung… also wann ich heimgekommen bin.“

„Und der Knall?“
„Da muss mir wohl was runtergefallen sein… Im Bad oder wo…“

„Deswegen riecht das ganze Bad nach Rasierwasser! Hast du zuviel getrunken?“
„Phhh…“

„Dir muss man ja alles aus der Nase ziehen! Wer war denn da?“
„Äh… Heiko und Ingo. Glaub ich.“

„Wie? Ihr wart nur zu dritt?“
„Ich weiß nicht. Ja. Also Stefan ist irgendwann gegangen.“

„Über was habt ihr denn geredet?“
„Phhh… das Übliche halt.“

„Also da weiss ich ja über meine letzte exzessive Party besser Bescheid als du! Das war der Junggesellinnenabschied von Tina!“
„-“

„Da waren wir ganz schön unterwegs. Zuerst Pizza essen, natürlich mit Grappa als Abschluss, und dann eine Kneipentour, und Tina hatte so ein furchtbares Kostüm anziehen müssen!“
„Äh… kannst du…“

„Und Tina war eh schon ganz betüdelt, weil sie noch vor dem Aufbruch ein paar Likörchen getrunken hat. Und Carmen hat mit ihr…“
„Pssst!“

„Was denn?“
„Kannst du mal leise sein?“

„Wieso denn?“
„Mein Kopf…“

„Kopfweh? Soll ich dir eine Tablette geben?“
„Nein, danke. Nur Ruhe…“

„Leg dich doch nochmal hin, wenn dir nicht so wohl ist.“
„Ach, es geht ja, wenn ich hier sitze und wenn es ruhig ist.“

„Dann erzähl ich dir das ein andermal fertig, okay?“
„Jaja…“

„Essen willst du vermutlich nichts, oder?“
„Nein.“

„Du siehst aber auch elend aus. Willst du einen Tee?“
“Nein, gar nichts. Nur meine Ruhe!“

„Ich bin ja schon ruhig. Ich wollte dir ja nur helfen.“
„Ja, danke.“

„Eine Cola soll auch gut gegen Magendurcheinander helfen!“
„Soll sie halt…“

„Ich mein ja nur. Ein bisschen frische Luft täte dir bestimmt auch gut.“
„Schatz! Jetzt ist es aber mal gut!“

„Ja ja, reg dich doch nicht gleich auf.“
„-“

„Weißt du eigentlich, wie wir beim Junggesellinnenabschied am nächsten Morgen nach dem Aufstehen weitergemacht haben? Mit einem Sektfrühstück!“

Kopfschüttel…

20 Kommentare »

Lipgloss gesucht!

15. April 2011, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Wenn meine Liebste Sachen sucht, geht sie immer recht planlos vor. Ich kann ihr dann meist wenig helfen, weil meine Hilfe sie anscheinend noch mehr durcheinander bringt, aber irgendwie findet sie das Gesuchte dann doch – manchmal sogar mit einem Plan, der aber vermutlich nur bei ihr funktioniert. Neulich suchte sie ein wichtiges Kosmetikutensil, das ich bis dahin noch gar nicht kannte:

„Hast du mein Lipgloss gesehen?“
„Vielleicht, Schatz. Wie sieht es denn aus?“

„Na ja, wie Lipgloss halt…“
„Hmm… Was ist das denn?“

„Was?“
„Na dieses Lipgloss!“

„So eine Art Lippenstift. Wo hab ich das nur hin?“
„Im Bad stand neulich so was rum. So was Schwarzes.“

„Nein, das ist die Wimperntusche…“
„Bestimmt ist es in deiner Handtasche.“

„Da hab ich auch schon gesucht…“
„Soll ich mal suchen?“

„In meiner Handtasche? Keinesfalls!“
„Misstraust du mir oder wieso darf ich dir keinesfalls beim Suchen in deiner Handtasche helfen?“

„Meine Handtasche… Das verstehst du nicht.“
„Wenn du mir’s erklärst, vielleicht schon.“

„Nein, das ist so eine Frauensache.“
„Hä? Braucht man zum Suchen in der Handtasche etwa weibliche Intuition?“

„Nein. Aber du würdest dann wieder Sachen dort finden…“
„Ja, das ist ja das Ziel der Suche: dass ich den Lippenstift finde!“

„Das Lipgloss…“
„Also, gib mir mal das Täschchen, dann…“

„Nein, das geht nicht! Du würdest dort alles mögliche finden!“
„Ach so, du hast Sorgen, dass ich den Bodensatz aufwühle?“

„Das ist kein Bodensatz, das sind halt die Dinge, die man so in der Handtasche hat. Du würdest ja auch nicht wollen, dass ich in deiner Werkzeugkiste rumkrame.“
„Kann sein, aber da ist kein Bodensatz drin…“

„In meiner Handtasche ja auch nicht.“
„Also in meinem Werkzeugkasten ist es auf jeden Fall ordentlich.“

„In meiner Handtasche auch. Im Prinzip.“
„Was soll das denn heißen? Im Prinzip ordentlich?“

„Na ja… es herrscht eine bestimmte Grundordnung darin, die du aber nicht verstehst.“
„Wenn du sie verstehst, dann findest du ja auch dein Lipdings da drin, oder?“

„Theoretisch ja, wenn es da drin wäre. Aber ich habe ja schon in der Handtasche gesucht.“
„Soll ich nicht auch nochmal…?“

„Nein! Es muss woanders rumliegen!“
„Geht es nicht auch ohne? Ich brauch das Zeug ja auch nicht und bin trotzdem schön.“

„Findest du etwa, dass ich geschminkt nicht schöner bin?“
„Nein, also… du bist natürlich hübsch, geschminkt oder ungeschminkt.“

„Es ist dir also egal, ob ich mir die Mühe mache, mich zu schminken.“
„Nein, ich meine nur…“

„Wenn ich nur ungeschminkt rumlaufen soll, musst du es nur sagen. Dann brauche ich auch das Lipgloss nicht mehr!“
„Nein, du kannst dich gern schminken, wenn du magst.“

„Ich muss mich nicht schminken! Ich mache das nur wegen dir, wenn du nicht willst, lass ich es weg!“
„Also suchen wir halt das Lipdings weiter… Wo hast du es denn zuletzt gebraucht?“

„Im Bad. Da hab ich’s aber auch nicht gefunden. Ach, mir ist das jetzt auch zu blöd, ich kauf mir schnell ein neues in der Drogerie.“
„Bis du wiederkommst hab ich es sicher gefunden!“

„Dann hab ich halt zwei… Oh! Ich hab’s! Es war hier in der Manteltasche!“
„Na endlich! Wie kommt es denn da hin?“

„Ah, ich erinnere mich! Ich habe es neulich schon mal gesucht und nicht gefunden und mir dann ein neues gekauft. Und damit ich es nicht doppelt kaufe, habe ich es in der Manteltasche gelassen, weil ich es so vor dem nächsten Einkaufen bemerke. Funktioniert!“

Kopfschüttel…

13 Kommentare »

Wieder mal zu schnell

13. April 2011, aus der Schublade Auto und Parken

Wenn man geblitzt wird, ist das natürlich unerfreulich. Und zugegebenermaßen kann das ja schnell mal passieren – kurz nicht aufgepasst, schon hat man ein Foto. Anschließend fährt man eine Weile ganz StVO-konform, bis man wieder normal fährt und es wieder mal blitzt. Da das immer wieder mal vorkommt, lohnt es sich auch nicht, sich drüber zu ärgern. Meine Liebste machte dies trotzdem, als sie heimkam:

„So ein Mist! Schon wieder geblitzt worden!“
„Mist! Wieviel?“

„Keine Ahnung, der Bescheid kommt ja erst noch.“
„Nein, ich meine wieviel zuviel?“

„Puuhh… was weiß ich. Ich weiß ja gar nicht, wieviel da erlaubt war!“
„Also wie schnell bist du denn gefahren?“

„Hmm.. etwa 60 km/h. Schätze ich mal.“
„Dann war’s hoffentlich eine 50er-Zone…“

„Vielleicht waren’s auch nur 50…“
„Dann hätte es ja in einer 50er-Zone nicht geblitzt!“

„Du meinst, ich bin 50 in einer 30er-Zone gefahren?“
„Kann sein. Oder gar 60, so wie du geschätzt hast.“

„Um Himmels willen! 60 in einer 30er-Zone! Da ist ja mein Führerschein weg!“
„Mal doch nicht gleich den Teufel an die Wand, Schatz! Vielleicht waren’s ja nur 60 in einer 50er-Zone, das wäre dann gar nicht so schlimm.“

„Aber wenn es jetzt doch eine 30er-Zone war? Ich weiß es halt nicht mehr! Och Mann, wieso müssen die auch grade heute…“
„Manchmal wird der Bescheid aus irgendwelchen Gründen auch einfach nicht zugestellt.“

„Bei meinem Pech wird das nicht der Fall sein. Was wird das denn kosten, außer Führerscheinentzug?“
„Hmm… etwas mehr als deine neuen Schuhe neulich.“

„Witzbold. Die werde ich bald häufiger brauchen, wenn ich zu Fuß gehen muss.“
„Na warte doch mal ab. Noch hast du ja deinen Führerschein. Und ich kann dich ja auch fahren.“

„Diese blöden Blitzer, die gehören zugehängt oder umgetreten!“
„Na na na! Es war ja nicht der Blitzer schuld, sondern vermutlich du.“

„Jetzt fall du mir auch noch in den Rücken!“
„Ich mein ja nur…“

„Vielleicht ist das Foto auch nicht zu gebrauchen. Unscharf oder so, einfach nichts zu erkennen.“
„Ich weiß ja nicht…“

„Die moderne Technik hat da bestimmt auch so ihre Tücken.“
„Ja, deswegen wird ja schon ein bisschen was abgezogen. Wird aber beim Verhältnis 60 zu 30 wenig bringen. Das ist aber auch ordentlich drüber…“

„Na ja, manchmal fährt man halt so in Gedanken dahin und guckt nicht, und Zack! – schon ist es passiert. Du bist doch auch schon oft geblitzt worden!“
„Ja, aber noch nie mit der doppelten Geschwindigkeit!“

„Es tut mir ja auch leid, aber was soll ich denn jetzt machen?“
„Abwarten, Schatz. Viel mehr kannst du jetzt eh nicht tun.“

„Dann kann ich aber heute nacht nicht schlafen. Ich denke dann die ganze Zeit, ob es eine 30er-Zone war…“
„Irgendwann wird dir das Gegrübel zu blöd, dann schläfst du schon.“

„Du hast leicht reden!“
„Solange du nicht laut im Bett grübelst…“

„Ich hab’s! Wenn ich nicht schlafen kann, fahr ich heute nacht nochmal hin und schaue nach, ob es eine 30er-Zone war oder nicht!“

Kopfschüttel…

5 Kommentare »

Ein Platz für den Spüllappen

11. April 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Bei uns ist es manchmal ein bisschen unaufgeräumt, so dass man sich wohlfühlt, aber immer so sauber, dass man nicht krank wird. Klinisch rein und steril ist es bei uns natürlich nicht (wir sind ja auch keine Klinik), und diesen Anspruch habe ich ja auch nicht. Was ich aber nicht leiden kann, ist ein nasser Spüllappen in der Spüle. Den kann man auch auswringen und auf die Seite legen oder meinetwegen über den Wasserhahn hängen. Meine Liebste hat neulich gespült und beendete ihre Arbeit mit den Worten:

„So, fertig. Eigentlich gehört die Spüle auch mal wieder gründlich geputzt…“
„Ja, da hast du recht!“

„Ich hatte jetzt eigentlich darauf gehofft, dass du das übernimmst!“
„Ja gut, du hast ja schon gespült, sonst bekommst du noch Schrumpelhände.“

„Eben. Und es ist doch auch schön, wenn mal wieder alles glänzt!“
„Ja. Aber kannst du das nächste mal den Spüllappen bitte auswringen und nicht einfach nass in der Spüle liegen lassen?“

„Wieso, ist doch nur nass. Ich hab ihn ja ausgespült.“
„Ja, aber Bakterien finden das schön, wenn da ein nasser Lappen rumliegt. Ich nicht.“

„Ach Schatz, jetzt bist du aber pingelig! Hier sind doch keine Bakterien!“
„Natürlich, Bakterien sind überall. Aber man muss sich ja nicht mehr züchten als nötig.“

„Aber im großen und ganzen ist es hier doch sauber?“
„Ja schon, aber wenn in der Spüle eben ein nasser Lappen liegt, dann ist das nicht mehr so hygienisch, finde ich.“

„Es kommt ja keiner vom Gesundheitsamt zur Kontrolle…“
„Ja, zum Glück. Aber so ein nasser, kalter Lappen ist schon eklig!“

„Soll ich ihn für dich auswringen?“
„Nein, das geht schon. Aber das nächste Mal kannst du das nach dem Spülen vielleicht machen.“

„Aber wenn er dann über dem Wasserhahn hängt, ist er immer im Weg.“
„Dann leg ihn halt auf die Abtropffläche.“

„Das ist aber auch nicht hygienisch: ein feuchter Lappen auf der Abtropffläche.“
„Der trocknet dann ja auch…“

„Mein nasser Lappen in der Spüle trocknet auch! Er ist nur etwas feuchter als deiner auf der Abtropffläche.“
„Nein, er ist komplett nass. Der braucht ja zwei Tage, bis er trocken ist. Und immer, wenn man dann Wasser vom Wasserhahn nimmt oder was in die Spüle schüttet, wird er wieder nass!“

„Aber die Abtropffläche ist für das saubere Geschirr gedacht. Wenn du das keim- und bakterienverseuchte Ding dahinlegst, schmeckt mir das Essen nicht mehr!“
„Ich finde, da ist er noch am besten aufgehoben.“

„Ich weiß nicht… Was würde denn das Gesundheitsamt raten?“
„Ich ruf doch jetzt nicht das Gesundheitsamt an und frage, wo wir unseren Spüllappen aufbewahren sollen!“

„Nein, ich meine nur so hypothetisch…“
„Phhh… keine Ahnung. Vielleicht sollten wir da einfach mal beim nächsten Restaurantbesuch versuchen, einen Blick in die Küche zu erhaschen.“

„Das ist eine gute Idee. Du hast mich schon lange nicht mehr zum Essen eingeladen. Wie wär’s damit heute abend?“

Kopfschüttel…

16 Kommentare »

Nippes

8. April 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben

Frauen kaufen Nippes. Das ist nun mal so. Ich habe aber so meine Probleme damit, zu ergründen, warum in aller Welt man so etwas kauft. Es steht im Weg rum, kostet Geld und sieht meistens hässlich aus. Meine Liebste sieht das – ganz Frau – natürlich anders, und so kam sie neulich mit einem besonderen „Prachtstück“ und überraschte mich damit:

„Guck mal Schatz, was ich Schönes gekauft habe!“
„Was ist denn DAS?“

„Ein süßes Keramik-Hündchen. Ist es nicht niedlich?“
„Hmm… Und wozu ist das gut?“

„Wie – wozu ist es gut? Man stellt es ins Regal und freut sich daran!“
„Aber Schatz, das Ding verstaubt doch!“

„Na und? Dann staub ich’s eben wieder ab. Das stellt ja kein Problem dar. Aber ist der nicht süß? Hat nur 13,99 € gekostet!“
„WAS, 13,99 € für so ein Ding? Für das Geld kriegt man ja ‘nen ganzen Kasten Bier!“

„Das mag ja sein, aber der sieht nicht annähernd so niedlich aus.“
„Also darüber ließe sich streiten…“

„Außerdem war es reduziert – von 19,99 € auf 13,99 €!“
„Immer noch überteuert, finde ich…“

„Aber überleg mal, was ich da gespart habe!“
„Hä?“

„Glatte sechs Euro!“
„Also ich hätte ja sogar 13,99 € gespart.“

„Ach, du Quatschkopf! Ich finde das Hündchen ganz knuddelig!“
„Wieso hast du eigentlich nicht zwei gekauft?“

„Öh… ich dachte, der eine wird reichen… Wieso?“
„Na dann hättest du ja sogar zwölf Euro gespart, hihi!“

„Ach, du machst dich lustig über mich. Und das Hündchen gefällt dir auch nicht!“
„Na ja, ist halt Geschmackssache.“

„Siehst du, sag ich doch – es gefällt dir nicht.“
„Ja, du musst aber auch zugeben, dass es sehr…“

„Was?“
„Also sehr… hmm, wie soll ich sagen… kitschig ist.“

„Was? Kitschig? Du meinst, ich kaufe für 13,99 € Kitsch? Das ist Kunst!“
„Ich glaube ja eher, dass es Kunst ist, solchen Kitsch für 13,99 € loszuwerden.“

„Moment, Moment! Nicht nur, dass ich Kitsch kaufe, nein, auch noch überteuert? Wieviel wäre dir denn dieses Hundchen wert gewesen?“
„Also ehrlich gesagt – ich hätte es nicht einmal geschenkt genommen!“

„Du hast einfach keinen Geschmack!“
„Nein, Schatz, DU hast keinen Geschmack – zumindest nicht in diesem Fall!“

„Also mir gefällt das Hündchen sehr gut. Wir könnten es auf den Fernseher stellen, dann kann es uns immer zuschauen, wie wir Filme anschauen.“
„Dürfte ein langweiliges Programm für den Hund sein, aber mir soll’s recht sein.“

„Im Bücherregal ist es halt nicht so praktisch, da muss man ihn immer zur Seite räumen, wenn man an ein Buch will, vor dem er grade steht.“
„Aha, siehst du, jetzt hast du auch gesagt, er sei nicht so praktisch!“

„Im Bücherregal ist er nicht so praktisch!“
„Wo ist er denn dann praktisch, Schatz?“

„Hab ich doch grade gesagt – auf dem Fernseher. Oder findest du nicht?“
„Na ja, ‘praktisch’ kann etwas ja eigentlich nur dann sein, wenn man es überhaupt zu etwas brauchen kann…“

„Eben: Ich kann das Hündchen brauchen, um es anzuschauen.“
„Ich weiß nicht… Da schaut man dann einen Film an, und ständig glotzt mich dieser Hund an. Ich weiß nicht, ob ich mich da konzentrieren kann.“

„Du kannst ihn ja umdrehen, wenn du einen Film schaust.“
„Dann zeigt er mir ja seinen Hintern. Der ist ja auch nicht gerade hübsch. Das will ich auch nicht sehen.“

„Siehst du? Dann wirst du deine Aufmerksamkeit automatisch auf den Film lenken. Ist er also doch zu etwas nütze!“

Kopfschüttel…

12 Kommentare »

Bitte keine Margarine

6. April 2011, aus der Schublade Essen und Trinken


Die meisten Frauen achten auf ihre Linie, das ist bekannt. Ich schätze mal, dass über die Hälfte ihrer Ausgaben für Produkte draufgehen, die mit Schlankheit, Abnehmen, schöner Figur und Diät zu tun haben. Das könnte mir ja egal sein, wenn ich nicht darunter leiden müsste. Neulich beim Abendbrot fragte ich nach der Butter und bekam von meiner Liebsten Margarine gereicht – mit folgenden Worten:

„Bitteschön, Schatz. Ich hab mal Margarine gekauft.“
„Wieso denn Margarine? Die kann man zum Backen nehmen, aber doch nicht aufs Brot!“

„Natürlich, steht doch groß drauf: ‚Der leichte Brotaufstrich!‘. Ist außerdem gesund!“
„…schreibt der Hersteller, oder? Margarine ist nicht dasselbe wie Butter. Wenn ich mir Käse aufs Brot lege und vorher dick Butter draufmache, schmeckt das viel leckerer.“

„Aber ich werde von Butter zu dick!“
„Ach Schatz, das ist doch Quatsch. Selbst wenn ich dick Butter auf mein Brot mache, ist das höchstens einen Milimeter dick, und davon nimmt man doch nicht zu.“

„Ich schon!“
„Das kann gar nicht sein, du streichst ja immer nur einen Hauch Butter aufs Brot. Eigentlich nix.“

„Na ja, ich glaube, bei dir ist da jegliches Maß verlorengegangen. Du isst ja sogar Leberwurst mit Butter!“
„Es schmeckt halt besser!“

„Brrrr… da vergeht mir fast der Appetit! Wenn ich allein an die Kalorien denke!“
„Ja ja, Kalorien, das sind die kleinen Tierchen, die nachts die Kleidung enger nähen… Wenn das Essen nicht nahrhaft ist, kann man es ja gleich bleiben lassen.“

„Margarine ist aber auch nahrhaft. Hier: ‚Mit vielen Vitaminen‘ steht da.“
„Na ja, ‚Mit viel Chemie‘ werden sie wohl kaum draufschreiben…“

„Aber dafür wird man eben nicht dick davon. So wie von Butter.“
„Also die Margarine werd ich dir nicht streitig machen. Damit kannst du alleine hungern, aber bring mir bitte das nächste Mal wieder ein Päckchen Butter mit. Außerdem finde ich, dass du gar nicht zugenommen hast.“

„Das sagst du jetzt nur, damit ich keine Margarine mehr kaufe, oder?“
„Nein, Schatz, das ist ein ehrliches Kompliment!“

„Dann freut mich das natürlich!“
„Und du kannst wieder Butter essen!“

„Ich weiß nicht… Also die Margarine esse ich trotzdem. Ich mache einen Vergleich auf der Waage – jetziges Gewicht und in einer Woche oder so, wenn die Schale leer ist, nochmal gucken. Wenn ich abgenommen habe, spricht das ja für die Margarine.“
„Ähh…“

„Komm jetzt nicht wieder mit komplizierten Berechnungen!“
„Vielleicht spielt es ja auch eine Rolle, was du auf dein Margarinebrot drauflegst?“

„Du hast natürlich recht. Ich kaufe morgen gleich diese Light-Leberwurst mit 3 % Fett!“

Kopfschüttel…

27 Kommentare »

Wer wird Millionär?

2. April 2011, aus der Schublade Wohnen und Leben


Manchmal gestaltet sich ein Abend völlig anders als geplant. Nicht, weil die Arbeit über mich hereinbricht oder meine Liebste schlechte Laune hat, sondern weil sie Fernsehen schaut – „Wer wird Millionär?“, um genauer zu sein. Ich wollte eigentlich was am Computer machen, aber ich wurde dann doch durch sie davon abgehalten:

„Guck mal schnell, Schatz, weißt du die Antwort: ‘Franz Grillparzer schrieb die Erzählung «Der arme… – A) Müllmann B) Spielmann C) Buhmann D) Sensenmann»?’”
„Franz wer? Keine Ahnung.“

„Komm, das ist erst die 2.000-Euro-Frage!“
„Ich weiß es trotzdem nicht!“

„Also ich würde ja A) und C) ausschließen. Das wäre ja zu blöd als Buchtitel.“
„Aber wissen tust du’s nicht, oder?“

„Nein, natürlich nicht. Aber so vom Gefühl her…“
„Aber da geht’s doch um Wissen, nicht um Gefühl.“

„Na ja, aber die zwei kann ich eigentlich ausschließen.“
„Eigentlich. Und wenn’s dann doch eine von beiden Antworten ist?“

„Na ja, ich sitz ja nicht im Studio.“
„Klar. Wenn du nämlich dort sitzen würdest, würdest du dich nicht trauen, mal einfach so vom Gefühl her zwei Antworten auszuschließen.“

„Natürlich. Aber guck mal, der Kandidat ist sich auch nicht sicher.“
„Du wärst ja noch viel unsicherer. Stell dir mal vor, der Jauch würde dich dann fragen: ‚Sind Sie sich da so sicher? «Der arme Müllmann», das könnte ja ein gesellschaftskritisches Werk sein. Und «Der arme Buhmann» klingt jetzt nicht so komisch, wie sie behaupten.‘ Da würdest du aussteigen, oder?“

„Nee, ich hätte ja noch alle Joker! Ich würde zuerst den 50/50-Joker nehmen. Und dann…“
„Und wenn dann noch A) und C) übrigblieben?“

„Dann könnte ich immer noch das Publikum fragen!“
„Das hat doch von sowas auch keine Ahnung!“

„Dann halt mit dem Telefonjoker!“
„Wenn würdest du denn anrufen?“

„Na dich!“
„Aber ich hab doch auch keine Ahnung! Außerdem würdest du mich doch sicher mit ins Studio nehmen, oder?“

„Ja… Na dann halt… Wer könnte das denn wissen… Also ich würde A) und C) ausschließen. Mut zum Risiko!“
„Du spinnst ja! 2.000 Euro riskieren?“

„Das ist nicht richtig riskiert… Ich hab das im Gefühl!“
„Ja ja, Frauen und ihr Gefühl…“

„Pssst, guck mal, jetzt will der sich ohne Joker entscheiden! Der zockt! Der hat nämlich auch so ein Gefühl wie ich!“
„Und gleich hat er auch keine 2.000 Euro mehr…“

„Wieso, 500 darf er ja auf jeden Fall behalten.“
„Was sind schon 500 Euro im Vergleich zu den 2.000! Weißt du, wie lange man dafür arbeiten muss?“

„Und guck mal, der Jauch hat ihn jetzt komplett schwindlig geredet. Jetzt nimmt er doch den 50/50-Joker!“
„Wußt ich’s doch!“

„A) und B) sind übriggeblieben! Müllmann und Spielmann!“
„Und was würdest du jetzt nehmen?“

„A) ist garantiert falsch, das hab ich ja schon vorhin gesagt. Dann heißt das Ding also ‚Der arme Spielmann‘.“
„Wieso denn, es könnte auch ‚Der arme Müllmann‘ heißen.“

„Mein Gefühl sagt, dass A) falsch ist, und dann ist das auch so.“
„Also ich würde jetzt noch jemanden anrufen.“

„Wen denn?“
„Na dich zum Beispiel.“

„Aber ich wäre doch wohl auch im Studio, wenn du…“
„Dann könntest du ja nicht mein Joker sein!“

„Du würdest mich also nicht mit ins Studio nehmen?“
„Na ja…“

„Ach! Und wen würdest du stattdessen mitnehmen?“
„Vielleicht einen Kollegen oder so…“

„Na prima! Da bist du einmal im Fernsehen und ich darf nicht mit!“
„Aber wenn ich dich doch als Joker brauchen würde! Außerdem ist das doch nur so ein Gedankenspiel!“

„Du würdest mich anrufen, obwohl ich die Antwort nicht weiß?“
„Das weiß ich ja in dem Moment noch nicht!“

„Was?“
„Na dass du die Antwort nicht weißt! Und dass du stattdessen so aus dem Bauch heraus was sagen würdest.“

„Nicht aus dem Bauch heraus! Mit Gefühl!“
„Na sag ich doch! Ohne Wissen eben.“

„Das ist eine ganz andere Ebene, aber das verstehst du nicht. Wieso würdest du mich eigentlich überhaupt anrufen, wenn du weißt, dass ich nichts weiß?“
„Ach, lassen wir das. Ich wollte da ja nie hin.“

„Wieso eigentlich nicht?“

Kopfschüttel…

8 Kommentare »

Gefällt Dir dieser Blog?

Kopfschüttel Ratgeber »





Blog der Woche