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Weizenbierglas

31. März 2011, aus der Schublade Essen und Trinken


So eine Spülmaschine ist ja eine feine Erfindung. Da teile auch ich als Mann mir die Hausarbeit mit meiner Liebsten – wenn ich ein Bier trinke, räume ich danach immer das Glas in die Spülmaschine. Meine Liebste fand das bisher immer ganz toll. Neulich habe ich aber die falsche Biersorte getrunken, was prompt eine Diskussion auslöste, die sie anzettelte:

„Sag mal, musst du eigentlich immer so große Bierhumpen zum Trinken nehmen?“
„Schatz, das nennt sich nicht einfach ‚Bierhumpen‘ sondern ‚Weizenglas‘. Und ja, so ein Glas nehme ich, wenn ich ein Weizenbier trinke, weil sich darin die Kohlensäure …“

„Nimm doch ein kleineres Glas, das Bier schmeckt doch darin genauso gut. Außerdem passt es ordentlich in die Spülmaschine – was man von diesem Humpen da nicht sagen kann.“
„Schatz, das Bier schmeckt darin nicht so gut. Hast du schonmal Sekt aus einer Kaffeetasse getrunken?“

„Nein, aber mein Sektglas passt ja auch problemlos in die Spülmaschine.“
„Ich mein ja nur – man trinkt Weizenbier eben aus einem Weizenbierglas.“

„Es stört ja nicht nur in der Spülmaschine, es passt auch nicht in den Gläserschrank.“
„Dann leg’s doch hin.“

„Wie sieht das denn aus? Nein, das Problem ist einfach, dass dieser Humpen …“
„… Weizenbierglas …“

„… viel zu groß ist.“
„Weizenbier kann man aber nunmal nicht aus einem Saftglas oder einer Kaffeetasse trinken!“

„So ein Quatsch. Großes Auto, großer Humpen – Das ist nur wieder so ein Männlichkeitsritual aus der Steinzeit.“
„In der Steinzeit gab’s kein Bier, Schatz.“

„Ich finde, du trinkst eh zuviel. Schau mal deinen Bauch an.“
„Was hat denn mein wohlgeformter Bauch mit dem Weizenbierglas zu tun? Schau dir dieses herrliche Glas doch einmal an. Das Bier wird darin auch richtig präsentiert, das ist sehr wichtig, denn das Auge trinkt mit.“

„Gilt das mit dem Auge auch bei deinem Bauch?“
„Jetzt lass doch mal meinen Bauch in Ruhe! Der geht beinahe als Waschbrettbauch durch!“

„Vielleicht als WaschBÄRbauch… Für den Waschbrettbauch musst du deine Ess- und Trinkgewohnheiten umstellen.“
„Na hör mal, dieser hochwertige isotonische Durstlöscher, den ich mithilfe des besagten Glases zu mir nehme, rinnt auch durch die Kehlen der Jungs unserer Nationalmannschaft – schau mal hier auf der Flasche: „Offizieller Lieferant des DFB“. Das kann also gar keinen dicken Bauch machen. Oder kennst Du in der Nationalmannschaft einen dicken Kicker?“

„Also der Schweini ist ja voll niedlich, finde ich. Und der Özil, der hat so südländisches Feuer, findest du nicht?“
„Aha. Und woher glaubst du, dass dieses Feuer kommt?“

„Na, bestimmt nicht von diesem Weizenbier. Und überhaupt: In Sachen Fussball kenne ich mich aus. Weißt du, wer mit seinem Weizenbier mal ganz schön eingegangen ist?“
„Matthäus vermutlich?“

„Kenn ich nicht, aber egal. Nein, ich meine Waldi Hartmann, der wurde von dem einen Nationaltrainer da mal angeblasen… wie heißt er doch… der Typ mit dem Wuschelkopf… Berti Vogts, glaub ich.“
„Völler…“

„Ist ja auch egal. Jedenfalls repräsentiert dieser Waldi den durchschnittlichen Weizenbiertrinker. Finde ich.“
„Liebling, willst du mich etwa mit Waldemar Hartmann vergleichen? Nicht im Ernst, oder? Sonst trinke ich bis an mein Lebensende NUR noch Weizenbier!“

„Nein, ich mein ja nur… Obwohl – wir bräuchten dann ja eine größere Spülmaschine. Und einen neuen Gläserschrank…“

Kopfschüttel…



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16 Kommentare zu “Weizenbierglas”

  1. Martin sagt:

    Weizenbiergläser (oder richtiger “Weißbiergläser”) stellt man doch nicht in die Spülmaschine!!! Die werden von Hand abgewaschen und soweit möglich nur mit klarem Wasser ohne jedes Spülmittel…. Banausen ;-)

  2. Anonymous sagt:

    Laut Wikipedia gab es in der Steinzeit (eine Art) Bier ;-)

  3. Mirella sagt:

    @Anonymous: …aber keine Autos :D

  4. Martin sagt:

    Und mit Weißbiergläsern immer unten anstoßen!

  5. Nünü sagt:

    Humpen = Bierkrug/Steinkrug (i.d.R. mit Deckel)

    Weizen trinkt man ausm Weiznglasl. Zumal es ja auch ein Hefeweizen gibt und die Hefe braucht man oben bei der Schaumkrone! Würde man dies aus einem kleinen 0,2L Glas trinken, hätte man beim letzten Glas zuviel Hefe, was den Geschmack ordentlich ins negative ziehen würde xD

    Und mal davon abgesehen… Für den Sommer habe ich sogar zwei Maßkrüge (meist für ein schönes großes Radler). Was würde die Liebste dann wohl zu diesen “Eimern” sagen xD

    Und ich kann Martin nur zustimmen. Biergläser (aber auch Wein- und Sektgläser) gehören nich in die Spülmaschine. Zumal die meist die ganzen schönen farbigen Aufdrucke anfrisst!

  6. Schlechtreimer sagt:

    Also aus bekennender Südländer:

    1. Weißbier nördlich des Weißwurstäquators, ich weiß ja nicht…
    2. Deine Freundin kommt wohl aus dem Ruhrpott, wo ja man
    sich die Baby-Portionen Bier genehmigt.
    3. Mein Weißbierbau.. äh ich meine Waschbrettbauch ist nur gut
    versteckt, wenn ich den raus ließe, würde Bär Pitt aber alt
    aussehen.
    4. Unser Waldi ist heilig, und das Weißbier sein Priester… oder wars
    umgekehrt?
    5. Hicks!!

    Prost

    • Loco sagt:

      Die Stängelchen hat man nicht im Ruhrgebiet, sondern in Köln, aber was da drin schwimmt, ist eher kein Bier… auch wenn die Kölner das behaupten.

  7. Hajo sagt:

    „Nein, aber mein Sektglas passt ja auch problemlos in die Spülmaschine.“ ist für mich der Kernsatz, denn er gibt den besten Eindruck in die weibliche Logik: einfach praktisch :-D
    Vielleicht solltest Du doch auf andere Getränke umschwenken
    .. Schnapsgläser sind noch kleiner und es passen noch mehr in die Spülmaschine ;-)
    Aber der letzte Satz der Liebsten zeigt doch, worauf sie es eigentlich anlegte, oder?

  8. AbidiText sagt:

    Weizengläser immer mit heißem Wasser spülen. Biergläser generell ohne Spülmittel! Die Reste sind schlecht für die Schaumstabilität. Sagt mein Bruder. Diplombraumeister. Und die Erfahrung sagt das auch.

  9. Anonymous sagt:

    Also eigentlich ist das auch ein Brauerei Muskel und kein Bauch. Den muss man sich erstmal hart antrainieren ;)

  10. Bierfetischischist sagt:

    Also, Deine Freundin fühlt sich am wohlsten in ihrer Glasmenagerie…
    Von Bier hat sie leider keine Ahnung :-(
    Was mich aber wundert ist:
    Sie ist wohl die EINZIGE Frau, die sich mit dem Beladen einer Spülmaschine auskennt :-)
    Meine Frau, meine Schwester, Kolleginnen etc. ALLE packen das Geschirr nach dem Prinzip – da geht noch was – in die Maschine und kennen da KEIN Pardon, wenn EIN Teil so viel Platz weg nimmt, dass stets ein guter Teil des schmutzigen Geschirrs auf einen späteren Waschgang warten muss!
    Ist das hier noch niemandem aufgefallen?
    Doch, kennt ihr das! Z.B. das Bestücken des Kofferraumes mit Tüten und Taschen, oder eben Koffern…..
    Wenn Man(n) da nicht immer Hand anlegen würde, müsste Man(n) im Urlaub auf die Hälfte des Zeug’s verzichten ;-)

    • Hajo sagt:

      das mit dem Vollpacken des Geschirrspülers kenne ich auch zur Genüge
      .. und dann wird geklagt, das das Spülgut teilweise nicht sauber ist. :-(
      Und was das Einräumen des Kofferraumes betrifft: Hauptsache ist doch, dass die holde Weiblichkeit ihre Koffer und Köfferchen mitnehmen kann. Für den Mann reicht doch für eine vierwöchige Reise ein Pilotenkoffer ;-)

      • Miffy sagt:

        Ach, die Spülmaschine wird eben platzsparend und sehr wohl mit System eingeräumt. So dass alles reinpasst und das schöööön okonomisch ist… Weshalb ist denn bei dem unteren Korb so viel Platz, wenn es nicht Sinn der Sache ist noch Töpfe, Nudelsiebe usw. auf den Tellern zu stapel? ;)

  11. Bibiana sagt:

    Authentisch. Sie hätte sich leichter getan ihn zu bitten das Glas mit der Hand zu spülen und wenn er diskutiert hätte, wäre es eben irgendwann in der Spülmaschine zerbrochen.

  12. AudyCan sagt:

    Da hat die gute Liebste ja gar keine Ahnung und ich als Bayerin bin eindeutig dagegen, Weißbier aus einem Saftglas zu trinken!!! Das ist doch bäh!

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