So eine Spülmaschine ist ja eine feine Erfindung. Da teile auch ich als Mann mir die Hausarbeit mit meiner Liebsten – wenn ich ein Bier trinke, räume ich danach immer das Glas in die Spülmaschine. Meine Liebste fand das bisher immer ganz toll. Neulich habe ich aber die falsche Biersorte getrunken, was prompt eine Diskussion auslöste, die sie anzettelte:

„Sag mal, musst du eigentlich immer so große Bierhumpen zum Trinken nehmen?“
„Schatz, das nennt sich nicht einfach ‚Bierhumpen‘ sondern ‚Weizenglas‘. Und ja, so ein Glas nehme ich, wenn ich ein Weizenbier trinke, weil sich darin die Kohlensäure …“

„Nimm doch ein kleineres Glas, das Bier schmeckt doch darin genauso gut. Außerdem passt es ordentlich in die Spülmaschine – was man von diesem Humpen da nicht sagen kann.“
„Schatz, das Bier schmeckt darin nicht so gut. Hast du schonmal Sekt aus einer Kaffeetasse getrunken?“

„Nein, aber mein Sektglas passt ja auch problemlos in die Spülmaschine.“
„Ich mein ja nur – man trinkt Weizenbier eben aus einem Weizenbierglas.“

„Es stört ja nicht nur in der Spülmaschine, es passt auch nicht in den Gläserschrank.“
„Dann leg’s doch hin.“

„Wie sieht das denn aus? Nein, das Problem ist einfach, dass dieser Humpen …“
„… Weizenbierglas …“

„… viel zu groß ist.“
„Weizenbier kann man aber nunmal nicht aus einem Saftglas oder einer Kaffeetasse trinken!“

„So ein Quatsch. Großes Auto, großer Humpen – Das ist nur wieder so ein Männlichkeitsritual aus der Steinzeit.“
„In der Steinzeit gab’s kein Bier, Schatz.“

„Ich finde, du trinkst eh zuviel. Schau mal deinen Bauch an.“
„Was hat denn mein wohlgeformter Bauch mit dem Weizenbierglas zu tun? Schau dir dieses herrliche Glas doch einmal an. Das Bier wird darin auch richtig präsentiert, das ist sehr wichtig, denn das Auge trinkt mit.“

„Gilt das mit dem Auge auch bei deinem Bauch?“
„Jetzt lass doch mal meinen Bauch in Ruhe! Der geht beinahe als Waschbrettbauch durch!“

„Vielleicht als WaschBÄRbauch… Für den Waschbrettbauch musst du deine Ess- und Trinkgewohnheiten umstellen.“
„Na hör mal, dieser hochwertige isotonische Durstlöscher, den ich mithilfe des besagten Glases zu mir nehme, rinnt auch durch die Kehlen der Jungs unserer Nationalmannschaft – schau mal hier auf der Flasche: „Offizieller Lieferant des DFB“. Das kann also gar keinen dicken Bauch machen. Oder kennst Du in der Nationalmannschaft einen dicken Kicker?“

„Also der Schweini ist ja voll niedlich, finde ich. Und der Özil, der hat so südländisches Feuer, findest du nicht?“
„Aha. Und woher glaubst du, dass dieses Feuer kommt?“

„Na, bestimmt nicht von diesem Weizenbier. Und überhaupt: In Sachen Fussball kenne ich mich aus. Weißt du, wer mit seinem Weizenbier mal ganz schön eingegangen ist?“
„Matthäus vermutlich?“

„Kenn ich nicht, aber egal. Nein, ich meine Waldi Hartmann, der wurde von dem einen Nationaltrainer da mal angeblasen… wie heißt er doch… der Typ mit dem Wuschelkopf… Berti Vogts, glaub ich.“
„Völler…“

„Ist ja auch egal. Jedenfalls repräsentiert dieser Waldi den durchschnittlichen Weizenbiertrinker. Finde ich.“
„Liebling, willst du mich etwa mit Waldemar Hartmann vergleichen? Nicht im Ernst, oder? Sonst trinke ich bis an mein Lebensende NUR noch Weizenbier!“

„Nein, ich mein ja nur… Obwohl – wir bräuchten dann ja eine größere Spülmaschine. Und einen neuen Gläserschrank…“

Kopfschüttel…