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Aber so was von!

29. November 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste kommt zu mir in die Küche, wo ich mir gerade Milch für einen Latte Macchiato heiß mache.
Die Liebste setzt sich auf einen Stuhl, sieht mir beim Kaffee machen zu und wartet geduldig, bis ich dann schließlich fertig bin.

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Wir müssen mal ernst miteinander reden.”
“Oh! Ist es soweit? Verlässt du mich für einen Jüngeren?”

“Nein, noch nicht. Aber danke für den Tipp.”
“Gern geschehen.”

“Mann, ich sagte, dass ich ernsthaft mit dir reden will!”
“Schön, also gut, was habe ich denn wieder falsch gemacht?”

“Boah, du bist so doof mal wieder!!”
“Ähm, aber ich dachte…”

“Wieso gehst du davon aus, dass es sich um dich handelt??”
“Na ja, sagen wir mal… Erfahrung?”

“Glaubst du, dass sich immer nur alles um dich drehen muss??”
“Nein, nein, aber…”

“Ist der feine Herr mal wieder der Mittelpunkt der Erde??”
“Dieser Gedanke kam mir letzte Woche auch, allerdings…”

“Boah, du bist so überheblich manchmal, weißt du das?!”
“Entschuldige, das, ähm…”

“Halt einfach die Klappe jetzt!”
“Na schön…”

“-”
“-”

“Manchmal, da könnte ich dich, aber so was von…”
“Tut mir leid, also geht es dieses Mal tatsächlich nicht um mich?”

“Doch, natürlich, um wen denn sonst??”

Kopfschüttel…

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Hilf mir lieber! Teil 2

25. November 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Nachdem meine Liebste am vergangenen Sonntag mit Bauchschmerzen in den Tag starten musste und nach dem Aufstehen nicht gerade die beste Stimmung herrschte, sollte man(n) ja annehmen, dass es von diesem Punkt aus nur bergauf gehen konnte.
Rein theoretisch, zumindest…

“Schatz, ich habe jetzt alles durch.”
“Was hast du durch, Süße?”

“Magen-Darm-Tee, Tabletten, Salzstangen, Cola… Alles durch.”
“Und?”

“Es geht mir aber immer noch schlecht.”
“Das tut mir sehr leid, das wird schon wieder, keine Sorge.”

“Das ist blöd, immerhin ist heute Sonntag!”
“Ja. Kann halt mal passieren, Liebste.”

“Aber wir wollten doch was zusammen unternehmen heute!?”
“Richtig, können wir aber jetzt eben nicht.”

“So ein Mist, ich ärgere mich so!”
“Bleiben wir beide eben schön hier zuhause, ist doch auch gut!”

“Hä??”
“Ja, ähm… Oder nicht??”

“Lieber wäre ich mit dir in den Zirkus gegangen.”
“Zirkus?? Welcher Zirkus denn? Ist einer in Bremen?”

“Nee.”
“Ähm…”

“Aber da wäre ich zum Beispiel gerne mit dir hingegangen!”
“In einen Zirkus, den es gar nicht gibt??”

“Das ist doch nur ein Beispiel, du Blödmann!”
“Ach so… Heißt das, du möchtest in einen Zirkus gehen?”

“War ich auf jeden Fall schon lange nicht mehr.”
“Als Besucherin oder eher als…”

“…sprich nicht weiter, wenn dir dein Leben was wert ist!”
“Haha! Du weißt ja gar nicht, was ich sagen wollte!?”

“Das muss ich auch nicht wissen, außerdem bin ich krank!”
“Was hat das damit zu tun, dass du krank bist??”

“Weil du dann lieb zu mir sein musst, deswegen!”
“Ich bin doch immer lieb??”

“Pff! Bist du gar nicht!”
“Wieso? Was habe ich denn gesagt??”

“Dass ich als Kamel im Zirkus auftreten soll! Oder Elefant!”
“Das habe ich NICHT gesagt!!”

“Aber gedacht!”
“Quatsch!”

“…und das ist NICHT NETT!”
“Also Moment mal, nur weil du dir das ausdenkst, heißt das n…”

“Ausdenken?? Ich kenne dich mittlerweile, mein Lieber!”
“Ich wollte nichts über Kamele sagen, ehrlich nicht!”

“Na schön, dann aber über Elefanten!”
“Auch nicht über Elefanten!”

“Was denn??”
“Ich wollte sagen, dass…”

“Sag es nicht!”
“Aber ich sollte doch??”

“Ich bin krank, sei jetzt endlich lieb zu mir!”
“Wenn das so weiter geht, bin ich gleich auch krank!”

“Ja, weil du dann mindestens ein blaues Auge haben wirst!”
“Von wem! Von dir??”

“Genau!”
“Ich dachte, du bist krank und dir geht es schlecht??”

“Dafür reicht es gerade noch, keine Sorge!”
“Das ist nicht nett, Süße…”

“Wie man in den Wald hineinruft, so…”
“…danke, können wir das jetzt bitte beenden, ja?”

“Von mir aus, ich habe ja nicht damit angefangen!”
“OK, gut.”

“-”
“-”

“Wie sind wir denn überhaupt darauf gekommen?”
“Worauf?”

“Auf die Elefanten?”
“Wir sprachen nicht über Elefanten.”

“Natürlich sprachen wir eben über Elefanten!”
“Nein, DU hast über Elefanten gesprochen, ich nicht.”

“Du ja wohl auch!?”
“Nein. Mit keiner Silbe.”

“Du hast doch Elefant gesagt!?”
“Nein ich sagte, dass ich NICHT Elefant sagte!”

“Also mit dir kann man echt nicht reden…”
“Wie bitte??”

“Selbst wenn ich krank bin, nimmst du mich nicht ernst.”
“Aber…”

“Dass du MIR nicht zuhörst, ist ja schon schlimm, aber…”
“Hä??”

“…aber dass du nicht einmal DIR selber zuhörst…”
“Also pass mal auf, ich wollte NUR mit dir in den Zirkus gehen!”

“Du spinnst ja wohl!”
“Was denn?? Wieso??”

“Ich bin krank, schon vergessen?!”

Kopfschüttel…

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Hilf mir lieber!

21. November 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Sonntagmorgen, 11.47 Uhr: ich warte darauf, dass die Liebste endlich aufsteht.
Sie schläft gerne lange, aber das ist schon etwas ungewöhnlich. Ich beschließe, mal nachzusehen, ob sie schon wach ist und öffne vorsichtig die Schlafzimmertür…

“Uuuääähhh!”
“Süße? Was ist denn?? Du bist ja schon wach??”

“Ich bin krank, ich kann nicht aufstehen!”
“Krank? Was hast du denn??”

“Mir tut mein Bauch weh und ich bin so schlapp.”
“Aha, na das ist ja bl…”

“…und ich bin maßlos enttäuscht!”
“Enttäuscht? Wovon?”

“Von dir!”
“Von mir?? Wieso??”

“Weil du jetzt erst kommst, um nach mir zu sehen!”
“Ähm… Ich dachte, du schläfst noch!?”

“Mir könnte ja schon längst wer weiß was zugestoßen sein!”
“Normalerweise schläfst du doch aber sonntags immer länger!?”

“Aber doch nicht sooo lange!”

“Naja, das stimmt schon, aber…”

“Aua, mein Bauch!”

“Was ist denn eigentlich mit deinem Bauch?”

“Der tut weh, sagte ich doch schon.”
“Und wovon?”

“Woher soll ich denn das wissen!?”
“Naja, ich dachte…”

“Hör bitte auf, zu denken, ja?”
“Ähm…”

“Hilf mir lieber.”
“Na schön, also… Was kann ich denn jetzt für dich tun?”

“Nichts.”
“Aber… Nichts??”

“Nichts!”
“Soll ich dir vielleicht einen Magen-Darm-Tee machen?”

“Nein!”
“Nicht, aha, und… Vielleicht was zu essen?”

“Hallo?? Klopf, klopf! Ich habe Bauch-Aua!”
“OK, also nichts essen, oder vielleicht doch Salzstangen?”

“Nein!”
“Wir haben auch noch Magentabletten, glaube ich, soll ich…”

“Nein!”
“Was brauchst du denn??”

“Nichts!”
“Aber du hast doch eben gesagt, dass ich dir helfen soll??”

“…ich wollte dir nur mal zeigen, wie du das immer machst!”
“Was?? Ich??”

“Ja, wenn du krank bist!”
“Ähm…”

“Ich darf dann ja auch nie was für dich machen!”
“Aber, also, ich bin doch jetzt gar nicht krank, sondern du??”

“Natürlich muss ich einen Magen-Darm-Tee trinken gleich!”

“Ah, also…”

“Und ich werde auch eine Tablette und Salzstangen essen.”
“Ja…”

“Weil man das so macht, wenn man was mit dem Magen hat.”
“-”

“Um wieder gesund zu werden.”
“-”

“Auch, wenn man das eigentlich gar nicht machen will.”
“-”

“Das siehst du doch auch so, oder??”
“Naja, also, Überwindung kostet das natürlich schon…”

“…und obwohl du das weißt, darf ich das nie für dich machen!”
“Aber ich bin doch gar nicht krank!?”

“Jetzt nicht, aber sonst schon!”

“Liebste, ich habe jetzt verstanden, was du mir damit sagen willst.”

“Schön. Dann merk dir das aber auch mal!”
“Jaaa. Du darfst mich pflegen, wenn ich mal wieder krank werde.”

“Das hoffe ich, ich kenne mich da nämlich ganz gut aus.”

“Gut. Einverstanden.”

“Schön.”
“Und jetzt?”

“Was jetzt!?”
“Jetzt hole ich dir erst einmal einen Magen-Darm-Tee, oder?”

“Nein, geh mir bloß weit weg mit dem widerlichen Zeug!”

Kopfschüttel…

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Jeder, wie er will

15. November 2010, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich machen gemeinsam einen kleinen Spaziergang ums Eck; wir haben da so eine  allgemeine Strecke, die wir öfters mal laufen.
Dabei unterhalten wir uns über alles Mögliche und schauen auch, was es gegebenenfalls bei den Nachbarn so Neues gibt.

“Schatz? Hast du das gesehen??”
“Was denn, Süße?”

“Da hinten, schau!”
“Was? Wo?”

“Da hängt ein leuchtender Adventsstern im Fenster!”

“Ach da… Ja, vielleicht ein bisschen verfrüht…”

“Wieso verfrüht?”
“Ähm… Naja, ich meine, der erste Advent ist ja erst in, in…”

“…in ziemlich genau zwei Wochen.”
“Genau, so um den Dreh.”

“Nicht um den Dreh! In zwei Wochen ist erster Advent!”
“Na gut, dann eben in zwei Wochen.”

“Wieso zweifelst du denn bitte an dem, was ich dir sage??”
“Ich zweifele ja gar nicht daran.”

“Ach nein?? Ich sage, genau zwei Wochen, und du…”
“…ich hätte eben nicht gedacht, dass du das so genau weißt.”

“Ich weiß es aber!”
“Ok, schön, gut.”

“Du tust ja förmlich so, als sei das eine Ausnahme!?”

“Was, dass du mal was sicher weißt?”

“Siehste, jetzt sagst du es ja sogar selber!”
“Aber das wollte ich doch damit gar nicht sagen!”

“Hast du aber!”

“Moment mal, ich sagte…”

“…ich weiß, was du gesagt hast, ich bin ja nicht doof!”
“Nein, bist du nicht.”

“Bin ich auch nicht! Auch, wenn du das immer glaubst!”

“Glaube ich doch gar nicht!?”

“Ach nein?? Immerhin weiß ICH genau, wann erster Advent ist!”

“Ja, und desw…”

“…DU hingegen wusstest es nur so ungefähr lirum larum!”

“Das, ähm, ja das stimmt, aber…”

“So, also WER ist hier dann bitte der Dumme??”
“Lass mich raten… Ich?”

“Richtiiiiig!”
“Ja… Mein Ratetalent ist weltweit bekannt und…”

“Machst du dich schon wieder lustig?? Schon wieder!?”
“Nein, in keinster Weise, Liebste.”

“Das rate ich dir auch.”
“So, können wir jetzt einfach in Ruhe weiter gehen, ja?”

“Was ist denn nun mit dem Adventsstern?”
“Wieso? Hatten wir das nicht schon geklärt?”

“Was denn geklärt??”
“Da hängt einer und wir waren uns einig, dass das verfrüht ist.”

“Einig?? Wo waren wir uns denn da einig??”
“Weil doch die Adventszeit erst in zwei Wochen anfängt??”

“…was ohne mich ja gar nicht klar gewesen wäre…”
“Richtig, danke nochmals. Und da waren wir uns doch einig, oder?”

“Du hast mich mal wieder überhaupt gar nicht verstanden!”

“Was?? Was habe ich nicht verstanden!?”

“Das mit dem Adventsstern!”

“Aber du hast dich doch sofort darüber aufgeregt!?”

“Ich?? Quatsch!”
“Ähm… Also sind zwei Wochen vorher für dich nicht zu früh?”

“Für einen Adventsstern? Natürlich ist das viel zu früh!”

“Ähm… Aber hast du ihn mir nicht genau deswegen gezeigt??”

“Nein. Das kann ja wohl jeder so machen, wie er will.”
“Aha, und warum dann??”

“Weil ich auch so einen für unser Küchenfenster haben will!”

Kopfschüttel…

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Eine Stunde vor Partybeginn

8. November 2010, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste ist am Wochenende auf eine Party eingeladen; ich nicht, aber das macht auch nichts: ich kenne da eh niemanden und es ist mir auch ganz recht, wenn der Samstag mal ein bisschen ruhiger verläuft.
Die Liebste hingegen hat zugesagt.

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Ich müsste mich ja mal langsam mal fertig machen…”
“So? Wann willst du denn los?”

“Bald…”
“Aha. Bald?”

“Naja, gleich. Ich muss aber noch Haare machen und alles…”
“Das hört sich ja sehr motiviert an.”

“Hm… Irgendwie habe ich auch gar keine Lust.”
“Dann bleib doch hier?”

“Nee, ich habe ja zugesagt.”
“Dann sag eben wieder ab?”

“Nein. Das kann ich nicht machen.”
“So? Warum denn nicht??”

“Weil ich das auch immer doof finde, wenn andere absagen!”
“Es kann doch aber mal was dazwischen kommen??”

“Ja, aber nicht eine Stunde vor Partybeginn.”
“Aha.”

“Das sind doch immer bloß blöde Ausreden!”
“Dann sag doch dem Gastgeber die Wahrheit??”

“Wie bitte?? Was soll ich ihm denn sagen??”
“Sag: das wird Scheiße, ich weiß es, deshalb komme ich nicht.”

“Ja klar, das soll ich sagen?? Bist du verrückt??”
“Warum nicht?”

“Dann werde ich ja niemals wieder da eingeladen!”
“…was ein weiterer vorteilhafter Nebeneffekt wäre.”

“Ich will aber doch wieder eingeladen werden!”
“Und jedes Mal jammerst du aufs Neue wieder rum!”

“Wer jammert denn hier?? Ich doch wohl nicht!”
“Wer denn dann, bitte?? Mir ist das doch egal!”

“Ich sage doch nur, dass ich jetzt keine Lust habe!”
“Eben!”

“Aber wenn ich erst mal da bin, dann kriege ich schon Lust!”
“Ach so. Der Appetit kommt beim Essen, oder was!?”

“Genau!”
“Von mir aus; ist mir echt egal.”

“Und warum musst du mir das jetzt hier so madig machen??”
“Wer! Ich?? Ich dir??”

“Ja! Du!”
“Aber ich habe doch gar nicht…”

“… das wird Scheiße, hast du gesagt!”
“Nein, ich meinte, dass du das zu…”

“…hast du eben Scheiße gesagt oder nicht!?”
“Habe ich, aber…”

“Eben! Dabei bist du ja gar nicht eingeladen!”
“Ähm…”

“Und das wird schon seinen guten Grund haben!”
“Was! Dass ich nicht eingeladen bin??”

“Genau!”
“Aber die kennen mich doch persönlich noch gar nicht!?”

“Eben, und deswegen bist du eifersüchtig!”
“Pff! Das ist mir doch total schnurzpiepegal, ist mir das!”

“Möchtest du auch mitkommen?”
“Nein!”

“Ich könnte nachfragen, ob du mit darfst?”
“Ob ich mit darf?? Nein, danke!”

“Ich rufe mal an, OK?”
“NEIN! Ich will ja gar nicht mit!”

“Hoffentlich erreiche ich da jetzt jemanden…”
“Liebste, lass den Quatsch! Ich komme nicht mit!”

“Ich habe jetzt plötzlich voll Lust auf die Party!”
“Dann wünsche ich dir viel Spaß, aber ohne mich!”

“OK, also du willst wirklich nicht mit?”
“Nein.”

“Gut, und was machst du dann stattdessen hier alleine?”
“Ich werde hier sitzen, fernsehen und es mir gemütlich machen.”

“Das klingt aber irgendwie auch ziemlich gut…”
“Eben.”

“Ich müsste mich jetzt wirklich mal langsam fertig machen…”
“Dann mach.”

“Hm… Irgendwie habe ich doch nicht richtig Lust…”
“Also bleibst du doch hier??”

“Nee, ich habe ja da zugesagt, da kann ich ja nicht…”

Kopfschüttel…

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Warst du?

4. November 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sitzen am Abend vor unserem Fernseher und schauen uns den ausgeliehenen Film “Der Kautions-Cop” mit Jennifer Aniston und Gerard Butler an.
Handlung: der Kopfgeldjäger Milo muss seine Ex-Frau Nicole finden und in den Knast bringen; das verspricht lustig zu werden!

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Darf ich dich mal was fragen?”
“Natürlich, was denn?”

“Warst du eigentlich schon mal im Knast?”
“Ich??”

“Ja, du? Früher?”
“Ähm… Wieso?”

“Naja, ich kann doch mal fragen?”
“Pff! Das ist doch nur wieder eine deiner Fangfragen oder so!”

“Nein, ich meine die Frage wirklich ganz ernst?”
“Also du willst wissen, ob ich früher mal im Knast war??”

“Ja, warst du?”
“Nein, Liebste.”

“Echt nicht??”
“Nein! Warum sollte ich??”

“Naja… Diebstahl, Betrug, Verkehrsdelikte, Untreue oder…”
“…Nein, nein, nein, nein!”

“Also du warst noch nie im Gefängnis??”
“Nein!”

“Hätte ich nicht gedacht, Respekt!”

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Ein bisschen länger

1. November 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich trödeln am Sonntagmorgen in unserem Haus rum und jeder macht dies, das oder jenes.
Ich überlege, ob ich mir um halb zwölfmal wieder die Sendung mit der Maus ansehen sollte; das letzte Mal ist schon lange her und heute geht es um… Da klingelt das Telefon.

“Schatz, gehst du mal ran?”
“Es ist Jasmin, Süße.”

“Ah, dann ist das für mich, für mich! Gib!”
“Hier.”

“Du, ich glaube das dauert jetzt ein bisschen…”
“Von mir aus, kein Problem, mach nur.”

“Das ist doch OK für dich, oder?”
“Wir haben ja nichts vor, das ist OK.”

“Na schön, alles klar. Bis gleich!”

[Die Liebste nimmt Jasmins Anruf entgegen und noch während sich die beiden am Telefon begrüßen, fliegt auch schon die Küchentür hinter der Liebsten zu.

Die Liebste fängt meistens Telefonate in der Küche an, zumindest dann, wenn sie von mir nicht gestört oder belauscht werden will.
Dort läuft sie dann oft hin und her oder erledigt beim Telefonieren noch andere Sachen. So nach zirka einer halben Stunde wechselt sie dann meistens von der Küche ins Arbeitszimmer und rennt dort hin und her. Und dann vielleicht noch ins Gästezimmer und dann wieder in die Küche und so weiter.

Des Weiteren beginnt die Liebste solche Telefonate gewöhnlich mit sanfter Stimme, wird dann aber mit der Zeit immer lauter; vielleicht vergisst sie im Verlauf des Telefonates, dass jemand sie hören könnte, beziehungsweise dass noch irgendwer nebenan sitzt, der sich - neben der Sendung mit der Maus - auch noch Bruchstücke und Fetzen des Gespräches mit anhören muss.

Solche Telefonate zwischen der Liebsten und ihren Freundinnen scheinen stets das gesamte Repertoire an Stimmungen zu umfassen: Gelassenheit, Aufregung, Humor, Ernsthaftigkeit, Überraschungen, Entrüstungen, Beratschlagungen... Zumindest kann ich das aus den Wort- und Satzfetzen schließen, die immer mal wieder zu hören sind, auch wenn sich mir daraus der Zusammenhang nicht erschließt.

Meine - überaus interessante - Sendung mit der Maus liegt nun schon wieder mehr als eine Stunde zurück, als die Liebste schließlich während der letzten telefonischen Verabschiedungsrituale zurück ins Wohnzimmer kommt. Aber: auch wenn sich zwei Frauen am Telefon bereits verabschiedet haben, heißt das noch lange nicht, dass sie dann auch auflegen; irgendeine Kleinigkeit wurde dann anscheinend doch noch vergessen, wird erzählt und die Verabschiedung beginnt von vorn, und so weiter.

Die beiden haben nun also schon wieder mehr als eineinhalb Stunden hinter sich gebracht; da muss es ja eine Menge interessanter Neuigkeiten gegeben haben...]

“So, wir sind fertig, Schatz.”
“Ja, das sehe ich.”

“Hat wieder mal ein bisschen länger gedauert.”
“Aha. Und?”

“Was und?”
“Ihr hattet euch viel zu erzählen, was?”

“Ja.”
“Und??”

“Was denn und??”
“Naja, was gibt es Neues??”

“Nichts, wieso?”

Kopfschüttel…

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Aber so was von!

29. November 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste kommt zu mir in die Küche, wo ich mir gerade Milch für einen Latte Macchiato heiß mache.
Die Liebste setzt sich auf einen Stuhl, sieht mir beim Kaffee machen zu und wartet geduldig, bis ich dann schließlich fertig bin.

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Wir müssen mal ernst miteinander reden.”
“Oh! Ist es soweit? Verlässt du mich für einen Jüngeren?”

“Nein, noch nicht. Aber danke für den Tipp.”
“Gern geschehen.”

“Mann, ich sagte, dass ich ernsthaft mit dir reden will!”
“Schön, also gut, was habe ich denn wieder falsch gemacht?”

“Boah, du bist so doof mal wieder!!”
“Ähm, aber ich dachte…”

“Wieso gehst du davon aus, dass es sich um dich handelt??”
“Na ja, sagen wir mal… Erfahrung?”

“Glaubst du, dass sich immer nur alles um dich drehen muss??”
“Nein, nein, aber…”

“Ist der feine Herr mal wieder der Mittelpunkt der Erde??”
“Dieser Gedanke kam mir letzte Woche auch, allerdings…”

“Boah, du bist so überheblich manchmal, weißt du das?!”
“Entschuldige, das, ähm…”

“Halt einfach die Klappe jetzt!”
“Na schön…”

“-”
“-”

“Manchmal, da könnte ich dich, aber so was von…”
“Tut mir leid, also geht es dieses Mal tatsächlich nicht um mich?”

“Doch, natürlich, um wen denn sonst??”

Kopfschüttel…

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Hilf mir lieber! Teil 2

25. November 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Nachdem meine Liebste am vergangenen Sonntag mit Bauchschmerzen in den Tag starten musste und nach dem Aufstehen nicht gerade die beste Stimmung herrschte, sollte man(n) ja annehmen, dass es von diesem Punkt aus nur bergauf gehen konnte.
Rein theoretisch, zumindest…

“Schatz, ich habe jetzt alles durch.”
“Was hast du durch, Süße?”

“Magen-Darm-Tee, Tabletten, Salzstangen, Cola… Alles durch.”
“Und?”

“Es geht mir aber immer noch schlecht.”
“Das tut mir sehr leid, das wird schon wieder, keine Sorge.”

“Das ist blöd, immerhin ist heute Sonntag!”
“Ja. Kann halt mal passieren, Liebste.”

“Aber wir wollten doch was zusammen unternehmen heute!?”
“Richtig, können wir aber jetzt eben nicht.”

“So ein Mist, ich ärgere mich so!”
“Bleiben wir beide eben schön hier zuhause, ist doch auch gut!”

“Hä??”
“Ja, ähm… Oder nicht??”

“Lieber wäre ich mit dir in den Zirkus gegangen.”
“Zirkus?? Welcher Zirkus denn? Ist einer in Bremen?”

“Nee.”
“Ähm…”

“Aber da wäre ich zum Beispiel gerne mit dir hingegangen!”
“In einen Zirkus, den es gar nicht gibt??”

“Das ist doch nur ein Beispiel, du Blödmann!”
“Ach so… Heißt das, du möchtest in einen Zirkus gehen?”

“War ich auf jeden Fall schon lange nicht mehr.”
“Als Besucherin oder eher als…”

“…sprich nicht weiter, wenn dir dein Leben was wert ist!”
“Haha! Du weißt ja gar nicht, was ich sagen wollte!?”

“Das muss ich auch nicht wissen, außerdem bin ich krank!”
“Was hat das damit zu tun, dass du krank bist??”

“Weil du dann lieb zu mir sein musst, deswegen!”
“Ich bin doch immer lieb??”

“Pff! Bist du gar nicht!”
“Wieso? Was habe ich denn gesagt??”

“Dass ich als Kamel im Zirkus auftreten soll! Oder Elefant!”
“Das habe ich NICHT gesagt!!”

“Aber gedacht!”
“Quatsch!”

“…und das ist NICHT NETT!”
“Also Moment mal, nur weil du dir das ausdenkst, heißt das n…”

“Ausdenken?? Ich kenne dich mittlerweile, mein Lieber!”
“Ich wollte nichts über Kamele sagen, ehrlich nicht!”

“Na schön, dann aber über Elefanten!”
“Auch nicht über Elefanten!”

“Was denn??”
“Ich wollte sagen, dass…”

“Sag es nicht!”
“Aber ich sollte doch??”

“Ich bin krank, sei jetzt endlich lieb zu mir!”
“Wenn das so weiter geht, bin ich gleich auch krank!”

“Ja, weil du dann mindestens ein blaues Auge haben wirst!”
“Von wem! Von dir??”

“Genau!”
“Ich dachte, du bist krank und dir geht es schlecht??”

“Dafür reicht es gerade noch, keine Sorge!”
“Das ist nicht nett, Süße…”

“Wie man in den Wald hineinruft, so…”
“…danke, können wir das jetzt bitte beenden, ja?”

“Von mir aus, ich habe ja nicht damit angefangen!”
“OK, gut.”

“-”
“-”

“Wie sind wir denn überhaupt darauf gekommen?”
“Worauf?”

“Auf die Elefanten?”
“Wir sprachen nicht über Elefanten.”

“Natürlich sprachen wir eben über Elefanten!”
“Nein, DU hast über Elefanten gesprochen, ich nicht.”

“Du ja wohl auch!?”
“Nein. Mit keiner Silbe.”

“Du hast doch Elefant gesagt!?”
“Nein ich sagte, dass ich NICHT Elefant sagte!”

“Also mit dir kann man echt nicht reden…”
“Wie bitte??”

“Selbst wenn ich krank bin, nimmst du mich nicht ernst.”
“Aber…”

“Dass du MIR nicht zuhörst, ist ja schon schlimm, aber…”
“Hä??”

“…aber dass du nicht einmal DIR selber zuhörst…”
“Also pass mal auf, ich wollte NUR mit dir in den Zirkus gehen!”

“Du spinnst ja wohl!”
“Was denn?? Wieso??”

“Ich bin krank, schon vergessen?!”

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21. November 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Sonntagmorgen, 11.47 Uhr: ich warte darauf, dass die Liebste endlich aufsteht.
Sie schläft gerne lange, aber das ist schon etwas ungewöhnlich. Ich beschließe, mal nachzusehen, ob sie schon wach ist und öffne vorsichtig die Schlafzimmertür…

“Uuuääähhh!”
“Süße? Was ist denn?? Du bist ja schon wach??”

“Ich bin krank, ich kann nicht aufstehen!”
“Krank? Was hast du denn??”

“Mir tut mein Bauch weh und ich bin so schlapp.”
“Aha, na das ist ja bl…”

“…und ich bin maßlos enttäuscht!”
“Enttäuscht? Wovon?”

“Von dir!”
“Von mir?? Wieso??”

“Weil du jetzt erst kommst, um nach mir zu sehen!”
“Ähm… Ich dachte, du schläfst noch!?”

“Mir könnte ja schon längst wer weiß was zugestoßen sein!”
“Normalerweise schläfst du doch aber sonntags immer länger!?”

“Aber doch nicht sooo lange!”

“Naja, das stimmt schon, aber…”

“Aua, mein Bauch!”

“Was ist denn eigentlich mit deinem Bauch?”

“Der tut weh, sagte ich doch schon.”
“Und wovon?”

“Woher soll ich denn das wissen!?”
“Naja, ich dachte…”

“Hör bitte auf, zu denken, ja?”
“Ähm…”

“Hilf mir lieber.”
“Na schön, also… Was kann ich denn jetzt für dich tun?”

“Nichts.”
“Aber… Nichts??”

“Nichts!”
“Soll ich dir vielleicht einen Magen-Darm-Tee machen?”

“Nein!”
“Nicht, aha, und… Vielleicht was zu essen?”

“Hallo?? Klopf, klopf! Ich habe Bauch-Aua!”
“OK, also nichts essen, oder vielleicht doch Salzstangen?”

“Nein!”
“Wir haben auch noch Magentabletten, glaube ich, soll ich…”

“Nein!”
“Was brauchst du denn??”

“Nichts!”
“Aber du hast doch eben gesagt, dass ich dir helfen soll??”

“…ich wollte dir nur mal zeigen, wie du das immer machst!”
“Was?? Ich??”

“Ja, wenn du krank bist!”
“Ähm…”

“Ich darf dann ja auch nie was für dich machen!”
“Aber, also, ich bin doch jetzt gar nicht krank, sondern du??”

“Natürlich muss ich einen Magen-Darm-Tee trinken gleich!”

“Ah, also…”

“Und ich werde auch eine Tablette und Salzstangen essen.”
“Ja…”

“Weil man das so macht, wenn man was mit dem Magen hat.”
“-”

“Um wieder gesund zu werden.”
“-”

“Auch, wenn man das eigentlich gar nicht machen will.”
“-”

“Das siehst du doch auch so, oder??”
“Naja, also, Überwindung kostet das natürlich schon…”

“…und obwohl du das weißt, darf ich das nie für dich machen!”
“Aber ich bin doch gar nicht krank!?”

“Jetzt nicht, aber sonst schon!”

“Liebste, ich habe jetzt verstanden, was du mir damit sagen willst.”

“Schön. Dann merk dir das aber auch mal!”
“Jaaa. Du darfst mich pflegen, wenn ich mal wieder krank werde.”

“Das hoffe ich, ich kenne mich da nämlich ganz gut aus.”

“Gut. Einverstanden.”

“Schön.”
“Und jetzt?”

“Was jetzt!?”
“Jetzt hole ich dir erst einmal einen Magen-Darm-Tee, oder?”

“Nein, geh mir bloß weit weg mit dem widerlichen Zeug!”

Kopfschüttel…

41 Kommentare »

Jeder, wie er will

15. November 2010, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich machen gemeinsam einen kleinen Spaziergang ums Eck; wir haben da so eine  allgemeine Strecke, die wir öfters mal laufen.
Dabei unterhalten wir uns über alles Mögliche und schauen auch, was es gegebenenfalls bei den Nachbarn so Neues gibt.

“Schatz? Hast du das gesehen??”
“Was denn, Süße?”

“Da hinten, schau!”
“Was? Wo?”

“Da hängt ein leuchtender Adventsstern im Fenster!”

“Ach da… Ja, vielleicht ein bisschen verfrüht…”

“Wieso verfrüht?”
“Ähm… Naja, ich meine, der erste Advent ist ja erst in, in…”

“…in ziemlich genau zwei Wochen.”
“Genau, so um den Dreh.”

“Nicht um den Dreh! In zwei Wochen ist erster Advent!”
“Na gut, dann eben in zwei Wochen.”

“Wieso zweifelst du denn bitte an dem, was ich dir sage??”
“Ich zweifele ja gar nicht daran.”

“Ach nein?? Ich sage, genau zwei Wochen, und du…”
“…ich hätte eben nicht gedacht, dass du das so genau weißt.”

“Ich weiß es aber!”
“Ok, schön, gut.”

“Du tust ja förmlich so, als sei das eine Ausnahme!?”

“Was, dass du mal was sicher weißt?”

“Siehste, jetzt sagst du es ja sogar selber!”
“Aber das wollte ich doch damit gar nicht sagen!”

“Hast du aber!”

“Moment mal, ich sagte…”

“…ich weiß, was du gesagt hast, ich bin ja nicht doof!”
“Nein, bist du nicht.”

“Bin ich auch nicht! Auch, wenn du das immer glaubst!”

“Glaube ich doch gar nicht!?”

“Ach nein?? Immerhin weiß ICH genau, wann erster Advent ist!”

“Ja, und desw…”

“…DU hingegen wusstest es nur so ungefähr lirum larum!”

“Das, ähm, ja das stimmt, aber…”

“So, also WER ist hier dann bitte der Dumme??”
“Lass mich raten… Ich?”

“Richtiiiiig!”
“Ja… Mein Ratetalent ist weltweit bekannt und…”

“Machst du dich schon wieder lustig?? Schon wieder!?”
“Nein, in keinster Weise, Liebste.”

“Das rate ich dir auch.”
“So, können wir jetzt einfach in Ruhe weiter gehen, ja?”

“Was ist denn nun mit dem Adventsstern?”
“Wieso? Hatten wir das nicht schon geklärt?”

“Was denn geklärt??”
“Da hängt einer und wir waren uns einig, dass das verfrüht ist.”

“Einig?? Wo waren wir uns denn da einig??”
“Weil doch die Adventszeit erst in zwei Wochen anfängt??”

“…was ohne mich ja gar nicht klar gewesen wäre…”
“Richtig, danke nochmals. Und da waren wir uns doch einig, oder?”

“Du hast mich mal wieder überhaupt gar nicht verstanden!”

“Was?? Was habe ich nicht verstanden!?”

“Das mit dem Adventsstern!”

“Aber du hast dich doch sofort darüber aufgeregt!?”

“Ich?? Quatsch!”
“Ähm… Also sind zwei Wochen vorher für dich nicht zu früh?”

“Für einen Adventsstern? Natürlich ist das viel zu früh!”

“Ähm… Aber hast du ihn mir nicht genau deswegen gezeigt??”

“Nein. Das kann ja wohl jeder so machen, wie er will.”
“Aha, und warum dann??”

“Weil ich auch so einen für unser Küchenfenster haben will!”

Kopfschüttel…

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Eine Stunde vor Partybeginn

8. November 2010, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste ist am Wochenende auf eine Party eingeladen; ich nicht, aber das macht auch nichts: ich kenne da eh niemanden und es ist mir auch ganz recht, wenn der Samstag mal ein bisschen ruhiger verläuft.
Die Liebste hingegen hat zugesagt.

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Ich müsste mich ja mal langsam mal fertig machen…”
“So? Wann willst du denn los?”

“Bald…”
“Aha. Bald?”

“Naja, gleich. Ich muss aber noch Haare machen und alles…”
“Das hört sich ja sehr motiviert an.”

“Hm… Irgendwie habe ich auch gar keine Lust.”
“Dann bleib doch hier?”

“Nee, ich habe ja zugesagt.”
“Dann sag eben wieder ab?”

“Nein. Das kann ich nicht machen.”
“So? Warum denn nicht??”

“Weil ich das auch immer doof finde, wenn andere absagen!”
“Es kann doch aber mal was dazwischen kommen??”

“Ja, aber nicht eine Stunde vor Partybeginn.”
“Aha.”

“Das sind doch immer bloß blöde Ausreden!”
“Dann sag doch dem Gastgeber die Wahrheit??”

“Wie bitte?? Was soll ich ihm denn sagen??”
“Sag: das wird Scheiße, ich weiß es, deshalb komme ich nicht.”

“Ja klar, das soll ich sagen?? Bist du verrückt??”
“Warum nicht?”

“Dann werde ich ja niemals wieder da eingeladen!”
“…was ein weiterer vorteilhafter Nebeneffekt wäre.”

“Ich will aber doch wieder eingeladen werden!”
“Und jedes Mal jammerst du aufs Neue wieder rum!”

“Wer jammert denn hier?? Ich doch wohl nicht!”
“Wer denn dann, bitte?? Mir ist das doch egal!”

“Ich sage doch nur, dass ich jetzt keine Lust habe!”
“Eben!”

“Aber wenn ich erst mal da bin, dann kriege ich schon Lust!”
“Ach so. Der Appetit kommt beim Essen, oder was!?”

“Genau!”
“Von mir aus; ist mir echt egal.”

“Und warum musst du mir das jetzt hier so madig machen??”
“Wer! Ich?? Ich dir??”

“Ja! Du!”
“Aber ich habe doch gar nicht…”

“… das wird Scheiße, hast du gesagt!”
“Nein, ich meinte, dass du das zu…”

“…hast du eben Scheiße gesagt oder nicht!?”
“Habe ich, aber…”

“Eben! Dabei bist du ja gar nicht eingeladen!”
“Ähm…”

“Und das wird schon seinen guten Grund haben!”
“Was! Dass ich nicht eingeladen bin??”

“Genau!”
“Aber die kennen mich doch persönlich noch gar nicht!?”

“Eben, und deswegen bist du eifersüchtig!”
“Pff! Das ist mir doch total schnurzpiepegal, ist mir das!”

“Möchtest du auch mitkommen?”
“Nein!”

“Ich könnte nachfragen, ob du mit darfst?”
“Ob ich mit darf?? Nein, danke!”

“Ich rufe mal an, OK?”
“NEIN! Ich will ja gar nicht mit!”

“Hoffentlich erreiche ich da jetzt jemanden…”
“Liebste, lass den Quatsch! Ich komme nicht mit!”

“Ich habe jetzt plötzlich voll Lust auf die Party!”
“Dann wünsche ich dir viel Spaß, aber ohne mich!”

“OK, also du willst wirklich nicht mit?”
“Nein.”

“Gut, und was machst du dann stattdessen hier alleine?”
“Ich werde hier sitzen, fernsehen und es mir gemütlich machen.”

“Das klingt aber irgendwie auch ziemlich gut…”
“Eben.”

“Ich müsste mich jetzt wirklich mal langsam fertig machen…”
“Dann mach.”

“Hm… Irgendwie habe ich doch nicht richtig Lust…”
“Also bleibst du doch hier??”

“Nee, ich habe ja da zugesagt, da kann ich ja nicht…”

Kopfschüttel…

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Warst du?

4. November 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sitzen am Abend vor unserem Fernseher und schauen uns den ausgeliehenen Film “Der Kautions-Cop” mit Jennifer Aniston und Gerard Butler an.
Handlung: der Kopfgeldjäger Milo muss seine Ex-Frau Nicole finden und in den Knast bringen; das verspricht lustig zu werden!

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Darf ich dich mal was fragen?”
“Natürlich, was denn?”

“Warst du eigentlich schon mal im Knast?”
“Ich??”

“Ja, du? Früher?”
“Ähm… Wieso?”

“Naja, ich kann doch mal fragen?”
“Pff! Das ist doch nur wieder eine deiner Fangfragen oder so!”

“Nein, ich meine die Frage wirklich ganz ernst?”
“Also du willst wissen, ob ich früher mal im Knast war??”

“Ja, warst du?”
“Nein, Liebste.”

“Echt nicht??”
“Nein! Warum sollte ich??”

“Naja… Diebstahl, Betrug, Verkehrsdelikte, Untreue oder…”
“…Nein, nein, nein, nein!”

“Also du warst noch nie im Gefängnis??”
“Nein!”

“Hätte ich nicht gedacht, Respekt!”

Kopfschüttel…

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Ein bisschen länger

1. November 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich trödeln am Sonntagmorgen in unserem Haus rum und jeder macht dies, das oder jenes.
Ich überlege, ob ich mir um halb zwölfmal wieder die Sendung mit der Maus ansehen sollte; das letzte Mal ist schon lange her und heute geht es um… Da klingelt das Telefon.

“Schatz, gehst du mal ran?”
“Es ist Jasmin, Süße.”

“Ah, dann ist das für mich, für mich! Gib!”
“Hier.”

“Du, ich glaube das dauert jetzt ein bisschen…”
“Von mir aus, kein Problem, mach nur.”

“Das ist doch OK für dich, oder?”
“Wir haben ja nichts vor, das ist OK.”

“Na schön, alles klar. Bis gleich!”

[Die Liebste nimmt Jasmins Anruf entgegen und noch während sich die beiden am Telefon begrüßen, fliegt auch schon die Küchentür hinter der Liebsten zu.

Die Liebste fängt meistens Telefonate in der Küche an, zumindest dann, wenn sie von mir nicht gestört oder belauscht werden will.
Dort läuft sie dann oft hin und her oder erledigt beim Telefonieren noch andere Sachen. So nach zirka einer halben Stunde wechselt sie dann meistens von der Küche ins Arbeitszimmer und rennt dort hin und her. Und dann vielleicht noch ins Gästezimmer und dann wieder in die Küche und so weiter.

Des Weiteren beginnt die Liebste solche Telefonate gewöhnlich mit sanfter Stimme, wird dann aber mit der Zeit immer lauter; vielleicht vergisst sie im Verlauf des Telefonates, dass jemand sie hören könnte, beziehungsweise dass noch irgendwer nebenan sitzt, der sich - neben der Sendung mit der Maus - auch noch Bruchstücke und Fetzen des Gespräches mit anhören muss.

Solche Telefonate zwischen der Liebsten und ihren Freundinnen scheinen stets das gesamte Repertoire an Stimmungen zu umfassen: Gelassenheit, Aufregung, Humor, Ernsthaftigkeit, Überraschungen, Entrüstungen, Beratschlagungen... Zumindest kann ich das aus den Wort- und Satzfetzen schließen, die immer mal wieder zu hören sind, auch wenn sich mir daraus der Zusammenhang nicht erschließt.

Meine - überaus interessante - Sendung mit der Maus liegt nun schon wieder mehr als eine Stunde zurück, als die Liebste schließlich während der letzten telefonischen Verabschiedungsrituale zurück ins Wohnzimmer kommt. Aber: auch wenn sich zwei Frauen am Telefon bereits verabschiedet haben, heißt das noch lange nicht, dass sie dann auch auflegen; irgendeine Kleinigkeit wurde dann anscheinend doch noch vergessen, wird erzählt und die Verabschiedung beginnt von vorn, und so weiter.

Die beiden haben nun also schon wieder mehr als eineinhalb Stunden hinter sich gebracht; da muss es ja eine Menge interessanter Neuigkeiten gegeben haben...]

“So, wir sind fertig, Schatz.”
“Ja, das sehe ich.”

“Hat wieder mal ein bisschen länger gedauert.”
“Aha. Und?”

“Was und?”
“Ihr hattet euch viel zu erzählen, was?”

“Ja.”
“Und??”

“Was denn und??”
“Naja, was gibt es Neues??”

“Nichts, wieso?”

Kopfschüttel…

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