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Das Übliche eben

11. September 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen am Freitagabend entspannt im Wohnzimmer und überlegen, was wir mit dem Abend anfangen.
Die Liebste macht den Vorschlag, mal wieder eine Runde Rummikub zu spielen; das ist nicht gerade mein Favorit, aber auch ich spiele es ab und zu ganz gerne.

“Spielen wir in der Küche, Schatz?”
“Ja, Süße, da haben wir genug Platz.”

“Wo ist das Rummikub-Spiel denn überhaupt??”
“Müsste eigentlich bei den anderen Spielen im Gästezimmer liegen.”

“Gehst du es holen, ja?”

“Ja. Ich hoffe, dass es da auch liegt.”

“Wo soll es denn sonst sein??”
“Da du es das letzte Mal weggeräumt hast, ist das ungewiss.”

“Wie bitte?? Ich tue immer alles dahin, wo es hingehört!”
“Klar. Ich erinnere nur kurz an mein Haar Gel von neulich.”

“Das zählt nicht, das war ein Versehen.”

“Versehen?? Du hast es im Kabuff zu den Autoreinigern gestellt!”

“Na und??”
“…und dann habe ich eine neue Tube gekauft und die auch!”

“Ich wusste eben nicht, was das für schwarze Tuben sind.”

“…ich habe 2 Wochen gebraucht, bis ich die wiedergefunden habe!”

“Das hätte auch gut Schuhcreme sein können.”
“Aha, und dann stellst du die zu den Autosachen??”

“In unserer Schuhkiste war eben kein Platz mehr!?”

“Wahrscheinlich steht das Rummikub irgendwo bei den Fahrrädern…”

“Quatsch!”
“Ich gehe jetzt zu den Spielen und schaue nach…”

“Gut, dann…”

[...noch bevor die Liebste ihren Satz beenden kann, klingelt das Telefon. Das Display verrät, dass es sich bei der Anruferin um Nadine handelt, eine alte Schulfreundin der Liebsten. Ich drücke ihr das Telefon in die Hand und wir verabreden, dass die Liebste das Telefonat annimmt (annehmen muss, wie sie sagt) und ich in der Zwischenzeit schon mal das Rummikub in der Küche aufbaue.
Gesagt, getan: ich sitze startklar in der Küche von den weißen Rummikub-Steinchen, während die Liebste  noch immer im Gästezimmer hinter verschlossener Tür telefoniert: seit einer Stunde!
Plötzlich geht die Tür auf und die Liebste kommt herein...]

“So, fertig! Hat etwas länger gedauert.”

“Etwas?? Du hast eine ganze Stunde lang mit ihr telefoniert!”

“1.13, wenn du es genau wissen willst.”
“Will ich nicht!”

“Hast du hier alles fertig soweit?”
“Soll das ein Witz sein??”

“Nee, wieso?”

“In der Zeit hätte ich 100 neue Steine schnitzen können!!”

“Und? hast du?”
“Nein, habe ich NICHT!”

“Warum betonst du das dann so??”
“Weißt du was, vergiss es einfach, können wir jetzt spielen?”

“Natürlich, du willst doch noch, oder?”
“Deswegen warte ich ja hier seit einer Ewigkeit auf dich!”

“Hast du die Steine schon durchgemischt?”

“Liebste, die Steine sind so was von gemischt, gemischter geht nicht!”

“Aber du sitzt doch hier schon eine Zeit lang?”
“Eben!”

“Dann könntest du dir die Steine ja schon alle angeguckt haben?”
“Habe ich NICHT!”

“Ich mische lieber noch einmal, dir kann man nicht trauen.”
“Was??”

“…weil du ja bei Rummikub auch immer verlierst.”
“Das stimmt ja gar nicht!”

“…deswegen spiele ich es ja auch so gerne mit dir.”
“Ach sooo! Ich sehe, das Warten hat sich mal wieder richtig gelohnt!”

“…ich habe mich extra beeilt am Telefon.”
“Beeilt?? DAS nennst du beeilen??”

“Klar! Wir hätten locker noch weiter telefonieren können.”
“Das darf doch wohl nicht wahr sein…”

“Ich musste Nadine regelrecht abwürgen.”
“Wahrscheinlich werde ich die Frage wieder bereuen, aber…”

“Aber?”
“…worüber habt ihr denn überhaupt so lange gesprochen?”

“Wieso?”
“Naja, gab es wieder irgendeine Katastrophe, oder was?”

“Wieso denn eine Katastrophe??”
“…wo Superwoman Liebste zur Hilfe gerufen werden musste?”

“Nein, warum? Wie kommst du denn darauf?”

“Ähm… Und worüber habt ihr dann so lange gequasselt, bitte??”

“Das Übliche eben.”
“Das Übliche??”

“Zu den wichtigen Sachen sind wir noch gar nicht gekommen.”
“Moment, Moment: NOCH NICHT??”

“Ich musste das Gespräch unterbrechen wegen dir.”
“Wegen mir??”

“Damit du nicht sauer wirst.”
“Damit ICH nicht sauer werde??”

“Wieso wiederholst du denn dauernd alles, was ich sage??”
“Weil mir dazu wirklich nichts Besseres einfällt!!”

“Spielen wir jetzt oder nicht!?”

“Wir spielen!”

“Gut, aber schnell.”
“Wieso schnell, das ist ein Geduldsspiel??”

“Ich habe Nadine gesagt, dass ich wieder anrufe.”

“Wie bitte??”

“Naja, so lange dauert das doch hier nicht, oder?”
“Heißt das, du willst nur ein einziges Spiel machen??”

“Nein, wie kommst du denn darauf?”
“Weil, weil…”

“Vielleicht nach zwei Spielen, schätze ich.”
“Zwei?? Und wovon hängt das ab, bitte??”

“Wenn du 2-mal verloren hast, bist eh du froh, wenn ich gehe.”

Kopfschüttel…



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29 Kommentare zu “Das Übliche eben”

  1. Broken Spirits sagt:

    Sieh es positiv: nach zwei Spielen kannst Du Deine Autosachen von der Schuhcreme und dem Haargel trennen :-P

    Ich hoffe ja mal, Du bist bei den Spielen nicht so über den Tisch gezogen worden?! :-P

  2. nobody sagt:

    Du besitzt/benutzt Haargel ???

    …, dir kann man nicht trauen.”
    Also das meine ich ob dieser Neuigkeit aber auch. Noch dazu in schwarzen Tuben. Hat das Zeugs auch polierende Eigenschaften? :-P Apropro ist der Eismann schon retoure nach Italy?
    Da Du die Gelegenheit mal wieder verpasst hast, jetzt wäre die rechte Zeit und …

    • Kopfschüttler sagt:

      Ich verwende Haar Gel, mea culpa!
      Man(n) muss ja beautymäßig irgendwie mit den Frauen mithalten, heutzutage…
      Eismann ist eine gute Idee, aber die tunesische Teppichmafia tuts zur Not auch… ;-)

  3. porto sagt:

    1. “Dir kann man nicht trauen…”
    2. Ewig telefonieren und dann noch Stress machen (2 Spiele)
    3. “Du verlierst ja eh…”

    ==> Einfach aufstehen und mit einem Freund ins Kino gehen, Kopfschüttler!

  4. FireFly sagt:

    Du hast das Haargel bei den Autosachen abgelegt?
    Ja ich dachte es ist Schuhcreme…!TILT!
    Immer wieder amüsant euch bei euren Gesprächen zuzu- öhm-lesen.
    Wer hat denn gewonnen?

  5. Scottie sagt:

    Mensch Kopfi, die Liebste wollte deinem Auto doch nur etwas Gutes tun. So ein Auto mit Haargel sieht doch extremst Cool aus. Da wären die anderen Autos total neidisch ;-) . Und es ist auf jeden Fall besser, als bei einer Motorwäsche Unterbodenschutz zu benutzen. Das hatte ich nämlich mal bei meiner Ausbildung zum KFZ-Mechaniker gemacht, was der Chef aber irgendwie nicht so lustig fand :-D

    • Kopfschüttler sagt:

      Gute Idee, werde ich mal ausprobieren… Und hoffe, dass die Liebste nicht irgendwann auf die Idee kommt, unsere Schuhputzcreme in den Badezimmerschrank zu stopfen… ;-)

  6. Jens sagt:

    So langsam glaube ich du bist mit meiner Ex zusammen. Den Kommentar mit “Du verlierst ja eh immer” kenn ich noch genau.

  7. Madi sagt:

    Jaja, so ist das Leben. Die Liebste hat eindeutig Telefonitis. Mich wundert, dass sie überhaupt Rummikub spielen kann, denn dazu muss man lesen können, was sie scheinbar nicht so wirklich beherrscht, wenn sie Haargel zu den Autosachen stellt – und das ja auch nur, weil bei der Schuhcreme kein Platz mehr war. Mich wunderts, dass Du nicht schon vorher eins auf den Deckel bekommen hast, was das Zeug überhaupt im Badezimmer zu suchen hat *g*

  8. Chaosweib sagt:

    Eine Runde Mitleid für den armen Kopfi.
    Junge, Du hast echt einen schweren Stand bei Deiner Liebsten. ;-)

  9. AbidiText sagt:

    Warum hast du überhaupt aufgebaut, nachdem diese Nadine am Telefon war? In der Zeit hättest du doch in Ruhe die Garage aufräumen und Haargel, Schuhputzzeug etc. von Autopolitur trennen können …

  10. Dennis Farin sagt:

    löl, das ist schon immer wieder ein Genuss hier zu lesen. So langsam merke ich schon das ich mindestens einmal die Woche hier hereinschaue um den tristen Alltag mal aus einem Blickwinkel zu betrachten.

  11. Emily sagt:

    Es kommt mir vor, als hätte ich dabei gesessen *Tränenwegwisch*

  12. andrea2110 sagt:

    Hihi, lieber Kopfschüttler, da konntest Du wieder einmal nur den Kürzeren ziehen… und Du weisst ja schon, wie lange und ausdauernd Frauen telefonieren können… was mich wundert ist, dass Du wirklich so lange in der Küche gewartet und Dich nicht in Ruhe vor den Fernseher oder Computer gesetzt hast, bis das Telefonat vorbei ist…:-) Mitfühlende liebe Grüsse Andrea

  13. Kiki sagt:

    ehrlich gesagt finde ich – und das als frau ^^ – dass die liebste manchmal einfach zu weit geht. das ist ja wohl mehr als unhöflich..

  14. Gamersoul sagt:

    OMG. Mein Beileid o.O Das geht ja mal gar nicht.

  15. SGW sagt:

    Woher hast du immer solche Ideen :D ?

  16. Frank sagt:

    Wenn ich es nicht genau wüsste, würde ich sagen, dass ist meine Freundin, über die Du berichtest, aber langsam glaube ich viele Frauen sind so ;-)

  17. Benjamin sagt:

    lol Hab ich mich gerade weggschmiesen .. wie geil echt. Werde auf alle f;lle regelm’sig lesen

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