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Baguette, fromage, finito!

30. September 2010, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich machen einen Kurzurlaub in Annecy, einer kleinen schönen Stadt im Südosten Frankreichs nahe den Alpen.
Nachdem wir unser Hotel direkt am wundervollen See von Annecy bezogen haben, machen wir erst einmal einen ausgedehnten Spaziergang bei schönstem Sonnenwetter.

“Du Schatz, das ist richtig schön hier!”
“Ja, Süße. Deswegen sind wir ja auch hier.”

“Ich war eben noch nicht so oft in Frankreich.”
“Du magst ja auch kein Baguette, also warum auch…”

“Ja wohl mag ich Baguette!”
“Ja, aber nur mit Kräuterbutter, das ist was anderes.”

“Essen die hier nur Baguette?”
“Und Madeleines zum Frühstück.”

“Madeleines?? Was ist das denn??”
“Das sind, naja, so kleine Kuchen eigentlich.”

“Kuchen zum Frühstück??”
“Und Baguette, nicht zu vergessen.”

“Schon komisch… Und die Sprache erst…”
“Wieso? Was ist damit?”

“Sprichst du eigentlich gut Französisch, Schatz?”
“Ähm… Naja, ich hatte damals in der Schule, also…”

“Sag mal was, ja?”
“Och nee.”

“Och bitte!”
“Was soll ich denn sagen??”

“Was heißt denn zum Beispiel Liebste auf Französisch?”
“Mon chéri.”

“Nein, jetzt mal in echt!”
“Mon chéri, das heißt Liebste auf Französisch!”

“Echt??”
“Oui.”

“Du sprichst ja doch Französisch!”
“Quatsch. Nur so das Nötigste eben…”

“Was heißt denn Fahrrad?”
“La bicyclette.”

“Und was heißt Hund?”
“Le chien.”

“Und was heißt kleiner Hund?”
“Liebste, du fängst doch nicht schon wieder damit an!?”

“Nein, nein, ich will nur wissen, wie das heißt!”
“Le petit chien.”

“Wie süüüß!”
“Ja…”

“Schon toll, die französische Sprache, oder nicht?”
“Ja, aber schwer, finde ich.”

“Kannst du auch ganze Sätze sagen?”
“Nein.”

“Och bitte! Ich will das mal hören!”
“Dann mach im Hotel den Fernseher an.”

“Nein, von dir!”
“Was soll ich denn sagen…”

“Sag: Ich möchte Pizza essen.”
“Je veux manger de la pizza.”

“Mit Salami!”
“…avec salami.”

“Salami und Pizza sind ja doof…”
“Was? Wieso?”

“Naja das heißt ja wie bei uns auch!”
“Tja… Weil das vielleicht italienische Worte sind??”

“Na schön, dann sag was typisches Französisches.”
“Ähm… Keine Ahnung??”

“Sag: Hier ist es wunderschön und toll.”
“Ici, il est très magnifique et… ähm… Et formidable.”

“Formi was??”
“Formidable. Glaube ich…”

“Klingt eher nach Weichkäse…”
“Du bist auch so ein Weichkäse!”

“Was heißt denn Weichkäse auf Französisch?”
“Camembert wahrscheinlich…”

“So ein Blödsinn!”
“Vous avez seulement de fromage dans votre tête.”

“Was heiß denn das?? Irgendwas mit Käse??”
“Ja. Sehr viel Käse…”

“Du sprichst ja super Französisch!”
“Wohl kaum, das waren ja alles ganz einfache Sachen.”

“OK, dann sag…”
“…können wir das jetzt bitte lassen, ja?”

“Wieso, ich finde das toll, dass du das kannst!”
“Ich kann es ja gar nicht…”

“…ich wäre hier total aufgeschmissen ohne dich!”
“Die sprechen hier auch alle Englisch, keine Sorge…”

“Gut, aber ein letzter Satz noch, ja?”
“Muss das sein?”

“Ich will nur testen, ob du wirklich die Grundlagen kannst.”
“Na schön, also einen noch, aber dann ist Schluss!”

“Jajaja, also, ähm…”
“Was ist denn?”

“Ich muss überlegen…”
“Il me faut penser à quelque chose.”

“Was??”
“Sollte ich doch sagen??”

“Was solltest du sagen??”
“Il me faut penser à quelque chose!”

“Was heißt denn das??”
“Ich muss über etwas nachdenken! Hoffe ich zumindest…”

“Das solltest du NICHT sagen!”
“Du hast es aber gesagt!”

“Aber das solltest du nicht übersetzen!”
“Habe ich aber, und deshalb ist jetzt Schluss!”

“Das habe ich aber nur so für mich gesagt, nicht für dich!”
“Das ist egal.”

“Bitte, bitte, den einen noch, ja Schatz?”
“Aber dann ist Schluss! Finito!”

“Finito ist ja gar nicht Französisch…”
“Frag jetzt deinen Satz!”

“OK, dann sag: Meine Liebste ist die Allerbeste auf der ganzen Welt und wenn ich nicht so ein alter Sack wäre, dann würde ich sie jetzt auf Händen einmal rund um den See tragen und anschließend würde ich mit ihr noch in die Altstadt gehen und ihr fünf Paar neue Schuhe kaufen!”
“Ähm…”

“Na?”
“Kannst du das mit dem alten Sack noch einmal wiederholen, bitte!?”

“Meine Liebste ist die aller aller Allerbeste von der ganzen Welt und wenn ich nicht so ein Französisch-Angeber wäre, dann würde ich sie jetzt einmal rund um den See auf Händen tragen und dann noch mit ihr in die Altstadt gehen und ihr fünf Paar neue Schuhe kaufen! Und ein Eis, versteht sich!”
“Tja, tut mir wirklich sehr leid!!”

“Was tut dir sehr leid?”
“Das kann ich LEIDER nicht für dich übersetzen!”

“Wusste ich´s doch.”
“Was wusstest du!?”

“Dass du die wirklich wichtigen Sachen doch nicht drauf hast!”

Kopfschüttel…

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Ins Bett

27. September 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich sitzen am Wochenende im Wohnzimmer und lesen. Die Liebste allerdings rutscht schon seit einer Viertelstunde irgendwie ungeduldig herum und schaut mich zwischendurch immer mal wieder an.
Was in ihrem Kopf wohl wieder vorgeht…

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Wir sollten mal ins Schlafzimmer rübergehen.”

“Aha, und wieso?”

“Weil, ähm… Weil da eine Birne in der Lampe kaputt ist.”
“Welche Lampe?”

“Ähm, die auf meinem Nachttisch.”

“Tatsächlich?? Ist mir gar nicht aufgefallen.”

“Die solltest du dir mal ansehen.”
“Mache ich später.”

“Und warum nicht jetzt?”
“Weil ich ja eh nichts machen kann, wir haben keine Ersatzlampe.”

“Ach so…”

“Ich kaufe morgen eine neue Birne.”

“Gut…”
“Fein.”

“-”
“-”

“Wir sollten aber trotzdem ins Schlafzimmer gehen.”
“Wieso?”

“Naja, mal ne Stunde ausruhen oder so?”

“Ich bin nicht müde.”

“Also ich schon.”
“Dann geh doch?”

“Kommst du nicht mit?”
“Nee. Ich kann jetzt nicht schlafen.”

“Hm…”
“Gute Nacht.”

“Aber ich wollte doch mit dir zusammen ins Schlafzimmer?”
“Wieso? Soll ich dir zugucken, wie du schläfst, oder was??”

“Nein…”
“Na also.”

“Aber du könntest doch trotzdem mitgehen?”

“Warum??”

“Vielleicht kannst du ja noch was anderes reparieren?”
“Im Schlafzimmer ist meines Wissens nichts anderes kaputt.”

“Also kommst du jetzt mit oder nicht!?”
“Warum soll ich denn unbedingt ins Schlafzimmer gehen??”

“Weil du doof bist, darum!”

“Ja, aha, das macht die Sache natürlich viel klarer…”

“Du bist müde und musst dich ins Bett legen! VERSTANDEN??”

“Ich bin doch aber gar nicht…”

“…sei einfach still jetzt und komm mit!”
“Aber…”

“Wie kann man nur so schwer von Begriff sein!”
“Ähm… Ach so, jetzt verstehe ich, glaube ich…”

“Na das hat aber gedauert!”
“Warum sagst du denn nicht einfach, dass du wuschig bist??”

“WUSCHIG?? ICH??”
“Na das meintest du doch, oder?”

“WUSCHIG??”
“Um nicht zu sagen…”

“Verkneif dir alle weiteren Kommentare!”
“Ich mag ja diese ganz besondere romantische Stimmung und…”

“Trottel!”
“…und wie dezent du mich umschmeichelst, fantastisch…”

“Weißt du was, bleib doch einfach da sitzen!”

“Ich dachte, wir wollten ins Schlafzimmer gehen?”

“Ich wollte ja, aber du ja nicht!”
“Jetzt will ich aber auch?”

“Vergiss es!”
“Aber…”

“Und soll ich dir noch was sagen??”

“Ähm, was denn?”

“Die Lampe ist gar nicht kaputt!”
“Was für ein Zufall…”

“Aber ich kann vorhersehen, dass sie gleich kaputt gehen wird!”

Kopfschüttel…

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Froschmörder

23. September 2010, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sind in meinem Auto unterwegs zu Freunden, die uns zu einem “Mal wieder treffen”-Abend eingeladen haben.

Die Autofahrt dauert zirka eine Dreiviertelstunde und führt uns über Land durch viele kleine Dörfer.

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Ist dir auch so kalt?”
“Nein, dir?”

“Ja.”
“Dann mach es doch wärmer?”

“Nee.”
“Und wieso nicht?”

“Die Heizung steht ja schon auf 23 Grad.”
“Na und??”

“Mehr ist ja peinlich.”
“Ich sage es keinem, versprochen.”

“Pff! Das kenne ich!”
“Was soll das denn jetzt heißen??”

“Das ist doch das Erste, was du gleich rausposaunen wirst!”
“Wie bitte?? Was denn??”

“Dass mir sowieso immer kalt sei und Frauen und Laberafasel!”
“Warum sollte ich??”

“Damit du dich wieder über mich lustig machen kannst.”
“Würde ich nie machen!”

“Ach nein?? Und was war letzte Woche??”
“Was war denn letzte Woche??”

“Da sind wir auch Auto gefahren!”
“Und??”

“Da hast du gesagt, ich sei unberechenbar!”
“Du hast mir ja auch ins Lenkrad gegriffen!”

“Was ja auch nötig war!”
“War es nicht! Ich hasse es, wenn man mir…”

“…du hättest den armen Frosch einfach platt gefahren!”
“Das war kein Frosch!”

“Froschmörder!”
“Quatsch! Es gibt zu dieser Jahreszeit keine Frösche!”

“Das war aber einer.”
“Wir wären fast im Graben gelandet!”

“Ich mag Frösche aber.”
“Ja, und du bist auch so ein Frosch, echt…”

“Ich?? Wieso bin ich ein Frosch??”
“Weil du ununterbrochen komisches Zeug am quaken bist!”

“Nur weil ich mich für Frösche einsetze??”
“Nein, weil du die Heizung nicht wärmer drehen willst!”

“Ach ja, mir war ja kalt…”
“War klar, dass du das schon wieder vergessen hast…”

“Ich habe es ja gar nicht vergessen!”
“Dann ist dir jetzt also wieder warm?”

“Nein.”
“Dann mach die Heizung wärmer.”

“Nee.”
“Wieso denn nicht??”

“Ich darf ja hier im Auto nichts!”
“Was??”

“Nicht mal Frösche retten.”
“Schön, dann mache ich eben die Heizung für dich wärmer!”

“Nein!”
“Gut, auch gut, dann frier eben weiter.”

“Ich glaube, mir ist nur kalt, weil ich Hunger habe.”
“Sollen wir anhalten und ein paar Froschschenkel essen?”

“Bäh! Du bist so ekelig!”
“Naja, ich dachte, wo du doch Hunger hast und so und…”

“Ich würde niemals Froschschenkel essen!”
“Gut, haben wir das also auch endlich mal geklärt.”

“Wieso? War dir das nicht klar??”
“Sagen wir, ich hätte es stark vermutet.”

“Da solltest du mich aber besser kennen, du Blödmann!”
“Ich kenne dich ja auch. Du Quakfrosch.”

“Ich bin kein Frosch!”
“Und ich kein Blödmann!”

“Bist du doch!”
“Dann bist du auch ein Frosch!”

“Fahr sofort langsamer!”
“Pff!”

“Du musst hier langsam fahren, bremsen!”
“Wieso? Gibt´s hier einen großen Tümpel mit deinen Freunden drin?”

“Nein, weil…”

[Noch bevor die Liebste ihren Satz beenden kann, blitzt es am rechten Straßenrand in drei Meter Höhe, wo ein so genannter fest installierter Starenkasten steht. Mist!
Ein Blick auf den Tacho verrät, dass ich ungefähr 15 Stundenkilometer drüber gewesen sein muss...
Kein wirklicher Beinbruch also, aber das eigentliche Problem ist, dass die Liebste nun alle Trumpfkarten auf der Hand hat, um mich richtig alt aussehen zu lassen...]

“Das hast du nun davon!”
“Mist… So, komm, bringen wir es also hinter uns.”

“Hinter uns bringen? Was denn?”
“Na fang schon an, mach mich fertig.”

“Ich??”
“Dir juckt es doch schon in den Fingern, also los jetzt.”

“Warum sollte ich dich denn fertig machen wollen??”
“Weil das ist doch ein gefundenes Fressen für dich ist!”

“Blödsinn! Das tut mir total Leid für dich!”
“Tatsächlich?”

“Natürlich, diese blöden Blitzer sind eh nur Geldmacherei.”
“Aha, naja, dann… Danke.”

“Nein, nein, ich habe dir zu danken.”
“Du?? Wofür bedankst du dich denn jetzt bei mir??”

“Mir ist plötzlich ganz warm geworden!”

Kopfschüttel…

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Blindfisch!

20. September 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste sitzt am Abend gemütlich auf dem Sofa, als ich nach Hause komme.
Wie ich aus den Augenwinkeln sehen kann, genießt sie mal wieder eine Folge GZSZ… Es ist mir ein Rätsel, aber ich muss ja nicht alles verstehen, also was soll´s…

“Na, Schatz? Alles klar?”
“Ja, Süße, bin etwas spät, sorry, aber…”

“…du, stör mich jetzt nicht, ja?”

“Ach so, ähm… Ja, dann, ähm, gehe ich mal in die Küche…”

“Nee, Moment, eine Sache ist aber noch wichtig jetzt!”
“So? Was denn?”

“Ist dir gar nichts aufgefallen??”
“Ähm…”

“Na?”
“Was soll mir denn aufgefallen sein??”

“Meine neuen Schuhe zum Beispiel du Blindfisch??”
“Oha, ähm… Neue Schuhe??”

“Neue Schuhe!”
“Aber, Liebste, ähm… Du sitzt doch auf dem Sofa??”

“Und??”
“Naja, ähm… Wie ich sehe, hast du doch gar keine Schuhe an??”

“Und??”
“Ja, also, wie soll ich denn dann bitte s…”

“Trotzdem kannst du doch wissen, dass ich neue Schuhe habe!?”
“Und wie soll ich das wissen, bitte??”

“Die stehen doch vorne im Flur!?”

Kopfschüttel…

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Gemüsedipp

15. September 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

(Quelle: Stripgenerator.com)

Alternative (die mir als Comic besser gefällt):
http://www.kopfschuettel.de/2008/06/30/samstags-ist-echt-mist/

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Das Übliche eben

11. September 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen am Freitagabend entspannt im Wohnzimmer und überlegen, was wir mit dem Abend anfangen.
Die Liebste macht den Vorschlag, mal wieder eine Runde Rummikub zu spielen; das ist nicht gerade mein Favorit, aber auch ich spiele es ab und zu ganz gerne.

“Spielen wir in der Küche, Schatz?”
“Ja, Süße, da haben wir genug Platz.”

“Wo ist das Rummikub-Spiel denn überhaupt??”
“Müsste eigentlich bei den anderen Spielen im Gästezimmer liegen.”

“Gehst du es holen, ja?”

“Ja. Ich hoffe, dass es da auch liegt.”

“Wo soll es denn sonst sein??”
“Da du es das letzte Mal weggeräumt hast, ist das ungewiss.”

“Wie bitte?? Ich tue immer alles dahin, wo es hingehört!”
“Klar. Ich erinnere nur kurz an mein Haar Gel von neulich.”

“Das zählt nicht, das war ein Versehen.”

“Versehen?? Du hast es im Kabuff zu den Autoreinigern gestellt!”

“Na und??”
“…und dann habe ich eine neue Tube gekauft und die auch!”

“Ich wusste eben nicht, was das für schwarze Tuben sind.”

“…ich habe 2 Wochen gebraucht, bis ich die wiedergefunden habe!”

“Das hätte auch gut Schuhcreme sein können.”
“Aha, und dann stellst du die zu den Autosachen??”

“In unserer Schuhkiste war eben kein Platz mehr!?”

“Wahrscheinlich steht das Rummikub irgendwo bei den Fahrrädern…”

“Quatsch!”
“Ich gehe jetzt zu den Spielen und schaue nach…”

“Gut, dann…”

[...noch bevor die Liebste ihren Satz beenden kann, klingelt das Telefon. Das Display verrät, dass es sich bei der Anruferin um Nadine handelt, eine alte Schulfreundin der Liebsten. Ich drücke ihr das Telefon in die Hand und wir verabreden, dass die Liebste das Telefonat annimmt (annehmen muss, wie sie sagt) und ich in der Zwischenzeit schon mal das Rummikub in der Küche aufbaue.
Gesagt, getan: ich sitze startklar in der Küche von den weißen Rummikub-Steinchen, während die Liebste  noch immer im Gästezimmer hinter verschlossener Tür telefoniert: seit einer Stunde!
Plötzlich geht die Tür auf und die Liebste kommt herein...]

“So, fertig! Hat etwas länger gedauert.”

“Etwas?? Du hast eine ganze Stunde lang mit ihr telefoniert!”

“1.13, wenn du es genau wissen willst.”
“Will ich nicht!”

“Hast du hier alles fertig soweit?”
“Soll das ein Witz sein??”

“Nee, wieso?”

“In der Zeit hätte ich 100 neue Steine schnitzen können!!”

“Und? hast du?”
“Nein, habe ich NICHT!”

“Warum betonst du das dann so??”
“Weißt du was, vergiss es einfach, können wir jetzt spielen?”

“Natürlich, du willst doch noch, oder?”
“Deswegen warte ich ja hier seit einer Ewigkeit auf dich!”

“Hast du die Steine schon durchgemischt?”

“Liebste, die Steine sind so was von gemischt, gemischter geht nicht!”

“Aber du sitzt doch hier schon eine Zeit lang?”
“Eben!”

“Dann könntest du dir die Steine ja schon alle angeguckt haben?”
“Habe ich NICHT!”

“Ich mische lieber noch einmal, dir kann man nicht trauen.”
“Was??”

“…weil du ja bei Rummikub auch immer verlierst.”
“Das stimmt ja gar nicht!”

“…deswegen spiele ich es ja auch so gerne mit dir.”
“Ach sooo! Ich sehe, das Warten hat sich mal wieder richtig gelohnt!”

“…ich habe mich extra beeilt am Telefon.”
“Beeilt?? DAS nennst du beeilen??”

“Klar! Wir hätten locker noch weiter telefonieren können.”
“Das darf doch wohl nicht wahr sein…”

“Ich musste Nadine regelrecht abwürgen.”
“Wahrscheinlich werde ich die Frage wieder bereuen, aber…”

“Aber?”
“…worüber habt ihr denn überhaupt so lange gesprochen?”

“Wieso?”
“Naja, gab es wieder irgendeine Katastrophe, oder was?”

“Wieso denn eine Katastrophe??”
“…wo Superwoman Liebste zur Hilfe gerufen werden musste?”

“Nein, warum? Wie kommst du denn darauf?”

“Ähm… Und worüber habt ihr dann so lange gequasselt, bitte??”

“Das Übliche eben.”
“Das Übliche??”

“Zu den wichtigen Sachen sind wir noch gar nicht gekommen.”
“Moment, Moment: NOCH NICHT??”

“Ich musste das Gespräch unterbrechen wegen dir.”
“Wegen mir??”

“Damit du nicht sauer wirst.”
“Damit ICH nicht sauer werde??”

“Wieso wiederholst du denn dauernd alles, was ich sage??”
“Weil mir dazu wirklich nichts Besseres einfällt!!”

“Spielen wir jetzt oder nicht!?”

“Wir spielen!”

“Gut, aber schnell.”
“Wieso schnell, das ist ein Geduldsspiel??”

“Ich habe Nadine gesagt, dass ich wieder anrufe.”

“Wie bitte??”

“Naja, so lange dauert das doch hier nicht, oder?”
“Heißt das, du willst nur ein einziges Spiel machen??”

“Nein, wie kommst du denn darauf?”
“Weil, weil…”

“Vielleicht nach zwei Spielen, schätze ich.”
“Zwei?? Und wovon hängt das ab, bitte??”

“Wenn du 2-mal verloren hast, bist eh du froh, wenn ich gehe.”

Kopfschüttel…

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Voller Zettel

8. September 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste hat mich vor kurzem gebeten, mir heute einen Tag frei zu nehmen, damit wir gemeinsam einige wichtige Dinge erledigen können. Zum Beispiel Sperrmüll sortieren, Fenster putzen, Dachrinnen reinigen, zusammen ein neues Sofa aussuchen und vieles mehr.
Der Wecker der Liebsten klingelt am frühen Morgen…

“Schatz… Schatz, aufwachen…”
“Süße, wir haben doch heute frei, lass mich noch ein bisschen…”

“Och nee, das ist kein Urlaubstag heute, komm!”
“Mist…”

“Stehst du jetzt auf, ja?”
“Jaaa… Willst du denn nicht zuerst ins Bad?”

“Nee, du gehst zuerst ins Bad.”
“Und warum das?”

“Weil du sonst wieder einpennst!”
“Das wäre nicht ganz unwahrscheinlich…”

“Eben, also los!”
“Wieso müssen wir denn so früh aufstehen??”

“Damit wir heute was schaffen, deswegen.”
“Aber wir haben doch noch den ganzen Tag Zeit??”

“Ich habe aber tausend Sachen auf dem Zettel!”

“Aha…”

“Los, geh jetzt.”
“Tausend Sachen?”

“Wenn nicht sogar noch mehr.”
“Verdammt…”

“Wir arbeiten den Zettel ab und dann vielleicht.”
“Dann vielleicht??”

“…vielleicht haben ja dann noch etwas Zeit übrig.”
“Aha… Ich hasse volle Zettel…”

“STEH JETZT AUF!”

“Ist ja gut, ich geh ja schon…”

“Ich checke in der Zwischenzeit schon mal, womit wir anfangen.”
“Toll…”

[Ich schäle mich unwillig aus meiner Bettdecke und schlurfe ins Badezimmer, es nutzt ja nichts. Dort muss ich feststellen, dass auch ein Schwall eiskaltes Wasser meinen Wachzustand nicht deutlich verbessert...
Eines muss ich aber anerkennend festhalten: normalerweise ist die Liebste der Morgenmuffel, es sei denn, sie hat sich etwas in den Kopf gesetzt, dann entwickelt sie ungeheuerliche Energien; da habe ich schon großen Respekt vor und dafür gebührt ihr wirklich Anerkennung!

Zehn Minuten später bin ich fertig und gehe zurück ins Schlafzimmer, um mir ein Hemd aus dem Schrank zu nehmen; allerdings ist es hier noch dunkel!?]

“-”
“Liebste??”

“Was…”
“Du liegst ja noch im Bett??”

“Ja, sieht man doch, oder?”
“Aber ich dachte, wir wollten aufstehen und was schaffen??”

“Ich bin ja auch aufgestanden.”
“Komisch, sieht man gar nicht??”

“Ich bin dann aber wieder ins Bett gegangen.”
“Warum?? Ich meine, mich scheuchst du raus und du…”

“Ja, aber jetzt bleibe ich noch ein Stündchen liegen.”
“Wie bitte??”

“Du kannst dir ja schon mal einen Kaffee machen oder so.”

“Aber…”

“So, und jetzt lass mich noch schön hier liegen, ja? Tschüss!”

“Und was ist mit deinem vollen Zettel??”

“Ja genau, das ist die Ursache.”
“Ursache?? Ursache wofür??”

“Dass ich jetzt noch liegen bleibe.”
“Steht da vielleicht drauf, zuerst noch eine Stunde pennen??”

“Quatsch! Das würde ICH niemals auf den Zettel schreiben!”
“Sondern??”

“Ich kann den Zettel nicht wiederfinden…”

Kopfschüttel…

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Geh ran!

3. September 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sitzen am Abend in unserem Wohnzimmer auf dem Sofa und schauen Fernsehen.
Peter Zwegat gibt sich mal wieder die Ehre und rettet für seine Mandanten, was noch zu retten ist (den Mann beneide ich übrigens auch nicht…).
Plötzlich klingelt das Telefon.

“Schatz, gehst du ans Telefon?”
“Nee, ich habe keine Lust, Süße.”

“Keine Lust??”
“Keine Lust.”

“Und wenn es was Wichtiges ist??”
“Dann wird der Anrufer noch einmal anrufen.”

“Gehst du jetzt bitte ans Telefon!”
“Warum gehst du nicht selbst ran??”

“Weil ich mich hier gerade so schön eingekuschelt habe!”
“Ich auch.”

“Du?? Du sitzt doch da bloß??”
“Na und? Nur weil ich nicht unter einer Decke schmore, wie du?”

“Mann, wenn du jetzt nicht ran gehst, ist es gleich weg!”
“Das stört mich nicht.”

“Dann schau doch wenigstens nach, wer da anruft!”
“Auch dazu müsste ich jetzt aufstehen.”

“Du bist so ein fauler Sack!”
“Und du ein Brutzelhuhn!”

“Nenn mich nicht immer Brutzelhuhn!”"
“Und du nenn mich nicht immer fauler Sack!”

“Na schön. Das ist fair.”
“Danke.”

“Gehst du jetzt ans Telefon?”
“Nein.”

“Du Blödmann!!”
“Ähm, können wir ‘Blödmann’ mit in die Vereinbarung aufnehmen?”

“Nein!”
“Gut, dann nicht. Dann gehe ich auch nicht ans Telefon.”

“Siehst du, jetzt hat es aufgehört, zu klingeln!”
“Dann ist ja wieder Ruhe, sehr gut.”

“Ich will wissen, wer da angerufen hat!”
“Dann geh nachschauen.”

“Mann, du bist so ein fau… Ähm, so ein Sturkopf!”

[Die Liebste schmeißt mit einer provozierenden Handbewegung ihre Decke zur Seite und schlappt in Richtung Telefon. Nachdem sie das Gerät aus der Ladestation genommen hat, drückt sie auf die blinkende Taste für die Anruferliste.]

“Mist!”
“Wieso, was ist denn?”

“Unbekannter Anrufer. Hier steht keine Nummer.”
“Aha, OK.”

“Jetzt bin ich extra aufgestanden und weiß es immer noch nicht!”
“Schön, und jetzt setz dich wieder hin und entspann dich.”

“Ich habe ja gleich gesagt, dass das für dich ist!”
“Das hast du NICHT gesagt.”

“Aber gemeint, ich meine, wer ruft schon ohne Nummer an!”
“Hä? Das verstehe ich jetzt nicht??”

“Das kann ja nur für dich gewesen sein!”
“Wieso??”

“Weil meine Freunde alle ihre Rufnummer übertragen.”
“Ach, und meine nicht??”

“Du gibst ja jedem Hinz und Kunz unsere Nummer.”
“Das tue ich NICHT!”

“Unbekannter Anrufer ist immer für dich.”
“Quatsch!”

[Die Liebste stellt das Telefon wieder zurück in die Ladestation und kommt zurück aufs Sofa, wo sie sich demonstrativ sofort wieder in ihre Decke einrollt und diese bis zur Nasenspitze an sich hochzieht.
Da klingelt das Telefon erneut...]

“So, jetzt gehst du aber ran!”
“Ich?? Nee! Warum hast du denn das Telefon nicht mitgebracht??”

“Konnte ich wissen, dass es noch einmal klingelt??”
“Naja, ähm, war das nicht zu erwarten, ich meine…”

“Ist ja sowieso für dich.”
“Also ich gehe ganz bestimmt nicht ran.”

“Schatz!!”
“Nochmal: wenn du wissen willst, wer das ist, dann geh selber ran.”

“Ich stehe jetzt aber nicht noch einmal auf!”
“Das ist dann Pech.”

“Du bist so ein fauler S…”
“…sag es nicht, wir haben eine Vereinbarung!”

“Du bist aber trotzdem einer!!”
“Bin ich nicht.”

“Blödmann!”
“Gerne.”

“Wenn du jetzt wieder nicht ran gehst, dann, dann…”
“Ja? Was dann?”

“Dann verpasst du ganz sicher einen wichtigen Anruf!”
“Mir egal.”

“Was wäre denn, wenn ich das jetzt wäre??”
“Du??”

“Ja, wenn ich jetzt der Anrufer wäre und dich sprechen müsste??”
“Du sitzt doch aber hier auf dem Sofa neben mir??”

“Aber mal angenommen?? Das finde ich nicht besonders witzig!”
“Wenn du nicht da bist, gehe ich ja auch immer ran.”

“Pff!”
“Und wenn nicht, dann habe ich es nicht klingeln gehört.”

“Ich glaube dir kein… Siehste, jetzt hat es wieder aufgehört!”
“Das Telefon ja, du hingegen…”

“Sei GAAANZ vorsichtig, mein Lieber!”
“Vielleicht wäre es tatsächlich klüger gewesen, ran zu gehen…”

“Das sage ich ja die ganze Zeit!”
“Ja, denn dann müsste ich DEIN Geklingel jetzt nicht ertragen…”

“Wenn es jetzt noch einmal klingelt, gehst du dann ran?”
“Ja.”

“Wirklich?”
“Jaaa.”

“OK. Da bin ich aber mal gespannt!”
“Schön.”

[Es klingelt tatsächlich erneut...]

“Da, jetzt! So, und nun geh ran!”
“Mist… Ich hätte geschworen, dass es nicht noch einmal…”

“Los, geh ran, bevor es wieder weg ist!”
“Ich geh ja schon…”

“Wer da wohl was von dir will so dringend!”
“Das werden wir gleich wissen…”

[Dieses Mal stehe ich nun also auf und gehe in Richtung Telefon. Natürlich bin auch ich jetzt neugierig geworden, wer da nun zum dritten Mal anruft. Wenige Augenblicke später habe ich das Telefon in der Hand und drücke den grünen Annahmeknopf...]

“Und? Wer ist dran??”
“Moment…”

“Wer ist denn dran??”
“…Moment!”

“Schatz!”
“…Moment noch!”

“Jetzt sag doch mal!”

[Ich halte das Mikrofon des Telefons zu, um der Liebsten sagen zu können, wer dran ist...]

“Und??”
“Eine Lisa, oder Luisa, oder so ähnlich. Sie will dich sprechen.”

“Was?? Lisa?? Was will sie denn??”
“Hallo?? Vielleicht fragst du sie das einfach selber??”

“Ach, jetzt weiß ich, wer das ist!”
“Schön, hier, nimm das Telefon.”

“Nein, nein, nein, das ist meine Kosmetikerin!”
“Na und?? Los, sprich du mit ihr!”

“Woher hat die denn unsere Festnetznummer??”
“Das ist mir egal, auf jeden Fall bist du jetzt dran!”

“Nein!”
“Wieso denn nicht??”

“Das ist kompliziert, sag ihr einfach, ich sei nicht da!”
“Ähm…”

“Bitte, bitte, bitte, bitte!!”
“Himmel, na schön, sage ich ihr eben irgendwas…”

[Ich wimmele mit ein paar haarsträubenden Lügengeschichten die Kosmetikerin der Liebsten ab und fühle mich nicht besonders gut dabei... Aber damit das Telefondrama endlich ein Ende findet, nehme ich das eben auch noch auf mich.]

“Danke Schatz.”
“Was sollte denn das jetzt, bitte??”

“Ich konnte jetzt nicht mit Lisa sprechen.”
“Na toll! Und dafür musste ich jetzt unbedingt ans Telefon gehen??”

“Wieso, war doch alles richtig so!?”
“Was war denn daran jetzt richtig, bitte??”

“Es war richtig, dass du ran gegangen bist.”
“Aber der Anruf war doch für dich??”

“Nein, er war für dich.”
“Wenn DEINE Kosmetikerin anruft, dann ist das für mich??”

“Nein, wenn Anrufer unbekannt, DANN ist das immer für dich!”

Kopfschüttel…

50 Kommentare »

Baguette, fromage, finito!

30. September 2010, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich machen einen Kurzurlaub in Annecy, einer kleinen schönen Stadt im Südosten Frankreichs nahe den Alpen.
Nachdem wir unser Hotel direkt am wundervollen See von Annecy bezogen haben, machen wir erst einmal einen ausgedehnten Spaziergang bei schönstem Sonnenwetter.

“Du Schatz, das ist richtig schön hier!”
“Ja, Süße. Deswegen sind wir ja auch hier.”

“Ich war eben noch nicht so oft in Frankreich.”
“Du magst ja auch kein Baguette, also warum auch…”

“Ja wohl mag ich Baguette!”
“Ja, aber nur mit Kräuterbutter, das ist was anderes.”

“Essen die hier nur Baguette?”
“Und Madeleines zum Frühstück.”

“Madeleines?? Was ist das denn??”
“Das sind, naja, so kleine Kuchen eigentlich.”

“Kuchen zum Frühstück??”
“Und Baguette, nicht zu vergessen.”

“Schon komisch… Und die Sprache erst…”
“Wieso? Was ist damit?”

“Sprichst du eigentlich gut Französisch, Schatz?”
“Ähm… Naja, ich hatte damals in der Schule, also…”

“Sag mal was, ja?”
“Och nee.”

“Och bitte!”
“Was soll ich denn sagen??”

“Was heißt denn zum Beispiel Liebste auf Französisch?”
“Mon chéri.”

“Nein, jetzt mal in echt!”
“Mon chéri, das heißt Liebste auf Französisch!”

“Echt??”
“Oui.”

“Du sprichst ja doch Französisch!”
“Quatsch. Nur so das Nötigste eben…”

“Was heißt denn Fahrrad?”
“La bicyclette.”

“Und was heißt Hund?”
“Le chien.”

“Und was heißt kleiner Hund?”
“Liebste, du fängst doch nicht schon wieder damit an!?”

“Nein, nein, ich will nur wissen, wie das heißt!”
“Le petit chien.”

“Wie süüüß!”
“Ja…”

“Schon toll, die französische Sprache, oder nicht?”
“Ja, aber schwer, finde ich.”

“Kannst du auch ganze Sätze sagen?”
“Nein.”

“Och bitte! Ich will das mal hören!”
“Dann mach im Hotel den Fernseher an.”

“Nein, von dir!”
“Was soll ich denn sagen…”

“Sag: Ich möchte Pizza essen.”
“Je veux manger de la pizza.”

“Mit Salami!”
“…avec salami.”

“Salami und Pizza sind ja doof…”
“Was? Wieso?”

“Naja das heißt ja wie bei uns auch!”
“Tja… Weil das vielleicht italienische Worte sind??”

“Na schön, dann sag was typisches Französisches.”
“Ähm… Keine Ahnung??”

“Sag: Hier ist es wunderschön und toll.”
“Ici, il est très magnifique et… ähm… Et formidable.”

“Formi was??”
“Formidable. Glaube ich…”

“Klingt eher nach Weichkäse…”
“Du bist auch so ein Weichkäse!”

“Was heißt denn Weichkäse auf Französisch?”
“Camembert wahrscheinlich…”

“So ein Blödsinn!”
“Vous avez seulement de fromage dans votre tête.”

“Was heiß denn das?? Irgendwas mit Käse??”
“Ja. Sehr viel Käse…”

“Du sprichst ja super Französisch!”
“Wohl kaum, das waren ja alles ganz einfache Sachen.”

“OK, dann sag…”
“…können wir das jetzt bitte lassen, ja?”

“Wieso, ich finde das toll, dass du das kannst!”
“Ich kann es ja gar nicht…”

“…ich wäre hier total aufgeschmissen ohne dich!”
“Die sprechen hier auch alle Englisch, keine Sorge…”

“Gut, aber ein letzter Satz noch, ja?”
“Muss das sein?”

“Ich will nur testen, ob du wirklich die Grundlagen kannst.”
“Na schön, also einen noch, aber dann ist Schluss!”

“Jajaja, also, ähm…”
“Was ist denn?”

“Ich muss überlegen…”
“Il me faut penser à quelque chose.”

“Was??”
“Sollte ich doch sagen??”

“Was solltest du sagen??”
“Il me faut penser à quelque chose!”

“Was heißt denn das??”
“Ich muss über etwas nachdenken! Hoffe ich zumindest…”

“Das solltest du NICHT sagen!”
“Du hast es aber gesagt!”

“Aber das solltest du nicht übersetzen!”
“Habe ich aber, und deshalb ist jetzt Schluss!”

“Das habe ich aber nur so für mich gesagt, nicht für dich!”
“Das ist egal.”

“Bitte, bitte, den einen noch, ja Schatz?”
“Aber dann ist Schluss! Finito!”

“Finito ist ja gar nicht Französisch…”
“Frag jetzt deinen Satz!”

“OK, dann sag: Meine Liebste ist die Allerbeste auf der ganzen Welt und wenn ich nicht so ein alter Sack wäre, dann würde ich sie jetzt auf Händen einmal rund um den See tragen und anschließend würde ich mit ihr noch in die Altstadt gehen und ihr fünf Paar neue Schuhe kaufen!”
“Ähm…”

“Na?”
“Kannst du das mit dem alten Sack noch einmal wiederholen, bitte!?”

“Meine Liebste ist die aller aller Allerbeste von der ganzen Welt und wenn ich nicht so ein Französisch-Angeber wäre, dann würde ich sie jetzt einmal rund um den See auf Händen tragen und dann noch mit ihr in die Altstadt gehen und ihr fünf Paar neue Schuhe kaufen! Und ein Eis, versteht sich!”
“Tja, tut mir wirklich sehr leid!!”

“Was tut dir sehr leid?”
“Das kann ich LEIDER nicht für dich übersetzen!”

“Wusste ich´s doch.”
“Was wusstest du!?”

“Dass du die wirklich wichtigen Sachen doch nicht drauf hast!”

Kopfschüttel…

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Ins Bett

27. September 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich sitzen am Wochenende im Wohnzimmer und lesen. Die Liebste allerdings rutscht schon seit einer Viertelstunde irgendwie ungeduldig herum und schaut mich zwischendurch immer mal wieder an.
Was in ihrem Kopf wohl wieder vorgeht…

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Wir sollten mal ins Schlafzimmer rübergehen.”

“Aha, und wieso?”

“Weil, ähm… Weil da eine Birne in der Lampe kaputt ist.”
“Welche Lampe?”

“Ähm, die auf meinem Nachttisch.”

“Tatsächlich?? Ist mir gar nicht aufgefallen.”

“Die solltest du dir mal ansehen.”
“Mache ich später.”

“Und warum nicht jetzt?”
“Weil ich ja eh nichts machen kann, wir haben keine Ersatzlampe.”

“Ach so…”

“Ich kaufe morgen eine neue Birne.”

“Gut…”
“Fein.”

“-”
“-”

“Wir sollten aber trotzdem ins Schlafzimmer gehen.”
“Wieso?”

“Naja, mal ne Stunde ausruhen oder so?”

“Ich bin nicht müde.”

“Also ich schon.”
“Dann geh doch?”

“Kommst du nicht mit?”
“Nee. Ich kann jetzt nicht schlafen.”

“Hm…”
“Gute Nacht.”

“Aber ich wollte doch mit dir zusammen ins Schlafzimmer?”
“Wieso? Soll ich dir zugucken, wie du schläfst, oder was??”

“Nein…”
“Na also.”

“Aber du könntest doch trotzdem mitgehen?”

“Warum??”

“Vielleicht kannst du ja noch was anderes reparieren?”
“Im Schlafzimmer ist meines Wissens nichts anderes kaputt.”

“Also kommst du jetzt mit oder nicht!?”
“Warum soll ich denn unbedingt ins Schlafzimmer gehen??”

“Weil du doof bist, darum!”

“Ja, aha, das macht die Sache natürlich viel klarer…”

“Du bist müde und musst dich ins Bett legen! VERSTANDEN??”

“Ich bin doch aber gar nicht…”

“…sei einfach still jetzt und komm mit!”
“Aber…”

“Wie kann man nur so schwer von Begriff sein!”
“Ähm… Ach so, jetzt verstehe ich, glaube ich…”

“Na das hat aber gedauert!”
“Warum sagst du denn nicht einfach, dass du wuschig bist??”

“WUSCHIG?? ICH??”
“Na das meintest du doch, oder?”

“WUSCHIG??”
“Um nicht zu sagen…”

“Verkneif dir alle weiteren Kommentare!”
“Ich mag ja diese ganz besondere romantische Stimmung und…”

“Trottel!”
“…und wie dezent du mich umschmeichelst, fantastisch…”

“Weißt du was, bleib doch einfach da sitzen!”

“Ich dachte, wir wollten ins Schlafzimmer gehen?”

“Ich wollte ja, aber du ja nicht!”
“Jetzt will ich aber auch?”

“Vergiss es!”
“Aber…”

“Und soll ich dir noch was sagen??”

“Ähm, was denn?”

“Die Lampe ist gar nicht kaputt!”
“Was für ein Zufall…”

“Aber ich kann vorhersehen, dass sie gleich kaputt gehen wird!”

Kopfschüttel…

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Froschmörder

23. September 2010, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich sind in meinem Auto unterwegs zu Freunden, die uns zu einem “Mal wieder treffen”-Abend eingeladen haben.

Die Autofahrt dauert zirka eine Dreiviertelstunde und führt uns über Land durch viele kleine Dörfer.

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Ist dir auch so kalt?”
“Nein, dir?”

“Ja.”
“Dann mach es doch wärmer?”

“Nee.”
“Und wieso nicht?”

“Die Heizung steht ja schon auf 23 Grad.”
“Na und??”

“Mehr ist ja peinlich.”
“Ich sage es keinem, versprochen.”

“Pff! Das kenne ich!”
“Was soll das denn jetzt heißen??”

“Das ist doch das Erste, was du gleich rausposaunen wirst!”
“Wie bitte?? Was denn??”

“Dass mir sowieso immer kalt sei und Frauen und Laberafasel!”
“Warum sollte ich??”

“Damit du dich wieder über mich lustig machen kannst.”
“Würde ich nie machen!”

“Ach nein?? Und was war letzte Woche??”
“Was war denn letzte Woche??”

“Da sind wir auch Auto gefahren!”
“Und??”

“Da hast du gesagt, ich sei unberechenbar!”
“Du hast mir ja auch ins Lenkrad gegriffen!”

“Was ja auch nötig war!”
“War es nicht! Ich hasse es, wenn man mir…”

“…du hättest den armen Frosch einfach platt gefahren!”
“Das war kein Frosch!”

“Froschmörder!”
“Quatsch! Es gibt zu dieser Jahreszeit keine Frösche!”

“Das war aber einer.”
“Wir wären fast im Graben gelandet!”

“Ich mag Frösche aber.”
“Ja, und du bist auch so ein Frosch, echt…”

“Ich?? Wieso bin ich ein Frosch??”
“Weil du ununterbrochen komisches Zeug am quaken bist!”

“Nur weil ich mich für Frösche einsetze??”
“Nein, weil du die Heizung nicht wärmer drehen willst!”

“Ach ja, mir war ja kalt…”
“War klar, dass du das schon wieder vergessen hast…”

“Ich habe es ja gar nicht vergessen!”
“Dann ist dir jetzt also wieder warm?”

“Nein.”
“Dann mach die Heizung wärmer.”

“Nee.”
“Wieso denn nicht??”

“Ich darf ja hier im Auto nichts!”
“Was??”

“Nicht mal Frösche retten.”
“Schön, dann mache ich eben die Heizung für dich wärmer!”

“Nein!”
“Gut, auch gut, dann frier eben weiter.”

“Ich glaube, mir ist nur kalt, weil ich Hunger habe.”
“Sollen wir anhalten und ein paar Froschschenkel essen?”

“Bäh! Du bist so ekelig!”
“Naja, ich dachte, wo du doch Hunger hast und so und…”

“Ich würde niemals Froschschenkel essen!”
“Gut, haben wir das also auch endlich mal geklärt.”

“Wieso? War dir das nicht klar??”
“Sagen wir, ich hätte es stark vermutet.”

“Da solltest du mich aber besser kennen, du Blödmann!”
“Ich kenne dich ja auch. Du Quakfrosch.”

“Ich bin kein Frosch!”
“Und ich kein Blödmann!”

“Bist du doch!”
“Dann bist du auch ein Frosch!”

“Fahr sofort langsamer!”
“Pff!”

“Du musst hier langsam fahren, bremsen!”
“Wieso? Gibt´s hier einen großen Tümpel mit deinen Freunden drin?”

“Nein, weil…”

[Noch bevor die Liebste ihren Satz beenden kann, blitzt es am rechten Straßenrand in drei Meter Höhe, wo ein so genannter fest installierter Starenkasten steht. Mist!
Ein Blick auf den Tacho verrät, dass ich ungefähr 15 Stundenkilometer drüber gewesen sein muss...
Kein wirklicher Beinbruch also, aber das eigentliche Problem ist, dass die Liebste nun alle Trumpfkarten auf der Hand hat, um mich richtig alt aussehen zu lassen...]

“Das hast du nun davon!”
“Mist… So, komm, bringen wir es also hinter uns.”

“Hinter uns bringen? Was denn?”
“Na fang schon an, mach mich fertig.”

“Ich??”
“Dir juckt es doch schon in den Fingern, also los jetzt.”

“Warum sollte ich dich denn fertig machen wollen??”
“Weil das ist doch ein gefundenes Fressen für dich ist!”

“Blödsinn! Das tut mir total Leid für dich!”
“Tatsächlich?”

“Natürlich, diese blöden Blitzer sind eh nur Geldmacherei.”
“Aha, naja, dann… Danke.”

“Nein, nein, ich habe dir zu danken.”
“Du?? Wofür bedankst du dich denn jetzt bei mir??”

“Mir ist plötzlich ganz warm geworden!”

Kopfschüttel…

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Blindfisch!

20. September 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste sitzt am Abend gemütlich auf dem Sofa, als ich nach Hause komme.
Wie ich aus den Augenwinkeln sehen kann, genießt sie mal wieder eine Folge GZSZ… Es ist mir ein Rätsel, aber ich muss ja nicht alles verstehen, also was soll´s…

“Na, Schatz? Alles klar?”
“Ja, Süße, bin etwas spät, sorry, aber…”

“…du, stör mich jetzt nicht, ja?”

“Ach so, ähm… Ja, dann, ähm, gehe ich mal in die Küche…”

“Nee, Moment, eine Sache ist aber noch wichtig jetzt!”
“So? Was denn?”

“Ist dir gar nichts aufgefallen??”
“Ähm…”

“Na?”
“Was soll mir denn aufgefallen sein??”

“Meine neuen Schuhe zum Beispiel du Blindfisch??”
“Oha, ähm… Neue Schuhe??”

“Neue Schuhe!”
“Aber, Liebste, ähm… Du sitzt doch auf dem Sofa??”

“Und??”
“Naja, ähm… Wie ich sehe, hast du doch gar keine Schuhe an??”

“Und??”
“Ja, also, wie soll ich denn dann bitte s…”

“Trotzdem kannst du doch wissen, dass ich neue Schuhe habe!?”
“Und wie soll ich das wissen, bitte??”

“Die stehen doch vorne im Flur!?”

Kopfschüttel…

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Gemüsedipp

15. September 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

(Quelle: Stripgenerator.com)

Alternative (die mir als Comic besser gefällt):
http://www.kopfschuettel.de/2008/06/30/samstags-ist-echt-mist/

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Das Übliche eben

11. September 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen am Freitagabend entspannt im Wohnzimmer und überlegen, was wir mit dem Abend anfangen.
Die Liebste macht den Vorschlag, mal wieder eine Runde Rummikub zu spielen; das ist nicht gerade mein Favorit, aber auch ich spiele es ab und zu ganz gerne.

“Spielen wir in der Küche, Schatz?”
“Ja, Süße, da haben wir genug Platz.”

“Wo ist das Rummikub-Spiel denn überhaupt??”
“Müsste eigentlich bei den anderen Spielen im Gästezimmer liegen.”

“Gehst du es holen, ja?”

“Ja. Ich hoffe, dass es da auch liegt.”

“Wo soll es denn sonst sein??”
“Da du es das letzte Mal weggeräumt hast, ist das ungewiss.”

“Wie bitte?? Ich tue immer alles dahin, wo es hingehört!”
“Klar. Ich erinnere nur kurz an mein Haar Gel von neulich.”

“Das zählt nicht, das war ein Versehen.”

“Versehen?? Du hast es im Kabuff zu den Autoreinigern gestellt!”

“Na und??”
“…und dann habe ich eine neue Tube gekauft und die auch!”

“Ich wusste eben nicht, was das für schwarze Tuben sind.”

“…ich habe 2 Wochen gebraucht, bis ich die wiedergefunden habe!”

“Das hätte auch gut Schuhcreme sein können.”
“Aha, und dann stellst du die zu den Autosachen??”

“In unserer Schuhkiste war eben kein Platz mehr!?”

“Wahrscheinlich steht das Rummikub irgendwo bei den Fahrrädern…”

“Quatsch!”
“Ich gehe jetzt zu den Spielen und schaue nach…”

“Gut, dann…”

[...noch bevor die Liebste ihren Satz beenden kann, klingelt das Telefon. Das Display verrät, dass es sich bei der Anruferin um Nadine handelt, eine alte Schulfreundin der Liebsten. Ich drücke ihr das Telefon in die Hand und wir verabreden, dass die Liebste das Telefonat annimmt (annehmen muss, wie sie sagt) und ich in der Zwischenzeit schon mal das Rummikub in der Küche aufbaue.
Gesagt, getan: ich sitze startklar in der Küche von den weißen Rummikub-Steinchen, während die Liebste  noch immer im Gästezimmer hinter verschlossener Tür telefoniert: seit einer Stunde!
Plötzlich geht die Tür auf und die Liebste kommt herein...]

“So, fertig! Hat etwas länger gedauert.”

“Etwas?? Du hast eine ganze Stunde lang mit ihr telefoniert!”

“1.13, wenn du es genau wissen willst.”
“Will ich nicht!”

“Hast du hier alles fertig soweit?”
“Soll das ein Witz sein??”

“Nee, wieso?”

“In der Zeit hätte ich 100 neue Steine schnitzen können!!”

“Und? hast du?”
“Nein, habe ich NICHT!”

“Warum betonst du das dann so??”
“Weißt du was, vergiss es einfach, können wir jetzt spielen?”

“Natürlich, du willst doch noch, oder?”
“Deswegen warte ich ja hier seit einer Ewigkeit auf dich!”

“Hast du die Steine schon durchgemischt?”

“Liebste, die Steine sind so was von gemischt, gemischter geht nicht!”

“Aber du sitzt doch hier schon eine Zeit lang?”
“Eben!”

“Dann könntest du dir die Steine ja schon alle angeguckt haben?”
“Habe ich NICHT!”

“Ich mische lieber noch einmal, dir kann man nicht trauen.”
“Was??”

“…weil du ja bei Rummikub auch immer verlierst.”
“Das stimmt ja gar nicht!”

“…deswegen spiele ich es ja auch so gerne mit dir.”
“Ach sooo! Ich sehe, das Warten hat sich mal wieder richtig gelohnt!”

“…ich habe mich extra beeilt am Telefon.”
“Beeilt?? DAS nennst du beeilen??”

“Klar! Wir hätten locker noch weiter telefonieren können.”
“Das darf doch wohl nicht wahr sein…”

“Ich musste Nadine regelrecht abwürgen.”
“Wahrscheinlich werde ich die Frage wieder bereuen, aber…”

“Aber?”
“…worüber habt ihr denn überhaupt so lange gesprochen?”

“Wieso?”
“Naja, gab es wieder irgendeine Katastrophe, oder was?”

“Wieso denn eine Katastrophe??”
“…wo Superwoman Liebste zur Hilfe gerufen werden musste?”

“Nein, warum? Wie kommst du denn darauf?”

“Ähm… Und worüber habt ihr dann so lange gequasselt, bitte??”

“Das Übliche eben.”
“Das Übliche??”

“Zu den wichtigen Sachen sind wir noch gar nicht gekommen.”
“Moment, Moment: NOCH NICHT??”

“Ich musste das Gespräch unterbrechen wegen dir.”
“Wegen mir??”

“Damit du nicht sauer wirst.”
“Damit ICH nicht sauer werde??”

“Wieso wiederholst du denn dauernd alles, was ich sage??”
“Weil mir dazu wirklich nichts Besseres einfällt!!”

“Spielen wir jetzt oder nicht!?”

“Wir spielen!”

“Gut, aber schnell.”
“Wieso schnell, das ist ein Geduldsspiel??”

“Ich habe Nadine gesagt, dass ich wieder anrufe.”

“Wie bitte??”

“Naja, so lange dauert das doch hier nicht, oder?”
“Heißt das, du willst nur ein einziges Spiel machen??”

“Nein, wie kommst du denn darauf?”
“Weil, weil…”

“Vielleicht nach zwei Spielen, schätze ich.”
“Zwei?? Und wovon hängt das ab, bitte??”

“Wenn du 2-mal verloren hast, bist eh du froh, wenn ich gehe.”

Kopfschüttel…

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Voller Zettel

8. September 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste hat mich vor kurzem gebeten, mir heute einen Tag frei zu nehmen, damit wir gemeinsam einige wichtige Dinge erledigen können. Zum Beispiel Sperrmüll sortieren, Fenster putzen, Dachrinnen reinigen, zusammen ein neues Sofa aussuchen und vieles mehr.
Der Wecker der Liebsten klingelt am frühen Morgen…

“Schatz… Schatz, aufwachen…”
“Süße, wir haben doch heute frei, lass mich noch ein bisschen…”

“Och nee, das ist kein Urlaubstag heute, komm!”
“Mist…”

“Stehst du jetzt auf, ja?”
“Jaaa… Willst du denn nicht zuerst ins Bad?”

“Nee, du gehst zuerst ins Bad.”
“Und warum das?”

“Weil du sonst wieder einpennst!”
“Das wäre nicht ganz unwahrscheinlich…”

“Eben, also los!”
“Wieso müssen wir denn so früh aufstehen??”

“Damit wir heute was schaffen, deswegen.”
“Aber wir haben doch noch den ganzen Tag Zeit??”

“Ich habe aber tausend Sachen auf dem Zettel!”

“Aha…”

“Los, geh jetzt.”
“Tausend Sachen?”

“Wenn nicht sogar noch mehr.”
“Verdammt…”

“Wir arbeiten den Zettel ab und dann vielleicht.”
“Dann vielleicht??”

“…vielleicht haben ja dann noch etwas Zeit übrig.”
“Aha… Ich hasse volle Zettel…”

“STEH JETZT AUF!”

“Ist ja gut, ich geh ja schon…”

“Ich checke in der Zwischenzeit schon mal, womit wir anfangen.”
“Toll…”

[Ich schäle mich unwillig aus meiner Bettdecke und schlurfe ins Badezimmer, es nutzt ja nichts. Dort muss ich feststellen, dass auch ein Schwall eiskaltes Wasser meinen Wachzustand nicht deutlich verbessert...
Eines muss ich aber anerkennend festhalten: normalerweise ist die Liebste der Morgenmuffel, es sei denn, sie hat sich etwas in den Kopf gesetzt, dann entwickelt sie ungeheuerliche Energien; da habe ich schon großen Respekt vor und dafür gebührt ihr wirklich Anerkennung!

Zehn Minuten später bin ich fertig und gehe zurück ins Schlafzimmer, um mir ein Hemd aus dem Schrank zu nehmen; allerdings ist es hier noch dunkel!?]

“-”
“Liebste??”

“Was…”
“Du liegst ja noch im Bett??”

“Ja, sieht man doch, oder?”
“Aber ich dachte, wir wollten aufstehen und was schaffen??”

“Ich bin ja auch aufgestanden.”
“Komisch, sieht man gar nicht??”

“Ich bin dann aber wieder ins Bett gegangen.”
“Warum?? Ich meine, mich scheuchst du raus und du…”

“Ja, aber jetzt bleibe ich noch ein Stündchen liegen.”
“Wie bitte??”

“Du kannst dir ja schon mal einen Kaffee machen oder so.”

“Aber…”

“So, und jetzt lass mich noch schön hier liegen, ja? Tschüss!”

“Und was ist mit deinem vollen Zettel??”

“Ja genau, das ist die Ursache.”
“Ursache?? Ursache wofür??”

“Dass ich jetzt noch liegen bleibe.”
“Steht da vielleicht drauf, zuerst noch eine Stunde pennen??”

“Quatsch! Das würde ICH niemals auf den Zettel schreiben!”
“Sondern??”

“Ich kann den Zettel nicht wiederfinden…”

Kopfschüttel…

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Geh ran!

3. September 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sitzen am Abend in unserem Wohnzimmer auf dem Sofa und schauen Fernsehen.
Peter Zwegat gibt sich mal wieder die Ehre und rettet für seine Mandanten, was noch zu retten ist (den Mann beneide ich übrigens auch nicht…).
Plötzlich klingelt das Telefon.

“Schatz, gehst du ans Telefon?”
“Nee, ich habe keine Lust, Süße.”

“Keine Lust??”
“Keine Lust.”

“Und wenn es was Wichtiges ist??”
“Dann wird der Anrufer noch einmal anrufen.”

“Gehst du jetzt bitte ans Telefon!”
“Warum gehst du nicht selbst ran??”

“Weil ich mich hier gerade so schön eingekuschelt habe!”
“Ich auch.”

“Du?? Du sitzt doch da bloß??”
“Na und? Nur weil ich nicht unter einer Decke schmore, wie du?”

“Mann, wenn du jetzt nicht ran gehst, ist es gleich weg!”
“Das stört mich nicht.”

“Dann schau doch wenigstens nach, wer da anruft!”
“Auch dazu müsste ich jetzt aufstehen.”

“Du bist so ein fauler Sack!”
“Und du ein Brutzelhuhn!”

“Nenn mich nicht immer Brutzelhuhn!”"
“Und du nenn mich nicht immer fauler Sack!”

“Na schön. Das ist fair.”
“Danke.”

“Gehst du jetzt ans Telefon?”
“Nein.”

“Du Blödmann!!”
“Ähm, können wir ‘Blödmann’ mit in die Vereinbarung aufnehmen?”

“Nein!”
“Gut, dann nicht. Dann gehe ich auch nicht ans Telefon.”

“Siehst du, jetzt hat es aufgehört, zu klingeln!”
“Dann ist ja wieder Ruhe, sehr gut.”

“Ich will wissen, wer da angerufen hat!”
“Dann geh nachschauen.”

“Mann, du bist so ein fau… Ähm, so ein Sturkopf!”

[Die Liebste schmeißt mit einer provozierenden Handbewegung ihre Decke zur Seite und schlappt in Richtung Telefon. Nachdem sie das Gerät aus der Ladestation genommen hat, drückt sie auf die blinkende Taste für die Anruferliste.]

“Mist!”
“Wieso, was ist denn?”

“Unbekannter Anrufer. Hier steht keine Nummer.”
“Aha, OK.”

“Jetzt bin ich extra aufgestanden und weiß es immer noch nicht!”
“Schön, und jetzt setz dich wieder hin und entspann dich.”

“Ich habe ja gleich gesagt, dass das für dich ist!”
“Das hast du NICHT gesagt.”

“Aber gemeint, ich meine, wer ruft schon ohne Nummer an!”
“Hä? Das verstehe ich jetzt nicht??”

“Das kann ja nur für dich gewesen sein!”
“Wieso??”

“Weil meine Freunde alle ihre Rufnummer übertragen.”
“Ach, und meine nicht??”

“Du gibst ja jedem Hinz und Kunz unsere Nummer.”
“Das tue ich NICHT!”

“Unbekannter Anrufer ist immer für dich.”
“Quatsch!”

[Die Liebste stellt das Telefon wieder zurück in die Ladestation und kommt zurück aufs Sofa, wo sie sich demonstrativ sofort wieder in ihre Decke einrollt und diese bis zur Nasenspitze an sich hochzieht.
Da klingelt das Telefon erneut...]

“So, jetzt gehst du aber ran!”
“Ich?? Nee! Warum hast du denn das Telefon nicht mitgebracht??”

“Konnte ich wissen, dass es noch einmal klingelt??”
“Naja, ähm, war das nicht zu erwarten, ich meine…”

“Ist ja sowieso für dich.”
“Also ich gehe ganz bestimmt nicht ran.”

“Schatz!!”
“Nochmal: wenn du wissen willst, wer das ist, dann geh selber ran.”

“Ich stehe jetzt aber nicht noch einmal auf!”
“Das ist dann Pech.”

“Du bist so ein fauler S…”
“…sag es nicht, wir haben eine Vereinbarung!”

“Du bist aber trotzdem einer!!”
“Bin ich nicht.”

“Blödmann!”
“Gerne.”

“Wenn du jetzt wieder nicht ran gehst, dann, dann…”
“Ja? Was dann?”

“Dann verpasst du ganz sicher einen wichtigen Anruf!”
“Mir egal.”

“Was wäre denn, wenn ich das jetzt wäre??”
“Du??”

“Ja, wenn ich jetzt der Anrufer wäre und dich sprechen müsste??”
“Du sitzt doch aber hier auf dem Sofa neben mir??”

“Aber mal angenommen?? Das finde ich nicht besonders witzig!”
“Wenn du nicht da bist, gehe ich ja auch immer ran.”

“Pff!”
“Und wenn nicht, dann habe ich es nicht klingeln gehört.”

“Ich glaube dir kein… Siehste, jetzt hat es wieder aufgehört!”
“Das Telefon ja, du hingegen…”

“Sei GAAANZ vorsichtig, mein Lieber!”
“Vielleicht wäre es tatsächlich klüger gewesen, ran zu gehen…”

“Das sage ich ja die ganze Zeit!”
“Ja, denn dann müsste ich DEIN Geklingel jetzt nicht ertragen…”

“Wenn es jetzt noch einmal klingelt, gehst du dann ran?”
“Ja.”

“Wirklich?”
“Jaaa.”

“OK. Da bin ich aber mal gespannt!”
“Schön.”

[Es klingelt tatsächlich erneut...]

“Da, jetzt! So, und nun geh ran!”
“Mist… Ich hätte geschworen, dass es nicht noch einmal…”

“Los, geh ran, bevor es wieder weg ist!”
“Ich geh ja schon…”

“Wer da wohl was von dir will so dringend!”
“Das werden wir gleich wissen…”

[Dieses Mal stehe ich nun also auf und gehe in Richtung Telefon. Natürlich bin auch ich jetzt neugierig geworden, wer da nun zum dritten Mal anruft. Wenige Augenblicke später habe ich das Telefon in der Hand und drücke den grünen Annahmeknopf...]

“Und? Wer ist dran??”
“Moment…”

“Wer ist denn dran??”
“…Moment!”

“Schatz!”
“…Moment noch!”

“Jetzt sag doch mal!”

[Ich halte das Mikrofon des Telefons zu, um der Liebsten sagen zu können, wer dran ist...]

“Und??”
“Eine Lisa, oder Luisa, oder so ähnlich. Sie will dich sprechen.”

“Was?? Lisa?? Was will sie denn??”
“Hallo?? Vielleicht fragst du sie das einfach selber??”

“Ach, jetzt weiß ich, wer das ist!”
“Schön, hier, nimm das Telefon.”

“Nein, nein, nein, das ist meine Kosmetikerin!”
“Na und?? Los, sprich du mit ihr!”

“Woher hat die denn unsere Festnetznummer??”
“Das ist mir egal, auf jeden Fall bist du jetzt dran!”

“Nein!”
“Wieso denn nicht??”

“Das ist kompliziert, sag ihr einfach, ich sei nicht da!”
“Ähm…”

“Bitte, bitte, bitte, bitte!!”
“Himmel, na schön, sage ich ihr eben irgendwas…”

[Ich wimmele mit ein paar haarsträubenden Lügengeschichten die Kosmetikerin der Liebsten ab und fühle mich nicht besonders gut dabei... Aber damit das Telefondrama endlich ein Ende findet, nehme ich das eben auch noch auf mich.]

“Danke Schatz.”
“Was sollte denn das jetzt, bitte??”

“Ich konnte jetzt nicht mit Lisa sprechen.”
“Na toll! Und dafür musste ich jetzt unbedingt ans Telefon gehen??”

“Wieso, war doch alles richtig so!?”
“Was war denn daran jetzt richtig, bitte??”

“Es war richtig, dass du ran gegangen bist.”
“Aber der Anruf war doch für dich??”

“Nein, er war für dich.”
“Wenn DEINE Kosmetikerin anruft, dann ist das für mich??”

“Nein, wenn Anrufer unbekannt, DANN ist das immer für dich!”

Kopfschüttel…

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