Meine Liebste sitzt in der Küche und trinkt Tee, als ich am Abend nach Hause komme. Das ist an sich nichts Besonderes, aber genau das mag ich ja an Partnerschaften: es ist jemand da, der dich liebt und auf dich wartet, wenn du erschöpft nach Hause kommst. Ist das Leben nicht schön?

„Hallo Schatz!“
„Hallo Süße!“

„Und? Geht´s dir gut?“
„Ja.“

„Aha.“
„Ja.“

„Geht das vielleicht auch etwas ausführlicher?“
„Es geht mir heute sehr gut, danke Liebste.“

„Aha.“
„Ja.“

„Mehr nicht??“
„Wieso? Was soll denn sein?“

„Naja, was heißt denn das??“
„Ähm… Ich verstehe die Frage irgendwie nicht?“

„Na ich sehe doch, dass es dir NICHT gut geht.“
„Wie bitte??“

„Wie geht es dir denn nun wirklich?“
„Es geht mir gut!“

„Männer…“
„Und was heißt das jetzt wieder??“

„Ihr könnt nie zugeben, wenn es euch mal nicht gut geht.“
„Aber ich…“

„…nicht mal euren eigenen Frauen gegenüber!“
„Wieso sollte es mir denn nicht gut gehen??“

„Frauen spüren das.“
„Was spürst du denn bitte??“

„Ich weiß nicht, aber mein Bauch sagt mir: da stimmt was nicht.“
„Was soll denn nicht stimmen??“

„Das will ich ja eben gerade von dir wissen!“
„Es ist alles mit mir in Ordnung! Etwas müde vielleicht, aber…“

„AHA!“
„Na und?? Ich bin doch öfters mal ein bisschen müde!?“

„Du solltest dich aufs Sofa legen und dich erholen.“
„Ähm…“

„…dann geht es dir auch bald wieder besser.“
„Es geht mir aber doch gar nicht schlecht!?“

„Vielleicht ist da auch eine Grippe im Anflug?“
„Quatsch!“

„Komm, ich mache dir einen Tee und du legst dich schön hin.“
„Nein! Ich will mich nicht hinlegen!!“

„Deine Nerven scheinen auch schon total blank zu liegen…“
„Hör jetzt auf mit dem Blödsinn!“

„Du willst mir also glaubhaft machen, du seist gar nicht krank??“
„Sooo! Jetzt kommen wir der Sache näher.“

„Also sagst du, dass du fit, frisch und gesund bist?“
„Richtig. Ich bin fit wie ein Turnschuh!“

„Gut! Das wusste ich.“
„Pff! Eben war ich doch noch todkrank, deiner Meinung nach!?“

„Hätte doch sein können??“
„Liebste, ich kann dir wieder mal nicht auch nur ansatzweise folgen…“

„Komm, lass uns gehen.“
„Gehen? Wohin??“

„Wir treffen uns gleich mit Tanja und Chrissi in der Bar Celona.“
„Was?? Wie bitte?? Also Moment mal, das…“

„Das wollten wir doch schon öfter mal machen!?“
„Das wolltest DU schon öfter machen, ICH NICHT!“

„Also Moment, DAS habe ich aber anders in Erinnerung!“
„Aha, und woran erinnerst du dich, bitte??“

„Immer, wenn wir uns treffen wollten, warst du leider krank.“
„Ähm…“

„…aber heute bist du ja zum Glück fit!“
„Aber…“

„Komm Turnschuh, lass uns gehen.“

Kopfschüttel…