Meine Liebste sitzt in unserem Wohnzimmer auf dem Sofa, als ich am Abend nach Hause komme.
Nach einer kurzen, aber herzlichen Begrüßung setzt die Liebste allerdings ein ernstes Gesicht auf und schaut mich eindringlich an; als aufmerksamer Beobachter ahne ich: da kommt jetzt was…

„Du, Schatz?“
„Ja, Süße?“

„Vor gut einer Stunde hat eine Frau angerufen.“
„Ja, ich weiß.“

„Die wollte dich sprechen.“
„Auch das weiß ich.“

„Sie wollte dann auf deinem Handy anrufen.“
„Hat sie auch.“

„Naja, dann ist ja alles gut.“
„Ja.“

„-„
„-„

„Und wer das?“
„Wer war wer?“

„Die Frau, die dich sprechen wollte?“
„Ach so, die kennst du nicht.“

„Richtig, und wer war die jetzt?“
„Da ging es nur um eine Terminverschiebung.“

„Ach so.“
„Ja.“

„-„
„-„

„Was für ein Termin denn?“
„Nichts Besonderes…“

„Nicht?“
„Nein.“

„Aha.“
„Ja.“

„-„
„-„

„Ein beruflicher Termin?“
„Ja.“

„Und da ruft die hier zuhause bei uns an??“
„Sie hat sich vertan, sie wollte eigentlich meine Büronummer wählen.“

„Ach so, deswegen.“
„Ja.“

„-„
„-„

„SCHATZ!!“
„Was ist denn??“

„WER IST DIESE FRAU!?“
„Warum schreist du denn jetzt hier so rum??“

„Weil ich endlich wissen will, wer diese Frau ist!“
„Sie ist Projektleiterin bei einem meiner Kunden, zufrieden??“

„Projektleiterin??“
„Ja.“

„Ach so, das konnte ich ja nicht wissen.“
„Jetzt weißt du es.“

„-„
„-„

„Das kann doch nicht stimmen, das mit der Projektleiterin!!“
„Himmel, sag mal, was soll denn dieses Misstrauen jetzt??“

„Wieso hat diese [… .. .. …] DEINE PRIVATE NUMMER??“
„Sag mal, spinnst du?? Wieso denn bitte [… .. .. …]??“

„Weil diese [… .. .. …] ja wohl mehr ist als nur eine Kundin!“
„Sie ist eine Kundin von mir, mehr nicht!“

„[… .. .. …]!“
„Nein, keine [… .. .. …]!“

„[… .. .. …], [… .. .. …], [… .. .. …], [… .. .. …]!!“
„Ich hab ihr nur meine Handy-Visitenkarte geschickt, sonst nichts!?“

„Und da hast du UNSERE private Nummer drin gespeichert??“
„Naja, zugegeben, das müsste ich mal ändern…“

„Du schickst irgendwelchen [… .. .. …] deine private Nummer??“
„Hör jetzt auf mit den [… .. .. …]!“

„Ist doch wahr!“
„Ich werde ja wohl mit meinen Kunden sprechen dürfen, oder??“

„Wie sieht die denn aus?“
„Wer! Die Projektleiterin??“

„Ja, die!“
„Woher soll ich das wissen, ich kenne sie ja noch nicht persönlich!?“

„Aha!“
„Was heißt denn Aha??“

„Du kennst sie also NOCH NICHT!“
„Richtig, noch nicht! Darum geht es ja bei dem Termin!“

„Du willst sie kennenlernen??“
„Vielmehr sie mich, um genau zu sein.“

„[… .. .. …]!“
„Sie ist keine [… .. .. …]!!“

„Sondern??“
„Sie ist eine Kundin! Nicht mehr und nicht weniger!“

„Die wird sich ja geärgert haben, als sie MICH am Telefon hatte!“
„Davon hat sie nichts gesagt.“

„[… .. .. …]!“
„Ich geb´s auf…“

„Na schön, also eine Kundin.“
„NUR eine Kundin.“

„Nur eine Kundin.“
„Richtig.“

„-„
„-„

„Tut mir leid, dass ich etwas überreagiert habe.“
„ETWAS ist gut! Aber egal, es sei dir verziehen.“

„Danke.“
„Bitte.“

„Wann trefft ihr euch denn nun?“
„Nächsten Mittwoch.“

„Und wo?“
„Ich muss nach Frankfurt.“

„Nach Frankfurt?? Wieso denn nach Frankfurt??“
„Wieso, wieso! Weil die Firma dort sitzt, vielleicht??“

„Und kommst du dann denn abends wieder nach Hause??“
„Nein, ich bleibe wahrscheinlich dort, weiß ich noch nicht genau.“

„Und wovon hängt das ab, bitte??“
„Kommt drauf an, wie lange wir brauchen.“

„Also doch!“
„Was??“

„[… .. .. …]!“

Kopfschüttel…