Meine Liebste und ich haben am Samstagmorgen unsere Wohnung wieder auf Vordermann gebracht. Nachdem die Arbeit erledigt ist, setze ich mich gemütlich auf  unserer Terrasse in den Liegestuhl und lese Zeitung.
Da kommt die Liebste um die Ecke…

„Wie ich sehe, scheinst du fertig zu sein, Schatz?“
„Richtig, Süße. Ich mache jetzt Wochenende.“

„Aha. Ich wollte aber noch eben schnell in die Stadt.“
„In die Stadt??“

„Ja, ich will noch ein paar Klamotten kaufen.“
„Och nee, also da habe ich ja jetzt gar keine Lust zu!“

„Du sollst ja auch gar nicht mit.“
„Ach so?“

„Ich fahre mit Simone, wir treffen uns gleich.“
„Also wenn das so ist, dann wünsche ich euch viel Spaß!“

„Danke. Soll ich dir irgendwas mitbringen?“
„Nein.“

„Nicht?“
„Nee.“

„Brauchst du nicht noch ein paar neue Socken?“
„Nein.“

„Irgendwie hatte ich das noch in Erinnerung…“
„Danke, aber ich brauche nichts.“

„Hast du denn noch genug Socken?“
„Ja.“

„Aber wieso habe ich denn dann diesen Gedanken im Kopf??“

„Tja, das, ähm… Da musst du dich irren.“

„Also ich soll dir nichts mitbringen?“
„Nein.“

„Aber Socken kann man doch nie genug haben?“
„Ich habe genug, Liebste.“

„Wie viele denn??“
„Keine Ahnung, aber auf jeden Fall genug.“

„Hm…“
„Lass mich jetzt weiter Zeitung lesen, ja? Danke.“

„Soll ich mal nachgucken gehen?“

„Was willst du denn nachgucken??“

„Ob du genug Socken hast?“
„Nein, sollst du nicht!“

„Na schön, dann eben nicht.“
„Danke.“

„Wofür bedankst du dich denn dauernd??“
„Ähm… Dafür, dass du mich nicht mehr mit den Socken nervst.“

„Ich will dir doch aber bloß einen Gefallen tun??“
„Das ist ja auch sehr lieb, aber ich brauche nichts.“

„Ich biete dir an, für dich durch die Stadt zu rennen!“
„Ähm…“

„..und du, du tust das einfach so ab!“
„Also Moment mal, ich…“

„Als wäre das selbstverständlich, dass ich für dich einkaufe!“
„Aber Liebste, du SOLLST doch gar nicht für mich einkaufen!?“

„Tue ich auch nicht! Jetzt nicht mehr!“
„Gut, dann haben wir das ja geklärt.“

„SCHATZ!!“

„Was ist denn??“

„Wir haben GAR NICHTS geklärt!“
„Was ist denn noch??“

„Es geht darum, dass du mich ignorierst!“
„Ich dich?? Ich ignoriere dich doch nicht!?“

„Doch! Ich wollte dir nur ein paar Socken mitbringen!“

„Und??“

„Das mache ich nur, weil ich dir einen Gefallen tun will!“
„Ja, aber??“

„Und für dich ist das überhaupt gar nichts wert!“
„Deine Absicht schon, aber ich brauche nun mal keine Socken!?“

„Natürlich brauchst du Socken!“
„Himmelherrgott, dank bring mir eben zwei Paar Socken mit!“

„Ach! Jetzt plötzlich??“
„Ja, jetzt plötzlich.“

„Ich dachte, du brauchst gar keine??“
„Die Situation hat sich eben geändert.“

„Du willst ja jetzt nur Socken, damit ich nicht sauer bin!“

„Wenn die Socken auch diesen Zweck erfüllen, dann ist es gut.“

„Du bist sooo doof!“
„Also bringst du mir nun Socken mit oder nicht!?“

„Natürlich, du brauchst ja auch dringend welche!“
„Schön, dann wünsche ich dir viel Spaß jetzt mit Simone.“

„Moment, Moment; nun mal gaaanz langsam!“
„Was ist denn noch?“

„Ich soll dir Socken mitbringen?“
„Ja.“

„Zwei Paar, deine Üblichen von Hilfinger?“
„Das wäre nett, ja.“

„Wären vier Paar nicht besser??“
„Ähm…“

„Dann könntest du einige von deinen alten Socken entsorgen.“
„Na schön, dann eben vier Paar.“

„Mann, wenn du mich nicht hättest!“
„Ja, dann müsste ich dauernd nackt durch die Gegend rennen…“

„Ha – ha; sehr witzig. Also, ich warte.“
„Worauf wartest du denn??“

„Na, ich brauche mindestens 50 Euro von dir?!“
„50 Euro?? Für ein paar Socken??“

„Nee, für die Socken brauche ich ungefähr 20-30.“
„Und wofür den Rest??“

„Für unsere Unkosten, wir müssen bestimmt ne Pause machen.“
„Aha, und wieso muss ICH euren Kaffeeklatsch bezahlen??“

„Für wen rennen wir denn hier stundenlang durch die Stadt??“

Kopfschüttel…