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Guck mal!

27. Juni 2010, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich sitzen zuhause auf unserem Sofa.
Während ich mir im Fernsehen die sensationellen Bilder vom Sieg gegen England im Achtelfinale anschaue und das anschließende Interview mit Thomas Müller verfolge, feilt die Liebste – leicht ignorant – an ihren Fingernägeln herum.

“Ist das Spiel jetzt endlich vorbei?”
“Süße, das sieht man wohl doch! Natürlich ist es vorbei.”

“Schön, dass wir gewonnen haben. Ole. Ole. Ole.”
“Deine Begeisterung ist wirklich überwältigend…”

“Oh, da ist Poldi, guck mal!”
“Ich sehe ihn auch, Liebste.”

“Der hätte sich ja mal rasieren können, finde ich…”
“Der soll Fußball spielen, wen interessieren da ein paar Stoppeln…”

“Und Schweini! Guck, der Schweini ist da!”
“Liebste, ich sehe ihn auch, danke.”

“Oh, der hat sich ja richtig schick gemacht, guck mal!”

“Sei still, sonst kann ja keiner hören, was er sagt!”

“Interessiert dich das denn??”
“Natürlich interessiert mich das!”

“Echt?”
“Dich denn nicht??”

“Nö.”
“Und warum schreist du dann Poldi, Schweini, Poldi, Schweini??”

“Weil ich froh bin, dass die da mitspielen.”

“Da bist – DU – froh drüber??”

“Natürlich, du nicht?”

“Ähm, doch; ich freue mich darüber auch, aber warum denn du??”

“Weil die den Fußball auch für Frauen interessant machen.”
“Poldi und Schweini??”

“Natürlich!”
“Diesen Zusammenhang erklärst du mir aber jetzt bitte mal, ja??”

“Liegt das nicht auf der Hand??”
“Also Poldi und Schweini sind interessant für Frauen??”

“Ja, weil das so süße Namen sind, die kann ich mir merken!”

Kopfschüttel…

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Überwiegend…

24. Juni 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Ich sitze beleidigt auf unserem Sofa, als die Liebste wieder ins Wohnzimmer kommt.
Diese Frau macht mich noch wahnsinnig!
Ich meine, ich weiß ja, dass ich trotz aller charmanten und verrückten Gemeinsamkeiten der Frauen ein ganz besonderes Exemplar erwischt habe; aber manchmal, da könnte ich…

“Du Schatz, bist du immer noch beleidigt?”
“Ja, absolut. Das bin ich, LIEBSTE!”

“Immer noch wegen dem Leberwurstbrot?”
“Ja, richtig. Wegen dem NICHT-Leberwurstbrot, um genau zu sein.”

“Du wolltest ein Leberwurstbrot und ich habe dir eins gemacht!?”

“JA! Aber OHNE Leberwurst, nur mit Butter drauf!”

“Wir hatten eben keine mehr, kann ich doch nicht ändern!?”

“Aber wieso sagst du dann, du machst mir eins??”

“Aber es ist doch überwiegend ein Leberwurstbrot gewesen!?”
“Ja, aber ohne Leberwurst!”

“Aber mit Brot und Butter, das sind zwei Drittel, immerhin…”
“Gott, ich gebs auf… Lass mich einfach sterben, ja?”

“Aber ich…”
“Manchmal fühle ich mich, als wäre ich schon 80 Jahre alt…”

“Tatsächlich? Und sag mal, bist du auch deprimiert?”
“Ja. Absolut.”

“Und hast du auch Schweißausbrüche?”
“Ja.”

“Und kannst du schlecht schlafen?”
“Ja.”

“Und ist dir oft schwindelig?”

“Das kann man wohl sagen…”

“Kannst du dich schlecht konzentrieren?”
“Ja.”

“Und hast du auch Haarausfall?”
“Sag mal, was soll denn die ganze Fragerei?!”

“Jetzt sag doch mal, hast du auch Haarausfall?”
“Zumindest werden sie grau, das weißt DU ja wohl am besten!!”

“Aha, alles klar. Dann weiß ich jetzt Bescheid.”
“Oh, das ist schön, dass du das endlich mal einsiehst!”

“Einsehen?? Was soll ich denn einsehen?”
“Ich dachte, du wüsstest jetzt Bescheid und hättest es kapiert??”

“Weiß ich ja auch.”
“Aha, und würdest du es für mich bitte einmal laut aussprechen??”

“Gerne! Wenn du unbedingt möchtest?”
“Ich möchte! So, ich höre? Aber GANZ LANGSAM BITTE!”

“Du kommst in die Wechseljahre, was sonst??”

Kopfschüttel…

42 Kommentare »

Meine Liebste sitzt in der Küche, als ich am Abend gut gelaunt nach Hause komme.
Schon bei der Begrüßung fällt mir auf, dass die Liebste etwas außer Atem zu sein scheint; was sie wohl wieder angestellt hat??
Die Erklärung lässt natürlich nicht lange auf sich warten…

“Hallo Schatz!”
“Guten Abend Süße, na? Was ist los?”

“Wieso, was soll denn sein?”
“Du scheinst etwas aus der Puste zu sein.”

“Ja, ich habe das Badezimmer umgeräumt.”
“Du hast was??”

“Ich habe das ganze Badezimmer umgeräumt!”
“Aha. Steht die Badewanne jetzt auf der anderen Seite?”

“Natürlich nicht, das geht ja gar nicht!”
“Ach so…”

“Oder geht das doch?”
“Ähm, nein, nein, das geht nicht.”

“Wäre aber eigentlich eine gute Idee!”
“Liebste, vergiss es einfach ganz schnell wieder, ja??”

“Wieso denn?? Wäre das viel Aufwand?”
“Ich glaube, es gäbe kaum etwas, was mehr Aufwand wäre…”

“Das wäre gut, weil dann wäre in der Ecke mehr Platz.”
“Mehr Platz wofür??”

“Weiß nicht, aber da fällt mir bestimmt was ein.”
“Die Badewanne bleibt bitte, wo sie ist. Basta!”

“Man wird doch wohl mal darüber nachdenken dürfen??”

“Nachdenken ja, machen nein.”

“…ich hätte ja gerne auch eine größere Badewanne, weißt du?”
“Wofür?? Wir benutzen die Badewanne doch sowieso nie!?”

“Du nicht, ich schon!”
“Du?? Wann warst du denn das letzte Mal in der Wanne??”

“Ich war nicht so direkt, meine ich, also nicht richtig drin.”
“Was??”

“Ich meine, ich würde ja baden, wenn die Wanne größer wäre.”
“Sie ist aber nicht größer.”

“Aber wenn sie es wäre, dann würde ich!”
“Ist sie aber nicht!”

“Du hast aber gesagt, es ginge!”
“Das habe ich NICHT gesagt!”

“Doch, das wäre nur etwas mehr Aufwand, hast du gesagt!”
“Etwas?? Dafür müssten wir das gesamte Badezimmer einreißen!”

“Das ganze Badezimmer??”
“Natürlich, da müssten ja neue Leitungen gelegt werden und alles!”

“Auch fürs Waschbecken?”

“Wieso denn jetzt fürs Waschbecken??”

“Bei der Gelegenheit könnten wir gleich ein zweites, ich meine…”
“Ein zweites Waschbecken?? Wofür denn das??”

“Also das ist jetzt das Stichwort für das eigentliche Problem.”
“Was?? Was denn für ein Problem??”

“Naja, das zweite Waschbecken brauchst eigentlich du.”
“Ich?? Für zweimal am Tag Zähne putzen??”

“Nicht so sehr das Waschbecken.”
“Sondern??”

“Sondern die Ablage, die da drüber ist.”
“Wir haben doch eine? Oder nicht??”

“Natürlich habe wir eine!”

“Und??”

“Die linke Hälfte für mich, die rechte für dich.”
“Pff! Du meinst wohl eher vier Fünftel für dich!”

“Ähm, das ist nicht ganz richtig, glaube ich…”

“Ach ja, ich wollte eigentlich acht Neuntel sagen, danke!”

“Nein, es sind jetzt nach dem Umräumen eher zehn Zehntel…”
“Was?? Soll das heißen, ich habe jetzt da gar keinen Platz mehr??”

“Aber es ging wirklich nicht anders, ehrlich!”
“Liebste, das bleibt auf gar keinen Fall so!”

“Aber…”
“Ich will MEINEN popeligen Platz auf der Ablage zurück!”

“Aber Schatz, ich…”
“Jetzt muss ich hier schon um 20 Quadratzentimeter kämpfen!”

“Ich sage doch, dass wir ein zweites Waschbecken brauchen!”
“Reicht nicht auch einfach eine zweite Ablage??”

“Wie sieht das denn aus, so ganz ohne Waschbecken, ts ts…”
“OK! Schön! Reißen wir doch gleich das ganze Haus nieder!”

“Das ganze Haus??”

“Klar! Und wir bauen ein riesen Badezimmer drauf, wie wäre das??”

“Ähm, ist das nicht ein bisschen übertrieben, Schatz?”
“Ach was! Wieso! Ein Badezimmer mit 10 Badewannen!”

“So viele??”
“Ja, und 20 Waschbecken mit 40 Ablagen!!”

“Schatz, geht es dir gut? Warum schwitzt du denn so??”

“Lass uns doch gleich anfangen! Wo ist der große Hammer??”

“Nee, nee, lass mal; ich habe es nicht so gemeint…”
“Nicht?? Du willst mich also doch nicht ins Irrenhaus bringen??”

“Jetzt reg dich mal wieder ab, ich habe doch nur laut gedacht…”
“Oh Gott, ich muss mich erst mal hinsetzen…”

“Wir brauchen kein neues Badezimmer, unseres ist völlig OK.”

“Wirklich?”

“Wirklich.”

“Keine neue Badewanne?”

“Nein.”
“Und auch kein zweites Waschbecken?”

“Nein, nein.”
“Jetzt bin ich echt etwas erleichtert, muss ich sagen…”

“Können wir denn eine zweite Ablage an die Wand machen?”
“Naja, das… Das ginge wohl…”

“Na dann können wir ja wohl auch gleich ne neue Badewanne und ein Waschbecken hinhängen!”

Kopfschüttel…

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Was haben wir denn?

17. Juni 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend nach einem anstrengenden Arbeitstag erst einmal im Wohnzimmer auf dem Sofa und entspannen ein bisschen.
Ein leicht flaues Gefühl in der Magengegend signalisiert mir: ich habe Hunger; und vermutlich wird es der Liebsten nicht anders gehen.

“Schatz, ich glaube, ich stehe hier heute nicht mehr auf…”
“Brauchst du ja auch nicht, Süße.”

“Gott, was bin ich froh, dass dieser Stresstag vorbei ist…”
“Und? Hast du Hunger, möchtest du was essen?”

“Oh ja, gute Idee, Schatz!”
“Was möchtest du denn?”

“Was haben wir denn?”
“Keine Ahnung, was möchtest du denn?”

“Was haben wir denn?”
“Ähm, weiß ich nicht so genau.”

“Hm.”
“Worauf hast du denn Appetit?”

“Weiß nicht, und du?”
“Nee, nee, nee, ich habe zuerst gefragt.”

“Was hast du zuerst gefragt!”
“Ich habe dich gefragt, was – DU – möchtest!”

“Und ich habe gefragt, was wir denn haben!”
“Man beantwortet eine Frage aber nicht mit einer Gegenfrage.”

“Sind wir hier im Deutsch-Unterricht, oder was??”
“Wo auch immer wir sind, WAS möchtest du essen!”

“Was haben wir denn??”
“Was willst du denn??”

“Aber was haben wir denn noch??”
“Also ICH habe gleich einen Nervenzusammenbruch, soviel ist sicher!!”

“Aber es ist doch viel leichter, zu schauen, was wir noch haben?”
“Na schön, bitte, dann geh nachschauen.”

“Ich??”
“Du willst wissen, was wir noch haben, also schau nach.”

“Du hast vorhin gesagt, dass ich sitzen bleiben kann!?”
“Da wusste ich auch noch nicht, dass das so schwierig wird!”

“Und wenn ich mir was wünsche, was wir gar nicht haben??”
“Das, was wir gewöhnlich so essen, werden wir wohl auch da haben.”

“Ach so, also essen wir heute was Typisches?”
“Das wäre von Vorteil, also worauf hast du Hunger?”

“Was haben wir denn?”
“LIEBSTE! Ich werde noch wahnsinnig!!”

“Warum??”
“Wieso fragst du denn jetzt schon wieder WAS HABEN WIR DENN??”

“Weil das meiner Meinung nach die wichtigste Frage ist??”
“Die wichtigste Frage ist, wann ich in die Klapse eingeliefert werde!”

“Aber Schatz, das geht doch alles viel einfacher.”
“Aha.”

“Bist du so lieb und schaust nach, was noch im Kühlschrank ist?”
“Wieso soll ich denn jetzt gehen??”

“Weil du deiner Liebsten damit einen großen Gefallen tust.”
“Wie groß?”

“Sehr groß. Supergroß! Am größten.”
“Na schön, dann gehe ich mal nachschauen…”

[Ich erhebe mich schwerfällig vom Sofa und schlappe in die Küche.
Als ich die Kühlschranktür öffne und in den Innenraum starre, komme ich mir ein bisschen so vor, wie bei dem Gedächtnisspiel "Ich packe meinen Koffer". Mal sehen, ob ich mir alles merken kann...]

“Da bist du ja schon wieder, das ging aber fix!”
“Ja… Also, soll ich aufzählen, was wir alles noch haben?”

“Ja, erzähl.”
“Also Tomaten, Brot, Käse, Wurst – so das Übliche, Heringssalat, Nudeln von gestern, Broccoli, Paprika, Pizzateig, Mozzarella, Gurken, Marmelade, Forellenfilets, naja und den üblichen Kleinkram und…”

“OK, danke, ich weiß jetzt, was ich haben möchte.”
“Echt? Was denn?”

“Ich habe Hunger auf Pfannkuchen mit kleinen Apfelstückchen.”
“Ähm… Sagte ich gerade was von Pfannkuchen??”

“Nee, aber die möchte ich haben.”
“Wir haben aber keine Eier und auch keine Äpfel!?”

“Ach so? Haben wir nicht?”
“Nein, HABEN WIR NICHT!”

“Siehste, deswegen wollte ich zuerst wissen, was wir haben!”
“Aber jetzt weißt du es doch!?”

“Ja.”
“Wieso wünschst du dir denn dann Pfannkuchen??”

“Du hast vor 5 Minuten gesagt, ich soll mir was wünschen!?”
“Aber du wolltest doch zuerst wissen, was wir noch haben??”

“Das weiß ich ja jetzt auch!”
“Und??”

“Was und?”
“Warum wünschst du dir dann nicht etwas, was wir noch haben??”

“Haben wir Blumenkohl?”
“Nein, haben wir NICHT!”

“Schade…”
“Liebste, sagst du mir jetzt BITTE, was du haben willst!?”

“Irgendwie bist du so gereizt??”
“Ich stehe kurz vor einem Herzinfarkt, könnte daran liegen…”

“Weißt du was, wir machen das ganz anders, wird dir gefallen!”
“So? Und was machen wir anders?”

“Wir bestellen jetzt einfach bei irgendeinem Pizzaservice was.”
“Aha…”

“Ausnahmsweise, eigentlich haben wir ja genug im Kühlschrank.”
“Also gut, von mir aus, was solls…”

“Ist das jetzt eine gute Idee von mir oder nicht?”
“Ganz toll, Liebste… Egal, wir machen das jetzt einfach.”

“Prima!”
“Ich rufe an; was willst du denn?”

“Was haben die denn??”

Kopfschüttel…

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Es geht mir nicht aus dem Kopf

13. Juni 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich schlafen bereits seit ein paar Stunden; ich selbst befinde mich irgendwo in meiner tiefsten Tiefschlafphase, als meine zerebralen Reservesysteme ein kontinuierliches Zupfen an meinem T-Shirt registrieren und beschließen, den Rest meines Körpers vorsichtshalber aufzuwecken…

“Schatz? Bist du wach?”
“Nein…”

“Aber du sagst doch schon was?”
“Das sind nur Reflexe…”

“Aber…”
“Liebste, was willst du denn, warum weckst du mich??”

“Weil ich dringend deinen Rat brauche.”
“Jetzt?? Es ist, ähm… Es ist halb vier morgens!!”

“Wenn ich mit der Zeitansage sprechen wollte, hätte ich das Telefon geholt!”
“Viel mehr als die Zeitansage kriegst du von mir auch nicht!”

“Jetzt hör doch mal zu, dann kannst du gleich weiterschlafen.”
“Also schön… Was ist denn los?”

“Ich kriege einfach dieses Problem nicht aus dem Kopf.”
“Welches Problem?”

“Ich habe gestern mit Nicole telefoniert.”
“Aha. Das wäre für mich allerdings auch ein Problem…”

“Nein, jetzt lass doch mal die dummen Scherze!”
“…also du hast mit Nicole telefoniert. Und?”

“Wir haben über alles Mögliche gesprochen, du weißt schon.”
“Weiß ich nicht, aber könntest du jetzt bitte zur Sache kommen?”

“Sie hat gesagt, ich sei ja auch nicht mehr die Jüngste.”
“Und?”

“Und??”
“Ja. Na und?”

“Was sagst du denn dazu??”
“Wozu??”

“Dass ich nicht mehr die Jüngste wäre??”
“Liebste, du weckst mich nicht wirklich deswegen, oder?”

“Nein.”
“Himmel… UND WESWEGEN DANN??”

“Weil Nicole gesagt hat, ich müsse mich auch mehr frisch halten.”
“Dann geh in die Küche.”

“In die Küche?? Was soll ich denn da??”
“Da haben wir Frischhaltefolie.”

“SCHATZ!”
“Liebste, WAS WILLST DU VON MIR JETZT!?”

“Ich frage mich die ganze Zeit, was sie damit gemeint hat!”
“Und warum fragst du das nicht Nicole??”

“Ich habe so getan, als wüsste ich, wovon sie spricht.”
“Oh Gott, ich spüre schon wieder meine Halsschlagader pochen…”

“Jetzt sag doch mal, was meint sie denn??”
“Woher soll ich denn das wissen??”

“Naja, denkst du denn auch, dass ich nicht mehr so frisch bin??”
“Nein. Ein Frischkäse sieht alt gegen dich aus. Gute Nacht.”

“Schatz, wenn du dich jetzt umdrehst, dann…!”
“Was dann!”

“…dann wecke ich dich jede halbe Stunde!”
“Bist du verrückt?? Können wir das nicht morgen besprechen??”

“Ich kann aber deswegen schon die ganze Zeit nicht schlafen!”
“Nur weil dir deine geisteskranke Freundin Schwachsinn erzählt hat??”

“Du meinst, ich kann das einfach ignorieren?”
“Das meine ich nicht nur, dass empfehle ich dir dringend.”

“Aber soooo jung bin ich ja nun auch nicht mehr, oder?”
“Du bist aber jung geblieben und wirst es immer sein.”

“Ohhh, danke! Danke! Du bist so süß, mein Schatz!”
“Gern geschehen. Darf ich jetzt weiterschlafen?”

“Moment, eine Sache hätte ich da noch…”
“Herrgott, was denn noch??”

“Nicole meinte, du wärst ja ebenfalls nicht mehr der Jüngste.”
“Ich??”

“Naja, ich meine, du bist ja nun auch wirklich schon alt.”
“Ähm…”

“Aber mach dir darüber keine Gedanken. Gute Nacht!”

Kopfschüttel…

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Du gibst dir keine Mühe!

7. Juni 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste läuft mit einem großen Korb voller frisch gewaschener Wäsche an mir vorbei und steuert auf die Terrasse zu, wo bereits der ausgeklappte Wäscheständer steht. Da ich seit 2 Stunden faul rumhänge, fühle ich mich irgendwie aufgefordert, ihr nachzugehen und ihr beim Aufhängen zu helfen…

“Schatz? Was machst du da?”
“Ich wollte dir helfen, Süße.”

“Womit??”
“Mit Wäsche aufhängen?”

“Nee, nee, nee, nicht meine Unterwäsche-Sachen!”
“Oh, Entschuldigung!”

“Die sind empfindlich, das mache ich lieber selber!”
“Ja, stimmt, einen Slip aufhängen kann wirklich nicht jeder…”

“Du kannst ja die Socken aufhängen, wenn du helfen willst.”
“Na schön, hänge ich eben die Socken auf.”

[Ich wundere mich ja sehr oft, wie Frauen mit Waschmaschinen umgehen; im Gegensatz zu mir gelingt es der Liebsten locker, ungefähr dreimal so viel in die Maschine zu stopfen, wie ich. Das spare Energie, sagt sie...
Das bedeutet aber auch dazu, dass die ganzen Sachen nach dem Schleudern quasi fest zusammengequetscht und dementsprechend faltig sind, so auch die geschätzten 1.000.000 schwarzen Socken.
Dieser Umstand hat schon einmal dazu geführt, dass ich der Liebsten verbieten musste, meine Hemden auf diese Weise zu waschen; aber das ist eine ganz andere Geschichte.]

“Schatz, was machst du denn da??”
“Ich hänge die Socken auf, Liebste.”

“Aber dabei gibst du dir ja gar keine Mühe??”
“Keine Mühe?? Wie soll ich mir denn da Mühe geben??”

“Naja, du hängst die ja einfach alle irgendwie auf!”
“Was soll ich denn sonst damit machen? Mich mit ihnen unterhalten??”

“Worüber denn?”
“Was?”

“Naja, worüber willst du dich denn mit den Socken unterhalten?”
“Liebste, das war nur ein, ein…. Also nicht ernst gemeint und…”

“Du hast gefragt, ob du dich mit den Socken unterhalten sollst!”
“Das war aber mehr eine rhetorische Frage, weil…”

“…und ich will doch nur wissen, worüber du reden möchtest!”
“Ich will mich mit den Socken nicht unterhalten!”

“Sondern??”
“Ich will sie einfach nur aufhängen, mehr nicht!?”

“Warum redest du denn dann so einen Blödsinn??”
“Wer! Ich??”

“Erst hängst du sie nicht richtig auf, dann willst du reden!”
“Ich wollte nur einen Witz machen, nur einen Witz!”

“Sehr witzig, h-aaa, h-aaa…”
“Verrätst du mir jetzt bitte, was mit den Socken nicht stimmt??”

“Pff! Frag sie doch selbst!”

Kopfschüttel…

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Waschbären und Wiesel

3. Juni 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste kommt am Abend aufgeregt ins Wohnzimmer gerannt, wo ich gerade aufmerksam eine Fernsehreportage über Waschbären auf n-tv verfolge.
Aus den Augenwinkeln sehe ich allerdings schon, dass die Liebste ihre (eine ihrer) Lieblingshandtasche in der Hand hat…

“Du, Schatz! Schatz! Hilfe!”
“Was ist denn, Süße?”

“Meine Handtasche ist kaputt!”
“Aha, du, kann das vielleicht noch 5 Minuten warten?”

“Aber meine Handtasche ist kaputt!”
“Was ist denn damit?? Kriegst du nichts mehr reingestopft??”

“Sooo viele Sachen sind da gar nicht drin!”
“Naja, tragen kannst du sie ja wenigstens noch…”

“Jetzt hör mir doch mal zu, bei meiner Tasche ist…”
“Liebste ich gucke mir gerade was über Waschbären an und…”

“Waschbären??”
“Ja, Waschbären. Und gleich kommt was über Wiesel.”

“Och Schatz! Was ist da denn wohl wichtiger!?”
“Die Waschbären.”

“Meine Tasche!”
“Herrgott, was ist denn mit deiner Tasche??”

“Hier, der Reißverschluss an der Seitentasche ist kaputt, schau!”
“Ah ja. Und jetzt nimm bitte die Tasche wieder aus meinem Gesicht…”

“Was mache ich denn jetzt?”
“Das kann man nicht reparieren.”

“Warum nicht??”
“Weil am Anfang hier das kleine Ding kaputtgebrochen ist.”

“Und was kann man da machen? Sieht doch blöd aus so!”
“Nichts kann man da machen, das sagte ich bereits.”

“Aber ich kann doch jetzt nicht die ganze Tasche wegwerfen!?”
“Hm… Tja, also man könnte eventuell…”

“Oh, schau, jetzt kommen die Wiesel im Fernsehen!”
“Ja… INTERESSANT, ODER??”

“Ja, sehr! Das will ich auch sehen!”
“Ich dachte, deine Handtasche habe jetzt Priorität?”

“Hat sie ja auch. Kannst du das für mich reparieren?”
“Kann das nicht bis morgen warten??”

“Oh bitte, ich bin schon ganz nervös deswegen!”
“Merkt man gar nicht…”

“Ich gucke jetzt die Wiesel und erzähle dir gleich alles.”
“Aber dann sehe ich ja nichts von den Wieseln!?”

“Du wirst doch wohl wissen, wie Wiesel aussehen??”
“Ja schon, aber…”

“Für dich ist das doch ein Handgriff, bitte, bitte!!”
“Darf ich danach in Ruhe weiter fernsehen??”

“Ja. Und ich erzähle dir ausführlich, was du alles verp…”
“…danke, aber das muss nun wirklich nicht s…”

“Psst! Ich will das hören!”

[Na klar, ich hätte auch standhaft bleiben können... Bleiben müssen! Nun ja. Auf der anderen Seite finde ich Wiesel lange nicht so interessant, wie Waschbären... Ja, gut, mit diesem armseligen Argument kann ich leben. Muss ich leben.
Also gehe ich mit der Handtasche der Liebsten in die Küche und krame den Sekundenkleber aus einer der Schubladen; vielleicht kann ich den Anfang des Reißverschlusses ja zusammendrücken und mit dem Kleber fixieren. Wenigstens ist die kleine Seitentasche leer: aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der mir noch verbliebenen geistigen Gesundheit will ich auf keinen Fall mehr wissen, was die Liebste alles in ihrer Handtasche bunkert und täglich mit sich rumschleppt.
Nach gefühlten 533 Minuten und mehreren deutlichen Macken in meinen Fingernägeln habe ich den widerspenstigen Reißverschluss zugeklebt: leider im wahrsten Sinne des Wortes; denn der Reißverschluss ist nun zwar zu, aber er lässt sich auch nicht mehr öffnen... Oh, oh...]

“Hallo Schatz! Wo warst du denn so lange??”
“Naja, also, ich ähm…”

“Ist der Reißverschluss jetzt zu?”
“Ja, schon, aber…”

“Das ist ja super! Danke, danke, danke!!”
“Ähm, gern geschehen, nur…”

“Ich hab dich soooooo lieb!”
“Also der Reißverschluss ist jetzt zu, allerdings…”

“Sieht aus wie neu! ich wusste doch, dass du das hinkriegst!”
“Moment, also was ich noch dazu sagen muss, ähm…”

“Das ist meine absolute Lieblingshandtasche, weißt du?”
“Tatsächlich, aha…”

“Prima, dann kann ich die ja morgen mitnehmen, freut mich!”
“Liebste, ich muss dir aber noch was dazu sagen…”

“Was denn?”
“Naja, also es gab ein klitzekleines Problem und…”

“Wieso, hast du was aus der Tasche rausgenommen??”
“Nein, da war ich nicht dran, nur an der Seitentasche.”

“Dann ist ja gut, weil die Sachen sind alle wichtig.”
“Natürlich, ist klar, alles sehr wichtig.”

“Was ist denn nun? Was für ein Problem gibt es denn??”
“Also ich musste den Reißverschluss ja kleben und…”

“…und??”
“Und dabei habe ich ihn wohl dauerhaft zusammengeklebt.”

“Was? Was soll das heißen, verstehe ich nicht??”
“Naja, also, er lässt sich nicht mehr öffnen.”

“Soll das heißen, ich kann, also ich kann nicht mehr…”
“Ja, das heißt es leider. Er geht nicht mehr auf.”

“Willst du damit sagen, dass an MEINER LIEBLINGSTASCHE d…”
“…ich bin ja kein Reißverschlussprofi, tut mir leid!”

“Und der geht wirklich nicht mehr auf?? Ganz sicher??”
“Ja, Liebste. Tut mir leid. Da habe ich wohl irgendwas…”

“Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Ist schon gut…”
“Bist du jetzt traurig oder so?”

“Nein, warum??”
“Naja, ich meine, weil deine Lieblingstasche, und so?”

“Quatsch! Ist doch super, wenn der Reißverschluss zu ist.”
“Schon, aber er geht nicht mehr auf?”

“Na und?”
“Was heißt denn na und, bitte??”

“Die Seitentasche benutze ich sowieso nie!”

Kopfschüttel…

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Guck mal!

27. Juni 2010, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich sitzen zuhause auf unserem Sofa.
Während ich mir im Fernsehen die sensationellen Bilder vom Sieg gegen England im Achtelfinale anschaue und das anschließende Interview mit Thomas Müller verfolge, feilt die Liebste – leicht ignorant – an ihren Fingernägeln herum.

“Ist das Spiel jetzt endlich vorbei?”
“Süße, das sieht man wohl doch! Natürlich ist es vorbei.”

“Schön, dass wir gewonnen haben. Ole. Ole. Ole.”
“Deine Begeisterung ist wirklich überwältigend…”

“Oh, da ist Poldi, guck mal!”
“Ich sehe ihn auch, Liebste.”

“Der hätte sich ja mal rasieren können, finde ich…”
“Der soll Fußball spielen, wen interessieren da ein paar Stoppeln…”

“Und Schweini! Guck, der Schweini ist da!”
“Liebste, ich sehe ihn auch, danke.”

“Oh, der hat sich ja richtig schick gemacht, guck mal!”

“Sei still, sonst kann ja keiner hören, was er sagt!”

“Interessiert dich das denn??”
“Natürlich interessiert mich das!”

“Echt?”
“Dich denn nicht??”

“Nö.”
“Und warum schreist du dann Poldi, Schweini, Poldi, Schweini??”

“Weil ich froh bin, dass die da mitspielen.”

“Da bist – DU – froh drüber??”

“Natürlich, du nicht?”

“Ähm, doch; ich freue mich darüber auch, aber warum denn du??”

“Weil die den Fußball auch für Frauen interessant machen.”
“Poldi und Schweini??”

“Natürlich!”
“Diesen Zusammenhang erklärst du mir aber jetzt bitte mal, ja??”

“Liegt das nicht auf der Hand??”
“Also Poldi und Schweini sind interessant für Frauen??”

“Ja, weil das so süße Namen sind, die kann ich mir merken!”

Kopfschüttel…

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Überwiegend…

24. Juni 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Ich sitze beleidigt auf unserem Sofa, als die Liebste wieder ins Wohnzimmer kommt.
Diese Frau macht mich noch wahnsinnig!
Ich meine, ich weiß ja, dass ich trotz aller charmanten und verrückten Gemeinsamkeiten der Frauen ein ganz besonderes Exemplar erwischt habe; aber manchmal, da könnte ich…

“Du Schatz, bist du immer noch beleidigt?”
“Ja, absolut. Das bin ich, LIEBSTE!”

“Immer noch wegen dem Leberwurstbrot?”
“Ja, richtig. Wegen dem NICHT-Leberwurstbrot, um genau zu sein.”

“Du wolltest ein Leberwurstbrot und ich habe dir eins gemacht!?”

“JA! Aber OHNE Leberwurst, nur mit Butter drauf!”

“Wir hatten eben keine mehr, kann ich doch nicht ändern!?”

“Aber wieso sagst du dann, du machst mir eins??”

“Aber es ist doch überwiegend ein Leberwurstbrot gewesen!?”
“Ja, aber ohne Leberwurst!”

“Aber mit Brot und Butter, das sind zwei Drittel, immerhin…”
“Gott, ich gebs auf… Lass mich einfach sterben, ja?”

“Aber ich…”
“Manchmal fühle ich mich, als wäre ich schon 80 Jahre alt…”

“Tatsächlich? Und sag mal, bist du auch deprimiert?”
“Ja. Absolut.”

“Und hast du auch Schweißausbrüche?”
“Ja.”

“Und kannst du schlecht schlafen?”
“Ja.”

“Und ist dir oft schwindelig?”

“Das kann man wohl sagen…”

“Kannst du dich schlecht konzentrieren?”
“Ja.”

“Und hast du auch Haarausfall?”
“Sag mal, was soll denn die ganze Fragerei?!”

“Jetzt sag doch mal, hast du auch Haarausfall?”
“Zumindest werden sie grau, das weißt DU ja wohl am besten!!”

“Aha, alles klar. Dann weiß ich jetzt Bescheid.”
“Oh, das ist schön, dass du das endlich mal einsiehst!”

“Einsehen?? Was soll ich denn einsehen?”
“Ich dachte, du wüsstest jetzt Bescheid und hättest es kapiert??”

“Weiß ich ja auch.”
“Aha, und würdest du es für mich bitte einmal laut aussprechen??”

“Gerne! Wenn du unbedingt möchtest?”
“Ich möchte! So, ich höre? Aber GANZ LANGSAM BITTE!”

“Du kommst in die Wechseljahre, was sonst??”

Kopfschüttel…

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Meine Liebste sitzt in der Küche, als ich am Abend gut gelaunt nach Hause komme.
Schon bei der Begrüßung fällt mir auf, dass die Liebste etwas außer Atem zu sein scheint; was sie wohl wieder angestellt hat??
Die Erklärung lässt natürlich nicht lange auf sich warten…

“Hallo Schatz!”
“Guten Abend Süße, na? Was ist los?”

“Wieso, was soll denn sein?”
“Du scheinst etwas aus der Puste zu sein.”

“Ja, ich habe das Badezimmer umgeräumt.”
“Du hast was??”

“Ich habe das ganze Badezimmer umgeräumt!”
“Aha. Steht die Badewanne jetzt auf der anderen Seite?”

“Natürlich nicht, das geht ja gar nicht!”
“Ach so…”

“Oder geht das doch?”
“Ähm, nein, nein, das geht nicht.”

“Wäre aber eigentlich eine gute Idee!”
“Liebste, vergiss es einfach ganz schnell wieder, ja??”

“Wieso denn?? Wäre das viel Aufwand?”
“Ich glaube, es gäbe kaum etwas, was mehr Aufwand wäre…”

“Das wäre gut, weil dann wäre in der Ecke mehr Platz.”
“Mehr Platz wofür??”

“Weiß nicht, aber da fällt mir bestimmt was ein.”
“Die Badewanne bleibt bitte, wo sie ist. Basta!”

“Man wird doch wohl mal darüber nachdenken dürfen??”

“Nachdenken ja, machen nein.”

“…ich hätte ja gerne auch eine größere Badewanne, weißt du?”
“Wofür?? Wir benutzen die Badewanne doch sowieso nie!?”

“Du nicht, ich schon!”
“Du?? Wann warst du denn das letzte Mal in der Wanne??”

“Ich war nicht so direkt, meine ich, also nicht richtig drin.”
“Was??”

“Ich meine, ich würde ja baden, wenn die Wanne größer wäre.”
“Sie ist aber nicht größer.”

“Aber wenn sie es wäre, dann würde ich!”
“Ist sie aber nicht!”

“Du hast aber gesagt, es ginge!”
“Das habe ich NICHT gesagt!”

“Doch, das wäre nur etwas mehr Aufwand, hast du gesagt!”
“Etwas?? Dafür müssten wir das gesamte Badezimmer einreißen!”

“Das ganze Badezimmer??”
“Natürlich, da müssten ja neue Leitungen gelegt werden und alles!”

“Auch fürs Waschbecken?”

“Wieso denn jetzt fürs Waschbecken??”

“Bei der Gelegenheit könnten wir gleich ein zweites, ich meine…”
“Ein zweites Waschbecken?? Wofür denn das??”

“Also das ist jetzt das Stichwort für das eigentliche Problem.”
“Was?? Was denn für ein Problem??”

“Naja, das zweite Waschbecken brauchst eigentlich du.”
“Ich?? Für zweimal am Tag Zähne putzen??”

“Nicht so sehr das Waschbecken.”
“Sondern??”

“Sondern die Ablage, die da drüber ist.”
“Wir haben doch eine? Oder nicht??”

“Natürlich habe wir eine!”

“Und??”

“Die linke Hälfte für mich, die rechte für dich.”
“Pff! Du meinst wohl eher vier Fünftel für dich!”

“Ähm, das ist nicht ganz richtig, glaube ich…”

“Ach ja, ich wollte eigentlich acht Neuntel sagen, danke!”

“Nein, es sind jetzt nach dem Umräumen eher zehn Zehntel…”
“Was?? Soll das heißen, ich habe jetzt da gar keinen Platz mehr??”

“Aber es ging wirklich nicht anders, ehrlich!”
“Liebste, das bleibt auf gar keinen Fall so!”

“Aber…”
“Ich will MEINEN popeligen Platz auf der Ablage zurück!”

“Aber Schatz, ich…”
“Jetzt muss ich hier schon um 20 Quadratzentimeter kämpfen!”

“Ich sage doch, dass wir ein zweites Waschbecken brauchen!”
“Reicht nicht auch einfach eine zweite Ablage??”

“Wie sieht das denn aus, so ganz ohne Waschbecken, ts ts…”
“OK! Schön! Reißen wir doch gleich das ganze Haus nieder!”

“Das ganze Haus??”

“Klar! Und wir bauen ein riesen Badezimmer drauf, wie wäre das??”

“Ähm, ist das nicht ein bisschen übertrieben, Schatz?”
“Ach was! Wieso! Ein Badezimmer mit 10 Badewannen!”

“So viele??”
“Ja, und 20 Waschbecken mit 40 Ablagen!!”

“Schatz, geht es dir gut? Warum schwitzt du denn so??”

“Lass uns doch gleich anfangen! Wo ist der große Hammer??”

“Nee, nee, lass mal; ich habe es nicht so gemeint…”
“Nicht?? Du willst mich also doch nicht ins Irrenhaus bringen??”

“Jetzt reg dich mal wieder ab, ich habe doch nur laut gedacht…”
“Oh Gott, ich muss mich erst mal hinsetzen…”

“Wir brauchen kein neues Badezimmer, unseres ist völlig OK.”

“Wirklich?”

“Wirklich.”

“Keine neue Badewanne?”

“Nein.”
“Und auch kein zweites Waschbecken?”

“Nein, nein.”
“Jetzt bin ich echt etwas erleichtert, muss ich sagen…”

“Können wir denn eine zweite Ablage an die Wand machen?”
“Naja, das… Das ginge wohl…”

“Na dann können wir ja wohl auch gleich ne neue Badewanne und ein Waschbecken hinhängen!”

Kopfschüttel…

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Was haben wir denn?

17. Juni 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend nach einem anstrengenden Arbeitstag erst einmal im Wohnzimmer auf dem Sofa und entspannen ein bisschen.
Ein leicht flaues Gefühl in der Magengegend signalisiert mir: ich habe Hunger; und vermutlich wird es der Liebsten nicht anders gehen.

“Schatz, ich glaube, ich stehe hier heute nicht mehr auf…”
“Brauchst du ja auch nicht, Süße.”

“Gott, was bin ich froh, dass dieser Stresstag vorbei ist…”
“Und? Hast du Hunger, möchtest du was essen?”

“Oh ja, gute Idee, Schatz!”
“Was möchtest du denn?”

“Was haben wir denn?”
“Keine Ahnung, was möchtest du denn?”

“Was haben wir denn?”
“Ähm, weiß ich nicht so genau.”

“Hm.”
“Worauf hast du denn Appetit?”

“Weiß nicht, und du?”
“Nee, nee, nee, ich habe zuerst gefragt.”

“Was hast du zuerst gefragt!”
“Ich habe dich gefragt, was – DU – möchtest!”

“Und ich habe gefragt, was wir denn haben!”
“Man beantwortet eine Frage aber nicht mit einer Gegenfrage.”

“Sind wir hier im Deutsch-Unterricht, oder was??”
“Wo auch immer wir sind, WAS möchtest du essen!”

“Was haben wir denn??”
“Was willst du denn??”

“Aber was haben wir denn noch??”
“Also ICH habe gleich einen Nervenzusammenbruch, soviel ist sicher!!”

“Aber es ist doch viel leichter, zu schauen, was wir noch haben?”
“Na schön, bitte, dann geh nachschauen.”

“Ich??”
“Du willst wissen, was wir noch haben, also schau nach.”

“Du hast vorhin gesagt, dass ich sitzen bleiben kann!?”
“Da wusste ich auch noch nicht, dass das so schwierig wird!”

“Und wenn ich mir was wünsche, was wir gar nicht haben??”
“Das, was wir gewöhnlich so essen, werden wir wohl auch da haben.”

“Ach so, also essen wir heute was Typisches?”
“Das wäre von Vorteil, also worauf hast du Hunger?”

“Was haben wir denn?”
“LIEBSTE! Ich werde noch wahnsinnig!!”

“Warum??”
“Wieso fragst du denn jetzt schon wieder WAS HABEN WIR DENN??”

“Weil das meiner Meinung nach die wichtigste Frage ist??”
“Die wichtigste Frage ist, wann ich in die Klapse eingeliefert werde!”

“Aber Schatz, das geht doch alles viel einfacher.”
“Aha.”

“Bist du so lieb und schaust nach, was noch im Kühlschrank ist?”
“Wieso soll ich denn jetzt gehen??”

“Weil du deiner Liebsten damit einen großen Gefallen tust.”
“Wie groß?”

“Sehr groß. Supergroß! Am größten.”
“Na schön, dann gehe ich mal nachschauen…”

[Ich erhebe mich schwerfällig vom Sofa und schlappe in die Küche.
Als ich die Kühlschranktür öffne und in den Innenraum starre, komme ich mir ein bisschen so vor, wie bei dem Gedächtnisspiel "Ich packe meinen Koffer". Mal sehen, ob ich mir alles merken kann...]

“Da bist du ja schon wieder, das ging aber fix!”
“Ja… Also, soll ich aufzählen, was wir alles noch haben?”

“Ja, erzähl.”
“Also Tomaten, Brot, Käse, Wurst – so das Übliche, Heringssalat, Nudeln von gestern, Broccoli, Paprika, Pizzateig, Mozzarella, Gurken, Marmelade, Forellenfilets, naja und den üblichen Kleinkram und…”

“OK, danke, ich weiß jetzt, was ich haben möchte.”
“Echt? Was denn?”

“Ich habe Hunger auf Pfannkuchen mit kleinen Apfelstückchen.”
“Ähm… Sagte ich gerade was von Pfannkuchen??”

“Nee, aber die möchte ich haben.”
“Wir haben aber keine Eier und auch keine Äpfel!?”

“Ach so? Haben wir nicht?”
“Nein, HABEN WIR NICHT!”

“Siehste, deswegen wollte ich zuerst wissen, was wir haben!”
“Aber jetzt weißt du es doch!?”

“Ja.”
“Wieso wünschst du dir denn dann Pfannkuchen??”

“Du hast vor 5 Minuten gesagt, ich soll mir was wünschen!?”
“Aber du wolltest doch zuerst wissen, was wir noch haben??”

“Das weiß ich ja jetzt auch!”
“Und??”

“Was und?”
“Warum wünschst du dir dann nicht etwas, was wir noch haben??”

“Haben wir Blumenkohl?”
“Nein, haben wir NICHT!”

“Schade…”
“Liebste, sagst du mir jetzt BITTE, was du haben willst!?”

“Irgendwie bist du so gereizt??”
“Ich stehe kurz vor einem Herzinfarkt, könnte daran liegen…”

“Weißt du was, wir machen das ganz anders, wird dir gefallen!”
“So? Und was machen wir anders?”

“Wir bestellen jetzt einfach bei irgendeinem Pizzaservice was.”
“Aha…”

“Ausnahmsweise, eigentlich haben wir ja genug im Kühlschrank.”
“Also gut, von mir aus, was solls…”

“Ist das jetzt eine gute Idee von mir oder nicht?”
“Ganz toll, Liebste… Egal, wir machen das jetzt einfach.”

“Prima!”
“Ich rufe an; was willst du denn?”

“Was haben die denn??”

Kopfschüttel…

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Es geht mir nicht aus dem Kopf

13. Juni 2010, aus der Schublade Schlafen und Dösen

Meine Liebste und ich schlafen bereits seit ein paar Stunden; ich selbst befinde mich irgendwo in meiner tiefsten Tiefschlafphase, als meine zerebralen Reservesysteme ein kontinuierliches Zupfen an meinem T-Shirt registrieren und beschließen, den Rest meines Körpers vorsichtshalber aufzuwecken…

“Schatz? Bist du wach?”
“Nein…”

“Aber du sagst doch schon was?”
“Das sind nur Reflexe…”

“Aber…”
“Liebste, was willst du denn, warum weckst du mich??”

“Weil ich dringend deinen Rat brauche.”
“Jetzt?? Es ist, ähm… Es ist halb vier morgens!!”

“Wenn ich mit der Zeitansage sprechen wollte, hätte ich das Telefon geholt!”
“Viel mehr als die Zeitansage kriegst du von mir auch nicht!”

“Jetzt hör doch mal zu, dann kannst du gleich weiterschlafen.”
“Also schön… Was ist denn los?”

“Ich kriege einfach dieses Problem nicht aus dem Kopf.”
“Welches Problem?”

“Ich habe gestern mit Nicole telefoniert.”
“Aha. Das wäre für mich allerdings auch ein Problem…”

“Nein, jetzt lass doch mal die dummen Scherze!”
“…also du hast mit Nicole telefoniert. Und?”

“Wir haben über alles Mögliche gesprochen, du weißt schon.”
“Weiß ich nicht, aber könntest du jetzt bitte zur Sache kommen?”

“Sie hat gesagt, ich sei ja auch nicht mehr die Jüngste.”
“Und?”

“Und??”
“Ja. Na und?”

“Was sagst du denn dazu??”
“Wozu??”

“Dass ich nicht mehr die Jüngste wäre??”
“Liebste, du weckst mich nicht wirklich deswegen, oder?”

“Nein.”
“Himmel… UND WESWEGEN DANN??”

“Weil Nicole gesagt hat, ich müsse mich auch mehr frisch halten.”
“Dann geh in die Küche.”

“In die Küche?? Was soll ich denn da??”
“Da haben wir Frischhaltefolie.”

“SCHATZ!”
“Liebste, WAS WILLST DU VON MIR JETZT!?”

“Ich frage mich die ganze Zeit, was sie damit gemeint hat!”
“Und warum fragst du das nicht Nicole??”

“Ich habe so getan, als wüsste ich, wovon sie spricht.”
“Oh Gott, ich spüre schon wieder meine Halsschlagader pochen…”

“Jetzt sag doch mal, was meint sie denn??”
“Woher soll ich denn das wissen??”

“Naja, denkst du denn auch, dass ich nicht mehr so frisch bin??”
“Nein. Ein Frischkäse sieht alt gegen dich aus. Gute Nacht.”

“Schatz, wenn du dich jetzt umdrehst, dann…!”
“Was dann!”

“…dann wecke ich dich jede halbe Stunde!”
“Bist du verrückt?? Können wir das nicht morgen besprechen??”

“Ich kann aber deswegen schon die ganze Zeit nicht schlafen!”
“Nur weil dir deine geisteskranke Freundin Schwachsinn erzählt hat??”

“Du meinst, ich kann das einfach ignorieren?”
“Das meine ich nicht nur, dass empfehle ich dir dringend.”

“Aber soooo jung bin ich ja nun auch nicht mehr, oder?”
“Du bist aber jung geblieben und wirst es immer sein.”

“Ohhh, danke! Danke! Du bist so süß, mein Schatz!”
“Gern geschehen. Darf ich jetzt weiterschlafen?”

“Moment, eine Sache hätte ich da noch…”
“Herrgott, was denn noch??”

“Nicole meinte, du wärst ja ebenfalls nicht mehr der Jüngste.”
“Ich??”

“Naja, ich meine, du bist ja nun auch wirklich schon alt.”
“Ähm…”

“Aber mach dir darüber keine Gedanken. Gute Nacht!”

Kopfschüttel…

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Du gibst dir keine Mühe!

7. Juni 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste läuft mit einem großen Korb voller frisch gewaschener Wäsche an mir vorbei und steuert auf die Terrasse zu, wo bereits der ausgeklappte Wäscheständer steht. Da ich seit 2 Stunden faul rumhänge, fühle ich mich irgendwie aufgefordert, ihr nachzugehen und ihr beim Aufhängen zu helfen…

“Schatz? Was machst du da?”
“Ich wollte dir helfen, Süße.”

“Womit??”
“Mit Wäsche aufhängen?”

“Nee, nee, nee, nicht meine Unterwäsche-Sachen!”
“Oh, Entschuldigung!”

“Die sind empfindlich, das mache ich lieber selber!”
“Ja, stimmt, einen Slip aufhängen kann wirklich nicht jeder…”

“Du kannst ja die Socken aufhängen, wenn du helfen willst.”
“Na schön, hänge ich eben die Socken auf.”

[Ich wundere mich ja sehr oft, wie Frauen mit Waschmaschinen umgehen; im Gegensatz zu mir gelingt es der Liebsten locker, ungefähr dreimal so viel in die Maschine zu stopfen, wie ich. Das spare Energie, sagt sie...
Das bedeutet aber auch dazu, dass die ganzen Sachen nach dem Schleudern quasi fest zusammengequetscht und dementsprechend faltig sind, so auch die geschätzten 1.000.000 schwarzen Socken.
Dieser Umstand hat schon einmal dazu geführt, dass ich der Liebsten verbieten musste, meine Hemden auf diese Weise zu waschen; aber das ist eine ganz andere Geschichte.]

“Schatz, was machst du denn da??”
“Ich hänge die Socken auf, Liebste.”

“Aber dabei gibst du dir ja gar keine Mühe??”
“Keine Mühe?? Wie soll ich mir denn da Mühe geben??”

“Naja, du hängst die ja einfach alle irgendwie auf!”
“Was soll ich denn sonst damit machen? Mich mit ihnen unterhalten??”

“Worüber denn?”
“Was?”

“Naja, worüber willst du dich denn mit den Socken unterhalten?”
“Liebste, das war nur ein, ein…. Also nicht ernst gemeint und…”

“Du hast gefragt, ob du dich mit den Socken unterhalten sollst!”
“Das war aber mehr eine rhetorische Frage, weil…”

“…und ich will doch nur wissen, worüber du reden möchtest!”
“Ich will mich mit den Socken nicht unterhalten!”

“Sondern??”
“Ich will sie einfach nur aufhängen, mehr nicht!?”

“Warum redest du denn dann so einen Blödsinn??”
“Wer! Ich??”

“Erst hängst du sie nicht richtig auf, dann willst du reden!”
“Ich wollte nur einen Witz machen, nur einen Witz!”

“Sehr witzig, h-aaa, h-aaa…”
“Verrätst du mir jetzt bitte, was mit den Socken nicht stimmt??”

“Pff! Frag sie doch selbst!”

Kopfschüttel…

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Waschbären und Wiesel

3. Juni 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste kommt am Abend aufgeregt ins Wohnzimmer gerannt, wo ich gerade aufmerksam eine Fernsehreportage über Waschbären auf n-tv verfolge.
Aus den Augenwinkeln sehe ich allerdings schon, dass die Liebste ihre (eine ihrer) Lieblingshandtasche in der Hand hat…

“Du, Schatz! Schatz! Hilfe!”
“Was ist denn, Süße?”

“Meine Handtasche ist kaputt!”
“Aha, du, kann das vielleicht noch 5 Minuten warten?”

“Aber meine Handtasche ist kaputt!”
“Was ist denn damit?? Kriegst du nichts mehr reingestopft??”

“Sooo viele Sachen sind da gar nicht drin!”
“Naja, tragen kannst du sie ja wenigstens noch…”

“Jetzt hör mir doch mal zu, bei meiner Tasche ist…”
“Liebste ich gucke mir gerade was über Waschbären an und…”

“Waschbären??”
“Ja, Waschbären. Und gleich kommt was über Wiesel.”

“Och Schatz! Was ist da denn wohl wichtiger!?”
“Die Waschbären.”

“Meine Tasche!”
“Herrgott, was ist denn mit deiner Tasche??”

“Hier, der Reißverschluss an der Seitentasche ist kaputt, schau!”
“Ah ja. Und jetzt nimm bitte die Tasche wieder aus meinem Gesicht…”

“Was mache ich denn jetzt?”
“Das kann man nicht reparieren.”

“Warum nicht??”
“Weil am Anfang hier das kleine Ding kaputtgebrochen ist.”

“Und was kann man da machen? Sieht doch blöd aus so!”
“Nichts kann man da machen, das sagte ich bereits.”

“Aber ich kann doch jetzt nicht die ganze Tasche wegwerfen!?”
“Hm… Tja, also man könnte eventuell…”

“Oh, schau, jetzt kommen die Wiesel im Fernsehen!”
“Ja… INTERESSANT, ODER??”

“Ja, sehr! Das will ich auch sehen!”
“Ich dachte, deine Handtasche habe jetzt Priorität?”

“Hat sie ja auch. Kannst du das für mich reparieren?”
“Kann das nicht bis morgen warten??”

“Oh bitte, ich bin schon ganz nervös deswegen!”
“Merkt man gar nicht…”

“Ich gucke jetzt die Wiesel und erzähle dir gleich alles.”
“Aber dann sehe ich ja nichts von den Wieseln!?”

“Du wirst doch wohl wissen, wie Wiesel aussehen??”
“Ja schon, aber…”

“Für dich ist das doch ein Handgriff, bitte, bitte!!”
“Darf ich danach in Ruhe weiter fernsehen??”

“Ja. Und ich erzähle dir ausführlich, was du alles verp…”
“…danke, aber das muss nun wirklich nicht s…”

“Psst! Ich will das hören!”

[Na klar, ich hätte auch standhaft bleiben können... Bleiben müssen! Nun ja. Auf der anderen Seite finde ich Wiesel lange nicht so interessant, wie Waschbären... Ja, gut, mit diesem armseligen Argument kann ich leben. Muss ich leben.
Also gehe ich mit der Handtasche der Liebsten in die Küche und krame den Sekundenkleber aus einer der Schubladen; vielleicht kann ich den Anfang des Reißverschlusses ja zusammendrücken und mit dem Kleber fixieren. Wenigstens ist die kleine Seitentasche leer: aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der mir noch verbliebenen geistigen Gesundheit will ich auf keinen Fall mehr wissen, was die Liebste alles in ihrer Handtasche bunkert und täglich mit sich rumschleppt.
Nach gefühlten 533 Minuten und mehreren deutlichen Macken in meinen Fingernägeln habe ich den widerspenstigen Reißverschluss zugeklebt: leider im wahrsten Sinne des Wortes; denn der Reißverschluss ist nun zwar zu, aber er lässt sich auch nicht mehr öffnen... Oh, oh...]

“Hallo Schatz! Wo warst du denn so lange??”
“Naja, also, ich ähm…”

“Ist der Reißverschluss jetzt zu?”
“Ja, schon, aber…”

“Das ist ja super! Danke, danke, danke!!”
“Ähm, gern geschehen, nur…”

“Ich hab dich soooooo lieb!”
“Also der Reißverschluss ist jetzt zu, allerdings…”

“Sieht aus wie neu! ich wusste doch, dass du das hinkriegst!”
“Moment, also was ich noch dazu sagen muss, ähm…”

“Das ist meine absolute Lieblingshandtasche, weißt du?”
“Tatsächlich, aha…”

“Prima, dann kann ich die ja morgen mitnehmen, freut mich!”
“Liebste, ich muss dir aber noch was dazu sagen…”

“Was denn?”
“Naja, also es gab ein klitzekleines Problem und…”

“Wieso, hast du was aus der Tasche rausgenommen??”
“Nein, da war ich nicht dran, nur an der Seitentasche.”

“Dann ist ja gut, weil die Sachen sind alle wichtig.”
“Natürlich, ist klar, alles sehr wichtig.”

“Was ist denn nun? Was für ein Problem gibt es denn??”
“Also ich musste den Reißverschluss ja kleben und…”

“…und??”
“Und dabei habe ich ihn wohl dauerhaft zusammengeklebt.”

“Was? Was soll das heißen, verstehe ich nicht??”
“Naja, also, er lässt sich nicht mehr öffnen.”

“Soll das heißen, ich kann, also ich kann nicht mehr…”
“Ja, das heißt es leider. Er geht nicht mehr auf.”

“Willst du damit sagen, dass an MEINER LIEBLINGSTASCHE d…”
“…ich bin ja kein Reißverschlussprofi, tut mir leid!”

“Und der geht wirklich nicht mehr auf?? Ganz sicher??”
“Ja, Liebste. Tut mir leid. Da habe ich wohl irgendwas…”

“Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Ist schon gut…”
“Bist du jetzt traurig oder so?”

“Nein, warum??”
“Naja, ich meine, weil deine Lieblingstasche, und so?”

“Quatsch! Ist doch super, wenn der Reißverschluss zu ist.”
“Schon, aber er geht nicht mehr auf?”

“Na und?”
“Was heißt denn na und, bitte??”

“Die Seitentasche benutze ich sowieso nie!”

Kopfschüttel…

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