Meine Liebste und ich genießen das lange Wochenende und haben ausnahmsweise nichts vor… Herrlich!
Und zur Überraschung des Tages habe ich etwas vorbereitet; mal sehen, ob ich die Liebste noch überraschen kann!

„Schatz, wo gehst du hin?“
„Ich gehe in die Küche, Süße.“

„…um dort WAS zu tun?“
„Ich will uns, ähm, dir einen Kuchen backen.“

„Was?? Einen Kuchen??“
„Einen Kuchen.“

„DU??“
„Ich, ja.“

„FÜR MICH??“
„Ja, für dich. Ich wollte dich damit überraschen.“

„Was denn für ein Kuchen??“
„Ähm, naja, also nichts Weltbewegendes…“

„Sag doch mal?“
„Es soll ein Kirschli-Kuchen werden.“

„Kirschli??“
„Ja, so mit Schokostückchen und Kirschen.“

„Tja, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll!“
„Du musst ja gar nichts sagen, nur essen.“

„Ich bin wirklich überrascht!“
„Das freut mich, denn das hatte ich vor.“

„Du kannst doch aber gar nicht backen!?“
„Natürlich kann ich backen!“

„Das wäre mir aber neu…“
„Nun ja, also so eine Backmischung kriege ich wohl noch hin.“

„Soll ich das nicht lieber machen?“
„Nein, nun lass mich doch mal!“

„Komm, ich mache das eben schnell.“
„Nein!“

„Warum denn nicht??“
„Weil ICH DIR einen Kuchen backen will, darum!“

„Ok, schön, dann helfe ich dir.“
„Nein.“

„Also ich darf dir nicht mal helfen??“
„Nein.“

„Du willst was für mich tun und sagst immer nur Nein!“
„Lass mich doch einfach den Kuchen backen!?“

„Ich finde das aber doof, dass ich nicht mitmachen darf!“
„Aber…“

„So habe ich mir unser Wochenende aber nicht vorgestellt!“
„Aber ich wollte dir doch nur eine Überraschung…“

„…und immer musst du das letzte Wort haben!!“
„Also Moment mal, du…“

„Ich kann nämlich sehr gut Kuchen backen, weißt du??“
„Ja, das weiß ich.“

„Gut, dann lass mich das machen.“
„Och Schatz, ich…“

„Da kann man viel verkehrt machen, glaub mir!“
„Quatsch, was soll man denn da verkehrt machen??“

„Außerdem wüsste ich gerne, was du da alles rein tust.“
„Bitte?? Nur das, was in der Backmischung ist, was sonst??“

„Siehst du, weil man das SO eben NICHT macht!“
„Was macht man denn nicht so??“

„Man verfeinert so einen Fertigkuchen immer noch.“
„Aha, und womit??“

„Mit diesem und jenem.“
„Na schön, dann tue ich noch Vanillezucker extra rein.“

„Um Gottes Willen, bloß nicht.“
„Warum nicht??“

„Ich dachte mir das schon, dass du da Unsinn machst!“
„Aber Vanille passt doch dazu, oder??“

„Ja, aber der Vanillezucker im Schrank ist längst abgelaufen.“
„Ähm…“

„Du kannst doch keine abgelaufenen Zutaten da rein tun!?“
„Sag mal, warum wirfst du ihn nicht weg, wenn du weißt, dass…“

„Weil der mich daran erinnern soll, dass wir neuen brauchen.“
„Das ist ja mal wieder totaler Humbug!?“

„Was willst du noch in den Kuchen machen!?“
„Nichts! Nur noch Kirschen!“

„Kirschen??“
„Die sind logischerweise nicht in der Backmischung…“

„Wir haben keine Kirschen.“
„Doch, haben wir.“

„Hast du welche gekauft??“
„Nein, wir hatten noch welche.“

„Kann nicht sein.“
„Och Liebste, jetzt hör doch mal auf, die Kirschen waren…“

„Unmöglich, wir haben schon ewig keine Kirschen mehr gekauft!“
„Aber da war noch ein Glas, glaub mir!“

„Die sind bestimmt schon längst abgelaufen!“
„Sind sie nicht!“

„Das glaube ich aber doch!“
„Los, komm, wir gehen in die Küche und sehen nach.“

[Ich gehe zügig in die Küche und die Liebste schlappt hinter mir her.
Das Glas Kirschen steht im Schrank hinter ein paar Erbsendosen und schnell habe ich es dort herausgefischt…]

„Und??“
„Hier, ähm… Die sind haltbar bis… 09.07.2012!“

„Siehste!“
„Was heißt denn siehste??“

„Na, aber das musst du jetzt schon zugeben!“
„Was denn zugeben??“

„Das ist schon ziemlich knapp!“

Kopfschüttel…