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6 Wochen lang

28. April 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste muss diese Woche arbeiten, ich hingegen habe ein paar Tage Urlaub und kann es mir zuhause auf dem Sofa gemütlich machen.
Es ist nicht so, dass sie mir das nicht gönnen würde…
Aber passen tut ihr das natürlich irgendwie auch nicht!

“Na Schatz? Hattest du einen anstrengenden Urlaubstag?”
“Ja Süße, sehr anstrengend. Ich musste dreimal aufstehen heute!”

“Faulpelz!”
“Hallo?? Ich schufte ja wohl sonst genug!”

“Ja ich vielleicht nicht??”
“Doch, du auch.”

“Eben. Du hättest ja mal was in der Wohnung machen können.”
“In der Wohnung?? Was denn?”

“Die Fenster müssten mal geputzt werden, zum Beispiel.”
“Och nee! Außerdem tut mir mein Knie weh.”

“Dein Knie?? Was ist denn mit deinem Knie?”
“Keine Ahnung, tut eben weh, ein bisschen zumindest.”

“Oh, du bist also schwerkrank, das willst du doch damit sagen?”
“Ja. Ich glaube, ich muss meinen Urlaub verlängern.”

“Nur wegen deinem Knie??”
“Naja vielleicht ist es ja der Meniskus oder so?”

“Pff! Wovon denn! Vom Fernsehzeitung holen??”
“Dann werde ich 6 Wochen krankgeschrieben. Das wäre toll!”

“Was willst du denn 6 Wochen lang, da wird dir doch langweilig.”
“Och, ich weiß mich schon zu beschäftigen, keine Sorge!”

“Aber du, ich weiß was, mir fällt da was ein!!”
“Macht deine Idee meine 6 Wochen Urlaub noch angenehmer?”

“Ja!”
“Na da bin ich ja mal gespannt…”

“Ich lasse mich auch 6 Wochen krankschreiben!”
“Ähm…”

“Dann können wir 6 Wochen lang zusammen sein!”
“Das, ähm…”

“Den ganzen Tag lang kuscheln und lieb haben!”
“6 Wochen lang??”

“Ja, und wir machen dann einfach alles zusammen!”
“Naja, also…”

“Wir können uns dann stundenlang über alles unterhalten.”
“Ich kann mir das vorstellen, ja…”

“Wäre das nicht toll?”
“Du, ich glaube, meinem Knie geht es schon wieder besser…”

“Echt jetzt??”
“Ja, ich glaube, das mit den 6 Wochen wird leider nichts…”

“Oh, schade…”
“Ja, naja, vielleicht ein andermal…”

“OK, also wenn es deinem Knie wieder gut geht, dann…”
“Was dann?”

“…dann kannst du ja morgen auch die Fenster putzen!”

Kopfschüttel…

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Ich will doch aber nur…

26. April 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste kommt ins Arbeitszimmer geschlurft, als ich gerade an meinem PC sitze und meine Emails durchschaue.
Noch während sie ein paar Sekunden beobachtend hinter mir steht, rechne ich bereits damit, dass sie wohl irgendwas auf dem Herzen hat.

“Du, Schatz?”
“Ja, Liebste?”

“Störe ich dich gerade?”
“Nein, nicht wirklich. Was ist denn?”

“Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich lieb habe?”
“Nein, hast du nicht.”

“Ich liebe dich, mein Schatz.”
“Ich dich auch, Liebste.”

“Kann ich etwas für dich tun?”
“Nee, ich brauche nichts, danke.”

“Möchtest du vielleicht was trinken?”
“Nein, danke.”

“Ich könnte dir was holen?”
“Nein, lass mal, das ist nicht nötig, danke.”

“Oder vielleicht ein Eis?”
“Eis? Wir haben doch gar keins, oder??”

“Nee, aber ich könnte dir ja eins von der Tanke holen?”
“Du willst mir ein Eis von der Tanke holen??”

“Das würde ich machen, klar!”
“Liebste!”

“Was ist denn??”
“Was ist hier los!?”

“Was soll denn los sein??”
“Hier stimmt doch was nicht!?”

“Was soll denn nicht stimmen??”
“Das will ich ja eben von dir wissen, also raus damit!”

“Ich verstehe nicht, was du meinst??”
“Du würdest mir NIEMALS ein Eis von der Tankstelle holen!”

“Was soll das denn heißen??”
“Zumindest nicht freiwillig! Also was hast du angestellt?!”

“Nichts! Es ist nichts!”
“Und warum schmeichelst du dich hier dann so auffällig ein??”

“Na hör mal, ich wollte nur mal was für dich tun!”
“Ach hör doch auf!”

“Nein, ehrlich! Weil du mein Schnuckelputz bist!”
“Dein WAS BITTE??”

“Du bist mein süßes Schnuckelputz.”
“Das ist ja schrecklich! Sag so etwas nicht, ja?”

“Schnuckelputz??”
“Schnuckelputz, genau. So kannst du deinen Hamster nennen!”

“Ich habe aber doch gar keinen Hamster??”
“Gott sei Dank…”

“Ich will aber auch keinen, keine Angst…”
“Das ist wirklich mal eine gute Nachricht…”

“Ich hätte ja viel lieber einen…”
“SAG ES NICHT, JA??”

“Aber Schatz, ich…”
“…das hatten wir doch hinreichend besprochen, oder??”

“Jaja… Ich sage es ja nicht.”
“…weil es immer wieder in der gleichen Katastrophe endet und…”

“Ist ja gut, ich sage ja schon gar nichts mehr!”
“Na schön.”

“Was ist jetzt mit dem Eis?”
“Nein, ich möchte keins, danke.”

“Aber ich will was für dich tun jetzt!”
“Warum denn unbedingt, mir geht es wunderbar??”

“Weil ich dich lieb habe, darum!”
“Aber du kannst mich doch nachher auch noch lieb haben??”

“Hä??”
“Mir fällt bestimmt nachher noch was ein, versprochen.”

“Aber das geht nicht.”
“Was geht nicht?”

“Nachher ist es vielleicht schon zu spät.”
“Zu spät?? Aha! Also verschweigst du mir doch was!!”

“Ich verschweige dir doch nichts!?”
“Natürlich! Liebste, vergiss es!”

“Was denn vergessen??”
“HEUTE gehe ich dir NICHT auf den Leim, vergiss es!!”

“Aber ich will dir doch nur…”
“Geh weg!”

“Du schickst mich weg??”
“Ja, genau! Geh in die Küche oder sonst wohin, Hauptsache WEG!”

“Und wenn ich dir keinen Gefallen mehr tun will?”
“Was ist dann?”

“Dann dürfte ich hier bleiben??”
“Hm… Darüber ließe sich reden…”

“Na gut, dann, ähm… Dann tue ich dir keinen Gefallen mehr.”
“Schön. Danke.”

“Aber das ist schon komisch, das muss ich schon sagen…”
“Komisch? Was ist komisch??”

“Andere Männer würden sich bestimmt riesig freuen.”
“Worüber?”

“…wenn ihre Frauen ihnen einen Gefallen tun würden.”
“Wenn das ohne Bedingungen erfolgen würde, dann sicher!”

“Ich habe doch aber gar keine Bedingungen gestellt??”
“NOCH NICHT! Ich kenne dich doch!”

“Na schön, also gut, du hast gewonnen.”
“Wie bitte??”

“Du hast Recht, ich wollte wirklich was von dir.”
“Wusste ich es doch!”

“Es tut mir wirklich leid, entschuldige…”
“Du bist wirklich UNMÖGLICH!!”

“Naja, ich dachte, ich mache es uns etwas leichter.”
“Warum sagst du denn nicht einfach, was du willst??”

“Ich wollte eben die richtige Stimmung dafür schaffen.”
“Die richtige Stimmung, aha… Wofür bitte?”

“Du meinst, ich soll es jetzt sagen?”
“JETZT wäre wohl ein richtig guter Zeitpunkt, ja.”

“Ach nee, lieber nicht…”
“Wieso denn nicht??”

“Ich möchte dir nicht weh tun…”
“Vielleicht sagst du erst einmal, was du eigentlich willst?”

“Ich will aber nicht, dass deine Stimmung dann total hin ist.”
“Na hör mal, jetzt bin ich aber neugierig geworden!”

“Ehrlich?”
“Also: was willst du denn??”

“Und du schimpfst wirklich nicht mit mir?”
“Nein, versprochen.”

“Ehrlich? Es ist nämlich schon ein etwas ausgefallener Wunsch…”
“Ja, ehrlich. Also was willst du denn nun von mir?”

“Ich möchte einen großen Hamster haben.”
“Was?? Du willst einen Hamster?? Einen großen??”

“Ja.”
“Du spinnst ja wohl, du kriegst keinen Hamster!”

“Na schön, dann nehme ich eben doch nur einen kleinen Hund.”
“Was??”

“Ich ahnte ja, dass du mir ne Abfuhr für den Hamster gibst!”

Kopfschüttel…

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Meine Liebste und ich haben mitten in der Woche einen Tag frei, das kommt selten vor!
Also sitzen wir nun am späten Mittag in der Küche und überlegen, was wir mit dem restlichen Tag anfangen.
Heute könnten wir mal Sachen machen, zu denen wir an anderen Tagen nie kommen!
Mal sehen, ob die Liebste einen Wunsch hat…

“Schatz, was unternehmen wir denn nun heute Schönes?”
“Hm, keine Ahnung, Süße; hast du eine Idee?”

“Habe ich, aber zuerst einmal habe ich Hunger!”
“Aha, ja. Gut. Wollen wir vielleicht mal was ZUSAMMEN kochen?”

“Gute Idee, aber ich glaube, ich brauche heute was Schmieriges.”
“Was Schmieriges??”

“Ja, irgendetwas Ungesundes, Schmieriges, Böses!”
“Ähm… Und was schwebt dir da so vor?”

“Ich habe schon ewig keinen Hot Dog mehr gegessen!”
“Hot Dog? So ein Ding mit Würstchen drin und Zwiebeln und so?”

“Jaaaaa, SOWAS könnte ich jetzt gut verdrücken!”
“Das, ähm… Ist für deinen Geschmack eher etwas ungewöhnlich…”

“Ja, normalerweise esse ich ja solche Sachen auch gar nicht.”
“Aber heute schon?”

“Heute würde ich einen Hot Dog essen wollen, ja!”
“Naja, warum nicht… Allerdings wüsste ich gar nicht, wo…”

“Ich schon, ich schon! Lass uns los, ist nicht weit.”
“Du weißt, wo man Hot Dogs kriegt?”

“JEPP!”
“Na gut, dann… Willst du fahren oder soll ich?”

“Ich fahre, kein Problem.”
“Schön, na dann los!”

“Warte, ich muss noch die große Tasche holen.”
“Tasche? Was für eine Tasche??”

“Die liegt irgendwo im Haushaltsraum.”
“Ähm, Liebste, wie viele Hot Dogs willst du denn kaufen??”

“Öhm, maximal zwei, würde ich mal sagen.”
“Und wofür brauchst du dann eine Tasche??”

“Ja für die Hot Dogs natürlich nicht, du Dummerchen!”
“Wofür denn dann??”

“Weil wir dann doch keine kaufen brauchen?”
“Eine Tasche??”

“Ja, wir nehmen einfach unsere mit, das geht doch, oder?”
“Ähm…”

“Oder sagen die was, wenn man seine eigene Tasche mitbringt?”
“Wer sagst was? Wie? Was??”

“Schatz, wir wollen doch Hot Dogs essen oder nicht?”
“Ja, eben gerade das verwirrt mich ja!?”

“Du meinst, dass eine Tasche vielleicht gar nicht ausreicht?”
“Also Moment mal, zunächst…”

“Stimmt, du hast da sicher Recht.”
“Womit??”

“Wir sollten zusätzlich noch einen Wagen nehmen.”
“Für die Hot Dogs??”

“Nee, für IKEA! So, und jetzt mach den Mund zu und komm.”

Kopfschüttel…

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Swingerparty

16. April 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste sitzt im Wohnzimmer und telefoniert, als ich am Abend nach Hause komme. Jedoch ist sie wohl gerade fertig geworden, denn kaum stehe ich in der Tür, legt sie auch schon auf.
Gut, denn nun kann ich sie in Ruhe begrüßen!

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße, na, alles klar bei dir?”

“Ja!”
“Schön. Und? Mit wem hast du gerade telefoniert?”

“Mit Vera.”
“Ähm… Vera? Kenne ich die?”

“Noch nicht.”
“Äh, noch nicht?? Was heißt denn das??”

“Nächstes Wochenende lernst du sie kennen.”
“Nächstes Wochenende?? Was ist denn da??”

“Da besuchen wir Vera.”
“Aha; und, ähm… Wer ist das jetzt??”

“Das ist die beste Freundin einer Cousine von Tanja.”
“Aha, ähm… Und… Was hast du mit der zu tun??”

“Tanja ist doch meine Freundin!”
“Jaja, aber was hast du denn mit ihrer Cousine zu tun??”

“Nichts, die kenne ich gar nicht.”
“Ach, die kennst du gar nicht, ja klar, das…”

“Aber Tanjas Cousine kommt natürlich auch.”
“Natürlich… Liebste, ähm, darf ich mal eine Zwischenfrage stellen?”

“Ja, was denn?”
“Gehst du davon aus, dass ich das jetzt alles verstehen müsste?”

“Wieso, ist noch was unklar??”
“Ja, es ist ALLES noch unklar!”

“Wieso, hast du keine Zeit nächsten Samstag??”
“Doch, aber WAS HAST DU mit der Freundin der Cousine von T…”

“Vera, sie heißt Vera.”
“Schön, Vera. Und was hast du mit VERA zu tun??”

“Sie hat uns eben eingeladen. Also eigentlich mehr dich.”
“Mich?? Wieso denn mich??”

“Aber ich habe gesagt, dass ich natürlich mitkomme.”
“Ähm…”

“Ich lasse dich doch nicht mit den ganzen Weibern alleine!”
“Oh, das ist wirklich sehr zuvorkommend, danke…”

“Gern geschehen. Darüber freust du dich doch, oder??”
“Ja, das, ähm… Freue ich mich, aber Liebste, jetzt noch einmal…”

“Das ist gut, denn ich habe Vera ja schon zugesagt.”
“Schatz, WAS habe ich mit Vera zu tun und WIESO lädt die mich ein??”

“Naja, sie wusste nicht, an wen sie sich sonst wenden sollte.”
“Himmel, ich kriege gleich einen Nervenzusammenbruch, echt…”

“Was denn??”
“Liebste! Du sagst mir jetzt sofort, was hier los ist!”

“Tanja hatte die Idee. Sagte ich das noch nicht?”
“Tanja?? Was hat die Verrückte mir da bitte wieder eingebrockt??”

“Also hast du jetzt nächsten Samstag Zeit oder nicht!?”
“Ich habe keine Zeit.”

“Doch, hast du! Und ich komme ja auch mit.”
“Ich will aber erst wissen, was da überhaupt passiert!”

“Vera soll übrigens sehr hübsch sein.”
“Na und??”

“Das müsste dir doch gefallen, oder??”
“Wenn das ein Swingerabend werden soll, dann vielleicht!”

“Du spinnst ja wohl! Vera hat sich gerade erst getrennt!”
“Spricht das jetzt für oder gegen die Swingerparty??”

“Dagegen! Lass bloß solche Kommentare nächste Woche!”
“Ich werde NUR solche Kommentare machen, VERLASS DICH DRAUF!!”

“Wirst du nicht! Immerhin hat sie dich ja um Hilfe gebeten!”
“Hilfe bei was?? Und übrigens: MICH hat NIEMAND um Hilfe gebeten!!”

“Aber ich habe versprochen, dass ich mich darum kümmere.”
“Schön, aber ohne mich zu fragen.”

“Jetzt sei doch nicht so, dann komm mir zuliebe mit, ja?”
“Nein.”

“Bitte, bitte, bitte!”
“Nein!”

“Ich lasse dich auch beim Mensch-ärgere-dich-nicht gewinnen!”
“Oh, toll!!”

“Vera braucht uns, und vor allem dich! Sagte ich doch schon!”
“Und warum sagst du mir dann nicht, worum es geht, bitte??”

“Ach, sagte ich das noch gar nicht?”
“Boah, ich baue schon mal das Sauerstoffzelt auf…”

“Du hast ja gar kein Sauerstoffzelt.”
“NEIN, ABER ICH BRAUCHE GLEICH EINS, WENN DER NOTARZT KOMMT!”

“Jetzt tu nicht wieder so, als würde ich dich krank machen!”
“LIEBSTE, WAS WILL DIESE VERA VON UNS, VON MIR, VON EGAL WEM!?”

“Sie will mit dir ein neues Leben anfangen. Ist das nicht süß?”
“Ich muss mich hinsetzen…”

“Sie lässt alles hinter sich und startet als neuer Mensch durch.”
“Aha…”

“Und DU bist der einzige Mann, dem sie noch vertraut.”
“Ich…”

“Du wirst nächste Woche auch der einzige Mann dort sein.”
“-”

“Ja, und ich bin deshalb auch so stolz auf dich, mein Schatz!”
“Ich bin zu Tränen gerührt…”

“Also hilfst du jetzt dieser bedauernswerten jungen Frau?”
“Wenn ich jetzt Ja sage, darf ich dann in Ruhe sterben?”

“Ja, aber das mit dem Sterben bitte erst nach Samstag.”
“Das ist wirklich sehr großzügig von dir, danke…”

“Allerdings gibt es noch einen klitzekleinen Haken…”
“War ja klar…”

“Ich kann nicht mitfahren nachmittags.”
“Mitfahren?? Aber eben hast du doch gesagt, dass du…”

“Jaja, zu Vera, aber nachmittags musst du ohne mich fahren.”
“Fahren wohin??”

“Nach Wiesbaden.”
“Wiesbaden??”

“Ja, sie zieht von Bremen nach Wiesbaden.”
“Was??”

“Das sagte ich doch schon, oder?!”

Kopfschüttel…

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Das klingt ja so ernst?

12. April 2010, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich machen am Wochenende einen kleinen Spaziergang durch den Wald rund um den Bremer Behlingsee.
Während die Liebste Ausschau nach Eichhörnchen hält, überlege ich mir, wie ich ein etwas ernsteres Gespräch mit ihr anfange…

“Wieso sind hier denn keine Eichhörnchen??”
“Die schlafen noch, Süße.”

“Quatsch!”
“Vielleicht hättest du einen Sack Nüsse mitnehmen sollen…”

“Nee, ich hab keinen Hunger.”
“Doch nicht für dich, für die Eichhörnchen!”

“Ach so!”
“Du, ich wollte da mal was mit dir besprechen.”

“Ich finde Eichhörnchen soooo niedlich!”
“Ja, ich weiß. Liebste, ich möchte etwas mit dir besprechen.”

“Ich habe im Gefühl, dass wir heute welche hier finden!”
“SCHATZ!”

“Was denn??”
“Ich möchte etwas mit dir besprechen!”

“Ist ja gut, alles gut! Was denn?”
“Schön, also:”

“Das klingt ja so ernst?”
“Ab und zu kann ich auch mal ernst sein, richtig.”

“Ist es was Schlimmes??”
“Nein, also schlimm jetzt nicht, aber…”

“Hat es was mit mir zu tun??”
“Ja.”

“Mit mir??”
“Ja, mit dir.”

“Was denn??”
“Ich wollte mit dir reden, wie du dich mir gegenüber verhältst.”

“Was??”
“Also, ich finde, du könntest mir manchmal etwas mehr…”

“Halt, warte, hast du gesehen?? Da!”
“Was?”

“Ich glaube, da sitzt ein Eichhörnchen im Baum! Da!”
“Liebste, könntest du mir jetzt mal 5 Minuten zuhören, bitte??”

“Tue ich ja, also was war?”
“Ich möchte, dass du mir mehr Respekt entgegen bringst.”

“Respekt?? Ich??”
“Ja. Ich meine, wir kennen uns ja schon sehr lange, aber…”

“Willst du damit sagen, ich würde dich nicht respektieren??”
“So extrem meine ich das nun auch nicht, aber…”

“Ich habe den allerhöchsten Respekt vor dir!”
“Manchmal aber nicht.”

“Nenn mir doch mal ein konkretes Beispiel?”
“Ähm, habe ich jetzt nicht, aber…”

“Also du musst mir schon ein Beispiel nennen!”
“Ich möchte aber lieber ganz allgemein mit dir reden!”

“Ich verstehe aber nicht, was du damit meinst??”
“Was war zum Beispiel neulich mit den Schaftsandaletten?”

“Was war denn da??”
“Ich wusste nicht, was das ist!”

“Musst du doch auch gar nicht wissen??”
“Richtig, aber du hast mich ausgelacht.”

“Weil du gesagt hast, das sei wahrscheinlich eine Kondomsorte!”
“Ja, aber das hättest du nicht gleich deinen ganzen Freundinnen per SMS schicken müssen, und schon gar nicht mit der Bitte, dass die mir das alle einmal ausführlich erklären sollten!”

“Die fanden das aber sehr lustig und haben sich alle bemüht!?”
“Eben! Und bis heute darf ich mir das von denen anhören!”

“Und das war respektlos, meinst du?”
“Ja. Das kränkt meinen Stolz und meine Ehre.”

“Quatsch! Außerdem machst du das mit mir auch dauernd!”
“Mache ich nicht!”

“Und was ist das da im Kopfschüttel-Blog jeden Tag??”
“Das ist etwas ganz anderes!”

“Jetzt sei nicht so einen Momise, äh, Mimose! Haha!”
“Liebste, ich meine es wirklich ernst!”

“Na schön.”
“Ja. Ich möchte mehr Respekt von dir!”

“Also, jetzt mal ernsthaft: ich liebe dich.”
“Hm.”

“Und ich bin immer wieder fasziniert, was du alles kannst.”
“Hm.”

“Du bist so vielseitig und kreativ, viel mehr, als ich.”
“Hm.”

“Ich und alle Leute, die wir kennen, schätzen dich sehr.”
“Hm.”

“Du hast klare Ziele und kennst immer eine Lösung.”
“Naja…”

“Niemandem bringe ich mehr Respekt entgegen, als dir!”
“Hm… Das ist schön, dass du das sagst.”

“Ich sage es nicht nur, ich meine es auch so!”
“Danke.”

“Ich stehe wirklich 150% hinter dir!”
“Ich auch hinter dir, Liebste.”

“Ich sehe dich jeden Tag wieder gerne an, entdecke was an dir.”
“Tatsächlich??”

“Ja, heute, jetzt gerade zum Beispiel ist mir was aufgefallen.”
“So? Was denn??”

“Dass du da einen Fleck auf deinem Hemd da unten hast.”
“Fleck? Wo??”

“Ätschibäsch, reingefallen!!”

Kopfschüttel…

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Ich suche nichts

9. April 2010, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste sitzt an ihrem Laptop, als ich am Abend nach Hause komme.
Schon bei Betreten des Arbeitszimmers sehe ich sofort, dass die Liebste zwar konzentriert, aber mit einem Lächeln im Gesicht vor dem Bildschirm sitzt; was sie da wohl wieder macht!?

“Hallo Schatz!”
“Nabend Süße, na? Alles klar bei dir?”

“Alles klar, ja.”
“Und? Was machst du da Schönes?”

“Ich bin hier bei eBay.”
“Ach ja?? Wonach suchst du denn?”

“Ich suche nichts.”
“Aha, nichts. Das ist, ähm… Also guckst du nur mal so, ja?”

“Nee, nee, ich suche nichts!”
“Ähm… Also kaufst du auch nichts?”

“Das weiß ich noch nicht, so toll sind die Ergebnisse nicht.”
“Liebste, entschuldige, ich verstehe kein Wort!?”

“Weil ich doch mit Tina gesprochen habe.”
“Mit Tina??”

“Sie sagt, man könne bei eBay die verrücktesten Sachen finden.”
“Da muss ich ihr ausnahmsweise mal Recht geben…”

“…und man soll mal nach komischen Wörtern suchen, sagt sie.”
“DAS hört sich allerdings sehr nach typisch Tina an!”

“Sie hätte da schon tolle Schnäppchen machen können, sagt sie.”
“Ja…”

“Und das mache ich jetzt auch.”
“Ja, aber… Ich dachte, du suchst gar nichts??”

“Doch, ich suche NICHTS! Hier!”

[Jetzt erst verstehe ich, was die Liebste meint; sie sucht bei eBay nach dem Wort "nichts"... Die Ergebnisliste enthält tatsächlich sehr unterschiedliche Gegenstände, angefangen bei String Tangas (ein Hauch von Nichts) über Kishon-Bücher (Abraham kann nichts dafür) bis hin zu Bremsenreiniger (nichts reinigt besser) ist allerhand vertreten...]

“Ist das nicht toll??”
“Ähm… Willst du meine ehrliche Meinung dazu hören?”

“Eigentlich nicht, kenne ich sowieso schon.”
“Tja, dann, ähm, viel Spaß beim, ähm…”

“Spaß, ja, Spaß! Moment…”

[Die Liebste sucht bei eBay nach "Spaß"... Die Ergebnisliste überrascht mich, denn ich hätte jetzt nicht unbedingt Strickhefte und Gummipuppen für die Frau erwartet...]

“Haha, ist das nicht lustig??”
“Liebste, ich glaube, du verbringst zu viel Zeit mit Tina…”

“Wonach möchtest du denn mal suchen?”
“Das muss jetzt wirklich nicht sein, danke…”

Wirklich! Sehr gutes Stichwort, Moment…”

[Die Liebste tippt "wirklich" ein... Chilischoten, Küchenmesser, Einmachgläser, ein Buch (Titel: ist mein Hintern wirklich so dick?) sowie mehr als 7.000 weitere Ergebnisse... Und die Liebste hüpft freudig auf ihrem Stuhl herum und klatscht in die Hände... Gott, warum bleibt mir eigentlich nichts erspart!?]

“Guck, ein WIRKLICH schickes Hemd, möchtest du das haben?”
“Nein, aber danke, dass du gefragt hast…”

“Macht nichts, für dich habe ich schon was anderes gefunden.”
“Was anderes??”

“Ja. Ich suche ja schon länger.”
“Und was hast du für mich gefunden??”

“Das soll eine Überraschung werden.”
“Ich HASSE Überraschungen, vor allem, wenn sie was mit Tina zu t…”

“Quatsch, ich habe das passende Stichwort eingeben, und zack!”
“Was denn für ein Stichwort??”

[Klick]

“So, und jetzt darfst du raten, was ich für dich ausgesucht habe!”

Kopfschüttel…

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Nichts als Kirschen

5. April 2010, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich genießen das lange Wochenende und haben ausnahmsweise nichts vor… Herrlich!
Und zur Überraschung des Tages habe ich etwas vorbereitet; mal sehen, ob ich die Liebste noch überraschen kann!

“Schatz, wo gehst du hin?”
“Ich gehe in die Küche, Süße.”

“…um dort WAS zu tun?”
“Ich will uns, ähm, dir einen Kuchen backen.”

“Was?? Einen Kuchen??”
“Einen Kuchen.”

“DU??”
“Ich, ja.”

“FÜR MICH??”
“Ja, für dich. Ich wollte dich damit überraschen.”

“Was denn für ein Kuchen??”
“Ähm, naja, also nichts Weltbewegendes…”

“Sag doch mal?”
“Es soll ein Kirschli-Kuchen werden.”

“Kirschli??”
“Ja, so mit Schokostückchen und Kirschen.”

“Tja, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll!”
“Du musst ja gar nichts sagen, nur essen.”

“Ich bin wirklich überrascht!”
“Das freut mich, denn das hatte ich vor.”

“Du kannst doch aber gar nicht backen!?”
“Natürlich kann ich backen!”

“Das wäre mir aber neu…”
“Nun ja, also so eine Backmischung kriege ich wohl noch hin.”

“Soll ich das nicht lieber machen?”
“Nein, nun lass mich doch mal!”

“Komm, ich mache das eben schnell.”
“Nein!”

“Warum denn nicht??”
“Weil ICH DIR einen Kuchen backen will, darum!”

“Ok, schön, dann helfe ich dir.”
“Nein.”

“Also ich darf dir nicht mal helfen??”
“Nein.”

“Du willst was für mich tun und sagst immer nur Nein!”
“Lass mich doch einfach den Kuchen backen!?”

“Ich finde das aber doof, dass ich nicht mitmachen darf!”
“Aber…”

“So habe ich mir unser Wochenende aber nicht vorgestellt!”
“Aber ich wollte dir doch nur eine Überraschung…”

“…und immer musst du das letzte Wort haben!!”
“Also Moment mal, du…”

“Ich kann nämlich sehr gut Kuchen backen, weißt du??”
“Ja, das weiß ich.”

“Gut, dann lass mich das machen.”
“Och Schatz, ich…”

“Da kann man viel verkehrt machen, glaub mir!”
“Quatsch, was soll man denn da verkehrt machen??”

“Außerdem wüsste ich gerne, was du da alles rein tust.”
“Bitte?? Nur das, was in der Backmischung ist, was sonst??”

“Siehst du, weil man das SO eben NICHT macht!”
“Was macht man denn nicht so??”

“Man verfeinert so einen Fertigkuchen immer noch.”
“Aha, und womit??”

“Mit diesem und jenem.”
“Na schön, dann tue ich noch Vanillezucker extra rein.”

“Um Gottes Willen, bloß nicht.”
“Warum nicht??”

“Ich dachte mir das schon, dass du da Unsinn machst!”
“Aber Vanille passt doch dazu, oder??”

“Ja, aber der Vanillezucker im Schrank ist längst abgelaufen.”
“Ähm…”

“Du kannst doch keine abgelaufenen Zutaten da rein tun!?”
“Sag mal, warum wirfst du ihn nicht weg, wenn du weißt, dass…”

“Weil der mich daran erinnern soll, dass wir neuen brauchen.”
“Das ist ja mal wieder totaler Humbug!?”

“Was willst du noch in den Kuchen machen!?”
“Nichts! Nur noch Kirschen!”

“Kirschen??”
“Die sind logischerweise nicht in der Backmischung…”

“Wir haben keine Kirschen.”
“Doch, haben wir.”

“Hast du welche gekauft??”
“Nein, wir hatten noch welche.”

“Kann nicht sein.”
“Och Liebste, jetzt hör doch mal auf, die Kirschen waren…”

“Unmöglich, wir haben schon ewig keine Kirschen mehr gekauft!”
“Aber da war noch ein Glas, glaub mir!”

“Die sind bestimmt schon längst abgelaufen!”
“Sind sie nicht!”

“Das glaube ich aber doch!”
“Los, komm, wir gehen in die Küche und sehen nach.”

[Ich gehe zügig in die Küche und die Liebste schlappt hinter mir her.
Das Glas Kirschen steht im Schrank hinter ein paar Erbsendosen und schnell habe ich es dort herausgefischt...]

“Und??”
“Hier, ähm… Die sind haltbar bis… 09.07.2012!”

“Siehste!”
“Was heißt denn siehste??”

“Na, aber das musst du jetzt schon zugeben!”
“Was denn zugeben??”

“Das ist schon ziemlich knapp!”

Kopfschüttel…

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Hast du mir nicht zugehört?

1. April 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen am frühen Donnerstagmorgen noch zusammen in der Küche, bevor wir zur Arbeit aufbrechen müssen.
Auch wenn die Liebste nicht gerade ein Morgenmensch ist, so macht sie heute aber ein überaus griesgrämiges Gesicht…
Ob da jetzt noch was kommt?

“Schatz, ich muss dir was sagen.”
“Ja? Was denn, Süße?”

“Ich verlasse dich.”
“Was??”

“Ich verlasse dich!”
“Ähm…”

“Ich gehe erst einmal zurück zu meinen Eltern.”
“Aha. Na dann grüß sie mal schön.”

“Mann!!”
“Was denn??”

“Hast du mir nicht zugehört??”
“Doch, doch? Wieso?”

“ICH VERLASSE DICH!”
“Ja, das habe ich gehört. Kannst du dann den Müll mit raus nehmen?”

“Mann, du bist so doof!”
“Wieso?? Du sagst doch immer, ich soll praktisch denken.”

“Du glaubst mir nicht, oder??”
“Heute? Am 1. April?? Ich gehe dir doch nicht auf den Leim, pff!”

“Ach, ist heute der 1. April??”

Kopfschüttel…

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6 Wochen lang

28. April 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste muss diese Woche arbeiten, ich hingegen habe ein paar Tage Urlaub und kann es mir zuhause auf dem Sofa gemütlich machen.
Es ist nicht so, dass sie mir das nicht gönnen würde…
Aber passen tut ihr das natürlich irgendwie auch nicht!

“Na Schatz? Hattest du einen anstrengenden Urlaubstag?”
“Ja Süße, sehr anstrengend. Ich musste dreimal aufstehen heute!”

“Faulpelz!”
“Hallo?? Ich schufte ja wohl sonst genug!”

“Ja ich vielleicht nicht??”
“Doch, du auch.”

“Eben. Du hättest ja mal was in der Wohnung machen können.”
“In der Wohnung?? Was denn?”

“Die Fenster müssten mal geputzt werden, zum Beispiel.”
“Och nee! Außerdem tut mir mein Knie weh.”

“Dein Knie?? Was ist denn mit deinem Knie?”
“Keine Ahnung, tut eben weh, ein bisschen zumindest.”

“Oh, du bist also schwerkrank, das willst du doch damit sagen?”
“Ja. Ich glaube, ich muss meinen Urlaub verlängern.”

“Nur wegen deinem Knie??”
“Naja vielleicht ist es ja der Meniskus oder so?”

“Pff! Wovon denn! Vom Fernsehzeitung holen??”
“Dann werde ich 6 Wochen krankgeschrieben. Das wäre toll!”

“Was willst du denn 6 Wochen lang, da wird dir doch langweilig.”
“Och, ich weiß mich schon zu beschäftigen, keine Sorge!”

“Aber du, ich weiß was, mir fällt da was ein!!”
“Macht deine Idee meine 6 Wochen Urlaub noch angenehmer?”

“Ja!”
“Na da bin ich ja mal gespannt…”

“Ich lasse mich auch 6 Wochen krankschreiben!”
“Ähm…”

“Dann können wir 6 Wochen lang zusammen sein!”
“Das, ähm…”

“Den ganzen Tag lang kuscheln und lieb haben!”
“6 Wochen lang??”

“Ja, und wir machen dann einfach alles zusammen!”
“Naja, also…”

“Wir können uns dann stundenlang über alles unterhalten.”
“Ich kann mir das vorstellen, ja…”

“Wäre das nicht toll?”
“Du, ich glaube, meinem Knie geht es schon wieder besser…”

“Echt jetzt??”
“Ja, ich glaube, das mit den 6 Wochen wird leider nichts…”

“Oh, schade…”
“Ja, naja, vielleicht ein andermal…”

“OK, also wenn es deinem Knie wieder gut geht, dann…”
“Was dann?”

“…dann kannst du ja morgen auch die Fenster putzen!”

Kopfschüttel…

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Ich will doch aber nur…

26. April 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste kommt ins Arbeitszimmer geschlurft, als ich gerade an meinem PC sitze und meine Emails durchschaue.
Noch während sie ein paar Sekunden beobachtend hinter mir steht, rechne ich bereits damit, dass sie wohl irgendwas auf dem Herzen hat.

“Du, Schatz?”
“Ja, Liebste?”

“Störe ich dich gerade?”
“Nein, nicht wirklich. Was ist denn?”

“Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich lieb habe?”
“Nein, hast du nicht.”

“Ich liebe dich, mein Schatz.”
“Ich dich auch, Liebste.”

“Kann ich etwas für dich tun?”
“Nee, ich brauche nichts, danke.”

“Möchtest du vielleicht was trinken?”
“Nein, danke.”

“Ich könnte dir was holen?”
“Nein, lass mal, das ist nicht nötig, danke.”

“Oder vielleicht ein Eis?”
“Eis? Wir haben doch gar keins, oder??”

“Nee, aber ich könnte dir ja eins von der Tanke holen?”
“Du willst mir ein Eis von der Tanke holen??”

“Das würde ich machen, klar!”
“Liebste!”

“Was ist denn??”
“Was ist hier los!?”

“Was soll denn los sein??”
“Hier stimmt doch was nicht!?”

“Was soll denn nicht stimmen??”
“Das will ich ja eben von dir wissen, also raus damit!”

“Ich verstehe nicht, was du meinst??”
“Du würdest mir NIEMALS ein Eis von der Tankstelle holen!”

“Was soll das denn heißen??”
“Zumindest nicht freiwillig! Also was hast du angestellt?!”

“Nichts! Es ist nichts!”
“Und warum schmeichelst du dich hier dann so auffällig ein??”

“Na hör mal, ich wollte nur mal was für dich tun!”
“Ach hör doch auf!”

“Nein, ehrlich! Weil du mein Schnuckelputz bist!”
“Dein WAS BITTE??”

“Du bist mein süßes Schnuckelputz.”
“Das ist ja schrecklich! Sag so etwas nicht, ja?”

“Schnuckelputz??”
“Schnuckelputz, genau. So kannst du deinen Hamster nennen!”

“Ich habe aber doch gar keinen Hamster??”
“Gott sei Dank…”

“Ich will aber auch keinen, keine Angst…”
“Das ist wirklich mal eine gute Nachricht…”

“Ich hätte ja viel lieber einen…”
“SAG ES NICHT, JA??”

“Aber Schatz, ich…”
“…das hatten wir doch hinreichend besprochen, oder??”

“Jaja… Ich sage es ja nicht.”
“…weil es immer wieder in der gleichen Katastrophe endet und…”

“Ist ja gut, ich sage ja schon gar nichts mehr!”
“Na schön.”

“Was ist jetzt mit dem Eis?”
“Nein, ich möchte keins, danke.”

“Aber ich will was für dich tun jetzt!”
“Warum denn unbedingt, mir geht es wunderbar??”

“Weil ich dich lieb habe, darum!”
“Aber du kannst mich doch nachher auch noch lieb haben??”

“Hä??”
“Mir fällt bestimmt nachher noch was ein, versprochen.”

“Aber das geht nicht.”
“Was geht nicht?”

“Nachher ist es vielleicht schon zu spät.”
“Zu spät?? Aha! Also verschweigst du mir doch was!!”

“Ich verschweige dir doch nichts!?”
“Natürlich! Liebste, vergiss es!”

“Was denn vergessen??”
“HEUTE gehe ich dir NICHT auf den Leim, vergiss es!!”

“Aber ich will dir doch nur…”
“Geh weg!”

“Du schickst mich weg??”
“Ja, genau! Geh in die Küche oder sonst wohin, Hauptsache WEG!”

“Und wenn ich dir keinen Gefallen mehr tun will?”
“Was ist dann?”

“Dann dürfte ich hier bleiben??”
“Hm… Darüber ließe sich reden…”

“Na gut, dann, ähm… Dann tue ich dir keinen Gefallen mehr.”
“Schön. Danke.”

“Aber das ist schon komisch, das muss ich schon sagen…”
“Komisch? Was ist komisch??”

“Andere Männer würden sich bestimmt riesig freuen.”
“Worüber?”

“…wenn ihre Frauen ihnen einen Gefallen tun würden.”
“Wenn das ohne Bedingungen erfolgen würde, dann sicher!”

“Ich habe doch aber gar keine Bedingungen gestellt??”
“NOCH NICHT! Ich kenne dich doch!”

“Na schön, also gut, du hast gewonnen.”
“Wie bitte??”

“Du hast Recht, ich wollte wirklich was von dir.”
“Wusste ich es doch!”

“Es tut mir wirklich leid, entschuldige…”
“Du bist wirklich UNMÖGLICH!!”

“Naja, ich dachte, ich mache es uns etwas leichter.”
“Warum sagst du denn nicht einfach, was du willst??”

“Ich wollte eben die richtige Stimmung dafür schaffen.”
“Die richtige Stimmung, aha… Wofür bitte?”

“Du meinst, ich soll es jetzt sagen?”
“JETZT wäre wohl ein richtig guter Zeitpunkt, ja.”

“Ach nee, lieber nicht…”
“Wieso denn nicht??”

“Ich möchte dir nicht weh tun…”
“Vielleicht sagst du erst einmal, was du eigentlich willst?”

“Ich will aber nicht, dass deine Stimmung dann total hin ist.”
“Na hör mal, jetzt bin ich aber neugierig geworden!”

“Ehrlich?”
“Also: was willst du denn??”

“Und du schimpfst wirklich nicht mit mir?”
“Nein, versprochen.”

“Ehrlich? Es ist nämlich schon ein etwas ausgefallener Wunsch…”
“Ja, ehrlich. Also was willst du denn nun von mir?”

“Ich möchte einen großen Hamster haben.”
“Was?? Du willst einen Hamster?? Einen großen??”

“Ja.”
“Du spinnst ja wohl, du kriegst keinen Hamster!”

“Na schön, dann nehme ich eben doch nur einen kleinen Hund.”
“Was??”

“Ich ahnte ja, dass du mir ne Abfuhr für den Hamster gibst!”

Kopfschüttel…

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Meine Liebste und ich haben mitten in der Woche einen Tag frei, das kommt selten vor!
Also sitzen wir nun am späten Mittag in der Küche und überlegen, was wir mit dem restlichen Tag anfangen.
Heute könnten wir mal Sachen machen, zu denen wir an anderen Tagen nie kommen!
Mal sehen, ob die Liebste einen Wunsch hat…

“Schatz, was unternehmen wir denn nun heute Schönes?”
“Hm, keine Ahnung, Süße; hast du eine Idee?”

“Habe ich, aber zuerst einmal habe ich Hunger!”
“Aha, ja. Gut. Wollen wir vielleicht mal was ZUSAMMEN kochen?”

“Gute Idee, aber ich glaube, ich brauche heute was Schmieriges.”
“Was Schmieriges??”

“Ja, irgendetwas Ungesundes, Schmieriges, Böses!”
“Ähm… Und was schwebt dir da so vor?”

“Ich habe schon ewig keinen Hot Dog mehr gegessen!”
“Hot Dog? So ein Ding mit Würstchen drin und Zwiebeln und so?”

“Jaaaaa, SOWAS könnte ich jetzt gut verdrücken!”
“Das, ähm… Ist für deinen Geschmack eher etwas ungewöhnlich…”

“Ja, normalerweise esse ich ja solche Sachen auch gar nicht.”
“Aber heute schon?”

“Heute würde ich einen Hot Dog essen wollen, ja!”
“Naja, warum nicht… Allerdings wüsste ich gar nicht, wo…”

“Ich schon, ich schon! Lass uns los, ist nicht weit.”
“Du weißt, wo man Hot Dogs kriegt?”

“JEPP!”
“Na gut, dann… Willst du fahren oder soll ich?”

“Ich fahre, kein Problem.”
“Schön, na dann los!”

“Warte, ich muss noch die große Tasche holen.”
“Tasche? Was für eine Tasche??”

“Die liegt irgendwo im Haushaltsraum.”
“Ähm, Liebste, wie viele Hot Dogs willst du denn kaufen??”

“Öhm, maximal zwei, würde ich mal sagen.”
“Und wofür brauchst du dann eine Tasche??”

“Ja für die Hot Dogs natürlich nicht, du Dummerchen!”
“Wofür denn dann??”

“Weil wir dann doch keine kaufen brauchen?”
“Eine Tasche??”

“Ja, wir nehmen einfach unsere mit, das geht doch, oder?”
“Ähm…”

“Oder sagen die was, wenn man seine eigene Tasche mitbringt?”
“Wer sagst was? Wie? Was??”

“Schatz, wir wollen doch Hot Dogs essen oder nicht?”
“Ja, eben gerade das verwirrt mich ja!?”

“Du meinst, dass eine Tasche vielleicht gar nicht ausreicht?”
“Also Moment mal, zunächst…”

“Stimmt, du hast da sicher Recht.”
“Womit??”

“Wir sollten zusätzlich noch einen Wagen nehmen.”
“Für die Hot Dogs??”

“Nee, für IKEA! So, und jetzt mach den Mund zu und komm.”

Kopfschüttel…

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Swingerparty

16. April 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste sitzt im Wohnzimmer und telefoniert, als ich am Abend nach Hause komme. Jedoch ist sie wohl gerade fertig geworden, denn kaum stehe ich in der Tür, legt sie auch schon auf.
Gut, denn nun kann ich sie in Ruhe begrüßen!

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße, na, alles klar bei dir?”

“Ja!”
“Schön. Und? Mit wem hast du gerade telefoniert?”

“Mit Vera.”
“Ähm… Vera? Kenne ich die?”

“Noch nicht.”
“Äh, noch nicht?? Was heißt denn das??”

“Nächstes Wochenende lernst du sie kennen.”
“Nächstes Wochenende?? Was ist denn da??”

“Da besuchen wir Vera.”
“Aha; und, ähm… Wer ist das jetzt??”

“Das ist die beste Freundin einer Cousine von Tanja.”
“Aha, ähm… Und… Was hast du mit der zu tun??”

“Tanja ist doch meine Freundin!”
“Jaja, aber was hast du denn mit ihrer Cousine zu tun??”

“Nichts, die kenne ich gar nicht.”
“Ach, die kennst du gar nicht, ja klar, das…”

“Aber Tanjas Cousine kommt natürlich auch.”
“Natürlich… Liebste, ähm, darf ich mal eine Zwischenfrage stellen?”

“Ja, was denn?”
“Gehst du davon aus, dass ich das jetzt alles verstehen müsste?”

“Wieso, ist noch was unklar??”
“Ja, es ist ALLES noch unklar!”

“Wieso, hast du keine Zeit nächsten Samstag??”
“Doch, aber WAS HAST DU mit der Freundin der Cousine von T…”

“Vera, sie heißt Vera.”
“Schön, Vera. Und was hast du mit VERA zu tun??”

“Sie hat uns eben eingeladen. Also eigentlich mehr dich.”
“Mich?? Wieso denn mich??”

“Aber ich habe gesagt, dass ich natürlich mitkomme.”
“Ähm…”

“Ich lasse dich doch nicht mit den ganzen Weibern alleine!”
“Oh, das ist wirklich sehr zuvorkommend, danke…”

“Gern geschehen. Darüber freust du dich doch, oder??”
“Ja, das, ähm… Freue ich mich, aber Liebste, jetzt noch einmal…”

“Das ist gut, denn ich habe Vera ja schon zugesagt.”
“Schatz, WAS habe ich mit Vera zu tun und WIESO lädt die mich ein??”

“Naja, sie wusste nicht, an wen sie sich sonst wenden sollte.”
“Himmel, ich kriege gleich einen Nervenzusammenbruch, echt…”

“Was denn??”
“Liebste! Du sagst mir jetzt sofort, was hier los ist!”

“Tanja hatte die Idee. Sagte ich das noch nicht?”
“Tanja?? Was hat die Verrückte mir da bitte wieder eingebrockt??”

“Also hast du jetzt nächsten Samstag Zeit oder nicht!?”
“Ich habe keine Zeit.”

“Doch, hast du! Und ich komme ja auch mit.”
“Ich will aber erst wissen, was da überhaupt passiert!”

“Vera soll übrigens sehr hübsch sein.”
“Na und??”

“Das müsste dir doch gefallen, oder??”
“Wenn das ein Swingerabend werden soll, dann vielleicht!”

“Du spinnst ja wohl! Vera hat sich gerade erst getrennt!”
“Spricht das jetzt für oder gegen die Swingerparty??”

“Dagegen! Lass bloß solche Kommentare nächste Woche!”
“Ich werde NUR solche Kommentare machen, VERLASS DICH DRAUF!!”

“Wirst du nicht! Immerhin hat sie dich ja um Hilfe gebeten!”
“Hilfe bei was?? Und übrigens: MICH hat NIEMAND um Hilfe gebeten!!”

“Aber ich habe versprochen, dass ich mich darum kümmere.”
“Schön, aber ohne mich zu fragen.”

“Jetzt sei doch nicht so, dann komm mir zuliebe mit, ja?”
“Nein.”

“Bitte, bitte, bitte!”
“Nein!”

“Ich lasse dich auch beim Mensch-ärgere-dich-nicht gewinnen!”
“Oh, toll!!”

“Vera braucht uns, und vor allem dich! Sagte ich doch schon!”
“Und warum sagst du mir dann nicht, worum es geht, bitte??”

“Ach, sagte ich das noch gar nicht?”
“Boah, ich baue schon mal das Sauerstoffzelt auf…”

“Du hast ja gar kein Sauerstoffzelt.”
“NEIN, ABER ICH BRAUCHE GLEICH EINS, WENN DER NOTARZT KOMMT!”

“Jetzt tu nicht wieder so, als würde ich dich krank machen!”
“LIEBSTE, WAS WILL DIESE VERA VON UNS, VON MIR, VON EGAL WEM!?”

“Sie will mit dir ein neues Leben anfangen. Ist das nicht süß?”
“Ich muss mich hinsetzen…”

“Sie lässt alles hinter sich und startet als neuer Mensch durch.”
“Aha…”

“Und DU bist der einzige Mann, dem sie noch vertraut.”
“Ich…”

“Du wirst nächste Woche auch der einzige Mann dort sein.”
“-”

“Ja, und ich bin deshalb auch so stolz auf dich, mein Schatz!”
“Ich bin zu Tränen gerührt…”

“Also hilfst du jetzt dieser bedauernswerten jungen Frau?”
“Wenn ich jetzt Ja sage, darf ich dann in Ruhe sterben?”

“Ja, aber das mit dem Sterben bitte erst nach Samstag.”
“Das ist wirklich sehr großzügig von dir, danke…”

“Allerdings gibt es noch einen klitzekleinen Haken…”
“War ja klar…”

“Ich kann nicht mitfahren nachmittags.”
“Mitfahren?? Aber eben hast du doch gesagt, dass du…”

“Jaja, zu Vera, aber nachmittags musst du ohne mich fahren.”
“Fahren wohin??”

“Nach Wiesbaden.”
“Wiesbaden??”

“Ja, sie zieht von Bremen nach Wiesbaden.”
“Was??”

“Das sagte ich doch schon, oder?!”

Kopfschüttel…

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Das klingt ja so ernst?

12. April 2010, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich machen am Wochenende einen kleinen Spaziergang durch den Wald rund um den Bremer Behlingsee.
Während die Liebste Ausschau nach Eichhörnchen hält, überlege ich mir, wie ich ein etwas ernsteres Gespräch mit ihr anfange…

“Wieso sind hier denn keine Eichhörnchen??”
“Die schlafen noch, Süße.”

“Quatsch!”
“Vielleicht hättest du einen Sack Nüsse mitnehmen sollen…”

“Nee, ich hab keinen Hunger.”
“Doch nicht für dich, für die Eichhörnchen!”

“Ach so!”
“Du, ich wollte da mal was mit dir besprechen.”

“Ich finde Eichhörnchen soooo niedlich!”
“Ja, ich weiß. Liebste, ich möchte etwas mit dir besprechen.”

“Ich habe im Gefühl, dass wir heute welche hier finden!”
“SCHATZ!”

“Was denn??”
“Ich möchte etwas mit dir besprechen!”

“Ist ja gut, alles gut! Was denn?”
“Schön, also:”

“Das klingt ja so ernst?”
“Ab und zu kann ich auch mal ernst sein, richtig.”

“Ist es was Schlimmes??”
“Nein, also schlimm jetzt nicht, aber…”

“Hat es was mit mir zu tun??”
“Ja.”

“Mit mir??”
“Ja, mit dir.”

“Was denn??”
“Ich wollte mit dir reden, wie du dich mir gegenüber verhältst.”

“Was??”
“Also, ich finde, du könntest mir manchmal etwas mehr…”

“Halt, warte, hast du gesehen?? Da!”
“Was?”

“Ich glaube, da sitzt ein Eichhörnchen im Baum! Da!”
“Liebste, könntest du mir jetzt mal 5 Minuten zuhören, bitte??”

“Tue ich ja, also was war?”
“Ich möchte, dass du mir mehr Respekt entgegen bringst.”

“Respekt?? Ich??”
“Ja. Ich meine, wir kennen uns ja schon sehr lange, aber…”

“Willst du damit sagen, ich würde dich nicht respektieren??”
“So extrem meine ich das nun auch nicht, aber…”

“Ich habe den allerhöchsten Respekt vor dir!”
“Manchmal aber nicht.”

“Nenn mir doch mal ein konkretes Beispiel?”
“Ähm, habe ich jetzt nicht, aber…”

“Also du musst mir schon ein Beispiel nennen!”
“Ich möchte aber lieber ganz allgemein mit dir reden!”

“Ich verstehe aber nicht, was du damit meinst??”
“Was war zum Beispiel neulich mit den Schaftsandaletten?”

“Was war denn da??”
“Ich wusste nicht, was das ist!”

“Musst du doch auch gar nicht wissen??”
“Richtig, aber du hast mich ausgelacht.”

“Weil du gesagt hast, das sei wahrscheinlich eine Kondomsorte!”
“Ja, aber das hättest du nicht gleich deinen ganzen Freundinnen per SMS schicken müssen, und schon gar nicht mit der Bitte, dass die mir das alle einmal ausführlich erklären sollten!”

“Die fanden das aber sehr lustig und haben sich alle bemüht!?”
“Eben! Und bis heute darf ich mir das von denen anhören!”

“Und das war respektlos, meinst du?”
“Ja. Das kränkt meinen Stolz und meine Ehre.”

“Quatsch! Außerdem machst du das mit mir auch dauernd!”
“Mache ich nicht!”

“Und was ist das da im Kopfschüttel-Blog jeden Tag??”
“Das ist etwas ganz anderes!”

“Jetzt sei nicht so einen Momise, äh, Mimose! Haha!”
“Liebste, ich meine es wirklich ernst!”

“Na schön.”
“Ja. Ich möchte mehr Respekt von dir!”

“Also, jetzt mal ernsthaft: ich liebe dich.”
“Hm.”

“Und ich bin immer wieder fasziniert, was du alles kannst.”
“Hm.”

“Du bist so vielseitig und kreativ, viel mehr, als ich.”
“Hm.”

“Ich und alle Leute, die wir kennen, schätzen dich sehr.”
“Hm.”

“Du hast klare Ziele und kennst immer eine Lösung.”
“Naja…”

“Niemandem bringe ich mehr Respekt entgegen, als dir!”
“Hm… Das ist schön, dass du das sagst.”

“Ich sage es nicht nur, ich meine es auch so!”
“Danke.”

“Ich stehe wirklich 150% hinter dir!”
“Ich auch hinter dir, Liebste.”

“Ich sehe dich jeden Tag wieder gerne an, entdecke was an dir.”
“Tatsächlich??”

“Ja, heute, jetzt gerade zum Beispiel ist mir was aufgefallen.”
“So? Was denn??”

“Dass du da einen Fleck auf deinem Hemd da unten hast.”
“Fleck? Wo??”

“Ätschibäsch, reingefallen!!”

Kopfschüttel…

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Ich suche nichts

9. April 2010, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste sitzt an ihrem Laptop, als ich am Abend nach Hause komme.
Schon bei Betreten des Arbeitszimmers sehe ich sofort, dass die Liebste zwar konzentriert, aber mit einem Lächeln im Gesicht vor dem Bildschirm sitzt; was sie da wohl wieder macht!?

“Hallo Schatz!”
“Nabend Süße, na? Alles klar bei dir?”

“Alles klar, ja.”
“Und? Was machst du da Schönes?”

“Ich bin hier bei eBay.”
“Ach ja?? Wonach suchst du denn?”

“Ich suche nichts.”
“Aha, nichts. Das ist, ähm… Also guckst du nur mal so, ja?”

“Nee, nee, ich suche nichts!”
“Ähm… Also kaufst du auch nichts?”

“Das weiß ich noch nicht, so toll sind die Ergebnisse nicht.”
“Liebste, entschuldige, ich verstehe kein Wort!?”

“Weil ich doch mit Tina gesprochen habe.”
“Mit Tina??”

“Sie sagt, man könne bei eBay die verrücktesten Sachen finden.”
“Da muss ich ihr ausnahmsweise mal Recht geben…”

“…und man soll mal nach komischen Wörtern suchen, sagt sie.”
“DAS hört sich allerdings sehr nach typisch Tina an!”

“Sie hätte da schon tolle Schnäppchen machen können, sagt sie.”
“Ja…”

“Und das mache ich jetzt auch.”
“Ja, aber… Ich dachte, du suchst gar nichts??”

“Doch, ich suche NICHTS! Hier!”

[Jetzt erst verstehe ich, was die Liebste meint; sie sucht bei eBay nach dem Wort "nichts"... Die Ergebnisliste enthält tatsächlich sehr unterschiedliche Gegenstände, angefangen bei String Tangas (ein Hauch von Nichts) über Kishon-Bücher (Abraham kann nichts dafür) bis hin zu Bremsenreiniger (nichts reinigt besser) ist allerhand vertreten...]

“Ist das nicht toll??”
“Ähm… Willst du meine ehrliche Meinung dazu hören?”

“Eigentlich nicht, kenne ich sowieso schon.”
“Tja, dann, ähm, viel Spaß beim, ähm…”

“Spaß, ja, Spaß! Moment…”

[Die Liebste sucht bei eBay nach "Spaß"... Die Ergebnisliste überrascht mich, denn ich hätte jetzt nicht unbedingt Strickhefte und Gummipuppen für die Frau erwartet...]

“Haha, ist das nicht lustig??”
“Liebste, ich glaube, du verbringst zu viel Zeit mit Tina…”

“Wonach möchtest du denn mal suchen?”
“Das muss jetzt wirklich nicht sein, danke…”

Wirklich! Sehr gutes Stichwort, Moment…”

[Die Liebste tippt "wirklich" ein... Chilischoten, Küchenmesser, Einmachgläser, ein Buch (Titel: ist mein Hintern wirklich so dick?) sowie mehr als 7.000 weitere Ergebnisse... Und die Liebste hüpft freudig auf ihrem Stuhl herum und klatscht in die Hände... Gott, warum bleibt mir eigentlich nichts erspart!?]

“Guck, ein WIRKLICH schickes Hemd, möchtest du das haben?”
“Nein, aber danke, dass du gefragt hast…”

“Macht nichts, für dich habe ich schon was anderes gefunden.”
“Was anderes??”

“Ja. Ich suche ja schon länger.”
“Und was hast du für mich gefunden??”

“Das soll eine Überraschung werden.”
“Ich HASSE Überraschungen, vor allem, wenn sie was mit Tina zu t…”

“Quatsch, ich habe das passende Stichwort eingeben, und zack!”
“Was denn für ein Stichwort??”

[Klick]

“So, und jetzt darfst du raten, was ich für dich ausgesucht habe!”

Kopfschüttel…

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Nichts als Kirschen

5. April 2010, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich genießen das lange Wochenende und haben ausnahmsweise nichts vor… Herrlich!
Und zur Überraschung des Tages habe ich etwas vorbereitet; mal sehen, ob ich die Liebste noch überraschen kann!

“Schatz, wo gehst du hin?”
“Ich gehe in die Küche, Süße.”

“…um dort WAS zu tun?”
“Ich will uns, ähm, dir einen Kuchen backen.”

“Was?? Einen Kuchen??”
“Einen Kuchen.”

“DU??”
“Ich, ja.”

“FÜR MICH??”
“Ja, für dich. Ich wollte dich damit überraschen.”

“Was denn für ein Kuchen??”
“Ähm, naja, also nichts Weltbewegendes…”

“Sag doch mal?”
“Es soll ein Kirschli-Kuchen werden.”

“Kirschli??”
“Ja, so mit Schokostückchen und Kirschen.”

“Tja, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll!”
“Du musst ja gar nichts sagen, nur essen.”

“Ich bin wirklich überrascht!”
“Das freut mich, denn das hatte ich vor.”

“Du kannst doch aber gar nicht backen!?”
“Natürlich kann ich backen!”

“Das wäre mir aber neu…”
“Nun ja, also so eine Backmischung kriege ich wohl noch hin.”

“Soll ich das nicht lieber machen?”
“Nein, nun lass mich doch mal!”

“Komm, ich mache das eben schnell.”
“Nein!”

“Warum denn nicht??”
“Weil ICH DIR einen Kuchen backen will, darum!”

“Ok, schön, dann helfe ich dir.”
“Nein.”

“Also ich darf dir nicht mal helfen??”
“Nein.”

“Du willst was für mich tun und sagst immer nur Nein!”
“Lass mich doch einfach den Kuchen backen!?”

“Ich finde das aber doof, dass ich nicht mitmachen darf!”
“Aber…”

“So habe ich mir unser Wochenende aber nicht vorgestellt!”
“Aber ich wollte dir doch nur eine Überraschung…”

“…und immer musst du das letzte Wort haben!!”
“Also Moment mal, du…”

“Ich kann nämlich sehr gut Kuchen backen, weißt du??”
“Ja, das weiß ich.”

“Gut, dann lass mich das machen.”
“Och Schatz, ich…”

“Da kann man viel verkehrt machen, glaub mir!”
“Quatsch, was soll man denn da verkehrt machen??”

“Außerdem wüsste ich gerne, was du da alles rein tust.”
“Bitte?? Nur das, was in der Backmischung ist, was sonst??”

“Siehst du, weil man das SO eben NICHT macht!”
“Was macht man denn nicht so??”

“Man verfeinert so einen Fertigkuchen immer noch.”
“Aha, und womit??”

“Mit diesem und jenem.”
“Na schön, dann tue ich noch Vanillezucker extra rein.”

“Um Gottes Willen, bloß nicht.”
“Warum nicht??”

“Ich dachte mir das schon, dass du da Unsinn machst!”
“Aber Vanille passt doch dazu, oder??”

“Ja, aber der Vanillezucker im Schrank ist längst abgelaufen.”
“Ähm…”

“Du kannst doch keine abgelaufenen Zutaten da rein tun!?”
“Sag mal, warum wirfst du ihn nicht weg, wenn du weißt, dass…”

“Weil der mich daran erinnern soll, dass wir neuen brauchen.”
“Das ist ja mal wieder totaler Humbug!?”

“Was willst du noch in den Kuchen machen!?”
“Nichts! Nur noch Kirschen!”

“Kirschen??”
“Die sind logischerweise nicht in der Backmischung…”

“Wir haben keine Kirschen.”
“Doch, haben wir.”

“Hast du welche gekauft??”
“Nein, wir hatten noch welche.”

“Kann nicht sein.”
“Och Liebste, jetzt hör doch mal auf, die Kirschen waren…”

“Unmöglich, wir haben schon ewig keine Kirschen mehr gekauft!”
“Aber da war noch ein Glas, glaub mir!”

“Die sind bestimmt schon längst abgelaufen!”
“Sind sie nicht!”

“Das glaube ich aber doch!”
“Los, komm, wir gehen in die Küche und sehen nach.”

[Ich gehe zügig in die Küche und die Liebste schlappt hinter mir her.
Das Glas Kirschen steht im Schrank hinter ein paar Erbsendosen und schnell habe ich es dort herausgefischt...]

“Und??”
“Hier, ähm… Die sind haltbar bis… 09.07.2012!”

“Siehste!”
“Was heißt denn siehste??”

“Na, aber das musst du jetzt schon zugeben!”
“Was denn zugeben??”

“Das ist schon ziemlich knapp!”

Kopfschüttel…

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Hast du mir nicht zugehört?

1. April 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen am frühen Donnerstagmorgen noch zusammen in der Küche, bevor wir zur Arbeit aufbrechen müssen.
Auch wenn die Liebste nicht gerade ein Morgenmensch ist, so macht sie heute aber ein überaus griesgrämiges Gesicht…
Ob da jetzt noch was kommt?

“Schatz, ich muss dir was sagen.”
“Ja? Was denn, Süße?”

“Ich verlasse dich.”
“Was??”

“Ich verlasse dich!”
“Ähm…”

“Ich gehe erst einmal zurück zu meinen Eltern.”
“Aha. Na dann grüß sie mal schön.”

“Mann!!”
“Was denn??”

“Hast du mir nicht zugehört??”
“Doch, doch? Wieso?”

“ICH VERLASSE DICH!”
“Ja, das habe ich gehört. Kannst du dann den Müll mit raus nehmen?”

“Mann, du bist so doof!”
“Wieso?? Du sagst doch immer, ich soll praktisch denken.”

“Du glaubst mir nicht, oder??”
“Heute? Am 1. April?? Ich gehe dir doch nicht auf den Leim, pff!”

“Ach, ist heute der 1. April??”

Kopfschüttel…

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