Meine Liebste und ich sitzen am späten Abend auf unserem Sofa im Wohnzimmer und schauen Fernsehen. Eigentlich fallen uns abwechselnd bereits die Augen zu, aber keiner von uns kann sich aufraffen…
Plötzlich schrecken wir auf, als es an der Haustür klingelt!

„Schatz, es hat geklingelt!“
„Ähm, das ist mir auch aufgefallen, Süße.“

„Wer ist denn das jetzt noch um diese Zeit??“
„Keine Ahnung. Das ist mir aber auch egal.“

„Willst du denn gar nicht aufmachen??“
„Nee.“

„Aber da will doch jemand was von uns!?“
„Von mir nicht.“

„Ja von mir ja wohl auch nicht!?“
„Schön, dann hat sich da wohl jemand geirrt.“

„Geh jetzt und schau nach, wer da ist!“
„Warum gehst du denn nicht selber??“

„Hallo?? Ich bin eine Frau, schon vergessen??“
„Nein, du erinnerst mich täglich daran…“

„Wie soll ich denn das jetzt bitte verstehen??“
„Pff! Machen Frauen die Tür neuerdings nicht mehr auf, oder was??“

„Doch, aber nicht um halb zwölf nachts!“
„Du musst ja auch gar nicht aufmachen, verlangt ja keiner!“

„Ich will wissen, wer da ist!“

[Es klingelt erneut…]

„Siehst du! Der ist immer noch da, der Klingeler!“
„Da hat vielleicht jemand dein Auto angefahren oder so…“

„MEIN AUTO??“
„Könnte ja sein.“

„MACH SOFORT AUF! Mit meinem Auto verstehe ich keinen Spaß!“
„Siehste, ist also doch für dich. Geh hin.“

„Pff! Du wolltest mich reinlegen, aber das läuft nicht!“
„Einen Versuch war es wert…“

„Machst du jetzt auf oder nicht??“
„Nein.“

„DOCH!“
„Warum fragst du mich denn dann eigentlich??“

„Das war mehr so eine rhetorische Frage…“
„Ach so! Prima, dann antworte ich philosophisch: NEIN!“

„Es ist aber Licht an, jeder weiß doch, dass wir hier sind!?“
„Wenn es dringend wäre, würde derjenige ja sturmklingeln.“

„Stimmt, da hast du Recht…“
„Eben. Das solltest du viel öfter mal sagen.“

„Was! Dass du ausnahmsweise mal Recht hast??“
„Ohne das ausnahmsweise, ja.“

„Pff! Träum weiter…“

[Es klingelt zweimal kurz hintereinander…]

„Siehst du, das ist Sturmklingeln! Los, geh an die Tür!“
„Na gut, also schön, gehe ich eben hin…“

„Aber sei vorsichtig!“
„Jaja…“

[Ich schlurfe zur Haustür und bin nun selbst gespannt, wer oder was mich da erwartet.
Als ich die Tür öffne und nach draußen blicke, ist da: nichts. Gähnende Leere. Tja, da war ich wohl doch zu langsam.
Ich kehre zurück ins Wohnzimmer, wo die Liebste auf dem Sofa sitzt und hektisch ihre Haare in Ordnung bringt…]

„Und? Was ist??“
„Nichts. Da ist niemand mehr.“

„Niemand??“
„Nein. Habe ich ja gleich gesagt.“

„Komisch…“
„Können wir dann jetzt ins Bett gehen, ja?“

„Nein.“
„Nicht? Wieso nicht??“

„Zieh dich an, du kommst mit.“
„Was?? Wohin??“

„Ich gehe nicht alleine.“
„Wieso, wo willst du denn hin??“

„Gucken, ob mein Auto noch heile ist, was sonst??“

Kopfschüttel…