14. Februar: Da muss nicht mehr viel gesagt werden, natürlich schenkt man(n) heute seiner Liebsten eine Aufmerksamkeit, um ihr zu zeigen: du bist mein Schatz!
Natürlich lasse auch ich mir diese Gelegenheit heute nicht entgehen…

„Guten Morgen mein Schatz!“
„Guten Morgen, Süße. Alles Gute zum Valentinstag.“

„Oh! Ist heute Valentinstag?“
„Pff! Als wenn du das nicht GENAU wüsstest!“

„Ach ja, ich erinnere mich.“
„Natürlich…“

„Eigentlich finde ich Valentinstag ja doof.“
„Ich weiß.“

„Ist doch irgendwie überflüssig, oder?“
„Richtig. Und das sagst du ja auch jedes Jahr erneut.“

„Auch die Schenkerei und so, das ist doch doof.“
„Und auch dieses Statement kommt mir bekannt vor…“

„Ich freue mich auch an anderen Tagen über Aufmerksamkeit!“
„Ja.“

„Schön.“
„Schön.“

„Und, ähm…“
„Ja?“

„Kriege ich heute denn trotzdem was?“
„Ich dachte, du findest das alles doof?“

„Tue ich ja auch!“
„Wieso solltest du dann was von mir kriegen??“

„Weil du diese blöde Tradition ja jedes Jahr mitmachst!“
„Dieses Mal aber nicht, Liebste.“

„So?? Warum denn plötzlich nicht??“
„Weil du mir seit Jahren erzählst, dass das ja total blöd sei.“

„Aber du hörst doch sonst auch nicht auf mich??“
„Wenn es sich um den üblichen Unsinn handelt, dann nicht, stimmt.“

„Und ausgerechnet beim Valentinstag fällt dir das jetzt ein??“
„Ich dachte, dass sei eine gute Gelegenheit, dich zu respektieren.“

„Ja…“
„Freut mich, dass dir das gefällt.“

„Schön, ja, ganz toll… Also du hast wirklich nichts für mich?“
„Nein.“

„Ehrlich nicht?“
„Ehrlich nicht.“
[Ich kreuze meine Finger hinterm Rücken…]

„Das, ähm… Das freut mich. Sehr fortschrittlich…“

[Wenn ihr die Liebste jetzt sehen könntet: wie ein kleines Häufchen Elend steht sie jetzt da mit hängenden Schultern und einem Gesichtsausdruck, der sowohl Entsetzen als auch Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit ausdrückt…]

„Dann, ähm, dann können wir ja jetzt frühstücken, oder?“
„Ja, gern! Ist ja ein ganz normaler Tag heute.“

„Ja…“
„Gehst du dann eben schnell zum Bäcker?“

„Ich?? Ich soll Brötchen holen gehen??“
„Warum nicht?“

„Ich?? ICH soll am Valent… OK, ich gehe…“

[Um den Schmerzen der Liebsten ein Ende zu bereiten, öffne ich die Tür zum Vorratsraum, wo ich einen riesigen Strauß rote Rosen inklusive einer romantischen Postkarte und einem liebevollen Text aufbewahre.
Schnell ist das Papier des Straußes entfernt und schon halte ich mein Valentinsgeschenk der Liebsten unter die Nase.]

„Oh, oh! Ist der etwa für mich??“
„Natürlich ist der für dich! Ich liebe dich.“

„Der ist aber toll, vielen Dank! Und sogar eine Karte!“
„Alles Gute zum Valentinstag, meine Liebste!“

„Du sollst mir doch zum Valentinstag nichts schenken!!“
„Ich weiß.“

„Du bist wirklich unmöglich! Aber ich liebe dich auch.“
„Prima. So, und was kriege ich?“

„Wieso du??“
„Hallo?? Es ist Valentinstag!?“

„Ach ja, stimmt! Hätte ich fast vergessen, warte… Hier:“
„Ähm… Fünf Euro??“

„Ich nehme dann ein Schokocroissant und ein Körnerbrötchen.“

Kopfschüttel…