Meine Liebste kommt am späten Abend zur Tür herein, legt im Flur ihre Jacke ab und kommt in die Küche geklackert, wo ich mir gerade einen Orangensaft eingieße.
Im Türrahmen bleibt sie stehen, streckt ihre Arme lang von sich und lächelt von einem Ohr zum anderen! Was ist denn da jetzt wieder los??

„Hallo mein allerliebster Schatzi!“
„Hallo Süße, du scheinst sehr gute Laune zu haben?“

„Jaaaa, das hab ich!“
„Aha, und, ähm…“

„Fällt dir denn gar nichts an mir auf?“

[In einem Film käme jetzt das dramatische Orchester zum Einsatz…
So, wie es Alfred Hitchcock in Psycho verwendet hat, wenn Norman Bates, und die Dusche, und das Messer, und die Schreie…
Liebste bringt die Fragen aller Fragen! Wenn ich jetzt einmal an ihr rauf und runter schaue, werde ich mir sofort was anhören dürfen…
Aber Zögern kann jetzt ebenso tödlich sein, und wieder einmal stehe ich vor der F…]

„Schätzchen, siehst du das denn nicht??“
„Also, ähm, du siehst bezaubernd aus wie immer und…“

„Nein, nein, das meine ich nicht! – Aber trotzdem danke.“
„Ähm, also, ich…“

„Du müsstest es doch in meinem Gesicht sehen können!“
„Ähm…“

„…dass ich dich soooooo lieb habe!“
„Dass du mich lieb hast??“

„Jaaa!! Ich freue mich so, dass ich dich so lieb habe!“
„Ja, das…“

„Sieht man das denn nicht??“
„Doch, ähm…“

„Du bist so doof!“
„Aber eben hast du doch noch gesagt, dass du mich…“

„Ich sage dir, dass ich dich liebe und du sagst ACH, ÄHM!“
„Entschuldige, ich habs eben nicht sofort gesehen, also…“

„Und ich war fest überzeugt, dass man mir das ansieht!“
„Ich liebe dich auch, meine Liebste.“

„So??“
„Ja. Ich liebe dich.“

„Pff! Sieht man dir aber gar nicht an!“

Kopfschüttel…