Tennisshop

Deine Kollegen werden Augen machen!

25. Februar 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste kommt am Abend zu mir in die Küche, während ich mir dort gerade für den nächsten Tag ein paar Brote schmiere.
Ich werde den ganzen Tag unterwegs sein und für solche Fälle nehme ich mir gern ein paar Schnitten mit. Nur noch einpacken, fertig!

“Was machst du da, Schatz?”
“Ich habe mir ein paar Brote gemacht, Süße.”

“Und warum wühlst du da jetzt in der Schublade rum??”
“Ich suche die Butterbrotstüten, die sind doch hier, oder?”

“Nein, nein, nein!”
“Wo sind sie denn?”

“Nein, ich meine, die darfst du nicht nehmen!”
“Und wieso nicht??”

“Weil ich doch extra neues Butterbrotpapier gekauft habe.”
“Neues?? Wieso, ist das alte kaputt, oder was?”

“Nein, aber ich habe jetzt was viieel besseres.”
“Und zwar?”

“Hier!”

[Die Liebste schubst mich zur Seite und schließt zunächst erst einmal in auffälliger Weise die Schublade, die ich geöffnet hatte.
Dabei vergewissert sie sich mit prüfendenm Blick noch kurz, ob ich das auch wirklich richtig gesehen habe, geht hinüber zu einer anderen Schublade und zieht diese mit einem gemurmelten "Tadaa!" auf.]

“DAS HIER ist das Richtige.”
“Ähm…”

“Ist das nicht toll?? So etwas gab es früher gar nicht!”
“Liebste, da sind ja babyblaue Wölkchen drauf…”

“Ist das nicht super??”
“Und das sind ja gar keine Tüten, sondern Einwickelpapier?”

“Ja, und die Innenseite ist beschichtet, siehst du?”
“Das sehe ich, ja…”

“Das ist gut, wenn man Tomatenbrot hat, oder so.”
“Ich mag aber kein Tomatenbrot…”

“Ja, aber du könntest jetzt welches essen, wenn du wolltest!”
“Schatz, also das ist ja alles ganz gut und schön, aber…”

“Deine Kollegen werden Augen machen, wenn die das sehen!”
“Ähm, das kann ich mir jetzt schon gut vorstellen, ja…”

“Die haben ihre stinknormalen Tüten und du: Tadaa!”
“Aha, ähm, sag mal, gab es denn nur blaue Wölkchen als Motiv?”

“Wieso, was stimmt denn damit nicht?”
“Naja, gab es nicht auch was, sagen wir mal, etwas…”

“Sorry, aber es gab kein Papier mit nackten Weibern drauf!”
“Schade…”

“Pff! Nie freust du dich über was, was ich mache!”
“Ja, doch, ich finde neue Ideen immer gut, aber…”

“Dann nimm doch deine doofen alten langweiligen Tüten!”

[Die Liebste schließt demonstrativ die von ihr eben geöffnete Schublade und macht die andere wieder auf, in der sich meine klassischen Tüten befinden. Dann tritt sie einen Schritt zur Seite und stellt sich mit verschränkten Armen daneben.]

“Bitte sehr!”
“Schatz, so meinte ich das doch gar nicht, ich wollte doch nur…”

“Du nimmst die Tüten, ich mein schönes Papier. Kein Problem!”
“Na schön…”

[Etwas zögernd und unsicher krame ich in der Schublade herum und finde schließlich meine liebgewonnenen Butterbrotstüten, allerdings sind nur noch zwei vorhanden und eine davon ist eingerissen...]

“Was ist? Stimmt was nicht?”
“Ähm… Hier ist nur noch eine Tüte und ich habe drei Brote, und…”

“Passen da wohl nicht alle rein, was?”
“Ähm, wahrscheinlich nicht, das ist ja blöd jetzt…”

“Möchtest du vielleicht doch etwas von meinem Papier haben?”
“Also… Hatten wir nicht auch noch so eine Dose?”

“Die ist im Kabuff oben im Regal, musst du mal nachsehen.”

[Mist... Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die ganze Sache doch noch kippen könnte; aber jetzt kann ich unmöglich auf ihr Wölkchen-Papier zurückgreifen, sonst darf ich mir das ab jetzt jahrelang anhören und kann nie wieder etwas anderes kaufen...
Also gehe ich in unseren Wirtschaftsraum nebenan und brauche eine halbe Ewigkeit, um die tausend dort gelagerten Sachen zu durchsuchen. Ohne Erfolg, ohne Butterbrotsdose.]

“Und? Hast du sie?”
“Ähm, nein, die ist da nicht…”

“Macht nichts, ich habe bereits eine Lösung für dich erarbeitet.”
“So? Tatsächlich? Und die wäre?”

[Während ich diese Frage stelle, fällt mir auf, dass auf dem Teller mit den Broten nur noch ein paar Krümel liegen...
Und dass sich im Mundwinkel der Liebsten ebenfalls solche Krümel befinden... Sie wird doch wohl nicht, sie hat doch nicht wirklich...]

“Ich helfe doch immer gern, wenn ich kann!”

Kopfschüttel…

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Unspontan

22. Februar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich räumen mal wieder ein bisschen auf; es ist nicht der große Frühlingsputz, aber irgendwie sammeln sich doch immer wieder Sachen an, die woanders hingehören.
Während wir also durch die Wohnung rennen, läuft die Liebste auf dem Flur an mir vorbei.

“Hallo?? Manno!!”
“Was ist denn Süße??”

“Ich stehe hier und du rennst einfach an mir vorbei!”
“Ähm, ich wollte ins…”

“Ich wollte dich küssen und du merkst das nicht mal!”
“Entschuldigung, ich war so in Gedanken und…”

“Typisch.”
“Na schön, dann küssen wir uns jetzt eben.”

“Nee, lass mal. Jetzt ist das ja doof, so unspontan.”
“Können wir uns nicht auch einfach mal unspontan küssen??”

“Doch, aber das ist ja wohl nicht das Gleiche!”
“Aha…”

“Habe ich dir heute schon gesagt, wie lieb ich dich habe?”
“Nein, hast du nicht.”

“Tja, das ist Pech!”

Kopfschüttel…

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Trotzdem

17. Februar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich planen einen Ausflug in das Möbelhaus Zurbrüggen in Delmenhorst.
Wir brauchen (wie die Liebste sagt) ein paar “Dekorationssachen” für den nahenden Frühling, und da sei Zurbrüggen eine sehr gute Adresse.
Und das nicht nur für Deko…

“Wann wollen wir denn los, Schatz?”
“Gleich. Wir fahren gleich los, Süße.”

“Gut.”
“Brauchen wir nur Deko oder noch was anderes?”

“Wieso was anderes?? Was brauchen wir denn noch?”
“Naja, brauchen wir noch Möbel, einen Schrank oder irgendwas?”

“Können wir das nicht vor Ort entscheiden??”
“Nee, ich wüsste das gerne jetzt. Der Laden ist riesengroß.”

“Naja, ich brauche tatsächlich noch was.”
“Aha? Und was?”

“Ein neues Bett.”
“Wie bitte?? Ein neues Bett?? Haben wir etwa keins??”

“Doch, aber ich hätte gern ein anderes.”
“Was stimmt denn mit unserem Bett nicht??”

“Mit dem Bett ist alles in Ordnung. Eigentlich.”
“Und un-eigentlich??”

“Es hat nicht alle Funktionen, die ich benötige.”
“Du kannst dich doch reinlegen und schlafen, was vermisst du denn??”

“Ich möchte ein Bett, das mich irgendwo hinfährt.”
“Was??”

“Ja, ich wache auf und sage: fahr mich zur Arbeit oder so.”
“Ähm…”

“Oder es fährt mich spazieren und ich kann schön liegen.”
“Aha, ja. Und sag mal, gesundheitlich ist aber alles in Ordnung??”

“Wieso? Ich wollte schon immer so ein Bett haben!”
“Sehr schön! Bei euch zuhause auf dem Mars gibt es sowas vielleicht!”

“Wieso denn Mars??”
“Naja, so unter euch Außerirdischen, meine ich…”

“Mars finde ich nicht gut.”
“Das macht nichts, wir fahren ja auch zu Zurbrüggen.”

“Können wir da mal nach Betten gucken?”
“NEIN!”

“Jetzt sei doch nicht so?”
“Liebste, es gibt bei Zurbrüggen keine Betten, die irgendwo hinfahren!”

“Nicht?”
“Nein…”

“Schade.”
“Sonst noch was?”

“Ja, ein neuer Kühlschrank wäre gut.”
“Soll der dich vielleicht auch an der Weser spazieren fahren??”

“Nee.”
“Gott sei Dank… Ich erwähne es nur ungern, aber wir haben einen.”

“Trotzdem hätte ich aber gerne einen anderen.”
“Du meinst, einen größeren?”

“Nee.”
“Sondern??”

“Einen, mit dem ich sprechen kann.”
“…Liebste, bitte, ich will doch noch alt werden, daher bitte…”

“Ich will mit dem sprechen!”
“Um Himmels Willen, warum?? Was willst du ihm denn sagen??”

“Na was ich essen will! Und Zack: Voila!”

Kopfschüttel…

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Ist heute Valentinstag??

14. Februar 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

14. Februar: Da muss nicht mehr viel gesagt werden, natürlich schenkt man(n) heute seiner Liebsten eine Aufmerksamkeit, um ihr zu zeigen: du bist mein Schatz!
Natürlich lasse auch ich mir diese Gelegenheit heute nicht entgehen…

“Guten Morgen mein Schatz!”
“Guten Morgen, Süße. Alles Gute zum Valentinstag.”

“Oh! Ist heute Valentinstag?”
“Pff! Als wenn du das nicht GENAU wüsstest!”

“Ach ja, ich erinnere mich.”
“Natürlich…”

“Eigentlich finde ich Valentinstag ja doof.”
“Ich weiß.”

“Ist doch irgendwie überflüssig, oder?”
“Richtig. Und das sagst du ja auch jedes Jahr erneut.”

“Auch die Schenkerei und so, das ist doch doof.”
“Und auch dieses Statement kommt mir bekannt vor…”

“Ich freue mich auch an anderen Tagen über Aufmerksamkeit!”
“Ja.”

“Schön.”
“Schön.”

“Und, ähm…”
“Ja?”

“Kriege ich heute denn trotzdem was?”
“Ich dachte, du findest das alles doof?”

“Tue ich ja auch!”
“Wieso solltest du dann was von mir kriegen??”

“Weil du diese blöde Tradition ja jedes Jahr mitmachst!”
“Dieses Mal aber nicht, Liebste.”

“So?? Warum denn plötzlich nicht??”
“Weil du mir seit Jahren erzählst, dass das ja total blöd sei.”

“Aber du hörst doch sonst auch nicht auf mich??”
“Wenn es sich um den üblichen Unsinn handelt, dann nicht, stimmt.”

“Und ausgerechnet beim Valentinstag fällt dir das jetzt ein??”
“Ich dachte, dass sei eine gute Gelegenheit, dich zu respektieren.”

“Ja…”
“Freut mich, dass dir das gefällt.”

“Schön, ja, ganz toll… Also du hast wirklich nichts für mich?”
“Nein.”

“Ehrlich nicht?”
“Ehrlich nicht.”
[Ich kreuze meine Finger hinterm Rücken...]

“Das, ähm… Das freut mich. Sehr fortschrittlich…”

[Wenn ihr die Liebste jetzt sehen könntet: wie ein kleines Häufchen Elend steht sie jetzt da mit hängenden Schultern und einem Gesichtsausdruck, der sowohl Entsetzen als auch Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit ausdrückt...]

“Dann, ähm, dann können wir ja jetzt frühstücken, oder?”
“Ja, gern! Ist ja ein ganz normaler Tag heute.”

“Ja…”
“Gehst du dann eben schnell zum Bäcker?”

“Ich?? Ich soll Brötchen holen gehen??”
“Warum nicht?”

“Ich?? ICH soll am Valent… OK, ich gehe…”

[Um den Schmerzen der Liebsten ein Ende zu bereiten, öffne ich die Tür zum Vorratsraum, wo ich einen riesigen Strauß rote Rosen inklusive einer romantischen Postkarte und einem liebevollen Text aufbewahre.
Schnell ist das Papier des Straußes entfernt und schon halte ich mein Valentinsgeschenk der Liebsten unter die Nase.]

“Oh, oh! Ist der etwa für mich??”
“Natürlich ist der für dich! Ich liebe dich.”

“Der ist aber toll, vielen Dank! Und sogar eine Karte!”
“Alles Gute zum Valentinstag, meine Liebste!”

“Du sollst mir doch zum Valentinstag nichts schenken!!”
“Ich weiß.”

“Du bist wirklich unmöglich! Aber ich liebe dich auch.”
“Prima. So, und was kriege ich?”

“Wieso du??”
“Hallo?? Es ist Valentinstag!?”

“Ach ja, stimmt! Hätte ich fast vergessen, warte… Hier:”
“Ähm… Fünf Euro??”

“Ich nehme dann ein Schokocroissant und ein Körnerbrötchen.”

Kopfschüttel…

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…und meckert dann noch, pff!

10. Februar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste sitzt an ihrem PC im Arbeitszimmer, als ich am Abend nach Hause komme.
Da ich angesichts der Wetterverhältnisse heute für 28 Kilometer zwei Stunden gebraucht habe, wünsche ich jetzt keinerlei Störungen, Aufwände oder böse Überraschungen mehr…

“Hallo Schatz! Na, gut durchgekommen?”
“Danke der Nachfrage, Süße, aber es war eine totale Katastr…”

“Das ist schön, Schatz.”
“Ja, ähm…”

“Und hast du heute etwas Tolles erlebt?”
“Ähm, nein, aber sag mal…”

“Was denn?”
“Was riecht denn hier so komisch?”

“Hast du es gemerkt, ja? Schön!”
“Das riecht doch hier nach, nach… Vanille?”

“Stimmt! Vanille!”
“Und was ist das?”

“Vanille ist ein Gewürz.”
“Oh, ja, vielen Dank!”

“Gerne.”
“Nein, ich meine, wieso riecht das hier nach Vanille??”

“Weil ich Vanille besser fand, als Zitrone.”
“Nein… Ich meine, WOHER kommt denn der Duft??”

“Von Schlecker, wieso?”
“Himmel, Liebste!!”

“Was denn??”
“Sag mal, du willst mich doch veräppeln, oder??”

“Wieso, warum? Ich? Dich?? Wieso??”
“Kannst du dann mal bitte auf meine Frage antworten??”

“Sehe ich etwa aus, wie ein Lexikon??”
“Nee.”

“Siehst du, und trotzdem erkläre ich dir alles.”
“Aber ich…”

“Fragt mich, was Vanille ist und meckert dann noch, pff…”
“Sag mal, kriegt man am Bahnhof jetzt vielleicht noch Morphium?”

“Kann sein, aber ich würde lieber gern bei Vanille bleiben…”
“Ich brech zusammen…”

“Kann ich sonst noch was für dich tun?”
“Ja. WO – STEHT – DAS – DING – MIT DEM DUFT!?”

“Ach, du meinst die Duftstäbchen mit dem Öl?”
“Gott sei Dank, sie hat mich endlich verstanden…”

“Sag ich nicht.”
“Was?”

“Sag ich nicht!”
“Was jetzt!? Wo die Duftstäbchen stehen??”

“Ja. Sag ich nicht.”
“Warum nicht??”

“Also genauer: sage ich DIR nicht.”
“Aber… WARUM??”

“Weil du das dann gleich wieder weg machst alles!”
“Wie bitte?? Warum sollte ich??”

“Weil du den Vanilleduft nicht magst.”
“Ich habe doch noch gar nichts dazu gesagt!?”

“Schön, und? Magst du ihn??”
“Ähm, ich, also… NEIN.”

“Siehste! Sag ich doch!”
“Was ist denn das für eine Beziehung, bitte, wo der eine…”

“..willst du darauf hinaus, dass man Vertrauen haben muss?”
“Ja! Zum Beispiel!”

“…und dass man Kompromisse machen muss miteinander?”
“Ja, auch das!”

“…und dass Geschmäcker öfter unterschiedlich sein können?”
“Genau!”

“…und dass man auch tolerant sein muss?”
“Korrekt.”

“Gut! Dann sind wir ja einer Meinung.”
“Heißt das, du sagst mir jetzt, wo du die Duftdinger versteckt hast?”

“Nein! Vertrauen ist gut, Vanille ist besser!”

Kopfschüttel…

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Drei zu Null, oder?

7. Februar 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste sitzt auf dem Sofa, als ich am späten Abend nach Hause komme.
Dass sie dort sitzt ist nichts Besonderes, aber sie trägt noch ihre volle Tagesbekleidung; gewöhnlich macht sie es sich abends etwas bequemer. Auch die verschränkten Arme lassen erahnen, dass…

“Hallo Schatz.”
“Hallo Süße! Na, alles gut bei dir?”

“Nein.”
“Nicht? Was ist denn los?”

“Ich habe mal wieder wirklich NICHTS anzuziehen!”
“Aha, und ähm, was ist das, was du da gerade an hast?”

“Eben! Eben! Guck dir das doch mal an!”
“Tja, also, ich…”

“Dieser Pulli hier, findest du den etwa schön??”
“Ähm…”

“Der passt doch gar nicht zu mir, oder??”
“Naja, du hast ihn ja auch noch nicht oft getragen…”

“Das kann man wohl sagen, sehr gut beobachtet!”

[1:0 für mich...]

“Und die Jeans?? Guck dir das doch mal an hier!”
“Was ist denn damit??”

“Die ist doch viel zu wenig verwaschen!”
“Verwaschen??”

“Die ist langweilig, meine ich!”
“Och, es kommt ja auch ein bisschen drauf an, was drin steckt…”

“Sollte das ein Kompliment für mich werden??”
“Ähm, ja?”

“Danke.”

[2:0 für mich...]

“Trotzdem ist die langweilig, die Jeans mag ich nicht!”
“Ähm, nur so interessenhalber: du hast sie doch mal gekauft, oder??”

“Natürlich habe ich sie gekauft!”
“Und dabei ist dir nicht schon aufgefallen, dass…”

“Ich dachte, dass die anders aussieht.”
“Aha…”

“So, und jetzt schau dir bitte mal die Schuhe an.”
“Zeig mal?”

[Die Liebste sitzt tatsächlich noch mit Schuhen an den Füßen auf dem Sofa; jetzt hebt sie beide Beine nach oben, damit ich mir die Schuhe ansehen kann...]

“So, und jetzt sag mal: die sind doch auch langweilig, oder??”
“Also, ich, ähm… Wieso findest du die denn jetzt langweilig?”

“Das Leder ist viel zu glatt und zu rund und…”
“…aber die Absätze, die sind doch ganz schön, oder?”

“Naja, das… Ja, das stimmt schon. Ausnahmsweise.”

[3:0 für mich! Jetzt kann mir nicht mehr viel passieren!]

“Trotzdem: ich weiß echt nicht mehr, was ich noch anziehen soll!”
“Hm…”

“Was soll ich denn jetzt machen??”
“Liebste, wie wäre es, wenn ich dich morgen zum Shoppen einlade?”

“Zum Shoppen??”
“Wir fahren in die Stadt und du kaufst dir was richtig Schönes.”

“Du bist echt ein Blödmann, weißt du das!”
“Ähm… Ich??”

“Ja, wie kann man nur so böse zu seiner Freundin sein!”
“Also Moment mal, ich…”

“Was soll denn das jetzt??”
“Entschuldigung, aber ich dachte, weil du doch…”

“Männer! Pff!”
“Ich wollte nur, dass du deine alten Klamotten da entsorgen kannst!”

“Meine alten Klamotten?? Diese hier??”
“Davon sprechen wir doch gerade die ganze Zeit oder??”

“Du meinst also die, die ich hier gerade an habe??”
“Den nicht passenden Pulli, die langweilige Jeans, die öden Schuhe.”

“Jetzt reicht es aber, BERND!”

[Uups... Wenn Sie BERND sagt, dann steht die Welt kurz vor dem Untergang; oder anders: ich stehe nahe am Abgrund und die Liebste überlegt, ob sie schubst...]

“Vielleicht bist du jetzt besser still, das ist gesünder für dich!”
“Normalerweise freust du dich doch, wenn wir shoppen gehen??”

“Ja, das ist wohl richtig.”
“Und was stimmt dann jetzt nicht??”

“ICH WAR HEUTE SHOPPEN, du Doof!”
“Oh… Und du hast dann wahrscheinlich diese Sachen da gek…”

“JA GENAU!”
“Ähm…”

“So, und jetzt noch mal: wie findest du den Pulli?”

Kopfschüttel…

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In meinem Gesicht

1. Februar 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste kommt am späten Abend zur Tür herein, legt im Flur ihre Jacke ab und kommt in die Küche geklackert, wo ich mir gerade einen Orangensaft eingieße.
Im Türrahmen bleibt sie stehen, streckt ihre Arme lang von sich und lächelt von einem Ohr zum anderen! Was ist denn da jetzt wieder los??

“Hallo mein allerliebster Schatzi!”
“Hallo Süße, du scheinst sehr gute Laune zu haben?”

“Jaaaa, das hab ich!”
“Aha, und, ähm…”

“Fällt dir denn gar nichts an mir auf?”

[In einem Film käme jetzt das dramatische Orchester zum Einsatz...
So, wie es Alfred Hitchcock in Psycho verwendet hat, wenn Norman Bates, und die Dusche, und das Messer, und die Schreie...
Liebste bringt die Fragen aller Fragen! Wenn ich jetzt einmal an ihr rauf und runter schaue, werde ich mir sofort was anhören dürfen...
Aber Zögern kann jetzt ebenso tödlich sein, und wieder einmal stehe ich vor der F...]

“Schätzchen, siehst du das denn nicht??”
“Also, ähm, du siehst bezaubernd aus wie immer und…”

“Nein, nein, das meine ich nicht! - Aber trotzdem danke.”
“Ähm, also, ich…”

“Du müsstest es doch in meinem Gesicht sehen können!”
“Ähm…”

“…dass ich dich soooooo lieb habe!”
“Dass du mich lieb hast??”

“Jaaa!! Ich freue mich so, dass ich dich so lieb habe!”
“Ja, das…”

“Sieht man das denn nicht??”
“Doch, ähm…”

“Du bist so doof!”
“Aber eben hast du doch noch gesagt, dass du mich…”

“Ich sage dir, dass ich dich liebe und du sagst ACH, ÄHM!”
“Entschuldige, ich habs eben nicht sofort gesehen, also…”

“Und ich war fest überzeugt, dass man mir das ansieht!”
“Ich liebe dich auch, meine Liebste.”

“So??”
“Ja. Ich liebe dich.”

“Pff! Sieht man dir aber gar nicht an!”

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Deine Kollegen werden Augen machen!

25. Februar 2010, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste kommt am Abend zu mir in die Küche, während ich mir dort gerade für den nächsten Tag ein paar Brote schmiere.
Ich werde den ganzen Tag unterwegs sein und für solche Fälle nehme ich mir gern ein paar Schnitten mit. Nur noch einpacken, fertig!

“Was machst du da, Schatz?”
“Ich habe mir ein paar Brote gemacht, Süße.”

“Und warum wühlst du da jetzt in der Schublade rum??”
“Ich suche die Butterbrotstüten, die sind doch hier, oder?”

“Nein, nein, nein!”
“Wo sind sie denn?”

“Nein, ich meine, die darfst du nicht nehmen!”
“Und wieso nicht??”

“Weil ich doch extra neues Butterbrotpapier gekauft habe.”
“Neues?? Wieso, ist das alte kaputt, oder was?”

“Nein, aber ich habe jetzt was viieel besseres.”
“Und zwar?”

“Hier!”

[Die Liebste schubst mich zur Seite und schließt zunächst erst einmal in auffälliger Weise die Schublade, die ich geöffnet hatte.
Dabei vergewissert sie sich mit prüfendenm Blick noch kurz, ob ich das auch wirklich richtig gesehen habe, geht hinüber zu einer anderen Schublade und zieht diese mit einem gemurmelten "Tadaa!" auf.]

“DAS HIER ist das Richtige.”
“Ähm…”

“Ist das nicht toll?? So etwas gab es früher gar nicht!”
“Liebste, da sind ja babyblaue Wölkchen drauf…”

“Ist das nicht super??”
“Und das sind ja gar keine Tüten, sondern Einwickelpapier?”

“Ja, und die Innenseite ist beschichtet, siehst du?”
“Das sehe ich, ja…”

“Das ist gut, wenn man Tomatenbrot hat, oder so.”
“Ich mag aber kein Tomatenbrot…”

“Ja, aber du könntest jetzt welches essen, wenn du wolltest!”
“Schatz, also das ist ja alles ganz gut und schön, aber…”

“Deine Kollegen werden Augen machen, wenn die das sehen!”
“Ähm, das kann ich mir jetzt schon gut vorstellen, ja…”

“Die haben ihre stinknormalen Tüten und du: Tadaa!”
“Aha, ähm, sag mal, gab es denn nur blaue Wölkchen als Motiv?”

“Wieso, was stimmt denn damit nicht?”
“Naja, gab es nicht auch was, sagen wir mal, etwas…”

“Sorry, aber es gab kein Papier mit nackten Weibern drauf!”
“Schade…”

“Pff! Nie freust du dich über was, was ich mache!”
“Ja, doch, ich finde neue Ideen immer gut, aber…”

“Dann nimm doch deine doofen alten langweiligen Tüten!”

[Die Liebste schließt demonstrativ die von ihr eben geöffnete Schublade und macht die andere wieder auf, in der sich meine klassischen Tüten befinden. Dann tritt sie einen Schritt zur Seite und stellt sich mit verschränkten Armen daneben.]

“Bitte sehr!”
“Schatz, so meinte ich das doch gar nicht, ich wollte doch nur…”

“Du nimmst die Tüten, ich mein schönes Papier. Kein Problem!”
“Na schön…”

[Etwas zögernd und unsicher krame ich in der Schublade herum und finde schließlich meine liebgewonnenen Butterbrotstüten, allerdings sind nur noch zwei vorhanden und eine davon ist eingerissen...]

“Was ist? Stimmt was nicht?”
“Ähm… Hier ist nur noch eine Tüte und ich habe drei Brote, und…”

“Passen da wohl nicht alle rein, was?”
“Ähm, wahrscheinlich nicht, das ist ja blöd jetzt…”

“Möchtest du vielleicht doch etwas von meinem Papier haben?”
“Also… Hatten wir nicht auch noch so eine Dose?”

“Die ist im Kabuff oben im Regal, musst du mal nachsehen.”

[Mist... Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die ganze Sache doch noch kippen könnte; aber jetzt kann ich unmöglich auf ihr Wölkchen-Papier zurückgreifen, sonst darf ich mir das ab jetzt jahrelang anhören und kann nie wieder etwas anderes kaufen...
Also gehe ich in unseren Wirtschaftsraum nebenan und brauche eine halbe Ewigkeit, um die tausend dort gelagerten Sachen zu durchsuchen. Ohne Erfolg, ohne Butterbrotsdose.]

“Und? Hast du sie?”
“Ähm, nein, die ist da nicht…”

“Macht nichts, ich habe bereits eine Lösung für dich erarbeitet.”
“So? Tatsächlich? Und die wäre?”

[Während ich diese Frage stelle, fällt mir auf, dass auf dem Teller mit den Broten nur noch ein paar Krümel liegen...
Und dass sich im Mundwinkel der Liebsten ebenfalls solche Krümel befinden... Sie wird doch wohl nicht, sie hat doch nicht wirklich...]

“Ich helfe doch immer gern, wenn ich kann!”

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Unspontan

22. Februar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich räumen mal wieder ein bisschen auf; es ist nicht der große Frühlingsputz, aber irgendwie sammeln sich doch immer wieder Sachen an, die woanders hingehören.
Während wir also durch die Wohnung rennen, läuft die Liebste auf dem Flur an mir vorbei.

“Hallo?? Manno!!”
“Was ist denn Süße??”

“Ich stehe hier und du rennst einfach an mir vorbei!”
“Ähm, ich wollte ins…”

“Ich wollte dich küssen und du merkst das nicht mal!”
“Entschuldigung, ich war so in Gedanken und…”

“Typisch.”
“Na schön, dann küssen wir uns jetzt eben.”

“Nee, lass mal. Jetzt ist das ja doof, so unspontan.”
“Können wir uns nicht auch einfach mal unspontan küssen??”

“Doch, aber das ist ja wohl nicht das Gleiche!”
“Aha…”

“Habe ich dir heute schon gesagt, wie lieb ich dich habe?”
“Nein, hast du nicht.”

“Tja, das ist Pech!”

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Trotzdem

17. Februar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich planen einen Ausflug in das Möbelhaus Zurbrüggen in Delmenhorst.
Wir brauchen (wie die Liebste sagt) ein paar “Dekorationssachen” für den nahenden Frühling, und da sei Zurbrüggen eine sehr gute Adresse.
Und das nicht nur für Deko…

“Wann wollen wir denn los, Schatz?”
“Gleich. Wir fahren gleich los, Süße.”

“Gut.”
“Brauchen wir nur Deko oder noch was anderes?”

“Wieso was anderes?? Was brauchen wir denn noch?”
“Naja, brauchen wir noch Möbel, einen Schrank oder irgendwas?”

“Können wir das nicht vor Ort entscheiden??”
“Nee, ich wüsste das gerne jetzt. Der Laden ist riesengroß.”

“Naja, ich brauche tatsächlich noch was.”
“Aha? Und was?”

“Ein neues Bett.”
“Wie bitte?? Ein neues Bett?? Haben wir etwa keins??”

“Doch, aber ich hätte gern ein anderes.”
“Was stimmt denn mit unserem Bett nicht??”

“Mit dem Bett ist alles in Ordnung. Eigentlich.”
“Und un-eigentlich??”

“Es hat nicht alle Funktionen, die ich benötige.”
“Du kannst dich doch reinlegen und schlafen, was vermisst du denn??”

“Ich möchte ein Bett, das mich irgendwo hinfährt.”
“Was??”

“Ja, ich wache auf und sage: fahr mich zur Arbeit oder so.”
“Ähm…”

“Oder es fährt mich spazieren und ich kann schön liegen.”
“Aha, ja. Und sag mal, gesundheitlich ist aber alles in Ordnung??”

“Wieso? Ich wollte schon immer so ein Bett haben!”
“Sehr schön! Bei euch zuhause auf dem Mars gibt es sowas vielleicht!”

“Wieso denn Mars??”
“Naja, so unter euch Außerirdischen, meine ich…”

“Mars finde ich nicht gut.”
“Das macht nichts, wir fahren ja auch zu Zurbrüggen.”

“Können wir da mal nach Betten gucken?”
“NEIN!”

“Jetzt sei doch nicht so?”
“Liebste, es gibt bei Zurbrüggen keine Betten, die irgendwo hinfahren!”

“Nicht?”
“Nein…”

“Schade.”
“Sonst noch was?”

“Ja, ein neuer Kühlschrank wäre gut.”
“Soll der dich vielleicht auch an der Weser spazieren fahren??”

“Nee.”
“Gott sei Dank… Ich erwähne es nur ungern, aber wir haben einen.”

“Trotzdem hätte ich aber gerne einen anderen.”
“Du meinst, einen größeren?”

“Nee.”
“Sondern??”

“Einen, mit dem ich sprechen kann.”
“…Liebste, bitte, ich will doch noch alt werden, daher bitte…”

“Ich will mit dem sprechen!”
“Um Himmels Willen, warum?? Was willst du ihm denn sagen??”

“Na was ich essen will! Und Zack: Voila!”

Kopfschüttel…

70 Kommentare »

Ist heute Valentinstag??

14. Februar 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

14. Februar: Da muss nicht mehr viel gesagt werden, natürlich schenkt man(n) heute seiner Liebsten eine Aufmerksamkeit, um ihr zu zeigen: du bist mein Schatz!
Natürlich lasse auch ich mir diese Gelegenheit heute nicht entgehen…

“Guten Morgen mein Schatz!”
“Guten Morgen, Süße. Alles Gute zum Valentinstag.”

“Oh! Ist heute Valentinstag?”
“Pff! Als wenn du das nicht GENAU wüsstest!”

“Ach ja, ich erinnere mich.”
“Natürlich…”

“Eigentlich finde ich Valentinstag ja doof.”
“Ich weiß.”

“Ist doch irgendwie überflüssig, oder?”
“Richtig. Und das sagst du ja auch jedes Jahr erneut.”

“Auch die Schenkerei und so, das ist doch doof.”
“Und auch dieses Statement kommt mir bekannt vor…”

“Ich freue mich auch an anderen Tagen über Aufmerksamkeit!”
“Ja.”

“Schön.”
“Schön.”

“Und, ähm…”
“Ja?”

“Kriege ich heute denn trotzdem was?”
“Ich dachte, du findest das alles doof?”

“Tue ich ja auch!”
“Wieso solltest du dann was von mir kriegen??”

“Weil du diese blöde Tradition ja jedes Jahr mitmachst!”
“Dieses Mal aber nicht, Liebste.”

“So?? Warum denn plötzlich nicht??”
“Weil du mir seit Jahren erzählst, dass das ja total blöd sei.”

“Aber du hörst doch sonst auch nicht auf mich??”
“Wenn es sich um den üblichen Unsinn handelt, dann nicht, stimmt.”

“Und ausgerechnet beim Valentinstag fällt dir das jetzt ein??”
“Ich dachte, dass sei eine gute Gelegenheit, dich zu respektieren.”

“Ja…”
“Freut mich, dass dir das gefällt.”

“Schön, ja, ganz toll… Also du hast wirklich nichts für mich?”
“Nein.”

“Ehrlich nicht?”
“Ehrlich nicht.”
[Ich kreuze meine Finger hinterm Rücken...]

“Das, ähm… Das freut mich. Sehr fortschrittlich…”

[Wenn ihr die Liebste jetzt sehen könntet: wie ein kleines Häufchen Elend steht sie jetzt da mit hängenden Schultern und einem Gesichtsausdruck, der sowohl Entsetzen als auch Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit ausdrückt...]

“Dann, ähm, dann können wir ja jetzt frühstücken, oder?”
“Ja, gern! Ist ja ein ganz normaler Tag heute.”

“Ja…”
“Gehst du dann eben schnell zum Bäcker?”

“Ich?? Ich soll Brötchen holen gehen??”
“Warum nicht?”

“Ich?? ICH soll am Valent… OK, ich gehe…”

[Um den Schmerzen der Liebsten ein Ende zu bereiten, öffne ich die Tür zum Vorratsraum, wo ich einen riesigen Strauß rote Rosen inklusive einer romantischen Postkarte und einem liebevollen Text aufbewahre.
Schnell ist das Papier des Straußes entfernt und schon halte ich mein Valentinsgeschenk der Liebsten unter die Nase.]

“Oh, oh! Ist der etwa für mich??”
“Natürlich ist der für dich! Ich liebe dich.”

“Der ist aber toll, vielen Dank! Und sogar eine Karte!”
“Alles Gute zum Valentinstag, meine Liebste!”

“Du sollst mir doch zum Valentinstag nichts schenken!!”
“Ich weiß.”

“Du bist wirklich unmöglich! Aber ich liebe dich auch.”
“Prima. So, und was kriege ich?”

“Wieso du??”
“Hallo?? Es ist Valentinstag!?”

“Ach ja, stimmt! Hätte ich fast vergessen, warte… Hier:”
“Ähm… Fünf Euro??”

“Ich nehme dann ein Schokocroissant und ein Körnerbrötchen.”

Kopfschüttel…

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…und meckert dann noch, pff!

10. Februar 2010, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste sitzt an ihrem PC im Arbeitszimmer, als ich am Abend nach Hause komme.
Da ich angesichts der Wetterverhältnisse heute für 28 Kilometer zwei Stunden gebraucht habe, wünsche ich jetzt keinerlei Störungen, Aufwände oder böse Überraschungen mehr…

“Hallo Schatz! Na, gut durchgekommen?”
“Danke der Nachfrage, Süße, aber es war eine totale Katastr…”

“Das ist schön, Schatz.”
“Ja, ähm…”

“Und hast du heute etwas Tolles erlebt?”
“Ähm, nein, aber sag mal…”

“Was denn?”
“Was riecht denn hier so komisch?”

“Hast du es gemerkt, ja? Schön!”
“Das riecht doch hier nach, nach… Vanille?”

“Stimmt! Vanille!”
“Und was ist das?”

“Vanille ist ein Gewürz.”
“Oh, ja, vielen Dank!”

“Gerne.”
“Nein, ich meine, wieso riecht das hier nach Vanille??”

“Weil ich Vanille besser fand, als Zitrone.”
“Nein… Ich meine, WOHER kommt denn der Duft??”

“Von Schlecker, wieso?”
“Himmel, Liebste!!”

“Was denn??”
“Sag mal, du willst mich doch veräppeln, oder??”

“Wieso, warum? Ich? Dich?? Wieso??”
“Kannst du dann mal bitte auf meine Frage antworten??”

“Sehe ich etwa aus, wie ein Lexikon??”
“Nee.”

“Siehst du, und trotzdem erkläre ich dir alles.”
“Aber ich…”

“Fragt mich, was Vanille ist und meckert dann noch, pff…”
“Sag mal, kriegt man am Bahnhof jetzt vielleicht noch Morphium?”

“Kann sein, aber ich würde lieber gern bei Vanille bleiben…”
“Ich brech zusammen…”

“Kann ich sonst noch was für dich tun?”
“Ja. WO – STEHT – DAS – DING – MIT DEM DUFT!?”

“Ach, du meinst die Duftstäbchen mit dem Öl?”
“Gott sei Dank, sie hat mich endlich verstanden…”

“Sag ich nicht.”
“Was?”

“Sag ich nicht!”
“Was jetzt!? Wo die Duftstäbchen stehen??”

“Ja. Sag ich nicht.”
“Warum nicht??”

“Also genauer: sage ich DIR nicht.”
“Aber… WARUM??”

“Weil du das dann gleich wieder weg machst alles!”
“Wie bitte?? Warum sollte ich??”

“Weil du den Vanilleduft nicht magst.”
“Ich habe doch noch gar nichts dazu gesagt!?”

“Schön, und? Magst du ihn??”
“Ähm, ich, also… NEIN.”

“Siehste! Sag ich doch!”
“Was ist denn das für eine Beziehung, bitte, wo der eine…”

“..willst du darauf hinaus, dass man Vertrauen haben muss?”
“Ja! Zum Beispiel!”

“…und dass man Kompromisse machen muss miteinander?”
“Ja, auch das!”

“…und dass Geschmäcker öfter unterschiedlich sein können?”
“Genau!”

“…und dass man auch tolerant sein muss?”
“Korrekt.”

“Gut! Dann sind wir ja einer Meinung.”
“Heißt das, du sagst mir jetzt, wo du die Duftdinger versteckt hast?”

“Nein! Vertrauen ist gut, Vanille ist besser!”

Kopfschüttel…

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Drei zu Null, oder?

7. Februar 2010, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste sitzt auf dem Sofa, als ich am späten Abend nach Hause komme.
Dass sie dort sitzt ist nichts Besonderes, aber sie trägt noch ihre volle Tagesbekleidung; gewöhnlich macht sie es sich abends etwas bequemer. Auch die verschränkten Arme lassen erahnen, dass…

“Hallo Schatz.”
“Hallo Süße! Na, alles gut bei dir?”

“Nein.”
“Nicht? Was ist denn los?”

“Ich habe mal wieder wirklich NICHTS anzuziehen!”
“Aha, und ähm, was ist das, was du da gerade an hast?”

“Eben! Eben! Guck dir das doch mal an!”
“Tja, also, ich…”

“Dieser Pulli hier, findest du den etwa schön??”
“Ähm…”

“Der passt doch gar nicht zu mir, oder??”
“Naja, du hast ihn ja auch noch nicht oft getragen…”

“Das kann man wohl sagen, sehr gut beobachtet!”

[1:0 für mich...]

“Und die Jeans?? Guck dir das doch mal an hier!”
“Was ist denn damit??”

“Die ist doch viel zu wenig verwaschen!”
“Verwaschen??”

“Die ist langweilig, meine ich!”
“Och, es kommt ja auch ein bisschen drauf an, was drin steckt…”

“Sollte das ein Kompliment für mich werden??”
“Ähm, ja?”

“Danke.”

[2:0 für mich...]

“Trotzdem ist die langweilig, die Jeans mag ich nicht!”
“Ähm, nur so interessenhalber: du hast sie doch mal gekauft, oder??”

“Natürlich habe ich sie gekauft!”
“Und dabei ist dir nicht schon aufgefallen, dass…”

“Ich dachte, dass die anders aussieht.”
“Aha…”

“So, und jetzt schau dir bitte mal die Schuhe an.”
“Zeig mal?”

[Die Liebste sitzt tatsächlich noch mit Schuhen an den Füßen auf dem Sofa; jetzt hebt sie beide Beine nach oben, damit ich mir die Schuhe ansehen kann...]

“So, und jetzt sag mal: die sind doch auch langweilig, oder??”
“Also, ich, ähm… Wieso findest du die denn jetzt langweilig?”

“Das Leder ist viel zu glatt und zu rund und…”
“…aber die Absätze, die sind doch ganz schön, oder?”

“Naja, das… Ja, das stimmt schon. Ausnahmsweise.”

[3:0 für mich! Jetzt kann mir nicht mehr viel passieren!]

“Trotzdem: ich weiß echt nicht mehr, was ich noch anziehen soll!”
“Hm…”

“Was soll ich denn jetzt machen??”
“Liebste, wie wäre es, wenn ich dich morgen zum Shoppen einlade?”

“Zum Shoppen??”
“Wir fahren in die Stadt und du kaufst dir was richtig Schönes.”

“Du bist echt ein Blödmann, weißt du das!”
“Ähm… Ich??”

“Ja, wie kann man nur so böse zu seiner Freundin sein!”
“Also Moment mal, ich…”

“Was soll denn das jetzt??”
“Entschuldigung, aber ich dachte, weil du doch…”

“Männer! Pff!”
“Ich wollte nur, dass du deine alten Klamotten da entsorgen kannst!”

“Meine alten Klamotten?? Diese hier??”
“Davon sprechen wir doch gerade die ganze Zeit oder??”

“Du meinst also die, die ich hier gerade an habe??”
“Den nicht passenden Pulli, die langweilige Jeans, die öden Schuhe.”

“Jetzt reicht es aber, BERND!”

[Uups... Wenn Sie BERND sagt, dann steht die Welt kurz vor dem Untergang; oder anders: ich stehe nahe am Abgrund und die Liebste überlegt, ob sie schubst...]

“Vielleicht bist du jetzt besser still, das ist gesünder für dich!”
“Normalerweise freust du dich doch, wenn wir shoppen gehen??”

“Ja, das ist wohl richtig.”
“Und was stimmt dann jetzt nicht??”

“ICH WAR HEUTE SHOPPEN, du Doof!”
“Oh… Und du hast dann wahrscheinlich diese Sachen da gek…”

“JA GENAU!”
“Ähm…”

“So, und jetzt noch mal: wie findest du den Pulli?”

Kopfschüttel…

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In meinem Gesicht

1. Februar 2010, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste kommt am späten Abend zur Tür herein, legt im Flur ihre Jacke ab und kommt in die Küche geklackert, wo ich mir gerade einen Orangensaft eingieße.
Im Türrahmen bleibt sie stehen, streckt ihre Arme lang von sich und lächelt von einem Ohr zum anderen! Was ist denn da jetzt wieder los??

“Hallo mein allerliebster Schatzi!”
“Hallo Süße, du scheinst sehr gute Laune zu haben?”

“Jaaaa, das hab ich!”
“Aha, und, ähm…”

“Fällt dir denn gar nichts an mir auf?”

[In einem Film käme jetzt das dramatische Orchester zum Einsatz...
So, wie es Alfred Hitchcock in Psycho verwendet hat, wenn Norman Bates, und die Dusche, und das Messer, und die Schreie...
Liebste bringt die Fragen aller Fragen! Wenn ich jetzt einmal an ihr rauf und runter schaue, werde ich mir sofort was anhören dürfen...
Aber Zögern kann jetzt ebenso tödlich sein, und wieder einmal stehe ich vor der F...]

“Schätzchen, siehst du das denn nicht??”
“Also, ähm, du siehst bezaubernd aus wie immer und…”

“Nein, nein, das meine ich nicht! - Aber trotzdem danke.”
“Ähm, also, ich…”

“Du müsstest es doch in meinem Gesicht sehen können!”
“Ähm…”

“…dass ich dich soooooo lieb habe!”
“Dass du mich lieb hast??”

“Jaaa!! Ich freue mich so, dass ich dich so lieb habe!”
“Ja, das…”

“Sieht man das denn nicht??”
“Doch, ähm…”

“Du bist so doof!”
“Aber eben hast du doch noch gesagt, dass du mich…”

“Ich sage dir, dass ich dich liebe und du sagst ACH, ÄHM!”
“Entschuldige, ich habs eben nicht sofort gesehen, also…”

“Und ich war fest überzeugt, dass man mir das ansieht!”
“Ich liebe dich auch, meine Liebste.”

“So??”
“Ja. Ich liebe dich.”

“Pff! Sieht man dir aber gar nicht an!”

Kopfschüttel…

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