Meine Liebste und ich stehen im Lebensmittelladen unseres Vertrauens und kaufen ein.
Dieses Mal ist es allerdings etwas Besonderes:
die Liebste schaufelt den Einkaufswagen voll mit vorweihnachtlichen Dingen: Deko, Getränke, Süßigkeiten, Backzutaten, usw.

„So, ich glaube, jetzt haben wir´s.“
„Süße, mehr passt in den Wagen auch nicht mehr rein…“

„Das brauchen wir aber alles!“
„Nein! DU brauchst das alles!!“

„Jetzt lass mich doch, dir kommt das ja auch zugute!“
„Jaja… Alles klar. Können wir jetzt zur Kasse gehen, ja?“

„Ja.“
„Auch nichts vergessen?“

„Hm…“
„OK, komm, lass uns abhauen jetzt.“

[Während die Liebste an den Weihnachtssternen und den Säcken voller Nüsse vorbeistreift, wende ich meine letzten Kräfte auf, um den Einkaufswagen in Richtung Kasse zu schleppen.
Ich weiß nicht, ob es für Einkaufswagen ein zulässiges Gesamtgewicht gibt; aber wenn, dann wäre dieser Wagen sicherlich weit drüber….]

„Gehst du schon vor? Ich komme gleich zur Kasse.“
„Darum möchte ich aber auch bitten, weil…“

„…jajaja, ich bezahle das, ich bin ja gleich da.“
„Na schön…“

[Einen Augenblick später stehe ich mit dem Einkaufswagen an Kasse 12 und schaufele den Inhalt auf das Kassenband.
Während die Verkäuferin vorne bereits die ersten Artikel einscannt, lade ich hinten immer noch auf… Liebste ist natürlich weit und breit nicht zu sehen.
Nicht, dass ich ein Geizkragen wäre… Aber dieses Mal habe ich mich geweigert, den Einkauf zu bezahlen, weil dreiviertel der Sachen a) überflüssig und b) wahrscheinlich eh nur von und für Frauen gekauft werden.
Wehe, wenn ich das gleich doch bezahlen muss!]

„Schatz, Schatz, hier bin ich!“
„Höchste Eisenbahn, Liebste.“

„Nun mach dir mal nicht ins Hemd. Nur, weil ich bezahlen soll.“
„Musst.“

„Musst?“
„Weil du bezahlen MUSST!“

„Jaja, ist ja gut. So, geh mal durch, ich mach den Rest hier.“

[Ich laufe an dem Kassenband vorbei zum Ende, wo sich bereits Berge von Zeug auftürmen.
Normalerweise packe ich ja alles immer sofort in Tüten; angesichts der Menge ziehe ich es aber doch vor, die ganzen Sachen erst mal wieder zurück in den ächzenden Einkaufswagen zu packen.
Während ich gerade Schokostreusel, Vanillezucker, 24 Duftkerzen und ein Windlicht in Weihnachtsmützenform in der Hand habe, höre ich die Kassiererin den Preis sagen: 101,63 EUR! Es mag sich gemein anhören, aber irgendwie freue ich mich schelmisch, dass ich das jetzt nicht bezahlen muss…]

„Schatz?“
„Ja, Süße?“

„Sag mal, hast du 13 Cent klein?“
„13 Cent??“

„Ja, weil sonst müsste ich meinen 50-er Schein anbrechen und…“
„Kann sein, hier, schau mal nach…“

[Damit ich weiter einpacken kann, gebe ich der Liebsten mein Portmonee rüber.
Schon komisch… Normalerweise hat die Liebste ihr Portmonee voll mit Kleingeld, während ich das hasse und mich immer bemühe, die ganz kleinen Münzen sofort wieder los zu werden.]

„OK, alles klar.“
„Ähm, Schatz… Was machst du denn da??“

„Ich habe der Dame deine EC-Karte gegeben, wieso?“
„Was soll das denn jetzt!?“

„Wieso??“
„Ich dachte, du wolltest 13 Cent??“

„Ja, aber du hattest keine 13 Cent!“
„Ach, und da gibst du ihr gleich meine…“

„Reg dich ab, das verrechnen wir doch alles gleich!“
„Jaja, das kenne ich!“

„Los, unterschreib jetzt hier mal eben.“
„Liebste, gib mir sofort deine 101,50 Euro, die du bar hast!“

„Später.“
„Warum später??“

„Ich muss mir erst noch was einfallen lassen.“
„Einfallen?? Was muss dir denn einfallen, bitte??“

„…womit ich das verrechnen kann, sagte ich doch!“

Kopfschüttel…