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Hier bin ich!

30. November 2009, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich stehen im Lebensmittelladen unseres Vertrauens und kaufen ein.
Dieses Mal ist es allerdings etwas Besonderes:
die Liebste schaufelt den Einkaufswagen voll mit vorweihnachtlichen Dingen: Deko, Getränke, Süßigkeiten, Backzutaten, usw.

“So, ich glaube, jetzt haben wir´s.”
“Süße, mehr passt in den Wagen auch nicht mehr rein…”

“Das brauchen wir aber alles!”
“Nein! DU brauchst das alles!!”

“Jetzt lass mich doch, dir kommt das ja auch zugute!”
“Jaja… Alles klar. Können wir jetzt zur Kasse gehen, ja?”

“Ja.”
“Auch nichts vergessen?”

“Hm…”
“OK, komm, lass uns abhauen jetzt.”

[Während die Liebste an den Weihnachtssternen und den Säcken voller Nüsse vorbeistreift, wende ich meine letzten Kräfte auf, um den Einkaufswagen in Richtung Kasse zu schleppen.
Ich weiß nicht, ob es für Einkaufswagen ein zulässiges Gesamtgewicht gibt; aber wenn, dann wäre dieser Wagen sicherlich weit drüber....]

“Gehst du schon vor? Ich komme gleich zur Kasse.”
“Darum möchte ich aber auch bitten, weil…”

“…jajaja, ich bezahle das, ich bin ja gleich da.”
“Na schön…”

[Einen Augenblick später stehe ich mit dem Einkaufswagen an Kasse 12 und schaufele den Inhalt auf das Kassenband.
Während die Verkäuferin vorne bereits die ersten Artikel einscannt, lade ich hinten immer noch auf... Liebste ist natürlich weit und breit nicht zu sehen.
Nicht, dass ich ein Geizkragen wäre... Aber dieses Mal habe ich mich geweigert, den Einkauf zu bezahlen, weil dreiviertel der Sachen a) überflüssig und b) wahrscheinlich eh nur von und für Frauen gekauft werden.
Wehe, wenn ich das gleich doch bezahlen muss!]

“Schatz, Schatz, hier bin ich!”
“Höchste Eisenbahn, Liebste.”

“Nun mach dir mal nicht ins Hemd. Nur, weil ich bezahlen soll.”
“Musst.”

“Musst?”
“Weil du bezahlen MUSST!”

“Jaja, ist ja gut. So, geh mal durch, ich mach den Rest hier.”

[Ich laufe an dem Kassenband vorbei zum Ende, wo sich bereits Berge von Zeug auftürmen.
Normalerweise packe ich ja alles immer sofort in Tüten; angesichts der Menge ziehe ich es aber doch vor, die ganzen Sachen erst mal wieder zurück in den ächzenden Einkaufswagen zu packen.
Während ich gerade Schokostreusel, Vanillezucker, 24 Duftkerzen und ein Windlicht in Weihnachtsmützenform in der Hand habe, höre ich die Kassiererin den Preis sagen: 101,63 EUR! Es mag sich gemein anhören, aber irgendwie freue ich mich schelmisch, dass ich das jetzt nicht bezahlen muss...]

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Sag mal, hast du 13 Cent klein?”
“13 Cent??”

“Ja, weil sonst müsste ich meinen 50-er Schein anbrechen und…”
“Kann sein, hier, schau mal nach…”

[Damit ich weiter einpacken kann, gebe ich der Liebsten mein Portmonee rüber.
Schon komisch... Normalerweise hat die Liebste ihr Portmonee voll mit Kleingeld, während ich das hasse und mich immer bemühe, die ganz kleinen Münzen sofort wieder los zu werden.]

“OK, alles klar.”
“Ähm, Schatz… Was machst du denn da??”

“Ich habe der Dame deine EC-Karte gegeben, wieso?”
“Was soll das denn jetzt!?”

“Wieso??”
“Ich dachte, du wolltest 13 Cent??”

“Ja, aber du hattest keine 13 Cent!”
“Ach, und da gibst du ihr gleich meine…”

“Reg dich ab, das verrechnen wir doch alles gleich!”
“Jaja, das kenne ich!”

“Los, unterschreib jetzt hier mal eben.”
“Liebste, gib mir sofort deine 101,50 Euro, die du bar hast!”

“Später.”
“Warum später??”

“Ich muss mir erst noch was einfallen lassen.”
“Einfallen?? Was muss dir denn einfallen, bitte??”

“…womit ich das verrechnen kann, sagte ich doch!”

Kopfschüttel…

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Nur eben ganz kurz…

26. November 2009, aus der Schublade Familie und Feste

Mein Handy klingelt, während ich gerade im Büro mit einem Kollegen spreche. Ein Blick auf das Display verrät: es ist die Liebste!
Nach kurzem Nachdenken entscheide ich mich, das Telefonat anzunehmen; denn wenn es was Wichtiges ist, sollte ich das besser nicht verschieben…

“Schatz?? Hallo??”
“Ja, ich bin´s, Süße.”

“Störe ich dich gerade?”
“Ja.”

“Ach so. Naja. Du, ich wollte dich was fragen!”
“Ist was passiert?”

“Nee, wieso?”
“Du, ich bin hier gerade mitten im Gespräch und…”

“Wenn es wichtig wäre, wärst du ja nicht ran gegangen, oder??”
“Ich dachte, wenn, also dass du vielleicht etwas…”

“Also pass auf, geht auch ganz schnell.”
“Na schön, warte mal eben…”

[Ich drehe mich - leicht peinlich berührt - zu meinem Kollegen um und bitte ihn, mir eine Minute zu geben.
Er nickt und fragt leise: "Ist es die Liebste??"
Ich nicke; daraufhin winkt er ab und sagt, er käme dann in einer Stunde nochmal wieder...]

“Schaaatz? Bist du noch da??”
“Jaa doch, jetzt hab ich dann also doch Zeit…”

“Schön, ich aber nicht.”
“Wie bitte??”

“Ich wollte ja auch nur ganz kurz was!”
“Was denn…”

“Was wünschst du dir zu Weihnachten?”
“Was??”

“Ja. Was.”
“Nein, ich meine, DAFÜR rufst du mich jetzt hier an??”

“Ich muss das eben JETZT wissen!”
“Warum denn unbedingt jetzt??”

“Weil ich hier jetzt hier bin, also zufällig hier.”
“Was? Wo bist du??”

“Hier eben. Kann ich dir nicht sagen, wo.”
“Das verstehe ich jetzt nicht, was meinst du denn??”

“Ich bin eben hier und könnte dir ein Geschenk mitnehmen.”
“WO könntest du ein Geschenk mitnehmen??”

“Wenn ich dir das sage, dann weißt du ja, was es hier gibt!”
“Aber ich dachte, du willst von mir wissen, was ich mir wünsche??”

“Will ich ja auch! Also was denn jetzt!?”
“Und alles, was ich mir wünschen könnte, das gibt es da??”

“Nicht alles. Es gibt ja gar keinen Laden, der ALLES hat.”
“Aha, und wenn ich mir jetzt was wünsche, was es da NICHT gibt??”

“…müsste ich woanders hin. Sag mal, was ist denn los mit dir??”
“Mit mir?? Wieso??”

“Du bist doch sonst nicht so begriffsstutzig!”
“Moment, also nur damit ich das richtig verstehe:”

“Ja?”
“Wenn ich mir zufällig wünsche, was es da bei dir gibt, dann…”

“…dann kann ich das hier auch gleich mitnehmen, richtig.”
“Und wenn ich mir was anderes wünsche, dann…”

“…dann kann ich eben hier nichts mitnehmen. Verstanden??”
“Ja, ähm…”

“Also: was wünschst du dir??”
“Weiß nicht, tja, was wünsche ich mir denn…”

“Och Schatz!”
“Was denn??”

“Das ist doch nun wirklich eine ganz einfache Frage!”
“Jaja, aber mir fällt jetzt nichts ein, also…”

“Na schön, macht nichts.”
“Ähm… Macht nichts??”

“Nee.”
“OK, gut? Damit hatte ich jetzt gar nicht gerechnet…”

“Ich nehme das Geschenk jetzt hier mit.”
“Aber ich habe mir doch noch gar nichts gewünscht??”

“Richtig. Ich nehme es aber trotzdem mit, habe ich mir überlegt.”
“Aha, und warum jetzt plötzlich??”

“Weil du dir das sowieso gewünscht hättest.”
“Aha… Und wenn ich jetzt tatsächlich genau das gesagt hätte??”

“Dann hätte ich es vielleicht doch nicht mitgenommen…”
“Ähm, aber…”

“…weil du ja sonst schon gewusst hättest, was du kriegst!”
“Aber…”

“Gut, dass ich dich immer erreichen kann! Bussi!”

Kopfschüttel…

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Superliebste

23. November 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen am Sonntagabend im Wohnzimmer. Während die Liebste an ihren Fingernägeln feilt, werfe ich einen Blick auf die kostenlose Zeitung “Sonntags-Tipp”.
Es muss bald wieder Weihnachten sein: die Menge an eingelegter Werbung ist erschlagend…

“Was machst du da, Schatz?”
“Ich schaue mir die Werbung an, Süße.”

“Seit wann das denn??”
“Naja, schau mal, wie viel das dieses Mal ist…”

“Ja, Wahnsinn… Es muss bald wieder Weihnachten sein.”
“Witzig! Das dachte ich auch gerade!”

“Warum guckst du mich so an??”
“Los Liebste, wir spielen ein Spiel.”

“Ich hab keine Zeit.”
“Och komm, dauert auch nicht lange!”

“Was denn…”
“Wir machen Werberaten.”

“Werberaten?? Was ist das denn, habe ich ja noch nie gehört?”
“Ich nenne dir jeweils ein Schnäppchen aus den Werbedingern hier.”

“Aha, und was mache ich?”
“Du versuchst zu erraten, von wem der Flyer ist.”

“Muss das sein?”
“Och komm, los…”

“Das finde ich aber blöde!”
“Ich muss ja auch immer deine ganzen Einfälle mitmachen!”

“Wie bitte??”
“Also komm, ich weiß ja auch noch nicht, was dabei raus kommt.”

“Na schön, also dann sag.”
“Ähm… Villa Nero Kaffeevollautomat, 50% billiger, 199 Euro.”

“Hm… RATIO Markt?”
“Richtig! Hey, super! Hätte ich nicht gedacht!”

“Schön, und weiter?”
“Moment… Hier: aufblasbarer Weihnachtsmann, kostet…”

“Rossmann Drogeriemarkt.”
“Ähm… Stimmt! Noch ein Glückstreffer!”

“Gähn…”
“Aber jetzt wird es schwieriger: Pinguin-Nachtlicht mit…”

“Netto Marken-Discount.”
“Sag mal, wie machst du das denn??”

“Was?”
“Du hast jetzt schon den dritten Treffer hintereinander??”

“Sag ich doch, dass das Spiel doof ist!”
“Den hier schaffst du nicht, warte: LED Stirnlampe für 3,99 Euro!”

“So eine, die man aufsetzen kann beim Rad fahren oder so?”
“Ja, genau so eine.”

“Euronics, oder?”
“Das gibt´s doch gar nicht!?”

“Tja.”
“Playmobil Mega-Bau Set?”

“Real.”
“Große Möbel- und Küchentauschaktion??”

“Möbel Klingeberg.”
“Fotokalender zum Selbermachen??”

“Famila.”
“-”

“Was ist? Wars das schon?”
“Mir fehlen die Worte…”

“Wieso? Ich hatte doch alle richtig, oder?”
“Ja, alle richtig, aber, also…”

“Man nennt mich auch Superliebste! Haha!”
“Superl…”

“…kann ich jetzt meine Fingernägel weiter machen?”
“Ja…”

“Du guckst mich ja schon wieder so komisch an??”
“Schatz, kannst du mir mal verraten, wie du das gemacht hast??”

“Verstehe ich jetzt nicht, was habe ich gemacht?”
“Wieso weiß du, was hier in diesen blöden Dingern steht??”

“Aber das hast du doch selber neulich verlangt!?”
“Was! Was habe ich verlangt!?”

“Dass ich mal öfter einen Blick in die Zeitung werfen soll!”

Kopfschüttel…

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Ausgeliebstet, wenn…

18. November 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sind in meinem Auto unterwegs zu Bekannten, die wir schon seit langem mal wieder besuchen wollten.
Zirka eine Stunde Fahrt nach Hannover, also genug Zeit, ein paar Gespräche zu führen. Allerdings sind wir auch bald da…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Ich habe mir was überlegt.”
“Oha…”

“Warum sagst du denn jetzt OHA??”
“Naja, ähm, also wenn du schon sagst, dass…”

“Du weißt doch aber noch gar nicht, worum es geht??”
“Das stimmt wohl, aber…”

“Nichts aber, ich kann ja auch einfach gar nichts sagen!”
“Nein, nein, ich, also…”

“-”
“-”

“-”
“Liebste?”

“Nix Liebste!!”
“Aber…”

“Wenn das so weiter geht, dann hat es sich bald ausgeliebstet!”
“Ausgeliebstet??”

“Naja, du weißt schon.”
“Hä?? Was??”

“Jetzt stell dich doch nicht dumm!”
“Keine Ahnung, was??”

“Naja, ich meine, dann ist Schluss mit lustig!”
“Lustig??”

“Ende im Gelände!”
“Ähm…”

“Finito! Schicht im Schacht!”
“Das ist eine sehr bildhafte Sprechweise, Schatz.”

“Ausgeschatzt hat es sich dann!!”
“Ausgeschatzt??”

“Und Süße kannst du dir dann auch in die Haare und so!”
“Ach so, ich dachte schon, es hätte sich dann ausgesüßt.”

“Machst du dich über mich lustig??”
“Machst du dich über mich lustig??”
“Machst du dich über mich lustig??”

“Würde ich nie, mein Schnuppelhase…”

“Lass das und nenn mich nicht so! Es ist ernst!!”
“Was ist ernst??”

“Du bist böse zu mir!”
“Ich?? Ich höre dir doch bloß aufmerksam zu!?”

“Du mir??”
“Ja. Und ich stelle lediglich ein paar Rückfragen.”

“Es hat sich bald ausgefragt, mein Lieber!!”
“Und was dann??”

“Wie was und dann!”
“Naja, was passiert dann, wenn alles vorbei ist??”

“Mit uns?”
“Sprichst du denn nicht von uns??”

“Doch! Ich spreche natürlich von uns!”
“Sage ich doch!”

“Was genau jetzt??”
“Ich habe dich doch gefragt!”

“Hä??”
“Was gibt es denn da jetzt nicht zu verstehen??”

“Ich weiß überhaupt gar nicht mehr, wovon wir reden!”
“Ich auch nicht…”

“Echt nicht??”
“Ja, aber ich wusste es schon von Anfang an nicht…”

“Komisch, oder?”
“Was?”

“Da redet man miteinander und weiß gar nicht, worüber??”
“Du wolltest mir was erzählen…”

“Ach ja!”
“Schön, und was?”

“Ich habe mir was überlegt, das wollte ich sagen!”
“Oha…”

“OHA?? OHA?? O-H-A??”
“Oha.”

“Warum sagst du denn jetzt schon wieder OHA??”
“Och, also…”

“DU bist so doof!”
“Liebste, ich…”

“Wenn das so weiter geht, dann hat es sich bald ausgeliebstet!!”
“Ähm… Geht das jetzt wieder von vorne los alles??”

“Ja, aber mit einem Unterschied.”
“Aha, und der wäre??”

“Vergiss nicht, was du gerade sagen wolltest.”
“Ich??”

“Ja.”
“Ich wollte nichts sagen!? DU wolltest doch was sagen!?”

“Egal, merk dir einfach, wo wir stehengeblieben sind!”
“Warum??”

“Wir sind gleich da, lass uns nachher weiterreden.”

Kopfschüttel…

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Sag doch mal, hol ich dir!

16. November 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich kommen am Sonntagabend so gegen 20.45 Uhr nach Hause, nachdem wir einen Tag mit unseren Verwandten verbracht haben.
Irgendwie ist das eine blöde Uhrzeit; nicht gerade früh, aber auch nicht spät…
Was tun?

“Schatz, ich glaube, du möchtest noch fernsehen.”
“Was?? Süße, was ist denn mit dir los??”

“Wieso, was soll denn sein??”
“DU schlägst vor, dass ICH noch fernsehe??”

“Warum denn nicht?”
“Was ist los, hast du was angestellt??”

“Nein! Ich habe nichts angestellt! Warum??”
“Naja, ähm…”

“Ich dachte, du würdest das bestimmt gerne noch gucken.”
“Gucken?? Was denn?”

“Das Bourne Ultimatum. Auf RTL.”
“Oh! Und wann kommt der??”

“Läuft schon.”
“Läuft schon??”

“Läuft. Seit viertel nach acht.”
“Aber dann… Dann läuft der ja schon ne halbe Stunde??”

“Ja, na und?”
“Ähm…”

“Da ist doch bestimmt noch gar nichts passiert.”
“Schatz, gut ein Drittel des Filmes ist schon vorbei…”

“Wieso, ich meine, jeder weiß doch, was da passiert.”
“So?? Du kennst Jason Bourne??”

“Spielt der da mit?”
“Ähm, ja, der, ähm… Spielt da mit, ja…”

“Das war ja vorhersehbar.”
“Ja…”

“Also willst du den Film nun sehen oder nicht??”
“Nee; ich hasse es, erst nach einer halben Stunde einzuschalten.”

“Aber der soll super sein, der Film! Steht in der Zeitung!”
“Ja, ich weiß.”

“Also kennst du den schon oder was?”
“Klar.”

“Dann ist es doch erst recht OK, jetzt noch einzuschalten!”
“Nee, lass mal, danke.”

“Du guckst jetzt den Film und Basta!”
“Sag mal… Willst du mich irgendwie loswerden??”

“Nee, wieso?”
“Och, nur so ein Gedanke…”

“Du gehst schon mal aufs Sofa und ich hole Salzstangen.”
“Liebste! Da stimmt doch irgendwas nicht!?”

“Schatz, es ist alles in Ordnung!”
“Rück raus mit der Sprache!”

“Ich möchte dir nur einen Gefallen tun, sonst nichts!?”
“Aber…”

“Ich freue mich doch, wenn es dir gut geht!”
“Aha…”

“Ich bin so froh, dass ich dich habe und…”
“Ich freue mich auch, dass ich dich habe.”

“Ich hab dich soooo doll lieb!”
“Ich dich auch, Süße.”

“Gehst du jetzt aufs Sofa?”
“Ja.”

“Schön. Dann kannst du es dir gut gehen lassen.”
“Ja… Kommst du denn nicht mit??”

“Ich?? Nein. Mich interessiert der Film nicht so…”
“Na gut, aber was machst du denn dann jetzt??”

“Ich?”
“Du. Ja.”

“Ich ähm, ich wollte noch was alleine ausprobieren.”
“Aha, und was?”

“Naja, wie man Baumwolle bleicht und wieder weiß macht.”
“Wie man Baumwolle bleicht??”

“Ja. Das wollte ich immer schon mal ausprobieren…”
“Aber…”

“…mit Kaltentfärber, das ist keine leichte Sache!”
“Schön, aber wieso musst du denn…”

“…ist ja Baumwolle, denke ich, weil…”
“…Liebste! WAS zum Kuckuck willst du bleichen??”

“Ich WILL gar nichts!”
“Und was MUSST du bleichen, bitte?? Doch wohl nicht…”

“Schatz, du verpasst ja den ganzen Film!”
“Sag mal, sind meine Hemden nicht aus Baumw…”

“Salzstangen oder lieber Flips?? Sag doch mal, hol ich dir!”

Kopfschüttel…

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Unterbewusstsein

12. November 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste sitzt im Wohnzimmer auf dem Sofa und liest eine Zeitung, als ich am Abend von der Arbeit nach Hause komme.
Dabei hat sie das Heft genau vor der Nase; auch mein “Hallo” kann sie nicht dazu bewegen, das Heft zu senken…
Was das jetzt bloß wieder bedeutet…

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße…”

“Sag mal, weißt du eigentlich, wie man richtig flirtet?”
“Ähm…”

“Zum Beispiel, wie man ein gutes Gespräch führt?”
“Naja, also… Wieso, muss ich mit irgendjemandem flirten??”

“Ja, mit mir.”
“Mit dir??”

“Warum denn nicht??”
“Nun ja, warum nicht, stimmt irgendwie, wobei…”

“Du willst nicht mit mir flirten??”
“Schon, aber…”

“Was ABER!!”
“Es würde schon helfen, wenn du die Zeitung runter nimmst…”

“Ach so, na gut.”
“Sehr schön.”

“So, und jetzt müssen wir uns unterhalten.”
“Aha, und, ähm…”

“Du musst mich was fragen am besten, steht hier.”
“Ich muss was fragen??”

“Wer fragt, der führt, steht hier.”
“Na schön… Wie war dein Tag?”

“Das fragt man doch nicht, wenn man flirtet!!”
“Aha, gut, dann, ähm… Wo hast du denn diese schicke Bluse her?”

“Wieso fragst du mich das??”
“Naja, ich sollte doch, also…”

“Oder sollte das ein Kompliment sein??”
“Ähm, ja.”

“Ach so, ja, das steht hier auch. Komplimente sind Klassiker.”
“Und was steht da noch so?”

“Ehrlichkeit ist Trumpf.”
“Gilt das jetzt für Frauen oder auch für Männer?”

“Gibt es da einen Unterschied??”
“Nein, nein, ähm… Nein, nein…”

“Das Unterbewusstsein merkt, ob es der andere ernst meint.”
“Ich bin noch nie mit einem Unterbewusstsein ausgegangen…”

Blödmann!”
“Haha!”

“Jetzt flirte doch mal mit mir!”
“Liebste, wir kennen uns doch aber schon ewig!?”

“Na und??”
“Naja, ich meine, Flirten ist doch sowas wie Kennenlernen, oder??”

“Tu doch einfach mal so, als würden wir uns nicht kennen!”
“Na schön.”

“Und?”
“Was und??”

“Warum sagst du jetzt nichts??”
“Ich warte lieber, bis du mich ansprichst.”

“Du kannst mich doch wohl mal was fragen??”
“Du sagst doch immer, ich soll keine fremden Frauen anquatschen!”

“Ja, das stimmt auch, aber mich darfst du. Ausnahmsweise.”
“OK, dann jetzt, also:”

“Ich bin sehr gespannt…”
“Hallo Puppe, heute schon was vor?”

“Ähm…”
“Ich hab meine Handynummer vergessen, bekomme ich deine??”

“DAS nennst du flirten??”
“Wieso? Ich arbeite schließlich beim ADAC.”

“Beim ADAC?? Was soll das denn jetzt??”
“Ja. Ich bin Abschlepper, verstehste?”

“Boah, ist mir schlecht plötzlich…”
“Ja, aber trotzdem schöne Bluse!”

“Du bist so doof!”
“Danke. Aber im Bett bin ich viel besser.”

“Hör auf jetzt! Das ist kein Flirten!”
“Du wolltest doch unbedingt!”

“Aber nicht so!”
“Sondern wie??”

“Frag doch mal ganz lieb, ob ich dich kennenlernen möchte?”
“Das ist ja langweilig…”

“Frag schon!”
“Hey Schönheit, möchtest du mich vielleicht kennenlernen?”

“NEIN! Und jetzt schieß innen Wind, aber zackig!”
“Ähm…”

“…und: du darfst ab jetzt jederzeit andere Frauen ansprechen!”

Kopfschüttel…

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Feuer und Flamme

9. November 2009, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich sind an diesem November-Sonntag auch am frühen Nachmittag noch nicht so richtig wach; dennoch: eigentlich ist es ein ganz schöner Tag.
Trotzdem ist das Sofa für mich heute der ideale Platz, um den Rest des Tages zu verbringen.

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Ich dachte mir, wir machen einen Spaziergang.”
“Aha.”

“Draußen ist schönes Wetter.”
“Naja, geht so…”

“Wollen wir los?”
“Ich weiß nicht…”

“Du sitzt schon den ganzen Tag da rum!”
“Ja, und ich bin hier sehr zufrieden.”

“Hast du denn keine Lust, nach draußen zu gehen?”
“Naja, wenn ich es mir recht überlege, also…”

“Schön! Dann lass uns gehen!”
“Nein, nein, ich meinte das eigentlich anders, also…”

“Du gehst doch gerne mit mir spazieren, oder?”
“Ja, schon, aber…”

“Prima. Ich nehme mir einen Schal mit.”
“Och Schatz, muss denn das wirklich sein, ich meine…”

“Sag doch einfach, wenn du keine Lust hast!”
“Ich habe keine Lust.”

“Ach was, wenn wir erst mal unterwegs sind, kommt das schon!”
“Warum fragst du mich denn dann überhaupt??”

“Ich dachte, dass du was anderes antwortest.”
“Also nochmal: ich möchte hier heute einfach sitzen bleiben.”

“Kannst du ja auch.”
“Danke.”

“Wir sind ja in einer Stunde wieder da.”
“Liebste, kannst du nicht eine deiner Freundinnen, ich meine…”

“Soll das heißen, du willst nicht mit MIR spazieren gehen??”
“Nein, das soll nur heißen, dass du HEUTE jemand anderes…”

“Das finde ich ja jetzt total doof!”
“Ich wollte ja bloß einen Vorschlag machen!?”

“Als wir uns kennengelernt haben, war das nicht so!”
“Was!”

“Da hast du nicht einfach nur auf dem Sofa rumgesessen!”
“Wie bitte??”

“Wenn ich spazieren gehen wollte, warst du Feuer und Flamme!”
“Schatz, es geht doch NUR um heute, eine Ausnahme sozusagen!”

“Mir geht es ja auch nur um heute!”
“Man kann doch mal unterschiedlicher Meinung sein, oder??”

“Was hat denn das jetzt mit Meinungen zu tun??”
“Naja, ich meine, so Lust, Laune, Motivation und so!”

“Willst du damit sagen, dass ich dich demotiviere??”
“Nein, ich will heute einfach auf dem Sofa rumlümmeln, sonst nichts!”

Blödmann!”
“Nervensäge!”

“Spielverderber!”
“Geh doch spazieren, wer hindert dich denn!?”

“Du!”
“Ich?? Da! Da ist die Tür, geh!”

“Aber du willst ja nicht, dass wir spazieren gehen!”
“Richtig! Das sagte ich bereits mehrfach!”

“Gut, dann bleib eben da sitzen.”
“DANKE!!”

“Mir ist aber langweilig…”
“Himmel, Schatz, du machst mich echt wahnsinnig…”

“OK, schön. Dann rufe ich jetzt Tine und Birgit an.”
“Genau. Braves Mädchen.”

“Bei Susi habe ich mich auch schon lange nicht mehr gemeldet…”
“Ruf sie alle an, sehr gute Idee.”

“Meinst du das ernst??”
“Ja, warum denn nicht?”

“Ich hätte gedacht, dass dir das nicht passt…”
“Nee, nee, ich halte das für eine sehr gute Idee.”

“Prima.”
“Gut.”

“Haben wir denn genug zu trinken?”
“Was? Wofür??”

“Na, wenn ich die alle zu uns einlade jetzt?”
“Was?? HIER HIN?? Du willst die ganzen Weiber alle HIER HIN…”

“Du hast doch gesagt, dass sei eine gute Idee!”
“Moment mal, ich dachte dass du mit denen spazieren gehen willst??”

“Nee, wieso?”
“Weil, weil…”

“Gib mal das Telefon bitte…”
“Aber Schatz, warte, Moment…”

“Gut, dass du nicht spazieren gehen wolltest! Danke!”

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Update-Server

4. November 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich entspannen an der Bremer Schlachte im Anschluss an einen 3-stündigen Einkaufsbummel durch die Bremer Innenstadt.
Was gibt es Schöneres, als an einem freien Tag mitten in der Woche in die Stadt zu fahren…
Nun ja, immerhin sind wir fast durch, zumindest betont die Liebste, sie habe jetzt alles.

“Schatz, wie spät ist es eigentlich?”
“Schau selbst, Süße:”

[Ich halte der Liebsten meine Armbanduhr vor die Nase, damit sie selbst nachschauen kann.]

“Ach, das ist ja toll!”
“Was bitte ist jetzt toll?”

“Es ist ja noch nicht einmal vier Uhr!”
“Ähm… Wie bitte??”

“Wieso?”
“Schatz es ist zwanzig nach vier!?”

“Ach was, es ist gerade mal so um vier Uhr.”
“Es ist 16.21 Uhr, um genau zu sein, also fast halb fünf!”

“Dass du immer alles so pessimistisch sehen musst!”
“Hallo?? Ich sage doch nur, was auf der Uhr steht??”

“Für mein Gefühl ist es erst so um vier, die paar Minuten da, pff!”
“Du bestimmst also anhand deiner Gefühle die Uhrzeit??”

“Klar, warum denn nicht?”
“Wenn mich jemand fragt, wie spät es ist, dann doch wohl, um…”

“Jetzt stell dich doch nicht so an, ist doch egal, wie spät es ist!”
“Das finde ich nicht, du hast mich schließlich gefragt.”

“Ich wusste gleich, dass es so um vier Uhr herum sein muss.”
“Es ist aber kurz vor halb fünf!?”

“Nein, es ist etwas nach vier.”
“Liebste, manchmal glaube ich, dass du ein Alien vom Mond bist…”

“Quatsch!”
“Doch. Das würde auch zu deinen Mondzeiten passen…”

“Also wenn, dann komme ich vom Mars.”
“Von mir aus auch das…”

“Oder von der Venus.”
“Wie auch immer…”

“Venus ist besser, ich komme von der Venus.”
“Schön. Also bist du eine Außerirdische, ja?”

“Wenn dir das Spaß macht, dann bin ich eine Außerirdische, ja.”
“Und dort haben die grünen Männchen DICH zusammengebaut??”

“Ist doch gut geworden, oder??”
“Jaja, doch… Die Hülle ist ganz gut, aber…”

“Was soll das denn jetzt heißen??”
“Das Betriebssystem funktioniert noch nicht so richtig…”

“Betriebssystem??”
“Ja… Du bräuchtest mal ein Service Pack, Update oder Fix oder so.”

“Warum??”
“…um einige grundlegende Funktionen zu verbessern.”

“Zum Beispiel??”
“Zum Beispiel, um die Uhrzeit von einer Uhr ablesen zu können!”

“Bei uns auf der Venus gibt es wöchentliche Updates.”
“Ach, tatsächlich??”

“Ja. Jede Woche neue Funktionen und alles!”
“Komisch! Die scheinen aber bei dir gar nicht anzukommen!”

“Kein Wunder. Kann ja auch nicht.”
“So?? Und warum das??”

“Weil ich hier auf der Erde keine Verbindung zum Server habe.”
“Mist…”

“Aber dafür haben die auf der Venus eine Lösung gefunden.”
“Ja? Welche denn??”

“Die haben hier einen Laden für manuelle Updates eingerichtet.”
“Und wo ist der??”

“Bei H&M. Los, lass uns da hingehen, ich brauche Updates!”

Kopfschüttel…

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Zickzack

1. November 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich haben in der Wohnung überall Laminat, Parkett und Fliesen; nur unter dem Wohnzimmertisch liegt ein dunkelbrauner Teppich: das sei viel schöner für die Füße, sagt die Liebste.
Nachdem ich nun die ganze Wohnung gesaugt habe, plane ich, mich schön aufs Sofa zu setzen…

“Schatz, hast du eben gerade Staub gesaugt?”
“Ja, habe ich, Süße.”

“Im Wohnzimmer auch?”
“Ja.”

“Aha. Schön! Sehr gut!”
“Danke, Staub saugen ist auch eine schwierige Angelegenheit…”

“Hast du den Staubsauger schon wieder zurück gestellt?”
“Nein, er steht noch im Flur.”

“Ah, sehr gut.”
“Gut?? Liebste, was ist los mit dir??”

“Wieso? Was soll mit mir sein?”
“Kein: `räum den weg!´ oder `da steht er aber im Weg rum!´??”

“Nö, ich brauche ihn ja noch.”
“Jetzt?? Wofür??”

“Ich muss den Teppich im Wohnzimmer noch machen.”
“Habe ich schon. Oder glaubst du, den lasse ich aus??”

“Ich weiß, dass du den auch gemacht hast.”
“Und was soll das dann jetzt?”

“Du hast das Muster vergessen.”
“Wie bitte??”

“Das Muster, das auf dem Teppich entsteht.”
“Du meinst dieses Zickzack-Muster von der Düse??”

“Ja.”
“Und DESWEGEN willst du jetzt noch einmal, ich meine…”

“Wenn das Muster da nicht richtig ist, fühle ich mich nicht wohl!”
“Was??”

“Wenn da das Muster ist, dann weiß ich: alles ist sauber.”
“Es IST alles sauber!”

“Aber das Muster ist nicht richtig.”
“Na und??”

“Ich möchte da aber das Muster haben!”
“Das muss ich jetzt nicht wirklich verstehen, oder?”

“Nein.”
“Gott sei Dank…”

“Ich mache das eben schnell…”

[Meine Liebste schnellt an mir vorbei und holt den Staubsauger erneut ins Wohnzimmer.
Mittlerweile wundert es mich nicht mehr, dass die Liebste einen SAUBEREN Teppich erneut reinigt; als Mann lernt man ja mit den Jahren, dass Frauen da ihre ganz eigenen Maßstäbe haben...
Aber wenn ich mir jetzt so anschaue, mit wie viel Begeisterung und Sorgfalt die Liebste mit dem Staubsauber ein Zickzack-Muster in den Teppich macht, frage ich mich schon, ob sich ein Mann wirklich an alles im Leben gewöhnen (lassen) muss...]

“So, fertig.”
“Ja…”

“Sieht das jetzt nicht frisch und gut aus??”
“Tja, also, ähm…”

“Dass du für sowas aber auch nicht ein Fünkchen Gespür hast!”
“Doch, sehr schön, nur wenn man, ich meine…”

“Was meinst du?”
“…wenn man jetzt zweimal rüber gelaufen ist, ist es ja wieder weg!?”

“Da hast du ausnahmsweise mal absolut Recht.”
“Aha, und, ähm…”

“…und deswegen läufst du da jetzt erst mal nicht mehr rüber!”

Kopfschüttel…

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Hier bin ich!

30. November 2009, aus der Schublade Familie und Feste

Meine Liebste und ich stehen im Lebensmittelladen unseres Vertrauens und kaufen ein.
Dieses Mal ist es allerdings etwas Besonderes:
die Liebste schaufelt den Einkaufswagen voll mit vorweihnachtlichen Dingen: Deko, Getränke, Süßigkeiten, Backzutaten, usw.

“So, ich glaube, jetzt haben wir´s.”
“Süße, mehr passt in den Wagen auch nicht mehr rein…”

“Das brauchen wir aber alles!”
“Nein! DU brauchst das alles!!”

“Jetzt lass mich doch, dir kommt das ja auch zugute!”
“Jaja… Alles klar. Können wir jetzt zur Kasse gehen, ja?”

“Ja.”
“Auch nichts vergessen?”

“Hm…”
“OK, komm, lass uns abhauen jetzt.”

[Während die Liebste an den Weihnachtssternen und den Säcken voller Nüsse vorbeistreift, wende ich meine letzten Kräfte auf, um den Einkaufswagen in Richtung Kasse zu schleppen.
Ich weiß nicht, ob es für Einkaufswagen ein zulässiges Gesamtgewicht gibt; aber wenn, dann wäre dieser Wagen sicherlich weit drüber....]

“Gehst du schon vor? Ich komme gleich zur Kasse.”
“Darum möchte ich aber auch bitten, weil…”

“…jajaja, ich bezahle das, ich bin ja gleich da.”
“Na schön…”

[Einen Augenblick später stehe ich mit dem Einkaufswagen an Kasse 12 und schaufele den Inhalt auf das Kassenband.
Während die Verkäuferin vorne bereits die ersten Artikel einscannt, lade ich hinten immer noch auf... Liebste ist natürlich weit und breit nicht zu sehen.
Nicht, dass ich ein Geizkragen wäre... Aber dieses Mal habe ich mich geweigert, den Einkauf zu bezahlen, weil dreiviertel der Sachen a) überflüssig und b) wahrscheinlich eh nur von und für Frauen gekauft werden.
Wehe, wenn ich das gleich doch bezahlen muss!]

“Schatz, Schatz, hier bin ich!”
“Höchste Eisenbahn, Liebste.”

“Nun mach dir mal nicht ins Hemd. Nur, weil ich bezahlen soll.”
“Musst.”

“Musst?”
“Weil du bezahlen MUSST!”

“Jaja, ist ja gut. So, geh mal durch, ich mach den Rest hier.”

[Ich laufe an dem Kassenband vorbei zum Ende, wo sich bereits Berge von Zeug auftürmen.
Normalerweise packe ich ja alles immer sofort in Tüten; angesichts der Menge ziehe ich es aber doch vor, die ganzen Sachen erst mal wieder zurück in den ächzenden Einkaufswagen zu packen.
Während ich gerade Schokostreusel, Vanillezucker, 24 Duftkerzen und ein Windlicht in Weihnachtsmützenform in der Hand habe, höre ich die Kassiererin den Preis sagen: 101,63 EUR! Es mag sich gemein anhören, aber irgendwie freue ich mich schelmisch, dass ich das jetzt nicht bezahlen muss...]

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Sag mal, hast du 13 Cent klein?”
“13 Cent??”

“Ja, weil sonst müsste ich meinen 50-er Schein anbrechen und…”
“Kann sein, hier, schau mal nach…”

[Damit ich weiter einpacken kann, gebe ich der Liebsten mein Portmonee rüber.
Schon komisch... Normalerweise hat die Liebste ihr Portmonee voll mit Kleingeld, während ich das hasse und mich immer bemühe, die ganz kleinen Münzen sofort wieder los zu werden.]

“OK, alles klar.”
“Ähm, Schatz… Was machst du denn da??”

“Ich habe der Dame deine EC-Karte gegeben, wieso?”
“Was soll das denn jetzt!?”

“Wieso??”
“Ich dachte, du wolltest 13 Cent??”

“Ja, aber du hattest keine 13 Cent!”
“Ach, und da gibst du ihr gleich meine…”

“Reg dich ab, das verrechnen wir doch alles gleich!”
“Jaja, das kenne ich!”

“Los, unterschreib jetzt hier mal eben.”
“Liebste, gib mir sofort deine 101,50 Euro, die du bar hast!”

“Später.”
“Warum später??”

“Ich muss mir erst noch was einfallen lassen.”
“Einfallen?? Was muss dir denn einfallen, bitte??”

“…womit ich das verrechnen kann, sagte ich doch!”

Kopfschüttel…

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Nur eben ganz kurz…

26. November 2009, aus der Schublade Familie und Feste

Mein Handy klingelt, während ich gerade im Büro mit einem Kollegen spreche. Ein Blick auf das Display verrät: es ist die Liebste!
Nach kurzem Nachdenken entscheide ich mich, das Telefonat anzunehmen; denn wenn es was Wichtiges ist, sollte ich das besser nicht verschieben…

“Schatz?? Hallo??”
“Ja, ich bin´s, Süße.”

“Störe ich dich gerade?”
“Ja.”

“Ach so. Naja. Du, ich wollte dich was fragen!”
“Ist was passiert?”

“Nee, wieso?”
“Du, ich bin hier gerade mitten im Gespräch und…”

“Wenn es wichtig wäre, wärst du ja nicht ran gegangen, oder??”
“Ich dachte, wenn, also dass du vielleicht etwas…”

“Also pass auf, geht auch ganz schnell.”
“Na schön, warte mal eben…”

[Ich drehe mich - leicht peinlich berührt - zu meinem Kollegen um und bitte ihn, mir eine Minute zu geben.
Er nickt und fragt leise: "Ist es die Liebste??"
Ich nicke; daraufhin winkt er ab und sagt, er käme dann in einer Stunde nochmal wieder...]

“Schaaatz? Bist du noch da??”
“Jaa doch, jetzt hab ich dann also doch Zeit…”

“Schön, ich aber nicht.”
“Wie bitte??”

“Ich wollte ja auch nur ganz kurz was!”
“Was denn…”

“Was wünschst du dir zu Weihnachten?”
“Was??”

“Ja. Was.”
“Nein, ich meine, DAFÜR rufst du mich jetzt hier an??”

“Ich muss das eben JETZT wissen!”
“Warum denn unbedingt jetzt??”

“Weil ich hier jetzt hier bin, also zufällig hier.”
“Was? Wo bist du??”

“Hier eben. Kann ich dir nicht sagen, wo.”
“Das verstehe ich jetzt nicht, was meinst du denn??”

“Ich bin eben hier und könnte dir ein Geschenk mitnehmen.”
“WO könntest du ein Geschenk mitnehmen??”

“Wenn ich dir das sage, dann weißt du ja, was es hier gibt!”
“Aber ich dachte, du willst von mir wissen, was ich mir wünsche??”

“Will ich ja auch! Also was denn jetzt!?”
“Und alles, was ich mir wünschen könnte, das gibt es da??”

“Nicht alles. Es gibt ja gar keinen Laden, der ALLES hat.”
“Aha, und wenn ich mir jetzt was wünsche, was es da NICHT gibt??”

“…müsste ich woanders hin. Sag mal, was ist denn los mit dir??”
“Mit mir?? Wieso??”

“Du bist doch sonst nicht so begriffsstutzig!”
“Moment, also nur damit ich das richtig verstehe:”

“Ja?”
“Wenn ich mir zufällig wünsche, was es da bei dir gibt, dann…”

“…dann kann ich das hier auch gleich mitnehmen, richtig.”
“Und wenn ich mir was anderes wünsche, dann…”

“…dann kann ich eben hier nichts mitnehmen. Verstanden??”
“Ja, ähm…”

“Also: was wünschst du dir??”
“Weiß nicht, tja, was wünsche ich mir denn…”

“Och Schatz!”
“Was denn??”

“Das ist doch nun wirklich eine ganz einfache Frage!”
“Jaja, aber mir fällt jetzt nichts ein, also…”

“Na schön, macht nichts.”
“Ähm… Macht nichts??”

“Nee.”
“OK, gut? Damit hatte ich jetzt gar nicht gerechnet…”

“Ich nehme das Geschenk jetzt hier mit.”
“Aber ich habe mir doch noch gar nichts gewünscht??”

“Richtig. Ich nehme es aber trotzdem mit, habe ich mir überlegt.”
“Aha, und warum jetzt plötzlich??”

“Weil du dir das sowieso gewünscht hättest.”
“Aha… Und wenn ich jetzt tatsächlich genau das gesagt hätte??”

“Dann hätte ich es vielleicht doch nicht mitgenommen…”
“Ähm, aber…”

“…weil du ja sonst schon gewusst hättest, was du kriegst!”
“Aber…”

“Gut, dass ich dich immer erreichen kann! Bussi!”

Kopfschüttel…

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Superliebste

23. November 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen am Sonntagabend im Wohnzimmer. Während die Liebste an ihren Fingernägeln feilt, werfe ich einen Blick auf die kostenlose Zeitung “Sonntags-Tipp”.
Es muss bald wieder Weihnachten sein: die Menge an eingelegter Werbung ist erschlagend…

“Was machst du da, Schatz?”
“Ich schaue mir die Werbung an, Süße.”

“Seit wann das denn??”
“Naja, schau mal, wie viel das dieses Mal ist…”

“Ja, Wahnsinn… Es muss bald wieder Weihnachten sein.”
“Witzig! Das dachte ich auch gerade!”

“Warum guckst du mich so an??”
“Los Liebste, wir spielen ein Spiel.”

“Ich hab keine Zeit.”
“Och komm, dauert auch nicht lange!”

“Was denn…”
“Wir machen Werberaten.”

“Werberaten?? Was ist das denn, habe ich ja noch nie gehört?”
“Ich nenne dir jeweils ein Schnäppchen aus den Werbedingern hier.”

“Aha, und was mache ich?”
“Du versuchst zu erraten, von wem der Flyer ist.”

“Muss das sein?”
“Och komm, los…”

“Das finde ich aber blöde!”
“Ich muss ja auch immer deine ganzen Einfälle mitmachen!”

“Wie bitte??”
“Also komm, ich weiß ja auch noch nicht, was dabei raus kommt.”

“Na schön, also dann sag.”
“Ähm… Villa Nero Kaffeevollautomat, 50% billiger, 199 Euro.”

“Hm… RATIO Markt?”
“Richtig! Hey, super! Hätte ich nicht gedacht!”

“Schön, und weiter?”
“Moment… Hier: aufblasbarer Weihnachtsmann, kostet…”

“Rossmann Drogeriemarkt.”
“Ähm… Stimmt! Noch ein Glückstreffer!”

“Gähn…”
“Aber jetzt wird es schwieriger: Pinguin-Nachtlicht mit…”

“Netto Marken-Discount.”
“Sag mal, wie machst du das denn??”

“Was?”
“Du hast jetzt schon den dritten Treffer hintereinander??”

“Sag ich doch, dass das Spiel doof ist!”
“Den hier schaffst du nicht, warte: LED Stirnlampe für 3,99 Euro!”

“So eine, die man aufsetzen kann beim Rad fahren oder so?”
“Ja, genau so eine.”

“Euronics, oder?”
“Das gibt´s doch gar nicht!?”

“Tja.”
“Playmobil Mega-Bau Set?”

“Real.”
“Große Möbel- und Küchentauschaktion??”

“Möbel Klingeberg.”
“Fotokalender zum Selbermachen??”

“Famila.”
“-”

“Was ist? Wars das schon?”
“Mir fehlen die Worte…”

“Wieso? Ich hatte doch alle richtig, oder?”
“Ja, alle richtig, aber, also…”

“Man nennt mich auch Superliebste! Haha!”
“Superl…”

“…kann ich jetzt meine Fingernägel weiter machen?”
“Ja…”

“Du guckst mich ja schon wieder so komisch an??”
“Schatz, kannst du mir mal verraten, wie du das gemacht hast??”

“Verstehe ich jetzt nicht, was habe ich gemacht?”
“Wieso weiß du, was hier in diesen blöden Dingern steht??”

“Aber das hast du doch selber neulich verlangt!?”
“Was! Was habe ich verlangt!?”

“Dass ich mal öfter einen Blick in die Zeitung werfen soll!”

Kopfschüttel…

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Ausgeliebstet, wenn…

18. November 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich sind in meinem Auto unterwegs zu Bekannten, die wir schon seit langem mal wieder besuchen wollten.
Zirka eine Stunde Fahrt nach Hannover, also genug Zeit, ein paar Gespräche zu führen. Allerdings sind wir auch bald da…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Ich habe mir was überlegt.”
“Oha…”

“Warum sagst du denn jetzt OHA??”
“Naja, ähm, also wenn du schon sagst, dass…”

“Du weißt doch aber noch gar nicht, worum es geht??”
“Das stimmt wohl, aber…”

“Nichts aber, ich kann ja auch einfach gar nichts sagen!”
“Nein, nein, ich, also…”

“-”
“-”

“-”
“Liebste?”

“Nix Liebste!!”
“Aber…”

“Wenn das so weiter geht, dann hat es sich bald ausgeliebstet!”
“Ausgeliebstet??”

“Naja, du weißt schon.”
“Hä?? Was??”

“Jetzt stell dich doch nicht dumm!”
“Keine Ahnung, was??”

“Naja, ich meine, dann ist Schluss mit lustig!”
“Lustig??”

“Ende im Gelände!”
“Ähm…”

“Finito! Schicht im Schacht!”
“Das ist eine sehr bildhafte Sprechweise, Schatz.”

“Ausgeschatzt hat es sich dann!!”
“Ausgeschatzt??”

“Und Süße kannst du dir dann auch in die Haare und so!”
“Ach so, ich dachte schon, es hätte sich dann ausgesüßt.”

“Machst du dich über mich lustig??”
“Machst du dich über mich lustig??”
“Machst du dich über mich lustig??”

“Würde ich nie, mein Schnuppelhase…”

“Lass das und nenn mich nicht so! Es ist ernst!!”
“Was ist ernst??”

“Du bist böse zu mir!”
“Ich?? Ich höre dir doch bloß aufmerksam zu!?”

“Du mir??”
“Ja. Und ich stelle lediglich ein paar Rückfragen.”

“Es hat sich bald ausgefragt, mein Lieber!!”
“Und was dann??”

“Wie was und dann!”
“Naja, was passiert dann, wenn alles vorbei ist??”

“Mit uns?”
“Sprichst du denn nicht von uns??”

“Doch! Ich spreche natürlich von uns!”
“Sage ich doch!”

“Was genau jetzt??”
“Ich habe dich doch gefragt!”

“Hä??”
“Was gibt es denn da jetzt nicht zu verstehen??”

“Ich weiß überhaupt gar nicht mehr, wovon wir reden!”
“Ich auch nicht…”

“Echt nicht??”
“Ja, aber ich wusste es schon von Anfang an nicht…”

“Komisch, oder?”
“Was?”

“Da redet man miteinander und weiß gar nicht, worüber??”
“Du wolltest mir was erzählen…”

“Ach ja!”
“Schön, und was?”

“Ich habe mir was überlegt, das wollte ich sagen!”
“Oha…”

“OHA?? OHA?? O-H-A??”
“Oha.”

“Warum sagst du denn jetzt schon wieder OHA??”
“Och, also…”

“DU bist so doof!”
“Liebste, ich…”

“Wenn das so weiter geht, dann hat es sich bald ausgeliebstet!!”
“Ähm… Geht das jetzt wieder von vorne los alles??”

“Ja, aber mit einem Unterschied.”
“Aha, und der wäre??”

“Vergiss nicht, was du gerade sagen wolltest.”
“Ich??”

“Ja.”
“Ich wollte nichts sagen!? DU wolltest doch was sagen!?”

“Egal, merk dir einfach, wo wir stehengeblieben sind!”
“Warum??”

“Wir sind gleich da, lass uns nachher weiterreden.”

Kopfschüttel…

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Sag doch mal, hol ich dir!

16. November 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich kommen am Sonntagabend so gegen 20.45 Uhr nach Hause, nachdem wir einen Tag mit unseren Verwandten verbracht haben.
Irgendwie ist das eine blöde Uhrzeit; nicht gerade früh, aber auch nicht spät…
Was tun?

“Schatz, ich glaube, du möchtest noch fernsehen.”
“Was?? Süße, was ist denn mit dir los??”

“Wieso, was soll denn sein??”
“DU schlägst vor, dass ICH noch fernsehe??”

“Warum denn nicht?”
“Was ist los, hast du was angestellt??”

“Nein! Ich habe nichts angestellt! Warum??”
“Naja, ähm…”

“Ich dachte, du würdest das bestimmt gerne noch gucken.”
“Gucken?? Was denn?”

“Das Bourne Ultimatum. Auf RTL.”
“Oh! Und wann kommt der??”

“Läuft schon.”
“Läuft schon??”

“Läuft. Seit viertel nach acht.”
“Aber dann… Dann läuft der ja schon ne halbe Stunde??”

“Ja, na und?”
“Ähm…”

“Da ist doch bestimmt noch gar nichts passiert.”
“Schatz, gut ein Drittel des Filmes ist schon vorbei…”

“Wieso, ich meine, jeder weiß doch, was da passiert.”
“So?? Du kennst Jason Bourne??”

“Spielt der da mit?”
“Ähm, ja, der, ähm… Spielt da mit, ja…”

“Das war ja vorhersehbar.”
“Ja…”

“Also willst du den Film nun sehen oder nicht??”
“Nee; ich hasse es, erst nach einer halben Stunde einzuschalten.”

“Aber der soll super sein, der Film! Steht in der Zeitung!”
“Ja, ich weiß.”

“Also kennst du den schon oder was?”
“Klar.”

“Dann ist es doch erst recht OK, jetzt noch einzuschalten!”
“Nee, lass mal, danke.”

“Du guckst jetzt den Film und Basta!”
“Sag mal… Willst du mich irgendwie loswerden??”

“Nee, wieso?”
“Och, nur so ein Gedanke…”

“Du gehst schon mal aufs Sofa und ich hole Salzstangen.”
“Liebste! Da stimmt doch irgendwas nicht!?”

“Schatz, es ist alles in Ordnung!”
“Rück raus mit der Sprache!”

“Ich möchte dir nur einen Gefallen tun, sonst nichts!?”
“Aber…”

“Ich freue mich doch, wenn es dir gut geht!”
“Aha…”

“Ich bin so froh, dass ich dich habe und…”
“Ich freue mich auch, dass ich dich habe.”

“Ich hab dich soooo doll lieb!”
“Ich dich auch, Süße.”

“Gehst du jetzt aufs Sofa?”
“Ja.”

“Schön. Dann kannst du es dir gut gehen lassen.”
“Ja… Kommst du denn nicht mit??”

“Ich?? Nein. Mich interessiert der Film nicht so…”
“Na gut, aber was machst du denn dann jetzt??”

“Ich?”
“Du. Ja.”

“Ich ähm, ich wollte noch was alleine ausprobieren.”
“Aha, und was?”

“Naja, wie man Baumwolle bleicht und wieder weiß macht.”
“Wie man Baumwolle bleicht??”

“Ja. Das wollte ich immer schon mal ausprobieren…”
“Aber…”

“…mit Kaltentfärber, das ist keine leichte Sache!”
“Schön, aber wieso musst du denn…”

“…ist ja Baumwolle, denke ich, weil…”
“…Liebste! WAS zum Kuckuck willst du bleichen??”

“Ich WILL gar nichts!”
“Und was MUSST du bleichen, bitte?? Doch wohl nicht…”

“Schatz, du verpasst ja den ganzen Film!”
“Sag mal, sind meine Hemden nicht aus Baumw…”

“Salzstangen oder lieber Flips?? Sag doch mal, hol ich dir!”

Kopfschüttel…

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Unterbewusstsein

12. November 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste sitzt im Wohnzimmer auf dem Sofa und liest eine Zeitung, als ich am Abend von der Arbeit nach Hause komme.
Dabei hat sie das Heft genau vor der Nase; auch mein “Hallo” kann sie nicht dazu bewegen, das Heft zu senken…
Was das jetzt bloß wieder bedeutet…

“Hallo Schatz!”
“Hallo Süße…”

“Sag mal, weißt du eigentlich, wie man richtig flirtet?”
“Ähm…”

“Zum Beispiel, wie man ein gutes Gespräch führt?”
“Naja, also… Wieso, muss ich mit irgendjemandem flirten??”

“Ja, mit mir.”
“Mit dir??”

“Warum denn nicht??”
“Nun ja, warum nicht, stimmt irgendwie, wobei…”

“Du willst nicht mit mir flirten??”
“Schon, aber…”

“Was ABER!!”
“Es würde schon helfen, wenn du die Zeitung runter nimmst…”

“Ach so, na gut.”
“Sehr schön.”

“So, und jetzt müssen wir uns unterhalten.”
“Aha, und, ähm…”

“Du musst mich was fragen am besten, steht hier.”
“Ich muss was fragen??”

“Wer fragt, der führt, steht hier.”
“Na schön… Wie war dein Tag?”

“Das fragt man doch nicht, wenn man flirtet!!”
“Aha, gut, dann, ähm… Wo hast du denn diese schicke Bluse her?”

“Wieso fragst du mich das??”
“Naja, ich sollte doch, also…”

“Oder sollte das ein Kompliment sein??”
“Ähm, ja.”

“Ach so, ja, das steht hier auch. Komplimente sind Klassiker.”
“Und was steht da noch so?”

“Ehrlichkeit ist Trumpf.”
“Gilt das jetzt für Frauen oder auch für Männer?”

“Gibt es da einen Unterschied??”
“Nein, nein, ähm… Nein, nein…”

“Das Unterbewusstsein merkt, ob es der andere ernst meint.”
“Ich bin noch nie mit einem Unterbewusstsein ausgegangen…”

Blödmann!”
“Haha!”

“Jetzt flirte doch mal mit mir!”
“Liebste, wir kennen uns doch aber schon ewig!?”

“Na und??”
“Naja, ich meine, Flirten ist doch sowas wie Kennenlernen, oder??”

“Tu doch einfach mal so, als würden wir uns nicht kennen!”
“Na schön.”

“Und?”
“Was und??”

“Warum sagst du jetzt nichts??”
“Ich warte lieber, bis du mich ansprichst.”

“Du kannst mich doch wohl mal was fragen??”
“Du sagst doch immer, ich soll keine fremden Frauen anquatschen!”

“Ja, das stimmt auch, aber mich darfst du. Ausnahmsweise.”
“OK, dann jetzt, also:”

“Ich bin sehr gespannt…”
“Hallo Puppe, heute schon was vor?”

“Ähm…”
“Ich hab meine Handynummer vergessen, bekomme ich deine??”

“DAS nennst du flirten??”
“Wieso? Ich arbeite schließlich beim ADAC.”

“Beim ADAC?? Was soll das denn jetzt??”
“Ja. Ich bin Abschlepper, verstehste?”

“Boah, ist mir schlecht plötzlich…”
“Ja, aber trotzdem schöne Bluse!”

“Du bist so doof!”
“Danke. Aber im Bett bin ich viel besser.”

“Hör auf jetzt! Das ist kein Flirten!”
“Du wolltest doch unbedingt!”

“Aber nicht so!”
“Sondern wie??”

“Frag doch mal ganz lieb, ob ich dich kennenlernen möchte?”
“Das ist ja langweilig…”

“Frag schon!”
“Hey Schönheit, möchtest du mich vielleicht kennenlernen?”

“NEIN! Und jetzt schieß innen Wind, aber zackig!”
“Ähm…”

“…und: du darfst ab jetzt jederzeit andere Frauen ansprechen!”

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Feuer und Flamme

9. November 2009, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich sind an diesem November-Sonntag auch am frühen Nachmittag noch nicht so richtig wach; dennoch: eigentlich ist es ein ganz schöner Tag.
Trotzdem ist das Sofa für mich heute der ideale Platz, um den Rest des Tages zu verbringen.

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Ich dachte mir, wir machen einen Spaziergang.”
“Aha.”

“Draußen ist schönes Wetter.”
“Naja, geht so…”

“Wollen wir los?”
“Ich weiß nicht…”

“Du sitzt schon den ganzen Tag da rum!”
“Ja, und ich bin hier sehr zufrieden.”

“Hast du denn keine Lust, nach draußen zu gehen?”
“Naja, wenn ich es mir recht überlege, also…”

“Schön! Dann lass uns gehen!”
“Nein, nein, ich meinte das eigentlich anders, also…”

“Du gehst doch gerne mit mir spazieren, oder?”
“Ja, schon, aber…”

“Prima. Ich nehme mir einen Schal mit.”
“Och Schatz, muss denn das wirklich sein, ich meine…”

“Sag doch einfach, wenn du keine Lust hast!”
“Ich habe keine Lust.”

“Ach was, wenn wir erst mal unterwegs sind, kommt das schon!”
“Warum fragst du mich denn dann überhaupt??”

“Ich dachte, dass du was anderes antwortest.”
“Also nochmal: ich möchte hier heute einfach sitzen bleiben.”

“Kannst du ja auch.”
“Danke.”

“Wir sind ja in einer Stunde wieder da.”
“Liebste, kannst du nicht eine deiner Freundinnen, ich meine…”

“Soll das heißen, du willst nicht mit MIR spazieren gehen??”
“Nein, das soll nur heißen, dass du HEUTE jemand anderes…”

“Das finde ich ja jetzt total doof!”
“Ich wollte ja bloß einen Vorschlag machen!?”

“Als wir uns kennengelernt haben, war das nicht so!”
“Was!”

“Da hast du nicht einfach nur auf dem Sofa rumgesessen!”
“Wie bitte??”

“Wenn ich spazieren gehen wollte, warst du Feuer und Flamme!”
“Schatz, es geht doch NUR um heute, eine Ausnahme sozusagen!”

“Mir geht es ja auch nur um heute!”
“Man kann doch mal unterschiedlicher Meinung sein, oder??”

“Was hat denn das jetzt mit Meinungen zu tun??”
“Naja, ich meine, so Lust, Laune, Motivation und so!”

“Willst du damit sagen, dass ich dich demotiviere??”
“Nein, ich will heute einfach auf dem Sofa rumlümmeln, sonst nichts!”

Blödmann!”
“Nervensäge!”

“Spielverderber!”
“Geh doch spazieren, wer hindert dich denn!?”

“Du!”
“Ich?? Da! Da ist die Tür, geh!”

“Aber du willst ja nicht, dass wir spazieren gehen!”
“Richtig! Das sagte ich bereits mehrfach!”

“Gut, dann bleib eben da sitzen.”
“DANKE!!”

“Mir ist aber langweilig…”
“Himmel, Schatz, du machst mich echt wahnsinnig…”

“OK, schön. Dann rufe ich jetzt Tine und Birgit an.”
“Genau. Braves Mädchen.”

“Bei Susi habe ich mich auch schon lange nicht mehr gemeldet…”
“Ruf sie alle an, sehr gute Idee.”

“Meinst du das ernst??”
“Ja, warum denn nicht?”

“Ich hätte gedacht, dass dir das nicht passt…”
“Nee, nee, ich halte das für eine sehr gute Idee.”

“Prima.”
“Gut.”

“Haben wir denn genug zu trinken?”
“Was? Wofür??”

“Na, wenn ich die alle zu uns einlade jetzt?”
“Was?? HIER HIN?? Du willst die ganzen Weiber alle HIER HIN…”

“Du hast doch gesagt, dass sei eine gute Idee!”
“Moment mal, ich dachte dass du mit denen spazieren gehen willst??”

“Nee, wieso?”
“Weil, weil…”

“Gib mal das Telefon bitte…”
“Aber Schatz, warte, Moment…”

“Gut, dass du nicht spazieren gehen wolltest! Danke!”

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Update-Server

4. November 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich entspannen an der Bremer Schlachte im Anschluss an einen 3-stündigen Einkaufsbummel durch die Bremer Innenstadt.
Was gibt es Schöneres, als an einem freien Tag mitten in der Woche in die Stadt zu fahren…
Nun ja, immerhin sind wir fast durch, zumindest betont die Liebste, sie habe jetzt alles.

“Schatz, wie spät ist es eigentlich?”
“Schau selbst, Süße:”

[Ich halte der Liebsten meine Armbanduhr vor die Nase, damit sie selbst nachschauen kann.]

“Ach, das ist ja toll!”
“Was bitte ist jetzt toll?”

“Es ist ja noch nicht einmal vier Uhr!”
“Ähm… Wie bitte??”

“Wieso?”
“Schatz es ist zwanzig nach vier!?”

“Ach was, es ist gerade mal so um vier Uhr.”
“Es ist 16.21 Uhr, um genau zu sein, also fast halb fünf!”

“Dass du immer alles so pessimistisch sehen musst!”
“Hallo?? Ich sage doch nur, was auf der Uhr steht??”

“Für mein Gefühl ist es erst so um vier, die paar Minuten da, pff!”
“Du bestimmst also anhand deiner Gefühle die Uhrzeit??”

“Klar, warum denn nicht?”
“Wenn mich jemand fragt, wie spät es ist, dann doch wohl, um…”

“Jetzt stell dich doch nicht so an, ist doch egal, wie spät es ist!”
“Das finde ich nicht, du hast mich schließlich gefragt.”

“Ich wusste gleich, dass es so um vier Uhr herum sein muss.”
“Es ist aber kurz vor halb fünf!?”

“Nein, es ist etwas nach vier.”
“Liebste, manchmal glaube ich, dass du ein Alien vom Mond bist…”

“Quatsch!”
“Doch. Das würde auch zu deinen Mondzeiten passen…”

“Also wenn, dann komme ich vom Mars.”
“Von mir aus auch das…”

“Oder von der Venus.”
“Wie auch immer…”

“Venus ist besser, ich komme von der Venus.”
“Schön. Also bist du eine Außerirdische, ja?”

“Wenn dir das Spaß macht, dann bin ich eine Außerirdische, ja.”
“Und dort haben die grünen Männchen DICH zusammengebaut??”

“Ist doch gut geworden, oder??”
“Jaja, doch… Die Hülle ist ganz gut, aber…”

“Was soll das denn jetzt heißen??”
“Das Betriebssystem funktioniert noch nicht so richtig…”

“Betriebssystem??”
“Ja… Du bräuchtest mal ein Service Pack, Update oder Fix oder so.”

“Warum??”
“…um einige grundlegende Funktionen zu verbessern.”

“Zum Beispiel??”
“Zum Beispiel, um die Uhrzeit von einer Uhr ablesen zu können!”

“Bei uns auf der Venus gibt es wöchentliche Updates.”
“Ach, tatsächlich??”

“Ja. Jede Woche neue Funktionen und alles!”
“Komisch! Die scheinen aber bei dir gar nicht anzukommen!”

“Kein Wunder. Kann ja auch nicht.”
“So?? Und warum das??”

“Weil ich hier auf der Erde keine Verbindung zum Server habe.”
“Mist…”

“Aber dafür haben die auf der Venus eine Lösung gefunden.”
“Ja? Welche denn??”

“Die haben hier einen Laden für manuelle Updates eingerichtet.”
“Und wo ist der??”

“Bei H&M. Los, lass uns da hingehen, ich brauche Updates!”

Kopfschüttel…

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Zickzack

1. November 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich haben in der Wohnung überall Laminat, Parkett und Fliesen; nur unter dem Wohnzimmertisch liegt ein dunkelbrauner Teppich: das sei viel schöner für die Füße, sagt die Liebste.
Nachdem ich nun die ganze Wohnung gesaugt habe, plane ich, mich schön aufs Sofa zu setzen…

“Schatz, hast du eben gerade Staub gesaugt?”
“Ja, habe ich, Süße.”

“Im Wohnzimmer auch?”
“Ja.”

“Aha. Schön! Sehr gut!”
“Danke, Staub saugen ist auch eine schwierige Angelegenheit…”

“Hast du den Staubsauger schon wieder zurück gestellt?”
“Nein, er steht noch im Flur.”

“Ah, sehr gut.”
“Gut?? Liebste, was ist los mit dir??”

“Wieso? Was soll mit mir sein?”
“Kein: `räum den weg!´ oder `da steht er aber im Weg rum!´??”

“Nö, ich brauche ihn ja noch.”
“Jetzt?? Wofür??”

“Ich muss den Teppich im Wohnzimmer noch machen.”
“Habe ich schon. Oder glaubst du, den lasse ich aus??”

“Ich weiß, dass du den auch gemacht hast.”
“Und was soll das dann jetzt?”

“Du hast das Muster vergessen.”
“Wie bitte??”

“Das Muster, das auf dem Teppich entsteht.”
“Du meinst dieses Zickzack-Muster von der Düse??”

“Ja.”
“Und DESWEGEN willst du jetzt noch einmal, ich meine…”

“Wenn das Muster da nicht richtig ist, fühle ich mich nicht wohl!”
“Was??”

“Wenn da das Muster ist, dann weiß ich: alles ist sauber.”
“Es IST alles sauber!”

“Aber das Muster ist nicht richtig.”
“Na und??”

“Ich möchte da aber das Muster haben!”
“Das muss ich jetzt nicht wirklich verstehen, oder?”

“Nein.”
“Gott sei Dank…”

“Ich mache das eben schnell…”

[Meine Liebste schnellt an mir vorbei und holt den Staubsauger erneut ins Wohnzimmer.
Mittlerweile wundert es mich nicht mehr, dass die Liebste einen SAUBEREN Teppich erneut reinigt; als Mann lernt man ja mit den Jahren, dass Frauen da ihre ganz eigenen Maßstäbe haben...
Aber wenn ich mir jetzt so anschaue, mit wie viel Begeisterung und Sorgfalt die Liebste mit dem Staubsauber ein Zickzack-Muster in den Teppich macht, frage ich mich schon, ob sich ein Mann wirklich an alles im Leben gewöhnen (lassen) muss...]

“So, fertig.”
“Ja…”

“Sieht das jetzt nicht frisch und gut aus??”
“Tja, also, ähm…”

“Dass du für sowas aber auch nicht ein Fünkchen Gespür hast!”
“Doch, sehr schön, nur wenn man, ich meine…”

“Was meinst du?”
“…wenn man jetzt zweimal rüber gelaufen ist, ist es ja wieder weg!?”

“Da hast du ausnahmsweise mal absolut Recht.”
“Aha, und, ähm…”

“…und deswegen läufst du da jetzt erst mal nicht mehr rüber!”

Kopfschüttel…

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