Meine Liebste und ich liegen am Sonntagabend im Bett und bereiten uns auf die baldige Nachtruhe vor.
Während ich mich noch eben schnell mit meinem Wecker beschäftige, liegt die Liebste neben mir und schaut mir aufmerksam zu.

„Schatz, stehst du morgen auf, wie immer?“
„Ja, Süße.“

„Warum musst du denn dann den Wecker neu stellen??“
„Ich stelle ihn nicht, ich kontrolliere ihn nur.“

„Bist du denn Freitag zu einer anderen Zeit aufgestanden?“
„Nein, wieso?“

„Wieso kontrollierst du dann den Wecker??“
„Wieso denn nicht??“

„Naja, ich meine, wer soll ihn denn verstellt haben??“
„Ähm…“

„Wenn, dann kannst du das ja nur selber gewesen sein.“
„Ich habe den Wecker nicht verstellt.“

„Sage ich ja, das finde ich nicht nett!“
„Hä? Was?? Was findest du denn jetzt nicht nett??“

„Dass du prüfst, ob einer an deinem Wecker rumgefummelt hat!“
„Aber…“

„…denn das könnte dann ja nur ich gewesen sein!“
„Du??“

„Wer denn sonst! Du glaubst, ich hätte deinen Wecker verstellt!“
„Quatsch!“

„Du kontrollierst mich!“
„Wie bitte?? Nur, weil ich meinen Wecker prüfe??“

„Wenn du dir sicher wärst, bräuchtest du das ja nicht!“
„Liebste, ich schaue doch einfach nur nach, ob…“

„Ich habe deinen Wecker nicht verstellt!“
„Das glaube ich dir ja auch!“

„Jetzt! Jetzt vielleicht, eben aber nicht!“
„Hör mal, ich vertraue dir voll und ganz, es ist anders!“

„So?? Wie ist es denn??“
„Ich vertraue mir selbst nicht, DESWEGEN schaue ich nach!“

„Du vertraust dir selber nicht?? Wer soll das denn glauben??“
„Manchmal vergesse ich Sachen oder bin schusselig oder…“

„Das stimmt allerdings.“
„Schön! Bist du jetzt endlich zufrieden, ja??“

„Nein.“
„Nein?? Warum denn nicht??“

„Weil du mich total verunsichert hast, du Blödmann!“
„Schatz, weder kontrolliere ich dich, noch misstraue ich dir!“

„Jaja, das weiß ich.“
„Aha. Und was ist es dann??“

„Ich muss meinen Wecker jetzt auch kontrollieren…“

Kopfschüttel…