Meine Liebste und ich landen am Samstagmittag nach einem Einkaufsbummel in Bremen in dem kleinen Bistro und Café “September” in der Innenstadt.
Wir sind ein bisschen hungrig und wollen eine Kleinigkeit essen.
Nachdem die Liebste gefühlte 2 Stunden die Speisekarte sowie das Mittagstisch-Angebot studiert hat, können wir nun endlich bestellen.
“Schatz, Ich glaube, ich habe jetzt was gefunden.”
“Das wurde ja wohl auch mal Zeit, Süße!”
“Jajaja… Gnocchi in Gorgonzolasauce mit Spinat nehme ich.”
“Gut, alles klar. Dann kann ich ja endlich bestellen.”
[Die junge Kellnerin kommt kurze Zeit später erneut an unseren Tisch; sie ist schon dreimal da gewesen, um unsere Bestellung aufzunehmen, musste dann aber wieder gehen, weil sich die Liebste noch nicht für ein Gericht entscheiden konnte.
Die Kellnerin ist mir sehr sympathisch: immerhin hat sie mir einen beiläufigen mitleidsvollen Blick zugeworfen, als sie uns vor langer Zeit die Getränke gebracht hat. DIE Frau versteht mich, und das ganz wortlos!
Dummerweise hat auch die Liebste diesen Blick mitbekommen...]
“Die ist nett, die Kellnerin, oder?”
“Joah, schon…”
“Etwas ZU nett, würde ich sagen.”
“Zu nett? Wie kann man denn zu nett sein??”
“Zu dir zumindest!”
“Wieso, was ist denn??”
“Die hat dich doch voll angemacht, habe ich doch gesehen!”
“Quatsch! Die ist einfach nur nett.”
“Was du so unter nett verstehst…”
“So? Was verstehe ich denn unter nett, bitte??”
“Wenn du sagst, eine Frau sei nett, dann heißt das bei dir…”
“Ja? Was??”
“Nee, das sage ich nicht. Aber du weißt es ja.”
“Ich weiß gar nichts, was denn??”
“Jetzt tu doch nicht so!”
“Schatz, ich weiß wirklich nicht, was du meinst!?”
“Das ist eure komische Männersprache.”
“Wie bitte??”
“Ihr habt immer Geheimwörter für irgendwas.”
“Ich??”
“Ja.”
“Das gilt ja wohl eher für dich, nicht für mich!”
“ICH sage immer genau das, was ich auch denke.”
“Pah! Du bist doch die Königin aller Wortverdreher!”
“Bin ich nicht!”
“Bist du aber so was von!”
“Hast du mich schon mal sagen hören, der ist NETT??”
“Schon hundertmal!”
“Dann stimmt es ja dann auch.”
“Hä??”
“Wenn ich das gesagt habe, dann meinte ich auch nett.”
“Ach, und wenn ich das sage, dann heißt das was anderes??”
“Natürlich.”
“Und verrätst du mir jetzt noch, WAS das heißen soll??”
“Nett heißt bei dir soviel wie das Gegenteil von Sumpfhuhn.”
“Sumpfhuhn??”
“Sumpfhuhn ist eben nicht nett.”
“Schön, und was wäre nett??”
“Hab ich doch gerade erklärt!”
“Du hast überhaupt gar nichts erklärt!?”
“Weil du mir nicht richtig zuhörst!”
“Und ob! Ganz genau habe ich dir zugehört!”
“Du weißt genau, was ich meine, und stellst dich nur dumm!”
“DAS war jetzt aber wirklich nicht nett!”
“Nicht nett??”
“Nicht nett.”
“Du nennst MICH ein Sumpfhuhn??”
“Wer hat denn was von Sumpfhuhn gesagt??”
“Du gerade!”
“Ich sagte, das sei nicht nett gewesen!?”
“Eben! Und du weißt ja, was das bedeutet!”
“Ja, ich weiß was es bedeutet, aber nicht, was du daraus machst!”
“Ich kann eben auch zwischen den Zeilen lesen, ganz einfach.”
“Aha. Also damit ich das jetzt richtig verstehe:”
“Ja?”
“Wenn ich sage nett, dann denkst du, ich meine attraktiv, scharf…”
“Das trifft es zwar nicht richtig, aber so in der Richtung.”
“Und das nur, weil ich die Kellnerin nett genannt habe?”
“NUR ist gut!”
“Naja, weil ich eben gesagt habe, sie sei nett?”
“NETT gesagt und das Gegenteil von Sumpfhuhn gemeint.”
“Mach es jetzt nicht wieder so kompliziert, ja!?”
“Worauf willst du denn hinaus?”
“Also nur noch einmal für mich: nett heißt attraktiv?”
“Von mir aus…”
“Schön. Schatz, du bist echt die netteste Person, die ich kenne.”
“Du findest mich nett??”
“Sehr nett.”
“SEHR NETT??”
“Ja.”
“Nur nett??”
“Ähm…”
“Blödmann!”
Kopfschüttel…


Meine Liebste und ich sitzen am Abend gemeinsam in der Küche am Tisch und erzählen uns gegenseitig die News des Tages.
Meine Liebste und ich besuchen am Sonntagnachmittag den Brokser Heiratsmarkt, ein Kirmes-artiges Volksfest in Bruchhausen-Vilsen.
Meine Liebste und ich sind heute Abend bei Freunden zum Uno spielen eingeladen; ein Mau-Mau für Erwachsene. Das ist immer sehr lustig und schon seit Tagen freuen wir uns da drauf.
Meine Liebste und ich haben mitten in der Woche gemeinsam einen Tag Urlaub. Kurzentschlossen fahren wir nach Hamburg, um dort einen abwechslungsreichen Tag zu genießen.
Meine Liebste und ich sitzen am Dienstagabend nach einem anstrengenden Arbeitstag im Wohnzimmer auf unserem Sofa und beschließen, heute einfach gar nichts mehr zu tun.
Meine Liebste und ich liegen am späten Sonntagabend bereits seit mehr als einer halben Stunde im Bett. Zuvor hatten wir beide festgestellt, todmüde zu sein.
Meine Liebste sitzt am Abend auf unserem Sofa im Wohnzimmer, als ich nach Hause komme. Sie liest eine ihrer Klatsch-Zeitungen, hat dabei die Füße hoch gelegt und ein Glas Apfelschorle steht vor ihr griffbereit auf dem Tisch.
Meine Liebste und ich sind am Samstagabend bei Freunden auf eine große Geburtstags-Grillparty eingeladen.
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