Tennisshop

Steinhart

29. Juni 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich gehen ein wenig am Osterdeich spazieren und schauen uns die vielen Leute an, die heute unterwegs sind. Wir haben kein besonderes Ziel, sondern schlendern einfach nur ein bisschen durch die Gegend.

“Aua!!”
“Huch! Was ist passiert, Süße??”

“Ich bin auf einen Stein getreten!”
“Auf welchen Stein??”

“Wieso ist das denn jetzt wichtig, welcher Stein?!”
“Naja, also, das war nur mein erster Gedanke und…”

“Vielleicht fragst du mich mal, ob ich mir weh getan habe!?”
“Hast du dir weh getan??”

“Nein.”

Kopfschüttel…

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Ich sehe es ja ein

25. Juni 2009, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich wollen am Abend noch zusammen ein Bier trinken gehen, das Wetter ist toll und das muss man einfach ausnutzen.
Eigentlich sind wir startklar, aber wer die Liebste schon kennt, der weiß:
SO einfach ist das nicht!

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Wir können jetzt los.”
“Sehr gut, sehr gut!”

“Ach so, sag mal, hast du Geld dabei?”
“Ja.”

“Gut, dann brauche ich ja keins mitnehmen, oder?”
“Nein. Ich lade dich ein.”

“Das ist gut. Wird aber auch mal wieder Zeit.”
“Was jetzt! Was wird MAL WIEDER Zeit!?”

“Dass du deine Liebste mal zu was einlädst.”
“Wie bitte??”

“Ist schon lange her!”
“Du spinnst ja wohl!”

“Wieso, stimmt doch!!”
“Und was war gestern, bitte??”

“Was war denn gestern??”
“Waren wir da vielleicht im Kino und wer hat bezahlt??”

“Oh…”
“Ja, OH! Aber erst mal rumstänkern, na toll!”

“Aber ich…”
“Eigentlich müsste ich mich jetzt aufregen und dir…”

“Ok, ok, ok, alles klar, ich sehe es ja ein. Tschuldigung…”
“Hm…”

“Ich bezahle auch heute, ja?”
“Dass du aber auch immer erst…”

“Es tut mir leid, sei nicht böse, ja?”
“Na schön…”

“Da gibt es nur noch ein klitzekleines Problem…”
“Und das wäre?”

“Ich habe gar kein Geld mehr, nur noch 2 Euro oder so…”
“War ja klar…”

“Dann müssen wir also erst noch zum Geldautomaten.”
“Och nee! Dann müssten wir ja mit dem Auto noch los!”

“Hm…”
“Hm…”

“Kannst du mir nicht Geld leihen?”
“Ich kann, aber…”

“Leihst du mir bitte 50 Euro?”
“Na schön, ja klar. Obwohl das ja eigentlich…”

“Du kriegst die auch bestimmt ganz schnell wieder zurück!”
“Jaja, ist ja gut…”

“Ach, da ist noch was…”
“Ich ahnte so etwas irgendwie schon…”

“Ich habe doch einen Rock an!”
“Und??”

“Und da habe ich keine Taschen und nichts!”
“Und deine Handtasche?”

“Wollte ich eigentlich nicht mitnehmen heute.”
“Aha.”

“Kannst du die 50 Euro dann für mich einstecken?”
“Soll ich dir vielleicht auch noch das Bezahlen abnehmen??”

“Das wäre nett, ja, warum nicht?”
“Warum frage ich bloß…”

“Ach, weißt du was, irgendwie ist das ja viel zu kompliziert alles.”
“Da stimme ich dir ausnahmsweise mal zu…”

“Wir machen das noch ganz anders:”
“Irgendwie verspüre ich schon wieder Angstschweiß auf der Stirn…”

“Quatsch, also pass auf:”
“Ich höre…”

“Du bezahlst einfach heute. Fertig. OK?”
“Aha. So hatten wir ja auch angefangen, glaube ich…”

“Ja, aber da ist jetzt ein wichtiger Unterschied.”
“Und was ist der wichtige Unterschied?”

“Ich weiß jetzt, dass ich ja eigentlich dran gewesen wäre.”
“Schön, und was bedeutet das für mich, bitte??”

“Es ist toll, dass du das jetzt für mich übernimmst. Danke!”
“Aha. Und das nächste Mal bezahlst dann wieder du?”

“Nee, wieso?”
“Naja, ich meine, weil doch…”

“Das nächste Mal bist du ja wieder dran!”

Kopfschüttel…

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Auf die Größe kommt es an

22. Juni 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich haben am Abend noch ein wenig Hunger; also raffe ich mich mal auf und koche eine simple, aber leckere Reispfanne mit asiatischem Gemüse, scharfer Soße und Pute.
OK, obwohl es nur eine Kleinigkeit werden sollte, ist die Pfanne nun doch recht voll geworden…

“Schatz, was soll denn das??”
“Was denn, Süße?”

“Du hast ja für eine ganze Kompanie gekocht!”
“Das ging irgendwie nicht anders, ich weiß auch nicht, also…”

“Wir wollten doch Diät machen!”
“Ach ja?? Wollten wir??”

“Ja.”
“Wofür willst du Bohnenstange denn eine Diät machen??”

“Ich dachte dabei weniger an mich.”
“Ähm…”

“Außerdem bin ich keine Bohnenstange!”
“Das heißt also, dass eher ich…”

“Genau, an dich habe ich dabei eigentlich gedacht.”
“Aber…”

“Ich würde dann eben aus Solidarität mitmachen.”
“Aha, das ist aber sehr nett…”

“Ja. So bin ich, kannste mal sehen!”
“Aber das ist doch ein relativ fettarmes Gericht, so eine Reispfanne?”

“Ja, das stimmt.”
“Nur ein bisschen viel vielleicht…”

“Es geht ja eigentlich nicht um die Menge.”
“Nicht?”

“Nein. Und um den Fettgehalt auch nicht.”
“Aha… Sondern??”

“Es geht um die Größe.”
“Die Größe?? Schatz, ich habe die Reiskörner nicht selber gemacht!”

“Ich meine doch nicht den Reis!”
“Was denn??”

“Ich meine die Teller.”
“Die Teller?? Was ist denn damit??”

“Die sind zu groß.”
“Aber die benutzen wir doch immer??”

“Ja, aber die sind eben zu groß.”
“Zu groß wofür??”

“Für deine Diät.”
“Also eben war es noch UNSERE Diät!?”

“Unsere, von mir aus. Aber eben doch mehr deine.”
“Und WER nölt immer rum, dass er nirgendwo mehr rein passt??”

“Ich ja wohl nicht!”
“NEEEEIIINN, DU natürlich nicht!!”

“Tue ich auch nicht.”
“Dann muss ich das wohl geträumt haben die letzten Jahre!”

“Das kommt nur, weil du mir nie richtig zuhörst.”
“Also schön, dann höre ich jetzt noch einmal ganz genau zu.”

“Bei was??”
“WARUM sind jetzt die Teller plötzlich nicht geeignet??”

“Die sind zu groß.”
“Das sagtest du bereits.”

“Und was gibt´s da jetzt nicht zu verstehen??”
“Ich wollte eigentlich nicht den Teller essen, sondern was drauf ist!”

“Aber große Teller macht man sich immer viel voller, als kleine.”
“Aha.”

“Und deshalb nimmt man kleine Teller, wenn man Diät macht.”
“Hier muss aber niemand eine Diät machen!”

“Doch, du!”
“Ich gar nicht!”

“Zumindest mehr, als ich.”
“In Gottes Namen, von mir aus. Darf ich jetzt essen??”

“Von dem Teller da??”
“Von diesem Teller, ja.”

“Du nimmst deine Diät ja gar nicht ernst.”
“Ich weiß ja auch erst seit 5 Minuten davon!!”

“Soll ich dir einen kleinen Teller holen?”
“Nein.”

“Aber das hilft!”
“Ich tue einfach weniger auf DIESEN Teller, ist das in Ordnung?”

“Das ist aber nicht konsequent.”
“Schön, damit werde ich heute leben können. Und du?”

“Was und ich?”
“Kannst auch DU damit leben, dass ich von DIESEM Teller esse??”

“Ja.”
“Na Gott sei Dank.”

“Aber ich hole mir einen kleinen Teller. Als Vorbild sozusagen.”
“Schön. Ich bin begeistert.”

“Und einen großen Löffel bringe ich dann auch noch mit.”
“Löffel?? Da ist doch einer drin??”

“Das kleine Ding?? Da kriegt man ja nichts mit auf den Teller!”

Kopfschüttel…

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Nächsten Freitag

18. Juni 2009, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich liegen am Abend endlich nebeneinander in unserem kuscheligen Bett und freuen uns, dass der stressige Tag ein Ende gefunden hat. Ab und zu sprechen wir dann noch kurz über die bevorstehenden Ereignisse der nächsten Tage, wenn es Neuigkeiten gibt.

“Ach Schatz, was ich dir noch sagen wollte…”
“Was denn, Süße?”

“Nächsten Freitag bin ich abends nicht da.”
“So? Was ist denn da?”

“Da ist unser Frauengrillen mit den Mädels.”
“Frauengrillen?? Welche Frauen werden denn da gegrillt??”

[Die Liebste holt mit ihrer rechten Hand gehörig aus und knallt sie mir klatschend auf meinen linken Oberarm!]

[PATSCH!]
“Aua! Das tat weh!”

“Das hast du auch verdient!”
“Wieso denn??”

“Weil du dich wieder über unsere Frauenrunde lustig machst!”
“Mache ich ja gar nicht!”

“Doch! Da werden keine FRAUEN gegrillt!”
“Was denn sonst?”

“Würstchen, Steaks, Brot…”
“Naja, die meisten werden wohl fettfreie Tofuwurst gr…”

[PATSCH!]
“Aua!! Mann! Hör auf, mich zu hauen!”

“Dann hör du auf, Blödsinn zu reden!”
“Ich darf ja wohl mal nachfragen??”

“Nachfragen ja, dich lustig machen nicht!”
“Aha, und wo findet diese Veranstaltung statt?”

“Bei Nina.”
“Nina?? Die hat doch gar keinen Garten??”

“Nee, aber ein Schrebergartenhaus, und da gehen wir hin.”
“Ach, das kenne ich, das Haus!”

“Echt?? Woher??”
“Es ist das einzige in Pink.”

[PATSCH!]
“AUA!! Ich haue dich doch auch nicht!?”

“Ich mache ja auch keinen Unsinn.”
“Du machst DAUERND Unsinn!”

“Aber jetzt nicht.”
“Ich dürfte dich gefühlte 1.000-mal hauen!”

“Tust du aber nicht.”
“So? Und warum nicht??”

“Weil du mich lieb hast.”
“Das ist leider richtig…”

[PATSCH!]
“AUA!! Wofür war das denn jetzt??”

“Für nichts, wieso?”
“Und warum haust du mich dann??”

“Ich höre das Geräusch so gern!”

Kopfschüttel…

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Bauchgefühl

15. Juni 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich nutzen den Samstag, um in der Stadt ein paar Einkäufe zu erledigen.
Wie zu erwarten war, kommen wir natürlich auch um die aktuelle weibliche Sommermode nicht herum; aber ich bin zuversichtlich, den Tag ohne Blessuren zu überstehen…

“Wie findest du das hier, Schatz?”
“Was, Süße?”

“Dieses Two-in-One-Shirt hier.”
“Das was??”

“Two-in-One.”
“Passen da zwei Frauen rein, oder was??”

“Nee, das nennt man so, weil da noch ein zweites Shirt drin ist.”
“Aha… Und was soll das??”

“Das ist praktisch.”
“Aha… Ähm, naja, vielleicht eher nicht so…”

“Und warum nicht?? Das ist total modern jetzt!”
“Naja, wenn es dir gefällt…”

“Aber dir doch nicht!?”
“Also, du hast gefragt, ich habe geantwortet!”

“Was gefällt dir denn daran nicht??”
“Das Muster mag ich jetzt nicht so wirklich…”

“Ich finde das auch sehr gewöhnungsbedürftig.”
“Ja? Tatsächlich?? OK, dann lass uns weitergehen.”

“Nee, halt!”
“Was denn??”

“Gerade WEIL es mir nicht gefällt, sollte ich das nehmen.”
“Ähm… Wie jetzt??”

“Nicole hat gesagt, ich soll mal ein bisschen mutiger sein.”
“Das hat Nicole gesagt??”

“Ja.”
“Und was soll das??”

“Sie meinte, dass man sich an neue Mode erst gewöhnen muss.”
“Das mag sein, aber an Nicole werde ICH mich nie gewöhnen…”

“Ich finde, dass sie da durchaus recht hat.”
“Dass man was kaufen soll, was einem gar nicht gefällt??”

“Dass man sich an Neues erst gewöhnen muss, meine ich.”
“Aha, und deshalb willst du jetzt dieses Shirt kaufen??”

“Ja.”
“Obwohl es dir gar nicht gefällt??”

“Es gefällt mir ja, aber eben nicht so richtig.”
“Nicht so richtig??”

“Ist eher so ein Bauchgefühl, so hmm, so hmmmm eben.”
“Hmmm???”

“Also eigentlich finde ich es nett, aber hmmm.”
“Hm.”

“Hmmmm.”
“Hm.”

“Soll ich das einfach mal nehmen?”
“Nein.”

“Gut, ich probiere es einfach mal.”
“Trotz hmmm??”

“Hmm….”
“Na schön, dann nimm es eben.”

“Und wenn ich das dann doch nicht anziehe?”
“Dann hast du eben 40 Euro verbrannt.”

“Das kostet 40 Euro??”
“Wusstest du das nicht?”

“Nee! Ich gebe doch nicht 40 Euro für so einen Scheiß aus!”
“Also eben war es aber noch hmmm….”

“Eben ja, aber jetzt ist es tsss!”
“Was heißt denn jetzt wieder tsss??”

“Tsss ist pff, also eher das Gegenteil von hmm.”
“Was??”

“Wenn ich tsss sage, dann heißt das: nee, also nee!”
“Und was heißt dann pff??”

“Pff heißt: die können mich mal.”
“Und warum sagst du dann tsss??”

“Das gehört eigentlich zusammen.”
“Aber sonst geht es dir noch ganz gut, ja??”

“Wieso?”
“Was soll denn das, dieses hmm, pff, tsss, laberafasel??”

“Ich sagte doch, dass ich so ein komisches Bauchgefühl hab!”
“Pff, tsss, hmmm, das ist dann also dein Bauch, der da spricht??”

“Ja.”
“So einen Schwachsinn können sich auch nur Frauen einfallen lassen!”

“Tsss! Pfff!”

Kopfschüttel…

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Fortsetzung: Alle!

11. Juni 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Während die Liebste unter der Dusche steht, kein Haar-Shampoo mehr hat und meins als Alternative energisch aus mir bislang unbekannten Gründen abgelehnt hat, muss ja nun aber trotzdem irgendeine Lösung gefunden werden. Die Haare sind nass und ganz ohne Shampoo kann es ja nun nicht weitergehen!

“Dein Shampoo nehme ich nicht!”
“Schatz! Mein Shampoo wird wohl ausnahmsweise Mal gehen!”

“Nein!”
“Ist doch deine Schuld, wenn du jetzt keins mehr hast!”

“Ich habe ja noch welches.”
“Wie bitte??”

“Da in meinem Korb, da sind noch welche.”
“Und warum nimmst du dann keins davon??”

“Weil die jetzt alle nicht passen.”
“Was?? Was passt denn da nicht??”

“Das eine ist Anti-Schädigung und das andere mit Spülung.”
“Aha.”

“Und das da hinten ist mit Silikon drinne.”
“Es gibt Shampoo mit Silikon??”

“Natürlich!”
“Was wäscht man denn damit, also ich meine…”

“Du bist so doof!”
“Was denn!?”

“Das ist für die Haare!”
“Ach so, also kann man damit nicht die Dusche verfugen??”

“Männer!”
“Pff!”

“Ihr habt doch wirklich von sowas überhaupt keine Ahnung!”
“Das ist ja auch Blödsinn, da steigt ja keiner durch!”

“Du nicht, das stimmt!”
“Und warum darf es jetzt nicht dieses Silikon-Zeugs sein?”

“Weil das nicht gut ist für die Haare.”
“Und warum steht es dann hier rum??”

“Ich wollte es nicht wegwerfen, das war schließlich sauteuer!”
“Ja, aber…”

“Ach! Gib mir doch bitte mal das in der grünen Flasche da, ja?”
“Bitte sehr…”

[Meine Liebste öffnet die grüne Shampooflasche (Markenprodukt), drückt einmal auf den Bauch der Flasche und macht den Verschluss sofort wieder zu...]

“Das geht leider nicht…”
“Ähm… Und warum nicht?? Ist da vielleicht auch Gummi drin??”

“Nee, das ist ein super Shampoo ohne Zusatzstoffe und so.”
“Aha. Und, ähm…”

“Aber das kann ich nicht nehmen.”
“Ich sollte ja besser nicht fragen, aber… WARUM NICHT??”

“Das passt jetzt vom Duft her nicht.”
“Aber…”

“Das beißt sich mit meiner Spülung! Hier, riech mal!”
“Riecht halt nach Shampoo…Äh, Spülung; oder was weiß ich…”

“Du bist so doof!! Das ist Zitrone, das andere Vanille!”
“Wieso? Passt doch!?”

“Passt NICHT! Und wenn ich die Spülung einfach weg lasse??”
“Um Himmels Willen, bloß das nicht!!”

“Warum nicht??”
“Keine Ahnung, ich dachte, das käme dir vielleicht entgegen…”

“Was rede ich überhaupt noch mit dir…”
“Du hast mich doch gerufen, oder nicht!?”

“Ja, aber nicht, damit du mir sinnlose Tipps gibst!!”
“Ach nee! Und was erwartest du jetzt von mir, bitte schön??”

“Weiß ich nicht.”
“Himmel!”

“Ich nehme jetzt das grüne da und lasse die Spülung weg. So!”
“Prima, dann kann ich ja wieder gehen, oder?”

“Nein.”
“Und wieso nicht??”

“Weil ich dir den Unterschied zeigen will.”
“Welchen Unterschied??”

“Wie meine Haare ohne Spülung aussehen.”
“Und kannst du mir das nicht auch später zeigen??”

“Nein.”
“Und wieso nicht??”

“Dieser Prozess dauert eine Stunde ungefähr.”
“Eine Stunde??”

“Na mit Föhnen und so?”
“Ich warte doch jetzt hier nicht eine Stunde!”

“Warum nicht? Was machst du denn??”
“Weiß nicht, ich mache… Ich mache halt irgendwas!”

“OK, tust du mir dann noch einen Gefallen?”
“Nein.”

“Oh bitte, bitte!”
“Ich fahre NICHT für dich Shampoo kaufen, vergiss es!”

“Sollst du ja auch gar nicht!?”
“Ich dachte schon…”

“Du wüsstest ja gar nicht, was du da nehmen sollst!”
“Na schön, da bin ich ja beruhigt…”

“Aber die passende Spülung könntest du mir schnell holen!”

Kopfschüttel…

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Alle!

8. Juni 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich wollen am Wochenende ausgehen, daher machen wir uns schick und fein.
Die Liebste steht noch unter Dusche, während ich überlege, ob und welches Hemd ich denn anziehen soll.
Plötzlich höre ich die Liebste aus dem Badezimmer nach mir rufen; aber was kann unter der Dusche schon groß schief gehen??

“Schatz! Schaaatz!”
“Was ist denn, Süße?? Ist was passiert??”

“Ja! Mein Haar-Shampoo ist alle!”
“Na und?? Dann nimm doch alternativ einfach meins!?”

“Deins??”
“Das steht auf dem Badewannenrand.”

“Das geht ja wohl nicht!”
“Und warum nicht??”

“Ich will mir doch nicht meine Haare ruinieren!”

Kopfschüttel…

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Na schön, dann backe ich

4. Juni 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich schauen am Abend so nebenbei im Fernsehen N24 Wissen; es wird eine Reportage geboten, wie man einen perfekten Schokoladenkuchen backt.
Es treten eine junge Dame und ein französischer Chocoladier an, um zu zeigen, wie man es (nicht) macht…

“Schokoladenkuchen, so was Einfaches…”
“Kannst du denn Schokokuchen backen, Süße?”

“Natürlich.”
“Und warum backst du dann nie einen?”

“Weil ich den nicht so gerne esse.”
“Aber ich!”

“Du??”
“Na klar mag ich Schokoladenkuchen!”

“Ich dachte, du magst nur Käsekuchen??”
“Mag ich auch.”

“Na schön, dann backe ich dir eben mal einen.”
“Echt?? Super! Da freue ich mich aber!”

“Aber ich mache das nicht so, wie die da im Fernsehen!”
“Nicht?”

“Nein! Und außerdem mag ich die Tusse da nicht.”
“Wieso? Was ist denn mit der?”

“Die ist doof.”
“Ah… Verstehe. Weil sie gut aussieht, oder warum?”

“Die sieht gut aus??”
“Naja, also…”

“DIE da? Du findest, dass DIE gut aussieht??”
“Gut ist vielleicht übertrieben formuliert, also ich meine…”

“Außerdem meine ich nicht ihr Aussehen, sondern die Stimme.”
“Ähm…”

“Dieses Gepiepse, schrecklich!”

[Meine Liebste greift sich kurzentschlossen die Fernbedienung und stellt den Fernseher auf stumm; folglich hört man nun nichts mehr von der Reportage...]

“So ist´s besser.”
“Schatz, ähm… Jetzt hören wir doch aber nichts mehr!?”

“Na und?”
“Ich würde aber eigentlich schon ganz gerne hören, was die da…”

“Da braucht man nichts hören, vor allem die Piepsstimme nicht.”
“Und der Chocoladier? Ich meine, er ist doch der Fachmann und…”

“Den kann ich auch nicht leiden.”
“Den auch nicht?? Was stimmt denn mit dem jetzt nicht??”

“Der macht so ein komisches Gesicht.”
“Und was ist da jetzt so komisch, bitte??”

“Der hat so ein Langhannes-Bohnen-Gesicht.”
“Der hat was??”

“Na guck ihn dir doch mal an!”
“Ich habe bisher eigentlich mehr auf seine Backkünste geachtet…”

“Und ich dachte, du hättest mehr auf die Piepserine geachtet!”
“Nein, habe ich NICHT! Ich finde es interessant, wie man Schokoku…”

“Das brauchst du nicht wissen, ich backe den ja.”
“Aber…”

“Nichts aber! Boah, ich kann den Typen nicht mehr sehen, echt!”

[Meine Liebste greift sich erneut die Fernbedienung und drückt den Aus-Knopf. Wie zu erwarten war, verdunkelt sich das ohnehin schon stumme Bild und man sieht: nichts mehr.]

“Was für eine Erleichterung…”
“Ähm… Schatz, du hast den Fernseher ausgemacht?”

“Ja.”
“Heißt das, dass wir die Reportage jetzt NICHT weiter anschauen?”

“Das heißt es.”
“Aber ICH würde das schon gerne sehen!?”

“Wozu denn??”
“Weil es mich interessiert!”

“Du willst das ja nur sehen, damit du mich kritisieren kannst!”
“Ich würde niemals deine Backkünste kritisieren!”

“Ich backe doch aber so gut wie nie!”
“Das ist ein Grund mehr, möglichst wenig daran zu kritisieren.”

“Also du kritisierst mich nicht, nur damit ich weiterhin backe??”
“Nein, ich meine das eher, also, ich wollte sagen, dass…”

Blödmann!”
“Aber…”

“…und weißt du, was?!”
“Ähm, was denn?”

“Du kannst dir deinen blöden Schokokuchen selber backen!”
“Aber ich kann doch gar keinen Schokoladenkuchen backen??”

“Dann lernste das eben!”
“Wollte ich ja, aber du hast ja den Fernseher ausgemacht!?”

“Na und??”
“Wie soll ich das denn dann jetzt lernen??”

“Kannst mich ja fragen!?”
“Und DU würdest mir das erklären?”

“Nein. Aber fragen darfst du ruhig!”

Kopfschüttel…

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360 Monate

2. Juni 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich gehen am wunderschönen Pfingstwochenende spazieren und komme dabei an allerlei kleinen hübschen Einfamilien-Häuschen vorbei, die wir uns voller Neid aufmerksam anschauen. Es sieht so aus, als hätten sich bei jedem der Häuser die Eigentümer ihre eigenen Träume erfüllt und es dabei an Sorgfalt und Liebe zum Detail nicht missen lassen.
Schon nicht schlecht, was sich manche Leute so dahin gestellt haben…

“Wieso haben wir eigentlich nicht auch so ein Haus?”
“Weil wir kein Geld haben, Süße.”

“Aber wir haben doch Geld??”
“Aber nicht genug.”

“Was kostet sowas denn?”
“Hm… Das da würde ich mal so auf 250.000 Euro tippen…”

“Oh… So teuer sieht das aber gar nicht aus?”
“Kostet es aber bestimmt, so mit Grundstück, Garten, und so…”

“Wie viel Geld haben wir denn?”
“Also ich habe noch 80 Cent im Portmonee.”

Blödmann! Nein, ich meine, wenn wir ein Haus bauen würden?”
“Wie viel hast du denn?”

“Ich habe kein Geld.”
“Sage ich doch, dann haben wir also 80 Cent.”

“Jetzt hör doch mal auf, ich meine das ernst!”
“Naja, wir müssten wohl einen Kredit aufnehmen…”

“Und dann? Wie viel hätten wir dann?”
“90 Cent.”

“MANN!! Mit dir kann man nicht EINMAL ernsthaft reden!”
“Schatz, da brauchen wir gar nicht mit anfangen.”

“Womit? Ernsthaft miteinander zu reden??”
“Nein, ich meine mit einer Baufinanzierung.”

“Warum nicht??”
“Weil das viel zu teuer ist ohne Eigenkapital.”

“Wie viel Eigenkapital bräuchte man denn??”
“Hm… 50.000 Euro so, tippe ich mal?”

“Und wie viel hast du?”
“80 Cent.”

“Du bist so doof!!”
“Man gewöhnt sich dran…”

“Wir verdienen beide gut, da werden wir ja wohl Geld kriegen??”
“Würden wir kriegen, natürlich!”

“Und wo ist dann das Problem??”
“Das Problem ist, dass man es zurückzahlen muss.”

“Ach nee, tatsächlich??”
“Ich wollte es ja nur sagen, weil sowas übersiehst du ja gern…”

“Das klingt ja, als würde ich nie was zurückzahlen??”
“Zumindest ist das nicht gerade deine Stärke.”

“Bitte?? Wann habe ich dir denn mal was nicht zurückgezahlt??”
“Du brauchtest ja bei mir noch nie was zurückzahlen!”

“Ich begleiche Schulden immer sofort!”
“Wir reden aber hier nicht von 20 Euro für deine Schwester!”

“Sondern??”
“Wir reden von geschätzten 400.000 Euro.”

“Wieso das denn?? 250.000 Euro würden doch reichen??”
“Man muss aber Zinsen zahlen, schon vergessen??”

“Aber doch nicht fast das Doppelte!?”
“Na sicher!”

“Quatsch!”
“Ich seh schon, da spricht die Fachfrau…”

“Man muss so viele Zinsen zahlen??”
“In 30 Jahren kommt da was zusammen, glaub mir…”

“Das sind ja dann… In 30 Jahren… Also, das sind 360 Monate…”
“Was rechnest du jetzt da?”

“360, sind… Das sind ja dann mehr als 1.000 Euro pro Monat!?”
“Das dürfte so ungefähr hinkommen, ja. Eher etwas mehr.”

“Würdest du denn 1.200 Euro pro Monat schaffen?”
“Ich?? Also wenn, dann machen wir ja wohl halbe-halbe, oder!?”

“Aber wenn wir ein Haus haben, dann haben wir ja auch Kinder.”
“Ach so, klar.”

“Sonst brauchen wir ja auch kein Haus.”
“Natürlich nicht.”

“Und einen Hund haben wir dann ja auch.”
“Selbstverständlich.”

“Und eine Schaukel und ein Trampolin im Garten.”
“Was sonst…”

“Eben, und da kann ich dann ja nicht mehr arbeiten gehen.”
“Auf keinen Fall…”

“Und deshalb musst du dann für die Familie sorgen.”
“Und für das Haus.”

“Und für das Haus, ja.”
“VERGISS ES!!”

“Das machen andere doch auch!?”
“Was andere machen, das muss ich ja nicht alles nachmachen!”

“Aber du hättest doch auch was davon?”
“So?? Was denn??”

“Du kriegst einen Grill im Garten und einen großen Fernseher.”
“Ich will aber weder einen Grill noch einen großen Fernseher!?”

“Was willst du denn?”
“Also wenn, dann will ich ein Heimkinozimmer.”

“So ein Blödsinn! Das nimmt viel zu viel Platz weg!”
“Oder ein Atelier, wo ich ferngesteuerte Autos basteln kann.”

“Das ist doch auch totaler Humbug!”
“Na schön, dann aber wenigstens einen Aufsitz-Rasenmäher?”

“Ich will einen Garten und keinen Schlosspark!”
“Toll! Alles, was ich haben will, kriege ich nicht! Trotz 400.000 Euro!”

“Wünsch dir doch was Sinnvolles, wo wir beide was von haben!?”
“Dann wünsche ich mir eine geschlossene Gummizelle für mich allein.”

“OK! Und die 80 Cent darfst du von mir aus auch behalten.”

Kopfschüttel…

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Steinhart

29. Juni 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich gehen ein wenig am Osterdeich spazieren und schauen uns die vielen Leute an, die heute unterwegs sind. Wir haben kein besonderes Ziel, sondern schlendern einfach nur ein bisschen durch die Gegend.

“Aua!!”
“Huch! Was ist passiert, Süße??”

“Ich bin auf einen Stein getreten!”
“Auf welchen Stein??”

“Wieso ist das denn jetzt wichtig, welcher Stein?!”
“Naja, also, das war nur mein erster Gedanke und…”

“Vielleicht fragst du mich mal, ob ich mir weh getan habe!?”
“Hast du dir weh getan??”

“Nein.”

Kopfschüttel…

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Ich sehe es ja ein

25. Juni 2009, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich wollen am Abend noch zusammen ein Bier trinken gehen, das Wetter ist toll und das muss man einfach ausnutzen.
Eigentlich sind wir startklar, aber wer die Liebste schon kennt, der weiß:
SO einfach ist das nicht!

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Wir können jetzt los.”
“Sehr gut, sehr gut!”

“Ach so, sag mal, hast du Geld dabei?”
“Ja.”

“Gut, dann brauche ich ja keins mitnehmen, oder?”
“Nein. Ich lade dich ein.”

“Das ist gut. Wird aber auch mal wieder Zeit.”
“Was jetzt! Was wird MAL WIEDER Zeit!?”

“Dass du deine Liebste mal zu was einlädst.”
“Wie bitte??”

“Ist schon lange her!”
“Du spinnst ja wohl!”

“Wieso, stimmt doch!!”
“Und was war gestern, bitte??”

“Was war denn gestern??”
“Waren wir da vielleicht im Kino und wer hat bezahlt??”

“Oh…”
“Ja, OH! Aber erst mal rumstänkern, na toll!”

“Aber ich…”
“Eigentlich müsste ich mich jetzt aufregen und dir…”

“Ok, ok, ok, alles klar, ich sehe es ja ein. Tschuldigung…”
“Hm…”

“Ich bezahle auch heute, ja?”
“Dass du aber auch immer erst…”

“Es tut mir leid, sei nicht böse, ja?”
“Na schön…”

“Da gibt es nur noch ein klitzekleines Problem…”
“Und das wäre?”

“Ich habe gar kein Geld mehr, nur noch 2 Euro oder so…”
“War ja klar…”

“Dann müssen wir also erst noch zum Geldautomaten.”
“Och nee! Dann müssten wir ja mit dem Auto noch los!”

“Hm…”
“Hm…”

“Kannst du mir nicht Geld leihen?”
“Ich kann, aber…”

“Leihst du mir bitte 50 Euro?”
“Na schön, ja klar. Obwohl das ja eigentlich…”

“Du kriegst die auch bestimmt ganz schnell wieder zurück!”
“Jaja, ist ja gut…”

“Ach, da ist noch was…”
“Ich ahnte so etwas irgendwie schon…”

“Ich habe doch einen Rock an!”
“Und??”

“Und da habe ich keine Taschen und nichts!”
“Und deine Handtasche?”

“Wollte ich eigentlich nicht mitnehmen heute.”
“Aha.”

“Kannst du die 50 Euro dann für mich einstecken?”
“Soll ich dir vielleicht auch noch das Bezahlen abnehmen??”

“Das wäre nett, ja, warum nicht?”
“Warum frage ich bloß…”

“Ach, weißt du was, irgendwie ist das ja viel zu kompliziert alles.”
“Da stimme ich dir ausnahmsweise mal zu…”

“Wir machen das noch ganz anders:”
“Irgendwie verspüre ich schon wieder Angstschweiß auf der Stirn…”

“Quatsch, also pass auf:”
“Ich höre…”

“Du bezahlst einfach heute. Fertig. OK?”
“Aha. So hatten wir ja auch angefangen, glaube ich…”

“Ja, aber da ist jetzt ein wichtiger Unterschied.”
“Und was ist der wichtige Unterschied?”

“Ich weiß jetzt, dass ich ja eigentlich dran gewesen wäre.”
“Schön, und was bedeutet das für mich, bitte??”

“Es ist toll, dass du das jetzt für mich übernimmst. Danke!”
“Aha. Und das nächste Mal bezahlst dann wieder du?”

“Nee, wieso?”
“Naja, ich meine, weil doch…”

“Das nächste Mal bist du ja wieder dran!”

Kopfschüttel…

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Auf die Größe kommt es an

22. Juni 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich haben am Abend noch ein wenig Hunger; also raffe ich mich mal auf und koche eine simple, aber leckere Reispfanne mit asiatischem Gemüse, scharfer Soße und Pute.
OK, obwohl es nur eine Kleinigkeit werden sollte, ist die Pfanne nun doch recht voll geworden…

“Schatz, was soll denn das??”
“Was denn, Süße?”

“Du hast ja für eine ganze Kompanie gekocht!”
“Das ging irgendwie nicht anders, ich weiß auch nicht, also…”

“Wir wollten doch Diät machen!”
“Ach ja?? Wollten wir??”

“Ja.”
“Wofür willst du Bohnenstange denn eine Diät machen??”

“Ich dachte dabei weniger an mich.”
“Ähm…”

“Außerdem bin ich keine Bohnenstange!”
“Das heißt also, dass eher ich…”

“Genau, an dich habe ich dabei eigentlich gedacht.”
“Aber…”

“Ich würde dann eben aus Solidarität mitmachen.”
“Aha, das ist aber sehr nett…”

“Ja. So bin ich, kannste mal sehen!”
“Aber das ist doch ein relativ fettarmes Gericht, so eine Reispfanne?”

“Ja, das stimmt.”
“Nur ein bisschen viel vielleicht…”

“Es geht ja eigentlich nicht um die Menge.”
“Nicht?”

“Nein. Und um den Fettgehalt auch nicht.”
“Aha… Sondern??”

“Es geht um die Größe.”
“Die Größe?? Schatz, ich habe die Reiskörner nicht selber gemacht!”

“Ich meine doch nicht den Reis!”
“Was denn??”

“Ich meine die Teller.”
“Die Teller?? Was ist denn damit??”

“Die sind zu groß.”
“Aber die benutzen wir doch immer??”

“Ja, aber die sind eben zu groß.”
“Zu groß wofür??”

“Für deine Diät.”
“Also eben war es noch UNSERE Diät!?”

“Unsere, von mir aus. Aber eben doch mehr deine.”
“Und WER nölt immer rum, dass er nirgendwo mehr rein passt??”

“Ich ja wohl nicht!”
“NEEEEIIINN, DU natürlich nicht!!”

“Tue ich auch nicht.”
“Dann muss ich das wohl geträumt haben die letzten Jahre!”

“Das kommt nur, weil du mir nie richtig zuhörst.”
“Also schön, dann höre ich jetzt noch einmal ganz genau zu.”

“Bei was??”
“WARUM sind jetzt die Teller plötzlich nicht geeignet??”

“Die sind zu groß.”
“Das sagtest du bereits.”

“Und was gibt´s da jetzt nicht zu verstehen??”
“Ich wollte eigentlich nicht den Teller essen, sondern was drauf ist!”

“Aber große Teller macht man sich immer viel voller, als kleine.”
“Aha.”

“Und deshalb nimmt man kleine Teller, wenn man Diät macht.”
“Hier muss aber niemand eine Diät machen!”

“Doch, du!”
“Ich gar nicht!”

“Zumindest mehr, als ich.”
“In Gottes Namen, von mir aus. Darf ich jetzt essen??”

“Von dem Teller da??”
“Von diesem Teller, ja.”

“Du nimmst deine Diät ja gar nicht ernst.”
“Ich weiß ja auch erst seit 5 Minuten davon!!”

“Soll ich dir einen kleinen Teller holen?”
“Nein.”

“Aber das hilft!”
“Ich tue einfach weniger auf DIESEN Teller, ist das in Ordnung?”

“Das ist aber nicht konsequent.”
“Schön, damit werde ich heute leben können. Und du?”

“Was und ich?”
“Kannst auch DU damit leben, dass ich von DIESEM Teller esse??”

“Ja.”
“Na Gott sei Dank.”

“Aber ich hole mir einen kleinen Teller. Als Vorbild sozusagen.”
“Schön. Ich bin begeistert.”

“Und einen großen Löffel bringe ich dann auch noch mit.”
“Löffel?? Da ist doch einer drin??”

“Das kleine Ding?? Da kriegt man ja nichts mit auf den Teller!”

Kopfschüttel…

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Nächsten Freitag

18. Juni 2009, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich liegen am Abend endlich nebeneinander in unserem kuscheligen Bett und freuen uns, dass der stressige Tag ein Ende gefunden hat. Ab und zu sprechen wir dann noch kurz über die bevorstehenden Ereignisse der nächsten Tage, wenn es Neuigkeiten gibt.

“Ach Schatz, was ich dir noch sagen wollte…”
“Was denn, Süße?”

“Nächsten Freitag bin ich abends nicht da.”
“So? Was ist denn da?”

“Da ist unser Frauengrillen mit den Mädels.”
“Frauengrillen?? Welche Frauen werden denn da gegrillt??”

[Die Liebste holt mit ihrer rechten Hand gehörig aus und knallt sie mir klatschend auf meinen linken Oberarm!]

[PATSCH!]
“Aua! Das tat weh!”

“Das hast du auch verdient!”
“Wieso denn??”

“Weil du dich wieder über unsere Frauenrunde lustig machst!”
“Mache ich ja gar nicht!”

“Doch! Da werden keine FRAUEN gegrillt!”
“Was denn sonst?”

“Würstchen, Steaks, Brot…”
“Naja, die meisten werden wohl fettfreie Tofuwurst gr…”

[PATSCH!]
“Aua!! Mann! Hör auf, mich zu hauen!”

“Dann hör du auf, Blödsinn zu reden!”
“Ich darf ja wohl mal nachfragen??”

“Nachfragen ja, dich lustig machen nicht!”
“Aha, und wo findet diese Veranstaltung statt?”

“Bei Nina.”
“Nina?? Die hat doch gar keinen Garten??”

“Nee, aber ein Schrebergartenhaus, und da gehen wir hin.”
“Ach, das kenne ich, das Haus!”

“Echt?? Woher??”
“Es ist das einzige in Pink.”

[PATSCH!]
“AUA!! Ich haue dich doch auch nicht!?”

“Ich mache ja auch keinen Unsinn.”
“Du machst DAUERND Unsinn!”

“Aber jetzt nicht.”
“Ich dürfte dich gefühlte 1.000-mal hauen!”

“Tust du aber nicht.”
“So? Und warum nicht??”

“Weil du mich lieb hast.”
“Das ist leider richtig…”

[PATSCH!]
“AUA!! Wofür war das denn jetzt??”

“Für nichts, wieso?”
“Und warum haust du mich dann??”

“Ich höre das Geräusch so gern!”

Kopfschüttel…

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Bauchgefühl

15. Juni 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich nutzen den Samstag, um in der Stadt ein paar Einkäufe zu erledigen.
Wie zu erwarten war, kommen wir natürlich auch um die aktuelle weibliche Sommermode nicht herum; aber ich bin zuversichtlich, den Tag ohne Blessuren zu überstehen…

“Wie findest du das hier, Schatz?”
“Was, Süße?”

“Dieses Two-in-One-Shirt hier.”
“Das was??”

“Two-in-One.”
“Passen da zwei Frauen rein, oder was??”

“Nee, das nennt man so, weil da noch ein zweites Shirt drin ist.”
“Aha… Und was soll das??”

“Das ist praktisch.”
“Aha… Ähm, naja, vielleicht eher nicht so…”

“Und warum nicht?? Das ist total modern jetzt!”
“Naja, wenn es dir gefällt…”

“Aber dir doch nicht!?”
“Also, du hast gefragt, ich habe geantwortet!”

“Was gefällt dir denn daran nicht??”
“Das Muster mag ich jetzt nicht so wirklich…”

“Ich finde das auch sehr gewöhnungsbedürftig.”
“Ja? Tatsächlich?? OK, dann lass uns weitergehen.”

“Nee, halt!”
“Was denn??”

“Gerade WEIL es mir nicht gefällt, sollte ich das nehmen.”
“Ähm… Wie jetzt??”

“Nicole hat gesagt, ich soll mal ein bisschen mutiger sein.”
“Das hat Nicole gesagt??”

“Ja.”
“Und was soll das??”

“Sie meinte, dass man sich an neue Mode erst gewöhnen muss.”
“Das mag sein, aber an Nicole werde ICH mich nie gewöhnen…”

“Ich finde, dass sie da durchaus recht hat.”
“Dass man was kaufen soll, was einem gar nicht gefällt??”

“Dass man sich an Neues erst gewöhnen muss, meine ich.”
“Aha, und deshalb willst du jetzt dieses Shirt kaufen??”

“Ja.”
“Obwohl es dir gar nicht gefällt??”

“Es gefällt mir ja, aber eben nicht so richtig.”
“Nicht so richtig??”

“Ist eher so ein Bauchgefühl, so hmm, so hmmmm eben.”
“Hmmm???”

“Also eigentlich finde ich es nett, aber hmmm.”
“Hm.”

“Hmmmm.”
“Hm.”

“Soll ich das einfach mal nehmen?”
“Nein.”

“Gut, ich probiere es einfach mal.”
“Trotz hmmm??”

“Hmm….”
“Na schön, dann nimm es eben.”

“Und wenn ich das dann doch nicht anziehe?”
“Dann hast du eben 40 Euro verbrannt.”

“Das kostet 40 Euro??”
“Wusstest du das nicht?”

“Nee! Ich gebe doch nicht 40 Euro für so einen Scheiß aus!”
“Also eben war es aber noch hmmm….”

“Eben ja, aber jetzt ist es tsss!”
“Was heißt denn jetzt wieder tsss??”

“Tsss ist pff, also eher das Gegenteil von hmm.”
“Was??”

“Wenn ich tsss sage, dann heißt das: nee, also nee!”
“Und was heißt dann pff??”

“Pff heißt: die können mich mal.”
“Und warum sagst du dann tsss??”

“Das gehört eigentlich zusammen.”
“Aber sonst geht es dir noch ganz gut, ja??”

“Wieso?”
“Was soll denn das, dieses hmm, pff, tsss, laberafasel??”

“Ich sagte doch, dass ich so ein komisches Bauchgefühl hab!”
“Pff, tsss, hmmm, das ist dann also dein Bauch, der da spricht??”

“Ja.”
“So einen Schwachsinn können sich auch nur Frauen einfallen lassen!”

“Tsss! Pfff!”

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Fortsetzung: Alle!

11. Juni 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Während die Liebste unter der Dusche steht, kein Haar-Shampoo mehr hat und meins als Alternative energisch aus mir bislang unbekannten Gründen abgelehnt hat, muss ja nun aber trotzdem irgendeine Lösung gefunden werden. Die Haare sind nass und ganz ohne Shampoo kann es ja nun nicht weitergehen!

“Dein Shampoo nehme ich nicht!”
“Schatz! Mein Shampoo wird wohl ausnahmsweise Mal gehen!”

“Nein!”
“Ist doch deine Schuld, wenn du jetzt keins mehr hast!”

“Ich habe ja noch welches.”
“Wie bitte??”

“Da in meinem Korb, da sind noch welche.”
“Und warum nimmst du dann keins davon??”

“Weil die jetzt alle nicht passen.”
“Was?? Was passt denn da nicht??”

“Das eine ist Anti-Schädigung und das andere mit Spülung.”
“Aha.”

“Und das da hinten ist mit Silikon drinne.”
“Es gibt Shampoo mit Silikon??”

“Natürlich!”
“Was wäscht man denn damit, also ich meine…”

“Du bist so doof!”
“Was denn!?”

“Das ist für die Haare!”
“Ach so, also kann man damit nicht die Dusche verfugen??”

“Männer!”
“Pff!”

“Ihr habt doch wirklich von sowas überhaupt keine Ahnung!”
“Das ist ja auch Blödsinn, da steigt ja keiner durch!”

“Du nicht, das stimmt!”
“Und warum darf es jetzt nicht dieses Silikon-Zeugs sein?”

“Weil das nicht gut ist für die Haare.”
“Und warum steht es dann hier rum??”

“Ich wollte es nicht wegwerfen, das war schließlich sauteuer!”
“Ja, aber…”

“Ach! Gib mir doch bitte mal das in der grünen Flasche da, ja?”
“Bitte sehr…”

[Meine Liebste öffnet die grüne Shampooflasche (Markenprodukt), drückt einmal auf den Bauch der Flasche und macht den Verschluss sofort wieder zu...]

“Das geht leider nicht…”
“Ähm… Und warum nicht?? Ist da vielleicht auch Gummi drin??”

“Nee, das ist ein super Shampoo ohne Zusatzstoffe und so.”
“Aha. Und, ähm…”

“Aber das kann ich nicht nehmen.”
“Ich sollte ja besser nicht fragen, aber… WARUM NICHT??”

“Das passt jetzt vom Duft her nicht.”
“Aber…”

“Das beißt sich mit meiner Spülung! Hier, riech mal!”
“Riecht halt nach Shampoo…Äh, Spülung; oder was weiß ich…”

“Du bist so doof!! Das ist Zitrone, das andere Vanille!”
“Wieso? Passt doch!?”

“Passt NICHT! Und wenn ich die Spülung einfach weg lasse??”
“Um Himmels Willen, bloß das nicht!!”

“Warum nicht??”
“Keine Ahnung, ich dachte, das käme dir vielleicht entgegen…”

“Was rede ich überhaupt noch mit dir…”
“Du hast mich doch gerufen, oder nicht!?”

“Ja, aber nicht, damit du mir sinnlose Tipps gibst!!”
“Ach nee! Und was erwartest du jetzt von mir, bitte schön??”

“Weiß ich nicht.”
“Himmel!”

“Ich nehme jetzt das grüne da und lasse die Spülung weg. So!”
“Prima, dann kann ich ja wieder gehen, oder?”

“Nein.”
“Und wieso nicht??”

“Weil ich dir den Unterschied zeigen will.”
“Welchen Unterschied??”

“Wie meine Haare ohne Spülung aussehen.”
“Und kannst du mir das nicht auch später zeigen??”

“Nein.”
“Und wieso nicht??”

“Dieser Prozess dauert eine Stunde ungefähr.”
“Eine Stunde??”

“Na mit Föhnen und so?”
“Ich warte doch jetzt hier nicht eine Stunde!”

“Warum nicht? Was machst du denn??”
“Weiß nicht, ich mache… Ich mache halt irgendwas!”

“OK, tust du mir dann noch einen Gefallen?”
“Nein.”

“Oh bitte, bitte!”
“Ich fahre NICHT für dich Shampoo kaufen, vergiss es!”

“Sollst du ja auch gar nicht!?”
“Ich dachte schon…”

“Du wüsstest ja gar nicht, was du da nehmen sollst!”
“Na schön, da bin ich ja beruhigt…”

“Aber die passende Spülung könntest du mir schnell holen!”

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Alle!

8. Juni 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich wollen am Wochenende ausgehen, daher machen wir uns schick und fein.
Die Liebste steht noch unter Dusche, während ich überlege, ob und welches Hemd ich denn anziehen soll.
Plötzlich höre ich die Liebste aus dem Badezimmer nach mir rufen; aber was kann unter der Dusche schon groß schief gehen??

“Schatz! Schaaatz!”
“Was ist denn, Süße?? Ist was passiert??”

“Ja! Mein Haar-Shampoo ist alle!”
“Na und?? Dann nimm doch alternativ einfach meins!?”

“Deins??”
“Das steht auf dem Badewannenrand.”

“Das geht ja wohl nicht!”
“Und warum nicht??”

“Ich will mir doch nicht meine Haare ruinieren!”

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Na schön, dann backe ich

4. Juni 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich schauen am Abend so nebenbei im Fernsehen N24 Wissen; es wird eine Reportage geboten, wie man einen perfekten Schokoladenkuchen backt.
Es treten eine junge Dame und ein französischer Chocoladier an, um zu zeigen, wie man es (nicht) macht…

“Schokoladenkuchen, so was Einfaches…”
“Kannst du denn Schokokuchen backen, Süße?”

“Natürlich.”
“Und warum backst du dann nie einen?”

“Weil ich den nicht so gerne esse.”
“Aber ich!”

“Du??”
“Na klar mag ich Schokoladenkuchen!”

“Ich dachte, du magst nur Käsekuchen??”
“Mag ich auch.”

“Na schön, dann backe ich dir eben mal einen.”
“Echt?? Super! Da freue ich mich aber!”

“Aber ich mache das nicht so, wie die da im Fernsehen!”
“Nicht?”

“Nein! Und außerdem mag ich die Tusse da nicht.”
“Wieso? Was ist denn mit der?”

“Die ist doof.”
“Ah… Verstehe. Weil sie gut aussieht, oder warum?”

“Die sieht gut aus??”
“Naja, also…”

“DIE da? Du findest, dass DIE gut aussieht??”
“Gut ist vielleicht übertrieben formuliert, also ich meine…”

“Außerdem meine ich nicht ihr Aussehen, sondern die Stimme.”
“Ähm…”

“Dieses Gepiepse, schrecklich!”

[Meine Liebste greift sich kurzentschlossen die Fernbedienung und stellt den Fernseher auf stumm; folglich hört man nun nichts mehr von der Reportage...]

“So ist´s besser.”
“Schatz, ähm… Jetzt hören wir doch aber nichts mehr!?”

“Na und?”
“Ich würde aber eigentlich schon ganz gerne hören, was die da…”

“Da braucht man nichts hören, vor allem die Piepsstimme nicht.”
“Und der Chocoladier? Ich meine, er ist doch der Fachmann und…”

“Den kann ich auch nicht leiden.”
“Den auch nicht?? Was stimmt denn mit dem jetzt nicht??”

“Der macht so ein komisches Gesicht.”
“Und was ist da jetzt so komisch, bitte??”

“Der hat so ein Langhannes-Bohnen-Gesicht.”
“Der hat was??”

“Na guck ihn dir doch mal an!”
“Ich habe bisher eigentlich mehr auf seine Backkünste geachtet…”

“Und ich dachte, du hättest mehr auf die Piepserine geachtet!”
“Nein, habe ich NICHT! Ich finde es interessant, wie man Schokoku…”

“Das brauchst du nicht wissen, ich backe den ja.”
“Aber…”

“Nichts aber! Boah, ich kann den Typen nicht mehr sehen, echt!”

[Meine Liebste greift sich erneut die Fernbedienung und drückt den Aus-Knopf. Wie zu erwarten war, verdunkelt sich das ohnehin schon stumme Bild und man sieht: nichts mehr.]

“Was für eine Erleichterung…”
“Ähm… Schatz, du hast den Fernseher ausgemacht?”

“Ja.”
“Heißt das, dass wir die Reportage jetzt NICHT weiter anschauen?”

“Das heißt es.”
“Aber ICH würde das schon gerne sehen!?”

“Wozu denn??”
“Weil es mich interessiert!”

“Du willst das ja nur sehen, damit du mich kritisieren kannst!”
“Ich würde niemals deine Backkünste kritisieren!”

“Ich backe doch aber so gut wie nie!”
“Das ist ein Grund mehr, möglichst wenig daran zu kritisieren.”

“Also du kritisierst mich nicht, nur damit ich weiterhin backe??”
“Nein, ich meine das eher, also, ich wollte sagen, dass…”

Blödmann!”
“Aber…”

“…und weißt du, was?!”
“Ähm, was denn?”

“Du kannst dir deinen blöden Schokokuchen selber backen!”
“Aber ich kann doch gar keinen Schokoladenkuchen backen??”

“Dann lernste das eben!”
“Wollte ich ja, aber du hast ja den Fernseher ausgemacht!?”

“Na und??”
“Wie soll ich das denn dann jetzt lernen??”

“Kannst mich ja fragen!?”
“Und DU würdest mir das erklären?”

“Nein. Aber fragen darfst du ruhig!”

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360 Monate

2. Juni 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich gehen am wunderschönen Pfingstwochenende spazieren und komme dabei an allerlei kleinen hübschen Einfamilien-Häuschen vorbei, die wir uns voller Neid aufmerksam anschauen. Es sieht so aus, als hätten sich bei jedem der Häuser die Eigentümer ihre eigenen Träume erfüllt und es dabei an Sorgfalt und Liebe zum Detail nicht missen lassen.
Schon nicht schlecht, was sich manche Leute so dahin gestellt haben…

“Wieso haben wir eigentlich nicht auch so ein Haus?”
“Weil wir kein Geld haben, Süße.”

“Aber wir haben doch Geld??”
“Aber nicht genug.”

“Was kostet sowas denn?”
“Hm… Das da würde ich mal so auf 250.000 Euro tippen…”

“Oh… So teuer sieht das aber gar nicht aus?”
“Kostet es aber bestimmt, so mit Grundstück, Garten, und so…”

“Wie viel Geld haben wir denn?”
“Also ich habe noch 80 Cent im Portmonee.”

Blödmann! Nein, ich meine, wenn wir ein Haus bauen würden?”
“Wie viel hast du denn?”

“Ich habe kein Geld.”
“Sage ich doch, dann haben wir also 80 Cent.”

“Jetzt hör doch mal auf, ich meine das ernst!”
“Naja, wir müssten wohl einen Kredit aufnehmen…”

“Und dann? Wie viel hätten wir dann?”
“90 Cent.”

“MANN!! Mit dir kann man nicht EINMAL ernsthaft reden!”
“Schatz, da brauchen wir gar nicht mit anfangen.”

“Womit? Ernsthaft miteinander zu reden??”
“Nein, ich meine mit einer Baufinanzierung.”

“Warum nicht??”
“Weil das viel zu teuer ist ohne Eigenkapital.”

“Wie viel Eigenkapital bräuchte man denn??”
“Hm… 50.000 Euro so, tippe ich mal?”

“Und wie viel hast du?”
“80 Cent.”

“Du bist so doof!!”
“Man gewöhnt sich dran…”

“Wir verdienen beide gut, da werden wir ja wohl Geld kriegen??”
“Würden wir kriegen, natürlich!”

“Und wo ist dann das Problem??”
“Das Problem ist, dass man es zurückzahlen muss.”

“Ach nee, tatsächlich??”
“Ich wollte es ja nur sagen, weil sowas übersiehst du ja gern…”

“Das klingt ja, als würde ich nie was zurückzahlen??”
“Zumindest ist das nicht gerade deine Stärke.”

“Bitte?? Wann habe ich dir denn mal was nicht zurückgezahlt??”
“Du brauchtest ja bei mir noch nie was zurückzahlen!”

“Ich begleiche Schulden immer sofort!”
“Wir reden aber hier nicht von 20 Euro für deine Schwester!”

“Sondern??”
“Wir reden von geschätzten 400.000 Euro.”

“Wieso das denn?? 250.000 Euro würden doch reichen??”
“Man muss aber Zinsen zahlen, schon vergessen??”

“Aber doch nicht fast das Doppelte!?”
“Na sicher!”

“Quatsch!”
“Ich seh schon, da spricht die Fachfrau…”

“Man muss so viele Zinsen zahlen??”
“In 30 Jahren kommt da was zusammen, glaub mir…”

“Das sind ja dann… In 30 Jahren… Also, das sind 360 Monate…”
“Was rechnest du jetzt da?”

“360, sind… Das sind ja dann mehr als 1.000 Euro pro Monat!?”
“Das dürfte so ungefähr hinkommen, ja. Eher etwas mehr.”

“Würdest du denn 1.200 Euro pro Monat schaffen?”
“Ich?? Also wenn, dann machen wir ja wohl halbe-halbe, oder!?”

“Aber wenn wir ein Haus haben, dann haben wir ja auch Kinder.”
“Ach so, klar.”

“Sonst brauchen wir ja auch kein Haus.”
“Natürlich nicht.”

“Und einen Hund haben wir dann ja auch.”
“Selbstverständlich.”

“Und eine Schaukel und ein Trampolin im Garten.”
“Was sonst…”

“Eben, und da kann ich dann ja nicht mehr arbeiten gehen.”
“Auf keinen Fall…”

“Und deshalb musst du dann für die Familie sorgen.”
“Und für das Haus.”

“Und für das Haus, ja.”
“VERGISS ES!!”

“Das machen andere doch auch!?”
“Was andere machen, das muss ich ja nicht alles nachmachen!”

“Aber du hättest doch auch was davon?”
“So?? Was denn??”

“Du kriegst einen Grill im Garten und einen großen Fernseher.”
“Ich will aber weder einen Grill noch einen großen Fernseher!?”

“Was willst du denn?”
“Also wenn, dann will ich ein Heimkinozimmer.”

“So ein Blödsinn! Das nimmt viel zu viel Platz weg!”
“Oder ein Atelier, wo ich ferngesteuerte Autos basteln kann.”

“Das ist doch auch totaler Humbug!”
“Na schön, dann aber wenigstens einen Aufsitz-Rasenmäher?”

“Ich will einen Garten und keinen Schlosspark!”
“Toll! Alles, was ich haben will, kriege ich nicht! Trotz 400.000 Euro!”

“Wünsch dir doch was Sinnvolles, wo wir beide was von haben!?”
“Dann wünsche ich mir eine geschlossene Gummizelle für mich allein.”

“OK! Und die 80 Cent darfst du von mir aus auch behalten.”

Kopfschüttel…

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