Tennisshop

Nicht aussteigen

28. Mai 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich sitzen zusammen im Auto und sind auf dem Weg zu unserem Einkaufsmarkt; der Kühlschrank ist mal wieder leer und möchte gefüllt werden.
Bei Sonnenschein sind wir losgefahren und keine 5 Minuten später regnet es wie aus Eimern…

“Also ICH steige nicht aus!”
“Liebste, es sind vom Parkplatz doch nur ein paar Meter…”

“Egal, ICH steige jedenfalls nicht aus.”
“…um zu warten, bis es aufhört, zu regnen?”

“Also ich kann nicht aussteigen!”
“Ja, das habe ich jetzt verstanden, danke.”

“Ich habe es ja auch 3-mal gesagt.”
“Danke.”

“Dass ich nicht aussteige, meine ich.”
“Ja.”

“Was heißt denn Ja??”
“Was verstehst du denn an Ja nicht??”

“Willst du das denn gar nicht genauer wissen?”
“Was! Warum du nicht aussteigen willst??”

“Ja.”
“Nein.”

“Nein??”
“Ja.”

“Was meinst du denn jetzt??”
“Ich meine, dass ich es weiß.”

“Was denn??”
“Warum du nicht aussteigen willst.”

“Ach so…”
“Ja. Sehr geistreiche Unterhaltung.”

“Du weißt es ja. Und ich bin echt erstaunt!”
“Worüber jetzt genau??”

“Du hast doch eben gesagt, dass du es schon weißt!?”
“Ach so, ich dachte, wir sprechen über unsere Unterhaltung.”

“Du denkst, dass wir darüber sprechen, was wir sprechen??”
“Ja.”

“Verstehe ich nicht.”
“Weiß ich.”

“Endlich weißt du mal was!”
“Ich weiß schon die ganze Zeit was!”

“Was denn??”
“Himmel! Schatz, diese Unterhaltung nervt!”

“Sagte ich schon, dass ich nicht aussteigen werde?”
“Ja. Mehrmals. Und ausreichend oft.”

“Gut.”
“Fein.”

“Wieso regnet das denn jetzt so dolle!?”
“Muss am Wetter liegen…”

“Du darfst dann aber auch nicht aussteigen!”
“Wie bitte?? Ich steige aus und gehe in den Laden.”

“Und ich??”
“Was und du!?”

“Dann bin ich ja ganz alleine!”
“So ist es.”

“Das geht nicht.”
“Schatz, ich sage es ungern, aber: das ist dein Problem.”

“Warum bist du denn jetzt so böse zu mir??”
“Stimmt nicht, ich habe es ganz sachlich und neutral gesagt.”

“Hast du nicht! Ich bin dir anscheinend völlig egal!”
“Quatsch!”

“Aber dass ich mitkomme, das ist dir egal!”
“Ist es nicht, komm doch mit!?”

“Wenn es so weiter regnet, steige ich nicht aus!”
“Und deshalb darf ich auch nicht aussteigen, oder was??”

“Damit ich nicht alleine hier sitzen muss, genau!”
“Nimm dir einfach den Schirm da und fertig!”

“Da nutzt der Schirm doch gar nichts!”
“Bitte?? Hier nutzt sowieso nichts, habe ich so das Gefühl!”

“Was soll das denn jetzt heißen??”
“Solange ein Tropfen fällt, steigst du ja sowieso nicht aus!?”

“Doch, aber nur, wenn es nicht ganz so doll gießt!”
“Deine Frisur wird das schon überleben.”

“Frisur? Wieso denn meine Frisur?”
“Ist das nicht der Grund, warum du nicht aussteigen willst??”

“Nee. Natürlich nicht.”
“Ähm, sondern??”

“Weil ich zuhause was vergessen habe.”
“Aha, und was bitte??”

“Meine Schuhe.”
“Deine Schuhe??”

“Und Strümpfe.”
“Du hast auch deine Strümpfe vergessen??”

“Ja.”
“Und, ähm… WAS bitte hast du jetzt an??”

“Meine Flip-Flops.”
“Schatz! Du kannst doch nicht mit Flip-Flops…”

“Eben. ICH steige ganz bestimmt NICHT aus!”

Kopfschüttel…

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Für Demokratie

26. Mai 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sind auf der Suche nach einem neuen Festnetz-Telefon; unser jetziges ist zwar nicht kaputt, aber schon uralt.
Also stehen wir beide jetzt in einem großen Elektronik-Markt vor dem Regal mit den Telefonen und die Auswahl ist riesig.
Hier werden wir wohl was finden!

“Meine Güte, wie viele Telefone das hier gibt!”
“Ja, das hätte ich auch nicht gedacht, Süße.”

“Welches nehmen wir denn jetzt?”
“Hm…”

“Ich finde das blaue da toll!”
“Och nee…”

“Und wir wäre das da?”
“Was! Das kleine Ding??”

“Ja, das kann man so schön in die Tasche stecken!”
“…und man verlegt es dauernd, nee!”

“Also ich würde das nehmen.”
“Ach, das ist ja gar kein ISDN-Telefon, geht also nicht.”

“Was ist das nicht?”
“Das ist kein ISDN-Telefon.”

“Sondern??”
“Ein analoges.”

“Damit kann man nicht telefonieren?”
“Doch, aber es hat eben keine ISDN-Komfortmerkmale.”

“Verstehe ich nicht?”
“ISDN-Telefone sind besser.”

“Und wie sehen die aus?”
“Da hinten zum Beispiel, da stehen welche.”

“Das sind ja nur fünf! Und die sind sauteuer!”
“Na und?? Qualität hat eben ihren Preis.”

“Aber von den anderen gibt es doch mindestens fünfzig!”
“Das mag ja sein, aber wir brauchen eben ein ISDN-Telefon.”

“Du telefonierst doch sowieso nie!?”
“Das ist falsch! Ich telefoniere nur WENIGER als du!”

“Eben. Und deswegen muss mir das Telefon auch mehr gefallen.”
“Mehr?? Wie definiert man denn MEHR gefallen??”

“Naja, mein Urteil ist eben wichtiger, als deins.”
“Hallo??”

“Na du bist doch wohl für Demokratie, oder??”
“Demokratie??”

“Naja, das ist doch dieses Mehrheitsprinzip, oder?”
“Ähm, das ist soweit richtig…”

“Siehste!”
“Und was bitte hat das jetzt hier mit den Telefonen zu tun??”

“Wir entscheiden das eben demokratisch, dachte ich mir.”
“Schön. Also stimmen wir ab.”

“Ich bin für das kleine Telefon.”
“Und ich bin für das ISDN-Telefon.”

“OK, also habe ich gewonnen.”
“Bitte?? Wir haben ein demokratisches Unentschieden!”

“Quatsch!”
“Also hör mal, wer wollte denn hier eine demokratische Wahl??”

“Du verstehst eben einfach nichts von Politik.”
“Ich verstehe nichts von Politik?? Das wird ja immer schöner!!”

“Haben die nicht da diese Stühle?”
“Was? Wer hat Stühle?”

“Na die Politiker. In Berlin.”
“Stühle??”

“Da reden die immer von bei den Wahlen, wer mehr Stühle hat.”
“SITZE! Wer mehr SITZE im Bundestag hat!!”

“Na gut, dann eben Sitze. Ist doch total egal.”
“Ähm…”

“Und wer mehr Sitze hat, darf Bundeskanzler sein.”
“Gottogott, hoffentlich hört das hier keiner…”

“Stimmt´s oder nicht??”
“So in etwa, also…”

“Eben. Und deshalb darf ich das Telefon aussuchen.”
“Ich verstehe nur nicht, was das mit Demokratie zu tun hat…”

“Ich bin die CDU. Mit ganz vielen Stühlen.”
“SITZE! Es heißt SITZE und nicht Stühle!”

“OK, Sitze. Und du bist die SPD. Mit weniger Sitzen.”
“Und warum hast ausgerechnet du mehr Sitze als ich??”

“Weil ich mehr telefoniere.”
“Aha. Und weil ich deswegen weniger Sitze habe, meinst du jetzt…”

“Genau, ich kann dich überstimmen.”
“Schatz!! Wir sind aber weder die CDU noch die SPD!!”

“Nee. Wir sind eigentlich schon viel weiter.”
“Weiter?? Was heißt das denn nun wieder??”

“Eigentlich sind wir ja die große Koalition, du und ich!”
“Ich brech zusammen…”

“Aber ich bin die Bundeskanzlerin!”

Kopfschüttel…

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Der Donners Dings

21. Mai 2009, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich sitzen am herrlichen Mittwochabend bei Freunden im Garten, wir sind zum Grillen eingeladen worden.
Die Damen trinken Baileys, die Herren Bier; alles in allem eine entspannte Atmosphäre und viel Spaß haben wir auch!
Aber: da gibt es noch etwas anderes…

“Wo geht ihr denn hin, Schatz?”
“Wir Männer wollen gucken, wie es bei Werder steht, Süße.”

“Fußball??”
“Nee, Topfschlagen und Sackhüpfen.”

Blödmann!”
“Heute ist UEFA-Cup Finale, läuft schon ne halbe Stunde.”

“Bleib hier!”
“Warum??”

“Wir sind zum Grillen hier und nicht zum Fußball gucken!”
“Aber wir wollen doch nur wissen, wie es steht!?”

“Jetzt??”
“Wann denn sonst, die spielen doch nunmal jetzt!?”

“Aber wir sitzen doch gerade hier alle so schön!”
“Ihr könnt ja auch gerne sitzen bleiben.”

“Nicole, Elli, sagt doch auch mal was!!”

[Nicole und Elli, die auch am Tisch sitzen und bereits seit einer Stunde an ihrem Baileys nuckeln, sagen zwar nichts, nicken aber beide erstaunlich synchron mit den Köpfen...]

“Siehste!”
“Wir sind doch aber in zwei Minuten wieder da!?”

“Das kenne ich, aus zwei Minuten werden dann zwanzig!”
“Wir wollen NUR schnell den Zwischenstand. Stimmt´s, Männer??”

[Ich wende mich fragend an Thomas und Stefan, die wie angewurzelt dastehen und quasi mitten im Lauf eingefroren zu sein scheinen.
Beide nicken - ebenfalls erstaunlich synchron - mit den Köpfen...]

“Ihr seid doch gar keine Fußball-Fans!?”
“Bei so einem Endspiel aber schon.”

“Der Fernseher bleibt aus!”
“Hallo?? Das ist ja wohl nicht deiner, sondern Thomas seiner!”

“Thomas macht das ja nur, weil du ihn angestiftet hast!”

[Bevor Thomas verteidigend etwas dazu sagen kann - was mir sehr recht gewesen wäre - legt die Liebste aber auch schon nach...]

“Thomas, ich weiß! Mach doch einfach das Radio an.”
“Und was soll das bitte??”

“Die sagen doch durch, wenn ein Tor fällt.”
“Das ist doch aber etwas völlig anderes!”

“Quatsch, da weiß man auch, wie es steht, stimmt´s, Mädels?”

[Nicole und Elli nicken erneut erstaunlich synchron mit dem Kopf...]

“Also Radio wäre in Ordnung.”
“Hallo?? Wir wollen aber Fußball GUCKEN! Oder was??”

[Thomas und Stefan nicken beipflichtend erstaunlich synchron...]

“Gegen wen spielt Werder denn eigentlich?”
“Gegen Donezk.”

“Wer ist das denn??”
“Ukraine.”

“Ach so, ja! Ich weiß! Und was soll das dann noch?”
“Was? Was soll was??”

“Naja Ukraine, ich meine, das ist doch dieser Milliardär, oder?”
“Wie bitte??”

“Die verlieren doch eh, was wollt ihr da gucken??”
“Woher willst du wissen, dass Donezk verlieren wird??”

“Donerest doch nicht! Ich meine Werder!”
“Du hast doch davon ÜBERHAUPT keine Ahnung!!”

“Wollen wir wetten, dass Donnelek gewinnt?”
“Donezk, es heißt Donezk!”

“Wie auch immer, die gewinnen. Braucht ihr gar nicht gucken.”

[Nicole und Elli nicken unaufgefordert erstaunlich synchron...]

“So, und jetzt setzt euch wieder hier zu uns.”
“Werder gewinnt, und sonst keiner!”

“Donners Dings gewinnt.”
“Werder!”

“Donners!”
“DONEZK!”

“Sag ich ja.”
“Nein, es heißt DONEZK, so schwer ist das ja wohl nicht!”

“Also wetten wir jetzt, oder was??”
“Um was denn??”

“Wenn ich gewinne, dann kriege ich was von dir.”
“Und was??”

“Eine Woche lang alles, was ich will!”
“Und wenn ich gewinne??”

“Dann kriegst DU eine Woche lang alles, was ich will!”

Kopfschüttel…

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Mit Stückchen

19. Mai 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend an unserem Esstisch im Wohnzimmer und essen gemeinsam Abendbrot; vielmehr: sind wir damit gerade fertig geworden.
Entspannt lehne ich mich zurück und warte auf die Vorschläge der Liebsten…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Wollen wir noch ein Eis essen gehen?”
“Hm, ja, warum nicht? Gute Idee!”

“Ich habe jetzt noch voll Lust auf Schokoladeneis!”
“Prima, dann lass uns die Sachen wegräumen und dann los.”

“Aber nicht zur Eisdiele.”
“Ähm…”

“Ich meine, nicht zu DER Eisdiele.”
“Du meinst die vor unserer Tür?”

“Genau.”
“Und warum nicht zu Simonetti??”

“Da schmeckt das Schokoladeneis nicht.”
“Aha. Und wieso schmeckt das da plötzlich nicht mehr??”

“Es schmeckt schon, aber da sind ja keine Stücke drin.”
“Stücke??”

“Naja so Schokoladenstückchen eben, die will ich jetzt!”
“Aber wir haben da doch schon 1.000-mal Eis gegessen??”

“Aber nicht mit Schokostückchen.”
“OK, schön, und was heißt das jetzt?”

“Dass ich zu einer anderen Eisdiele will.”
“Na toll! Da haben wir eine Eisdiele vor der Tür und…”

“…wir können doch aber mal woanders hingehen?”
“Das können wir, ja, und wohin?”

“Weiß ich nicht.”
“Das sind nicht gerade gute Voraussetzungen, Liebste…”

“In Oldenburg wüsste ich eine Eisdiele, wo es das gibt!”
“Schatz! Oldenburg ist 50 Kilometer weit weg!?”

“Ich will ja auch gar nicht nach Oldenburg.”
“Da bin ich aber froh, bei dir weiß man ja nie…”

“Was soll das denn heißen??”
“Dass es gut hätte sein können, dass du jetzt da hin willst!”

“Stimmt ja gar nicht!”
“Sondern?”

“Hier wird es ja in Bremen wohl noch andere Eisdielen geben!”
“Gibt es, ja, zum Beispiel an der Schlachte.”

“Haben die Schokoeis mit Stückchen??”
“Ähm, das weiß ich nicht…”

“Dann ruf da an.”
“Wie bitte?? Ich weiß weder die Adresse noch den Namen!?”

“Das wird die Auskunft ja wohl wissen??”
“Dann ruf DU doch da an, wenn das so einfach ist!”

“Du kannst sowas aber besser.”
“Was! Die Auskunft nach einer Telefonnummer fragen??”

“Nein, das mit den Schokostückchen.”
“DAS wird mir die Auskunft NICHT sagen können!”

“Aber der nette Mann in der Eisdiele.”
“Und warum fragst du denn NETTEN Mann nicht selber??”

“Aber wenn der italienisch spricht?”
“Das ist keine italienische Eisdiele, soweit ich weiß…”

“Dann will ich da auch nicht hin.”
“Aber Schokoladeneis werden die wohl auch haben!”

“Mit Stückchen?”
“Himmel!!”

“Wir können ja auch in die Gelben Seiten gucken, oder?”
“Oh nein, bitte nicht!”

“Warum nicht??”
“Weil das nur wieder eine Katastrophe wird!”

“Verstehe ich nicht…”
“Bevor ich mir DAS antue, fahre ich dich lieber nach Oldenburg!”

“Ehrlich? Dann los.”
“Schatz, das sollte eigentlich nur ein Witz sein…”

“Ich finde das auch echt witzig!”
“Das ist schön…”

“Fährst du?”
“Liebste, ein Witz, du verstehst…”

“So spontane Sachen finde ich total aufregend!”
“Ich brech zusammen…”

“Dann fahren wir aber vorher noch bei Simonetti vorbei.”
“Ähm… Jetzt DOCH zu unserer Eisdiele??”

“Klar!”
“Aber du wolltest doch da nicht hin??”

“Richtig, aber bis Oldenburg sind wir ja ewig unterwegs.”
“Den Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht??”

“Dann können wir uns für die Fahrt da noch ein Eis mitnehmen!”
“Schokolade??”

“Nee, Vanille!”

Kopfschüttel…

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Alle etwas gemeinsam

14. Mai 2009, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich sitzen in unserem Wohnzimmer mit einem leckeren Glas Wein; irgendwie war uns heute danach und so haben wir ein erlesenes Fläschchen Rotwein aufgemacht.
Und in dieser angenehmen Atmosphäre lässt es sich natürlich auch gut plaudern.

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Weißt du, was Simone neulich gesagt hat?”
“Nein. Aber die redet ja viel, wenn der Tag lang ist…”

“Sie hat gesagt, alle Männer hätten eines gemeinsam.”
“Aha, und was?”

“Sie sind eben alle nur Männer!”
“SEHR witzig. Dieser Kommentar passt absolut zu Simones Niveau…”

“Also ich finde das lustig!”
“Ja… War ja klar…”

“Und weißt du, was ich darauf geantwortet habe?”
“Ähm, das will ich gar nicht wissen, glaube ich…”

“Ich habe gesagt, dass Frauen auch alle was gemeinsam haben!”
“Kann ich dich irgendwie dazu bringen, mir das nicht zu verraten?”

“Nein. Ich will es dir ja sagen!”
“Dachte ich mir…”

“Also soll ich jetzt sagen, was ich gesagt habe?”
“Nein.”

“MANN!”
“Einen Versuch war es wert; also, was hast du gesagt?”

“Dass Frauen auch alle etwas gemeinsam haben.”
“Jaja, und? Was haben sie nun gemeinsam?”

“Sie suchen alle einen Mann, finden aber leider nur Männer!”

Kopfschüttel…

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Kuckucks-Kind

11. Mai 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich gehen bei dem schönen Wetter an der Weser spazieren und teilen dieses Vergnügen offensichtlich mit tausenden anderen Bremern, es ist ziemlich voll auf der Promenade.
Trotzdem ergattern wir noch eine freie Bank und setzen uns entspannt in die Sonne.

“Letzten Mittwoch, das war so schön…”
“Mittwoch? Süße, warst du da nicht bei deiner komischen Freundin?”

“Ja, genau. Bei Elke.”
“Aber ich dachte, ihr hättet euch nicht viel zu sagen gehabt?”

“Das stimmt, irgendwie haben wir uns auseinander gelebt…”
“Wenn man sich nur alle 10 Jahre sieht, ist das ja auch kein Wunder!”

“Trotzdem, es gab auch tolle Momente.”
“Und die waren?”

“Als sich der Kleine auf meinen Schoß gesetzt hat.”
“Der Kleine??”

“Ja, der hat mich die ganze Zeit angeschaut.”
“Aha.”

“Mit großen Kulleraugen und der hat sich total gefreut!”
“Wie alt ist der denn?”

“Der müsste jetzt so ein Dreivierteljahr alt sein…”
“Ich wusste gar nicht, dass Elke eine kleine Kröte hat?”

“Das ist keine Kröte!”
“Würde aber gut zu Elke passen!”

Blödmann!”
“Wer jetzt, ich oder der Kleine??”

“Du weißt schon, wer!”
“Und wer ist denn der unglückliche Vater?”

“Weiß ich doch nicht??”
“Naja, ich meine, Elke wird es ja wohl hoffentlich wissen??”

“Nee. Die weiß das bestimmt auch nicht.”
“Ähm… Nicht?”

“Wozu auch, ist das wichtig??”
“Naja, also ich meine, ähm…”

“Elke hat wohl total lange gesucht.”
“DAS kann ich mir vorstellen!”

“Jetzt hör doch mal auf, immer auf ihr rumzuhacken!”
“Die hat ihn bestimmt vorher betrunken gemacht.”

“Wer hat wen betrunken gemacht!?”
“Na Elke ihren Lover! Ich meine, sonst wäre ja gar k…”

“Elke hat doch gar keinen Freund!”
“Soll das heißen, dass einer freiwillig mit Elke…”

“Nicht einer, es kamen schon mehrere in Frage, sagt sie.”
“Was?? Mehrere?? Wir reden schon noch von Elke, oder??”

“Also ich würde das auch machen.”
“Wie bitte??”

“Ich würde mich da auch sehr genau umschauen.”
“Um dann was zu tun, bitte??”

“Kostet ja schließlich auch ne Menge Geld.”
“Geld?? Soll das heißen, Elke hat dafür auch noch bezahlt??”

“Natürlich! 800 Euro!”
“Ach so, jetzt verstehe ich! Künstliche Befruchtung!”

“Quatsch! Das ist doch auch gar nicht notwendig.”
“Und wieso nicht?? Einmal-Väter wachsen doch nicht auf Bäumen!?”

“Es gibt doch genug überall!”
“Allein die Vorstellung ist ja schon widerlich!!”

“Also mir hat das totalen Spaß gemacht.”
“Dir? Wieso dir??”

“Ich war auch öfters bei welchen, in Berlin und in Lübeck.”
“Was??”

“Da waren etliche zur Auswahl, jeden hätte ich nehmen können!”
“Sag mal, das war aber vor unserer Zeit, oder??”

“Natürlich. Mit dir kann man sowas ja nicht machen.”
“Oh, entschuldige! Ich war halt noch nie in einem solchen Club!”

“Das sind doch keine Clubs, da kann jeder mal hingehen!”
“Und du bist da öfters gewesen??”

“Früher schon, könnten wir eigentlich mal zusammen machen.”
“Nee! Das ist nun überhaupt nicht mein Ding!”

“Ich weiß ja, dass du nicht willst, aber mir zuliebe?”
“Sag mal, spinne ich jetzt?? Seit wann bist du denn so drauf??”

“Immer schon! Wieso?”
“Und Elke, also DIE ELKE, die macht das auch??”

“Klar, an einem Wochenende hat sie sogar vier geschafft!”
“Oh Gott, wie bekomme ich je wieder diese Bilder aus meinem Kopf…”

“Man kann doch mal gucken??”
“Nur gucken??”

“Naja, wenn es sich ergibt, können wir ja einen mitnehmen?”
“Jetzt reicht´s aber mal langsam, du spinnst wohl!”

“Was denn??”
“Wenn überhaupt, nehmen wir EINE mit, und nicht EINEN!”

“OK, von mir aus…”
“Womöglich möchtest du noch beides?”

“Das würdest du machen??”
“AUF KEINEN FALL!”

“Einer reicht ja eigentlich auch.”
“Das ist ja sehr großzügig…”

“Wann machen wir das?”
“Gar nicht.”

“Aber du hast doch eben gesagt, dass…”
“Vergiss es!”

“Da träume ich schon so viele Jahre von!”
“Das tut mir sehr leid, aber das mache ich nicht mit!”

“Och bitte, bitte!”
“NEIN!”

“Aber Elke sagt, dass sie so glücklich ist und…”
“Elke ist total krank, das ist was ganz anderes!”

“Ich will aber auch!”
“Dann mach doch, aber ohne mich!!”

“Wirklich??”
“Ich glaube nicht, dass ausgerechnet DIR das gefallen wird!”

“Doch, doch, doch, ganz bestimmt!”
“Und dann bleibt das doch wieder alles nur an mir hängen!”

“Ich verspreche, mich ganz doll um ihn zu kümmern!”
“Oh, wie nett!!”

“Nur, wenn ich mal nicht da bin, musst du übernehmen.”
“Ganz sicher NICHT! Und jetzt hör auf mit dem Schwachsinn!”

“B-I-T-T-E!!
“Du kriegst weder einen Kerl noch ein Kuckucks-Kind wie Elke!”

“Einen Kerl?? Kind? Hä?”
“Hallo?? Wovon reden wir denn die ganze Zeit??”

“Elke hat einen neuen kleinen Hund! Was für einen Kerl denn??”

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Das heißt es NICHT!

7. Mai 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen am Morgen in der Küche und trinken Tee und Kaffee zusammen, bevor wir uns wieder auf einen neuen Arbeitstag stürzen.
Bei dieser Gelegenheit werfe ich noch schnell einen flüchtigen Blick in die Tageszeitung und was entdecke ich da?

“Warum schmunzelst du so?
“Weil ich gerade dein Horoskop lese, Süße.”

“So?? Und was steht da?”
“Ich lese vor, Moment, ähm… Beabsichtigen Sie etwas und sagen etwas ganz anderes? Vielleicht haben Sie den
Eindruck, unkonventionell zu denken und zu kommunizieren.”

“Was ist das denn für ein Schwachsinn??”
“Also ich finde, das passt irgendwie zu dir…”

“Und was daran passt bitte zu mir??”
“Du sagst auch häufig Dinge, die dann eigentlich ganz anders sind!”

“Tue ich nicht!”
“So?? Ich kennen NIEMANDEN, der das so gut kann, wie du!”

“Ich sage doch immer, was ich denke!?”
“Mag ja sein, aber beabsichtigen tust du oft was anderes.”

“Zum Beispiel??”
“Du sagst beispielsweise: mir ist kalt.”

“Na und??”
“Und das bedeutet aber: nimm mich bitte in den Arm, stimmt´s?”

“Quatsch! Das heißt es NICHT!”
“Sondern??”

“Das heißt, dass ich wieder nichts Passendes anzuziehen hab!”

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Keine Schnitte

4. Mai 2009, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich fahren durch Zufall an der großen Open-Air Kartbahn in Bassum vorbei; kurzentschlossen halten wir an, um bei dem schönen Wetter einen Blick auf die Bahn und die Fahrer zu werfen.
Kart fahren ist eine tolle Sache, finde ich!

“Mann, ist das laut und dreckig…”
“Süße, das muss so sein.”

“Wieso muss das so sein??”
“Weil es sonst keinen Spaß macht, deswegen.”

“Bist du schon mal Kart gefahren?”
“Natürlich.”

“Wo denn??”
“Damals in Stuttgart, mit den Kollegen.”

“Ich noch nicht.”
“Echt nicht? Sollen wir mal ne Runde drehen?”

“Was! Hier?? Jetzt??”
“Schatz, wir sind auf einer Kartbahn, oder??”

“Das weiß ich, ich bin ja nicht doof!”
“Und hier stehen Karts, also was hindert uns??”

“Ich steig doch nicht in so ein Ding ein!”
“Und warum nicht??”

“Das ist mir zu gefährlich.”
“Quatsch! Da passiert gar nichts.”

“Und die fahren da ja alle mit Helm!”
“Und?”

“Ich setze doch nicht so einen verlausten Helm auf!”
“Da kommt ja auch noch die Haube drunter.”

“Was für eine Haube??”
“Die Sturmhaube, die zieht man unter dem Helm an.”

“HALLO?? Sturmhaube?? Über MEINE Haare??”
“Die bindest du doch sonst auch zusammen!?”

“Vergiss es! Du kannst ja fahren, wenn du willst!”
“Aber lass und doch zusammen fahren, das macht mehr Spaß!”

“Was bitte soll denn daran Spaß machen??”
“Naja, so hintereinander her und so…”

“Da hättest du doch eh keine Schnitte gegen mich.”
“Was? Was hast du gerade gesagt?”

“Dass du gegen mich keine Chance hättest.”
“Wie kommst du denn darauf??”

“Also bitte, das liegt doch wohl auf der Hand.”
“Ich dachte, du bist noch nie Kart gefahren??”

“Na und?”
“Woher willst du dann wissen, dass du mich abhängen würdest??”

“Das hängt mit meinem Gürtel zusammen.”
“Was?? Mit deinem Gürtel??”

[Die Liebste öffnet ihren Gürtel und zieht ihn aus den Gürtelschlaufen hinaus.]

“Hier, nimm.”
“Was soll ich mit deinem Gürtel??”

“Mach mal um.”
“Ich??”

“Nun mach!”
“Wozu??”

“Immer diese Fragerei, nun mach meinen Gürtel um!”
“Das brauche ich gar nicht erst probieren, der ist eh zu klein!”

“Eben.”
“Eben??”

“Noch Fragen?”
“Ja! Ich verstehe KEIN Wort!”

“Weil dir mein Gürtel nicht passt, verlierst du.”
“Was redest du denn da für einen Blödsinn!?”

“Das ist einfachste Physik.”
“Hä??”

“Weniger Masse braucht weniger Energie zum beschleunigen.”
“Ach nee! Und du meinst also, dass beim Kart fahren…”

“Genau, deine Masse hat gegen meine Masse keine Chance!”
“Ich glaube, ich höre gerade nicht richtig!?”

“Bis du auf der Geraden beschleunigt hast, bin ich schon weg!”
“Ach so!? Und Können und Geschick zählen gar nicht, oder was??”

“Nein.”
“Dann lass uns fahren, dann belehre ich dich eines besseren!”

“Wozu? Ich weiß doch, dass ich gewinne.”
“Ich werde dich elendig im Staub stehen lassen!”

“In deinen Träumen vielleicht!”
“Ich hole uns jetzt zwei Tickets, und dann werden wir ja sehen!”

“Hm… OK, aber ich möchte ein Kart mit guten Bremsen.”
“Natürlich. Fahrtauglich muss es schon sein.”

“Deswegen nicht! Zum Fahren brauche ich die Bremsen nicht!”
“Und warum dann??”

“Damit ich bremsen und auf dich warten kann.”
“Sehr witzig! Wirklich sehr witzig!”

“…und einem großen Rückspiegel.”
“Zum Schminken oder was?? HAHA!!”

“Nee.”
“Ach! Nicht??”

“Nein, den brauche ich, damit ich dich immer gut sehen kann!”
“DU kannst ja richtig lustig sein, Respekt!”

“Also schön, worauf warten wir noch!?”
“Prima! Gleich geht´s los!”

“Der Sieger kriegt ein Pistazien-Eis.”
“Pistazie? Aber du magst doch gar kein Pistazie??”

“Ich nicht, aber du.”
“Und was ist, wenn du gewinnst??”

“Ich gewinne ja nicht.”
“Aber du hast doch eben noch groß rumgetönt, dass du…”

“Ja, aber ich werde dich natürlich gewinnen lassen.”
“Wie bitte?? Warum das denn??”

“Sonst muss ich ja mit dir hier jahrelang jedes Wochenende hin!”

Kopfschüttel…

45 Kommentare »

Nicht aussteigen

28. Mai 2009, aus der Schublade Beauty und Kleidung

Meine Liebste und ich sitzen zusammen im Auto und sind auf dem Weg zu unserem Einkaufsmarkt; der Kühlschrank ist mal wieder leer und möchte gefüllt werden.
Bei Sonnenschein sind wir losgefahren und keine 5 Minuten später regnet es wie aus Eimern…

“Also ICH steige nicht aus!”
“Liebste, es sind vom Parkplatz doch nur ein paar Meter…”

“Egal, ICH steige jedenfalls nicht aus.”
“…um zu warten, bis es aufhört, zu regnen?”

“Also ich kann nicht aussteigen!”
“Ja, das habe ich jetzt verstanden, danke.”

“Ich habe es ja auch 3-mal gesagt.”
“Danke.”

“Dass ich nicht aussteige, meine ich.”
“Ja.”

“Was heißt denn Ja??”
“Was verstehst du denn an Ja nicht??”

“Willst du das denn gar nicht genauer wissen?”
“Was! Warum du nicht aussteigen willst??”

“Ja.”
“Nein.”

“Nein??”
“Ja.”

“Was meinst du denn jetzt??”
“Ich meine, dass ich es weiß.”

“Was denn??”
“Warum du nicht aussteigen willst.”

“Ach so…”
“Ja. Sehr geistreiche Unterhaltung.”

“Du weißt es ja. Und ich bin echt erstaunt!”
“Worüber jetzt genau??”

“Du hast doch eben gesagt, dass du es schon weißt!?”
“Ach so, ich dachte, wir sprechen über unsere Unterhaltung.”

“Du denkst, dass wir darüber sprechen, was wir sprechen??”
“Ja.”

“Verstehe ich nicht.”
“Weiß ich.”

“Endlich weißt du mal was!”
“Ich weiß schon die ganze Zeit was!”

“Was denn??”
“Himmel! Schatz, diese Unterhaltung nervt!”

“Sagte ich schon, dass ich nicht aussteigen werde?”
“Ja. Mehrmals. Und ausreichend oft.”

“Gut.”
“Fein.”

“Wieso regnet das denn jetzt so dolle!?”
“Muss am Wetter liegen…”

“Du darfst dann aber auch nicht aussteigen!”
“Wie bitte?? Ich steige aus und gehe in den Laden.”

“Und ich??”
“Was und du!?”

“Dann bin ich ja ganz alleine!”
“So ist es.”

“Das geht nicht.”
“Schatz, ich sage es ungern, aber: das ist dein Problem.”

“Warum bist du denn jetzt so böse zu mir??”
“Stimmt nicht, ich habe es ganz sachlich und neutral gesagt.”

“Hast du nicht! Ich bin dir anscheinend völlig egal!”
“Quatsch!”

“Aber dass ich mitkomme, das ist dir egal!”
“Ist es nicht, komm doch mit!?”

“Wenn es so weiter regnet, steige ich nicht aus!”
“Und deshalb darf ich auch nicht aussteigen, oder was??”

“Damit ich nicht alleine hier sitzen muss, genau!”
“Nimm dir einfach den Schirm da und fertig!”

“Da nutzt der Schirm doch gar nichts!”
“Bitte?? Hier nutzt sowieso nichts, habe ich so das Gefühl!”

“Was soll das denn jetzt heißen??”
“Solange ein Tropfen fällt, steigst du ja sowieso nicht aus!?”

“Doch, aber nur, wenn es nicht ganz so doll gießt!”
“Deine Frisur wird das schon überleben.”

“Frisur? Wieso denn meine Frisur?”
“Ist das nicht der Grund, warum du nicht aussteigen willst??”

“Nee. Natürlich nicht.”
“Ähm, sondern??”

“Weil ich zuhause was vergessen habe.”
“Aha, und was bitte??”

“Meine Schuhe.”
“Deine Schuhe??”

“Und Strümpfe.”
“Du hast auch deine Strümpfe vergessen??”

“Ja.”
“Und, ähm… WAS bitte hast du jetzt an??”

“Meine Flip-Flops.”
“Schatz! Du kannst doch nicht mit Flip-Flops…”

“Eben. ICH steige ganz bestimmt NICHT aus!”

Kopfschüttel…

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Für Demokratie

26. Mai 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sind auf der Suche nach einem neuen Festnetz-Telefon; unser jetziges ist zwar nicht kaputt, aber schon uralt.
Also stehen wir beide jetzt in einem großen Elektronik-Markt vor dem Regal mit den Telefonen und die Auswahl ist riesig.
Hier werden wir wohl was finden!

“Meine Güte, wie viele Telefone das hier gibt!”
“Ja, das hätte ich auch nicht gedacht, Süße.”

“Welches nehmen wir denn jetzt?”
“Hm…”

“Ich finde das blaue da toll!”
“Och nee…”

“Und wir wäre das da?”
“Was! Das kleine Ding??”

“Ja, das kann man so schön in die Tasche stecken!”
“…und man verlegt es dauernd, nee!”

“Also ich würde das nehmen.”
“Ach, das ist ja gar kein ISDN-Telefon, geht also nicht.”

“Was ist das nicht?”
“Das ist kein ISDN-Telefon.”

“Sondern??”
“Ein analoges.”

“Damit kann man nicht telefonieren?”
“Doch, aber es hat eben keine ISDN-Komfortmerkmale.”

“Verstehe ich nicht?”
“ISDN-Telefone sind besser.”

“Und wie sehen die aus?”
“Da hinten zum Beispiel, da stehen welche.”

“Das sind ja nur fünf! Und die sind sauteuer!”
“Na und?? Qualität hat eben ihren Preis.”

“Aber von den anderen gibt es doch mindestens fünfzig!”
“Das mag ja sein, aber wir brauchen eben ein ISDN-Telefon.”

“Du telefonierst doch sowieso nie!?”
“Das ist falsch! Ich telefoniere nur WENIGER als du!”

“Eben. Und deswegen muss mir das Telefon auch mehr gefallen.”
“Mehr?? Wie definiert man denn MEHR gefallen??”

“Naja, mein Urteil ist eben wichtiger, als deins.”
“Hallo??”

“Na du bist doch wohl für Demokratie, oder??”
“Demokratie??”

“Naja, das ist doch dieses Mehrheitsprinzip, oder?”
“Ähm, das ist soweit richtig…”

“Siehste!”
“Und was bitte hat das jetzt hier mit den Telefonen zu tun??”

“Wir entscheiden das eben demokratisch, dachte ich mir.”
“Schön. Also stimmen wir ab.”

“Ich bin für das kleine Telefon.”
“Und ich bin für das ISDN-Telefon.”

“OK, also habe ich gewonnen.”
“Bitte?? Wir haben ein demokratisches Unentschieden!”

“Quatsch!”
“Also hör mal, wer wollte denn hier eine demokratische Wahl??”

“Du verstehst eben einfach nichts von Politik.”
“Ich verstehe nichts von Politik?? Das wird ja immer schöner!!”

“Haben die nicht da diese Stühle?”
“Was? Wer hat Stühle?”

“Na die Politiker. In Berlin.”
“Stühle??”

“Da reden die immer von bei den Wahlen, wer mehr Stühle hat.”
“SITZE! Wer mehr SITZE im Bundestag hat!!”

“Na gut, dann eben Sitze. Ist doch total egal.”
“Ähm…”

“Und wer mehr Sitze hat, darf Bundeskanzler sein.”
“Gottogott, hoffentlich hört das hier keiner…”

“Stimmt´s oder nicht??”
“So in etwa, also…”

“Eben. Und deshalb darf ich das Telefon aussuchen.”
“Ich verstehe nur nicht, was das mit Demokratie zu tun hat…”

“Ich bin die CDU. Mit ganz vielen Stühlen.”
“SITZE! Es heißt SITZE und nicht Stühle!”

“OK, Sitze. Und du bist die SPD. Mit weniger Sitzen.”
“Und warum hast ausgerechnet du mehr Sitze als ich??”

“Weil ich mehr telefoniere.”
“Aha. Und weil ich deswegen weniger Sitze habe, meinst du jetzt…”

“Genau, ich kann dich überstimmen.”
“Schatz!! Wir sind aber weder die CDU noch die SPD!!”

“Nee. Wir sind eigentlich schon viel weiter.”
“Weiter?? Was heißt das denn nun wieder??”

“Eigentlich sind wir ja die große Koalition, du und ich!”
“Ich brech zusammen…”

“Aber ich bin die Bundeskanzlerin!”

Kopfschüttel…

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Der Donners Dings

21. Mai 2009, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich sitzen am herrlichen Mittwochabend bei Freunden im Garten, wir sind zum Grillen eingeladen worden.
Die Damen trinken Baileys, die Herren Bier; alles in allem eine entspannte Atmosphäre und viel Spaß haben wir auch!
Aber: da gibt es noch etwas anderes…

“Wo geht ihr denn hin, Schatz?”
“Wir Männer wollen gucken, wie es bei Werder steht, Süße.”

“Fußball??”
“Nee, Topfschlagen und Sackhüpfen.”

Blödmann!”
“Heute ist UEFA-Cup Finale, läuft schon ne halbe Stunde.”

“Bleib hier!”
“Warum??”

“Wir sind zum Grillen hier und nicht zum Fußball gucken!”
“Aber wir wollen doch nur wissen, wie es steht!?”

“Jetzt??”
“Wann denn sonst, die spielen doch nunmal jetzt!?”

“Aber wir sitzen doch gerade hier alle so schön!”
“Ihr könnt ja auch gerne sitzen bleiben.”

“Nicole, Elli, sagt doch auch mal was!!”

[Nicole und Elli, die auch am Tisch sitzen und bereits seit einer Stunde an ihrem Baileys nuckeln, sagen zwar nichts, nicken aber beide erstaunlich synchron mit den Köpfen...]

“Siehste!”
“Wir sind doch aber in zwei Minuten wieder da!?”

“Das kenne ich, aus zwei Minuten werden dann zwanzig!”
“Wir wollen NUR schnell den Zwischenstand. Stimmt´s, Männer??”

[Ich wende mich fragend an Thomas und Stefan, die wie angewurzelt dastehen und quasi mitten im Lauf eingefroren zu sein scheinen.
Beide nicken - ebenfalls erstaunlich synchron - mit den Köpfen...]

“Ihr seid doch gar keine Fußball-Fans!?”
“Bei so einem Endspiel aber schon.”

“Der Fernseher bleibt aus!”
“Hallo?? Das ist ja wohl nicht deiner, sondern Thomas seiner!”

“Thomas macht das ja nur, weil du ihn angestiftet hast!”

[Bevor Thomas verteidigend etwas dazu sagen kann - was mir sehr recht gewesen wäre - legt die Liebste aber auch schon nach...]

“Thomas, ich weiß! Mach doch einfach das Radio an.”
“Und was soll das bitte??”

“Die sagen doch durch, wenn ein Tor fällt.”
“Das ist doch aber etwas völlig anderes!”

“Quatsch, da weiß man auch, wie es steht, stimmt´s, Mädels?”

[Nicole und Elli nicken erneut erstaunlich synchron mit dem Kopf...]

“Also Radio wäre in Ordnung.”
“Hallo?? Wir wollen aber Fußball GUCKEN! Oder was??”

[Thomas und Stefan nicken beipflichtend erstaunlich synchron...]

“Gegen wen spielt Werder denn eigentlich?”
“Gegen Donezk.”

“Wer ist das denn??”
“Ukraine.”

“Ach so, ja! Ich weiß! Und was soll das dann noch?”
“Was? Was soll was??”

“Naja Ukraine, ich meine, das ist doch dieser Milliardär, oder?”
“Wie bitte??”

“Die verlieren doch eh, was wollt ihr da gucken??”
“Woher willst du wissen, dass Donezk verlieren wird??”

“Donerest doch nicht! Ich meine Werder!”
“Du hast doch davon ÜBERHAUPT keine Ahnung!!”

“Wollen wir wetten, dass Donnelek gewinnt?”
“Donezk, es heißt Donezk!”

“Wie auch immer, die gewinnen. Braucht ihr gar nicht gucken.”

[Nicole und Elli nicken unaufgefordert erstaunlich synchron...]

“So, und jetzt setzt euch wieder hier zu uns.”
“Werder gewinnt, und sonst keiner!”

“Donners Dings gewinnt.”
“Werder!”

“Donners!”
“DONEZK!”

“Sag ich ja.”
“Nein, es heißt DONEZK, so schwer ist das ja wohl nicht!”

“Also wetten wir jetzt, oder was??”
“Um was denn??”

“Wenn ich gewinne, dann kriege ich was von dir.”
“Und was??”

“Eine Woche lang alles, was ich will!”
“Und wenn ich gewinne??”

“Dann kriegst DU eine Woche lang alles, was ich will!”

Kopfschüttel…

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Mit Stückchen

19. Mai 2009, aus der Schublade Essen und Trinken

Meine Liebste und ich sitzen am Abend an unserem Esstisch im Wohnzimmer und essen gemeinsam Abendbrot; vielmehr: sind wir damit gerade fertig geworden.
Entspannt lehne ich mich zurück und warte auf die Vorschläge der Liebsten…

“Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Wollen wir noch ein Eis essen gehen?”
“Hm, ja, warum nicht? Gute Idee!”

“Ich habe jetzt noch voll Lust auf Schokoladeneis!”
“Prima, dann lass uns die Sachen wegräumen und dann los.”

“Aber nicht zur Eisdiele.”
“Ähm…”

“Ich meine, nicht zu DER Eisdiele.”
“Du meinst die vor unserer Tür?”

“Genau.”
“Und warum nicht zu Simonetti??”

“Da schmeckt das Schokoladeneis nicht.”
“Aha. Und wieso schmeckt das da plötzlich nicht mehr??”

“Es schmeckt schon, aber da sind ja keine Stücke drin.”
“Stücke??”

“Naja so Schokoladenstückchen eben, die will ich jetzt!”
“Aber wir haben da doch schon 1.000-mal Eis gegessen??”

“Aber nicht mit Schokostückchen.”
“OK, schön, und was heißt das jetzt?”

“Dass ich zu einer anderen Eisdiele will.”
“Na toll! Da haben wir eine Eisdiele vor der Tür und…”

“…wir können doch aber mal woanders hingehen?”
“Das können wir, ja, und wohin?”

“Weiß ich nicht.”
“Das sind nicht gerade gute Voraussetzungen, Liebste…”

“In Oldenburg wüsste ich eine Eisdiele, wo es das gibt!”
“Schatz! Oldenburg ist 50 Kilometer weit weg!?”

“Ich will ja auch gar nicht nach Oldenburg.”
“Da bin ich aber froh, bei dir weiß man ja nie…”

“Was soll das denn heißen??”
“Dass es gut hätte sein können, dass du jetzt da hin willst!”

“Stimmt ja gar nicht!”
“Sondern?”

“Hier wird es ja in Bremen wohl noch andere Eisdielen geben!”
“Gibt es, ja, zum Beispiel an der Schlachte.”

“Haben die Schokoeis mit Stückchen??”
“Ähm, das weiß ich nicht…”

“Dann ruf da an.”
“Wie bitte?? Ich weiß weder die Adresse noch den Namen!?”

“Das wird die Auskunft ja wohl wissen??”
“Dann ruf DU doch da an, wenn das so einfach ist!”

“Du kannst sowas aber besser.”
“Was! Die Auskunft nach einer Telefonnummer fragen??”

“Nein, das mit den Schokostückchen.”
“DAS wird mir die Auskunft NICHT sagen können!”

“Aber der nette Mann in der Eisdiele.”
“Und warum fragst du denn NETTEN Mann nicht selber??”

“Aber wenn der italienisch spricht?”
“Das ist keine italienische Eisdiele, soweit ich weiß…”

“Dann will ich da auch nicht hin.”
“Aber Schokoladeneis werden die wohl auch haben!”

“Mit Stückchen?”
“Himmel!!”

“Wir können ja auch in die Gelben Seiten gucken, oder?”
“Oh nein, bitte nicht!”

“Warum nicht??”
“Weil das nur wieder eine Katastrophe wird!”

“Verstehe ich nicht…”
“Bevor ich mir DAS antue, fahre ich dich lieber nach Oldenburg!”

“Ehrlich? Dann los.”
“Schatz, das sollte eigentlich nur ein Witz sein…”

“Ich finde das auch echt witzig!”
“Das ist schön…”

“Fährst du?”
“Liebste, ein Witz, du verstehst…”

“So spontane Sachen finde ich total aufregend!”
“Ich brech zusammen…”

“Dann fahren wir aber vorher noch bei Simonetti vorbei.”
“Ähm… Jetzt DOCH zu unserer Eisdiele??”

“Klar!”
“Aber du wolltest doch da nicht hin??”

“Richtig, aber bis Oldenburg sind wir ja ewig unterwegs.”
“Den Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht??”

“Dann können wir uns für die Fahrt da noch ein Eis mitnehmen!”
“Schokolade??”

“Nee, Vanille!”

Kopfschüttel…

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Alle etwas gemeinsam

14. Mai 2009, aus der Schublade Freizeit und Reisen

Meine Liebste und ich sitzen in unserem Wohnzimmer mit einem leckeren Glas Wein; irgendwie war uns heute danach und so haben wir ein erlesenes Fläschchen Rotwein aufgemacht.
Und in dieser angenehmen Atmosphäre lässt es sich natürlich auch gut plaudern.

“Du, Schatz?”
“Ja, Süße?”

“Weißt du, was Simone neulich gesagt hat?”
“Nein. Aber die redet ja viel, wenn der Tag lang ist…”

“Sie hat gesagt, alle Männer hätten eines gemeinsam.”
“Aha, und was?”

“Sie sind eben alle nur Männer!”
“SEHR witzig. Dieser Kommentar passt absolut zu Simones Niveau…”

“Also ich finde das lustig!”
“Ja… War ja klar…”

“Und weißt du, was ich darauf geantwortet habe?”
“Ähm, das will ich gar nicht wissen, glaube ich…”

“Ich habe gesagt, dass Frauen auch alle was gemeinsam haben!”
“Kann ich dich irgendwie dazu bringen, mir das nicht zu verraten?”

“Nein. Ich will es dir ja sagen!”
“Dachte ich mir…”

“Also soll ich jetzt sagen, was ich gesagt habe?”
“Nein.”

“MANN!”
“Einen Versuch war es wert; also, was hast du gesagt?”

“Dass Frauen auch alle etwas gemeinsam haben.”
“Jaja, und? Was haben sie nun gemeinsam?”

“Sie suchen alle einen Mann, finden aber leider nur Männer!”

Kopfschüttel…

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Kuckucks-Kind

11. Mai 2009, aus der Schublade Die besonderen Dinge

Meine Liebste und ich gehen bei dem schönen Wetter an der Weser spazieren und teilen dieses Vergnügen offensichtlich mit tausenden anderen Bremern, es ist ziemlich voll auf der Promenade.
Trotzdem ergattern wir noch eine freie Bank und setzen uns entspannt in die Sonne.

“Letzten Mittwoch, das war so schön…”
“Mittwoch? Süße, warst du da nicht bei deiner komischen Freundin?”

“Ja, genau. Bei Elke.”
“Aber ich dachte, ihr hättet euch nicht viel zu sagen gehabt?”

“Das stimmt, irgendwie haben wir uns auseinander gelebt…”
“Wenn man sich nur alle 10 Jahre sieht, ist das ja auch kein Wunder!”

“Trotzdem, es gab auch tolle Momente.”
“Und die waren?”

“Als sich der Kleine auf meinen Schoß gesetzt hat.”
“Der Kleine??”

“Ja, der hat mich die ganze Zeit angeschaut.”
“Aha.”

“Mit großen Kulleraugen und der hat sich total gefreut!”
“Wie alt ist der denn?”

“Der müsste jetzt so ein Dreivierteljahr alt sein…”
“Ich wusste gar nicht, dass Elke eine kleine Kröte hat?”

“Das ist keine Kröte!”
“Würde aber gut zu Elke passen!”

Blödmann!”
“Wer jetzt, ich oder der Kleine??”

“Du weißt schon, wer!”
“Und wer ist denn der unglückliche Vater?”

“Weiß ich doch nicht??”
“Naja, ich meine, Elke wird es ja wohl hoffentlich wissen??”

“Nee. Die weiß das bestimmt auch nicht.”
“Ähm… Nicht?”

“Wozu auch, ist das wichtig??”
“Naja, also ich meine, ähm…”

“Elke hat wohl total lange gesucht.”
“DAS kann ich mir vorstellen!”

“Jetzt hör doch mal auf, immer auf ihr rumzuhacken!”
“Die hat ihn bestimmt vorher betrunken gemacht.”

“Wer hat wen betrunken gemacht!?”
“Na Elke ihren Lover! Ich meine, sonst wäre ja gar k…”

“Elke hat doch gar keinen Freund!”
“Soll das heißen, dass einer freiwillig mit Elke…”

“Nicht einer, es kamen schon mehrere in Frage, sagt sie.”
“Was?? Mehrere?? Wir reden schon noch von Elke, oder??”

“Also ich würde das auch machen.”
“Wie bitte??”

“Ich würde mich da auch sehr genau umschauen.”
“Um dann was zu tun, bitte??”

“Kostet ja schließlich auch ne Menge Geld.”
“Geld?? Soll das heißen, Elke hat dafür auch noch bezahlt??”

“Natürlich! 800 Euro!”
“Ach so, jetzt verstehe ich! Künstliche Befruchtung!”

“Quatsch! Das ist doch auch gar nicht notwendig.”
“Und wieso nicht?? Einmal-Väter wachsen doch nicht auf Bäumen!?”

“Es gibt doch genug überall!”
“Allein die Vorstellung ist ja schon widerlich!!”

“Also mir hat das totalen Spaß gemacht.”
“Dir? Wieso dir??”

“Ich war auch öfters bei welchen, in Berlin und in Lübeck.”
“Was??”

“Da waren etliche zur Auswahl, jeden hätte ich nehmen können!”
“Sag mal, das war aber vor unserer Zeit, oder??”

“Natürlich. Mit dir kann man sowas ja nicht machen.”
“Oh, entschuldige! Ich war halt noch nie in einem solchen Club!”

“Das sind doch keine Clubs, da kann jeder mal hingehen!”
“Und du bist da öfters gewesen??”

“Früher schon, könnten wir eigentlich mal zusammen machen.”
“Nee! Das ist nun überhaupt nicht mein Ding!”

“Ich weiß ja, dass du nicht willst, aber mir zuliebe?”
“Sag mal, spinne ich jetzt?? Seit wann bist du denn so drauf??”

“Immer schon! Wieso?”
“Und Elke, also DIE ELKE, die macht das auch??”

“Klar, an einem Wochenende hat sie sogar vier geschafft!”
“Oh Gott, wie bekomme ich je wieder diese Bilder aus meinem Kopf…”

“Man kann doch mal gucken??”
“Nur gucken??”

“Naja, wenn es sich ergibt, können wir ja einen mitnehmen?”
“Jetzt reicht´s aber mal langsam, du spinnst wohl!”

“Was denn??”
“Wenn überhaupt, nehmen wir EINE mit, und nicht EINEN!”

“OK, von mir aus…”
“Womöglich möchtest du noch beides?”

“Das würdest du machen??”
“AUF KEINEN FALL!”

“Einer reicht ja eigentlich auch.”
“Das ist ja sehr großzügig…”

“Wann machen wir das?”
“Gar nicht.”

“Aber du hast doch eben gesagt, dass…”
“Vergiss es!”

“Da träume ich schon so viele Jahre von!”
“Das tut mir sehr leid, aber das mache ich nicht mit!”

“Och bitte, bitte!”
“NEIN!”

“Aber Elke sagt, dass sie so glücklich ist und…”
“Elke ist total krank, das ist was ganz anderes!”

“Ich will aber auch!”
“Dann mach doch, aber ohne mich!!”

“Wirklich??”
“Ich glaube nicht, dass ausgerechnet DIR das gefallen wird!”

“Doch, doch, doch, ganz bestimmt!”
“Und dann bleibt das doch wieder alles nur an mir hängen!”

“Ich verspreche, mich ganz doll um ihn zu kümmern!”
“Oh, wie nett!!”

“Nur, wenn ich mal nicht da bin, musst du übernehmen.”
“Ganz sicher NICHT! Und jetzt hör auf mit dem Schwachsinn!”

“B-I-T-T-E!!
“Du kriegst weder einen Kerl noch ein Kuckucks-Kind wie Elke!”

“Einen Kerl?? Kind? Hä?”
“Hallo?? Wovon reden wir denn die ganze Zeit??”

“Elke hat einen neuen kleinen Hund! Was für einen Kerl denn??”

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Das heißt es NICHT!

7. Mai 2009, aus der Schublade Wohnen und Leben

Meine Liebste und ich sitzen am Morgen in der Küche und trinken Tee und Kaffee zusammen, bevor wir uns wieder auf einen neuen Arbeitstag stürzen.
Bei dieser Gelegenheit werfe ich noch schnell einen flüchtigen Blick in die Tageszeitung und was entdecke ich da?

“Warum schmunzelst du so?
“Weil ich gerade dein Horoskop lese, Süße.”

“So?? Und was steht da?”
“Ich lese vor, Moment, ähm… Beabsichtigen Sie etwas und sagen etwas ganz anderes? Vielleicht haben Sie den
Eindruck, unkonventionell zu denken und zu kommunizieren.”

“Was ist das denn für ein Schwachsinn??”
“Also ich finde, das passt irgendwie zu dir…”

“Und was daran passt bitte zu mir??”
“Du sagst auch häufig Dinge, die dann eigentlich ganz anders sind!”

“Tue ich nicht!”
“So?? Ich kennen NIEMANDEN, der das so gut kann, wie du!”

“Ich sage doch immer, was ich denke!?”
“Mag ja sein, aber beabsichtigen tust du oft was anderes.”

“Zum Beispiel??”
“Du sagst beispielsweise: mir ist kalt.”

“Na und??”
“Und das bedeutet aber: nimm mich bitte in den Arm, stimmt´s?”

“Quatsch! Das heißt es NICHT!”
“Sondern??”

“Das heißt, dass ich wieder nichts Passendes anzuziehen hab!”

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Keine Schnitte

4. Mai 2009, aus der Schublade Auto und Parken

Meine Liebste und ich fahren durch Zufall an der großen Open-Air Kartbahn in Bassum vorbei; kurzentschlossen halten wir an, um bei dem schönen Wetter einen Blick auf die Bahn und die Fahrer zu werfen.
Kart fahren ist eine tolle Sache, finde ich!

“Mann, ist das laut und dreckig…”
“Süße, das muss so sein.”

“Wieso muss das so sein??”
“Weil es sonst keinen Spaß macht, deswegen.”

“Bist du schon mal Kart gefahren?”
“Natürlich.”

“Wo denn??”
“Damals in Stuttgart, mit den Kollegen.”

“Ich noch nicht.”
“Echt nicht? Sollen wir mal ne Runde drehen?”

“Was! Hier?? Jetzt??”
“Schatz, wir sind auf einer Kartbahn, oder??”

“Das weiß ich, ich bin ja nicht doof!”
“Und hier stehen Karts, also was hindert uns??”

“Ich steig doch nicht in so ein Ding ein!”
“Und warum nicht??”

“Das ist mir zu gefährlich.”
“Quatsch! Da passiert gar nichts.”

“Und die fahren da ja alle mit Helm!”
“Und?”

“Ich setze doch nicht so einen verlausten Helm auf!”
“Da kommt ja auch noch die Haube drunter.”

“Was für eine Haube??”
“Die Sturmhaube, die zieht man unter dem Helm an.”

“HALLO?? Sturmhaube?? Über MEINE Haare??”
“Die bindest du doch sonst auch zusammen!?”

“Vergiss es! Du kannst ja fahren, wenn du willst!”
“Aber lass und doch zusammen fahren, das macht mehr Spaß!”

“Was bitte soll denn daran Spaß machen??”
“Naja, so hintereinander her und so…”

“Da hättest du doch eh keine Schnitte gegen mich.”
“Was? Was hast du gerade gesagt?”

“Dass du gegen mich keine Chance hättest.”
“Wie kommst du denn darauf??”

“Also bitte, das liegt doch wohl auf der Hand.”
“Ich dachte, du bist noch nie Kart gefahren??”

“Na und?”
“Woher willst du dann wissen, dass du mich abhängen würdest??”

“Das hängt mit meinem Gürtel zusammen.”
“Was?? Mit deinem Gürtel??”

[Die Liebste öffnet ihren Gürtel und zieht ihn aus den Gürtelschlaufen hinaus.]

“Hier, nimm.”
“Was soll ich mit deinem Gürtel??”

“Mach mal um.”
“Ich??”

“Nun mach!”
“Wozu??”

“Immer diese Fragerei, nun mach meinen Gürtel um!”
“Das brauche ich gar nicht erst probieren, der ist eh zu klein!”

“Eben.”
“Eben??”

“Noch Fragen?”
“Ja! Ich verstehe KEIN Wort!”

“Weil dir mein Gürtel nicht passt, verlierst du.”
“Was redest du denn da für einen Blödsinn!?”

“Das ist einfachste Physik.”
“Hä??”

“Weniger Masse braucht weniger Energie zum beschleunigen.”
“Ach nee! Und du meinst also, dass beim Kart fahren…”

“Genau, deine Masse hat gegen meine Masse keine Chance!”
“Ich glaube, ich höre gerade nicht richtig!?”

“Bis du auf der Geraden beschleunigt hast, bin ich schon weg!”
“Ach so!? Und Können und Geschick zählen gar nicht, oder was??”

“Nein.”
“Dann lass uns fahren, dann belehre ich dich eines besseren!”

“Wozu? Ich weiß doch, dass ich gewinne.”
“Ich werde dich elendig im Staub stehen lassen!”

“In deinen Träumen vielleicht!”
“Ich hole uns jetzt zwei Tickets, und dann werden wir ja sehen!”

“Hm… OK, aber ich möchte ein Kart mit guten Bremsen.”
“Natürlich. Fahrtauglich muss es schon sein.”

“Deswegen nicht! Zum Fahren brauche ich die Bremsen nicht!”
“Und warum dann??”

“Damit ich bremsen und auf dich warten kann.”
“Sehr witzig! Wirklich sehr witzig!”

“…und einem großen Rückspiegel.”
“Zum Schminken oder was?? HAHA!!”

“Nee.”
“Ach! Nicht??”

“Nein, den brauche ich, damit ich dich immer gut sehen kann!”
“DU kannst ja richtig lustig sein, Respekt!”

“Also schön, worauf warten wir noch!?”
“Prima! Gleich geht´s los!”

“Der Sieger kriegt ein Pistazien-Eis.”
“Pistazie? Aber du magst doch gar kein Pistazie??”

“Ich nicht, aber du.”
“Und was ist, wenn du gewinnst??”

“Ich gewinne ja nicht.”
“Aber du hast doch eben noch groß rumgetönt, dass du…”

“Ja, aber ich werde dich natürlich gewinnen lassen.”
“Wie bitte?? Warum das denn??”

“Sonst muss ich ja mit dir hier jahrelang jedes Wochenende hin!”

Kopfschüttel…

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